Pistorius lehnt Einsatz in Straße von Hormus erneut ab: „Es ist nicht unser Krieg“ (Nachträge: Merz, Regierungssprecher)
Verteidigungsminister Boris Pistorius hat erneut einen Bundeswehreinsatz in der Straße von Hormus zur Sicherung der Schifffahrt im von den USA begonnenen Krieg gegen Iran abgelehnt. Es ist nicht unser Krieg, wir haben ihn nicht begonnen, wir wollen diplomatische Lösungen und ein schnelles Ende, sagte der Minister. Zudem bleibe die Frage, was einige europäische Kriegsschiffe in der Region ausrichten könnten, was die US-Streitkräfte nicht selbst machen könnten. (Transkripte der Aussagen des Bundeskanzlers und aus der Regierungspressekonferenz unten nachgetragen)
Pistorius hatte diese Position bereits zuvor beim Besuch der NATO-Übung Cold Response in Norwegen vertreten; die erneute Aussage kam nach der Drohung von US-Präsident Donald Trump mit Konsequenzen für die NATO, falls das nordatlantische Bündnis nicht als Hilfstruppe der USA im Nahen Osten tätig werde.
Der deutsche Minister machte auch klar, dass eine Ausweitung der bestehenden EU-Mission Aspides auf die Straße von Hormus nicht infrage komme und dafür nicht zuletzt ein neues Bundestagsmandat nötig wäre.
Die Äußerungen von Pistorius am (heutigen) Montag in Berlin bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem lettischen Kollegen Andris Sprūds (Fragen und Antworten des lettischen Ministers hier ausgelassen; die Auslassungen sind markiert):
Nachtrag: Im Namen der Bundesregierung wandte sich auch Regierungssprecher Stefan Kornelius gegen Trumps Forderung. Seine Aussagen, ergänzt durch Außenamtssprecher Josef Hinterseher und Oberst Mitko Müller für das Verteidigungsministerium:
Das Transkript der Aussagen in der Bundespressekonferenz:
Frage: Herr Kornelius, Herr Hinterseher, ich würde gerne nach der Anfrage von Donald Trump zur Straße von Hormus und der Sicherung der Schiffe dort fragen und von Ihnen wissen, wie das in der Bundesregierung mit dem Blick auf die Drohungen in Richtung NATO eingeschätzt wird. Ich weiß, Sie haben sich beide geäußert, aber das ist ja doch eine ganz schöne Dimension.
Kornelius: Dieser Krieg hat mit der NATO nichts zu tun. Das ist nicht der Krieg der NATO. Die NATO ist ein Bündnis zur Verteidigung des Bündnisgebietes. Die Bundesregierung hat ihre Position zur Beteiligung an diesem Krieg auch klargemacht.
Zusatz: Aber der US-Präsident hat diesen Zusammenhang hergestellt. Er hat gesagt, es könne dramatische Auswirkungen für die NATO haben, wenn die Länder nicht bereit wären, ihn da zu unterstützen.
Kornelius: Das haben wir zur Kenntnis genommen.
Es fehlt das Mandat, um die NATO einzusetzen. Es fehlt auch überhaupt das Mandat für einen Einsatz, der die Bundesregierung beträfe. Insofern sehen wir den Zusammenhang mit der NATO nicht.
Frage: Herr Kornelius, der US-Präsident hat trotzdem damit gedroht, dass es sehr negative Konsequenzen für die NATO haben könnte, wenn sich NATO-Staaten nicht beteiligen. Deswegen die Frage: Wie groß ist Ihre Sorge, dass das negative Auswirkungen auf die NATO haben kann?
Kornelius: Ich kann keine Größenangaben machen. Groß, sehr groß, ganz groß – das ist eine Kategorisierung, mit der ich jetzt wenig anfangen kann.
Ich kann feststellen, um was es geht. Ich habe gesagt, dass dies kein Konflikt ist, der die NATO betrifft. Wir haben die Äußerung des amerikanischen Präsidenten zur Kenntnis genommen.
Der Bundeskanzler hat sich jetzt, glaube ich, zum dritten oder zum vierten Mal zu seinem Blick auf diesen Konflikt geäußert. Es ist eindeutig, dass die Region nicht in einen ewigen Krieg hineinschlittern darf. Die Ausweitung der Kampfhandlungen brächte auch große Risiken für unsere Partner im Nahen Osten und in der Golfregion mit sich. Große Risiken wären außerdem mit einem Zusammenbruch der staatlichen, territorialen Integrität Irans verbunden, auch für die wirtschaftliche Stabilität. Deswegen setzt sich die Bundesregierung für einen schnellen Plan zur Beendigung des Krieges ein.
Zusatzfrage: Gibt es eine Abstimmung mit den anderen EU- oder NATO-Partnern, dass sie eine ähnliche Haltung einnehmen? Die Franzosen haben sich schon dazu geäußert. Oder erwarten Sie, dass andere NATO-Partner jetzt hier doch den USA beispringen?
Kornelius: Sie können sicher sein, dass sich die Bundesregierung ständig und auch über das Wochenende sehr intensiv mit den Verbündeten abgestimmt hat.
Frage: Herr Kornelius, der Bundeskanzler und auch der Außenminister äußern sich im Moment immer so, dass sie sagen, im Augenblick oder derzeit sehe man keinen Anlass, sich daran zu beteiligen. Was müsste passieren, damit sich diese Einschätzung ändert? Gibt es da überhaupt einen Punkt, dass man von dem „derzeit“ und „im Augenblick“ weggeht?
Kornelius: Das wäre eine Spekulation, in die ich jetzt nicht einsteigen möchte. Wir bewerten die Situation so, wie sie ist. Zu einer Beteiligung habe ich das Nötige gesagt.
Die Vereinigten Staaten haben uns vor diesem Krieg auch nicht zurate gezogen. Insofern glauben wir, dass dies auch nicht die Angelegenheit der NATO oder der Bundesregierung ist.
Zusatzfrage: Herr Kornelius, gibt es Pläne vonseiten der Bundesregierung, sich mit anderen Verbündeten, vielleicht im E3-Format, mit Herrn Trump direkt darüber auszutauschen, wie ein von ihnen angemahnter Plan zum Ende dieser Kampfhandlungen aussieht? Werden sie telefonieren?
Kornelius: Ich kann jetzt über verschiedene Kontakte, die bestehen, auch mit dem amerikanischen Präsidenten, hier keine Auskunft geben. Sie kennen selbst die Gespräche, die der Bundeskanzler geführt hat, auch vor kurzer Zeit noch in Washington.
Stets war die Position Deutschlands, dass wir mit dem Ziel im Prinzip einverstanden sind, nämlich die Veränderung der politischen Situation auch in Iran, um eine friedliche Lösung für die Region zu ermöglichen, dass wir allerdings – und das ist der zweite Teil, der nicht weniger wichtig ist – zunehmend Fragen zu dem korrekten Weg zu diesem Ziel haben.
Frage: Herr Kornelius, die vorherige Bundesregierung hat die EU-Mission Aspides unterstützt, und meines Wissens tut es die aktuelle Bundesregierung auch. Die Begründung damals und auch jetzt bei der Verlängerung des Mandats war das deutsche Interesse am Freihalten der Seewege. Warum spielt dieses Argument jetzt offensichtlich eine untergeordnete Rolle bei der Bewertung?
Kornelius: Da würde ich aufs Auswärtige Amt verweisen.
Hinterseher: Dieses Argument spielt keine untergeordnete Rolle. Natürlich setzen wir uns für die Freiheit der Schifffahrt, für die Freiheit der Seewege ein.
Grundsätzlich kann ich noch mal etwas zu Aspides ausführen. Ich meine, der Außenminister hat sich gestern auch sehr klar dazu geäußert. Das Operationsgebiet von Aspides umfasst aktuell die Meerenge von Baab al-Mandab, die Straße von Hormus sowie die internationalen Gewässer im Roten Meer und im Golf von Aden, im Arabischen Meer, im Golf von Oman und im Persischen Golf.
