Neuer Wehrdienst: erste Planungen für Reaktivierung von Kasernen (auch die von Elvis)
Das Verteidigungsministerium hat acht Standorte mit ehemaligen Kasernen ausgewählt, die für eine mögliche Stationierung im Rahmen des Neuen Wehrdienstes und der Personalvergrößerung genutzt werden könnten. Dazu gehören auch die Ray Barracks in Friedberg in Hessen, wo Elvis Presley stationiert war*. Eine endgültige Entscheidung wurde aber noch nicht getroffen.
Im vergangenen Jahr hatte das Wehrressort mit einem Moratorium die Ab- und Aufgabe militärischer Liegenschaften vorerst gestoppt, um für den geplanten Aufwuchs Standorte schaffen zu können. Die Auswahl der acht Standorte folgte jetzt als nächster Schritt, wie das Ministerium am (heutigen) Donnerstag mitteilte:
Für den Aufwuchs benötigt die Bundeswehr zusätzliche Liegenschaften, besonders für die aufzubauenden Ausbildungskapazitäten des Neuen Wehrdienstes. Das Bundesministerium der Verteidigung hat acht Liegenschaften ausgewählt, die sich aufgrund ihrer Lage, Infrastruktur und Kapazitäten besonders gut für den Neuen Wehrdienstes eignen.
Dies sind:
• die ehemalige Rantzau-Kaserne in Boostedt (Schleswig-Holstein),
• die ehemalige Hinrich-Wilhelm-Kopf-Kaserne in Cuxhaven (Niedersachsen),
• die ehemalige Kurpfalz-Kaserne in Speyer (Rheinland-Pfalz),
• die ehemalige Unteroffizier-Krüger-Kaserne inkl. des ehemaligen Standortübungsplatzes (StOÜbPl) in Kusel (Rheinland-Pfalz),
• die ehemalige Kanaal-van-Wessem-Kaserne in Soest (Nordrhein-Westfalen),
• das ehemalige Joint Headquarters (HQ) NATO-Hauptquartier mit dem ehemaligen Wegberger Militärkomplex als StOÜbPl in Mönchengladbach (Nordrhein-Westfalen).
• die ehemalige Graf-Stauffenberg-Kaserne inkl. des ehemaligen StOÜbPl in Sigmaringen (Baden-Württemberg),
• die ehemaligen Ray Barracks inkl. des ehemaligen US-Übungsplatzes Ockstadt als StOÜbPl in Friedberg (Hessen)
Eine finale Entscheidung über die Reaktivierung und Nutzung der Liegenschaften ist zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht getroffen.
Der Überprüfungsprozess aller zunächst für den Verbleib in Bundesbesitz markierten Liegenschaften soll nach Angaben des Ministeriums bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Die Kommunen sollten möglichst schnell Klarheit bekommen.
Mehr Details zum Prozess vom Ministerium hier.
*Mehr zu Elvis und den Ray Barracks in der englischsprachigen Wikipedia:
After being drafted in 1958 Elvis Presley joined the Scout Platoon of the 3rd Armored Division’s 1st Medium Tank Battalion, 32nd Armor who were stationed at Ray Barracks. He choose to not receive any special treatment and was respected for not joining Special Services, which would have allowed him to avoid certain duties and maintain his public profile. He did not live on base at Ray Barracks, but was able to live in the nearby resort city of Bad Nauheim. Presley’s battalion, redesignated the 4th Battalion, 67th Armor, nicknamed the „Bandits,“ would be later commanded back-to-back by West Point classmates and future Army Generals Albert Bryant, Jr. and Martin Dempsey (later Chairman of the Joint Chiefs of Staff), who maintained their office above the „Elvis Aaron Presley Mess Hall,“ partially funded by Presley.
Die Fotos von Presley während seiner Wehrdienstzeit unterliegen deutschem Urheberrecht; nach US-Recht sind sie public domain, und sind deshalb nur in der englischsprachigen Wikipedia zu sehen.
(Foto: Elvis-Presley-Denkmal in Friedberg – © Freak-Line-Community / Wikimedia Commons / CC BY-SA 4.0, Elvis-Presley-Denkmal Friedberg, CC BY-SA 4.0)
Sämtliche Standorte im Westen – „um für den geplanten Aufwuchs Standorte schaffen zu können“, deutet nicht etwa an, im Osten wird Aufwuchs nicht erwartet?
@KPK
Auch im Osten gibt es Standorte, die ggf. noch ausbaufähig sind. Da es dort natürlich auch Musterungszentren gibt wird wohl räumlich „relativ“ nah (grund-) ausgebildet werden.
https://www.bundeswehr.de/de/menschen-karrieren/neuer-wehrdienst/musterung/musterungszentren
@Thomas Melber
‚ggf / wohl / „relativ“ sind Ihre entscheidenden Vokabeln‘?
BMVg hat aber Ross & Reiter benannt, siehe oben.
Der Sachverhalt ist korrekt benannt – der Osten geht im Wesentlichen leer aus bei neuen oder reaktivierten Kasernen.
Das mag BAPersBw bzw. die Teilstreitkräfte, insbesondere das Heer, so in ihren Bedarfsforderungen gewollt haben. Ich weiß aber beim besten Willen nicht, warum die Politik (und sei es auch nur die 5 Ministerpräsidenten der neuen Bundesländer) da nicht im gesamtstaatlichen Interesse eingegriffen hat. Wo doch sonst jede Kleinigkeit politischen Einflussnahmen unterliegt, hat man hier geschlafen. Damit werden die fünf neuen Bundesländer noch weiter abgehängt.
