Pistorius lehnt Einsatz in Straße von Hormus erneut ab: „Es ist nicht unser Krieg“ (Nachträge: Merz, Regierungssprecher)
Verteidigungsminister Boris Pistorius hat erneut einen Bundeswehreinsatz in der Straße von Hormus zur Sicherung der Schifffahrt im von den USA begonnenen Krieg gegen Iran abgelehnt. Es ist nicht unser Krieg, wir haben ihn nicht begonnen, wir wollen diplomatische Lösungen und ein schnelles Ende, sagte der Minister. Zudem bleibe die Frage, was einige europäische Kriegsschiffe in der Region ausrichten könnten, was die US-Streitkräfte nicht selbst machen könnten. (Transkripte der Aussagen des Bundeskanzlers und aus der Regierungspressekonferenz unten nachgetragen)
Pistorius hatte diese Position bereits zuvor beim Besuch der NATO-Übung Cold Response in Norwegen vertreten; die erneute Aussage kam nach der Drohung von US-Präsident Donald Trump mit Konsequenzen für die NATO, falls das nordatlantische Bündnis nicht als Hilfstruppe der USA im Nahen Osten tätig werde.
Der deutsche Minister machte auch klar, dass eine Ausweitung der bestehenden EU-Mission Aspides auf die Straße von Hormus nicht infrage komme und dafür nicht zuletzt ein neues Bundestagsmandat nötig wäre.
Die Äußerungen von Pistorius am (heutigen) Montag in Berlin bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem lettischen Kollegen Andris Sprūds (Fragen und Antworten des lettischen Ministers hier ausgelassen; die Auslassungen sind markiert):
Nachtrag: Im Namen der Bundesregierung wandte sich auch Regierungssprecher Stefan Kornelius gegen Trumps Forderung. Seine Aussagen, ergänzt durch Außenamtssprecher Josef Hinterseher und Oberst Mitko Müller für das Verteidigungsministerium:
Das Transkript der Aussagen in der Bundespressekonferenz:
Frage: Herr Kornelius, Herr Hinterseher, ich würde gerne nach der Anfrage von Donald Trump zur Straße von Hormus und der Sicherung der Schiffe dort fragen und von Ihnen wissen, wie das in der Bundesregierung mit dem Blick auf die Drohungen in Richtung NATO eingeschätzt wird. Ich weiß, Sie haben sich beide geäußert, aber das ist ja doch eine ganz schöne Dimension.
Kornelius: Dieser Krieg hat mit der NATO nichts zu tun. Das ist nicht der Krieg der NATO. Die NATO ist ein Bündnis zur Verteidigung des Bündnisgebietes. Die Bundesregierung hat ihre Position zur Beteiligung an diesem Krieg auch klargemacht.
Zusatz: Aber der US-Präsident hat diesen Zusammenhang hergestellt. Er hat gesagt, es könne dramatische Auswirkungen für die NATO haben, wenn die Länder nicht bereit wären, ihn da zu unterstützen.
Kornelius: Das haben wir zur Kenntnis genommen.
Es fehlt das Mandat, um die NATO einzusetzen. Es fehlt auch überhaupt das Mandat für einen Einsatz, der die Bundesregierung beträfe. Insofern sehen wir den Zusammenhang mit der NATO nicht.
Frage: Herr Kornelius, der US-Präsident hat trotzdem damit gedroht, dass es sehr negative Konsequenzen für die NATO haben könnte, wenn sich NATO-Staaten nicht beteiligen. Deswegen die Frage: Wie groß ist Ihre Sorge, dass das negative Auswirkungen auf die NATO haben kann?
Kornelius: Ich kann keine Größenangaben machen. Groß, sehr groß, ganz groß – das ist eine Kategorisierung, mit der ich jetzt wenig anfangen kann.
Ich kann feststellen, um was es geht. Ich habe gesagt, dass dies kein Konflikt ist, der die NATO betrifft. Wir haben die Äußerung des amerikanischen Präsidenten zur Kenntnis genommen.
Der Bundeskanzler hat sich jetzt, glaube ich, zum dritten oder zum vierten Mal zu seinem Blick auf diesen Konflikt geäußert. Es ist eindeutig, dass die Region nicht in einen ewigen Krieg hineinschlittern darf. Die Ausweitung der Kampfhandlungen brächte auch große Risiken für unsere Partner im Nahen Osten und in der Golfregion mit sich. Große Risiken wären außerdem mit einem Zusammenbruch der staatlichen, territorialen Integrität Irans verbunden, auch für die wirtschaftliche Stabilität. Deswegen setzt sich die Bundesregierung für einen schnellen Plan zur Beendigung des Krieges ein.
Zusatzfrage: Gibt es eine Abstimmung mit den anderen EU- oder NATO-Partnern, dass sie eine ähnliche Haltung einnehmen? Die Franzosen haben sich schon dazu geäußert. Oder erwarten Sie, dass andere NATO-Partner jetzt hier doch den USA beispringen?
Kornelius: Sie können sicher sein, dass sich die Bundesregierung ständig und auch über das Wochenende sehr intensiv mit den Verbündeten abgestimmt hat.
Frage: Herr Kornelius, der Bundeskanzler und auch der Außenminister äußern sich im Moment immer so, dass sie sagen, im Augenblick oder derzeit sehe man keinen Anlass, sich daran zu beteiligen. Was müsste passieren, damit sich diese Einschätzung ändert? Gibt es da überhaupt einen Punkt, dass man von dem „derzeit“ und „im Augenblick“ weggeht?
Kornelius: Das wäre eine Spekulation, in die ich jetzt nicht einsteigen möchte. Wir bewerten die Situation so, wie sie ist. Zu einer Beteiligung habe ich das Nötige gesagt.
Die Vereinigten Staaten haben uns vor diesem Krieg auch nicht zurate gezogen. Insofern glauben wir, dass dies auch nicht die Angelegenheit der NATO oder der Bundesregierung ist.
Zusatzfrage: Herr Kornelius, gibt es Pläne vonseiten der Bundesregierung, sich mit anderen Verbündeten, vielleicht im E3-Format, mit Herrn Trump direkt darüber auszutauschen, wie ein von ihnen angemahnter Plan zum Ende dieser Kampfhandlungen aussieht? Werden sie telefonieren?
Kornelius: Ich kann jetzt über verschiedene Kontakte, die bestehen, auch mit dem amerikanischen Präsidenten, hier keine Auskunft geben. Sie kennen selbst die Gespräche, die der Bundeskanzler geführt hat, auch vor kurzer Zeit noch in Washington.
Stets war die Position Deutschlands, dass wir mit dem Ziel im Prinzip einverstanden sind, nämlich die Veränderung der politischen Situation auch in Iran, um eine friedliche Lösung für die Region zu ermöglichen, dass wir allerdings – und das ist der zweite Teil, der nicht weniger wichtig ist – zunehmend Fragen zu dem korrekten Weg zu diesem Ziel haben.
Frage: Herr Kornelius, die vorherige Bundesregierung hat die EU-Mission Aspides unterstützt, und meines Wissens tut es die aktuelle Bundesregierung auch. Die Begründung damals und auch jetzt bei der Verlängerung des Mandats war das deutsche Interesse am Freihalten der Seewege. Warum spielt dieses Argument jetzt offensichtlich eine untergeordnete Rolle bei der Bewertung?
Kornelius: Da würde ich aufs Auswärtige Amt verweisen.
Hinterseher: Dieses Argument spielt keine untergeordnete Rolle. Natürlich setzen wir uns für die Freiheit der Schifffahrt, für die Freiheit der Seewege ein.
Grundsätzlich kann ich noch mal etwas zu Aspides ausführen. Ich meine, der Außenminister hat sich gestern auch sehr klar dazu geäußert. Das Operationsgebiet von Aspides umfasst aktuell die Meerenge von Baab al-Mandab, die Straße von Hormus sowie die internationalen Gewässer im Roten Meer und im Golf von Aden, im Arabischen Meer, im Golf von Oman und im Persischen Golf.
Die Straße von Hormus ist zwar ein Teil dieses Mandatsgebiets, hier ist aber die Operation nicht exekutiv tätig. Das heißt, es kann keine Anwendung von Waffengewalt geben. Das heißt, in einer Phase oder in einer Lage wie aktuell, in der es dort Kampfhandlungen gibt, ist es aus unserer Sicht nicht vertretbar, das dorthin auszudehnen.
Zusatzfrage: Wenn die ökonomischen Gründe für die Bundesregierung wichtig sind, heißt das dann im Umkehrschluss, dass bei einer Verschärfung der ökonomischen Lage die Entscheidung vielleicht noch einmal überdacht wird?
Hinterseher: Ich glaube, der Außenminister hat gestern relativ klar dargelegt, dass wir von Israel und den Vereinigten Staaten zunächst einmal erfahren möchten, wann die militärischen Ziele im Iran erreicht sind. Er hat auch davon gesprochen, wie man dann in eine diplomatische Lösung, in Gespräche einsteigen kann und dass wir uns als Deutschland an dieser Stelle gerne dabei einbringen möchten, wie man in die nächste Phase kommt, nämlich eine Phase, in der die Sicherheitsarchitektur für die gesamte Region definiert werden muss, und zwar gemeinsam mit den Anrainerstaaten. Das wird es dann auch erfordern, dass man im Rahmen von Gesprächen mit Iran dazu kommt, das auszudefinieren.
Frage: Herr Kornelius, was halten Sie denn von dem Vorschlag von Frau Kallas? Sie hat sich ja durchaus dafür ausgesprochen, dass man diese Mission umwidmen könnte und da auch mit den USA dann im begrenzten Umfang zusammenarbeiten könnte.