Die Straße von Hormus ist zwar ein Teil dieses Mandatsgebiets, hier ist aber die Operation nicht exekutiv tätig. Das heißt, es kann keine Anwendung von Waffengewalt geben. Das heißt, in einer Phase oder in einer Lage wie aktuell, in der es dort Kampfhandlungen gibt, ist es aus unserer Sicht nicht vertretbar, das dorthin auszudehnen.
Zusatzfrage: Wenn die ökonomischen Gründe für die Bundesregierung wichtig sind, heißt das dann im Umkehrschluss, dass bei einer Verschärfung der ökonomischen Lage die Entscheidung vielleicht noch einmal überdacht wird?
Hinterseher: Ich glaube, der Außenminister hat gestern relativ klar dargelegt, dass wir von Israel und den Vereinigten Staaten zunächst einmal erfahren möchten, wann die militärischen Ziele im Iran erreicht sind. Er hat auch davon gesprochen, wie man dann in eine diplomatische Lösung, in Gespräche einsteigen kann und dass wir uns als Deutschland an dieser Stelle gerne dabei einbringen möchten, wie man in die nächste Phase kommt, nämlich eine Phase, in der die Sicherheitsarchitektur für die gesamte Region definiert werden muss, und zwar gemeinsam mit den Anrainerstaaten. Das wird es dann auch erfordern, dass man im Rahmen von Gesprächen mit Iran dazu kommt, das auszudefinieren.
Frage: Herr Kornelius, was halten Sie denn von dem Vorschlag von Frau Kallas? Sie hat sich ja durchaus dafür ausgesprochen, dass man diese Mission umwidmen könnte und da auch mit den USA dann im begrenzten Umfang zusammenarbeiten könnte.
Herr Hinterseher, Sie haben eben schon gesagt, dass es Ihrer Meinung nach nicht möglich ist. Aber wie kommt denn Frau Kallas zu dieser Einschätzung? Was meinen Sie?
Kornelius: Da müssten Sie Frau Kallas fragen. Ich kann nicht für Frau Kallas sprechen.
Zusatz: Okay. Sie stimmen mit Frau Kallas da also eindeutig nicht überein.
Kornelius: Das habe ich jetzt gerade nicht gesagt. Aber ich habe gesagt, dass ich nicht für sie sprechen kann. Ich kenne die tiefere Absicht ihrer Vorstellung nicht.
Zusatzfrage: Für wie militärisch sinnvoll halten Sie eine Begleitung durch Kriegsschiffe durch die Straße von Hormus? Es gibt ja auch die Einschätzung, dass dies das Problem gar nicht lösen würde, weil dann die iranischen Kräfte von Land aus die Schiffe trotzdem weiter beschießen könnten.
Kornelius: Ich glaube, Ihre Analyse ist nicht falsch.
Um es noch einmal zu sagen: Die Bundesregierung wird sich an diesem Krieg nicht beteiligen. Das hat der Bundesaußenminister gestern sehr eindeutig gesagt. Solange dieser Krieg andauert, gibt es keine Beteiligung, auch nicht an einer Option, die Straße von Hormus mit militärischen Mitteln freizuhalten.
Frage: Dazu würde ich auch gerne noch einmal nachfragen, vor allem das Verteidigungsministerium: Könnte die Bundeswehr im Rahmen des Aspides-Mandats auch den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus sichern, oder bräuchte es ein neues Mandat, weil die Gründe jetzt andere sind?
Hätte denn die Bundeswehr ausreichend Kapazität bei der Marine, das zu sichern, wenn jetzt alle Missionen weiterlaufen würden? Wenn ja, mit welchen und wie vielen Schiffen?
Müller: Über eine Beteiligung der Bundeswehr spekuliere ich hier überhaupt nicht, auch nicht über diese Mandatsfragen. Das bedürfte erst einmal einer genaueren Analyse: Was genau geschieht vor Ort, wie usw.? An diesen Spekulationen möchte ich mich nicht beteiligen.
Frage: Eine Frage ans Außenministerium: Würden Sie auch ausschließen, dass sich die Bundesrepublik im Rahmen des Aspides-Mandats daran beteiligt, ein Seelagebild oder ein Luftlagebild dort zu erstellen? Das wäre ja immerhin möglich, ohne dass vielleicht operative Kräfte dort tätig werden.
Hinterseher: Ich glaube, diese Frage wurde schon beantwortet. Es ist, glaube ich, vonseiten der Bundesregierung auf verschiedenen Ebenen alles gesagt, was eine Ausdehnung dieses Mandats bzw. die Erfüllung im Rahmen oder außerhalb dieses Mandats liegend betrifft.
Auch dazu noch einmal: Wenn es einer Anpassung bedürfte, dann bedürfte es ja einer doppelten Anpassung, nämlich des Mandatsgebiets und auch noch des Bundestagsmandats.
Zusatz: Aber das Mandatsgebiet ist doch in Aspides enthalten.
Hinterseher: Ja, aber ich hatte gerade ausgeführt: das exekutive Mandat.
Zusatz: Ja, aber ein Lagebild wäre ja kein exekutives Mandat.
Hinterseher: Ja, da ist aber dann die nachgelagerte Frage: Inwiefern begibt man sich dort in Gefahr? Ich glaube, dann kommen wir zurück auf die ursprüngliche Aussage, nämlich dass Deutschland in keiner Form beabsichtigt, sich an diesem Krieg zu beteiligen.
Frage: Außenminister Wadephul hat am 15. März im „Bericht aus Berlin“ im Kontext des Irankriegs erklärt: Wir in der Bundesregierung stehen zum Völkerrecht. – Vor diesem Hintergrund würde mich interessieren, ob nach Ansicht der Bundesregierung die in den letzten zwei Wochen erfolgte verifizierte Bombardierung ziviler Infrastruktur im Iran, wie Schulen, Kraftwerke, Entsalzungsanlagen, Krankenhäuser und Rundfunkanstalten, durch die USA und Israel denselben völkerrechtlichen Maßstäben unterliegen wie vergleichbare aktuelle Konfliktgebiete.
Hinterseher: Ja, wir stehen in jedem Fall für das Völkerrecht. Diese Aussage steht und ist richtig. Zu allen anderen Themen, glaube ich, habe ich hier am Freitag schon ausgeführt.
Zusatzfrage: Hat die Bundesregierung Kenntnis von zivilen Opfern der US-israelischen Angriffe, und plant sie, diese ebenso öffentlich zu thematisieren, wie sie das regelmäßig bei zivilen Opfern zum Beispiel im Ukrainekrieg tut? Wenn ja, was wären die Gründe, es in diesem Fall nicht zu tun?
Hinterseher: Auch das war Teil der Regierungspressekonferenz am Freitag. Ich würde Ihnen raten, dazu noch einmal ins Protokoll zu schauen.
Zuruf: Ich habe das Protokoll gelesen. Das wurde dort nicht so … (akustisch unverständlich).
Hinterseher: Doch!
Zusatz: Dann haben wir eine unterschiedliche Lesekompetenz.
Kornelius: Das kann ich mir vorstellen.
Frage: Herr Kornelius, gibt es irgendwelche Parallelinitiativen in Europa, oder welche Rolle spielt Europa überhaupt in diesem iranischen Krieg, um eine eventuelle Opposition oder neue Führung für die Zukunft von Iran zu unterstützen? Arbeitet man in Europa daran oder nicht?
Haben Sie über das Wochenende vielleicht auch mit Frau Meloni über dieses neue Szenario von Trump gesprochen?