@KPK/Thomas Melber: Der Osten wird öfters bei der Bundeswehr vernachlässigt. In der Liste der 187 Standorte, deren Rückführung in die BW letztes Jahr herausgegeben wurde, war z.B. keine einzige Kaserne zur Reaktivierung in Thüringen benannt. Dass jetzt bei den ersten 8 Kasernen, die die Bundeswehr nach 9 Monaten(Schneckentempo) Prüfung gerne wieder in Betrieb nehmen würde, keine Kaserne im Osten dabei ist, kann also nicht wirklich überraschen.
Überraschend ist eher, daß die möglicherweise besten Kasernen(weil zuletzt verlassen von den Briten) fehlen, außer das ehemalige Nato Hauptquartier in Mönchen-Gladbach).
Der Osten hat die meisten möglichen Kasernengelände, weil dort viele Kasernen noch der NVA & der Roten Armee existieren, aber diese sind besonders verfallen oder die Böden gelten oft als kontaminiert.
Statt klar zu befehlen, will die Bundeswehr jetzt erst noch 6 Monate mit den Kommunen verhandeln. Eine Zeitenwende sieht bei mir anders aus.
Dass die Kommunen durch die Wiederinbetriebnahme der Kasernen bzw. das Moratorium hart getroffen werden, weil viele schon Gewerbegebiete und Wohnflächen planen ist klar. Aber in der Zeitenwende muss der Staat mal entscheiden und nicht jahrelange Hängepartien veranstalten.
Kusel sehnt sich seit langem nach der Rückkehr der Bundeswehr. Bei meinem ersten Spaziergang durch die Innenstadt von Kusel 2019 hatte ich sofort den Eindruck, daß der Abzug der BW die Stadt schwer getroffen hat, bei den vielen Leerständen in der Innenstadt. Kusel steht auf dieser Liste und wird sich darüber freuen, trotzdem schafft es die BW nicht einmal sofort über diesen Standort zu entscheiden.
Sigmaringen hat seit ca. 15 Jahren immer wieder Initiativen gestartet, die BW zurück zu bekommen. Die Schließung von Kaserne & Truppenübungsplatz war eine der größten Fehlentscheidungen der BW-Reform 2011. Auch da neue Truppenübungsplätze jedenfalls im Westen kaum errichtet werden können. Die BW wollte vor ein paar Jahren in Donaueschingen einen neuen Truppenübungsplatz errichten(als Ersatz für Immendingen den man dummerweise aufgegeben hatte), aber der Widerstand der Bevölkerung war so groß, daß der Generalinspekteur anreisen musste und der Plan aufgegeben werden musste.
In Speyer sind die Reaktionen gemischt. Die einen wollen die BW zurück, die Stadt dagegen hat ein neues Gewerbegebiet geplant, was sie nur ungern aufgeben will. Alle beklagen sich aber, daß die BW immer noch nicht entschieden hat.
Die Rantzau Kaserne ist ein besonders schlimmer Fall der Sprunghaftigkeit der BW. Die Planungen der Konversion wurden bereits 2017 gestört, als die BW erstmals erklärte, die Kaserne wieder nutzen zu wollen. 2018 kam dann die BW auf die komische Idee, zu erklären, sie wolle die Kaserne doch nicht zurück haben(4 Jahre nach Annektierung der Krim & wo die BW wieder wachsen sollte langsam, unverständlich).. Die Planungen für Wohngebiete & Gewerbefläche liefen also bis 2025 weiter und sind jetzt wieder gestoppt, weil die BW immer noch nicht entschieden hat.
@Wiegold: Gibt es denn eine Liste oder Angaben der BW zu bekommen, zu den 27 Standorte die dieses Jahr neu in die Prüfung genommen worden sind oder den 40 Standorten, die die BW angeblich doch nicht benötigt?
[Mehr Infos habe ich leider bislang nicht. T.W.]
@KPK
Im Osten gibt es Musterungszentren und auch Standorte – weshalb sollte es dort keine Freiwilligen geben ? Allerdings ist die Bevölkerung dort, insbesondere im angesprochenen Altersband, nicht so zahlreich wie im Westen.
In NRW +/- 700.000 männliche Einwohner zwischen 18 und 25 Jahren, in Bayern 500.000, in BW 450,000, in Sachsen 270.000, in Thüringen knapp 9.000 und in MV bei 75.000 – so zum Vergleich.
@Thomas Melber
Wir reden aneinander vorbei.
Danke soweit.
Zum Vergleich:
In den 1980ern war ich als W15 öfter Fahrer eines Feldjäger-( Blaulicht )-Fahrzeugs ( neben mir saß der bewaffnete Zeitsoldat ) zur nächtlichen Kontrolle aller militärischen Liegenschaften in Mainz. Das waren mehrere Kasernengelände, Kreiswehrersatzamt incl. Aussenstellen, Materiallager oder Klamottenstelle. so knapp 10 Stationen.
Heute gibt es nur noch eine Liegenschaft in Mainz.
Nach allen Standorten leckten sich die Immobilienentwickler die Finger. Gingen sofort weg.