Herr Hinterseher, Sie haben eben schon gesagt, dass es Ihrer Meinung nach nicht möglich ist. Aber wie kommt denn Frau Kallas zu dieser Einschätzung? Was meinen Sie?
Kornelius: Da müssten Sie Frau Kallas fragen. Ich kann nicht für Frau Kallas sprechen.
Zusatz: Okay. Sie stimmen mit Frau Kallas da also eindeutig nicht überein.
Kornelius: Das habe ich jetzt gerade nicht gesagt. Aber ich habe gesagt, dass ich nicht für sie sprechen kann. Ich kenne die tiefere Absicht ihrer Vorstellung nicht.
Zusatzfrage: Für wie militärisch sinnvoll halten Sie eine Begleitung durch Kriegsschiffe durch die Straße von Hormus? Es gibt ja auch die Einschätzung, dass dies das Problem gar nicht lösen würde, weil dann die iranischen Kräfte von Land aus die Schiffe trotzdem weiter beschießen könnten.
Kornelius: Ich glaube, Ihre Analyse ist nicht falsch.
Um es noch einmal zu sagen: Die Bundesregierung wird sich an diesem Krieg nicht beteiligen. Das hat der Bundesaußenminister gestern sehr eindeutig gesagt. Solange dieser Krieg andauert, gibt es keine Beteiligung, auch nicht an einer Option, die Straße von Hormus mit militärischen Mitteln freizuhalten.
Frage: Dazu würde ich auch gerne noch einmal nachfragen, vor allem das Verteidigungsministerium: Könnte die Bundeswehr im Rahmen des Aspides-Mandats auch den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus sichern, oder bräuchte es ein neues Mandat, weil die Gründe jetzt andere sind?
Hätte denn die Bundeswehr ausreichend Kapazität bei der Marine, das zu sichern, wenn jetzt alle Missionen weiterlaufen würden? Wenn ja, mit welchen und wie vielen Schiffen?
Müller: Über eine Beteiligung der Bundeswehr spekuliere ich hier überhaupt nicht, auch nicht über diese Mandatsfragen. Das bedürfte erst einmal einer genaueren Analyse: Was genau geschieht vor Ort, wie usw.? An diesen Spekulationen möchte ich mich nicht beteiligen.
Frage: Eine Frage ans Außenministerium: Würden Sie auch ausschließen, dass sich die Bundesrepublik im Rahmen des Aspides-Mandats daran beteiligt, ein Seelagebild oder ein Luftlagebild dort zu erstellen? Das wäre ja immerhin möglich, ohne dass vielleicht operative Kräfte dort tätig werden.
Hinterseher: Ich glaube, diese Frage wurde schon beantwortet. Es ist, glaube ich, vonseiten der Bundesregierung auf verschiedenen Ebenen alles gesagt, was eine Ausdehnung dieses Mandats bzw. die Erfüllung im Rahmen oder außerhalb dieses Mandats liegend betrifft.
Auch dazu noch einmal: Wenn es einer Anpassung bedürfte, dann bedürfte es ja einer doppelten Anpassung, nämlich des Mandatsgebiets und auch noch des Bundestagsmandats.
Zusatz: Aber das Mandatsgebiet ist doch in Aspides enthalten.
Hinterseher: Ja, aber ich hatte gerade ausgeführt: das exekutive Mandat.
Zusatz: Ja, aber ein Lagebild wäre ja kein exekutives Mandat.
Hinterseher: Ja, da ist aber dann die nachgelagerte Frage: Inwiefern begibt man sich dort in Gefahr? Ich glaube, dann kommen wir zurück auf die ursprüngliche Aussage, nämlich dass Deutschland in keiner Form beabsichtigt, sich an diesem Krieg zu beteiligen.
Frage: Außenminister Wadephul hat am 15. März im „Bericht aus Berlin“ im Kontext des Irankriegs erklärt: Wir in der Bundesregierung stehen zum Völkerrecht. – Vor diesem Hintergrund würde mich interessieren, ob nach Ansicht der Bundesregierung die in den letzten zwei Wochen erfolgte verifizierte Bombardierung ziviler Infrastruktur im Iran, wie Schulen, Kraftwerke, Entsalzungsanlagen, Krankenhäuser und Rundfunkanstalten, durch die USA und Israel denselben völkerrechtlichen Maßstäben unterliegen wie vergleichbare aktuelle Konfliktgebiete.
Hinterseher: Ja, wir stehen in jedem Fall für das Völkerrecht. Diese Aussage steht und ist richtig. Zu allen anderen Themen, glaube ich, habe ich hier am Freitag schon ausgeführt.
Zusatzfrage: Hat die Bundesregierung Kenntnis von zivilen Opfern der US-israelischen Angriffe, und plant sie, diese ebenso öffentlich zu thematisieren, wie sie das regelmäßig bei zivilen Opfern zum Beispiel im Ukrainekrieg tut? Wenn ja, was wären die Gründe, es in diesem Fall nicht zu tun?
Hinterseher: Auch das war Teil der Regierungspressekonferenz am Freitag. Ich würde Ihnen raten, dazu noch einmal ins Protokoll zu schauen.
Zuruf: Ich habe das Protokoll gelesen. Das wurde dort nicht so … (akustisch unverständlich).
Hinterseher: Doch!
Zusatz: Dann haben wir eine unterschiedliche Lesekompetenz.
Kornelius: Das kann ich mir vorstellen.
Frage: Herr Kornelius, gibt es irgendwelche Parallelinitiativen in Europa, oder welche Rolle spielt Europa überhaupt in diesem iranischen Krieg, um eine eventuelle Opposition oder neue Führung für die Zukunft von Iran zu unterstützen? Arbeitet man in Europa daran oder nicht?
Haben Sie über das Wochenende vielleicht auch mit Frau Meloni über dieses neue Szenario von Trump gesprochen?
Kornelius: Es gab viele Telefonate am Wochenende, aber ich werde nicht über jedes einzelne Auskunft geben und auch nicht darüber, mit wem der Bundeskanzler gesprochen hat. Viele Gespräche unterliegen auch der Vertraulichkeit.
Ich weiß nicht – das müssten Sie erklären -, was Sie jetzt unter Europa verstehen.
Zusatzfrage: Was sich gerade in Iran abspielt, ist ein bedrohliches Szenario für die ganze Welt. Europa sollte ein politischer Akteur für die Ordnung und den Frieden in der Welt sein. Arbeiten die europäischen Führungspersönlichkeiten auch daran, die amerikanische Regierung zum Beispiel beim Regimewechsel in Iran zu unterstützen?
Kornelius: Ich habe gesagt, dass die europäische Seite oder Deutschland – ich kann nur für Deutschland sprechen – an der Vorbereitung und Entscheidung zu diesem Krieg nicht beteiligt war und sich deswegen auch nicht daran beteiligt.
Frage: Ich habe eine Frage an das Verteidigungsministerium. Im Rahmen der Debatten um die Straße von Hormus hat der Minister jetzt gesagt, er wisse nicht, was europäische Fregatten dort unten aus militärischer Sicht ausrichten könnten. Da würde mich interessieren, Herr Müller, was die militärische Lageeinschätzung in der Straße von Hormus ist. Was gäbe es dort zu tun? Was sind die Gefahren? Sind es vor allen Dingen Drohnen, Seeminen? Können Sie uns vielleicht ins Bild setzen und sagen, was da europäische Schiffe wirklich ausrichten könnten oder nicht?
Müller: Unsere detaillierte Lageeinschätzung ist wie immer nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Das haben militärische Lageeinschätzungen so an sich.
Diese Aussage des Ministers ist ein bisschen länger. Er hat sich vor dieser Aussage auf die umfangreichen Kampfhandlungen bezogen, die vor Ort schon geschehen sind, also die Zerstörung großer Teile der iranischen Marine. Er hat es so angesprochen und hat gesagt, dass jetzt das Problem ist, dass vermeintlich kleine, wenig aufklärbare Schiffe oder Boote zum Beispiel Seeminen verlegen können. In diesem Kontext hat er diese Aussage gemacht. Das ist im Grunde auch die einzige Einschätzung, die ich hierzu mitzuteilen habe.
Zusatzfrage: Eben ist gerade schon angeklungen, dass auch von Land aus die Straße von Hormus beschossen werden kann und dort dann auch Frachter usw. in Beschuss geraten könnten. Gäbe es irgendetwas, was die Marine oder Marineschiffe da machen könnten?
Müller: Ich habe gerade schon gesagt, dass ich über eine mögliche Beteiligung oder einen Kräftebeitrag des Bundes gar nicht spekulieren möchte. Sie kennen die Fähigkeiten der Bundeswehr, die wir öffentlich auf den Online-Seiten haben. Ich habe jetzt aber keinen Grund, irgendwie in einem Ton hier Fähigkeiten der Bundeswehr und die Situation in der Straße von Hormus zusammenzubringen.
Dass die Bedrohungsszenarien dort vielfältig sind, also luft- bzw. see- und landgestützt, das wissen wir. Das sehen Sie, das ist eine öffentliche Information. Das macht ja die Situation vor Ort in dieser relativ schmalen Meerenge auch so dynamisch und so kompliziert.
Frage: Herr Müller, unabhängig von einem theoretischen Einsatz der Bundeswehr eine Frage: Die Bundeswehr hat drei Fregatten der Klasse 124, die auf Luftverteidigung spezialisiert ist. Welchen Status haben sie denn gerade? Sind sie gerade woanders im Einsatz? Sind sie womöglich in der Werft?
Müller: Zu der Frage, wo welches Schiff genau ist, wenden Sie sich bitte an die Marine. Ich weiß, dass eine der Fregatten im Hohen Norden, also in der Arktikregion, unterwegs ist, weil sie gerade ein Beitrag bei Cold Response und damit auch bei Arctic Sentry ist. Zu den anderen beiden weiß ich es nicht.
