Deutsches Heer stellt „Drohnenregiment“ auf
Das Heer wird im kommenden Jahr ein Drohnenregiment aufstellen, in dem die Entwicklung, Erprobung und Anwendung von unbemannten Systemen auf dem Gefechtsfeld gebündelt werden soll. Zugleich werde aber auch die Integration von Drohnen in die Truppe insgesamt fortgesetzt, kündigten Verteidigungsminister Boris Pistorius und Heeresinspekteur Christian Freuding an.
Der Minister und der Heereschef äußerten sich am (heutigen) Donnerstag nach einem Besuch der Experimentalserie Land des Deutschen Heeres auf dem Truppenübungsplatz Bergen. Das geplante Regiment soll 2027 als Teil der Divisionstruppen der 10. Panzerdivision mit einer Anfangsbefähigung und rund 300 Soldaten und Soldatinnen aufgestellt werden, die Zielgröße ist nach Angaben Freudings 600.
Laut Pistorius soll der neue Verband alle unbemannten Systeme von Landstreitkräften von der Nächstdistanz bis zu 500 Kilometern Reichweite nutzen, aber auch abwehren können. Dafür werde dem Regiment unter anderem eine eigene Kompanie für den elektronischen Kampf zugeordnet. Das Modell werde bei Erfolg auf die anderen Divisionen des Heeres übertragen.
Zum Nachhören die Aussagen des Ministers und des Generalleutnants im Wortlaut:
Hinweis: In den Kommentaren steht ein von einem Leser via Software erstelltes Transkript dieses Audios.
Ist schon ein genauer Standort bekannt?
[Gerne reinhören ins Audio: Nein. T.W.]
Eher ein Battalion als ein Regiment bei einer Zielgröße von 600 Dienstposten.
Oder sind die 600 Dienstposten nur ein Zwischenziel?
Welcher Truppengattung soll das Regiment zugeordnet werden?
Die Anfangsbefähigung soll 2027 vorhanden sein. 5 Jahre nach Beginn des Ukrainekriegs. Ist das schnell?
„Luftgestützte unbemannte Aufklärung“ mit technischer und taktischer Ausbildung läuft an der Heeresaufklärungsschule/Munster.
Sonderausbildungen finden auch in Idar-Oberstein an der Artillerieschule statt.
Der Verband braucht Übungsgelande und Unterkünfte. Der Großraum Bergen/Munster bietet Erforderliches.
Ob 600 jetzt Rgt oder Btl sind ist müßig. Die Entscheidung sagt Rgt.
Aus. Ende.
Bedeutsam ist die Zahl der Einh, die der Verband hat, nicht die schiere Größe.
Je eine ELoKa- und DrohnAbwKp im Rgt ist zu lesen. Die Bezeichnung als Rgt passt auch zur Unterstellung als Divisionstruppe (DivTr) der 10. PzDiv, damit dem DivKdr unmittelbar unterstellt. Bataillone sind keine DivTr.
Welche Truppengattung? Wird sich zeigen. Vielleicht eine eigene neue!
„alle unbemannten Systeme von Landstreitkräften“
Was sind denn das? Lediglich alle die, die fliegen, oder auch die, die fahren?
Ich frage deshalb, weil im Zuständigkeitsbereich des BMI „Drohnen“ nur unbemannte Fahrzeuge sind, die fliegen.
1. Wo soll das Regiment aufgestellt werden? 1. oder 10. Panzerdivision? 1. hätte den Vorteil, dass dieses vermutlich relativ gut ausgestattete Regiment den Ausrüstungsgrad der Division nach oben ziehen könnte. 10. wäre halt Warfighting Division, hätte aber den Nachteil, dass diese vollends aus dem Ruder läuft, schon heute sind das ja mit allem drum und dran 30.000 Männer und Frauen.
2. Wie sieht es mit den entsprechenden Aufklärungssystemen auf 500 km aus? Müssen dazu dann auch die Divisionsaufklärungsbataillone nochmals eine neue Struktur bekommen? oder läuft das beim Korps mit bei Zielen über 300 km?
@all
Hinweis: Etliche der hier gestellten Fragen beantworten sich wie von Zauberhand, wenn man einfach nur mal das oben eingestellte Audio anhört…
@Ökonom
Sie werden es kaum glauben, die Bw ist auch bei unbemannten landbasierten Systemen gut mit dabei, z.B. bei der ELROB Challenge und direkt im ZInnoBw aber auch beim Thema führerlose Kfz (Konvoi-fahren).
Zeigt, dass in der Lebenswirklichkeit vieler Kommentatoren, das mit dem Audio etwas schwierig ist, weil z.B. nebenbei am Arbeitsplatz oder an öffentlichen Plätzen gelesen (und man nicht den ganzen Tag mit Stöpseln im Ohr rumläuft) Vielleicht erbarmt sich ja jmd und sagt wo man die Rede in Schriftform findet.
Ich hoffe ja immer noch, dass auch bei der Heeresführung mal „der Groschen fallen wird“:
Drohnenabwehr ist nicht alles – aber ohne wirkungsvolle Drohnenabwehr ist alles nichts!
Kaum hat die US Armee entschieden, ihren einzigen Dronenkampfverband „Unmannend Assault Battalion“ wieder aufzulösen, will die BW dieses angeblich gescheiterte Konzept kopieren. Allerdings muss man dazu sagen, dass diese Auflösung in der US Armee umstritten ist und möglicherweise nicht sachlich begründet ist, sondern Folge eines Machtkampfes im Kriegsministerium & US Army ist. Ein Drohnenregiment für die BW ist überfällig, wenn man den Krieg in Ukraine und Iran betrachtet. Allerdings ist es unverständlich langsam, dass das Regiment nicht noch dieses Jahr aufgestellt wird und die BW noch nicht weiß, wo das Regiment aufgestellt wird für die 10. Panzerdivision. Denn meiner Meinung nach, kommt doch als Standort nur ein Truppenübungsplatz in Betracht, denn Drohnen stürzen immer Mal wieder ab. Zusätzlich sollte der Standort nicht in der Nähe der Einflugsschneisen von Flughäfen sein. Damit wäre der Truppenübungsplatz Baumholder der schlechteste Standort, weil zu nahe an Ramstein und Google schlägt den Truppenübungsplatz Oberlausitz vor, weil es in Südbrandenburg & Sachsen weniger militärischen Flugverkehr gibt. Zum Kopfschütteln ist die Bezeichnung einer 600 Mann Einheit als Regiment. Alle Divisionstruppen der BW sind nur Bataillone! Nur die alte BW hatte in der Regel Regimenter als Divisionstruppen. Die Bundeswehr hat noch nie eine 600 Mann Truppe als Regiment bezeichnet, sondern immer nur als Bataillon! 300 bis 1.000 Mann bzw bis 6 Kompanien sind ein Bataillon und mehr als 6 Kompanien oder mehr als 1.000 Soldaten – 2.500 Soldaten ein Regiment. Und bisher hat die Bundeswehr ihre Einheiten geradezu fanatisch umbenannt, wenn diese gewachsen oder geschrumpft sind. Als das Jägerregiment 1 reduziert wurde von 10 auf 5 Kompanien, wurde es sofort in Jägerbataillon 1 umbenannt Das ABC Abwehrregiment 750 war früher ein Regiment, wurde dann zum Bataillon verkleinert und WG Aufwuchs Mittlerweile wieder in Regiment umbenannt. Das Spezialpionier Regiment 164 war lange nur ein Bataillon, aber kaum wurde es vergrößert, weil Spezialpioniere fehlten, wurde es in Regiment umbenannt.
@Felix Koch
Ich kommentiere hier normalerweise nicht, aber auf die Frage muss ich antworten
Es ist nämlich einfach egal. Das ist ein neues System. Es kann aufklären, es kann wirken, es kann transportieren, es kann fernmelden, es kann transportieren und vielleicht in Zukunft sogar umschlagen oder Minen legen/räumen, Brücken legen oder Luftballons aufpusten.
Wir müssen uns lösen von dem Gedanken, dass immer alles fest irgendeinem General an einer Schule unterstellt wird. Das ist Denke aus 2013, als noch alles den Bach runter ging. Wir haben 2026, wir stellen mit neuer Technologie neue Verbände auf. Sollen die doch gern Sanis sein, weil sie auch Verwundete mit UGVs transportieren könnten. Es ist egal. Solange wir irgendwo festhalten, was die Einsastzgrundsätze sind (die sich sowieso nach den Erfahrungen, die genau diese Jungs machen werden, ändern müssen) kann doch egal sein, welcher „General der XXX Truppe“ seine Unterschrift unter die Vorschrift setzt. Meinetwegen dürfen die auch ohne Truppengattung dienen. Soll der DivKdr doch seine Vorschriften erstellen, wie er seinen Verband haben will. Soll er doch die Leute auf Ausbildungen schicken, wie er sie braucht. Und wenn der DivKdr auch nur geringfügig Kompetent ist, würde dieser eben jene Fragen mit linker und rechter Grenze dem Regiment selbst überlassen. Die Truppengattung ist egal. Wir müssen vom Effekt ausgehend denken, nicht vom Barett.
