Sexuelles Fehlverhalten in der Truppe: Die Doku
Die ARD-Dokumentation Belästigt. Gemobbt. Missbraucht. Soldatinnen in Gefahr? ist jetzt online. Nicht nur, weil die dort geschilderten Vorfälle mit der Auslöser für einen Tagesbefehl des Generalinspekteurs waren: Anschauen.
(Der Tagesbefehl zum Nachlesen: 20260907_Tagesbefehl_sex_Fehlverhalten)
Ja, der Film ist wichtig! Und ja, darüber MUSS gesprochen werden.
Schluss mit dem Wegsehen. Beschämend das Verhalten der Kameraden, die ganz genau mitkriegen was läuft, und dennoch die Klappe halten. Was für Feiglinge!
Es braucht eine EXTERNE Meldestelle, damit sich was bewegt. Schnell!
@ Anonym: Machen Sie sich am besten mal mit der Materie vertraut. Was Sie – und die Betroffenen in dem Film – fordern, gibts schon lange. Zentrale Hinweisgeberstelle der Bundeswehr, Ansprechstelle gegen Diskriminierung und Gewalt und Gleichstellungsbeauftragte fallen mir da auf Anhieb ein.
Was solls denn jetzt noch dazu geben?
Beschämend ist das einzige, was mir dazu einfällt.
Ich frage mich, ob das auch die Kehrseite der Aussetzung der Wehrpflicht ist? Wenn jedes Jahr unzählige junge Menschen aus der Gesellschaft ins System Bundeswehr gelangen, bringt das m. E. auch mehr Kontrolle ins System.
Andererseits ist mir ein Vorfall aus meiner Grundausbildung (1998) in einem FschJgBtl noch in Erinnerung, als ein Kamerad meinte, einer Frau OFw aus der Luftlandesanitätskompanie hinterherpfeifen zu müssen. Der stanze pede folgende Anschiss des Gruppenführers hatte sich gewaschen, und der Kamerad wird sich dies sicher nie getraut haben – mehr davon!
Erschütternder Film.
Gerade auch die Aussage von Prof. Neitzel ( wenngleich überspitzt formuliert ) das die Frauenintegration in die BW als gescheitert anzusehen ist.
Zur aktuellen Situation erspare ich mir an dieser Stelle jeglichen Kommtar.
Aber hierzu mal zwei Geschichten , einer aus meiner BW-Welt des kalten Krieges und einer aus der zivilen Welt von heute:
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– Lt. KI: „Verhältnisse in der BW früher: Frauen durften ab Oktober 1975 in der Bundeswehr ausschließlich im Sanitäts- und Militärmusikdienst als Offiziere (Sanitätsoffiziere) dienen. Im Jahr 1985 gab es in der gesamten Bundeswehr gerade einmal 117 Soldatinnen bei einer Gesamtstärke der Truppe von knapp 500.000 Männern.“
Ich hatte als Wehrpflichtiger die Ehre von einer Stabszahnärztin behandelt zu werden. Wie oben zu sehen war das extrem selten. Der jungen Dame wurde allseits mit grosser Hochachtung begegnet. Es war die einzige Frau mit BW-Uniform an die ich mich erinnern kann. Niemals wäre ich auf die Idee gekommen das es irgendwann solche Probleme wie heute geben würde. Blauäugig, schon klar…
– Die „me too“ Situation heute kenne ich von Erzählungen meiner Schwester. Sie ist Juristin und derzeit Fulltime-Frauenbeauftragte in einem jedem deutschen Wissenschaftler bekannten Institut.
Die Gespräche betreffen bspw. Schwangerschaften bei Migrantinen die weiterarbeiten wollen da sie ( natürlich unbegründet ) denken sonst ihren Job zu verlieren.
Es gibt aber auch diese krassen „me too“-Fälle. Familienväter die nicht wissen wie man sich benimmt, ausufernde Firmenfeier, verbale Entgleisungen etc.
Me-too gibt es überall.
Ich habe aber nach der Presselage den Eindruck das bei bestimmten BW-Einheiten ein extrem frauenfeindliches Klima herrscht. Rund um die Uhr. Derbe Kommentare oft, auch in Gruppen und vor allem handfeste Übergriffe. Das ist eine andere Hausnummer.
Erschwerend kommt hinzu das sich vieles, auch in der Freizeit, in abgeschotteten Bundeswehr-Liegenschaften abspielt und die Vorgesetzten-Situation betriebsbedingt auch eine Spezielle ist.
Nach dem Film ist man erst mal sprachlos. Es bleibt abzuwarten wie die Führungsstrukturen in der BW in Zukunft damit umgehen…
[Letzter Hinweis: Die Pseudo-Quellenangabe „laut KI“ o.ä. findet hier nicht statt – schon gar nicht, wenn der angeblich via KI gefundene Beleg so augenfällig ist (die Formulierung steht in jeder monatlichen Truppenstärkenübersicht). Ich werde solche Kommentare nicht mehr durchlassen, das ist ja schlimmer als „Quelle: Internet“. T.W.]
Wer Kameraden schikaniert dem fehlt es an guter Kinderstube. Das ist erst mal unabhängig vom Geschlecht.
Geschlechtsbezogenes Mobbing oder gar sexuelle Übergriffe disqualifizieren aus meiner Sicht jeden der dies tut vom Dienst in der Bundeswehr. Wie soll man von jemandem erwarten das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes zu verteidigen, wenn er diese Dinge schon bei seinen Kameraden und Kameradinnen mit Füßen tritt?