Grundsätzlich sind alle Fregatten luftverteidigungsfähig. Aber Sie haben recht: Es gibt Spezialisierungen. Manche sind ein bisschen mehr auf IKM ausgelegt, also auf internationales Krisenmanagement, mit verschiedenen Modulen. Manche gehören noch zur Klasse 124, Luftverteidigungsfregatten.
Aber was die anderen beiden machen, habe ich aktuell nicht dabei. Sehen Sie es mir nach. Das Pressezentrum Marine hat dazu die aktuellen Informationen.
Frage: Herr Hinterseher, Sie sagten, es gebe keine Kampfhandlungen. Ist die Verlegung von Minen, Seeminen nach der Definition eine Kampfhandlung?
Herr Kornelius, Sie sprachen vom ewigen Krieg, in den man nicht hineinschlittern dürfe. Ist die Befürchtung eines ewigen Krieges tatsächlich eine, die die Bundesregierung hat?
Hinterseher: Könnten Sie die Frage noch einmal wiederholen? Ich hatte verstanden, dass Sie sagten, es gebe keine Kampfhandlungen.
Zusatzfrage: Sie sagten, es gebe derzeit keine Kampfhandlungen; deshalb könnten sich im Rahmen dieser Aspides-Mission auch die Deutschen nicht wehren. Ist das Verlegen von Seeminen eine Kampfhandlung oder nicht?
Hinterseher: Ich habe, glaube ich, nicht gesagt, dass es keine Kampfhandlungen in der Straße von Hormus oder im Persischen Golf gebe, denn das wäre falsch. Es gibt tagtäglich Kampfhandlungen, gerade im Persischen Golf. Insofern verstehe ich die Frage nach wie vor nicht.
Zusatzfrage: Also noch einmal: Ist das Verlegen von Seeminen für Sie eine Kampfhandlung? Oder ist das keine?
Hinterseher: Ich kann Ihnen jetzt keine Definition einzelner Tätigkeiten dort geben, denn das geht dann immer auch sehr schnell in eine rechtliche Auslegung. Deswegen weiß ich an dieser Stelle nicht, ob es per se schon eine Kampfhandlung darstellt, etwas zu verminen. Wenn es dazu etwas gibt, würde ich es Ihnen nachreichen.
Kornelius: Ich möchte auch meine Aussage noch einmal wiederholen. Ich habe gesagt, es darf nicht zu einem ewigen Krieg kommen. Das heißt nicht, dass ich davon ausgehe, dass es einer ist oder einer wird. Ich sage, dass es dazu nicht kommen darf.
Frage: Eine Frage an Herrn Kornelius, weil wir bei den Äußerungen von Herrn Trump oft nicht genau wissen, ob er das nur auf Social Media gepostet hat oder nicht: Gibt es überhaupt eine offizielle Anfrage der Amerikaner bezüglich Hilfe für die Straße von Hormus?
Kornelius: Ich weiß jetzt ehrlich nicht, wie wir uns offizielle Anfragen vorzustellen haben. Ich darf allerdings noch einmal daran erinnern, dass die Vereinigten Staaten und auch Israel uns vor dem Krieg nicht zurate gezogen haben und dass Washington zu Kriegsbeginn ausdrücklich erklärt hat, dass europäische Hilfe weder erforderlich noch gewünscht sei.
Zusatzfrage: Okay, das habe ich so verstanden, dass es jetzt noch keine Anfrage gibt. Regierungen übermitteln anderen Regierungen ja durchaus auch direkt Anfragen.
Kornelius: Das ist mir nicht bekannt, nein.
Frage: Herr Kornelius, ganz kurz noch einmal zur Drohung des US-Präsidenten bezüglich der NATO: Sie sehen keinen Zusammenhang zwischen dem Krieg und einem NATO-Einsatz, aber nehmen Sie denn die Drohung des US-Präsidenten ernst?
Kornelius: Ich glaube, man muss jedes Wort des amerikanischen Präsidenten als ein Wort des amerikanischen Präsidenten nehmen. Das spricht aus einer gewissen Autorität eines Amtes, aber gleichzeitig ist dieser Krieg keine Angelegenheit der NATO. Das hat auch übrigens der NATO-Generalsekretär so bestätigt.
Zusatzfrage: Hat der Bundeskanzler in dieser Sache mit dem NATO-Generalsekretär gesprochen?
Kornelius: Auch zu dieser Frage gilt, was ich zu den Telefonaten vorhin gesagt habe: viele Telefonate, keine Namen.
Nachtrag 2: Inzwischen gibt es auch ein Transkript der Pressekonferenz von Bundeskanzler Friedrich Merz und dem niederländischen Premierminister Rob Jetten in Berlin. Daraus die zentrale Aussage des Kanzlers zum Iran-Krieg:
Besonders dringlich ist heute, über den Krieg im Iran zu beraten. Ich will aus meiner Sicht vier Punkte hervorheben:
Erstens darf die Region nicht in einen ewigen Krieg mit unklaren Zielen hineinschlittern. Eine weitere Ausweitung der Kampfhandlungen brächte große Risiken für unsere Partner im Nahen Osten und in der gesamten Golfregion. Gleiches gälte bei einem Zusammenbruch der iranischen staatlichen Ordnung, der territorialen Integrität, der Staatlichkeit und der iranischen Wirtschaft.
Dieser Krieg muss deshalb schnellstmöglich und mit einem klaren Plan, mit einer Strategie, zu Ende gebracht werden. Ich will daran erinnern, dass am ersten Kriegstag Präsident Macron, Premierminister Starmer und ich erklärt haben: Wie die Vereinigten Staaten und Israel wollen wir ein Ende des iranischen Nuklear- und Raketenprogramms. Aber wir beteiligen uns nicht an diesem Krieg.
Das haben wir vom ersten Tag an gesagt. Dabei bleibt es für die Bundesregierung. Das heißt aber auch: Solange der Krieg andauert, werden wir uns daran nicht beteiligen, in der Straße von Hormus mit militärischen Mitteln eine freie Schifffahrt zu gewährleisten.
Bis heute ist uns auch kein Konzept bekannt, wie eine solche Operation überhaupt gelingen könnte. Es fehlt uns im Übrigen, das wissen Sie aber auch alle, ein nach dem Grundgesetz erforderliches Mandat der Vereinten Nationen, der Europäischen Union oder der NATO. Zu jedem Zeitpunkt war also klar, dieser Krieg ist nicht Angelegenheit der NATO. Generalsekretär Mark Rutte hat das bereits betont. Ich will mich dem ausdrücklich anschließen.
Die Vereinigten Staaten von Amerika und Israel haben uns vor diesem Krieg auch nicht konsultiert. Zu Iran hat es eine gemeinsame Entscheidung über das Ob nie gegeben. Deshalb stellt sich auch nicht die Frage, wie sich Deutschland hier militärisch einbringt. Wir werden es nicht tun.
Zweitens. Das heißt nicht, dass wir untätig sind ‑ im Gegenteil. Präsident Trump hat vor zwei Wochen gebeten, im Sinne einer Lastenteilung die deutsche Präsenz an der Ost- und Nordflanke der NATO beizubehalten. Das tun wir, das tun wir aus voller Überzeugung, und wir legen auch nach. Ich habe das bei meinem Besuch am letzten Freitag in Norwegen auch unterstrichen. Es beteiligen sich im hohen Norden zurzeit 1600 deutsche Soldaten an der NATO-Übung Cold Response.
Das trägt auch der strategischen Einsicht Rechnung, dass die Kriege in Iran und in der Ukraine miteinander verbunden sind. Russland verfolgt die Entwicklungen um den Iran natürlich mit großer Aufmerksamkeit. Russland wird jede Chance nutzen, die NATO zu testen und die Ukraine zu schwächen.
Deshalb war es nach unserer Auffassung falsch, dass Washington restriktive Maßnahmen gegen den Verkauf von russischem Öl gelockert hat. Wir werden diesen Weg nicht mitgehen. Wir werden den europäischen Sanktionsdruck auf Russland weiter erhöhen. Die Energiepreise lassen sich im Übrigen auch durch solche Zugeständnisse an Russland nicht nachhaltig senken; aber für die Ukraine ist dies ein schädliches und falsches Signal. Es geht auch zu Lasten unserer europäischen Sicherheit.
Drittens. Wir blicken sehr beunruhigt auf die Entwicklungen im Libanon. Wir verurteilen scharf, dass die Hisbollah jetzt aufseiten Irans in den Kampf gegen Israel eingetreten ist. Hisbollah muss sofort diese Angriffe beenden und die Waffen niederlegen. Wir unterstützen auch jede Anstrengung, die Gespräche zwischen Israel und Libanon in Gang setzen kann.
Wir fordern aber auch Israel auf, zivile Ziele und die UNIFIL-Mission der Vereinten Nationen nicht anzugreifen. Wir verfolgen mit ziemlicher Sorge die israelische Bodenoffensive. Eine solche Offensive würde die ohnehin hoch angespannte humanitäre Lage und das dramatische Fluchtgeschehen weiter verschärfen. Deshalb fordern wir unsere israelischen Freunde eindringlich auf: Schlagt diesen Weg nicht ein, es wäre ein Fehler. Wir sind uns auch hierüber einig mit unseren wichtigen Partnern in Europa.
