Bundeswehr stoppt Sammel-Aktion und kauft 6.400 neue Sturmhauben

Ein schnelles Update zu meiner Meldung von gestern, die Bundeswehr sammele in allen Truppenteilen Kopf- und Gesichtsschutz, a.k.a. Sturmhauben, ein für die erneute Ausgabe an Soldaten zur Verwendung bei der VJTF-Übung Trident Juncture in Norwegen:

Soeben bekomme ich am (heutigen) Dienstag) auf meine Anfrage diese Mitteilung aus dem Verteidigungsministerium:

Es ist gestern entschieden worden, den Bedarf an 6.400 Kopf- und Gesichtsschutz unverzüglich zu beschaffen und den Soldaten und Soldatinnen der VJTF zeitgereicht zur Verfügung zu stellen. Die von Ihnen zitierte Weisung wurde außer Kraft gesetzt.

Das erst mal zur Info; zur Erinnerung noch mal aus der ursprünglichen Weisung: weiterlesen

Bundeswehr sammelt für NATO-Speerspitze: Gib‘ deine Winterkleidung einem Kameraden!

[Ein Update zur neuen Entwicklung gibt es hier]

Die Bundeswehr, vor allem das Heer, bereitet sich darauf vor, im kommenden Jahr die Führung der NATO-Speerspitze, der Very High Readiness Joint Task Force (VJTF), zu stellen. Im Oktober und November wird es dazu die große Übung Trident Juncture in Norwegen geben – und wie schon beim ersten VJTF-Testlauf 2015 müssen sich die beteiligten Einheiten auch in diesem Jahr die Ausrüstung dazu bei ihren Kameraden zusammenleihen.

Der dabei offenkundig werdende Mangel selbst bei einfachsten Ausrüstungsgegenständen hat inzwischen einen neuen Höhepunkt erreicht. Schriftlich wurden alle Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche angewiesen, bis Ende Mai von allen Soldaten, die nicht bei Trident Juncture üben, ein Ausrüstungsteil einzuziehen: den Kopf- und Gesichtsschutz, landläufig als Sturmhaube und international als Balaclava bezeichnet. weiterlesen

Fast eine Milliarde Euro im Skat: So gab die Bundeswehr das Geld aus (mit Korrektur)

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Anfang dieses Jahres warteten Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und ihre Rüstungs-Staatssekretärin Katrin Suder mit einer positiven Nachricht auf: Wie oft in den Vorjahren hatte das Ministerium 2015 bereits fest eingeplantes Geld für Rüstungsprojekte nicht ausgeben können, weil sich die Lieferung von bestelltem Gerät verzögerte – im vergangenen Jahr sei es allerdings gelungen, diese Summe umzuleiten und für andere Dinge auszugeben, die in der Haushaltsplanung weit nach hinten gerutscht waren, obwohl die Truppe teilweise dringenden Bedarf dafür hatte. Nun war zunächst nicht so einfach herauszufinden, was mit der fast eine Milliarde Euro geschehen war, die in andere Projekte flossen. Inzwischen hat Augen geradeus! aber einen groben Überblick gewinnen können.

Rund 900 Millionen Euro, diese Zahl wurde auch öffentlich genannt, flossen nicht in die Projekte, für die sie im Haushalt vorgesehen waren (von insgesamt rund fünf Milliarden Euro insgesamt für die Rüstungsinvestitionen). Davon kamen rund 700 Millionen Euro aus den Mitteln, die für den Kampfhubschrauber Tiger und den Transporthubschrauber NH90 eingeplant waren, sowie aus dem Geld für den Eurofighter, das Transportflugzeug Airbus A400M und den Schützenpanzer Puma: zum Teil waren die Verträge verändert worden, zum Teil lieferte die Industrie nicht wie vereinbart. Weitere 200 Millionen waren in den Haushaltstiteln für die U-Boote der Klasse 212A und der neuen Fregatte F125 sowie für Feuerlöschfahrzeuge vorgesehen und blieben sozusagen übrig.

Und was wurde nun für das Geld angeschafft? weiterlesen

Neue Ausrüstung für die Truppe! (Was wir gekauft haben, bleibt geheim.)

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Ach, was waren Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und ihre Rüstungs-Staatssekretärin Katrin Suder stolz. Im vergangenen Jahr mussten sie nicht, wie in den Vorjahren, viele viele Millionen Euro ungebraucht an den Finanzminister zurückgeben. Nein, das betonte Suder mehrfach: Im Haushalt vorgesehene Mittel, die nicht für den vorgesehenen Zweck genutzt werden konnten (zum Beispiel weil Flugzeuge wie der A400M verspätet geliefert wurden), wurden umgeleitet. Um Dinge zu beschaffen, die die Truppe zwar dringend braucht, die aber eben nicht ganz oben auf der Liste standen:

Dass wir es geschafft haben, im letzten Jahr alle Haushaltsmittel zu verausgaben und ein Volumen von fast einer Milliarde zwischen den Rüstungsprojekten umzuverteilen, wäre ohne besseres Risikomanagement, besseres Projektmanagement, mehr Transparenz und schnellere Prozesse nicht möglich gewesen. Das ist ein Beispiel, um zu zeigen, dass die Agenda Rüstung wirkt.

sagte die Staatssekretärin auch noch mal im Januar.

Na, das scheinen doch gute Nachrichten. Deshalb habe ich mal nachgefragt, wofür denn diese fast eine Milliarde Euro denn nun ausgegeben wurde. weiterlesen

Mehr Geld für Ausrüstung: von der Leyen will Trendwende im Verteidigungshaushalt

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Die Bundeswehr soll in den nächsten Jahren deutlich besser als bislang ausgestattet werden und nicht wie bisher nur mit einem Teil der nötigen Ausrüstung ihre Aufgaben erfüllen müssen. Das Verteidigungsministerium plane für die Zeit bis zum Jahr 2030 Investitionen von 130 Milliarden Euro in die militärische Ausstattung der Truppe, hieß es am (heutigen) Dienstag aus Regierungskreisen in Berlin. Wie viel mehr als bislang geplant das bedeuten würde, wurde zwar nicht beziffert. Angesichts der in der laufenden Finanzplanung vorgesehenen Mittel von rund fünf Milliarden Euro pro Jahr für diese militärische Ausstattung würde das aber auf eine Erhöhung von drei bis vier Milliarden Euro jährlich allein für Gerät hinauslaufen. weiterlesen

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