Das ist in der „Pampa“ sicherlich anders ;-)
Was nützen die schönen neuen (alten) Kasernen ohne ausreichend Führungspersonal und Ausbilder…,?
Nix !
Wie bei der PzBrig 45 wird aktuell auf Krampf versucht diese Lücke zu schließen…
Da wird mit Prämien und vereinfachter Übernahme BS in einem eigenen Werdegang gelockt…
Erfolgsaussichten… eher bescheiden…
Zumal der Weggang in der ehemaligen Stammeinheit eine Lücke reißt…
Der Einsatz i.d.R. nur temporär sein soll… und dies für den Aufbau einer nach oben zeigenden BU-Historie nicht förderlich ist… (Stichwort zukünftige Beförderung zum StFw)…
@Thomas Melber: Mir ist nicht klar, warum Sie die Musterungszentren im Osten erneut betonen. Natürlich gibt es dort Musterungszentren, denn die Fläche soll grundsätzlich abgedeckt werden. Musterungszentren machen aber keine Grundausbildung und sind schon gar keine Kasernen in denen man danach stationiert ist. Die ungleiche Verteilung der aktiven Kasernen der Bundeswehr ist nicht wegzudiskutieren.
Dass Sie die Einwohnerzahl im gewünschten Altersband als Grund erwähnen ist einerseits richtig (die vermuteten Rekrutenpotentiale spielten eine wesentliche Rolle), andererseits aber beklagenswert. Neben der (durchaus richtigen) Heimatnähe des jungen „Zielpublikums“ hätten doch auch ein paar andere Faktoren eine Rolle spielen sollen. Offenbar nicht, denn in Sachsen mit seinen von ihnen genannten 270.000 männlichen Einwohnern des gewünschten Altersbandes sind mir jetzt keine nennenswerten Reaktivierungen oder Erweiterungen bestehender Kasernen bekannt.
Es bleibt das Fazit einer deutlichen Schieflage.
Die Details zum Prozess sind oben verlinkt, der Folgelink aber nicht aufrufbar.
Die zusätzlichen sowie bereits freigegebenen Liegenschaften stehen in der Anlage.
https://www.bmvg.de/de/aktuelles/neue-bundeswehr-standorte-fuer-neuen-wehrdienst-6101802
Hier der direkte Link: https://www.bmvg.de/resource/blob/6120446/d30c43c4ba869710640b67a3d3d6e398/dl-moratoriumsbericht-data.pdf
@Closius
In dem verlinkten Beitrag des BMVG findet man, recht weit unten, den „Bericht über Sachstand und Fortschritt
der Strategischen Liegenschaftsreserve“, dort sind die 40 aufgegebenen Standorte sowie die 27 neuen ersichtlich, sowie nochmals eine Gesamtaufstellung.
Was soll das denn. Eine der größten Kasernen Europas, das 800 Hektar grosse „Hauptquartier“ Rheindahlen mit ca. 2000 größtenteils vor sich hin rottenden Gebäuden, will man für den „neuen Wehrdienst“ reaktivieren? Wie lange soll das dauern? Im Turbogang in unter 4 Jahren wohl niemals zu schaffen, realistischer sind 7-10. Was soll das, wenn wir doch 2029 als kommuniziertes Zieldatum haben? Die völlig rotten Ray Barracks, die Bruchbudenlandschaft Cux-Altenwalde,….Riesige Liegenschaften die völlig durch sind mit irrem Investitionsbedarf, allein die wohl zwingend erforderliche Gebäudeschadstoffsanierung wird absehbar ein immenser Zeitfresser. Damit hätten wir dann 2022 gleich anfangen müssen. Was soll auch dahin, neu erdachte Brigade- bzw bei Rheindahlen Divisiinsäquivalente? Wenn wir nun wirklich schnellen Aufwuchs haben wollten, nachdem 4 Jahre faktisch nichts passiert ist, würden wir „heimatnah“ bestehende Standorte mit Platzreserven (da gibt es noch viele) mit modularen Kompanieblöcken ergänzen ggf. auch Leerstand für Wieder-Innutzungnahme herrichten, oder auch kleine Standorte in Einfach-Bauweise (Container, Feldhäuser…) neu aufmachen, die schnell in Nutzung gehen und an bestehende Infrastruktur mit geringem Aufwand neu andocken können.
Personalzahlentechnisch glauben die immer noch an den Weihnachtsmann.
Anspruch und Wirklichkeit Kameraden!!!
@Apollo 11 sagt: 09.07.2026 um 21:37 Uhr
„Nach allen Standorten leckten sich die Immobilienentwickler die Finger. Gingen sofort weg.
Das ist in der „Pampa“ sicherlich anders ;-)“
Die Frage ist, was Sie als „Pampa“ definieren, Mainz ist per Definition eine kleinere Großstadt (100k – 500k Einwohner). Wenn ich mir nur die Standorte anschaue, die ich kenne (Mönchengladbach, in der Nähe davon Wegberg, Cuxhaven oder Bostedt) ist die Auswahl nicht unbedingt unattraktiv.
Ich versteh auch die Kritik über die Auswahl nicht, immer wieder wurde von diversen Kommentatoren gefordert, Standorte dorthin zu legen, wo auch die potentiellen Bewerber wohnen. Jetzt hat man das so angekündigt, ist auch nicht recht.