Das ist eine nett gemeinte Frage, aber heutzutage ist es meiner Meinung nach falsch diese zu stellen. Gebt ihnen eine Feldmütze und lasst sie machen. Litze und Barett helfen im Feld nicht.
. Die klassische Kopfzahl verliert bei UxS-dominierten Verbänden ihre Aussagekraft.
Wenn vormals personalgebundene Funktionen durch unbemannte Systeme substituiert werden, ein Soldat mehrere UxS führt und Digitalisierung die Erzeugung vergleichbarer oder höherer Wirkung mit deutlich geringerem Personalansatz ermöglicht, kann Personalstärke nicht mehr alleiniger Maßstab für die organisatorische Einordnung sein.
Das gilt insbesondere für Dull-, Dirty- and Dangerous-Szenare: UxS werden dort in großer Zahl eingesetzt, verbraucht und ersetzt. Der Gefechtswert einer Formation entsteht damit zunehmend aus der Kombination von Personal, UxS, Vernetzung, Führungsfähigkeit, Sensorik und Effektoren.
Entscheidend ist daher der erzeugbare Wirkungsumfang, nicht die Anzahl der Dienstposten.
Eine Formation kann nach Kopfzahl ein Bataillon sein und zugleich über den Gefechtswert eines Regiments verfügen.
Bei UxS-dominierten Verbänden muss sich die Organisationsform am Gefechtswert orientieren – nicht an der Kopfzahl.
@Klaus Klausewitz:
„Die Truppengattung ist egal. Wir müssen vom Effekt ausgehend denken, nicht vom Barett.“
Der Gedanke ist, was den neuen Verband selbst betrifft, sicher richtig – man möge ihn arbeiten lassen. Jedoch hängt von seiner Position innerhalb der Streitkräftestruktur und von der Vertretung des „Drohnengedankens“ z. B. durch einen General der Truppengattung gerade bei diesem Thema sehr viel ab. Der Krieg in der Ukraine zeigt, dass insbesondere die teils in Wochenrhythmen verlaufenden Innovationszyklen mit unseren derzeitigen Beschaffungsprozessen nicht reibungsfrei abzubilden sind, d. h. es bedarf nicht irgendeiner Vertretung, sondern diese muss möglichst wirkmächtig und durchsetzungsfähig sein. Das sind keine Äußerlichkeiten!
Es sprechen gewichtige strategische, logistische und geopolitische Argumente für eine Stationierung auf oder nahe dem Truppenübungsplatz Oberlausitz in Sachsen wie z.B. in Bautzen, Niesky od. Görlitz:
1. geografische Nähe zur NATO-Ostflanke und der Litauen-Brigade
– direkter Bezug zur Brigade 45: Das neue Drohnenregiment soll Teil der 10. Panzerdivision werden, zu der auch die dauerhaft in Litauen stationierte Panzerbrigade 45 gehört. Sachsen liegt geografisch deutlich näher an der NATO-Ostflanke als Standorte im Westen oder Norden Deutschlands
– schnelle Verlegung im Ernstfall: Sollte es zu einem Angriff Russlands auf das NATO-Bündnisgebiet im Baltikum oder Polen kommen, verkürzt eine Stationierung in Ostdeutschland die logistischen Marsch- und Transportwege entlang der europäischen Ost-West-Achsen massiv (z. B. über die Autobahn A4 Richtung Polen/Baltikum oder per Luftbrücke mit CH-47 od. A-400M ab Luftwaffenflugplatz Schönewalde/Holdorf)
2. logistische Vorteile des Truppenübungsplatzes Oberlausitz
– einzigartige Übungsbedingungen vor Ort: Der Truppenübungsplatz Oberlausitz ist mit 175 km² der fünftgrößte Truppenübungsplatz Deutschlands. Er bietet ideale Freiflächen für den realitätsnahen Verbund von Panzertruppen, Infanterie und unbemannten Systemen (fliegende Drohnen sowie Landsysteme)
– geringe zivile Luftraumrestriktionen: Im Gegensatz zu Truppenübungsplätzen in Ballungsräumen oder in der Nähe von zivilen Großflughäfen weist die Oberlausitz einen vergleichsweise freien Luftraum auf. Dies ermöglicht einen ungestörten, intensiven Übungsbetrieb für Drohnensysteme und die Erprobung des elektromagnetischen Kampfes (Jamming), ohne den zivilen Flugverkehr zu gefährden
– Erfahrung mit Drohnen-Ausbildung: Der Standort wird bereits regelmäßig für die Ausbildung von Drohnenpiloten der Bundeswehr genutzt, die infrastrukturelle Basis für den Flugbetrieb ist somit in Teilen bereits vorhanden
3. Lehren aus dem Ukraine-Krieg und dem „Deep Fight“
– Reichweite und elektromagnetischer Kampf: Das Regiment soll Reichweiten von bis zu 500 Kilometern abdecken und über eine eigene Kompanie zum elektromagnetischen Kampf verfügen. Um die elektronische Kampfführung (Störung feindlicher Frequenzen, Schutz eigener Systeme) effektiv zu trainieren, bedarf es weitläufiger, isolierter Areale wie der Oberlausitz
– großangelegtes Verbundtraining: In der Ukraine hat sich gezeigt, dass Drohnen nur im eng vernetzten Verbund mit Artillerie und mechanisierten Kräften wirken können. Die Oberlausitz bietet exzellente Bedingungen für Großübungen mit scharfer Munition und Grabenkampf-Szenarien – Fähigkeiten, die im modernen Krieg eine Renaissance erleben
Manchmal ist es nur noch zum Wundern. Da wird ein dringend notwendiger Schritt hin zu einer neuen Technologie gemacht und hier in den Kommentaren wird sich der Kopf darüber zerbrochen, ob eine solche Einheit schon ein Regiment sein darf, oder doch lieber ein Bataillon.
An dieser Stelle danke @Klaus Klausewitz, dessen Kommentar ich voll zustimmen kann. Einfach mal machen! Fehler zeigen nur, was fehlt und werden abgestellt oder führen zur Verbesserung. Wer sich primär Gedanken über Türschild, Barett- und Litzenfarbe machen will, darf das gern tun, aber Wirkung geht immer noch vor Deckung!
@Closius
FlaRgt alte Bw:
1./ Stab und Stabsbatterie 166 Soldaten
2./ – 6./ PzFlakBttr je 79 Soldaten.
Saldo 561 Soldaten in damaliger F-STAN.
Abweichung nach oben nur im FlaLehrRgt 6/LehrBttr 610.
Nannte sich Regiment. („Die Bundeswehr hat noch nie eine 600 Mann Truppe als Regiment bezeichnet, …“) Doch hatte sie.
@Hans Schommer, richtig?
@ KPK: Fast richtig. Es gab in den aktiven PzFlaRgt noch eine siebte Kampfbatterie und eine achte Versorgungsbatterie. Was Sie beschreiben, gehört zu den eingedampften Lösungen der „Friedensdividende“.
@ Q: Es geht wohl auch um den Kdr. Den bekommt man als A 16 für ein Btl vielleicht nicht durch?
Da es neben der Frage Rgt/Btl ja/nein auch um den Standort ging, hier eine Standortentscheidung im erweiterten Kontext.
@Bjoern__M
#Bundeswehr-Standort Holzdorf bei #Berlin wird zu einem bedeutenden Standort der Streitkräfte. Arrow 3 ist da, nun der Stab des Hubschraubergeschwaders 64, künftig die Chinooks.
https://rbb24.de/content/rbb/r24/panorama/beitrag/2026/09/brandenburg-holzdorf-hubschrauber-geschwader.html
Die Einlassung von Gen.Lt. Freuding ist auf verschiedenen Ebenen interessant, weil sie einen deutlichen Paradigmenwechsel darstellt.
Der interessanteste Punkt erscheint mir, dass die Wirkfähigkeit einer Division von rund 150km auf 500km verdreifacht wird und damit in die Wirkregionen eines Korps vordringt.
Auch wenn viele Mitforisten weiter in der klassischen 3er-Arithmetik verhaftet sind (3 Btl = 1 Divison. 3 Divisionen = 1 Brigade etc.) hat sich die Logik komplett gewandelt.
Ein Regiment ist de facto noch ein verstärktes Bataillon; ein Regiment eher zwei statt drei Bataillone und wird teilweise direkt der Division unterstellt, so dass die Abgrenzung zwischen Regiment und Brigade almählich weiter verschwimmen wird und soll.
Während bisher die Brigade der „kleinste“ Truppenteil ist, der das Gefecht querschnittlich alleine (!) führen kann, beginnt sich der „Battle-Group“-Gedanke wohl auch bei der Bundeswehr immer mehr durchzusetzen.
Das bedeutet m.E., dass damit die Division die größte Einheit werden wird, die Deutschland mit Stab etc. unterfüttern will und kann. Damit fallen logisch die Korps-Ebene und alles darüber weg. Was dies für das Deutsch-Niederländische- und das Euro-Korps bedeuten wird, wird sich zeigen.
Eine sehr mutige Entscheidung, die vor allem Personal in den Stäben freisetzt.
Für mich eine gute Chance durch eine kompaktere Herangehensweise hier durchaus durchsetzungsfähiger zu werden und die Stabsstrukturen zu beschneiden, auch wenn das der schwierigste Teil werden wird, denn die Beharrungskräfte sind da groß und die klassische „Kästchenkunde“ und Planstellenpickerei sind da ja beliebte Tätigkeitsfelder….