Wir arbeiten schließlich viertens daran, die Auswirkungen des Krieges auf unsere Volkswirtschaften zu dämpfen. Deshalb haben wir im Rahmen der Internationalen Energieagentur in der letzten Woche Ölreserven freigegeben. Im Übrigen hat der norwegische Ministerpräsident mir in der letzten Woche noch einmal versichert, dass Norwegen die Kapazitäten, die es in der Ölförderung und in der Gasförderung hat, voll ausschöpfen wird und wir uns darauf auch weiter verlassen können. Im Übrigen werden wir in dieser Woche auch national weitere Maßnahmen auf den Weg bringen, unter anderem durch eine Änderung des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen. Das wird bereits am Mittwoch Gegenstand der Kabinettsbeschlussfassung sein und dann auch sehr zügig dem Deutschen Bundestag zugeleitet werden.
Schließlich: Wir werden beim Europäischen Rat noch diese Woche bereden, welche weiteren realistischen Maßnahmen zur Energiepreisdämpfung es geben kann. Dafür gibt es Vorschläge der Kommission, die zurzeit in der finalen Abstimmung sind ‑ auch heute im gesamten Laufe des Tages mit der Kommission, mit verschiedenen Mitgliedstaaten und eben auch mit unseren niederländischen Freunden.
Richtig so.
Erstens haben wir den Angriffskrieg nicht begonnen, zweitens haben wir auch kaum Einheiten, die dort unterstützen könnten.
Der Iran ist nicht so schwach, wie es wirkt. Kriege haben sich sehr stark Richtung Drohneneinsatz verlagert, gegen die man noch nicht die passenden Gegenmittel in großer Stückzahl verfügbar hat.
Siehe unter Anderem die Angriffe des Irans auf Treibstofflager am Flughafen Dubai oder die Beschädigung mehrerer US-Tankflugzeuge in Saudi-Arabien.
Mich würde es nicht wundern, wenn der Iran es schafft, ein Kriegsschiff der Amerikaner per Drohnen zu beschädigen, die man nicht anfangen konnte.
Sehr richtig so!
Selbst wenn sind erstmal die Anliegerstaaten zuständig deren Handel und Export betroffen sind.
Das sind die Staaten des Golf Kooperationsrates…. Saudi-Arabien, Kuwait, Katar, Bahrein, VAE, Oman. Die sind alle mit den USA verbündet und sind sowohl wirtschaftlich als auch militärisch dazu in der Lage ihre Lokalen Seewege selbst zu sichern.
Die Staaten des GKR (Golf Kooperationsrat) haben ein kombiniertes Militärbudget von ~120 Milliarden US$. Ihre Luftwaffen betreiben zusammen über 700 Kampfflugzeuge der modernsten Typen. Ihre Seestreitkräfte verfügen über ~160 Überwasserkampfeinheiten aller Typen. Mit Unterstützung der USA wäre es ein leichtes die Straße von Hormuz offen zu halten…
Anders als das Rote Meer ist der Persische Golf eben kein Teansitweg zwischen Europa und Asien sondern dient dem Export Arabischer Kohlenwasserstoffe…. dann sollen die wirtschaftlich hoch potenten Exportländer auch ihre Sicherheitsinteresses selbst wahrnehmen.
So allmählich verstehe ich die Berliner Führungstruppe nicht mehr.
Weder den Kanzler, noch Wadephul, am Morgen nicht Jürgen Hardt im DLF, jetzt Pistorius.
„Es ist nicht unser Krieg, wir haben ihn nicht begonnen, wir wollen diplomatische Lösungen und ein schnelles Ende“
Eine wohlfeile Aussage für Kamera und Mikro, und Wahlvolk in RLP?
Die allgegenwärtige diplomatische Lösung kann es erst nach dem letzten Schuss geben.
Passiv ist es von Beginn an „unser Krieg“ über US Nutzung von Spandahlem und Ramstein, durch die Sperrung für LNG Gas und Düngemittel-Lieferung über Hormus zusätzlich.
Allein schon das „wir wollen“ ist lächerlich. Eine Erweiterung von Aspides wird nicht in Berlin entschieden.
Da hat sich die Koalition offenbar auf eine Sprachregelung geeint, die fast wortgleich vorgetragen wird.
Problemlösung nicht erkennbar.
Nicht unser Krieg, ist nicht falsch, aber die Blockade der Tanker ist eine Art Kriegserklärung an die ganze Welt, die Öl braucht. Und Trump droht schon der NATO…..& eine Ölkrise wird teuer. Trump & sein Verteidigungsminister sind militärische Stümper, sie haben vergessen, Minenräumer vor Ort zu haben. Der US Generalstabschef soll genau vor einer Blockade der Straße von Hormus gewarnt haben. Ein Teil der US Minenräumer soll wohl gerade außer Dienst gestellt werden in den USA, der Rest ist tausende von Kilometern entfernt. Recht hat Pistorius nur in einem, was US Zerstörer nicht können, können unsere wenigen Luftabwehrfregatten auch nicht . Aber bei Minenräumen waren wir immer besser als die USA! Deshalb eine Luftabwehrfregatte & ein paar Minenräumer anbieten unter der Bedingung, dass die USA sich mit Zerstören beteiligt! Denn ein Ölpreisschock kostet uns zuviel Geld & Arbeitsplätze! Unsere ständigen Verhandlungen mit dem mörderischen Regime im Iran waren immer zweifelhaft, aber es war Trump der das Atomabkommen mit dem Iran ohne Grund gekündigt hat, ohne einen Plan B zu haben!!
@all
Oben im Nachtrag die Aussagen des Regierungssprechers dazu.
Ich denke wir haben hier eine sehr schwierige Situation. Dass das nicht unser Krieg ist, ist denke ich jedem klar. Aber wir können nicht immer Andere die „Drecksarbeit“ machen lassen. Vielleich währe es hier angebrachter gewesen, sich mit allen im Bundestag vertretenen Parteien zusammen zu setzen und sich alle Standpunkte anzuhören. Um anschließend eine Aussage zu treffen hinter der die Mehrheit steht. Es geht schließlich um Deutsche Interessen (egal wer wen gewählt hat). Ich würde vorschlagen zwei Fregatten an den Ort des Geschehens zu schicken bis die eingeschlossenen deutschen Schiffe wieder den Golf verlassen haben. Dann haben wir uns vor aller Augen ernsthaft um unsere eigenen Belange gekümmert. Danach kann man die Offenhaltung gerne den Marinen im Golf überlassen. Wie weiter oben schon erwähnt haben die genug Material um die für sie wichtigen Handelswege selbst offen zu halten.
Mal abgesehen von all den ziemlich wenig sinnvollen Kommentaren „unser Krieg“ vs. „geht uns nix an“ … wen oder was hätten wir denn an den Persischen Golf zu schicken? Minenräumboote …. könnten wir uns den Verlust von einem oder mehreren Booten (nebst Besatzung …) wirklich leisten? Unfreundlicherweise würde der Iran möglicherweise diese Boote bekämpfen, und ob die US Navy den Schutz vor Drohnen / Seeziel-LFK angesichts der Geographie wirklich gewährleisten kann? Gerade heute kann man in der Presse lesen, dass die „blauen“ Kräfte bei der letzten Marineübung vor der portugiesischen Küste bei der Abwehr assymetrischer Angriffe durch Seedrohnen nicht so glücklich ausgesehen hatten …
Wir sind eine zentraleuropäische Mittelmacht mit ziemlich heruntergekommener Bundeswehr und riesigen sicherheitspolitischen Herausforderungen vor der eigenen Haustür, auf die wir kaum eine Antwort haben. Das sollte man sich immer vor Augen halten. Wir können sehr vieles nicht mehr, was wir vor 15 Jahren noch konnten.
Ich kenne Menschen, die planen ihren Campingurlaub sorgfältiger als die USA diesen Krieg.
@Andreas Lange, welche eingeschlossenen deutschen Schiffe sollen da rauskommen? Es sind zwar einige Schiffe deutscher Reedereien betroffen, würde mich aber wundern wenn die auch unter deutscher Flagge fahren. Die ist viel zu teuer, selbst die großen deutschen Kreuzfahrer laufen unter der Flagge Italiens.
@AndreasLange
‚Wir können nicht immer Andere die „Drecksarbeit“ machen lassen.‘ Das ist verständlich, und in der Tat hat Europa das Thema Sicherheit lange vernachlässigt. Andererseits handelt es sich hier um einen Konflikt, der von Trump in einer Kurzschlussreaktion begonnen wurde, ohne das dadurch irgendjemandem geholfen wird. Sich an diesem Konflikt zu beteiligen kann nicht im Deutschen Interesse sein.
Das uns die Ölblockade auch trifft stimmt natürlich. Eine Kriegsbeteiligung hat aber das Risiko, uns umso stärker zu schaden. Und was eine schnelle Beendigung dieses Krieges angeht – wenn die westlichen Staaten sich geschlossen den USA verweigern und stattdessen auf diese einwirken, lässt sich der Krieg vielleicht schneller beenden. Der Dämpfer, den die USA dann hinnehmen müssten, wird auch für uns Folgen haben – negative, aber auch positive.
Zum Verständnis der „Sperrung“ der Strasse von Hormuz:
Das Gebiet zählt (seltsamerweise) nicht als Kriegsgebiet. D.h. die Rechte der Besatzungen von Handels-Schiffen sind eingeschränkt.
Griechische Reeder haben schon mehrere Öltanker durchgebracht. Mehrfache Gehälter plus Bonus und Drohnenabwehr an Bord incl. schwerbewaffneter Söldner.
Transponder ausgeschaltet.
Ob es zudem Abkommen mit dem Iran gab ist unbekannt.
Durchfahren ist also durchaus möglich. Sind eben nur wenige Schiffe mit denen sich die Reeder aber massiv die Taschen füllen…
Völlig ohne klassisches Militär.