Und was die Standorte in Ostdeutschland angeht, die meisten NVA- oder russischen Standorte waren zur Wende Schrott, anders kann man das nicht bezeichnen. Als die Russen abzogen, haben diese 1994 nochmal die Kasernen kannibalisiert, da kann man besser neu bauen.
Dort, wo die Bundeswehr neu gebaut oder saniert hat, da möchte man auch nicht unbedingt hin (z.B. Eggesin oder Torgelow-Spechtberg). Da ist das Land der drei Meere (ein Waldmeer, ein Sandmeer und gar nichts mehr), völlig unattraktiv.
@Landmatrose 3000:
Den Wiederaufbau sehe ich nicht kritisch, denn den wird’s nicht geben.
Wie hier bereits gemeldet, will das BMVg hier wohl Kasernen von der Stange kaufen, die man dann als Standardware überall baut.
Mit dieser „Blattenbauweise“ sollte der Aufbau – nach erfolgreicher Räumung – relativ problemlos sein und sich in 4 Jahren bewerkstelligen lassen, wenn man sich nicht mit Kleinkram aufhält und direkt anfängt.
[https://augengeradeaus.net/2025/10/bundeswehr-plant-neue-kasernen-von-der-stange-4-personen-stube-fertigbau-kein-bunker/]
@Landmatrose3000 sagt: 10.07.2026 um 0:22 Uhr und @Hans sagt:
10.07.2026 um 7:59 Uhr
Man braucht die Kasernen nicht nur für die aktive Truppe. Bei geplanten 200.000 Reservisten (mindestens) braucht die Bw auch mehr Mob-Stützpunkte. Und da wäre noch genug Zeit, der Aufwuchs dauert.
Aber es ist ja egal, was gemacht wird, es ist per se erstmal schlecht, eine typisch deutsche Einstellung.
@Landmatrose: Ich glaube die BW stört heruntergekommene Kasernen nicht, weil sie vermutlich nur die neuen Billigkaserne Gebäude für Wehrpflichtige draufstellen will. Nach diesem Maßstab könnte man auch alte Kasernen der NVA oder der Roten Armee übernehmen, wenn es nur um ungenutzte Flächen geht.
@Schleswigland & Hans: Danke auf den Hinweis auf den PDF Link, wo tatsächlich weitere Zahlen stehen und die Bundesländer. Leider keine Namen zu den Kasernen, die neu geprüft werden. Die Zahlen belegen aber auch wie langsam die BW ist, dass diese in 9 Monaten nur 25 % der Standorte geprüft hat. Denn von 36 oder 35 Standorten in NRW bzw Bayern erst 9 geprüft zu haben ist nicht viel laut der Statistik der BW in der PDF.
Verstehe die Entrüstung nicht.
Gerade Boostedt und Rheindahlen wurden doch über Jahre wegen ihrer Aufgabe kritisiert – jetzt kommen sie ggf. wieder und das ist auch wieder nicht richtig.
Wie man das zeitlich wuppt ist sicherlich eine interessante und schwierige Frage – letztlich hat das Bauhandwerk goldene Zeiten vor sich – das sind Monsterprojekte.
Zum Thema Osten/Westen. Kann einer auf mögliche Kasernen mit urbanen Einzugsgebiet im Osten zeigen? Wir müssen auch die Personalwerbung im Hinterkopf haben. Es hilft nichts „regional“ zu werben in Regionen wo keiner wohnt, dann sind wir wieder in der Bundeswehr Anfang des Jahrtausends mit Kasernen „JWD“ – da kommt keiner freiwillig – und die Heilsbringerlösung Wehrpflicht ist in Wirklichkeit ein Spaltkeil für einen eh schon belasteten Gesellschaftszusammenhalt…
@ DIN A4 In Bernsdorf bei Bautzen wird eine neue Kaserne für das noch aufzustellende Logistikbataillon 471 errichtet. Das dauert wohl noch etwas., Die Kaserne in Burg bei Magdeburg in Sachsen-Anhalt wird meines Wissens nach erweitert. Das gleiche gilt für den Fliegerhorst Holzdorf, den sich Brandenburg und Sachsen-Anhalt teilen. Auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow wird ebenfalls ordentlich investiert. Da hat das Heimatschutzregiment 6 seinen Sitz. Da geht es in Richtung Brigade. Auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf, der sowohl von den Anlagen auf den Schießbahnen als auch von den Unterkünften her ganz schön runtergekommen war, tut sich was. Da ist ebenfalls der Heimatschutz aktiv. Und in Gotha wird, soweit ich weiß, auch gebaut. Es tut sich also was. Lustig fand ich, dass sich die ehemalige Liegenschaft der Sowjets in meiner Stadt auf der Liste der Liegenschaften wiederfand, die erst mal nicht veräußert werden sollen. Da steht kein Gebäude mehr und es wachsen dort Gras, Büsche und Bäume. Zur A14 sind es allerdings nur vier Kilometer und Magdeburg ist vor der Tür. Aber da wird sich vermutlich nichts tun. Bei geplanten 80000 neuen Aktiven + einer nicht unwesentlichen Anzahl an Reservisten sind acht Kasernen ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Die gute, alte Hinrich-Wilhelm-Kopf-Kaserne in Cux-Altenwalde verfügt über ca. 73ha Fläche. Nach Abzug der letzten Uniformträger wurden einige Gebäude/Sportstätten noch zivil genutzt, seit 30.06.2014 hat die Natur das Sagen und das sieht man auch deutlich. Zwischen 2015 und 2017 gab es auf dem Kasernengelände grundüberholte Notunterkünfte für Geflüchtete. Rund um Altenwalde sind etliche Ferienwohnungen entstanden,
da darf man durchaus über die Resonanz der Eigentümer gespannt sein.