Kornelius: Es gab viele Telefonate am Wochenende, aber ich werde nicht über jedes einzelne Auskunft geben und auch nicht darüber, mit wem der Bundeskanzler gesprochen hat. Viele Gespräche unterliegen auch der Vertraulichkeit.
Ich weiß nicht – das müssten Sie erklären -, was Sie jetzt unter Europa verstehen.
Zusatzfrage: Was sich gerade in Iran abspielt, ist ein bedrohliches Szenario für die ganze Welt. Europa sollte ein politischer Akteur für die Ordnung und den Frieden in der Welt sein. Arbeiten die europäischen Führungspersönlichkeiten auch daran, die amerikanische Regierung zum Beispiel beim Regimewechsel in Iran zu unterstützen?
Kornelius: Ich habe gesagt, dass die europäische Seite oder Deutschland – ich kann nur für Deutschland sprechen – an der Vorbereitung und Entscheidung zu diesem Krieg nicht beteiligt war und sich deswegen auch nicht daran beteiligt.
Frage: Ich habe eine Frage an das Verteidigungsministerium. Im Rahmen der Debatten um die Straße von Hormus hat der Minister jetzt gesagt, er wisse nicht, was europäische Fregatten dort unten aus militärischer Sicht ausrichten könnten. Da würde mich interessieren, Herr Müller, was die militärische Lageeinschätzung in der Straße von Hormus ist. Was gäbe es dort zu tun? Was sind die Gefahren? Sind es vor allen Dingen Drohnen, Seeminen? Können Sie uns vielleicht ins Bild setzen und sagen, was da europäische Schiffe wirklich ausrichten könnten oder nicht?
Müller: Unsere detaillierte Lageeinschätzung ist wie immer nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Das haben militärische Lageeinschätzungen so an sich.
Diese Aussage des Ministers ist ein bisschen länger. Er hat sich vor dieser Aussage auf die umfangreichen Kampfhandlungen bezogen, die vor Ort schon geschehen sind, also die Zerstörung großer Teile der iranischen Marine. Er hat es so angesprochen und hat gesagt, dass jetzt das Problem ist, dass vermeintlich kleine, wenig aufklärbare Schiffe oder Boote zum Beispiel Seeminen verlegen können. In diesem Kontext hat er diese Aussage gemacht. Das ist im Grunde auch die einzige Einschätzung, die ich hierzu mitzuteilen habe.
Zusatzfrage: Eben ist gerade schon angeklungen, dass auch von Land aus die Straße von Hormus beschossen werden kann und dort dann auch Frachter usw. in Beschuss geraten könnten. Gäbe es irgendetwas, was die Marine oder Marineschiffe da machen könnten?
Müller: Ich habe gerade schon gesagt, dass ich über eine mögliche Beteiligung oder einen Kräftebeitrag des Bundes gar nicht spekulieren möchte. Sie kennen die Fähigkeiten der Bundeswehr, die wir öffentlich auf den Online-Seiten haben. Ich habe jetzt aber keinen Grund, irgendwie in einem Ton hier Fähigkeiten der Bundeswehr und die Situation in der Straße von Hormus zusammenzubringen.
Dass die Bedrohungsszenarien dort vielfältig sind, also luft- bzw. see- und landgestützt, das wissen wir. Das sehen Sie, das ist eine öffentliche Information. Das macht ja die Situation vor Ort in dieser relativ schmalen Meerenge auch so dynamisch und so kompliziert.
Frage: Herr Müller, unabhängig von einem theoretischen Einsatz der Bundeswehr eine Frage: Die Bundeswehr hat drei Fregatten der Klasse 124, die auf Luftverteidigung spezialisiert ist. Welchen Status haben sie denn gerade? Sind sie gerade woanders im Einsatz? Sind sie womöglich in der Werft?
Müller: Zu der Frage, wo welches Schiff genau ist, wenden Sie sich bitte an die Marine. Ich weiß, dass eine der Fregatten im Hohen Norden, also in der Arktikregion, unterwegs ist, weil sie gerade ein Beitrag bei Cold Response und damit auch bei Arctic Sentry ist. Zu den anderen beiden weiß ich es nicht.
Grundsätzlich sind alle Fregatten luftverteidigungsfähig. Aber Sie haben recht: Es gibt Spezialisierungen. Manche sind ein bisschen mehr auf IKM ausgelegt, also auf internationales Krisenmanagement, mit verschiedenen Modulen. Manche gehören noch zur Klasse 124, Luftverteidigungsfregatten.
Aber was die anderen beiden machen, habe ich aktuell nicht dabei. Sehen Sie es mir nach. Das Pressezentrum Marine hat dazu die aktuellen Informationen.
Frage: Herr Hinterseher, Sie sagten, es gebe keine Kampfhandlungen. Ist die Verlegung von Minen, Seeminen nach der Definition eine Kampfhandlung?
Herr Kornelius, Sie sprachen vom ewigen Krieg, in den man nicht hineinschlittern dürfe. Ist die Befürchtung eines ewigen Krieges tatsächlich eine, die die Bundesregierung hat?
Hinterseher: Könnten Sie die Frage noch einmal wiederholen? Ich hatte verstanden, dass Sie sagten, es gebe keine Kampfhandlungen.
Zusatzfrage: Sie sagten, es gebe derzeit keine Kampfhandlungen; deshalb könnten sich im Rahmen dieser Aspides-Mission auch die Deutschen nicht wehren. Ist das Verlegen von Seeminen eine Kampfhandlung oder nicht?
Hinterseher: Ich habe, glaube ich, nicht gesagt, dass es keine Kampfhandlungen in der Straße von Hormus oder im Persischen Golf gebe, denn das wäre falsch. Es gibt tagtäglich Kampfhandlungen, gerade im Persischen Golf. Insofern verstehe ich die Frage nach wie vor nicht.
Zusatzfrage: Also noch einmal: Ist das Verlegen von Seeminen für Sie eine Kampfhandlung? Oder ist das keine?
Hinterseher: Ich kann Ihnen jetzt keine Definition einzelner Tätigkeiten dort geben, denn das geht dann immer auch sehr schnell in eine rechtliche Auslegung. Deswegen weiß ich an dieser Stelle nicht, ob es per se schon eine Kampfhandlung darstellt, etwas zu verminen. Wenn es dazu etwas gibt, würde ich es Ihnen nachreichen.
Kornelius: Ich möchte auch meine Aussage noch einmal wiederholen. Ich habe gesagt, es darf nicht zu einem ewigen Krieg kommen. Das heißt nicht, dass ich davon ausgehe, dass es einer ist oder einer wird. Ich sage, dass es dazu nicht kommen darf.
Frage: Eine Frage an Herrn Kornelius, weil wir bei den Äußerungen von Herrn Trump oft nicht genau wissen, ob er das nur auf Social Media gepostet hat oder nicht: Gibt es überhaupt eine offizielle Anfrage der Amerikaner bezüglich Hilfe für die Straße von Hormus?
Kornelius: Ich weiß jetzt ehrlich nicht, wie wir uns offizielle Anfragen vorzustellen haben. Ich darf allerdings noch einmal daran erinnern, dass die Vereinigten Staaten und auch Israel uns vor dem Krieg nicht zurate gezogen haben und dass Washington zu Kriegsbeginn ausdrücklich erklärt hat, dass europäische Hilfe weder erforderlich noch gewünscht sei.
Zusatzfrage: Okay, das habe ich so verstanden, dass es jetzt noch keine Anfrage gibt. Regierungen übermitteln anderen Regierungen ja durchaus auch direkt Anfragen.
Kornelius: Das ist mir nicht bekannt, nein.
Frage: Herr Kornelius, ganz kurz noch einmal zur Drohung des US-Präsidenten bezüglich der NATO: Sie sehen keinen Zusammenhang zwischen dem Krieg und einem NATO-Einsatz, aber nehmen Sie denn die Drohung des US-Präsidenten ernst?