Wer Krieg gegen 50% der potentiell möglichen Soldaten unseres Landes führt, dem sollte die Truppe selbst den Krieg erklären. Null Toleranz, Disziplinarverfahren und Entfernung aus der Truppe.
Ich kann mir gar nicht vorstellen wie elend man sich fühlen muss, wenn man als Frau dann auch noch mit solchen Typen zusammen arbeiten und oftmals gute Mine zum bösen Spiel machen muss. Nicht jeder ist in jungen Jahren schon so abgeklärt, dass er sich für seine Rechte einzustehen traut. Normalerweise passt man da in der Truppe aufeinander auf!
Dass die Außenwirkung solcher Vorfälle auf junge Frauen verheerend, ist die sich mit der Bundeswehr und einem Dienst darin auseinandersetzen, muss man wohl nicht erklären.
Ich möchte explizit keine Aussage über die geschilderten Ereignisse der weiblichen Soldaten treffen. Aber mit einigen Aussagen, die die Filmemacher reingebracht haben, tue ich mich schon recht schwer.
– „Man könnte solches Verhalten in der Bundeswehr untersagen und verbieten, wenn man das wirklich wollte“
– „… wenn man das entsprechend schulen würde“
– „Es gibt keine externe Meldestelle“
– Es wird aus einem „internen Befehl“ des GI gesprochen
– Ein Stabsgefreiter mit 5 Dienstjahren spricht über das Verhalten der „ganzen Bundeswehr“
@O.Punkt sagt: 30.09.2026 um 8:29 Uhr
Jetzt bitte nicht ankommen mit „das sind bedauerliche Einzelfälle“. Die sind es nämlich nicht und sexuelle Übergriffe fangen schon mit vermeintlich harmlosen Sprüchen an. Jeder Fall ist einer zu viel. Und es liegt nicht an den Frauen, die wollen keine Sonderbehandlung.
Das Problem gibt es leider in allen Streitkräften und zivilen Firmen. Irgendwo gibt es immer Männer, die ihr geistiges Defizit durch Körperlichkeit und Machogehabe auszugleichen versuchen. Und Duckmäuser, die einfach wegschauen und meinen, das sei Kameradschaft oder Kollegialität. Das schafft erst die Voraussetzungen für sexuellen Missbrauch. Man muss schon hinschauen, und daran fehlt es.
@Hans Schommer
Scheinbar haben Sie die Doku nicht vollständig gesehen. Die erwähnten Stellen wurden angesprochen. Wenn sich dort aber nichts tut und die betreffenden Stellen das Vergehen runterspielen, ist es von Nöten andere Wege einzuschlagen. Der Vorschlag war, wie in anderen Armeen, eine unabhängige Stelle zu schaffen, damit man nicht über den Vorgesetzen gehen muss, der Täterschutz betreibt und/oder die Beurteilungen mieser ausfallen lässt.
Vor kurzem hörte ich einen Podcast indem der ehemalige Staatssekretär Tauber mit Prof. Neitzel über Ähnliches diskutierte. Aussage von Tauber war:“ …jeden Morgen steht jemand in Bundeswehr auf und macht was Dummes!“ und später:“ ich bin froh das die Bundeswehr das intern wegmauschelt und nicht alles an die Öffentlichkeit kommt“.
Genau da liegt nach meiner Überzeugung das Problem. Die Bundeswehr hat ein Problem mit sexuellem Fehlverhalten. Die Bundeswehr hat auch m.M.n. ein Problem mit rechtsnationalistischen Gedankengut und Ideen. Und darüber hinaus gibt es noch viel mehr Baustellen in der Bundeswehr. Aber anstatt diese klar anzusprechen, Fehler transparent aufzuklären und wirkliche Lösungsstrategien einzuführen, werden diese Vorkommnisse wie gesagt „weggemauschelt“ bis es sich nicht mehr verheimlichen lässt und alles mit der gewohnt unbeholfenen Art von der Führungsebene zugegeben werden muss. Ich bin dafür das die Bundeswehr als solche die Haltung zeigt, die sie jeden Tag von ihren Soldaten verlangt. Ansonsten haben wir das bereits bekannte Haltungsproblem. Nicht auf der Arbeitsebene sondern weit darüber.
@PIO
30.09.2026 um 9:30
Jetzt noch mal genau lesen. Ich habe nichts über die Opfer oder die Taten gesagt. Ich habe sogar explizit geschrieben, dass ich da nichts zu sage. Und doch hast du es geschafft, es mir fremde Worte in den Mund zu legen.
Ich fand die Reportage sehr erschreckend und beschämend…für die Bundeswehr. In meiner Welt darf so etwas nicht sein. Und die meisten Aussagen und Schlüsse unterschreibe ich sofort. Allerdings ist mir eine Passage aufgestoßen: es wurde aus der aktuellen Anzahl der weiblichen Generale/Admirale (derzeit 4, im Film wurden imho 3 genannt) auf das Fehlen der weiblichen Repräsentanz in Führungsrollen und damit auch der entsprechenden Role Models geschlossen. Ja, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sind Frauen in Führungsrollen unterrepräsentiert. Aber aufgrund der Rahmenbedingungen könne Frauen außerhalb des Sanitätsdienstes noch gar nicht zum General befördert worden sein. Diesen Rückschluss halte ich daher für zu kurz gegriffen und zu vereinfachend.
@T.W.