@guardsman: Eventuell kann man ja in der Oberlausitz durch die Nähe zum Kraftwerk Boxberg auch einen effektiven Schutz von KRITIS gegen Drohnen einigermaßen realitätsnah beüben und Abwehransätze erforschen. Bis 2029 sollen ja zwei Blöcke, der Rest bis 2038 abgeschaltet werden.
Da ja die 10. Panzerdivision, wie die beiden anderen auch, eine deutsch-niederländische Division ist (eine Brigade + Stabspersonal gehören zur niederländischen Armee), gehe ich davon aus, dass „die Entwicklung, Erprobung und Anwendung von unbemannten Systemen auf dem Gefechtsfeld„ binational abgestimmt ist und durchgeführt wird, vor allem vor dem Hintergrund, dass auch die niederländische Armee UAV einsetzt. Es macht nur wenig Sinn hier in parallelen Strukturen vorzugehen.
Zum Standort könnte ich mir sehr gut Celle vorstellen. Dort ist das Ausbildungs- und Übungszentrum Luftbeweglichkeit (Ausb/ÜbZLbwglk), die zentrale Ausbildungseinrichtung des Heeres für luftbewegliche Kräfte, stationiert und die Entfernung nach Bergen ist auch nicht weit.
Bow sagt am 02.10.2026 um 12:18 Uhr einiges.
Selbst – oder gerade – der Laie erkennt sofort: Der Mann oder die Frau hat wirklich den Durchblick!
Vor allem in strukturellen Fragen.
Mehr davon – nur bitte, bitte nicht hier. Ist nur meine sicherlich unmaßgebliche Hoffnung.
@ORR: Bezüglich einer Stationierung des Drohnenregimentes in Celle würde ich zwei Probleme sehen. Celle ist Heeresflugplatz, dort werden Piloten ausgebildet und Celle soll 21 Stück der neuen leichten H 145 Hubschrauber bekommen, so daß der Hubschrauberverkehr dort weiter steigen dürfte. Würden von dort viele kleine Drohnen eingesetzt, würde ich einfach ein erhöhtes Risiko der Kollision sehen. Und ein Hubschrauberabsturz durch Kollision mit Drohen würde eine sehr schlechte Presse bringen. Außerdem sollen Drohen erprobt werden, die deshalb noch leichter Fehler haben können, die die Drohen vom Kurs abbringen könnten. Deshalb hatte ich Truppenübungsplätze mit möglichst wenig Flugverkehr vorgeschlagen. Das zweite Problem wäre, daß die neue Drohneneinheit zur 10. Panzerdivision gehören soll, welche bisher in Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz, Thüringen und Sachsen stationiert ist in Deutschland. Celle gehört dagegen eindeutig zum Gebiet der 1. Panzerdivision, welche in NRW, Hessen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg stationiert ist. Natürlich könnte die BW auch mal von den bisherigen Stationierungsräumen abweichen, aber eine Divisionstruppe in Celle wäre ziemlich weit weg vom Divisionsstab in Bayern. Deshalb ist zu vermuten, daß die BW einen Standort nehmen wird, der sich in Süddeutschland oder im Süden von Ostdeutschland befindet, also im Divisionsraum. Der Truppenübungsplatz Oberlausitz wäre vermutlich gut geeignet, aber die BW hat in den letzten Jahren neue Einheiten meistens im Westen und nicht im Osten neu aufgestellt. In Süddeutschland fällt mir als Stationierungsort, wo möglichst wenig Menschen oder Flugverkehr wäre, der Truppenübungsplatz Wildflecken ein in Bayern. Andere Übungsplätze, wie Grafenwöhr scheiden aus, weil bisher von USA kontrolliert. Natürlich könnte die BW auch andere Kasernen in Süddeutschland oder im Süden von Ostdeutschland nehmen, aber das Risiko, daß Erprobungsdrohen dann mal auf bewohntes Gebiet abstürzen, wäre dort höher. Nachdem das Heer jetzt vorgelegt hat, als erstes ein Drohnenregiment aufstellt, dieses bis 500 km kämpfen können soll, bin ich mal gespannt, ob die Luftwaffe dies tatenlos hinnimmt, oder ob demnächst nicht auch die Luftwaffe ein Drohnenregiment für größere Reichweite oder die Wiederaufstellung eines Flugkörpergeschwaders ankündigt, um nicht vom Heer an den Rand gedrückt zu werden bei der modernen Kriegsführung.
@Bow
„Ein Regiment ist de facto noch ein verstärktes Bataillon; ein Regiment eher zwei statt drei Bataillone und wird teilweise direkt der Division unterstellt, so dass die Abgrenzung zwischen Regiment und Brigade almählich weiter verschwimmen wird und soll“
Dreimal Nein.
1. „Ein Regiment ist de facto noch ein verstärktes Bataillon“; nein, ein Regiment ist de jure und auch de facto ein Regiment.
Ein verstärktes Btl (vstkBtl) nennt sich der Verband, verstärkt um z.B. eine Kampfkompanie einer anderen Truppengattung. Klassisches Bsp das PzBtl (+), dann meist eine PzGrenKp.
2. „Ein Regiment (hat) eher zwei statt drei Bataillone“; nein, dies traf durchgehend auf die InfRgt der Wehrmacht/Heer zu. Klassisches aktuelles Bsp für völlig abweichende Grundgliederung ist das FSchJgRgt 31/Seedorf mit 9 aktiven Kp, 1 ResKp und 1 KpErgTrTle (variierend), insgesamt also 11 Kp, 9 davon aktiv.
Das FSchJgRgt kennt keine (!) ausgeplante Bataillonsstruktur.
3. „So dass die Abgrenzung zwischen Regiment und Brigade almählich weiter verschwimmen wird und soll“. Pardon, wo haben Sie das denn her? Leider ist es so, dass die Brigaden überproportional stark geworden sind, ff mit überdimensionierter Führungsspanne. Mit „Verschwimmen“ hat das aber rein gar nichts gemein.
Neben der leichten Infanterie (FSchJgTr) findet sich das Regiment im Heer noch bei der HFlgTr, z.B. das TrspHubSchrRgt 10/Faßberg. Diese Einheit hat zwar ~ 1200 Kopfstärke, führt aber gleichfalls keine unterstellten Btl, sondern umfasst 6 Stffl.
Das heutige ArtLBtl 345 war ursprünglich ein ArtLRgt, allerdings auch nicht mit Btl, sondern mit unterstellten Abteilungen (Abt). Der Verband wurde mehrfach in seiner Historie umstrukturiert/~gegliedert. Unterschied Btl – Abt erspar ich mir an dieser Stelle.
„Während bisher die Brigade der „kleinste“ Truppenteil ist, der das Gefecht querschnittlich alleine (!) führen kann“, … nennt sich Gefecht verbundener Waffen (GefVbuWa).
Auch hier leider: Nein, nur im Grundsatz, also in der Grundgliederung
Denn, das Heer kennt in jeweiliger Gefechtsgliederung den „Gefechtsverband“: Ein zeitlich begrenzter militärischer Verband, der für eine bestimmte Aufgabe zusammengestellt wird. Bsp.: Ein Verfolgungsverband, eingesetzt nach dem Durchbruch feindlicher Stellungen … . Dieser Gefechtsverband führt das GefVbuWa per Definition für die „Dauer seines Auftrags“, hier der Verfolgung.
Kurz: Ihre apodiktisch anmutenden Aussagen in beiden obigen Sätzen sind unzutreffend.
[So, Leute, jetzt ist gut. Regelt diesen Unsinn woanders. Für das Thema hier ist schlicht scheißegal, ob der Laden Regiment oder Christian’s Drohnen-Shop heißt. T.W.]
@Closius
Die Aufstellung eines weiteren Flugabwehrgeschwaders innerhalb der Lw ist doch schon entschieden…
Ich mag „Christians Drohnen-Shop“ sehr, damit haben Sie heute den inoffiziellen Spitznamen erschaffen… :-)
Ansonsten kann man festhalten: Es tut sich (endlich) was, aber die German Chair Force ist mal wieder Speerspitze in Rabulistik. Es ist so ermüdend.
[Ich bitte die Schreibweise Christian’s (!) Drohnen-Shop zu beachten! ;-)
T.W.]
Zum Thema langes Audio, ich weiß zwar nicht, ob es in der Form vom Hausherrn willkommen ist, aber ich bin auch kein Fan von langen Audios und habe auf meinem PC ein Sprachmodell installiert und damit das Audio transcribiert. Ich habe nicht jedes Wort geprüft, aber Fehler habe ich keine gefunden.
(@T.W. sie dürfen auch gerne den Text verwenden und oben im Artikel einbauen und etwa separat verlinken und dann diesen Kommentar entfernen)
„Danke, Herr General Freuding und Herr General Hübner, für die Möglichkeit, heute hier Einblicke zu nehmen in die Experimentalserie des Heeres.
Es war wirklich sehr, sehr spannend zu sehen, nicht nur zu sehen, was hier gerade passiert, was ausprobiert wird, womit experimentiert wird,
sondern auch den Weg dahin, sich noch einmal anzuschauen und wohin er weiterführt.