Kornelius: Ich glaube, man muss jedes Wort des amerikanischen Präsidenten als ein Wort des amerikanischen Präsidenten nehmen. Das spricht aus einer gewissen Autorität eines Amtes, aber gleichzeitig ist dieser Krieg keine Angelegenheit der NATO. Das hat auch übrigens der NATO-Generalsekretär so bestätigt.
Zusatzfrage: Hat der Bundeskanzler in dieser Sache mit dem NATO-Generalsekretär gesprochen?
Kornelius: Auch zu dieser Frage gilt, was ich zu den Telefonaten vorhin gesagt habe: viele Telefonate, keine Namen.
Nachtrag 2: Inzwischen gibt es auch ein Transkript der Pressekonferenz von Bundeskanzler Friedrich Merz und dem niederländischen Premierminister Rob Jetten in Berlin. Daraus die zentrale Aussage des Kanzlers zum Iran-Krieg:
Besonders dringlich ist heute, über den Krieg im Iran zu beraten. Ich will aus meiner Sicht vier Punkte hervorheben:
Erstens darf die Region nicht in einen ewigen Krieg mit unklaren Zielen hineinschlittern. Eine weitere Ausweitung der Kampfhandlungen brächte große Risiken für unsere Partner im Nahen Osten und in der gesamten Golfregion. Gleiches gälte bei einem Zusammenbruch der iranischen staatlichen Ordnung, der territorialen Integrität, der Staatlichkeit und der iranischen Wirtschaft.
Dieser Krieg muss deshalb schnellstmöglich und mit einem klaren Plan, mit einer Strategie, zu Ende gebracht werden. Ich will daran erinnern, dass am ersten Kriegstag Präsident Macron, Premierminister Starmer und ich erklärt haben: Wie die Vereinigten Staaten und Israel wollen wir ein Ende des iranischen Nuklear- und Raketenprogramms. Aber wir beteiligen uns nicht an diesem Krieg.
Das haben wir vom ersten Tag an gesagt. Dabei bleibt es für die Bundesregierung. Das heißt aber auch: Solange der Krieg andauert, werden wir uns daran nicht beteiligen, in der Straße von Hormus mit militärischen Mitteln eine freie Schifffahrt zu gewährleisten.
Bis heute ist uns auch kein Konzept bekannt, wie eine solche Operation überhaupt gelingen könnte. Es fehlt uns im Übrigen, das wissen Sie aber auch alle, ein nach dem Grundgesetz erforderliches Mandat der Vereinten Nationen, der Europäischen Union oder der NATO. Zu jedem Zeitpunkt war also klar, dieser Krieg ist nicht Angelegenheit der NATO. Generalsekretär Mark Rutte hat das bereits betont. Ich will mich dem ausdrücklich anschließen.
Die Vereinigten Staaten von Amerika und Israel haben uns vor diesem Krieg auch nicht konsultiert. Zu Iran hat es eine gemeinsame Entscheidung über das Ob nie gegeben. Deshalb stellt sich auch nicht die Frage, wie sich Deutschland hier militärisch einbringt. Wir werden es nicht tun.
Zweitens. Das heißt nicht, dass wir untätig sind ‑ im Gegenteil. Präsident Trump hat vor zwei Wochen gebeten, im Sinne einer Lastenteilung die deutsche Präsenz an der Ost- und Nordflanke der NATO beizubehalten. Das tun wir, das tun wir aus voller Überzeugung, und wir legen auch nach. Ich habe das bei meinem Besuch am letzten Freitag in Norwegen auch unterstrichen. Es beteiligen sich im hohen Norden zurzeit 1600 deutsche Soldaten an der NATO-Übung Cold Response.
Das trägt auch der strategischen Einsicht Rechnung, dass die Kriege in Iran und in der Ukraine miteinander verbunden sind. Russland verfolgt die Entwicklungen um den Iran natürlich mit großer Aufmerksamkeit. Russland wird jede Chance nutzen, die NATO zu testen und die Ukraine zu schwächen.
Deshalb war es nach unserer Auffassung falsch, dass Washington restriktive Maßnahmen gegen den Verkauf von russischem Öl gelockert hat. Wir werden diesen Weg nicht mitgehen. Wir werden den europäischen Sanktionsdruck auf Russland weiter erhöhen. Die Energiepreise lassen sich im Übrigen auch durch solche Zugeständnisse an Russland nicht nachhaltig senken; aber für die Ukraine ist dies ein schädliches und falsches Signal. Es geht auch zu Lasten unserer europäischen Sicherheit.
Drittens. Wir blicken sehr beunruhigt auf die Entwicklungen im Libanon. Wir verurteilen scharf, dass die Hisbollah jetzt aufseiten Irans in den Kampf gegen Israel eingetreten ist. Hisbollah muss sofort diese Angriffe beenden und die Waffen niederlegen. Wir unterstützen auch jede Anstrengung, die Gespräche zwischen Israel und Libanon in Gang setzen kann.
Wir fordern aber auch Israel auf, zivile Ziele und die UNIFIL-Mission der Vereinten Nationen nicht anzugreifen. Wir verfolgen mit ziemlicher Sorge die israelische Bodenoffensive. Eine solche Offensive würde die ohnehin hoch angespannte humanitäre Lage und das dramatische Fluchtgeschehen weiter verschärfen. Deshalb fordern wir unsere israelischen Freunde eindringlich auf: Schlagt diesen Weg nicht ein, es wäre ein Fehler. Wir sind uns auch hierüber einig mit unseren wichtigen Partnern in Europa.
Wir arbeiten schließlich viertens daran, die Auswirkungen des Krieges auf unsere Volkswirtschaften zu dämpfen. Deshalb haben wir im Rahmen der Internationalen Energieagentur in der letzten Woche Ölreserven freigegeben. Im Übrigen hat der norwegische Ministerpräsident mir in der letzten Woche noch einmal versichert, dass Norwegen die Kapazitäten, die es in der Ölförderung und in der Gasförderung hat, voll ausschöpfen wird und wir uns darauf auch weiter verlassen können. Im Übrigen werden wir in dieser Woche auch national weitere Maßnahmen auf den Weg bringen, unter anderem durch eine Änderung des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen. Das wird bereits am Mittwoch Gegenstand der Kabinettsbeschlussfassung sein und dann auch sehr zügig dem Deutschen Bundestag zugeleitet werden.
Schließlich: Wir werden beim Europäischen Rat noch diese Woche bereden, welche weiteren realistischen Maßnahmen zur Energiepreisdämpfung es geben kann. Dafür gibt es Vorschläge der Kommission, die zurzeit in der finalen Abstimmung sind ‑ auch heute im gesamten Laufe des Tages mit der Kommission, mit verschiedenen Mitgliedstaaten und eben auch mit unseren niederländischen Freunden.
@Flo
Die Einschränkung „wenn sie intakt ankommt“ kommt freundlich harmlos daher.
Im vorliegenden Kriegsfall ist Deutlichkeit angesagt, anderes darf missbilligt werden.
Insofern „Hormus muss frei gekämpft werden“ hat auf dem Sprechzettel zu stehen, möglichst mit verbundenem Exkurs zu möglichem Kräfteansatz.
@JCR
Eine MEU ist deutlich mehr als ein Bataillon Infanterie.
„@FoxNews: Pentagon sending USS Tripoli, a Marine Amphibious Ready Group (ARG), and the 31st MEU to the Middle East with about 2,500 U.S. Marines, …“
Wesentlich ist die ARG. Sie umfasst eine „Landing Force (Marine Expeditionary Unit): A Marine Air-Ground Task Force (MAGTF) that provides ground, air, and logistics support, including helicopters, V-22 Ospreys, and AV-8B Harriers or F-35B Lightning IIs“.