„Die Pseudo-Quellenangabe „laut KI“ o.ä. findet hier nicht statt – schon gar nicht, wenn der angeblich via KI gefundene Beleg so augenfällig ist (die Formulierung steht in jeder monatlichen Truppenstärkenübersicht)“
Völlig richtig, seltsame Quellenangabe von mir ( wenngleich in der Sache richtig ). Sollte man in der Tat lassen und wenn schon dann anderweitig verlinken…
@MA sagt:
30.09.2026 um 9:36 Uhr
„Der Vorschlag war, wie in anderen Armeen, eine unabhängige Stelle zu schaffen,
damit man nicht über den Vorgesetzen gehen muss…“
An diese Stelle kann sich jede Frau wenden. > Direkt anonym <
https://www.bundeswehr.de/de/selbstverstaendnis/betreuung-fuersorge/hilfe-in-notlagen/ansprechstelle-diskriminierung-gewalt
"Für alle, die sich von Diskriminierung, Mobbing, sexueller Belästigung oder Gewalt betroffen fühlen, wurde dafür eine zentrale Ansprechstelle eingerichtet.
Die Ansprechstelle gegen Diskriminierung und Gewalt in der Bundeswehr bietet für diese Fälle einen geschützten Raum. Hier können Betroffene ihr Anliegen vertraulich schildern und eine erste Einschätzung zum Sachverhalt erhalten, bevor sie über weitere Schritte entscheiden…
Betroffene können sich telefonisch, per E-Mail oder schriftlich an die Ansprechstelle wenden, auf Wunsch auch anonym"
@O.Punkt sagt: 30.09.2026 um 10:38 Uhr
Oh nein, hier der letzte Punkt in Ihrer Aufzählung der Punkte, mit denen Sie Schwierigkeiten haben:
„– Ein Stabsgefreiter mit 5 Dienstjahren spricht über das Verhalten der „ganzen Bundeswehr““
Natürlich war es Vorfall A in Einheit X und Vorfall B in Einheit Y, aber das kommt in der Öffentlichkeit nicht so an, da ist es „die Bundeswehr“, keine weitere Differenzierung. Das ist wie mit Verbrechen arabischer Clans, da heißt es dann auch „die Araber“ und nicht „der Clan Ali Baba“.
Max und Erna Mustermann neigen nun mal zum Verallgemeinern, von daher hat der Stabsgefreite recht, auch wenn er es vielleicht nicht so meinte. Für ihn ist seine Einheit „die Bundeswehr“, sie ist seine militärische Heimat.
Die Bundeswehr ist der Spiegel der Gesellschaft. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland rund 14.450 Vergewaltigungen, sexuelle Nötigungen und sexuelle Übergriffe im besonders schweren Fall polizeilich erfasst. Das sind 41 am Tag. Die Dunkelziffer wird höher sein. Ich sehe hier ein Problem in der Gesellschaft, die dies ignoriert
@LW-Pio
gemeint sind mit Sicherheit keine weiblichen Generale. Das würde herzlich wenig bringen. Gemeint ist die Führungsebene Gruppen-, Zug- und Kompanieführung. Das sind die Personen, die im direkten Kontakt mit ihrem Personal stehen. Selbst ein Bataillonskommandeur ist schon zu weit weg. Diese drei Ebenen müssen ebenfalls in den Fokus genommen werden, wenn es um andere Belange der Inneren Führung geht.
Das Problem des Wegsehens und völlig falscher Chorgeist besteht schon in den Stuben wenn KEINE Frau anwesend ist. Da wird gern Misogynie hemmungslos verbal ausgelebt, und selten dass ein Großmaul mal dafür Gegenwind bekommt. Da zeigt sich, wer Haltung hat und Haltung zeigt, anstatt sich niveaulos zu auf Kosten nicht anwesender Kameradinnen zu amüsieren. Da kann man(n!) mal schon fragen wer das „Kameradenschwein“ ist!
Machen wir uns nichts vor. Wer sich schon Kameradinnen „greift“, was macht so einer mit „feindlichen Zivilisten“? Das sind dann die Kriegsverbrecher von morgen.
Aus eigenen Beobachtungen wage ich die Feststellung, dass Übergriffe oder Respektosigkeiten gegenüber Kameradinnen oder weisungsbefugtem weiblichem Zivilpersonal in allen Fällen mit grundsätzlichen Disziplin- und Führungsproblemen in den jeweiligen Einheiten zusammenfielen. Nie werde ich meinen erneuten Anruf bei einem aufstrebenden Kompaniechef vergessen, den ich erneut über das Verhalten einiger „seiner Krieger“ informieren musste… Führung einer Einheit bedeutet nun einmal Präsenz in der Truppe.
Viele neuen Namen hier unter den Kommentatoren.
@ MA: Dann machen Sie doch mal bitte einen konstruktiven Vorschlag – vielleicht angelehnt an „die anderen Streitkräfte“.
@ Der Halbblutprinz: Wer ist denn das Ihrer Meinung nach – „die Bundeswehr“? So was etwa wie „der Staat“?
Die im Bericht geschilderten Ereignisse sind durch nichts zu rechtfertigen oder zu entschuldigen. So etwas darf nicht vorkommen. Hier sind die Vorgesetzten in Erziehung, Führung und -im Fall der Verfehlung- Ahndung besonders gefordert.
Wahr ist aber auch, dass jeder Fall unterschiedlich ist und die Unschuldsvermutung vorurteilsfrei bis zur finalen Schuldigkeit zwingend einzuhalten ist.