Sie wissen, dass klassische Unternehmen und Start-ups haben uns Systeme für den Landkampf hier zur Verfügung gestellt,
um damit experimentieren zu können.
Das Heer beweist einmal mehr hier, dank Christian Freuding und General Hübner und anderen,
dass es seinen Anspruch gerecht werden will als Innovationslabor.
Wir brauchen andere Herangehensweisen an die weitere Entwicklung unserer Fähigkeiten.
Und das eine oder andere mag den einen oder anderen Beobachter an Science Fiction erinnern,
aber das hier ist eben alles andere als Zukunft.
Das ist jetzt schon beginnende Realität und eben keine Fiktion.
Wir setzen bei der Beschaffung auf Hightech, auf Innovationen, auf autonome Systeme und wir beobachten sehr, sehr genau, und das ist hier wieder deutlich geworden, was auf dem Gefechtsfeld in der Ukraine seit fast fünf Jahren passiert.
Wir lernen täglich daraus, Datenhoheit ist entscheidend, Vernetzung, Innovationszyklen bestimmen das Tempo, all das bestimmt am Ende dann über Erfolg und Misserfolg, aber eben auch über das Leben von Soldatinnen und Soldaten.
Und dabei spielen unbemannte Systeme, sowohl zu Lande in der Luft als auch zu Wasser, das hier heute eher nebenbei, eine Rolle.
Und genau das wird hier bei der Experimentalserie Land erprobt.
Wir wollen, und das ist das Ziel, innovative Lösungen, schneller als das früher möglich und gewollt war.
Wir wollen innovative Lösungen, die von Anfang an unter Beteiligung oder eben sogar in der Truppe erprobt werden.
Oder um es anders auszudrücken, es geht am Ende um ein Labor im Gelände und genau das findet hier statt.
Denn der Anspruch muss sein, oder alles basiert auf einer Erkenntnis.
Der Erfolg einzelner Systeme hängt davon ab, wie das System integriert werden kann in alles Übrige, in das Netzwerk insgesamt.
Einzelne Systeme, noch dazu nicht erprobt oder auch einzeln erprobt, helfen nicht viel, wenn sie nicht ins System integrierbar sind.
Und das wiederum gelingt nur, wenn die Truppe vor Ort zusammen mit den Entwicklungsingenieuren daran arbeiten kann.
Und das Herr tut eben hier etwas, was es früher anders gemacht hat.
Früher hat man einen Aufgabenkatalog abgearbeitet, heute steigt man selber in das Experimentieren, in das Innovationstreiben ein.
Man erprobt entlang der Frage, welche Taktik ist erfolgversprechend und was brauche ich dafür.
Wir haben das bereits im Frühjahr gesehen bei der Lehr- und Versuchsehübung in Munster und wir haben es hier noch mal wieder sehen können.
Entscheidend ist, wer sich zu Land durchsetzen will, der muss eben den Kampf mit unbemannten Systemen beherrschen.
Daraus zieht die Bundeswehr ihre Schlüsse.
Wir werden im Laufe des Jahres 2027 das erste Drohnenregiment der Bundeswehr aufbauen.
ein selbstständiger Verband für Unmanned Systems und gleichzeitig bleibt es dabei,
dass wir selbstverständlich unbemannte Systeme integriert in allen Verbänden des Heeres auch weiterhin vorsehen werden.
Aber der neue Verband, das Drohnenregiment, hat eben den Auftrag, die Fähigkeiten zu bündeln,
das Tempo aufzunehmen, um das es geht, also Aufklärung, die Wirkung zum Abfahren gegnerischer Drohnen.
Es geht nicht nur um fliegende Systeme, sondern wie wir hier gesehen haben, auch um unbemannte Landsysteme.
Das Regiment wird dabei Reichweiten abdecken von der Nächsdistanz bis zu 500 Kilometern.
Und entscheidend ist, das Regiment soll über eine eigene Kompanie zum elektromagnetischen Kampf verfügen.
Mit all dem erhöhen wir, und das ist der Anspruch, den wir uns selber stellen,
mit all dem erhöhen wir die Entwicklungsgeschwindigkeit.
Wir überlassen es nicht mehr anderen oder denjenigen, die uns am Ende etwas verkaufen wollen, uns das auf den Hof zu stellen,
sondern wir erproben das, was schon da ist und helfen bei der Weiterentwicklung, um es unseren taktischen Anforderungen entsprechend anpassen zu können,
die Fähigkeiten so weit zu entwickeln, dass die taktischen Ziele erreicht werden und damit dann eben auch die strategischen Ziele.
Das Ganze passiert Tür an Tür oder, wenn Sie so wollen, Hand in Hand mit den Einsatzkompanien.
Neue Technik wird im Drohnenregiment, also dann direkt durch die Truppe erprobt.
Und das ist neu und wird den Ansprüchen der Technologien, mit denen wir es zu tun haben, gerecht.
Entscheidend ist dann, dass diese Rückmeldungen sofort zurückfließen zur Industrie,
zeitgleich, synchron gewissermaßen, aber eben auch unmittelbar ins Einsatzverfahren der Truppe
und in die Ausbildungseinheiten.
Damit wird das Drohnenregiment quasi unser Innovationsökosystem
um einen wesentlichen Baustein ergänzen.
Mit der Aufstellung des Regiments wollen wir,
und das bin ich Herrn General Freuding sehr dankbar,
machen wir deutlich, auf wie viel Geschwindigkeit es ankommen wird,
um in der Zukunft die Systeme zu haben, die erhältlich sind
und die entwickelt werden können.
Man bezieht dabei alle Entwicklungen ein. Ich will es nochmal betonen, ausdrücklich auch die Erfahrungen, von denen wir profitieren, die in der Ukraine auf dem Gefechtsfeld gesammelt werden.
Das neue Regiment, das Drohnenregiment, wird Teil der Divisionstruppen der Division 2025 unserer 10. Panzerdivision sein.
Das wird im engen Verbund mit den bestehenden Verbänden arbeiten, also Panzertruppen, Panzergrenadieren, Artillerie und Jägern.
Und es wird in den Händen des Divisionskommandeurs als ein besonderes Mittel zur Schwerpunktsetzung seiner Operationsführung sein.
Meine Damen und Herren, ich bin sehr froh, das heute gesehen zu haben.
Ich unterstütze das Heer und seine Führung ausdrücklich bei diesem Vorhaben dieser Experimentierserien damit weiterzumachen,
weil das der einzige Schlüssel ist, um wirklich vorne dabei zu sein bei der Entwicklung dessen, worauf es ankommt.
Also, Herr Generalleutnant Freuding, lieber Christian, Herr General Hübner, vielen Dank und Gratulation zu diesen wirklich innovativen neuen Schritten, die Sie hier unternehmen. Vielen Dank.
Für das Heer ist das heute ein großartiger Tag. Mit der Aufstellung des neuen UXS-Regiments machen wir einen Riesenschritt in Richtung Kriegstüchtigkeit, auch weil wir uns ein ambitioniertes Ziel setzen, dass wir im Verlauf des Jahres 2027 eine erste Anfangsfähigkeit erreichen.
Wir verfolgen damit die beiden Wege, Unbemanndheit in die Landkriegsführung des deutschen Heeres zu integrieren.
Wir machen das selbstständige Regiment als Divisionstruppe und wir verfolgen natürlich weiterhin den Weg,
den wir an anderer Stelle schon mal skizziert haben, dass wir tief integriert in den Strukturen unserer Einheiten und Verbände
unbemannte Systeme im Heer ausbringen.
Und da haben wir entschieden, dass wir bereits im Verlauf des Jahreswechsels 26, 27 beginnen werden,
in drei Verbänden des Heeres, einmal in der Jägertruppe, einmal in der Aufklärungstruppe und einmal in der Panzertruppe,
mit dem Aufbau unbemannten Systeme zu beginnen.
Und jetzt erweitern wir den Rahmen, indem wir auch dieses selbstständige Regiment aufstellen werden.
Ich halte beide Wege, das selbstständige Regiment wie auch die tiefe Integration in den Einheiten und Verbänden der Truppengattung für erfolgsversprechend und ich glaube, das wird uns ermöglichen, da nochmal deutlich an Geschwindigkeit beim unbemannten Kampf zu gewinnen.
Wir wollen im nächsten Jahr in diesem Regiment eine Erstbefähigung erreichen. Da sprechen wir über etwa eine Stärke von 300 Soldatinnen und Soldaten im Regiment. Die Zielstärke wird 600 Soldatinnen und Soldaten sein.
Wir werden auch noch entscheiden, je nach infrastrukturellen Voraussetzungen, wo wir dieses Regiment stationieren werden.
Da gibt es erste Überlegungen, die wir prüfen müssen, weil wir natürlich möglichst viel üben, befähigen, testen und fliegen wollen.
Das ist abhängig von den jeweiligen unterschiedlichen Begegnungen.
Und wir haben fest vor, dass wenn sich dieses Regiment als Divisionstruppe für die Division 25 bewährt, das auch in den anderen Divisionen des Heeres zu etablieren. Wir freuen uns auf diese Zukunftsaufgabe und gehen sie mit voller Energie an. Vielen Dank.
