Mehr deutsches (und niederländisches) Engagement an der NATO-Ostflanke – und eine US-Zusage
Deutschland hat zusammen mit den Niederlanden mehr Verantwortung an der Nordostflanke der NATO übernommen: Das deutsch-niederländische Korps mit Sitz in Münster stellt künftig das taktische Hauptquartier der Landstreitkräfte der Allianz für Estland und Lettland. Der US-Kommandeur für Europa sicherte bei der Übergabe am (heutigen) Dienstag in der estnisch-lettischen Grenzstadt Valga zu, dass die USA auch weiterhin zur Verteidigung des europäischen Bündnisgebiets stünden.
Bislang wurde die Verteidigung der Nordostflanke der NATO, von Polen bis nach Estland, vom Multinationalen Korps in Stettin kommandiert. Mit einem zweiten Korps für diesen Bereich soll die Kampfkraft der Landstreitkräfte des Bündnisses in dieser Region bei einem möglichen Konflikt mit Russland gestärkt werden. Das Korps-Hauptquartier des Deutsch-Niederländischen Korps, im NATO-Jargon 1GNC (für 1. German-Netherlands Corps), derzeit unter dem Kommando des deutschen Generalleutnants Peter Mirow, soll nach Angaben des Deutschen Heeres allerdings seinen Sitz in Münster behalten:
Im Verteidigungsfall führt 1GNC die NATO- und nationalen Landstreitkräfte in Estland und Lettland. Das Korps plant und leitet Übungen, bereitet die regionalen Verteidigungspläne vor und integriert eintreffende Verstärkungskräfte. In der NATO-Kommandostruktur übernimmt es die Führung über die estnische Division (Estonian Division) und die Multinationale Division Nord (Multinational Division North). Estland und Lettland behalten die nationale Verantwortung für ihre Streitkräfte.
Die Kommandoübergabe vom Korps in Stettin auf das in Münster fand symbolisch in der Grenzstadt Valga (Estland) bzw. Valka (Lettland) statt. Beide baltischen Länder grenzen in der Region direkt an Russland:
Der Kommandeur der U.S. Army Europe and Africa und zugleich kommandierender General der NATO-Landstreitkräfte, der US-General Chris Donahue, lobte bei der Übergabe das zunehmende Engagement der Europäer – und sicherte zugleich zu, dass sie bei der Verteidigung der Ostflanke des Bündnisses auch weiterhin mit den US-Streitkräften rechnen könnten: You’re ready to do more and following words with action, and the United States will be there alongside you.
Der General, das gehört aber auch zur Vollständigkeit, wird – offensichtlich nach Streit mit US-Verteidigungsminister Pete Hegseth – am kommenden Donnerstag von seinem Posten in Europa entbunden.
Donahues kurze Ansprache zum Nachhören:
(wird ggf. ergänzt)
(Fotos: PAO 1GNC; Karte OpenStreetMap)



@T.W.:
„Der General, das gehört aber auch zur Vollständigkeit, wird – offensichtlich nach Streit mit US-Verteidigungsminister Pete Hegseth – am kommenden Donnerstag von seinem Posten in Europa entbunden.“
Genau dies ist in meinen Augen das Problem.
Zusagen von Generälen sind ja gut & schön.
Ohne Zusagen derer politischer Führung aber im Grunde nichts wert.
Derzeit ist die auch öffentlich kommunizierte Haltung vieler Regierungen: „Besser das als nichts“.
Und dies wiederum ist verständlich, da alternativlos. Auch in Zukunft, Stichwort u.a. atomarer „Schutzschirm“.
Da kann man zwar über Alternativen nachdenken ( Raketen auf französischen und britischen U-Booten, französische Spezialmunition unter Rafale Kampfjets ).
Ist aber alles im Kern ungeeignet auch nur eine ähnliche Abschreckungswirkung wie „früher“ zu entfalten. Zudem regierungsabhängig, Stichwort “ Le Pen “ …
Da dies immer klarer wird wird es in Zukunft vermehrt Bestrebungen geben ein nationales Atomprogramm aufzulegen. In Europa eher weniger, mir fallen da weltweit aber sehr reiche Kandidaten ein.