Ach ja, die „alten Liegenschaften“. Seltsam, daß nur Kasernen betrachtet werden, nicht aber aufgegebene Standorte der Wehrverwaltung.
Es ist für mich unverständlich, daß ein ehemaliges KWEA Großamt in Karlsruhe, das erst im letzten Jahr an die BImA zurückgegeben wurde nicht berücksichtigt wird und statt dessen in Offenburg ein Musterungszentrum angemietet wird Geld scheint ja ausreichend vorhanden zu sein, auch für teuer angemietete zivile Büros der Karriereberatung. Kann man alles machen …
@KPK:
Bitte den von Hans geposteten Moratiumsbericht sorgfältig studieren. Sie werden feststellen dass auch die „Ost-Standorte“ weiterhin auf eine Reaktivierung hin geprüft werden. Weiterhin wurden 27 weitere Liegenschaften zur Prüfung identifiziert, u.a. Merseburg, Naumburg und Wittenberg in Sachsen-Anhalt sowie Doberlug-Kirchheim in Brandenburg.
Was sämtliche Aufwuchsplanungen angeht, so beobachte ich seit geraumer Zeit bei einigen Kommentaren ein „Henne-Ei-Prinzip“ mit widersprüchlichen, pessimismusbetonten Aussagen:
– „Wofür Standorte wenn wir das Personal dafür nicht haben?“
– „Wo soll das neue Personal unterkommen, es fehlt an Liegenschaften“
– „Was sollen wir mit Modulbauweisen, es kommt ja doch keine Wehrpflicht“
– „Keine Wehrpflicht ohne Gleichberechtigung!“
– „wir haben garkein Platz für Reservetruppenteile“
– „Bis Kaserne XY dekontamiert, kernsaniert und mit neuen Massivbauten bebaut ist, dauert es bis min. 2045
– „BAIUDBw und die Bau- und Liegenschaftsbetriebe der Bundesländer können eh nichts richtig umsetzen“
……………….usw.
Ich finde es interessant, dass die ehem. US- Kaverne in Friedberg nebst ehem. Übungsplatz hier erwähnt werden. Letzter ist mittlerweile renaturiert und man kann nur noch erahnen, dass hier bis vor gut 20 Jahren Panzer durch den Wald gefahren sind und geübt haben. Das Gelände ist mittlerweile Lebensraum für diverse Amphibien, Vögel und Wildkatzen.
Außerdem sollen dort in naher Zukunft mehrere Windkraftwerke errichtet werden. Das schreit ja schon nach Widerstand der lokalen Naturschützer.
Was in der doch etwas emotionalisierten Debatte auch nicht außer Acht gelassen werden darf: Die Bundeswehr benötigt auch „alte“, vermeintlich brach liegende Flächen als Ausgleichsflächen, wenn sie in bestehenden Liegenschaften Erweiterungsbauten errichten will. Das sind die bestehenden Vorgaben.
Das ist u.a. der Grund dafür. dass alte, aufgegebene Flächen vom Verkaufsmoratorium erfasst sind.
@ BDN Wo gab es noch mal das erste Wolfsrudel in Deutschland? Meines Wissens nach auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz. Auf den Truppenübungsplätzen gibt es Ecken, da kommt fast nie ein Mensch hin. Und wenn, dann ist es die Wache oder der Bundesforst. Das Wild und Pflanzen fühlen sich auf Übungsplätzen wohl. Es gibt Naturschützer, die sind begeistert über die Artenvielfalt. Ab und zu sollte man die Bürger auch mal an die Hauptaufgabe des Staates erinnern.
Es verwundert etwas, dass niemand strategische Gründe für die geographische Verteilung in Betracht zieht. Ich halte eine gewisse Distanz zur NATO-„Ostflanke“ für durchaus von Vorteil…
Zur Kritik an der Auswahl: Wenn man sich diese ERSTE WELLE der Reaktivierung von Kasernen anschaut, werden bestimmte durchdachte Pläne deutlich. Nur eben nicht die selben Gründe für alle Liegenschaften. Wenn man multikausal rangeht, wird das sichtbar. Weil öffentlich in Presse und Socialmedia schon länger diskutiert, kann man das Beispiel GER auch hier nennen. Germersheim als Luftwaffenstandort für Grundausbildung und viele Lehrgänge wird immer wichtiger und ist „voll“ bei gleichzeitigem Rückstau bei Gebäudesanierung und Neubau. Mit Speyer wenige Kilometer nördlich kann man mehrere Faktoren abdecken: 1) Alles, was nicht zur Luftwaffe gehört, fliegt aus GER raus und macht dort Platz, ist künftig keine 30 Minuten Kfz-Marsch weiter nördlich 2) Speyer hat einen aktiven (!) Wasserübungsplatz und StOÜbPL und war Brückenpionierstandort am Rhein => wird wieder gebraucht 3) Speyer liegt direkt am Ballungsraum Rhein-Neckar-Pfalz und damit gut erreichbar für viele künftige Heimatschützer 4) Viele im V-Fall zu schützende Objekte liegen in „Schlagweite“ zu Speyer und daher kann dort auch gleich ein MobStützpunkt errichtet werden 5) Die Nutzung als Unterkunft für Flüchtlinge hat die Liegenschaft als Ganzes erhalten, ohne Überbauungen. In diesem Sinne werden sie für alle Liegenschaften eine logische Begründung herleiten können. Und weitere Liegenschaften werden folgen.