Vielen Dank. Dann gibt es Fragen. Herr Ziedler.
Eine Frage an Sie, Herr Minister. Sie haben das Innovationsökosystem angesprochen. Es gibt das Innovationszentrum Bundeswehr seit Februar.
Planen Sie denn da noch weitere Maßnahmen oder sind Sie so zufrieden, wie dieses Innovationsökosystem sich gestaltet oder ist da noch mehr geplant?
und an den Inspektor des Heeres.
Wie zufrieden sind Sie denn mit dem, was die deutsche Industrie anbietet?
Haben Sie das Gefühl, zum Beispiel der Mittelstand weiß wirklich, was das Heer braucht oder die Bundeswehr braucht?
Herr Zieler, Sie kennen mich, ich bin nie zufrieden mit dem Status quo und wir sind immer dabei, ihn weiterzuentwickeln.
Sie wissen, wir haben das Innovationszentrum in Erding, wir haben das Cyber Innovation Hub,
wir werden ein Innovationszentrum aufbauen in Kiel, das ist bereits entschieden.
Ein drittes ist in Planung, Standort noch offen.
Also wir sind noch lange nicht am Ende, weil Innovation, technologische Weiterentwicklung in immer kürzeren Zyklen der Schlüssel sein wird in Zukunft,
um wirklich die Fähigkeiten zu haben, die wir brauchen.
Wir sehen das in der Ukraine, aber wir sehen das auch in vielen technischen Entwicklungen bis hin zu KI, wo es ja überdeutlich wird.
Das heißt, wir werden nur vorne bleiben und unsere Entwicklung nur so vorantreiben können, wie es nötig ist,
wenn wir da eben bei Innovation deutlich eine Schippe drauflegen.
Deswegen gibt es ja im nächsten Haushalt auch erstmals zum Beispiel in meinem Etat ein Förderprogramm für militärische Forschung an Hochschulen,
um Anreize dafür zu schaffen, noch mehr auch gewissermaßen aus eigenem Antrieb heraus in diese Forschung reinzugehen.
Auch ich bin natürlich nie zufrieden, aber die Experimentalserie Land dient ja dazu, dass wir uns gerade mit der Industrie austauschen.
Was brauchen wir, was brauchen wir in der Praxis, was kann angewendet werden, was ist robust genug, was ist technologisch fortgeschritten genug, was ist integrierbar genug, um es für die Anwendung in der Landkriegsführung gebrauchen zu können.
Deshalb sind wir hier im engen Dialog mit der Industrie, mit dem Mittelstand, auch mit Primes im Rahmen der Experimentalserie Erland, weil wir uns so in den Vorstellungen annähern können und damit Ideen entwickeln, was wir tatsächlich an Technologie künftig für die Landkriegsführung in unsere Streikäfte in der Serie werden integrieren können.
Herr Drebes hat sich gemeldet.
Vielen Dank für die Gelegenheit, Jan Drewes, Rheinische Post.
Vielleicht eine Frage an Sie, Herr Minister.
Wir sind jetzt hier beim Heer.
Ist Ähnliches geplant für die anderen Teilstreitkräfte, also experimental bei mariner Luftwaffe?
Und vielleicht an Sie, Herr Generalinspektor, Herr Inspektor des Heeres, sorry, Freundschaftsversprecher, glaube ich.
Wie ist das mit der Brigade in Litauen?
Gibt es da Überlegungen, dass man jetzt diese Drohnenfähigkeiten, von denen Sie gerade sprachen,
dann auch noch nach Litauen mit einfließen lässt.
Das, was hier passiert, bei den großen Landstreitkräften und den Herausforderungen,
vor denen das Heer steht im Landkampf, sind nicht eins zu eins vergleichbar
mit den Herausforderungen, die sich der Marine oder der Luftwaffe stellen.
Trotzdem gibt es da natürlich die entsprechenden Innovationstreiber-Ideen auch
und die werden umgesetzt, aber anders als hier.
Also natürlich bringen wir Innovationen auch in die Brigade 45 Litauen.
Wir haben auf der anderen Seite auch die Erfahrung gemacht, dass ein System erstmal stabil genug sein muss,
bevor es, ich sage mal, in die erste Reihe gestellt wird.
Das wird entsprechend abzuwägen sein.
Aber das will ich vor allem herausstellen, insbesondere bei den Counter-US-Fähigkeiten,
also bei den Drohnenabwehrfähigkeiten, ist es unser festes Ziel, unser fester Wille.
Und da laufen auch entsprechende Industriegespräche, dass wir diese Counter-US-Fähigkeit
vor Verlegung in die Brigade 45 integrieren können
und ich bin sehr zuversichtlich, dass uns das gelingt.
Herr Schimanski.
Herr Schimanski vom Fokus Magazin.
Herr Pistorius, Herr Freundin,
könnten Sie mal schildern,
was Sie bei dem, was Sie heute gesehen haben,
wo Sie am meisten überrascht sind,
was geht oder was vielleicht in fernerer Zukunft geht?
Also jenseits von Fahrzeugen, die jetzt unbemannt fahren,
aber waren da Sachen bei, wo Sie sagen,
das ändert vieles, alles?
Bevor du antwortest, Christian,
würde ich einen Satz dazu sagen.
Sie haben mit Ihrer Frage genau nochmal das unterstrichen,
was ich gerade beschrieben habe.
Es geht nicht nur darum, einzelne Systeme auszuprobieren,
die man zum Teil schon kennt,
auch wenn vielleicht nicht die neuesten Modelle,
aber die eben auch,
sondern darum, wie lässt sich alles mit allem integrieren,
um dann wirklich umfassend Einsatz eingesetzt werden zu können.
Darum geht es bei dieser Experimentierserie.
Die Einzelsysteme, die jetzt oder in Zukunft
bei solchen Serien zum Einsatz kommen,
können sich von Jahr zu Jahr oder von Monat zu Monat ändern.
Es geht immer um die Integrationsfähigkeit ins große Ganze.
Was soll ich dem noch hinzufügen?
Also ich war begeistert insbesondere von den Fähigkeiten, die wir im Bereich Eloco haben.
Da ist ja der Aufholbedarf in den Landsteilkräften im Heer auch besonders groß.
Ich gehe jetzt wesentlich zuversichtlicher mit dem Blick nach vorne in diesem Bereich, in diesem Handlungsfeld.
Sie wissen, wir haben diese fünf Handlungsfelder im Heer, wo wir Fähigkeiten ganz schnell entwickeln, aufholen müssen.
Da ist der elektromagnetische Kampf aller Truppen eines davon, was uns industrie-seitig jetzt präsentiert wurde,
was technologisch möglich ist und wie wir das integrieren können.
Das lässt mich nachts jetzt ein Stück weit besser schlafen.
Dann sind wir jetzt wieder auf der linken Seite, Herr Buch.
Gabriel Buch, Table Briefings.
Herr Minister, können Sie vielleicht nochmal kurz skizzieren, wie sich so diese Art der Testung mit Systemen, die jetzt noch nicht unbedingt marktreif sind, in eine gesamte Beschaffungsstrategie einordnen?
Kriegen Sie da eventuell Probleme, wenn dann schon vor der Ausschreibung klar ist, welches System Sie beschaffen wollen?
Ich kenne ja diese Ängste, die immer wieder kursieren und ich kenne die Interessenlagen von Unternehmen, von Verbänden und von Lobbyisten.
Aber ich sage es Ihnen so klar, wie ich sehe, wenn wir nicht die Möglichkeit uns schaffen, auszuprobieren, zu experimentieren mit den Dingen, die es gibt, ohne uns dem Verdacht auszusetzen, dass wir schon vorher festlegen, anschließend was beschafft wird, dann können wir es lassen.
Dann liefern wir uns der Industrie aus oder dem, was auf dem Markt ist oder was wir dann bitte schön integrieren dürfen, ohne es jemals ausprobiert zu haben.
Wir müssen unser Beschaffungssystem umstellen und haben damit begonnen.
Die Beschaffungsverfahren mussten sich ändern.
Ich erinnere nur an das Verfahren zur Loitering Ammunition.
Es geht also darum, nicht mehr aus den Broschüren heraus, aus den Angeboten etwas zu beschaffen,
sondern sich zu vergewissern, funktioniert es so wie angekündigt, funktioniert es zuverlässig,
kann es zeitgerecht geliefert werden und vor allem, und das ist für uns und für das Heer der entscheidende Punkt,
ist es integrierbar. Uns nützen ja zehn großartige Einzelsysteme nichts,
wenn sie nicht miteinander in ein Gesamtsystem integriert werden können.
Von daher würde ich sagen, wir machen das alles nach Recht und Gesetz.
Wir sind sauber, wir lassen uns in keiner Weise von irgendetwas beeinflussen.
Wir müssen testen und operieren können mit dem, was es gibt und was entwickelt wird.
Darf ich?
Es handelt sich ja bei dem, was wir hier heute gesehen haben, mit dem, was wir getestet haben, ausdrücklich um Fähigkeitsdemonstrationsobjekte, Fähigkeitsdemonstratoren.
Wir brauchen die, um eben zu sehen, ob sie gerade unter den Bedingungen, die wir hier haben,
bei 3 Grad Nieselregen mit dem dicken Handschuh bedient werden können.