( aus einem aktuellen, längeren Focus-Artikel ):
„.. Noch höher liegen die Tarife der Konkurrenz. Der griechische Reeder Epaminondas Empeirikos verlangt angeblich rund 770.000 Dollar pro Tag für eine 23-tägige Reise – insgesamt knapp 17,7 Millionen Dollar….“
Freie Seewege stellen durchaus ein vitales nationales Interesse Deutschlands dar. Ein Marineeinsatz würde da aber kaum helfen, wie die gegenüber Huthi-Angriffen nahezu wirkungslose EU-Mission Aspides zeigt. Zumindest wenn man Wirkung hier so definiert, dass zivile Containerschiffe die Route wieder mit geringem Risiko nutzen konnten. Wenn der Iran will, dass die Straße von Hormuz geschlossen bleibt, dann wird er das auf absehbare Zeit auch durchsetzen können, solange man nicht die entsprechenden Fähigkeiten an Land vernichtet und die Küste physisch kontrolliert.
@Klaus-Peter Kaikowsky (KPK) 16.03.2026 um 14:15 Uhr
>Allein schon das „wir wollen“ ist lächerlich. Eine Erweiterung von Aspides wird nicht in Berlin entschieden.
In Berlin wird entschieden, ob man Aspides unter einem anderen Aufgabenumfang teilnimmt. Spätestens bei der turnusgemäßen Mandatsverlängerung entscheidet der Bundestag.
>Da hat sich die Koalition offenbar auf eine Sprachregelung geeint, die fast wortgleich vorgetragen wird.
Eine Regierung, die eine abgestimmte Position hat, mag nach den Erfahrungen der letzten 4 Jahre ungewohnt sein, sollte allerdings normal sein.
>Problemlösung nicht erkennbar.
richtig, die Ansätze raus aus Solar und Wind, rein in Gas lösen das Problem nicht.
Hinsichtlich Außenpolitik ist eine Konzentration auf Europa inkl. Ukraine nachvollziehbar. sowohl politisch als auch militärisch und finanziell.
Es gibt keine Rechtsgrundlage für diesen Krieg, welchen die USA unter ihrem Präsidenten Mister Trump begonnen haben. Die völkerrechtliche Fragestellung lasse ich jetzt aus.
Die Bundesregierung und unsere echten, aufrichtigen Verbündeten in Europa sind keine Erfüllungsgehilfen eines Mister Trump. Dessen Drohung mit dem Austritt aus der NATO ist ohnehin ein großer Bluff, eine der ungezählten Drohungen und Lügen dieser US Administration. Sie mussten offenbar Ramstein und andere US Einrichtungen für ihren Angriffskrieg nutzen. Weshalb eigentlich? In Spanien gab es die rote Karte. Die Schweiz verweigert die Überflugrechte.
FRA bot wiederholt Hilfe für die herumirrenden Amerikaner an, aber alle wissen von der völlig überheblichen Reaktion von Mister Trump, welcher mit Macron nicht einmal zu reden beabsichtigt, weil Macron ein Präsident auf Abruf sei.
DEU hatte zum Zeitpunkt des Meetings DAVOS 2026 durch den Bundeskanzler zu bedenken gegeben, dass es in Zukunft für die USA ohne Verbündete schwierig werden könnte. Nun, jetzt ist es schwierig geworden.
ITA hatte durch die Ministerpräsidentin vor einiger Zeit gegenüber der Drohung von Mister Trump mit einem NATO Austritt dagegen gehalten, dass die Amerikaner sodann ihre Stützpunkte in Italien zu räumen haben.
Zum rechtsstaatlichen, politischen Backup : ich möchte auf gar keinen Fall sehen, dass sich ein gewisser Mister Trump in Belange einmischt, die allein Deutschland und die Europäische Union betreffen. Hierzu gehören politische motivierte Brandstiftungen, welche unsere Regierungen in Europa und insbesondere auch in Deutschland in Bedrängnis bringen.
Allen Beobachtern und Analysten ist doch völlig klar, dass Mister Trump an seinem Plan ‚Präsident auf Lebenszeit‘ in der ersten Diktatur in den Vereinigten Staaten arbeitet. Das Wahlsystem in den USA stellt er in Frage. Die Legislative in den USA ist der Handlungsfähigkeit beraubt. Kriegserklärungen erfolgen allein durch Mister Trump. Das Parlament ist Kalt gestellt. Regiert wird per Dekret. In dunklen Zeiten nannte man dies ‚Führerbefehl‘, die Dritte Staatsgewalt verweigert sich ihres verfassungsmäßigen Kontrollauftrages und erteilt Mister Trump den Freibrief rechtlicher Unantastbarkeit.
Wenn die USA sich ruinieren wollen, sollen sie das gefälligst alleine machen.
Ich kann wirklich einige Kommentatoren absolut nicht verstehen, die auch nur in Ansätze eine militärische Beteiligung der Deutschen Streitkräfte wollen.
Allein das militärische Backup : Schiffe sollen im Persischen Golf in Konvois fahren. Wer koordiniert? Wer führt? Wer kommuniziert mit wem? Vielleicht haben einige Experten mal was von dem leidigen Begriff ‚Friendly Fire‘ gehört? Das ist doch allen Beobachtern bekannt. Meiner deutschen und europäischen Ansicht nach brauchen wir kein ‚Friendly Fire‘ und schon gar vom verwirrten Amerikaner.
Dann zu Einzelheiten der militärischen Befähigung wurde durch zahlreiche Kommentaren schon einiges ganz konkret ausgeführt. Und selbst die verwirrte Supermacht hat offensichtlich Befähigungslücken.
Zum Abschluss das Zeitfenster :wie lange soll denn die Unterstützung in Form der Eskorte der Konvois gehen? Wie kann man denn so naiv sein, zu glauben, dass dies viele Monate oder Jahre so laufen soll. Und dann wird plötzlich wieder alles gut und die aufgemischte Weltwirtschaft beruhigt sich?
Never Ever! Es läuft offensichtlich auf den Einsatz von Bodentruppen hinaus, wenn man diese extreme Engstelle im Persischen Golf ernsthaft sichern will.
@Klaus-Peter Kaikowsky (KPK) sagt: 16.03.2026 um 14:15 Uhr
Ihre Wiederholung der Aussage zu den Düngemitteln und LNG Gas wird dadurch nicht richtig, sie bleibt falsch. Uns betrifft nur die Preisentwicklung am Weltmarkt. Und die bleibt so, ob wir da Schiffe hinschicken oder nicht. Siehe den letzten Thread.
Und was Spangdahlem und Ramstein angeht, es wurde schon mehrfach auf das NATO-Truppenstatut verwiesen. Aber das ist ja gerade nicht opportun, scheint es, dies bei den Aussagen zu beachten.
@Closius sagt: 16.03.2026 um 14:53 Uhr
Und weil die US-Navy keine Minen räumen kann im Persischen Golf muss das die Deutsche Marine machen? Außerhalb des Bündnisgebiets ohne ein irgendwie geartetes Mandat? Nicht wirklich, oder?
@Andreas Lange sagt: 16.03.2026 um 15:28 Uhr
Welche „Drecksarbeit“ wird denn da gerade erledigt? Die, über die man nicht zu Ende verhandeln wollte? Die, wie im letzten Jahr, nur halbherzig mit Luftangriffen getan werden soll? Da sollen militärisch Probleme gelöst werden, die wir noch gar nicht hatten.
Da wird der gleiche Schwachsinn vom letzten Jahr wieder durchgezogen. Es wird auch wieder das gleiche Ergebnis dabei herauskommen.
Und welche eingeschlossenen deutschen Schiffe bitte? Es zählt das, was der Flaggenstock sagt. Und wer einen Billigstaat als Flagge gewählt hat, der wende sich bitte an diesen. Hier in DEU Geld sparen wollen, aber der deutsche Staat soll es richten. Kann auch nicht funktionieren.
@Pio-Fritz
Zustimmung, Ihre Wiederholung der Aussage zu den Düngemitteln und LNG Gas trifft zu.
Deutschland kommt komplett ohne aus.
Beruhigend.
Was weiterhin beruhigt, zum Frieden schaffen Null DEU Leistung, im Frieden genießen künftig vorn dabei.
Geben Sie sich eine Chance und hören doch noch den ex Bundespräsidenten Gauck bei Miosga.
Im September 2024 durchquerten die Fregatte „Baden-Württemberg“ und der Versorger „Frankfurt am Main“ als erste deutsche Marineschiffe seit 22 Jahren die Taiwanstraße. Man nannte es einen Kurswechsel in der Sicherheitspolitik zur Unterstützung des internationales Recht und Sicherung von Handelswegen. Heute steht die Forderung des US Präsident, gemeinsam mit den Vereinigten Staaten, Kriegsschiffe zu entsenden, um genau jenes, in der Straße von Hormus umzusetzen.. Entweder .. oder !
Ich unterstütze die Absage der Bundesregierung.
Die Amerikaner haben keinen Plan und der Iran hat keine wirtschaftlichen Ambitionen.
Mann will nur Machterhalt und mittelfristig Rache.
Der iranischen Regierung sind Ihre Landsleute absolut egal und im Zweifel Mätyrer.
Was sind also die Optionen?
Will man ernsthaft den Iran ausschalten helfen nur Bodentruppen und ein langfristiges Engagement, dass sehe ich von Herrn Trump nicht.
Ich sehe nur schlechte Optionen für die Zukunft.
Und ja, eine Abschwächung des Mullahregimes, sowie das töten aller Exekutivkräfte und Unterstützer, findet nach wie vor meine Unterstützung.
Das wie, wie es aktuell passiert, ist das, womit ich ein Problem habe.