Was passiert eigentlich, wenn der Krieg in der Ukraine – wie auch immer – in absehbarer Zeit endet und Putin erklärt, die NATO nicht angreifen zu wollen?
Es ist schon ein Kraftakt, die bestehenden Liegenschaften mit den Landesbaubehörden zu bewirtschaften.
Mir ist nicht klar, wie die Bundeswehr die Kosten für die Reaktivierung stemmen kann. Kurzfristig geht da nicht viel.
@Y-998201: ich bin ganz bei Ihnen. Ich erlebe nur aktuell die hitzige Debatte hinsichtlich der geplanten Windkraftwerke in diesem Gebiet.
Und Wölfe gibt es dort übrigens auch 😉
@Florian Staudte:
„Was passiert eigentlich, wenn der Krieg in der Ukraine – wie auch immer – in absehbarer Zeit endet und Putin erklärt, die NATO nicht angreifen zu wollen?“
Diese Frage stelle ich mir auch – mit Blick auf die personellen, materiellen und finanziellen Investitionen in die Bundeswehr.
Den Gedanken weiter zu verfolgen ist zu sehr OT, aber ich frage mich schon, wie schnell wir dann wieder bei einem Personalumfang von 180.000 und einem Verteidigungshaushalt von 1,2% vom BIP sind.
Ich vermute sehr schnell.
Friedensdividende 2.0.
Parteiübergreifender und gesellschaftlicher Konsens.
Und das ganze neue „überflüssige“ Gerät wird dann für symbolische Preise an befreundete Länder verramscht.
Äh, zu dem „Wenn Putin erklärt“… sind wir jetzt wieder bei Anfang 2022, als Putin erklärte, die Ukraine nicht angreifen zu wollen? Haben ja genügend Politiker*innen in Talkshows eindringlich drauf hingewiesen.
@ T.W.
Ich gehe nicht davon aus, dass der Krieg in der Ukraine ein zweiter „Dreißigjähriger Krieg“ wird. Wer soll den ganzen Spaß finanzieren, den wir mit dem Ziel „Europas konventionell stärkste Armee“ verbinden?
Für mich ist es plausibel, Kasernen zu reaktivieren, aus denen die Soldaten vor wenigen Monaten bzw. Jahren ausgezogen sind. Kasernen, die 10-15 Jahre der Natur überlassen worden sind, können abgerissen und neu aufgebaut werden. Geld? Bauverwaltung? Bauunternehmen? Personal für den Betrieb? Laufende Kosten?
Meine große Sorge: so gründlich und übertrieben wir das „Herunterfahren der Bundeswehr“ durchgeführt haben, so ist es möglich, die „Zeitenwende“ zu übertreiben.
@Windlicht: Ich weiß nicht, ob sie es mitbekommen haben, aber das Germersheim Platzproblem der BW wird ab dem 01.10.2026 gelöst werden. Denn am 01.10.2026 stellt die Luftwaffe das Luftwaffenausbildungsbataillon 2 in Fürstenfeldbrück auf, mit Außenstellen in Lechfeld. Diepholz und Nordholz. Damit wird Germersheim entlastet und es gibt damit 4 weitere Standorte für die Luftwaffenausbildung, Das Problem dabei ist, daß die Verteilung der Luftwaffenausbildungsstandorte mit dann Germersheim in Rheinland-Pfalz, 2 Standorten in Niedersachsen und 3 Standorten in Bayern!. Die Luftwaffe hat damit Ostdeutschland vergessen und alle Ostdeutschen, die zur Luftwaffe wollen, müssen weiter sich im Westen ausbilden lassen. Da wäre es natürlich besser gewesen einen Standort in Ostdeutschland zu schaffen, anstatt drei Standorten in Bayern oder 2 in Niedersachsen.
Die Kaserne in Speyer wieder in Dienst zu stellen wäre sinnvoll, aber die Stadt denkt an ihr geplantes Gewerbegebiet, was damit erledigt wäre. Wenn die BW intelligent wäre, würde sie in Speyer das aufgelöste Spezialpionierbataillon 464 wieder aufstellen, welches dort zuletzt existierte. Denn die BW hat zu wenig Pioniereinheiten und dies hat sich auch gerade in der Ahrtalkatastrophe gezeigt, als das mittbetroffene NRW sofort Hilfe vom dortigen Pionierbataillon in NRW erhielt, aber für Rheinland-Pfalz die Pioniere erst aus Sachsen per Bahn herangeschafft werden mussten, weil in Rheinland-Pfalz keine Pioniereinheit mehr existiert.