Und bei einer kleinen oder mittleren Attacke auf einen baltischen Staat ist zumindest die derzeit von der US-Regierung vermittelte, ausgestrahlte und wohl auch vom bösen Feind wahrgenommene Abschreckungswirkung eher gering.
Das kann man als Hauptproblem ansehen. Denn ist einmal ein Krieg vom Zaun gebrochen dann ist der ( angreiferseitig ) sehr oft sehr schwer zu beenden.
Völlig egal ob zu Anfang die Chancen realistisch eher schlecht standen siegreich zu sein.
Im Falle von Russland war der ursprüngliche Antrieb mit Sicherheit die handstreichartige „Eroberung“ der Krim. Fast ohne einen Schuss abzugeben.
Mit den Scharmützeln an anderen Grenzen zur Ukraine kam man später weltweit auch ganz gut durch ( Stichwort Nordstream 2 ). Und was wenn man es ( wie wohl geplant ) geschafft hätte die Regierung 2022 zu internieren und ein Marionetten-Regime einzusetzen wie früher in Warschauer-Pakt-Staaten ?Genau das war ja Putins alte Berufserfahrung.
Ganz so strategielos war das alles nicht.
Zumindest in der Denke Einiger…
Operativ eine richtige Entscheidung, die Fuhrungsspanne ist verkleinert. Der Verantwortungsraum Baltikum plus Polen für, bisher, das Multinationale Korps Nordost, war deutlich überdehnt.
Allerdings: Der Verbleib des 1. GNC im 🇩🇪 Münster, 1800 km vom Verantwortungsraum entfernt, ist kritisch zu sehen.
Ich betrachte diese Entscheidung als Fehler.
Ja, ich weiß, Meldereiter gibt’s keine mehr, Brieftauben zum Verbindung halten sind gleichfalls unüblich geworden.
Dennoch:
Führung geht von vorn.
Nichts ersetzt den Blick ins Gelände, auch für den KG. Nein, digital funktioniert das nicht.
Vertrauen in die Fuhrung:
– Chef neben mir
– BtlKdr max 4000 hinter mir
– Brig 10.000 hinter mir
– Mein KG 1800 Km zurück – geht gar nicht.
Politisch motivierter Entschluss also?
Das ist eine (Lebens-)versicherung für das Korps in Münster (auf NL-Veranlassung ?).
Was machen denn nun die Korps in Ulm (und Straßburg) ? – „Auf österreichische / ungarische oder französische / belgische Veranlassung“ ?
Die Schweden und Finnen werden schon etwas Handfesteres umsetzen, näher dran und Bedrohungs-bewusst. – Und die Polen werden das Korps in Stettin nutzen wollen, um Polen mit Litauen (und Slowakei ?) fester zu verbinden. Oder die Polen werden die ihre Initiative in Maribork „aufbohren“. Schade für die dann übrig bleibenden Dänen, denen ein DivKdo in Lettland kaum reichen wird …
Fragen über Fragen …
Stückwerk überzeugt den Zaren nicht, er bleibt „amüsiert“…
Ist Deutschland überhaupt in der Lage ein Korps im Gefecht zu führen? Hat das ein deutscher Soldat schon mal gemacht? Als Arzt im Praktikum führt man ja auch keine Herzoperation durch.
@Mannerheim
Es gibt in Ulm kein Korps sondern das MNHQ. Über dessen Nutzen sollte man durchaus streiten aber ein Korpsstab ist das nicht.
Nicht jedes Korps gehört zum NFM. Das Eurokorps ist eines der Verbliebenen.
pi
Für mich als Aussensthendr sind diese Korps-Strukturen in Ihrer Wirkung unklar. Bedeutet dies jetzt, dass von Münster aus alle NATO-Übungen (eventuell mit logistischer Verstärkung von Westen her) in diesem Einsatzraum entwickelt und koordiniert werden? Heißt dies für die 1. Panzerdivision, dass sich ihr Zieleinsatzgebiet an der NATO-Ostflanke auf Estland und Lettland konzentriert? Da bin ich mal auf die Ansätze für die logistische Verlegung dorthin gespannt.