Die Tripoli trägt 20 F-35, Mehreren Information folgend wurde auf dem Weg durch den Pazifik/Indik die ARG um zwei zusätzliche amphibious assault ship (LHD/LHA) verstärkt.
Einige Gedanken zur Verwendung 16.03.2026 um 23:19 Uhr.
@Klaus-Peter Kaikowsky (KPK)
Vielen Dank für die Analyse!
Grundwehrdienst 16.03.2026 um 19:25 Uhr:
>strategische Autonomie Europas
bedeutet auch „Nein“ zu sagen.
@Klaus-Peter Kaikowsky (KPK) 16.03.2026 um 19:47 Uhr
>Europa kann Trump sagen „Dein Krieg, Dein Problem“. Aber ist das klug?
>Kommt bei Gelegenheit – an der Ostflanke – die Retourkutsche „Euer Problem“?
Nach dem Grönland-Disput ist die Ansage „nicht unser Bier“ passend. Wer ankündigt nicht verteidigen zu wollen, was einem nicht gehört, stellt den ideelen Kern der NATO in Frage.
Zustimmung zu Wait&C 16.03.2026 um 22:38 Uhr und Andreas 16.03.2026 um 22:00 Uhr:
Trump ist auch kurzfristig kein verlässlicher Partner.
@JCR
Zumindest die Marine des Oman scheint gut ausgebildet zu sein und hat sehr enge Verbindungen zur RN von GBR. In Oman selbst aber auch im arabischen Raum verfügt die RN über einige Basen:
https://researchbriefings.files.parliament.uk/documents/CBP-8794/CBP-8794.pdf
Erstaunlich auch:
https://starconcord.com.sg/omans-sail-training-ship-wins-top-honors/
Soweit mir erinnerlich sind auch Angehörige des Königshauses sehr marine-affin.
Erstmal kurzer Gruß an den Hausherrn: Das Portrait ist viel besser als das letzte!
Dann zum Thema: Ich bin gerade etwas schockiert davon, wie viele Kommentatoren in Deutschland offenbar heiß darauf sind, deutsche Schiffe brennen zu sehen. Stephan Casdorff vom Tagesspiegel, Christoph Schlautmann vom Handelsblatt… Die scheinen alle absolut keine Ahnung von der taktischen und geostrategischen Situation da am Boden zu haben. Dass die USA es nicht schaffen, die Straße zu öffnen, hat ja einen Grund. Weil es nicht so einfach möglich ist. Man macht sich da zur Zielscheibe und erreicht nichts. Das strategisch beste, was man tun kann, ist a) unabhängiger von Öl werden und Quellen anderer Güter diversivizieren und b) in diesem konkreten Fall: Trump so deutlich wie möglich machen, dass er mit diesem Krieg allein ist. Dann besteht eine Chance, dass er aufhört, und dann besteht auch eine Chance, dass die Straße wieder geöffnet wird. Jeder Versuch, da jetzt militärisch reinzugehen, macht es nur schlimmer und länger, und sendet das völlig falsche Signal.
Ich kann nicht glauben, dass ich das sagen muss. Ich habe mich die letzten Jahre von „Friedensdemos“ ferngehalten, weil sie verlogen sind und letztlich nur die Kapitulation der Ukraine einem imperialistischen Diktator gefordert haben. Aber jetzt sehe ich tatsächlich Leute, die offenbar wirklich heiß auf den nächsten Weltkrieg sind. Dieser sinnlose, illegale, unüberlegte, ungeplante, unmöglich zu gewinnende, unfassbar zerstörerische Krieg muss aufhören, und aufhören müssen die (in diesem konkreten Fall) Aggressoren, Trump und Netanyahu.
Ich bin der Bundesregierung ausnahmsweise dankbar für ihre Haltung. Nächstes Mal bitte noch klarer und nach britischem und spanischem Vorbild die Nutzung von Basen für die Aggression verbieten.
@Andreas Lange. Warum die Golfstaaten nicht an der Seite der USA in den Krieg eingreifen. Das ist einfach zu verstehen. Die Golfstaaten beziehen zwischen 90% (Bahrein) und 70% (Saudis) ihres Wassers aus Meerwasserentsalzungsanlagen und die USA können nicht einmal ihre eigenen Basen in den Golfstaaten gegen iranische Raketen schützen. Ohne Öl kann man am Gold überleben, ohne Wasser nicht…
Mglw. entsteht in den nächsten Tagen eine neue Lage:
Ab heute beginnen die Feierlichkeiten zum iranischen Neujahrsfest und am Do, 19.03. ist Eid al Fitr (vulgo Ende Ramadan).
2 Feierlichkeiten, die normalerweise im IRN die Menschen auf die Strassen bringen würde. Die Mullahs fürchten, dass sich daraus grosse Unruhen entwickeln können und haben nach innen davor deutlich gewarnt.
ISR hat heute – vmtl. mit grosser zeitlicher Synchronisation – 2 höchstrangige IRN – Führer der inneren Sicherheit eliminiert. Vmtl. weder Zufall noch Gelegenheitsziel.
Sollte es zu landesweiten Unruhen kommen und eröffnen die im Grenzgebiet IRN – IRK stehenden IRN- Kurden aktive Massnahmen gg. die Mullahs droht dem Regime grosse Gefahr. Ausgang offen. Exzessive Gewalt folgt in jedem Fall.
Und sollte es zu einem solchen Szenario kommen wird nicht nur DT die geistig- intellektuelle Urheberschaft für diesen Plan beanspruchen, sondern die Lage im IRN und in der Region wird nochmals eskalieren.
Dass das Regime sich nicht scheut benachbarte Staaten beharrlich zu beschiessen sehen wir.
Wie weit kann der IRN jetzt also noch gehen?
Steht das Regime demnächst womöglich vor dem Abgrund – wie laut wird der Knall mit dem es sich von der Weltbühne verabschieden wird?
Mglw. muss in der näheren Zukunft über viel mehr als nur Minenräumung und Öffnung von Seewegen entschieden werden.
@JCR, ich vermute Mal die Zurückhaltung der Nachbarn dürfte nicht ganz uneigennützig sein.
Ja theoretisch müssten die mehr können bei ihrer Ausstattung. Praktisch dürfte aber auch bei denen die Frage sein, wollen die auch oder hält man sich bewusst zurück um den Iran nicht noch mehr zu verärgern und weitere Angriffe auf Hochwertziele zu provozieren?
Neben der Ölindustrie dürfte es nämlich noch eine weitere Gruppe lohnender Ziele geben. Die Meerwasserentsalzung.
Israel erschafft mit diesen gezielten Tötungen nur ein Vakuum, in dem sich nur die zynistischsten, kladestinsten und menschverachtendsten Kräfte halten werden. Da wird systematisch Staatlichkeit zerstört. Den Nachfolger wird niemand kennen, niemand wird wissen, ob er noch Befehlsgewalt hat. Das System des Regimes wird noch weiter dezentralisiert und Entscheidungen noch weiter unten angesiedelt, bis es sich in bloßer Anarchie auflöst. Räumte selbst Trump ein, dass dieser große Anschlag Israels auf die Konferenz mit Khamenei einige potentielle Nachfolger mit in den Tod riss. Und es funktioniert nicht. Nasrallah getötet mitsamt 300 Führungskräften mit diesem Pageranschlag und die Hisbollah ist immer noch da.
Ein riesiges Syrien mit modernen Raketen, einem etablierten Drohnensystem und Zugang zum Golf.
Bisher wirkte das ganze noch kalkuliert mit Schlag und Gegenschlag. Wenn lokalen Kommandeuren die Zielauswahl übertragen wird, dann kann man sich auf was gefasst machen. Ich verstehe die Zurückhaltung der arabischen Golfanrainer. Sie sind die menschlichen Schutzschilde der Israelis in diesem Krieg, da leichter zu erreichen.