Nachdem Trump so gut mit Ungarn kann, soll er halt die ungarische Marine anfordern. :-)
@ KPK
Ganz ehrlich:
Es geht hier nicht um die Verteidigung eines befreundeten Landes, sondern um zwei unserer Partner, die ohne Sinn und Verstand einen Krieg in einer der sensibelsten Regionen der Welt angezettelt haben.
Jetzt fliegt den USA das Thema um die Ohren.
Pech gehabt.
Wir sind eine Verteidigungsarmee. Und unter Verteidigung versteht man nicht, ein Land platt zu machen, weil es vielleicht wieder zum Angreifer geworden wäre…
Jetzt dort unten einzugreifen, oder als Geleitschutz „deutscher“ Schiffe zu dienen, die unter ausländischer Flagge fahren, kommt überhaupt nicht in Frage.
Da können die Reedereien sich ja an Malta und andere Steueroasen wenden..
Dafür braucht kein Soldat sein Leben in einem Gebiet voller Minen und in Reichweite iranischer Drohnen zu opfern.
@Andreas Schau, kleiner aber feiner Unterschied. In der Taiwanstraße hat zwar ein Anrainer gemeckert und geflucht, es gab aber keine Drohungen die Schiffe zu versenken.
@ Andreas Schau Wozu halten sich denn die Golfstaaten eine Marine? Sind das nur Matrosenschauspieler und die Schiffe Attrappen? Bolivien könnte ja mit seiner Marine unterstützen. Hat nicht Karoline Leavitt, die Sprecherin des Weißen Hauses rumposaunt, dass sich das Pentagon schon seit Jahrzehnten damit beschäftigt, was zu tun sei, wenn die Strasse durch den Iran gesperrt wird? Jetzt ist es soweit. Dann kann das Pentagon seinen Plan ja umsetzen.
Passiert nur nicht viel außer Rumheulerei. Tja, der Iran ist halt nicht Venezuela oder ein Drogenschmugglerboot. Da hat sich jemand ordentlich verzockt. Aber der Krieg war ja schon nach der ersten Stunde gewonnen.
Flo sagt…. @Andreas Lange, welche eingeschlossenen deutschen Schiffe sollen da rauskommen? Es sind zwar einige Schiffe deutscher Reedereien betroffen, würde mich aber wundern wenn die auch unter deutscher Flagge fahren. Die ist viel zu teuer, selbst die großen deutschen Kreuzfahrer laufen unter der Flagge Italiens.
Und genau deswegen sollte der deutsche Reederverband mal schön still sein. Die sollen sich ihre Hilfe doch von den Bahamas oder Marschallinseln holen.
Pio Fritz…. Und welche eingeschlossenen deutschen Schiffe bitte? Es zählt das, was der Flaggenstock sagt. Und wer einen Billigstaat als Flagge gewählt hat, der wende sich bitte an diesen. Hier in DEU Geld sparen wollen, aber der deutsche Staat soll es richten. Kann auch nicht funktionieren.
So schauts aus!
Ich kann nicht verstehen, warum man nicht erstmal eine Prüfung zusagt. So machen es wohl die Dänen. Damit gewinnt man Zeit und verprellt Mr. T. nicht komplett.
Vielleicht ist die deutliche Absage von Boris P. auch nur das Eingeständnis, dass gerade alle deutschen Fregatten in der Werft sind, die Munition komplett ausgegangen ist oder ……
@ KPK
Ich bin enttäuscht von Ihren Aussagen zu rechtlich nicht darstellbaren Einsätzen der Bundeswehr ohne Strategie am persischen Golf.
Durch den Blog stellen Sie sich seit Jahren als führenden Angehörigen ich nehme an Offizier der Bundeswehr dar.
Und jetzt fehlt Ihnen die rechtliche Grundlage und der moralische Kompaß zu Einsätzen fernab der Heimat? Noch dazu im Kielwasser des krankhaften Narzissten D. Trump?
Da bleibt mir als Nicht-Gedientem nur die Schriftform….
Es scheint übrigens auch nicht wenige Reeder zu geben, die selbst bei einem wie auch immer ablaufenden „Schutzeinsatz“ die Route nicht befahren würden, weil ihnen das (Versicherungs-)Risiko einfach zu groß ist.
Trump hat sich verzockt bzw. wurde in ein Szenario hineingetrieben, was jetzt implodiert – ich sehe keinen Grund, warum sich jetzt ausgerechnet andere (und erst recht nicht die NATO) mit in dieses Abenteuer stürzen sollen, zumal (und die Ausage wurde oben ja auch nochmals genannt) Trump zu Beginn der Angriffe ja getönt hatte, dass keine externe Hilfe nötig sei.
Es bleibt beim alten Grundsatz der fünf (sechs) „P“: Proper planning prevents (piss-)poor performance.
Die militärischen und wirtschaftlichen Risiken dieses Krieges sind insbesondere für die Anrainerstaaten (Saudi-Arabien, UAE, Katar, Kuwait, Bahrain, Oman) enorm! Es drohen weitere und direkte Angriffe auf Öl-, Hafen- und Energie-Infrastruktur durch iranische Drohnen- und Raketen. Eine Fortsetzung der Störung der Schifffahrt insbesondere in der Straße von Hormus trifft als erstes diese Staaten selbst. Zudem ist eine Eskalation über Stellvertreter (z. B. Huthi-Angriffe auf Energie- und Logistikketten) auf alternative Pipelines denkbar. Diese Staaten existieren so nur, weil sie vom Export stabiler Energiemengen leben! Rund 20 % der globalen Öl- und LNG-Ströme passieren die Straße von Hormus.
Zwar haben die Anrainer die größten unmittelbaren Verluste, aber da gibt es auch nur begrenzte Handlungsspielräume. Der Iran kann jederzeit asymmetrisch eskalieren (Minen, Drohnen, Stellvertreter), jeder „offene“ Krieg würde die exportbasierten Golf-Ökonomien zerstören, selbst die Sozialfürsorge hängt dort von Exporterlösen ab.
Was nützen den Golfstaaten ihre enormen finanziellen und militärischen Ressourcen, wenn sie gleichzeitig extrem verwundbar sind? Militärische Stärke ≠ Kriegsresilienz!
Selbst im optimistischen Szenario, einer „US-geführten Abschreckungsdominanz“, in der die USA und die Golfstaaten die Straße von Hormus militärisch sichern und Iran eine offene Konfrontation vermeidet, halte ich es für wahrscheinlich, dass Deutschland sich an Marineeinsätzen in multinationalen Missionen beteiligen wird. Der Druck zur sicherheitspolitischen Mitverantwortung wird steigen, weil die wirtschaftlichen Auswirkungen auch für Deutschland enorm sein werden!
Wenn dieser Krieg asymetrisch weiter eskaliert, werden wir sogar eine Debatte über strategische Autonomie der EU führen müssen, auch dann wird Deutschland militärisch gefordert sein!
Und wenn es ganz übel läuft, sehen wir Bodentruppen auf Kharg und Küstenoperationen. Der Iran wird die Golfstaaten dann massiv attackieren, der Golf wird faktisch Kriegsgebiet, wir werden eine globale Rezession erleben. Die Konsequenzen für Deutschland als Exportnation werden auch dann enorm sein. Seewege zu sichern, wird dann wieder eine Kernaufgabe der deutschen Marine. Die Energie-Geopolitik wird auch zur deutschen Sicherheitsfrage. Ich denke, Deutschland und Europa werden deshalb in jedem Fall künftig stärker in die weltweite maritime Sicherheit eingebunden, hierzu ist eine massive Aufrüstung unserer Marine natürlich erforderlich!
Ich rege zum Verlassen der aufschäumenden Untersicht europäischer mittlerer und kleiner Staaten an. Es existieren Gründe zur Verurteilung der Lage am Golf, sicher.
Es gilt aber unverändert die Interessenwahrung von Nationen, die weder ewige Feinde noch ewige Freunde haben, eben aber ihre Interessen.
Europa kann Trump sagen „Dein Krieg, Dein Problem“. Aber ist das klug?
Kommt bei Gelegenheit – an der Ostflanke – die Retourkutsche „Euer Problem“?
Ziemlich sicher.
In Trumps Denken ist dies Verhalten angelegt.
Putin wird das ähnlich sehen?
Ziemlich sicher.
@AndreasSchau: Nicht alles, was hinkt ist ein Vergleich. Wenn Taiwan den Volkskongress weggebombt hätte, weil Xi so nervt, die USA daraufhin mitgebombt hätten, während Taiwan eine Millionen Festlandchinesen vertrieben hätte, um freies Schussfeld zu haben, dann wäre der Vergleich angemessen.
Aber immer positiv denken, Trump hält einen Nuklearschlag vonseiten Israels für ausgeschlossen. Schön zu wissen.
@Andreas Schau
… ‚durchquerten die Fregatten BW…‘
Da möchte ich nicht an Board sein!
Kleiner Tipp :
Persischer Golf Strasse von Hormus
Max. Tiefe 26 Meterchen
Engstelle 38km Küste Oman zur Küste Iran
Passenge (Box) für Tanker und Frachter 3 Kilometerchen
Und Sie möchten da als Kommandant einer Deutschen Fregatte unter Kriegs – und Gefechtsbedingungen eine Meisterleistung in der Navigation vor Ort demonstrieren?
Kleiner Tipp, Herr Kaleu. Der IRAN verfügt u. a. über Torpedos HOOT (=Whale), nahezu Bauart gleich russischer VA111. Bedeutet : bis zu 360km schnell oder 100 Meter pro Sekunde.
Die lassen sich auch von einer entsprechenden Batterie an der Küste des IRAN abfeuern.
Vernünftig und nachvollziehbar dürften die Ausführungen von
@Sven
@Der Realist
sein.
Wie könnte man für die Zukunft diesen extremen Risiko – Bereich entschärfen?