Einen Korpsstab an einem Friedensstandort in Münster zu haben ist sicher kein Problem – Frage ist ja dann wo spätestens ab Spannungsfall der KorpsGefStd (H) oder auch (R) aufgebaut wird. Und in der „Truppenführung“ stand schon immer „Der militärische Führer ist an keinen Platz gebunden“! Ein KG wird also sicher selten in seinem GefStd (H) einem Drohnenangriff entgegenfiebern, sondern in seiner „Beweglichen Befehlstelle“ unterwegs sein – eben selbstverständlich irgendwo weiter vorne. Also kein Grund sich zu echauffieren (wenn man ein bisserl Ahnung von der Führung von Landstreitkräften hat ;-)
Just my 5 cents…
@Überragend
Wenn Sie die nationalen/multinationalen Korpsübungen bis 1989 überschauen wollten, bekommt Ihr Rechner Speicherprobleme.
@Nachhaltig
Jede militärische Formation besteht im Grunde aus zwei Elementen. Den Manöverelemente und den Enablern. Bei einem Korps sind das die Divisionen und die Korpstruppen. Die Korpstruppen erhöhen den Einsatzwert (Eignung der Truppe zur Erfüllung des Auftrages) der Divisionen.
Das Korps führt künftig die 1.EST Div und die MN Div North.
Die 1. PzDiv gehört nicht dazu.
Bei Aktivierung der Pläne werden die Truppen in ihre Einsatzräume verlegen. Der Stab wird sich dann nicht mehr Münster sondern bei seinen Truppen befinden. Wie nah, entscheidet die Bedrohungslage.
pi
@Überragend: Sie kennen die „Schichttorte“ aus dem kalten Krieg? Wo jedes NATO Korps an der Grenze zum Eisernen Vorhang seinen festgelegten Abschnitt hatte, vom 1. Korps im Norden (Münster) bis runter an die Österreichisch-Tschechische Grenze? Davon waren einige Korps Deutsch, man sollte daher davon ausgehen, dass die grundlegende Fähigkeit in Form von Wissen und Plänen durchaus noch vorhanden sein sollte, wenn auch vermutlich in den letzten Jahrzehnten eher wenig beübt.
Und wenn wir in Deutschland eines können, dann doch wohl Stäbe… /scnr
@Metallkopf
Das ist 36-40 Jahre her wo das zuletzt mal beübt wurde, wer aus der damaligen Zeit soll denn noch aktiv sein und hatte damals einen so hohen Posten das er tiefere Einblicke in die Führung/Pläne hatte? Eher keiner.
Außerdem ist das Wissen falls vorhanden mehr als veraltet, das hat die UKR inzwischen in mehreren Übungen eindrucksvoll bewiesen.
Wir können Stäbe stellen, ja da sind wir spitze drin, wie wertvoll diese sind steht auf nem anderen Blatt.
[Habe den Link rausgenommen, weil er ohnehin hinter US-Paywall steckt – für die Geschichte, wie ein paar Ukrainer mit Drohnen eine NATO-Brigade praktisch aufgerieben haben, gibt es viele und auch offen zugängliche Berichte. T.W.]
Wurde das Korps für diesen Auftrag personell verstärkt? Welchem Bedarf an Korpstruppen gibt es? Sind diese bei den 260.000 plus 200.000 mitgedacht? Politisch und militärisch kann ich die Entscheidung nachvollziehen, doch bin ich unsicher, ob im BMVg der Ressourcenbedarf mitgedacht wurde.
@Klaus-Peter Kaikowsky (KPK)
Dann hoffe ich mal, dass die Korpsführung bei den damaligen Übungen dabei war und sich noch erinnert. Ist ja immerhin annähernd 40 Jahre her
@Holzi
Das I. Deutsch-Niederländisches Korps ist bekanntlich ein multinationaler Verband mit aktuell zwölf beteiligten Nationen. Den KG stellt deutsches und niederländisches Heer im Wechsel.