Mag sein, dass dieses Regime gestürzt wird, ähnliches gilt aber auch für die Golfmonarchien, die ihre Immigranten jetzt nicht unbedingt vorbildlich behandeln. Bagdad scheint in Anarchie abzudriften mit den Kämpfen rund um die „grüne Zone“. Dort sind nebenbei 5000 Isis Anhänger inhaftert.
Die eine Millionen Vertriebenen im Libanon sind von der Propaganda ja inzwischen so entmenschlicht worden, dass sie keiner mehr wahrnimmt.
@ Andreas Lange sagt:
17.03.2026 um 9:00 Uhr
„Ich hatte angesprochen, das die Golfstaaten…., aber warum hört man von da nichts?“
Thema der Abhängigkeit von verwundbaren Meerwasserentsalzungsanlagen wurde schon angesprochen. Darüber schwebt aber noch ein anderes Level: Angst der Herrscherfamilien vor Rivalen bzw. Opposition, wenn der Eindruck sich ausbreitet, dass diese nicht mehr für Sicherheit sorgen können und strategisch „falsche“ politische Entscheidungen getroffen haben. Es mehren sich Stimmen dort, auch unter Reichen und Einflussreichen, die die Bindung an USA stark in Frage stellen; der Eindruck wird grösser, vielleicht nur nützlicher Idiot von USA und ISR zu sein, in dessen Interesse der Krieg vom eigenen Terrotorium aus geführt wird. Aktiv in den Krieg einzutreten würde die entsprechenden Risiken für die Herrscher absehbar stark vergrössern – mit der zusätzlichen Gefahr, dass das ganze System der Golfstaaten kollabiert, wenn die ausländischen Arbeitskräfte, die den Laden auf Laufen halten, die Region aus Kriegsangst verlassen.
@KPK
Ob die MEU odere andere USN Naval Assets noch durch Hormuz kommen und ob das Kharg Terminal „ausser Bezrieb genommen“ wird, werden wohl die Lackmustests der nächsten Wochen. Wenn ja, dann wankt die Story des IRN-Regime tasächlich erheblich. Wenn nein, die von USA. Doch selbst wenn, bleibt unklar und offen, was danach käme. Gegen IRN ist AFG ein Witz.
Eigentlich eine einfache Rechnung:
Die USA helfen via IT und Waffen der EU im Ukraine-Krieg und nun soll die EU der USA im Nahost-Konflikt helfen….
War aber wohl eher ein einseitiger Weg.
@Klaus-Peter Kaikowsky (KPK) , ja intakt ankommen ist eine sehr freundliche Umschreibung. Aber muss Hormus aktuell wirklich freigekämpft werden? Afaik ist alles was es aktuell gibt ein paar Funksprüche der Iraner die vor der Durchfahrt warnen und so was ich mitbekommen habe braucht es nur ein wenig Vitamin B oder viel Mut und schon kann man passieren.
Aber ja, Schiffe der Amerikaner werden Mut und Glück brauchen um da heil durchzukommen. Die werden dir Iraner sicher versuchen aufzuhalten.
Lassen wir die rechtliche Frage, die angesichts von Art. 25 GG nicht unwesentlich ist, einmal beiseite. Das Grundproblem ist doch die totale Unberechenbarkeit von Donald Trump. Er hat die Verbündeten der USA nicht einmal informiert, geschweige denn konsultiert. Anscheinend hat er auch keinen durchdachten Kriegsplan und kann kein nachvollziehbares Kriegsziel benennen. Jede militärische Beteiligung an diesem Krieg wäre daher ein Vabanquespiel.
Presseberichten zufolge soll Trump weder auf seine militärischen Berater gehört noch die Sperrung der Straße von Hormus einkalkuliert haben. Mit einem impulsgesteuerten Dilettanten zusammenzuarbeiten, der gleichwohl die Befehlsgewalt ausübt, ist völlig unzumutbar – für die Regierungen der Verbündeten und vor allem für die Soldaten, die dann vor Ort ihren Kopf hinhalten. Wenn dem Herrn im Oval Office morgen einfällt, im Iran mit Bodentruppen intervenieren zu wollen und wir uns daran beteiligen sollen, diskutieren wir die Frage unter veränderten Umständen aufs Neue. Trotzdem mitmachen, weil er der NATO mit Konsequenzen droht? Das Nein der Bundesregierung ist in meinen Augen richtig. Und martialische Sprüche a la „Hormus muss frei gekämpft werden“ helfen da auch nicht weiter.
Amerikanischer Antiterrorchef tritt zurück. Täte ich auch an seiner Stelle. Das wird unbequem mit dem von Israel geschaffenem Vakuum. Die sind jetzt blind! Ist natürlich zu heikel, so etwas in deutschen „Sicherheitskreisen“ zu sagen.
https://x.com/joekent16jan19/status/2033897242986209689?
Der Hausherr hat doch in seinem Post vom 16.03.2026 um 21:18 Uhr alles Wesentliche gepostet und den US-GRÖPAZ wie folgt zitiert:
“We don’t need anybody,” Trump says. “We’re the strongest nation in the world.”
Yes sir, you are absolutely right. No further discussions, Mr. President.
Alles andere erübrigt sich, die USA brauchen kein weiteres Fußvolk. So schnell, wie Trump seine Meinung wechselt, kann man nicht sinnvoll reagieren. Da bleibt nur „Ruhe bewahren, weitermachen mit Dienst.“
Das Problem Europas werden dann wieder die Flüchtlinge sein, die, Gott bewahre, keinesfalls in die USA einreisen dürfen. Wir sollten uns vorbereiten, sie werden kommen. Agent Orange und Bibi from Jerusalem haben jedwede Annäherung zwischen den arabischen Staaten und Israel gerade mit dem Ar…. eingerissen. Auch sollte mal die angeblich so „besondere Beziehung“ zwischen Deutschland und Israel auf den Prüfstand gestellt werden, trotz aller historisch-moralischen Verpflichtungen. Man kann nicht Nibelungentreu bei allen israelischen Zündeleien im Nahen Osten wegsehen und diese dann irgendwie mehr schlecht als recht zu rechtfertigen versuchen.
@Flo
Ein beladener Öltanker erreicht einen Wert von bis zu mehreren hundert Millionen Euro. Kein Unternehmen mit funktionierendem Risikomanagement fährt so ein Schiff ohne weiteres durch Gewässer, in denen bereits Schiffe angegriffen wurden und es glaubwürdige Drohungen mit weiteren Angriffen gibt. Schon die Versicherung stellt zunehmend ein Problem dar. Wenn der Iran es will, wird der Transit durch die Straße von Hormuz noch für viele Wochen deutlich eingeschränkt bleiben. Auch Schiffe mit Bezug zu Staaten, die dem Iran nahestehen, sind dabei einem hohen Risiko ausgesetzt, weil niemand weiß, wie zuverlässig iranische Kräfte ihre Ziele derzeit identifizieren können.
@someone
Die ersten Auflösungserscheinungen in der amerikanischen Regierung….wenn die steigende Inflation sichtbar wird, dürften weitere folgen.
Grundwehrdienst sagt:
Ihre Argumentation wird durch Ihren letzten Satz unrealistisch, weil genau das unser Problem ist.
Es gibt niemand und keine Nation, die uns, selbst fuer gutes Geld, in der zu betrachtenden Zeitspanne (Vorgestern) entsprechende Waffensysteme liefern koennte. (Dazu kaeme noch das Problem der Ausbildung der Besatzungen, die wir eh‘ nicht haben…. )
Ihr Vorschlag oder Ihre Idee ist ein 10-Jahresprogramm wobei die BR Deutschland gehoerig in den Haushalt greifen muesste um das zu finanzieren ( Erhebliche Gehaltsverbesserung fuer Langdiener um Leute zu bekommen) und das rpt das bekommen Sie dann mal durch das Parlament!……
Auf Social Truth hat der Gottgesalbte jetzt verlauten lassen, dass die USA keine Hilfe bräuchten.