Mehr Pipeline bauen auf und über die Arabische Halbinsel. Es gibt zwar solche bereits, die Leistungen sind indes für den internationalen Bedarf unterdimensioniert. Ein sträfliches Versäumnis der überaus wohlhabenden Golfstaaten.
@KPK
„Europa kann Trump sagen „Dein Krieg, Dein Problem“. Aber ist das klug?
Kommt bei Gelegenheit – an der Ostflanke – die Retourkutsche „Euer Problem“?
Ziemlich sicher.“
Also in meiner Welt ist exakt das passiert und zwar schon mehrfach. Mit dem Resultat, dass die USA keine Hilfen mehr Richtung Ukraine schickt, nur noch verkauft.
Also ja, aus der Hinsicht können wir sehr wohl sagen, Euer Problem!
Unser Problem ist es aber insofern, als das wir wie der Rest der Welt auch das Problem haben, dass Öl und Gas teurer werden. Aber Kriegsschiffe in ein ungewisses Chaosabenteuer schicken ist nicht zwangsläufig die günstigste Lösung.
Was klug ist, ist Trumps Aussage von vor Monaten ernst zu nehmen. Er sagte, dass der Ukrainekrieg ein europäisches Problem ist. Fein!
@Pio-Fritz
“ Es zählt das, was der Flaggenstock sagt. Und wer einen Billigstaat als Flagge gewählt hat, der wende sich bitte an diesen. Hier in DEU Geld sparen wollen, aber der deutsche Staat soll es richten. Kann auch nicht funktionieren.“
Der deutsche Staat hat ein sowohl ein Interesse an freien Seewegen und sicheren Lieferketten als auch daran, dass Reedereien im Rahmen der Gesetze so agieren, dass sie international wettbewerbsfähig sind. Sicherheitspolitik ist in diesem Fall keine Dienstleistung für zahlende Kunden, sondern das Verfolgen der eigenen außen- und sicherheitspolitischer Interessen.
Dass eigentliche Problem ist ein anderes: Die Schiffe würden auch mit Eskorte überwiegend nicht fahren, weil sie kaum noch zu versichern sind und die Besatzungen nicht mitmachen etc.
Es gibt jetzt nur noch drei Lösungen: Der Iran gibt nach, die USA geben nach oder die USA besetzen den Teil der iranischen Küste, von dem aus man die Straße von Hormuz kontrollieren kann. Die erforderliche Marineinfanterie ist bereits unterwegs.
Die iranische Regierung steht mit dem Rücken zur Wand und wird die Amerikaner jetzt mit chinesischer Unterstützung möglichst lange militärisch in der Region binden, weil sie davon ausgeht, dass sie den wirtschaftlichen Schaden und die Verluste länger durchhalten wird. Die Chinesen gewinnen zugleich Handlungsfreiheit im an der Straße von Taiwan, wenn sie ggf. im kommenden Jahr dort militärisch handlungsfähig sind und die Taiwanesen bis dahin nicht nachgeben.
Es geht wahrscheinlich gerade erst los, und die eigentlichen Probleme kommen erst noch.
@all
Ich komme ja schlicht nicht mehr hinterher. Also, oben jetzt das Transkript der Aussagen von Merz nachgetragen.
Zur Vollständigkeit gehören auch die heutigen Aussagen von Trump:
“We don’t need anybody,” Trump says. “We’re the strongest nation in the world.” He characterized the security of the Strait of Hormuz as a test issue, “because I’ve been saying for years that if we ever did need them, they won’t be there.”
https://www.nytimes.com/live/2026/03/16/world/iran-war-trump-oil-lebanon/087e000b-daf1-5132-8ac7-993feb1c5a73?smid=url-share
@Orontes, sicher das eine MAU reicht um die Küste entlang der Straße von Hormus besetzten und langfristig halten zu können in der nötigen Breite und Tiefe?
Ich würde eher tippen das die für Kharg gedacht sind. Wenn die überhaupt intakt dort ankommt.
Das politische Berlin hat Recht, es ist wirklich nicht unser Krieg. Trump und Netanjahu haben diesen Krieg ohne jedes Recht begonnen. Netanjahu um politisch zu überleben und Trump weil er nicht in der Lage war die Folgen zu erkennen. Beide Parteien können diesen Krieg nicht gewinnen Europa und die NATO tun gut daran sich nicht zu beteiligen. Warum sollten NATO Soldaten für diesen Wahsinn sterben. Kein Soldat, kein Schiff mehr ins Kriesengebiet. Ich habe einmal meinen Eid als Zeitsoldat geleistet und ich war bereit unsere Freiheit zu verteidigen. Aber ich würde heute sofort meine Entlassung aus dem Dienst beantragen würde man mich auf einem Minensucher , Tender als Begleitung oder einer Fregatte da in den Krieg schicken. Der Krieg wird noch Jahre dauern und die USA in eine große Wirtschaftskrise schicken. Die einzige Lösung für Europa wären Verhandlungen mit dem Iran mit dem Ziel freies Geleit für europäische Handelsschiffe. Mal sehen wann den beiden Kriegsparteien die Waffen ausgehen. Dem Iran werden seine Drohnen nicht ausgehen. Bleibt die große Gefahr das USA oder Israel aus Verzweiflung zum letzten Mittel greifen. Zumindest Netanjahu traue ich das zu.
@Orontes, sie sagen es ! Und weil es vielleicht gerade wirklich beginnt loszugehen, ist es besser wenn wir unsere peepels hier in Nord-und Ostsee haben. Nur für den Fall das jemand anderes die Abwesenheit ausnutzen will.
Was hier bei weiteren Beteiligungen passiert ist besser bekannt unter dem Begriff „Überdehnung“. Eigentlich kannte ich den Begriff eher im Zusammenhang mit Logistik, bzw. Nachschubketten, aber auch ein militärisches Bündnis könnte sich in derart weiten Räumen verzetteln, das daraus gefährliche Lücken entstehen, auch an der Heimatfront.
Nicht das irgendwann Mexiko die Gunst der Stunde nutzt, und in den USA einmarschiert. Oder so.
Gut so: Mit einem Trump gemeinsame Sache zu machen, ist gefährlich: er macht heute das, morgen was anderes, und zwischendurch steuert er noch ein paar Mal um – natürlich ohne sich mit jemand abzustimmen. Jeden, der nicht nach seiner Pfeife tanzt, trifft seine Verachtung. Eine solide Planung dieses Abenteuers oder realistische Kriegsziele sind nicht erkennbar, und dass der Iran die Straße von Hormus schließen würden, war ihm egal – seine Militärs haben ihn ja dovor gewarnt.. Mit solch einem „Partner“, bei dem jede Verlässlichkeit und jedes Verantwortungsgefühl fehlt, kann man nicht in einen Krieg ziehen, egal worum es geht.
Ich kann gut verstehen dass man nicht „mit“ Trump will, ganz unabhängig von der militärischen oder legalistischen Bewertung seiner Bitte. Legalistisch könnte man seit den Bombenanschlägen auf die US-Barracken 1983 irgendeine Begründung rauskramen aber selbst rein rauchender Colt in iranischen Händen wiegt eines nicht auf:
Trump ist schlicht zu sprunghaft.
Wer mitunter derart irrlichtert wie Trump ist kein verlässlicher Partner, Punkt.
Da bin ich ob der erfreulich klaren und offenen Sprache von Kornelius, Hinterseer, Müller in der BPK – und auch bei BK Merz – positiv überrascht. Gerade bei den sonst oft gehörten Worthülsen in der BPK ist das aus meiner Sicht tasächlich beispielhaft gute Kommunikation (@TW sehen Sie das auch so?)
Closius sagt:
16.03.2026 um 14:53 Uhr
„die Blockade der Tanker ist eine Art Kriegserklärung an die ganze Welt, die Öl braucht“
Nein. Genauso wenig wie eine Sperrung der Ostseezugänge (übrigens eine damalige Hauptaufgabe für DEU Marine im kalten Krieg), für RUS bei einem hypothetischen Konflikt mit RUS eine Kriegserklärung an die Abnehmer von RUS Ölexporten wäre (und da läuft ein erheblicher Teil über die Ostsee).
„sie haben vergessen, Minenräumer vor Ort zu haben….Ein Teil der US Minenräumer soll wohl gerade außer Dienst gestellt werden in den USA, der Rest ist tausende von Kilometern entfernt“
USN hat noch ganze vier Exemplare der uralten Avenger- Minenjäger, liegen alle in Sasebo/JPN, davon max 1-2 einsatzfähig, das war es. Es gibt einfach de-facto keine relevanten MCM-Fähigkeiten der USN mehr. Die vier vorher in Bahrein stationierten anderen Avengers sind alle ausser Dienst, die letzte seit September 2025, und wurden in Januar 2026 mit einem Dockschiff zur Verschrottung weggebracht. Die „little crappy ships“ LCS der Independence-Klasse, die die Aufgabe übernehmen sollten, kosten einen Haufen Geld und können nahezu nichts – organische Mine Countermeausres Fähigkeit = Null, zwei von den Pötten hat man dann nach ewiger Verzögerung in 2025 mit einem MCM Modul ausgestattet und probt daran herum. Da funzt wohl einiges noch nicht wie es soll, hört man. Ein LCS davon, die USS Canberra, hat die Avengers mit wegeskortiert, das andere, die USS Santa Barbara, ist gerade in Malaysia.
Die vier GBR-Hunt-Class Minenjäger, die in Bahrein stationiert waren, sind übrigens auch seit Januar 26 von dort weg. Seltsame Zufälle.