Das Korps fungiert als „Rapidly Deployable Corps Headquarters“ des NATO-Hauptquartiers SHAPE.
Dass Verantwortliche in Berlin, in Den Haag oder in einer anderen Hauptstadt der zehn weiteren beteiligten Nationen „den Ressourcenbedarf (- NICHT-) mitgedacht“ haben, können Sie seriöserweise kaum ernsthaft unterstellen.
Verwirrend ist leider die Berichterstattung in einigen NLD Medien, z.B.
https://www.bnr.nl/nieuws/internationaal/10604605/duits-nederlands-legerkorps-neemt-controle-baltisch-hoofdkwartier-over-nederland-levert-kennis-duitsland-vuurkracht
U.a.
„Het Eerste Duits-Nederlandse Legerkorps (1GNC) bemant vanaf vandaag officieel het tactisch gelegen Baltische hoofdkwartier van de NAVO. Deze permanente installatie gaat vanuit Estland en Letland 50.000 militairen aansturen, tegen de dreiging vanuit Rusland“.
Also:
„Seit heute betreibt das Erste Deutsch-Niederländische Armeekorps (1 GNC) offiziell das strategisch günstig gelegene NATO-Hauptquartier im Baltikum. Von diesem permanenten Stützpunkt aus werden 50.000 Soldaten aus Estland und Lettland befehligt, um der Bedrohung durch Russland zu begegnen“.
Die Formulierung „günstig gelegen … im Baltikum“ lässt annehmen, 1 GNC befände sich ab heute im Baltikum. Hinzukommt ein O-Ton des Deutschland-Reporters von bnr.nl, der diese Aussage wiederholt.
Ich habe dem Medium gegenüber auf diese Unklarheit hingewiesen. BNR ist ein kommerzieller Radiosender und betreibt eine Nachrichten-Webseite.
Zurück zum 1 GNC
Die Aufgabenzuschreibung „Rapidly Deployable Corps Headquarters“ macht neugierig, wie das „Rapid“ umgesetzt werden soll, wie schnell ist das HQ, bzw ein „Forward Command Element“ im Einsatzraum. Und, sind folgerichtig pre-positioned stocks vorgesehen? Denn, wie ich gestern 30.06.2026 kurz anriss, niemand glaubt hoffentlich ernsthaft, das Korps NO in Stettin führt Kräfte in Polen/Litauen und das vorwärts (!) davon verantwortliche 1 GNC aus 1800 km Entfernung im Westen!
@IstEgal
Das EUROCORPS, MNC NW und 1. GNC werden regelmäßig von deutschen Generalen geführt. Diese Generale und deren Stäbe werden regelmäßig beübt und zertifiziert. Haben sie Erfahrung mit Volltruppe? Nein. Sind sie deshalb unfähig? Auch nein.
@Holzi
Die Korpstruppen sind mitgedacht und werden von den NLD und DEU gestellt. Das konnte man zuletzt im Artikel der Loyal nachlesen. Weniger meckern und erstmal lesen würde ggf. helfen.
https://www.reservistenverband.de/wp-content/uploads/2026/05/22-23_Blickpunkt_Zielvorstellung_Heer_2035_03_100dpi.png
pi
@IstEgal: Das strukturell-handwerkliche daran, ein Armeekorps zu führen dürfte sich nicht so grundlegend verändert haben. Die Methodik und das Handwerk dort, wo Wirkung erzielt wird, hat sich hingegen deutlich verändert. Das betrifft also Planungen für Verteidigung und (Gegen-)Angriff und die operative Seite.
Angesichts heutzutage die Lagebilderstellung sehr viel schneller und detaillierter erfolgen kann, dürfte allerdings die Reaktionszeit erheblich herabgesetzt sein und die Schlagzahl sich im Gegensatz zu damals deutlich erhöht haben.
Alles andere ist ohnehin Makulatur. Das liegt aber nicht an der Korpsstruktur, sondern am disruptiven militärischen Gamechanger „Drohne“.