Einem ehemaligen Kameraden wurde genau das nicht „gegönnt“. Als Hauptmann und Hörsaalleiter auf dem Sprung zum Major hat er eine Soldatin schlecht bewertet, weil sowohl die fachlichen, als auch sportlichen Leistungen objektiv weit unterdurchschnittlich waren. Sie bezichtigte ihn der Übergriffigkeit. Seine Vorgesetzten haben ihn daraufhin unverzüglich „abgeräumt“ (in einem Stab untergebracht) und Ermittlungen aufgenommen, mit der Folge, dass weder eine Förderung noch Beförderung möglich war.
Nach 14 Monaten war final bewiesen, dass er vollkommen unschuldig war. Er wurde rehabilitiert, hatte allerdings diese 14 Monate auf der Karriereleiter (incl. Auswahl LGAN-Lg) verloren.
Eine „Schadlosstellung“ wurde durch die Bw abgelehnt. Er sollte sich diesbezüglich an die Soldatin wenden und dort seine Ansprüche geltend machen. Er hat seinen BS zurückgegeben und ist heute ein überaus erfolgreicher Coach im Führungskräftetraining.
@ ORR
Wie immer: Volle Zustimmung.
Die Bundeswehr will mehr Frauen, verharmlost jedoch die Kehrseiten des Soldatenberufes. An der monatlichen Gewinnausschüttung können beide Geschlechter teilnehmen. Die Hindernisbahn in einer passablen Zeit zu überwinden können mit hoher Wahrscheinlichkeit eher die Männer als die Frauen.
Der Soldatenberuf ist ein Beruf „sui generes“. Dies gehört in die Überschrift. Die Bundeswehr braucht nicht nur Frauen. Sie braucht selbstbewusste, starke Frauen.
Im Übrigen braucht es vernünftige Dienstaufsicht und eine Kultur, dass sexuelles Fehlverhalten rigoros geahndet wird. Falsche Verdächtigungen jedoch auch.
Das gezeigte Verhalten ist unerträglich und offenbart, dass die Bundeswehr scheinbar ein Umfeld ist, das derartiges begünstigt. Es ist unerträglich und für mich völlig unpassend zum Bild, dass man von einem deutschen Soldaten/ Soldatin erwarten darf.
Diesen Film sollte man allen Rekrutinnen und Rekruten und Offizeranwärterinnen und Offizieranwärtern in der Ausbildung zeigen.
@ORR sagt: 30.09.2026 um 23:19 Uhr
„Als Hauptmann und Hörsaalleiter auf dem Sprung zum Major hat er eine Soldatin schlecht bewertet, weil sowohl die fachlichen, als auch sportlichen Leistungen objektiv weit unterdurchschnittlich waren. Sie bezichtigte ihn der Übergriffigkeit.“
Auch das gibt es leider, nicht nur von Frauen. Da werden Noten und Abschlüsse eingeklagt, die Prüfer diffamiert und versucht, daraus einen medienwirksamen Skandal zu produzieren. Prominent sind da die sog. Plagiatsjäger bei irgendwelchen Dissertationen von Politikern.
Eigentlich hätte der Kamerad das Karrierecenter, dass die Soldatin eingestellt hat, wegen Schlechtleistung verklagen müssen. Da wurde die wahrscheinlich einfach durchgewunken, um die Quote zu erfüllen.
Aber so etwas kommt heraus, wenn KI-generierte Bewerbungen von einer KI geprüft werden um Menschen zusammen zu bringen.
Die geschilderten Vorfälle sind übel. Solange es keine belastbaren Zahlen gibt, kann man jedoch nur spekulieren, ob man es hier mit einem größeren Problem zu tun hat.
Die Folgerungen der Autoren aus dem Geschehen sind davon abgesehen nicht plausibel. Der behauptete Wirkungszusammenhang zwischen mehr weiblichen „Role Models“ und weniger Übergriffen bleibt z.B. unklar. Dies gilt auch für den geforderten Kulturwandel mit einem Frauenanteil von bis zu 40%. Beides liegt z.B. medizinischen Berufen bereits seit langem vor, wo es solche Übergriffe jedoch auch gibt.
Ein Frauenanteil von 40% wäre in Streitkräften zudem unrealistisch und im Zusammenhang mit den gegenwärtigen Kriegsszenarien auch nicht wünschenswert. Aus gutem Grund vermeidet die Ukraine trotz Personalmangel einen entsprechend exponierten Einsatz von Frauen weitestgehend.
Wenn die Fakten, d.h. die konkret gemeldeten Vorfälle tatsächlich auf ein größeres Problem hindeuten, müsste daher eine andere Lösung gefunden werden. Prof. Neitzel hätte dazu sicherlich militärhistorisch fundierte Vorschläge gehabt, wenn man ihn denn zu Lösungen gefragt hätte.
@Orontes:
„Ein Frauenanteil von 40% wäre in Streitkräften zudem unrealistisch und im Zusammenhang mit den gegenwärtigen Kriegsszenarien auch nicht wünschenswert.“
Bei der aktuellen Operation Vivaldi war/ist der Schlüssel Bodentruppen(Inf+Panzer):Drohnenbediener 1:2 bis 1:3.
Drohnenbedienung (Luft/Boden/See) ist unabhängig von dem, was zwischen den Beinen ist. Von daher sehe ich das Problem mit den 40% Frauenanteil nicht.
Der Ahnungslose sagt: am 01.10.2026 um 8:05 Uhr:
“ … Diesen Film sollte man allen Rekrutinnen und Rekruten und Offizeranwärterinnen und Offizieranwärtern in der Ausbildung zeigen..“
Werter Ahnungsloser, von dem Rekrutenkino rate ich von ab. Ohne ausbildungs- und erlebnisbasierte Vorkenntnisse bezüglich der Bundeswehr im Allgemeinen und der Inneren Führung sowie der Vorschriftenlagen im Besonderen können da falsche Bilder in vielerlei Hinsicht erzeugt werden.