Truppenübungsplätze sind für die Natur besser, als Naturschutzgebiete. Das klingt zwar auf den ersten Blick paradox, aber Tiere fühlen sich offensichtlich auf Truppenübungsplätzen wohler, als in Naturschutzgebieten. Die Soldaten ballern zwar ab und zu mal herum, aber dafür sind Truppenübungsplätze meist für die Allgemeinheit gesperrt. Die Tiere werden dort insgesamt weniger durch den Menschen gestört. Dies beweisen die Wölfe, die entsprechend mit ihren Füßen abstimmen und ganz klar die Truppenübungsplätze bevorzugen. Und die BW hat schon selbst Berichte auf ihrer HP veröffentlicht, wonach es Tierarten gibt, die brauchen zum Überleben die Holzbrände, die die BW durch ihr schießen auslöst oder Leben in den Tümpeln, die im Regen in den Artillerietrichtern oder den Panzerfurchen entstehen.
Bei den neuen 27 Objekten,die die BW für die Wiederinbetriebnahme untersucht, erscheinen mir nur die Lausitz Kaserne in Doberlug-Kirchhain & die Elvis Kaserne wichtig zu sein. Aber vielleicht weiß dies jemand besser hier, ob auf der Liste de 27 weiteren Liegenschaften sich noch wichtige oder große Anlagen befinden, die die BW zurück holen sollte?
Wenn man sich wenigstens einmal auf Trump verlassen könnte, wäre die Bw zumindest im infrastrukturellen Bereich schon ein ganzes Stück weiter. Die Rose Barracks in Vilseck sind m.E. eine echte „Sahneschnitte“. Da liegt eine nahezu komplette Mech-Brigade. Ein riesiger Truppenpübungsplatz (Grafenwöhr) ist nah bei, die Truppenunterkünfte übertreffen DEU Erwartungen bei weitem und die Housing-Area mit dem ganzen Drumherum hätte für mich jedenfalls geradezu Magnetwirkung.
Was ist mit Niedersachsen und Schleswig Holstein, beide Länder sind die wichtigsten Drehscheiben der NATO Richtung Ostflanke. Hier lagen viele moderne Kasernen die geschlossen wurden. Osterode Harz hatte eine moderne Kaserne für Panzergrenadiere mit Hochmodernen Schießsimulator für den Marder. Direkt an der Kaserne ein großer Truppenübungsplatz. Alles weg, 10 Jahre ließ man alles verfallen ehe man nun Stückchenweise die ehemalige Kaserne belebt. . Da wurden Millionen verbaut um kurz später das Battalion aufzulösen und um für sehr viel Geld eine alte NVA Kaserne 100 km weiter in Thüringen neu aufzubauen. Die Kaserne hatte Bahn Anschluß und lag strategisch direkt an einer vierspurigen Bundesstraße Richtung Osten. Die alten Fehler rächen sich heute. Auch Olpenitz war ein großer Fehler. Ich habe im Gegensatz zu vielen Politikern gerade aus der SPD dem schlafenden Bären nie vertraut.
Hallo Herr @Hans Schommer
In Vilseck ist das 2nd Cavalry Regiment stationiert. Vom Umfang her tatsächlich Brigadegröße, aus traditionsgründen aber als „Regiment“ geführt.
Allerdings stellt 2nd Cav, „2nd Dragoons“, keine mech Brig dar, sondern ist ein „Stryker Brigade Combat Team“. Als solches gehört das Rgt zur Infanterie, gleichzeitig zur luftverlegbaren schnellen Eingreiftruppe der Army.
Rose Barracks top, keine Frage. Übrigens wird dort „angeblich“ aktuell seitens der Army in die housing area investiert.
Elvis lebt!
Ich bitte vorab um Entschuldigung sofern dieser Kommentar OT sein sollte.
Wie sieht es mit der Verlegung der Führungszentrale der Deutschen Marine in Glücksburg -dem sogenannten MHQ- aus einem gehärtetem Schutzbau in die Liegenschaft nach Rostock (in einen ungeschützten oberirdischen Bau, näher zum potentiellen Gegner) aus?
Jetzt wird viel Geld für die Reaktivierung von alten Kasernen (manche wohl eher im Zustand Lost-Place-Attraktion) ausgegeben. Und Glücksburg-Meierwik (anscheinend noch völlig intakt) wird aufgegeben?
Oder ist die Deutsche Marine zur Vernunft gekommen, hat das Vorhaben gestoppt und deshalb findet sich die o.g. Liegenschaft nicht auf der Liste?
Hans Schommer, 10.07.2026, 19:42 Uhr:
„…die Truppenunterkünfte übertreffen DEU Erwartungen bei weitem…“
Dann wurde dort aber in den letzten Jahren kräftig investiert.
Als ich das letzte Mal vor ca. 10 Jahren war, hat alles einschließlich Oberstleutnant in 20 Mann Schlafsälen geschlafen, mit WC u. Dusche auf dem Flur.
Alles sauber und ordentlich, also nicht schlimm, aber unter Übertreffen der Erwartungen verstehe ich etwas anderes.
Werter ORR, was Sie gesehen oder besucht haben, sind die Unterkünfte für die Verstärkungskräfte. Die bleiben da maximal sechs Monate – dann geht es ab in die Heimat, und das nächste Kontingent zieht ein. Ich hab da auch schon „gewohnt“ und finde, diese Kapazitäten als solche sind nicht zu verachten.
Um es mit dem King zu sagen:
Anfangs werden vermutlich verstärkt Ausbilder ausgebildet werden. Anders als manche hier offenbar erwarte ich nicht, dass wie durch Zauberei ausreichend Ausbilder in den Kasernen erscheinen.