Da bin ich jetzt mal gespannt, was passiert.
Wahl RLP am 22.3. Alles was Merz vorher sagt, muss man nicht ernst nehmen. Die Position der BR wird man erst nach dem 22.3. als belastbar einstufen können.
Wenn der Krieg weitergeht, dann ist die Lage relativ einfach:
Ölpreis > 150 USD und Deutschland geht den Bach hinunter. Es wird ein Wahnsinnsdruck aufkommen, die Straße von Hormuz wieder frei zu bekommen. Frieden wird es nicht geben und auf Seite der Iraner werden wir sicher nicht eintreten. Also wird der Druck, auf Seiten der USA die Straße „freizuschießen“ enorm. Für die politische Bewertung spielt die Durchsetzbarkeit nur die zweite Rolle. Wichtiger ist, so zynisch ist die Welt, dass die Politik „etwas tut“, irgendetwas. Untätigkeit wäre politisch für die BR und die sie tragenden Parteien die schlechteste Wahl.
Hinzukommt: Wir sind im Bündnis mit den USA und die BR hat bereits klar gemacht, dass man auf den „Schutz“ durch die USA auf keinen Fall verzichten wird (Zölle, Grönland).
Praktisch militärisch können wir gar nicht so viel beitragen. Aber darum wird es nicht gehen.
Ergo: Nach dem 22.3. dürften wir eine Kursänderung erleben. Erst schweigen, dann „Helme“ und dann…
Im globalen Bild arrangiert sich alles weiter zur großen Auseinandersetzung zwischen Ost und West, die sich vom begrenzten Stellvertreterkrieg zum entgrenzten Systemkrieg wandelt.
Dass das alles furchtbar sinnlos, weil am Endergebnis des Durchhaltens des Irans und der Niederlage in der UA nichts ändernd, und spezifisch für Deutschland verheerend ist, ist offensichtlich. Aber die „Hunde des Krieges“ folgen ihrer eigenen Logik.
Aktuelles Interview auf NTV ( auch auf Youtube ):
Masala: Strasse von Hormus „kann nicht vermint sein“.
Erwähnt werden russische, chinesische und Indische Schiffe die durchkommen.
Mein Kommentar:
Die Einblendungen von Seiten wie Marine-Vessel-Tracker, die öfter auf diversen TV-Beiträgen laufen, zeigen da nur eine Realität die so nicht vorhanden ist.
Die entsprechenden Schiffe haben ihren Transponder ausgeschaltet.
Was wirklich durchkommt wissen sicher nur die Betreiber von Militär-Radaren die Informationen nicht mit der Öffentlichkeit teilen. Da die Schiffe sehr gross sind könnten aber auch fast alle zivilen Satelliten wie Landsat ( Auflösung: 15 Meter ) hier für Aufklärung sorgen.
Trotzdem wird auch im dt. TV immer wieder behauptet es käme „auch kein iranisches Öl raus“.
Das bedeutet die Situation für den Iran ist zumindest handelstechnisch entspannter als für die Golfstaaten.
Desweiteren kassiert Russland gleich doppelt: Für Tankerdienste aus dem Iran raus und durch Aufhebung der Sanktionen mit dem Verkauf eigenen Öls.
Die Situation ist echt verfahren. U.a, auf dem reichweitenstarken youtube-Kanal von Ward Carrol ( gut informierten Ex-Marineflieger ) wird gerade über den Einsatz von Marines diskutiert. Die sind ja nach Berichten unterwegs…
Deeskalation sieht anders aus.
Nach Amtszeit 1 von Trump war ich in einer Hinsicht positiv überrascht: Keine neuen Kriege und die Finger blieben weg vom roten Knopf ;-)
Noch vor der Hälfte von Amtszeit 2 bleibt nur noch die Hoffnung auf Letzters…
@BS
„Im globalen Bild arrangiert sich alles weiter zur großen Auseinandersetzung zwischen Ost und West, die sich vom begrenzten Stellvertreterkrieg zum entgrenzten Systemkrieg wandelt. “
Also die Golfstaaten gehören im allgemeinen nicht zum Westen und stecken aber doch sehr tief als eigenständige Player mit drinn, die ein viel dringenderes Bedürfnis daran haben, ihr Öl wieder verkaufen zu können und ihre Bürger in Sicherheit zu wiegen. Denn sowas schafft Unzufriedenheit, die Hochglanzinfluencerfassade von Dubei hat schon sehr gelitten. Noch schwerer wiegt es, wenn die eigene Bevölkerung unzufrieden wird. Das mögen Monarchen nicht. Denn manchmal überleben sie das nicht.
Aber was wollen wir denn da unten? Zugeständnisse von Trump?
Oder volle Kanne rein?
Unter wessen Führung, wenn man sich nicht am Krieg beteiligen will?
Eine unabhängige, Internationale Flotille die den freien Seehandel durchsetzt, klingt theoretisch ganz Nett, aber ist praktisch völlig Illusorisch. Und auf Seiten der USA und Israel macht man sich zum Teilnehmer eines Angriffskrieges.
Ich lese hier seit vielen Jahren mit.
Als es beispielsweise um die maritimen Fähigkeiten der Bundeswehr ging, hat man sehr häufig gelesen, Deutschland muss seine Interessen schützen können. Also globale Wirtschaftsgröße und Exportmacht ist man auf freie Handelswege angewiesen.
Nun hat man genau eine solche Situation und wenn sachlich über Maßnahmen gesprochen wird, reden einige wieder den 3. Weltkrieg herbei.
Die Diskussion ist müßig, es wird in der aktuellen parlamentarischen Konstellation kein Mandat geben und die Bundeswehr hat mehr oder weniger nix anzubieten.
Minenabwehr? Jetzt?
Trump hat sich gegen jeden Ratschlag und unüberlegt in eine katastrophale Lage gebracht….mit globalen Folgen.
Und Europa kann (wie immer) nur mit Statements reagieren.
Interessant, was ich hier so lesen darf.
Ich lese schon lange mit. Die unterschiedlichen Meinungen sind schon bemerkenswert. Ich selbst bin bloß ein Uffz. d. Res. der NVA:
Aber zum Thema. Hier wird ja auch gern mal das Thema diesbezüglich verteidigt, dass die Marine mittun soll in in der Straße von Hormuz. Es gibt da in der Geschichte ein eigentlich äquivalentes Beispiel: Der Kanal. Die Befürworter dafür, dass sich die Deutsche Marine beim „Freikämpfen“in der Straße von Hormuz beteiligen soll sollten sich mal mit der Geschichte der Sicherungsdivisionen unter dem BSW (zeitweise auch der bekannte Ruge) der KM im 2.WK beschäftigen. Die Ausmaße der Straßen sind ähnlich, die Verluste waren enorm.
Im Übrigen: Herr Trump hat diesen Krieg ohne Konsultation der Europäer los getreten. Warum sollen europäische Staaten dann mittun. Herr Trump meinte, die Ukraine wäre ein europäisches Problem. OK. Dann hat Europa ein eigenes Problem und er seins. Der derzeitig amtierende Präsident der USA hat ein derart sprunghaftes Verhalten, dass er selbst nahe stehende Verbündete verspottet hat (vor kurzem den Einsatz britischer Einheiten in AFG). Warum sollten wir unsere Jungs und Mädels und unsere Technik für solch einen „Verbündeten“ verheizen?
@Stefan: Da sind keine Minen. CHN Reederei und RUS Tsnkerflotte, ggf IND wird gefragt sein.
@BS: zum einen Ost-West dann Nord-Süd. Und so wie die USA sich verhalten, schließen sich Süd und Ost noch zusammen. Ganz im Sinne des „Arisierungs-Whitepower-Evangelismus“ Wahns der MAGA. Sorry mir fehlt da noch ein geeigneter Klammerbegriff.