Wie Ingo Gennat sagt: Die Bundeswehr ist der Spiegel der Gesellschaft.
Vermutlich kann man die Häufigkeit sexueller Übergriffe zwischen Zivil und Bundeswehr nicht wirklich vergleichen. Wie soll man das erfassen? Die Dunkelziffer wird im Zivilen sehr hoch eingeschätzt. Aus der Kriminalstatistik kann man ableiten, dass sich die überwiegende Zahl der Täter im direkten privaten Umfeld der Opfer finden lassen. Möglicherweise fallen solche Übergriffe im beruflichen Umfeld in der Bundeswehr eher auf, weil man dichter zusammenlebt.
In der Berufswelt, im Hochschulbereich (meine Erfahrungswelt) sind mir mehrere Fälle von Professor-zu-Studentin Beziehungen bekannt, wo sicher auch das Machtgefälle eine Rolle spielte. Vermutlich ist das in Betrieben nicht viel anders. Kurz, da das eher ein gesamtgesellschaftliches Problem ist, muss man in der Gesellschaft ansetzen und nicht erst in der Bundeswehr.
@Florian Staudte „Die Hindernisbahn in einer passablen Zeit zu überwinden können mit hoher Wahrscheinlichkeit eher die Männer als die Frauen.“
Als ich gedient habe, wurde immer bewertet, dass die Gruppe als Ganzes ankommt, d.h. einer hilft dem Anderen.
@Der Ahnungslose
„Das gezeigte Verhalten ist unerträglich und offenbart, dass die Bundeswehr scheinbar ein Umfeld ist, das derartiges begünstigt.“
Nein, der Beitrag „offenbart“ das nicht, er suggeriert dies allenfalls. Dass es solche Vorfälle in der Bundeswehr gibt, bedeutet nicht automatisch, dass die Bundeswehr oder ihre Kultur diese in besonderem Maße begünstigt.
Um valide behaupten zu können, dass die Bundeswehr ein Umfeld ist, das solches Verhalten begünstigt, müsste man Zahlen z.B. zu entsprechenden Straftaten mit entsprechenden Zahlen in anderen Umfeldern vergleichen. Sonst besteht das Risiko, dass man sich aus verständlichen emotionalen Reaktionen auf die dargestellten widerlichen Vorfälle heraus zu Fehlschlüssen verleiten lässt und mangelhaft wirksame oder unnötige und vielleicht sogar kontraproduktive Maßnahmen ergreift.
Damit die Ergebnisse einer solchen Untersuchung aussagekräftig wären, müsste diese sich auf klar definierte Kriterien wie Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung stützen und nicht auf rein subjektive, unklar definierte Kategorien wie „sexualisiertes Fehlverhalten“, wie es die laufende Dunkelfeldstudie tut.
Sonst misst man mit einer solchen Studie allenfalls Wahrnehmungen bzw. wie diese sich ggf. verändern, aber nicht den inneren Zustand der Bundeswehr bzgl. konkreter Problemlagen, und man bereitet den Boden für populistische Debatten, die nur auf Gefühle und Stimmungen reagieren, anstatt sich auf Fakten zu stützen.
@aussenstehender
Ich wollte keine Debatte über Frauen in Streitkräften eröffnen sondern nur darauf hinweisen, dass die Autoren des Filmbeitrags ohne belastbare Datengrundlage einen weitreichenden Kulturwandel in der Bundeswehr fordern, wobei sie diese Forderung auf unbelegte und unplausible Wirkungszusammenhänge stützen und dabei die sicherheitspolitische Lage und das im Vergleich zu Männern bei Frauen geringere Interesse von Frauen zum Dienst in der Bundeswehr außer Acht lassen. Im Übrigen dürfte der Film wenig dazu beigetragen haben, dieses Interesse zu erhöhen.
@Überragend;
Doch, genau die waren gemeint.
Zitat (ab 25:22 in der ARD-Mediathek): „Frauen sind in der Truppe noch immer eine kleine Minderheit. Besonders in der Führung – von aktuell 220 Generälen sind nur 3 Frauen. Soldatinnen haben kaum weibliche Vorbilder […]“
Ein Hauptproblem scheint mir zu sein, dass in der Regel die Opfer versetzt werden, nicht die Täter oder Tatverdächtigen. Dies sollte konsequent geändert werden und klar gemacht werden, dass es die Pflicht jedes anständigen Soldaten ist, Soldatinnen zu schützen und Übergriffe konsequent selbst zu unterbinden oder zu melden. Jeder Zug oder Kompanie wo Mobbing gegen das Opfer geduldet wird, gehört. konsequent aufgelöst.
@Pio Fritz:
Leider sagen die KC ja immer: Wir testen einen Anwärter, die Truppe muss dann beweisen (incl. lehrgangsgebundene Ausbildung), ob jemand ein guter Soldat werden kann…. So haben wir einen Zirkelbezug und keiner muss dafür geradestehen.
Immer jemand anders, keine gemeinsame Responsibility sondern nur Fingerpointing. Alle sind nach RACI nur Consulted oder informed. Aber niemand nimmt sich dort freiwillig ein R oder A.
Die Auftragstaktik und „Mut“ werden von Jahr zu Jahr immer mehr abgeschafft.