Ich erwarte auch nicht, dass die Wehrerfassung anfänglich alle jungen Wehrpflichtigen ziehen wird können. Selbst dann nicht, wenn man „nur“ das Ziel verfolgte, den jungen Leuten innerhalb von 6 Monaten die absolut minimalen soldatischen Basics beizubringen (AGA, Schießen mit Handwaffen Bw/NSAKBw,). Selbst das muss mit wachsender Kapazität an Kasernen und Ausbildern nach und nach aufwachsen.
Was ich aber noch gern wüsste, ist, welches Wehrdienstkonzept dahinter steht. Also wie lange soll grundsätzlich gedient werden? Mit welchem Ausbildungsgrad als Ziel? Wie oft wird nach Ableisten des Dienstes zur Wehrübung gebeten?
Bootstrapping ist nie ein schneller Prozess, schon gar nicht wenn man quasi von Grund auf anfängt. Aber wer den Hafen nicht kennt, für den ist jeder Wind ungünstig.
@ Carsten Sigmann sagt:
11.07.2026 um 9:38 Uhr
Aufgabe Glücksburg Meierwik wurde schon in 2024 abgeblasen. Bunkeranlage wird als Ausweichstandort des MHQ weiter betrieben, mindestens bis 2030. siehe u.a. https://augengeradeaus.net/2024/07/marine-soll-verbunkerte-kommandozentrale-in-gluecksburg-behalten/
Kasernengebäude dort haben aktuell viele freie Flächen, SHZ (Paywall) hat vorgestern vermeldet, dass aktuell überlegt wird diese wieder neu mit Einheiten zu belegen.
@ Obermaat 63 sagt:
10.07.2026 um 20:49 Uhr
„Was ist mit Niedersachsen und Schleswig Holstein“
Marinestützpunkt WHV wächst landseitig immer weiter, Aufgabe der ollen Ebkeriege-Kaserne in WHV ist auch abgesagt, des gleichen Kaserne Aurich und ehem. Trenchard Barracks Celle. Fliegerhorst Upjever ist in Reaktivierung. In ehem. britischen Kasernen rund um TrÜbPl Bergen die schon wieder bei der BImA sind gibt es Platz ohne Ende.
In SH sind eine Reihe von Depots schon in Reaktivierung, Meierwik läuft weiter (s.o.), dass der ehem. Großstandort Boostedt auf der Shortlist ist, steht im Artikel von @TW. Rückgabe ehem. Fliegerhorst Uetersen (Grasplatz südlich USLw) ist schon abgeblasen. In Kiel werden gerade riesige Flächen im Unterland des ehem. MFG 5 Geländes samt Plüschowhafen und land- und seeseitig angrenzend an Tirpitzhafen angekauft, Absichtserklärung mit Stadt Kiel dazu steht.
Ergänzung zu @ Obermaat 63 sagt:
10.07.2026 um 20:49 Uhr
„Was ist mit Niedersachsen und Schleswig Holstein“
Und Emden und Bremerhaven sind aktuell als möglicher zweiter (oder 2. und 3. ) Nordsee-Marinestützpunkt gehandelt, siehe u.a. https://www.deutschlandfunk.de/deutsche-marine-konkurrenz-um-neuen-standort-an-der-nordsee-100.html
Landmatrose3000 sagt:
13.07.2026 um 12:51 Uhr
Aufgabe Glücksburg Meierwik wurde schon in 2024 abgeblasen. Bunkeranlage wird als Ausweichstandort des MHQ weiter betrieben, mindestens bis 2030.
Der Bezeichnung „Ausweichstandort“ entnehme ich, dass das „hauptamtliche“ Marinehauptquartier ( = die Führungszentrale der Deutschen Marine) tatsächlich „upthreat“ und ungeschützt verlegt wird bzw. wurde.
Man erkläre mir dies vor dem Hintergrund der „Kriegstauglichkeit“.
@ Carsten Sigmann sagt:
14.07.2026 um 16:50 Uhr
„Der Bezeichnung „Ausweichstandort“ entnehme ich, dass das „hauptamtliche“ Marinehauptquartier ( = die Führungszentrale der Deutschen Marine) tatsächlich „upthreat“ und ungeschützt verlegt wird bzw. wurde.
Etwas OT….Ist so,
„Man erkläre mir dies…“
Wurde schon unter ehem BM Thomas deMaiziere um 2011 entschieden.
Thema ist auf AG vielfach diskutiert, zB hier
https://augengeradeaus.net/2024/07/marine-soll-verbunkerte-kommandozentrale-in-gluecksburg-behalten/
Vielleicht sollte man auch bei der Diskussion , warum nicht in Ostdeutschland, die derzeitige und zu erwartende politische Gemengelage in den Ostdeutschen Bundesländer in Betracht ziehen. In allen Ostdeutschen Bundesländern ist die AFD sehr stark. Die AFD ist bekanntermaßen kein Freund der Aufrüstung und kein Freund der „Einmischung“ der „BRD“ in den russischen Angriffskrieg und beherbergt in ihren Reihen einige Putin verstehen. Ein reaktivieren von Liegenschaften, welches jetzt schon schwer genug sein wird, würde wohl in einem AFD geführtem Bundesland noch um einiges schwerer werden. Aber vielleicht ist das auch nur alles eine Verschwörungstheorie, was weiß ich den.