„Deutschland hat zusammen mit den Niederlanden mehr Verantwortung an der Nordostflanke der NATO übernommen“ = perfekt! Hierfür kann es m. E. nach nur positive Feedbacks geben.
Und jetzt kommt es (unweigerlich): – und eine US-ZUSAGE (?!?).
Zunächst Respekt gegenüber dem Gen. Christopher Donahue (Assumed Command of U.S. Army Europe & Africa). Er soll bei der Truppe und bei den Alliierten wertgeschätzt und beliebt (gewesen) sein.
Zur US-AUSSAGE :
Donahue : „Sie sind bereit, mehr zu tun und Ihren Worten Taten folgen zu lassen, und die Vereinigten Staaten werden Ihnen dabei zur Seite stehen.“
Hier im Blog: … und sicherte zugleich zu, dass sie bei der Verteidigung der Ostflanke des Bündnisses auch weiterhin mit den US-Streitkräften rechnen könnten.“
Bei der Verteidigung der Ostflanke? Kann man nur hoffen. Vermutlich, ja, wahrscheinlich. Und selbst wenn er gesagt hätte, dass die Vereinigten Staaten bei der Verteidigung der Ostflanke des Bündnisses IN JEDEM FALL bereit wären, militärisch einzugreifen – und nicht einfach ein selbsternannter Schiedsrichter oder Kampfbeobachter zu sein, bleiben alle Entscheidungsvorbehalte in Washington D.C.
Ich neige dazu die Meinung und Einschätzung von Prof. Dr. Sönke Neitzel, Lehrstuhl für Militärgeschichte / Kulturgeschichte der Gewalt an der Uni Potsdam, zu teilen: egal was innerhalb der NATO vereinbart wurde, alle Entscheidungen über ein Mitwirken der USA hängen (von der Tageslaune) dieser US – Administration ab. Weitere Erörterungen hierzu bedarf es nicht mehr.
Das Vakuum einer Teilhabe zur Nuklearen Abschreckung:
Die Teilhabe zur Nuklearen Abschreckung ist von der aktuellen US-Administration weder bestätigt – noch garantiert. Voraussetzung ist ein militärisch-strategisches Konzept, welches über Jahrzehnte unangefochten Geltung hatte, allerdings in der Variante einer echten Teilhabe nicht mehr existiert: im Rahmen des Recovery Programmes wurde der Standort Büchel beräumt. Nach den aktuellen Erklärungen dieser US-Administration wollen die Vereinigten Staaten die „Zusage des nuklearen Schirms“ dadurch aufrecht erhalten, indem mit EIGENEN BOMBERN (der US Streitkräfte) dieser Auftrag zukünftig erfolgen soll. Damit werden Deutschland und andere Partner von der nuklearen Teilhabe faktisch ausgeschlossen. Bestenfalls ist der tatsächliche Einsatz von Kernwaffen UNKLAR.
Damit besteht ein gefährliches, sicherheitspolitisches Vakuum, was einen potentiellen Angreifer dazu verleiten könnte einen „niederschwelligen (niedrigschwelligen), konventionellen Angriff“ zu wagen.
Die Befähigungslücke bei Marschflugkörpern Ground-Launched Cruise Missile (GLCM) und Land-Attack Cruise Missile (LACM):
Mit der Entscheidungsentschließung dieser US-Administration die angekündigten Tomahawk-Marschflugkörper – entgegen der ZUSAGE – nun doch nicht in Deutschland stationieren, selbst wenn die Bundesregierung hierfür die Kosten (wie angeboten) übernehmen würde, besteht eine weitere, erhebliche Befähigungslücke zur effektiven Abschreckung (möglicher niederschwelliger Angriffe) sowie vor allen Dingen zum effektiven, wirkungsstarken Gegenschlag. Bleibt zu hoffen, dass die Bundesregierung (was macht eigentlich ein sog. Sicherheitsrat?) alle koordinierenden Maßnahmen zur Ertüchtigung der Industrie beschließt, damit in Deutschland und Europa die Produktion von Marschflugkörpern zeitnah erfolgen kann.