Und das ist absolut in dem Rahmen, der das Gesetz auch mit dem Vergaberecht vorgibt.
Dann sind Sie dran, Ihren Namen kenne ich ja nicht.
Ich habe noch einen Hartpunkt. Sie hatten gesagt, dass das neue Regiment eine Reichweite von 500 Kilometer haben soll.
Das heißt, welche Kategorie von Drohnen werden Sie dafür einsetzen?
Wird es auch Strike-Drohnen geben und wie grenzen Sie sich bei der Reichweite von der Luftwaffe ab?
Also ich glaube, dass wir bei der künftigen Landkriegsführung, was die Tiefe anbelangt, über völlig andere Parameter sprechen werden.
Wir stellen das jetzt in den letzten Monaten immer wieder fest, dass wir in der Landkriegsführung die Geometrie des Gefechtsfeldes neu vermessen müssen.
Die 500 Kilometer wird das sein, womit auch die Division in einem, wir nennen das Deep Fight, wirken können muss.
Deshalb die Entscheidung, auch dieses UXS-Regiment auf Divisionsebene als Divisionstruppe anzusiedeln.
Ich bin aber genauso davon überzeugt, dass diese 500 Kilometer weder das letzte Wort sind aus der Perspektive Taktik,
Noch das letzte Wort sind aus der Tiefe der technologischen Entwicklung.
Das ist jetzt mal unsere Vorstellung, unser Anhalt für den Einstieg in dieses Regiment.
Und ich glaube, das entspricht im Moment den Realitäten des Gefechtsfeldes und der Zuordnung der eberne Division.
Welche URVs werden Sie nutzen dafür?
Ja, dann würden wir jetzt genau den Fehler machen, über den wir gerade gesprochen haben.
Ich will da auch noch nicht festgelegt sein.
Natürlich muss das jetzt im Zuge von Ausschreibung und Vergaberecht eruiert werden,
welche Systeme wir nutzen werden für die einzelnen Reichweiten.
Das wird die Aufgabe unserer nächsten Wochen sein.
Und ich hoffe, dass wir da im Frühjahr die entsprechenden Beschaffungsentscheidungen so treffen können,
dass wir die Anfangsbefähigung in 2027 auch hinbekommen.
Gibt es weitere Fragen?
Dann der Herr mit der blauen Jacke.
Volker Schubert, Rotorblatt. Meine Frage an Volker Schubert, Rotorblatt.
Ich gehe davon aus, das Drohnenregiment ist natürlich ein Pilotprojekt.
Gleichzeitig gesehen, haben wir in der Ukraine gesehen, die Stoßkraft von gepanzerten Verbänden ist ja sehr stark reduziert.
Gehen Sie davon aus, wenn Sie dieses Drohnenregiment dann etablieren, dass Sie dann die Stoßkraft und Angriffsfähigkeit der gepanzerten Verbände des deutschen Heeres deutlich stärken werden
und das möglicherweise dann auch der Link in die Anlage Panzeraktivwende sein könnte?
Also für uns ist ganz wichtig, dass wir das Gefecht der verbundenen Waffen neu denken müssen.
Dazu müssen wir natürlich unbemannte Systeme zu Boden und in der Luft mit einbeziehen.
Sie haben vielleicht, das haben wir alle aus den letzten Tagen, diese Eindrücke der Operation Vivaldi, die die Ukrainer geführt haben.
Ich glaube, das Zusammenwirken mit Drohnen und gepanzerten, mechanisierten Landsystemen wird dann wieder denkbar, vorstellbar, wenn das sauber aufeinander abgestimmt ist, justiert wird, wenn die unbemannten Systeme, also Fähigkeiten in das Gefecht mit einbringen, die dann die Bewegung, das Manövrieren auf dem Boden in anderer Art natürlich, als wir das bisher kannten, zur Wirkung bringen können.
Und wenn wir jetzt überlegen, dass der Divisionskommandeur so ein mächtiges Schwert in die Hand bekommt wie mit dem UXS-Regiment, dann ist das natürlich im Hintergrund auch die Überlegung, wie kommen wir wieder in ein Manoeuvre Warfare rein, weil wir da glaube ich unsere technologische Überlegenheit, unsere Ausbildungsüberlegenheit auch künftig auf dem künftigen Gefechtsfeld werden zur Wirkung bringen können.
Aber nochmal, auch der Manoeuvre Warfare, wenn wir wieder reinkommen, wird nicht so aussehen,
wie wir ihn hier von der Schießbahn 20 in den letzten 20, 30 Jahren kennen.
Dann haben wir noch Zeit für eine Frage, wenn Sie auch Ihren Namen sagen könnten.
Ja, genau, Raphael Hain vom Norddeutschen Rundfunk, hallo.
Meine Frage wäre, ob die Systeme, die Sie hier testen, auch in der Ukraine getestet werden?
Das kann und will ich auch im Moment hier nicht sagen.
Und das ist auch eine Sache, das müssen die industriellen Vertreter entscheiden und absprechen.
Wir testen sie hier und sammeln hier unsere Erfahrungen.“
[Danke für das Transkript – ich lasse es jetzt einfach hier mal stehen. T.W.]
Ich finde die Aussage von Pistorius „Das Drohnenregiment wird unser Innovationsökosystem ergänzen.“ bemerkenswert. Ich verstehe dies so, dass bewusst eine Organisationseinheit innerhalb der Truppe (nicht des Beschaffungswesens) geschaffen wird, die zunächst einmal sowohl die Integration als auch den Einsatz der neuen Drohnentechnologie im Heer verantwortet und umsetzt. Inklusive Entwicklung der Einsatzdoktrin auf Divisionsebene, der Einführung in die Verbände und der Rückmeldung zu den Verbesserungsmöglichkeiten. Das dies auf Divisionsebene angesiedelt wird ist insofern interessant, dass das ja aufgrund des noch geringen Umfangs auch andere Hierarchie-Ebenen denkbar gewesen wären.
Soweit ich dies als Externer beurteilen kann, halte ich dies für einen ersten logischen Schritt von der Beschaffungslogistik hin zur Einsatzfähigkeit. Diese wird zunächst auf deutschem Boden getestet und bei Erfolg als direkt nächstem Schritt in die Litauenbrigade überführt. So wie es verstehe, sollen die ersten Tests bei den Einheiten stattfinden, die später nach Litauen verlegen (siehe Bemerkungen zu Counter-US-Fähigkeit). Ich vermute, dass nach Verlegung aller Einheiten nach Litauen, die anderen Brigaden der Panzertruppe der 10. Division diese Erprobung übernehmen.
Ich bin gespannt darauf ob die ähnlich Logik, d.h. erst Einführung auf deutschem Boden dann Verlegung nach Litauen auch für die anderen neuen Systeme (RCH155, Skyranger, Puls, etc.) so erfolgen soll.
Nachdem das neue Drohnenregiment auch eine Eloka Kompanie erhalten soll, das Heer aber einst alle seine Eloka Kräfte an CIR abgeben musste, stellt sich hier die Frage, die kein Journalist gestellt hat, ob das Heer hiermit wieder eigene Eloka Kräfte aufstellen darf oder wird das Regiment eine kombinierte Einheit über die Grenzen der Teilstreitkräfte hinweg, so dass die Eloka Soldaten vom CIR gestellt werden, aber weiterhin zum CIR gehören?
@Closius: Die Frage muss meiner Ansicht nach immer zuerst sein, wie man im Gefecht zusammenarbeiten will. Beispiel Joint Fire Support Teams. Das sollte dann beübt werden. Die Truppen in Litauen sollte man als eigenständig kampffähigen Gefechtsverband so aufstellen. Multidomain in der Lagebilderstellung, der Gefechtsplanung und auch der Gefechtsführung. Zum Kern Ihres Kommentars: Man sollte die Strukturen möglichst so aufstellen, dass die Einsatzfähigkeit effizient und nachhaltig unterstützt wird. Spätestens wenn die Störpanzer, die ja bald bestellt werden sollen, zulaufen, wird es im Heer selber entsprechend Strukturen dafür benötigen. Eloka zur Selbstverteidigung von Infanteristen gegen Kleinstdrohnen muss natürlich auch auf der untersten Ebene integriert werden.
Grundsätzlich nicht falsch, meiner Meinung nach aber (mal wieder) ohne jegliche Durchschlagskraft da sich das Ganze stark nach Testbetrieb anhört. Wie immer in der Bundeswehr geht alles viel zu langsam und zu behäbig, zudem sehe ich auch die 10. Panzerdivision nicht als idealen Verband an da diese einen anderen Auftrag hat, Stichwort Ostflanke der Nato.
Ich persönlich würde die 1. Panzerdivision -die sowieso nur noch rudimentär ausgestattet ist- oder die DSK wo die Luftlande und Spezialfähigkeiten des Heers gebündelt sind in Betracht ziehen.
@Nachhaltig
„Eloka zur Selbstverteidigung von Infanteristen gegen Kleinstdrohnen muss natürlich auch auf der untersten Ebene integriert werden.“
Ich glaube es wäre ein Fehler das jetzt großflächig einzuführen und sich dann darauf zu verlassen.