@Eric Hagen: Ihre Expertise der Region in keinster Weise infrage stellend, würden sie mich entkräften, wenn ich die Gegenthese formuliere, es könnte auch gegenteiliges Szenar eintreten? Die Proteste waren von Interessensgruppen aus Wirtschaft und Ethnien getragen, am Eid rückt Konfession und Ummah in den Fokus der kollektiven Wahrnehmung.
@Orontes
„…Auch Schiffe mit Bezug zu Staaten, die dem Iran nahestehen, sind dabei einem hohen Risiko ausgesetzt, weil niemand weiß, wie zuverlässig iranische Kräfte ihre Ziele derzeit identifizieren können…“
Das frag ich mich auch.
Wenn an bestimmten Stellen schon Stellvertreter von Stellvertretern agieren und Entscheidungsgewalten nach unten verschoben werden wird das auf Dauer nicht funktionieren.
Was wirklich überhaupt keiner erwartet hatte, zumindest vor Trump 1, war die Verquickung von atomarer Schutzmacht für die NATO und Deutschland mit erwarteter blinder Gefolgschaft.
Nicht nur das eine Atommacht bei einer Vollinvasion ( Bsp. Ukraine ) alleine durch den Besitz zu starke Interventionen von aussen zuverlässig verhindern kann.
Jetzt erpresst schon die atomare Schutzmacht eines Bündnisses die Länder in ebendiesem zu Beihilfen bei sehr umstrittenen eigenen Kriegen.
Wie weit das mit der Erpressung wirklich geht wird man bei unglücklichem Verlauf von „Entscheidungen“ eines gewissen Präsidenten dann sehen, sprich wenn das noch Monate dauert…
Und die Dauer der Sperrung der Meerenge, deren Namen nicht genannt werden darf, hängt ja auch noch von Israel ab.
( Letzter Satz noch ein Bonmot für Harry-Potter-Fans :-)
Kann mir mal Jemand erklären, mit wem Trump und Netanjahu eigentlich einen Waffenstillstand schließen geschweige denn einen Frieden verhandeln wollen, wenn sie sukzessive alle Funktionsträger im Iran ausschalten? Wie schon einige Mitkommentatoren schreiben, wird diese Aufgabe mit der zwangsläufigen Dezentralisierung des Iran, bzw. Zerfall der Machtstrukturen nicht einfacher.
Was für ein Desaster. „Danke“ USA, Israel. Die nächste weltweite Wirtschaftskrise ist vorgezeichnet. Übrigens auch eine Düngerkrise für die Landwirtschaft…nur mal so.
Ich denke mal, Israel hat eigentlich kein Interesse an einem stabilen Iran. Eine Free Fire Zone, in der man jederzeit alles aus der Luft zerstören kann, was man will (wie im Libanon und Syrien) ist denen eigentlich lieber als ein Nationalstaat, mit dem man verhandeln muß.
Die USA mögen das anders sehen, aber ich denke darauf wird es hinauslaufen. Dauerkrieg für die nächsten 10 Jahre.
@BS sagt: 17.03.2026 um 18:50 Uhr
„Nach dem 22.3. dürften wir eine Kursänderung erleben. Erst schweigen, dann „Helme“ und dann…“
Könnte man meinen, ich denke nicht. Die deutsche Bevölkerung ist nicht dafür und die Auswirkungen auf den freiwilligen Wehrdienst wären verheerend, wenn man in einen völkerrechtlich mehr als fragwürdigen, sinn- und ziellosen Krieg zieht.
Die Frage ist doch, wie weit lässt man sich erpressen und die ständigen Beleidigungen gefallen?
Hinzu kommt, das BK Merz nicht so richtig fest im Sattel sitzt. Da sind mehr als genug Probleme, das neueste die Verwendung des Sondervermögens. Und dann hat er noch Spahn und Söder an der Backe, die ihm munter dazwischen grätschen. Er braucht noch nicht mal seinen Koalitionspartner, damit es nicht rund läuft.
Typisch Trump: Er zettelt an (nachdem ihn Bibi dazu gedrängelt hat) und lässt dann andere die Drecksarbeit machen, wenn er mitbekommt, dass das nicht gerade nach „winning“ aussieht.
Später tut er dann sicher wieder so, als hätte er gar nichts damit zu tun, nennt es einen „Konflikt der Europäer“ oder, noch schlimmer, behauptet, Biden sei dran schuld gewesen.
Warum sollte die NATO dort irgendwas auf sein Geheiß tun? Es ist die nordatlantische Vertragsorganisation, nicht die mittelöstliche.
Er sollte mal den Vertrag lesen. Der Falklandkrieg war ja auch eine rein Argentisch-Britische Veranstaltung.
„Kann mir mal Jemand erklären, mit wem Trump und Netanjahu eigentlich einen Waffenstillstand schließen “
Das ist nicht der Plan. Israel, oder besser Netanjahu, hat Jahre, wenn nicht Jahrzehnte auf diesen Augenblick gewartet. Platt machen ist angesagt, wie in Gaza, bis kein Stein mehr auf dem anderen istz und die Angriffsfähigkeit des Gegner möglichst auf Null dezimiert. Die Gefahren, die vom Iran ausgehen, sind für Israel existenzbedrohend. Das ist es wurscht, ob in der europäischen Komfortzone die Spritpreise aus dem Ruder laufen. Es ist auch völlig egal wie es den Menschen im Iran geht, oder ob da noch schlimmere Hardliner an die Macht kommen. Die israelischen F-35 und Drohnen können sich im iranischen Luftraum frei bewegen, und sie werden jeden erwischen, der auch nur den Kopf raus streckt. Gaza, Beirut oder Theheran, die Banditen sind nirgends mehr sicher. Das wird so lange weitergehen wie Trump an der Macht ist. Der hat sich wie Putin in einen Tunnel gewagt, aus dem es nur nach vorne einen Ausweg gibt, wenn überhaupt.
Gute zusammenfassende Darstellung einer MEU am Bsp der 31st MEU, zzt nahe Singapore, als Teil einer Marine Air Ground Task Force, verstärkt um 2 Amphibious Assault Ships (leichte Flugzeugträger).
https://x.com/i/status/2034148367144481245
@JCR: 18.03.2026 um 8:44
„… Israel hat eigentlich kein Interesse an einem stabilen Iran.“
möglicher Aspekt der wegen des angereicherten Urans hoffentlich Aspekt bleibt.
Ich wünsche den Iranern einen „bereinigten“ Iran. Bleibt das ein Wunsch? Mit einem „Freikämpfen der Straße von Hormus“ wird das sicher nicht erreicht sondern konterkariert, weil es das Regime stärkt.
@Ulrich Drübbisch sagt:
17.03.2026 um 14:04 Uhr
„Eigentlich eine einfache Rechnung:
Die USA helfen via IT und Waffen der EU im Ukraine-Krieg und nun soll die EU der USA im Nahost-Konflikt helfen….
War aber wohl eher ein einseitiger Weg.“
Scherzli gemacht, oder?
Die USA helfen mit IT und Waffen nicht „der EU im Ukraine-Krieg“ sondern sie hilft der Ukraine die von Russland angegriffen wurde dabei sich zu verteidigen.
Was Sie „Nahost-Konflikt“ nennen in dem wir den USA helfen sollen ist ein ausgewachsener Angriffskrieg gegen einen souveränen Staat der von den USA ohne Not begonnen wurde. Was genau sollen wir da jetzt helfen?
Die Straße von Hormus frei zu halten wie old mac Donald es will? Die Lösung ist denkbar einfach. Angriffe einstellen und die Straße bleibt frei.
Diesen Konflikt mit militärischer Gewalt lösen wird eine nahzu unlösbare Aufgabe