Folgerichtig unterscheide ich zwischen einer US-AUSSAGE und einer US-ZUSAGE.
@politisch inkorrekt:
Zur Zielvorstellung Heer aus der „loyal“ sagte man mir im KdoH, dass diese Darstellung nicht der Forderung / Zielvorstellung Heer entspricht.
Und zu den Korpstruppen teilte man mir am Abend mit, dass diese zwar mitgedacht, aber nicht gebilligt und schon gar nicht innerhalb der 260.000 realisierbar sind.
Oder haben sie andere Quellen? Bin lesewillig ;-)
@Holzi
In der Zielvorstellung des Heeres sind die Korpstruppen enthalten. Diese Zielvorstellung kommt vom KdoH. Das ist die Grundlage für das Fähigkeitsprofil. Inwieweit die Loyal-Version von dem aktuellen Bearbeitungsstand abweicht, ist mir unbekannt.
Das alles muss natürlich mit Pers/Mat/Infra etc. hinterlegt sein. Da hat dann das BMVg natürlich seinen Daumen drauf.
pi
Nachtrag:
„…Donahues Abgang sei direkt von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth veranlasst worden, berichteten mehrere US-Medien unter Berufung auf US-Beamte. Der Personalwechsel wird vom US-Verteidigungsministerium den Berichten zufolge als Teil von Hegseths Umbau der militärischen Führung dargestellt, zu dem auch die Herabstufung von Donahues Posten im Zuge einer Überprüfung der US-Militärpräsenz in Europa gehört. Hegseth blockierte demnach aber zugleich Bemühungen, Donahue auf andere Spitzenposten zu versetzen.
Donahue galt als einer der angesehensten Generäle des US-Heeres…“
( Beispiel übereinstimmender Meldungen zur „Kaltstellung“ eines der polit. Führung nicht genehmen Generals )
Das läuft jetzt schon eine ganze Weile. Austausch an oberster militärischer Ebene.
Gruselig.
*************
Und noch zu meinem „Lieblingsthema“: Nukleare Teilhabe des Bundeswehr ( wie weiter oben angesprochen ):
1. Es geht in erster Linie darum welche Abschreckungswirkung ganz generell erzeugt wird durch das Verhalten / die Kommentare / dem Zusammenhalt in der NATO. Völlig unabhängig von dem Vorhandensein von kolportiert ca. zwanzig B 61 Bomben im Sonderlager am Fliegerhorst Büchel.
Ergebnis: Gleichfalls Gruselig.
2. Durch den Riesen-Umbau ( ca. 2 Milliarden € ) des Fliegerhorstes Büchel waren ja alle Tornados verlegt worden. Das wurde auch öffentlich kommuniziert.
Die B 61 Bomben wurden ( logischerweise ) auch abgezogen da ja das Sonderlager auf Forderung der USA umgebaut wurde. Das wurde wie immer weder kommentiert, dementiert noch bestätigt.
Will man jetzt wissen ob das Sonderlager wieder bestückt wurde ist das recht einfach zu überprüfen:
Ohne Bomben ist keine besondere Bewachung nötig. Die besteht i.d.R. aus 100 bis 150 Marines im Schichtdienst.
Das wäre auch von ausserhalb des Geländes ( bei Google Maps sind ca. 1 km nördlich des Flughafens die Shelter zu sehen ) gut beobachtbar…
Die Führung wird jetzt ja nicht nur in Deutschland aufgebaut: Laut Bundeswehr soll ja ab Herbst mit 16 Stabsoffizieren ein Führungselement vor Ort aufgebaut werden. Deutschland kann dann aus meiner Sicht mit Fug und Recht behaupten, der führende, nicht baltische Staat bei der NATO-Unterstützung im gesamten Baltikum zu werden. Zumindest werden wir über das Korps und die Litauenbrigade über ein erstklassiges Lagebild vor Ort verfügen.
Mir ist in dieser Diskussion ein Element aufgefallen, dass NIE erwähnt wurde: Das ist die Joint Expeditionary Force https://jefnations.org/, der mit Ausnahme Deutschlands und Polens alle Ostsee-Anrainer sowie (SIC!) die Niederlande angehören.