Niemand in dieser Gruppe wird annehmen, dass sexuelles Fehlverhalten im Militär nur ein BW-Problem ist. Vielleicht wird es in anderen Streitkräften aber schon konsequenter verfolgt – siehe drei aktuelle Fälle aus dem UK (hoffe die Links zu BFBS sind ok).
https://www.forcesnews.com/services/navy/former-head-royal-navy-accepts-outcome-after-being-stripped-his-knighthood
https://www.forcesnews.com/space/uk-space-command-chief-suspended-post-after-arrest-theft-and-sexual-assault-allegations
https://www.forcesnews.com/services/army/gunner-jaysley-beck-let-down-senior-officers-suicide-military-court-told
@ Orontes 01.10.2026 um 12:06 Uhr
Entschuldigung, aber ich glaube jeder von uns kann auch ohne großartige Studien und statistische Auswertungen aus eigener Erfahrung Mechanismen benennen, die innerhalb der Bundeswehr solche sexuellen Übergriffe in verbaler und körperlicher Form begünstigen.
Die Bundeswehr war jahrzehntelang eine Männerdomäne in der zotige Sprüche an der Tagesordnung waren und in der oft ganz normale Kerle damit einen auf harten Mann machten und viele geschwiegen haben, weil man im Gegenzug nicht als verweichlicht oder gar schwul angesehen werden wollte. Letztendlich das typische „Verbrechen“ bei dem es vermeintlich keine Opfer gibt.
Als dann die Frauen vermehrt in die Truppe strömten war da erst mal viel Verunsicherung. Bei vielen hat sich der Ton deutlich gebessert, weil die meisten Soldaten durchaus so schlau sind zu wissen, wie sie sich in welcher Umgebung äußern und benehmen müssen. Andere haben nur oberflächlich Manieren angenommen und lästerten über die Kameradinnen hinter verschlossenen Türen. Und wieder das altes Spiel, dass durchschnittliche Typen ihr Image aufpolieren indem sie auf vermeintlich schwächeren Kameraden herum hacken.
Natürlich gibt es auch bei der Bundeswehr wie überall Gerede und unterschiedliche Ansichten darüber, warum bestimmte Leute befördert werden und man selbst nicht. Gerne sucht man da den Fehler nicht bei sich sondern bei vermeintlicher Bevorzugung.
Und natürlich gibt es nach wie vor die selben dummen Vorurteile wie man sie schon vor 20 Jahren gehört hat. Eine Truppe die es nicht schafft in Friedenszeiten Ein Dixie für Männer und eines für Frauen zu organisieren sollte sich nie in einem Konflikt einlassen, in dem logistischer Umschlag nicht in Tonnen sondern in Schiffsladungen und Güterzügen Tag für Tag stattfinden muss.
Auch die vermeintlichen körperlichen Defizite von Frauen sind so ein Ammenmärchen. In meiner Grundausbildung war der Eingewöhnungsmarsch 5 km mit 5 kg Gepäck. Da schleppt manches Grundschulkind mehr in seiner Büchertasche.
„Jeder Zug oder Kompanie wo Mobbing gegen das Opfer geduldet wird, gehört. konsequent aufgelöst.“
Oh je – bitte nicht wieder solche amateurhaften Stammtisch-Lösungen.
@Mediator
„… Ein Dixie für Männer und eines für Frauen zu organisieren …“
Für mich wird andersherum ein Schuh draus: eine Truppe in der es notwendig scheint getrennte Dixies zu haben hat Herausforderungen bzgl. Kriegstüchtigkeit.
In anderen Armeen sind sogar Sanitäranlagen (WC, Dusche) in ortsfesten Einrichtungen nicht nach Geschlechtern getrennt.
@ Closius Ich kenne drei Fälle aus meiner Dienstzeit, da wurden die Kameraden, die sich ungebührlich verhalten haben, versetzt. Darunter waren ein Spieß und ein Kompanietruppführer. Ich habe auch zwei Kompaniechefs, davon einen aus der Nachbarkompanie, erlebt, die sich nicht gerade vorbildlich verhalten haben. Ich hatte auch einen Kompaniechef, der war der Meinung, Frauen sind nur beim Bund, weil es da soviel Auswahl gibt, um es mal höflich auszudrücken. Und ja, die habe ich auch erlebt. Und ich habe Kameradinnen erlebt, die haben sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen.
Ich war selber Kompanietruppführer eine Jägerkompanie und habe mit jeder neu zuversetzten Kameradin ein Gespräch zum Thema Belästigung geführt und ihnen gesagt, wo sie sich hinwenden können, wenn sie der Meinung sind, daß da was nicht richtig läuft und was sie mal besser nicht machen. Aber das war nur ein Rat. Das ist aber schon eine ganze Weile her. Es wäre schön, wenn alle mal im 21. Jahrhundert ankommen würden. Aber bei dem Nachwuchs wundert mich manches nicht.
@Mediator, 01.10.2026, 18:38 Uhr:
„… Die Bundeswehr war jahrzehntelang eine Männerdomäne in der zotige Sprüche an der Tagesordnung waren und in der oft ganz normale Kerle damit einen auf harten Mann machten…“
Für das „Machogehabe“ (einen auf harten Mann machen) in Gesellschaft stimme ich Ihnen weitgehend zu. Ich behaupte aber, dass dieser Fall (In Gesellschaft, ein Geschlecht deutlich in der Mehrheit) kein singuläres Problem der Bundeswehr ist.