@ Y-998201 sagt:
16.03.2026 um 18:48
„Wozu halten sich denn die Golfstaaten eine Marine? Sind das nur Matrosenschauspieler und die Schiffe Attrappen?“
Ja, so ähnlich ist das dort tatsächlich. Kein Witz. Man traut dort ja vielfach den eigenen Mannschaften und Unteroffizieren nicht über den Weg, die sind ja alle aus dem Ausland angeheuert. Ca. 5 MCM haben die Golfstaaten übrigens insgesamt, 3 Ex-GBR Sandowns bei den Saudis und 1-2 Ex-DEU Frankenthal bei VAE (eine wurde wohl von den Houthis beschädigt), das wars.
Die USA unter Tramp haben sich doch schon von Europa abgewandt. Waffen für die Ukraine werden nur noch gegen EU Cash geliefert. Da wird mittlerweile wo es nur geht Made in Europe eingekauft… Handelskrieg wird auch schon seit fast einem Jahr von den USA gegen die EU geführt und NATO Partnern hat man offen mit Teilweiser Annektio gedroht oder das man Feinde geradezu dazu einladen würde NATO Partner anzugreifen wenn diese nicht genug Waffen in Amerika kaufen würden.
Regelmäßig wird mit dem Abzug von Truppen gedroht oder das man erst gar nicht im Bündnisfall erscheinen würde und sowieso ist der Gegner Russland ja der besserer Geschäftspartner und deswegen wird der Hofiert.
Jetzt ist halt Ende… Ami Go Home! Räum deine europäischen Basen. Bald sehen dann auch die verbliebenen Verbündeten von Saudi-Arabien über Korea bis Japan das mit den USA keine Partnerschaft zu machen ist… Australien bereut ihr AUKUS Projekt ja mittlerweile auch schon kräftig. Mal schauen was die Chinesen mit Taiwan tun wenn sie merken das die USA noch nicht Mal einen einzigen Zerstörer durch die Straße von Hormus fahren lassen… und ob dann noch irgend wer auf die Schutzmacht USA setzt… wie lange der Petrodollar noch Bestand hat wenn die Araber sehen daß es ihnen eben nix mehr bringt Uncle Sam die Klöten zu lutschen und zu vergolden.
Tramp wird definitiv noch in Hundert Jahren Thema im Geschichtsunterricht sein… als der Präsident der den Untergang der USA als Globale dominierende Macht eingeleitet hat. Schon sehr bald wird ihn seine eigene Partei teeren und Federn..
@Flo @Orontes
Nach Kharg:
Auch die 31st MEU mit inzwischen drei Landing Platform Dock (LPD) im Anmarsch müsste erst durch die Strait. Kharg liegt im äußersten NW des Golfs, etwa 700 km entfernt. Wie dorthin gelangen?
Bliebe allein eine „airborne operation“ mit allen Nachteilen von „light infantry“ hinsichtlich Schutz und Wirkung fehlender schwerer Waffen, allenfalls noch unterstützt über Air Raid. Hier aber, Reichweite der Hubschrauber, unrealistisch ohne nachtanken.
Nördliche Gegenküste zur Meerenge:
Das sind ca 350 -400 km zerklüfteter Küste, dicht besiedelt, nach ca 20- 30 km steil ansteigend auf bis 2000 m, Hochgebirge. Dazu soll eine (1) MEU ausreichen? Die US Navy umfasst 7 MEU, selbst alle zusammengefasst reichen nicht. Dergleichen Einsatz entspricht auch nicht deren Auftragsbuch. MEU sind Spezialkräfte zur Durchführung von Expeditions- und amphibischen Operationen gegen asymmetrische Kräfte, gegen konventionelle, irreguläre und hybride Streitkräfte. Sie sind viel zu wertvoll, keine Linieninfanterie zum Kampf gegen eine vorbereitete Verteidigung.
Und dass der Iran an seinen Küsten bestens sich seit Jahren vorbereitet hat, darin sollten wir uns alle einig sein.
Was bleibt? Wegnahme von für die organisatorische und technische Funktion des Staates entscheidenden Einrichtungen und Standorten mit Spezialoperationen im Handstreich, nur, auch dies nicht mit nur „einer“ MEU.
Ein BW-Einsatz in diesem Krieg wäre mit ziemlicher Sicherheit illegal, da out-of-area und ohne UN-Mandat. Oder glaubt jemand, daß Melania den Sicherheitsrat zu einer Resolution dafür bekommt?
Der Präsident soll seinen Friedensrat fragen. Ansonsten: Thoughts and Prayers.
Nachtrag zur „Sperrung“ der Strasse von Hormuz:
Rechnet man die iranische Export-Ölproduktion ( ca. 1,7 Mio. Barrel pro Tag ) um auf die gerade verwendeten Öltanker die noch durchfahren ( Suezmax-Klasse, typisch 160.000 t ), man vermutet mit stiller Einwilligung des Irans, dann kommt man auf etwa 10 pro Woche.
Das ist recht genau die Anzahl die auch tatsächlich aktuell durchfahren. Man munkelt in Richtung Indien & China.
Die Sperrung der Meerenge gilt aktuell also nur für das Erdöl aus den Golfstaaten.
Was auch den USA nicht gefallen dürfte.
Die neuesten, seltsamen Andeutungen von Herrn Trump lassen vermuten das irgendwann in der Zukunft bei immer noch laufendem Krieg dann doch noch die Ölverladeanlagen angegriffen werden.
Was eine weitete Eskalation darstellen würde die auch keiner wirklich will…
Ich warte ja nur darauf, daß ein iranischer Hilfskreuzer ein US Marineschiff angreift, auch fernab des eigentlichen Operationsgebietes, in einem Hafen oder auch auf hoher See. „Unfälle“ bzw. Kollisionen kann man auch provozieren.
Der Spruch „Dein Krieg, dein Problem“ ist sicherlich zu kurz gesprungen. Es zu unserem Krieg zu machen ist aber erst recht keine Lösung.
Es gibt doch nur wenige Lösungen.
1. Endloses bombenwerfen auf alles was man findet. Am besten noch als Stellvertreterkrieg mit europäischen und kurdischen Hilfstruppen. Dann bleibt die Situation wie sie ist, eventuell auf Jahre.
2. Ein ernsthafter Regimewechsel mit notwendiger Invasion, vielen Toten und ungewissem Ausgang. „Erfolgreich“ im Irak oder Afghanistan erprobt.
3. Eventuelle Kriegziele abarbeiten und dann leider doch verhandeln um die Straßen wieder passieren zu können. Das wäre dann die mediale Niederlage der Amerikaner. Geht natürlich nicht..
Moin noch mal an alle, ich habe da eine Frage zum letzten Teil meines Kommentars von gestern.
Ich hatte angesprochen, das die Golfstaaten dort unten eigenes Militär haben und (aus meiner Sicht) ein Interesse haben müssten die Straße von Hormus für ihren eigenen Handel frei zu halten. Nicht um die Amerikaner zu unterstützen, sondern um nicht vom Handel abgeschnitten zu werden. Ich weiß aus sicherer Quelle, das dort viele in Deutschland gebaute Schiffe zu den Golfmarinen gehören. Mir ist der Ausbildungsstand dieser Herren sehr wohl bekannt, aber warum hört man von da nichts?
Nur zum Verständnis, ich schließe mich völlig den hier vertretenen Meinungen an, das ist nicht unser Krieg und er ist ohne echte Planung für ein Ende begonnen worden, aber er ist jetzt da und betrifft die Interessen vieler Staaten.
@Klaus-Peter Kaikowsky (KPK), das die MAU auf dem Weg nach Kharg durch die Straße von Hormus muss und dann noch den kompletten Golf hoch muss ist mir bewusst. Darum ja auch die Einschränkung „wenn sie intakt ankommt“.
Das Ziel werden sich die Iraner sicher nicht entgehen lassen.
Wenn man sich auf ein Pulverfass setzt und eine Zigarre anzündet, kann das gut gehen, muss aber nicht.
Seit der Ölkrise in den 70ern wissen doch alle um das kritsche Nädelöhr am Golf, bis auf den größten
amerikanischen Präsidenten aller Zeiten. Der Iran ist doch kein Karibik-Kleinstaat. Dass dieses Regime sich mit allen Mitteln wehren wird, war doch klar. Auch wenn sie massive Verlust durch die Bombardierungen hinnehmen müssen, besiegt sind die noch lange nicht. Wie kann man nach Vietnam, Irak und Afghanistan nochmal so blöd sein und blind in so eine Abenteuer rennen. Ich kapier’s nicht.
Ob ein verstärktes Battalion Marines da wirklich ausreichen würde? Mehr ist ja eine MAU im Prinzip nicht.
Generell denke ich wäre ein deutscher Beitrag eher, wie 1991, nach Ende der Kampfhandlungen dort Minen zu räumen. Das kann die deutsche Marine besser als die US Navy, weil die alle konventionellen Minenjäger außer Dienst stellt und das MCM-Modul auf LCS anscheinend vorne und hinten nicht funktioniert.
Für das hochintensive Gefecht mit Marinedrohnen und Schwarmangriffen sehe ich die US Navy da immer noch besser aufgestellt als jedes NATO-Land.
Was die Golfstaaten angeht, drängt sich mir oft der Eindruck auf, dass deren umfangreiche Waffenkäufe eher Subvention europäischer und amerikanischer Rüstungsunternehmen und Einkauf von Einfluss sind als wirklich der Versuch, militärische Fähigkeiten aufzubauen. Die VAE scheinen sich ja in der Drohnenabwehr jetzt nicht schlecht zu schlagen, aber inwieweit die Waffensysteme tatsächlich von eigenen Soldaten bedient bzw. geflogen werden und wie hoch der Anteil der Franzosen und Briten an den Abschusserfolgen ist sei dahingestellt.