Ein neuer Papiertiger ist die Beauftragung des 1. Deutsch-Niederländischen Korps mit der Verteidigung von von Estland & Lettland von Münster aus. Wie jedes deutsche Korps ist das 1. Deutsch-Niederländische Korps nicht kriegsfähig, weil es im Frieden bisher gar keine Truppen führt, keine Korpstruppen besitzt und kein Hauptquartier hat, was man nach dem Osten verlegen könnte.
@nachhaltig: Wenn von 1.100 Soldaten des Korps bisher(laut BW) 16 in den Osten geschickt werden, ist das sehr wenig. Und nur das Multinationale Kommando Operative Führung in Ulm(ehemals 2. Korps) verfügt zwar über ein verlegbares Hauptquartier. Aber dieses zählt nicht zum Heer, sondern ist ein überflüssiger Versorgungsposten für 800 Stabssoldaten, solange daraus nicht wieder ein kriegsfähiges Korps mit Korpstruppen errichtet wird.
Aus Stettin führt man die Verteidigung von Polen und Litauen, aus Münster aber von Lettland und Estland, da sind große Reibungsverluste zu besorgen.
Aber vor allem sind beide Korps nicht kriegsfähig, wie alle Korps an denen Deutschland beteiligt ist. Einst hatte die alte Bundeswehr 3 Deutsche Korps mit Korpstruppen und gemeinsam mit Dänemark das Nato Korps Landjut. Aus Landjut wurde, zusammen mit Polen, stattdessen das Multinationale Korps Nordost in Stettin, aber ohne richtige Korpstruppen. Aus dem 1. Korps wurde das 1. Deu-Niederländische Korps, aus dem 2. Koprs das komische Multinationale Kommando Operative Führung in Ulm, das 3. Korps wurde aufgelöst in Koblenz und aus dem 4. Korps(nach der Einheit) in Potsdam entstand das Einsatzführungskommando. (Fast) alle Korpstruppen wurden aufgelöst, die Korps zu Papiertigern, die keine Truppen im Frieden führen. Wie soll man für den Krieg gerüstet sein, wenn man nicht schon im Frieden übt ein paar Divisionen zu führen??
Die Bundeswehr hatte zuletzt angekündigt, daß nur ein (Multinationales) Korps wieder mit Korpstruppen ausgestattet werden soll, allerdings ohne Angabe welches der 6 Korps oder Korpsäquivalente, an welchen die BW beteiligt ist, gemeint ist?
– Eurokorps, Straßburg
– 1. Deutsch-Niederländisches Korps, Münster
– Multinationales Korps Nordost
– Rapid Reaction Corps France
– Allied Rapid Reaction Corps, England
– Multinationales Kommando Operative Führung in Ulm
Wir hatten mit fast 500.000 Soldaten Friedensstärke und einer Kriegsstärke alleine des Heeres von mehr als einer Million Soldaten, nur 4 Korps. Mit 185.000 Soldaten leisten wir uns 6 Korps bzw. Korpsbeteiligungen, die leider alle nicht kriegsfähig sind.
Wenn jetzt zwei Korps den Osten führen sollen/müssen, dann sollten auch wenigstens beide voll mit Korpstruppen(also vor allem Flugabwehr, Artillerie & Pionieren) ausgestattet werden!
Es wäre deshalb viel sinnvoller gewesen, über die Zukunft des 1. Korps zu entscheiden, z.B. durch Ausstattung mit Korpstruppen, wie Flugabwehr & Artillerie, welche sich Deutschland & Niederlande teilen könnten oder durch gemischte Verbände stellen könnten, bevor man das Korps mit der Verteidigung anderer Länder beauftragt, für welche das Korps nicht ausgerüstet ist oder wenigstens Divisionen, wie DSK und 1. Panzerdivision dem Korps fest zu unterstellen, statt als Papiertiger mit Ostverteidigung zu beauftragen als Kaiser ohne Kleider, ohne militärischen Wert!