Russland hat (zusammen mit den USA) dafür gesorgt, dass geplante UN Schutzklauseln beim Einsatz autonomer Waffensysteme gestrichen wurden
https://www.washingtonpost.com/technology/2026/09/26/how-us-russia-weakened-global-effort-regulate-killer-ai/
(Am meisten hat mich hier gewundert, dass sie sich überhaupt die Mühe gemacht haben)
Mit anderen Worten, autonome Waffensysteme werden bald massenweise kommen. Die Technik ist billig genug, sie auch in Einwegdrohnen unter zu bringen. Und dann bringt Jamming nur noch wenig, wenn die Drohnen sich selbst Ziele suchen.
@ Nachhaltig:
„Eloka zur Selbstverteidigung von Infanteristen gegen Kleinstdrohnen muss natürlich auch auf der untersten Ebene integriert werden.“
Sowas funktioniert im Unmittelbaren Kontaktbereich nicht. Dieses ist der wirkmittelspezifische Entfernungsbereich um Personal und Material, in dem Mini- und Microdrohnen letale Schäden erzeugen können. Wirkmittelspezifisch bezieht sich dabei auf Beladung oder Bewaffnung der zum Einsatz kommenden Drohnen. Da brauchen Sie dem Infanteristen mit „Eloka“ nicht zu kommen. Völlig wirklichkeitsfern..
[Sie haben gerade jegliche elektronische Abwehrmaßnahmen gegen Drohnen im Nächstbereich als völlig wirklichkeitsfern eingeordnet. Wollte ich nur mal gesagt haben, ich nehme an, dazu wird es div. andere Meinungen geben. Aber vielleicht sollten wir auf diesem Level nicht die Diskussion führen. T.W.]
@ T.W.: Ihre Einschätzung meiner Aussage trifft nicht zu. Ich bezog mich auf die Begriffe „Selbstverteidigung“ in Verbindung mit dem Unmittelbaren Kontaktbereich. Ihr Einwand geht also fehl. Das Level ist übrigens der niedrige Flughöhenbereich – und in dem kenn ich mich bestens aus.
Nur mal so.
@ Hans Schommer, @lukan:
Ich halte das Jammen nicht für das Allheilmittel und es sollte natürlich andere Möglichkeiten der Deckung und des Abschießens (Gewehr, Schrotflinte, etc.) nur ergänzen. Ich habe aber den Eindruck, dass die Leistungsfähigkeit der völlig autonomen Zielerkennung durch Kleinstdrohnen bei beweglichen, kleinen Zielen überschätzt wird und in vielen Fällen die Drohnensteuerung durchaus bevorzugt manuell erfolgt. Ein Angriff auf Infanteristen in einem Gelände, das grundsätzlich auch Deckung bietet (Wald oder Gebäude) ist sicher nicht so einfach. Und der infanteristischen Kampf soll ja vorwiegend in solchem Gelände unter optimaler Nutzung der Deckung geführt werden. Je nach Art der „Sichtung“ gibt es ja sicher auch Ablenkungsmöglichkeiten durch Rauchbildung und alternative Wärmequellen. Nur als ein Beispiel dafür, was eine autonome Zielerfassung für Mini- und Mikrodrohnen erschweren könnte.
@Marcus
Es ist der Anfang, zu Beginn also eher ein groß angelegter Truppenversuch.
Das „Ganze (sich) stark nach Testbetrieb“ anhört. Ja und, was ist schlecht daran, kritikwürdig? Nichts.
Es besitzt „keine Durchschlagskraft“, woher nehmen Sie diese Weisheit, Sie kennen das Ende, haben die Auswertung und Schlussfolgerungen schon gelesen?
Die 10. ist nicht ideal, da Auftrag an der Ostflanke? Das bewerte ich exakt gegenteilig, gerade weil sie vorne verwendet geplant ist, bildet sie ein sinnvolles Testbed: Die erforderliche Ernsthaftigkeit von Aufstellung/Durchführung ergibt sich aus diesem Auftrag.
Der Ansatz, den der Inspekteur wählte ist zugleich ein orthodoxer, also traditioneller und optimistischer, kreativer durch das Wissen über die Kampfkraft von Drohnen, die das Heer sich anzueignen hat.
Der Rahmen Regiment wird angezweifelt? Wie kurzsichtig. In der Historie des Heeres gab zweimal Phasen, in denen eine Division, bzw eine Brigade überdimensionales Testbed waren: LV 58 und LV 75. Die Lehr- und Versuchsübungen (LV 1958/1975) zur Festlegung auf Brigade- oder Kampfgruppenstruktur bzw zur Ausgestaltung der Heeresstruktur 4 in der Großverbandsebene. Die Bw hat ihre eigene Geschichte, ab 1955 ist viel geschehen.
Seit Dr. Freuding Inspekteur ist, nehmen die positiven Veränderungen wirklich Fahrt auf.
Vorbild auf vielen Ebenen.
Gut so.
Man müßte dabei auch differenzieren welche Aufgaben diese luftgebundenen Drohnen erfüllen sollen:
– Aufklärung und Überwachung von Räumen
– Counter-Drone/ Abfangdrohnen
– Suppression of ENY Drone Defense
– Luft-Nah-Unterstützung beim TIC
– Ergänzung Art und Mörser
– Sperren i.w.S. – Verbringen von Minen oder als „drone-in-being“
Und daneben natürlich noch die Einbindung landgebundenen Systemen.
Ein Hauptproblem beim neuen Drohnenregiment wird der tägliche (Übungs-) Betrieb bei den hochreichweitigen Drohnentypen sein. Das beginnt schon bei 25 km + .
Der grösste Truppenübungsplatz in Deutschland ist der in Bergen ( Lüneburger Heide ) mit einer grössten Länge von ca. 26 km.
Nicht nur hierzulande gilt ein strenges Luftverkehrsgesetz in dem alle Luftfahrzeuge eine zivile Zulassung für den Luftverkehr haben müssen. Die haben selbst die ganz grossen Militärdrohnen, z.B. die Global Hawk aus den USA, nicht. Ich erinnere an das Eurohawk-Desaster 2013. Wurde bestimmt auch hier in den Kommentaren breitgetreten…
Es gibt natürlich Ausnahmen fürs Militär ( z.B. hier: https://www.gesetze-im-internet.de/luftvg/__30.html ).
Das bezieht sich in der Praxis aber auf den Luftraum über Truppenübungsplätzen. Es gibt auch sogenannte TRA’s, zeitweilig reservierte Lufträume. ( Wer einen Pilotenschein für Sichtflug hat kennt, gerade im Ausland, die Probleme bei der Streckenplanung ). Die grösste TRA ist diese hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/TRA_Lauter
Die grossen TRA’s sind aber auch deshalb nicht tauglich da sie erst ab einer gewissen Mindesthöhe ( oft 2,5 bis 3 km ) gelten.
Das Luftverkehrsgesetz lässt zwar Ausnahmen zu, die werden aber extrem restriktiv ausgeleht. Zu recht, gerade beim starken kommerziellen Luftverkehr in Deutschland.
Bleiben realistisch nur Truppenübungsplätze. Womit wir wieder bei den oben angeführten 25 km wären.
Das wäre mal eine kätzerische Frage bei der nächsten PK. Völlig unabhängig davon für was genau diese wohl geplanten 500 km-Drohnen auch sein mögen…
Von der Steuerung will ich gar nicht erst anfangen ( Starlink – echt jetzt ;-)
@Nachhaltig
Das Szenario ist ja Selbstverteidigung von Soldaten, also etwa Schützengräben oder Basis – und jemand (oder etwas) meldet „FPV Drohnen im Anflug!“
Werden diese Drohnen von Menschen gesteuert (und haben keine Glasfaserverbindung) – dann bewirkt Jamming das sofort die Verbindung abbricht und die Drohne nicht mehr ins Ziel gelenkt werden kann.
Soweit so gut.
Hat die Drohne aber nun einen autonomen Zielsuchmodus und wurde schon scharf geschalten (weil sie schon im Zielgebiet ist und keine eigenen Truppen in der Nähe) – dann sucht sie sich einfach selbst das nächste Ziel, sobald der Kontakt abbricht.
Und in eine kleine Drohne bekommt man zwar wirklich nicht viel Technik oder extra Stromversorgung, aber ein einfacher Algorithmus, der lediglich Wärmesignaturen in Menschengröße sucht – das läuft auf Chips die im Centbereich kosten. Ist natürlich nicht so effizient, wie wenn ein Mensch gezielt den Offizier ansteuert, oder vielleicht das Munitionslager – aber effizient genug, dass die Drohne ein Ziel findet.
Und es findet gerade eine Revolution mit der KI statt. Was ich beschrieben habe, ist heute ohne weiteres möglich. Was in den nächsten Jahren alles möglich ist, mit einer KI die auf einem Handy läuft – ist noch nicht abzusehen, aber die Tendenz ist – sehr viel.
„Je nach Art der „Sichtung“ gibt es ja sicher auch Ablenkungsmöglichkeiten durch Rauchbildung und alternative Wärmequellen. Nur als ein Beispiel dafür, was eine autonome Zielerfassung für Mini- und Mikrodrohnen erschweren könnte.“
Und das wirklich fiese an Drohnen im Automatikmodus ist, man kann sie auch einfach in der Nähe der Basis parken und auf StandBy schalten. Und dann zeitverzögert lossenden. Alles vollautomatisch.