Ich hatte mal die Gelegenheit vor einer Lerngruppe im Rahmen eines Führungsseminars, mittlere / mittelhohe Führungsebene einer großen Firma, ca. 80% weiblich zwischen 25 und 45 Jahre alt, zu referieren. Die Damen und Herren kannten sich lange. Ein abendliches „Social Event“ mit Abendessen im Restaurant und anschließendem Besuch eines Musikclubs gehörte auch zu dem Seminar (-> Teambuilding). Die zotigen Sprüche, die die Damen nach dem ein oder anderen Aperölchen von sich gaben, machten sogar mir rote Ohren. Ganz wesentlicher Unterschied: Die Damen konnten ihre Finger bei sich behalten!
Und wer mal die Gelegenheit hatte, ein „Event“ im schon fast legendären Sauerlandstern in Willigen zu erleben, wird bestätigen können, dass die „Kegelbrüder“ und „Kegelschwestern“ zotige Sprüche am Fließband rauslassen. Ich nehme also wahr, das ist kein reines Bundeswehrproblem, sondern ein Problem der Gesellschaft.
Ich wage eine These: Befinden sich mehrere Menschen überwiegend eines Geschlechts, die sich länger kennen, in gelösten Stimmung (ggf. durch Alkohol beschleunigt), so begünstigt das ein übergriffiges Verhalten, zumindest verbal.
Dies wäre aus meiner Sicht sehr wohl eine Studie wert.
@Orontes
Sexuelle Übergriffe sind Straftaten nach § 177 StGB. Man muss diese von den schlechten Manieren unterscheiden, die Sie erwähnen. Die Autoren der Doku suggerieren einen Zusammenhang zwischen schlechten Manieren und Straftaten, ohne ihn belegen oder plausibel machen zu können.
Bei den geschilderten Taten spielten schlechte Manieren zumindest nach Aussage der Opfer kaum eine Rolle, sondern neben charakterlichen Mängeln offensichtlich auch um Mängel bei soldatischen Eigenschaften wie Ehre (bzw. deren Achtung), Treue, Gehorsam. Disziplin und Kameradschaft auf Seiten der Täter. Diese Eigenschaften muss ein Soldat zwingend haben, während gute Manieren optional sind. Die Täter waren einfach schlechte Soldaten und wären das auch dann gewesen, wenn sie ansonsten gute Manieren gezeigt hätten, war man zumindest beim erwähnten OTL vermuten kann. Vermutlich weil fast ausschließlich Zivilpersonen zur Bewertung der Ursachen der Vorfälle und Formulierung von Lösungen interviewt wurden, kam die naheliegende Lösung, nämlich die bessere Durchsetzung von soldatischer Disziplin und ein entschlosseneres Einfordern von soldatischer Haltung, nicht vor. Eine diversere Zusammensetzung der Gesprächspartner hätte der Doku entsprechend gut getan.
Ich bestreite zudem ausdrücklich, dass die Bundeswehr ein Umfeld darstellt, das Straftaten (gleich welcher Art) begünstigt. Die Verurteiltenquote unter Soldaten im Kontext des StGB liegt generell nachweislich unter dem Durchschnitt von Vergleichsgruppen in der Bevölkerung, was u.a. daran liegt, dass diese Auswahlverfahren durchlaufen müssen und bei Fehlverhalten härteren Konsequenzen ausgesetzt sind als Menschen in anderen Berufen.
Wenn ich so etwas höre stellt sich bei mir die Frage, ob diese Vorfälle in vergleichbarer Anzahl wie in der Wirtschaft auftreten oder ob die Bundeswehr hier deutlich aus dem statistischen Mittel hervor sticht?
Persönlich habe ich selbst grenzwertige Vorfälle eher außerhalb der Bundeswehr mitbekommen. Insbesondere wenn Alkohol ins Spiel kommt. Und ich würde auch erwarten, dass in vielen zivilen Betrieben die Vorgesetzten deutlich schlechter ausgebildet sind, als in der Bundeswehr, und daher solche Vorfälle tendenziell eher unbedarfter handhaben. Auch fehlt in einem zivilen Betrieb ein Disziplinarrecht, dass dem militärischen Vorgesetzten ja meist viel mehr Handlungsmöglichkeiten eröffnet als einer zivilen Führungskraft zur Verfügung stehen.
Ich erkenne an, dass es in der Bundeswehr sexuelle Übergriffe gibt und diese sind auch auf das schärfste zu verurteilen. Trotzdem hinterlassen solche Berichterstattungen bei mir auch immer ein wenig ein Gefühl von „Bundeswehr-Bashing“. Daher die Frage, ob die Bw hier statistisch viel schlechter da steht als vergleichbare zivile Unternehmen?
Vergleichbar soll hier heißen, dass eine bestimmte Art einer mil. Einheit und ein ziviles Vergleichsunternehmen ungefähr aus Personen eines „vergleichbaren sozialen Gefüges“ bestehen. Man also nicht Äpfel mit Birnen vergleicht.
Ehrlich gesagt kann ich das nicht objektiv beurteilen, insbesondere da ich sowohl im militärischen als auch zivilen Umfeld (zum Glück) nur wenige solcher Vorfälle miterleben musste.
@Mediator
„Auch die vermeintlichen körperlichen Defizite von Frauen sind so ein Ammenmärchen“
Die Olympiade etwa sagt da aber etwas anderes.
(Heißt nicht, dass Frauen nicht gut kämpfen können, aber tragen können sie im Durchschnitt nicht genausoviel)
@Thomas Melber
„Für mich wird andersherum ein Schuh draus: eine Truppe in der es notwendig scheint getrennte Dixies zu haben hat Herausforderungen bzgl. Kriegstüchtigkeit.“
Volle Zustimmung. Wenn man gemeinsam im Schützengraben liegt, kann man sich so einen Luxus nur schwer leisten. Getrennte Toiletten braucht es nur da, wo Frauen Angst haben müssen, auf der Toilette belästigt zu werden.
Ansonsten ist Sexuelle Belästigung natürlich ein Gesamtgesellschaftliches Problem, aber die Bundeswehr ist Teil der Gesellschaft – und wie gesagt eben ein Teil, der ausschließlich Männerdominiert war bzw. noch ist.
@SHA
Die vorliegenden Daten aus der PKS und aus der Bundeswehr legen nahe, dass es in Unternehmen und sonstigen Institutionen, in denen wie in der Bundeswehr die statistisch häufigsten Tätergruppen bzgl. Geschlecht und Alter und die häufigsten Opfergruppen im Rahmen von Macht- und Abhängigkeitsverhältnissen zusammenkommen, wahrscheinlicher ist, dass Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung stattfinden, als es in der Bundeswehr der Fall ist. Die vorhandenen Fälle stellen dadurch kein geringeres Problem dar, aber Behauptungen, dass die Bundeswehr für Frauen ein im Vergleich zum Rest der Gesellschaft besonders gefährlicher Ort sei, werden durch diese Daten eher entkräftet.
Leider wurde es durch die Übernahme der wissenschaftlich fragwürdigen Kategorie „sexualisiertes Fehlverhalten“ durch die Bundeswehr deutlich erschwert, sich dem Phänomen fundiert zu nähern. Diese Kategorie lädt regelrecht dazu ein, durch Suggestivfragen oder Framing bei Interviews verzerrte Daten zu produzieren, während zugleich das Motiv der Täter durch den Begriff „sexualisiert“ pauschal vorweggenommen wird und die eigentlichen Straftaten in ihr statistisch unsichtbar werden.
@Orontes
„Die Verurteiltenquote unter Soldaten im Kontext des StGB liegt generell nachweislich unter dem Durchschnitt von Vergleichsgruppen in der Bevölkerung.“ Das sehe ich auch so.
“ aber Behauptungen, dass die Bundeswehr für Frauen ein im Vergleich zum Rest der Gesellschaft besonders gefährlicher Ort sei, werden durch diese Daten eher entkräftet.“
Ich habe eine Studie gefunden, aus der hervorgeht, dass die Häufigkeit sexueller Übergriffe im zivilen beruflichen Umfeld relativ gleich verteilt ist: https://doku.iab.de/kurzber/2025/kb2025-09.pdf. (ich hoffe, der Link ist erlaubt).
Es ist eigentlich eine ganz einfache Kiste:
Wer sich schon in der Kaserne unkameradschaftlich gegenüber Kameradinnen und Kameraden benimmt, der wird im Ernstfall nicht dieselbe Kameradschaft und Zugewandtheit genießen, wie diejenigen, die das schon im Frieden gelebt haben. Ich formuliere das bewusst geschlechterneutral, weil es m.E. über die Frage der verschiedenen Geschlechter hinausgeht.
Was natürlich nicht heißt, dass Frauen leider immer noch innerhalb der Bundeswehr (und auch anderswo!) Erlebnisse aufgrund ihres Geschlechts haben, die sie eigentlich niemand erdulden sollte. Einzelschicksale summieren sich leider. Eine Kollegin war früher Offizieranwärterin bei der Bundeswehr. War. Sie hat heute mit der Bundeswehr rein gar nichts mehr zu tun. Auf die Gründe angesprochen, warum sie abgebrochen hatte, wurde sie recht wortkarg.
Ich kann mir mein Teil dazu denken und vermute, dass auch sie vielleicht dort als Frau schlechte Erfahrungen gemacht hat, über die sie lieber nicht spricht. Und das ist jammerschade, denn an ihr ist der Bundeswehr meiner Meinung nach eine sehr kompetente potenzielle Führungskraft verloren gegangen.
Einfach mal die Feldhose zu lassen und kein Neanderthaler sein, sollte doch eigentlich gar nicht so schwer sein. Wobei dieser Vergleich vermutlich den Neanderthalern Unrecht tut.
Moin!
Zum Thema „Externe Meldestelle“ möchte ich anmerken, dass es die bereits sehr lange gibt. Sie heißt: Wehrbeauftrage/r des Deutschen Bundestages.
„Prof. Neitzel hätte dazu sicherlich militärhistorisch fundierte Vorschläge“
Bei aller Hochachtung: Herr Neitzel aeussert sich zu vielen Themen, aber hier gibt es international in den Streitkraeften keine vergleichbaren historischen Beispiele.
Andererseits: Die Amazonen der Antike kaempften als homogene Einheit, wie auch die sowjetischen Frauenbatallione des WW II.
Das alles ist amS vor allem auf die Abwesenheit von Guter Fuehrung oder Fuehrung an sich zurueckzufuehren. Jeder Vorgesetzte muss sich intensiv mit seinen Untergebenen auseinandersetzen und deren Persoenlichkeit kennenlernen und im Weiteren durch Erziehung und Ausbildung einen klaren Verhaltenskodex vermitteln und vor allem vorleben. Insbesondere der Fuehrungsvorgang Kontrolle scheint in manchen Bereichen leider nur unzureichend umgesetzt werden, mit entsprechenden Folgen. Ich lasse dabei explizit nicjht gelten, dass manche vielleicht keine gute Erziehung im Elternhaus erfahren haben. Gute Fuehrung kann amS zumindest die meisten schlechten Dinge verhindern.