Das zermürbt und die ganze Zeit kann man einen Rauchvorhang schwerlich aufrechterhalten, oder nur wegen einer Drohne immer aktivieren.
Gegen vollautomatische Technik hilft nur vollautomatische Technik.
@ Apollo 11
Die Frage stellt sich eigentlich nicht, da Drohnen mit Reichweiten über 25km bereits seit 1990(!) im Heer vorhanden waren (CL-289) bzw. sind (z.B. KZO). Man muss ja nicht immer 500km fliegen, um Abläufe zu traineren – auch die Luftwaffe schießt nicht jeden Monat mit Patriot oder Meteor.
Insofern ist „Christian´s Drohnen-Shop“ (immer noch gut! :-)) eine gute Sache, um erst einmal zu testen, wie die Integration in eine Heeresdivision überhaupt aussehen könnte. Der Hinweis zu den früheren LV passt da sehr gut.
Ich sehe es eher als Problem, mit den technischen Innovationen im Bereich Schritt zu halten, denn die Haushälter werden irgendwann wohl kaum mehr genehmigen, dass es jedes Quartal neue Gadgets gibt…
Apollo 11 sagt am 04.10.2026 um 2:00 Uhr:
„Ein Hauptproblem beim neuen Drohnenregiment wird der tägliche (Übungs-) Betrieb bei den hochreichweitigen Drohnentypen sein. Das beginnt schon bei 25 km + . …“
Das wäre überhaupt nur ein Problem, wenn es keine Simulationstechnologie gäbe. Damit kann man hervorragend und für alle Anwendungsfälle ausbilden und üben.
Der „scharfe Flug“ (Anwendungsfall) kann und sollte nur als finale Erfolgskontrolle der Ausbildung und zur routinemäßigen Überprüfung bzw. Erprobung von Upgrades der Einsatz-/Waffensysteme herhalten müssen. Und dafür gibt es genug geeignete Räume, da ein bezüglich Raum und Zeit langer, linearer Distanzflug nur zur Pilotenausbildung verzichtbar ist.
@Apollo 11
„Der grösste Truppenübungsplatz in Deutschland ist der in Bergen ( Lüneburger Heide ) mit einer grössten Länge von ca. 26 km“
Allerdings gilt das eben nur für Bergen-Hohne allein. Der gesamte zu berücksichtigende Übungsraum umfasst zusätzlich die beiden Truppenübungsplätze Munster-Nord/Süd.
Damit besteht in Nord-Südrichtung ein in der Luftlinie durchgehender Übungsraum von 42 km, gemessen in der Strecke Rehrhof, nördlichster Punkt Munster-Nord, zu Meißendorf/Winsen, südlichster Punkt Bergen.
Beide Großräume sind über die „Korridor-Route“ bei Wietzendorf geographisch miteinander Verbunden. Es gelten hier besondere militärische und zivile Nutzungsbedingungen, die regelmäßig durch Artillerieverbände auch mit Drohnen genutzt werden.
@Klaus-Peter Kaikowsky (KPK)
Habe ich irgendwo geschrieben dass die Aufstellung grundsätzlich schlecht ist? Nein! Ich sehe die 10. Panzerdivision nur nicht als ideal an, da diese die schweren Kräfte repräsentiert und wie gesagt meiner Ansicht nach für einen anderen Auftrag ausgerüstet wurde. Testbetrieb heißt experimentell, und mehr ist da nicht. Um wirklich schlagkräftig zu werden müsste die Bundeswehr viel mehr und viel schneller aufrüsten (auch was Drohnen angeht) und aufstellen, aber das werden wir auch unter Herrn Dr. Freuding nicht erleben.
Zum Thema Audio: Ich lade solche Audiofiles gerne runter, und auf den ersten Blick finde ich nicht den Link dazu. Grund: Dann kann ich mir das Audio schneller abspielen oder an Systemen, die nicht online sind. Daher die Bitte: Link zum Audio dazu…
@ Apollo 11
Wie obern bereits argumentativ erläutert kann ich nur ergänzen, dass der Truppenübungsplatz Oberlausitz als 4. größter Platz in Dtl. bei 168 qkm ca. 40 Km West-Ost Ausdehnung (!) hat und somit die besten Voraussetzungen für die Stationierung des Drohnen-Regiments besitzt. Seine geringen Luftraumrestriktionen und das siedlungsarme Umland passen perfekt an die Anforderungen des Übungsbetriebs mit UXS. Für die restlichen Argumente, siehe meinen Post oben.
Danke @lukan für das Transkript des Audios, auch weil ich erst danach – meine – den Zartbitterscherz des Hausherrn verstanden zu haben (und falls es keiner war ist „Christian’s Drohnenshop“ natürlich trotzdem lustig). Zartbitter ist das Geschmäckle der Rede eines Verteidigungsministers, der einen subalternen Offizier, wie hochgestellt auch immer, in einer öffentlichen Rede dreimal per Vornamen ohne Rang wie seinen Schwiegersohn anspricht, davon zweimal in direkter Opposition zum Ansprechen des nächstrangigen Offiziers mit Rang und lediglich Familiennamen im gleichen Kontext. Das kann der CEO eines Start-Ups, das seit zwei Monaten Drohnen produziert, mit seinen Abteilungsleitern gerne so halten, aber hier wirkt das total deplatziert. Sollte Heeresinspekteur Generalleutnant Dr. Freuding ;) unter Minister Pistorius innerhalb von was, drei Jahren, seinen dritten Stern zum vierten erhalten, darf diese Rede in der medialen Rezeption gerne eine Rolle spielen.
[Ebenso wie den Begriff Regiment in diesem Zusammenhang bitte ich dringend darum, das Thema „darf ein Minister seine Mitarbeiter mit dem Vornamen ansprechen“ anderswo zu debattieren. Danke. T.W.]
@Marcus
Inwiefern ich anderer Auffassung bin hatte ich dargelegt, muss nicht neu aufgebrüht werden.
Hinsichtlich „viel mehr und schneller aufrüsten“ aber dennoch auf ein Wort.
Wenn Sie die letzten vier Jahre rekapitulieren werden Sie, so hoffe, ich den enormen Fortschritt in der Rüstung feststellen. Die ewige Geschichte der Friedensdividende muss nicht wieder und wieder aufgewärmt werden.
Es ist viel zum Positiven festzustellen. Die Prozesse müssen immerhin erst angeschoben und umgesetzt werden, d.h. industriell ins Laufen kommen. Für allseits bekannte deutsche Verhältnisse in Politik und Verwaltung und Bürokratie (mil/ziv) schlagen wir ein enormes Tempo an. Btw, die Weiterrüstung der Ukraine gehört im Kontext nicht „nur mal so“ berücksichtigt.
Schließlich, der militärische Nutzen des Wissens- und Fähigkeitstransfers von der Ukraine nach Deutschland ist ein kaum zu vernachlässigender Baustein in der Heeresrüstung, der im künftigen Drohnenregiment bedeutsam sein wird. Nicht alle in der NATO ziehen darüber gleichen Nutzen.
Ich gehe davon aus, dass es sich bei dem Drohnenregiment um ein vergleichbares Konstrukt handelt wie das KSK und das KSM aufgestellt sind. Da finden sich auch auf Brigade-/ Regiments-Äquivalenten Weiterentwicklungs-Elemente in operativen Einheiten. Und beide Einheiten sind auch „irgendwo“ aufgehängt, erfüllen aber ihre aufgaben im gesamten Spektrum ihrer Dimension.
Ob es dauerhaft sinnvoll ist, eine Deep-Precision-Strike-Capability auf Divisionsebene abzubilden, ist schon eine Frage. M.E. sollte doch die Einbettung von Einheiten anhand von Befehlsketten abgebildet werden. Will sagen, den Schlag gegen eine logistische Einrichtung mehrere Kilometer hinter der Front, sollte ja von den Kommandeuren vor Ort schnell entschieden werden können (Brigade, Division), ein Angriff hunderte Kilometer im Landesinneren hat m.E. eine andere strategische und auch politische Dimension. So eine Entscheidung wird doch dann (hoffentlich) auf Korps-Ebene (oder noch darüber) getroffen.
Daher glaube ich, dass das Drohnenregiment (in der 10. PD) nur eine Übergangsstation zu einer finalen Struktur ist. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass die Deep-Strike-Elemente auf kurz oder lang wieder ausgegliedert werden (Zusammenführung zusammen mit Elementen von bodengebundenen Marschflugkörpern; der Unterschied zwischen Raketendrohne und Marschflugkörper verwischt ja sowieso). …vielleicht dienen diese ja auch mal noch als „Verhandlungsmasse“ mit der Luftwaffe, wenn die Hubschrauber gesamthaft ins Heer kommen. Siehe Aviation-Brigade unter Führung Kommando Hubschrauber des Heeres.
[Ehe sich hier falsche Begrifflichkeiten festsetzen: bis 500 km, wie für dieses Regiment und damit fürs Heer geplant, ist nicht „Deep Strike“, da wäre dann die Rede von um die 2.000 km und mehr. T.W.]