Rheinmetall steigt in den Bau von Kriegsschiffen ein
Der Rüstungskonzern Rheinmetall übernimmt den militärischen Schiffbau des Bremer Familienunternehmens Lürssen und erweitert damit sein Angebot um die maritime Dimension. Der Bereich NVL (Naval Vessels Lürssen) werde an das Düsseldorfer Unternehmen verkauft, teilte die Unternehmensgruppe Lürssen mit. Der Verkauf war bereits erwartet worden. Rheinmetall, traditionell ein Hersteller von Landsystemen, weitet seine Produktpalette nach der Luftfahrt damit auch auf die militärische Schiffahrt aus.
Aus der Lürssen-Mitteilung vom (heutigen) Montag:
Die familiengeführte Unternehmensgruppe Lürssen konzentriert sich künftig ausschließlich auf den Bau ziviler Megayachten und verkauft ihre Marine-Schiffbausparte NVL an den deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall. Wie das Unternehmen heute
bekanntgegeben hat, plant Rheinmetall alle Standorte und Mitarbeitenden der NVL zu übernehmen und sie mitsamt ihrem bisherigen Management als eigene Division in den
Rheinmetall-Konzern zu integrieren und weiterzuentwickeln. Mit dem Verkauf, der in den nächsten Wochen – vorbehaltlich der Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörden – formal abgeschlossen werden soll, möchte Lürssen ein Zeichen der Stärke setzen und den Weg für die politisch seit langem gewünschte Konsolidierung in der deutschen Verteidigungsindustrie ebnen.
(…)
In den vergangenen Jahren hat sich die Komplexität der Führungs- und Waffensysteme massiv erhöht, vor allem, da die Schiffe immer mehr im Verbund mit anderen Einheiten vernetzt und durch autonome Einheiten in der Luft, auf dem Wasser und unter Wasser ergänzt werden. Das erfordert eine weitreichendere Integration solcher Waffensysteme als bisher. Mit der Übernahme entsteht ein Nukleus für eine neue, wachstumsstarke Marine-Division von Rheinmetall.
Zu NVL gehören nach Angaben des Unternehmens derzeit vier
Werften in Norddeutschland (Peene-Werft/Wolgast, Blohm+Voss und Norderwerft /Hamburg, Neue Jadewerft/Wilhelmshaven) sowie internationale Standorten. Die
NVL mit Sitz in Bremen-Vegesack beschäftigt aktuell gut 2.100 Mitarbeitende weltweit. Die Werftengruppe baut unter anderem derzeit die neuen Flottendienstboote der Deutschen Marine.
(Archivbild Juni 2024: Vor dem NVL-Stand auf der ILA in Schönefeld bei Berlin)
Die Frage bleibt ob Rheinmetall künftig alle Standorte Braucht?¿
Die Remperaturstandorte Wilhelmshaven, Hamburg und Wolgast haben Auslastung. Neubau ist in Wolgast auch möglich. Bleibt die Frage was mit Blohm+Voss in Hamburg passiert?
Sollte Rheinmetall künftig auf Instandsetzung und Bau kleiner bis mittlerer Einheiten setzen ist der Standort über.
Es ist auf jeden Fall positiv zu werten, dass NVL an ein deutsches Rüstungsunternehmen gegangen ist und nicht von einem der großen ausländischen Staatsunternehmen übernommen wurde.
Wird höchste Zeit das Heckler und Koch von Rheinmetall übernommen wird. Hoffe der Herr Papperger hat das auf dem Schirm.
So… jetzt GO for
F127
MUsE -> NTV130
Goldene Quietscheentchen 😍 #herdamit
Rheinmetall hat eine so gut gefüllte Kasse, das ich diese Übernahme in die Kategorie „Gute Gelegenheit“ einsortiere. NVL bewegt sich beim Umsatz im 10% Niveau von Rheinmetall. Also nicht zu groß zum Schlucken aber doch auch substantiell. Ich sehe ein paar Synergien aber für eine. natürlichen Schritt von Rheinmetall sehe ich das nicht. Sich in alle Rüstungssparten einzukaufen, kann auch dazu führen, dass man sich verzettelt.
Eine Konsolidierung der deutschen Werftindustrie ist das übrigens nicht für mich. Das wäre nur der Fall bei einer Fusion mit einer anderen Werft gewesen.
@Nachhaltig sagt:
15.09.2025 um 20:02 Uhr
…Eine Konsolidierung der deutschen Werftindustrie ist das übrigens nicht für mich. Das wäre nur der Fall bei einer Fusion mit einer anderen Werft gewesen…
Doch das ist schon ein Schritt in die Richtung. Lürssen hatte bei „Grau“ zuletzt nur noch Service Aufträge und Anteile an Neubauprojekten. Export hatte ihnen die alten Bundesregierungen mehrfach ordentlich in die Suppe gespuckt. Mit „Weiss“ machen sie A mehr Geld und das Geschäft ist deutlich Stabiler…. Multimilliardäre werden jedes Jahr mehr auf der Welt und die ersetzen auch viel schneller ihre Spielzeuge als die ataatlichen Marinestreitkräfte und eine +130m Yacht kostet auch eine knappe Milliarde Euro und dafür braucht man noch nicht Mal eine Exportgenehmigung. Dazukommt das Lürssen für Wartung und Reparatur wenn nötig im nahen Bremerhaven jederzeit genug Docks bei der Rönner Gruppe Mieten kann (BreDo, MWB, Lloyd Werft, Mützelfeld/Cuxhaven, FWG/Flensburg) die machen nix anderes als Docks zu vermieten.
Desweiteren ist TKMS am durchstarten. Börsengang im Oktober und dann losgelöst von den Fesseln des Mütterkonzerns die sie immer Ausgebremst haben… die haben Auftragsbücher gefüllt mit über 20 Milliarden Euro im „Grauen“ Bereich. Da hatte Lürssen einfach keine Chancen mit zuhalten. Also geben sie ihr „Graues“ Geschäft an jemanden der sich den Wettbewerb leisten kann… und da sind wir bei Rheinmetall.
Herr Pappberger hat auch schon durchblicken wie er sich Synagien vorstellt… die Werften können ja auch Panzerwannen Schweißen…. Stahlbau gehört zu einer Kernkompetenz von Werften. Also gutmöglich das in ein paar Jahren in Hamburg bei Blohm+Voss eine Panzerfabrik steht mit angeschlossenem Dockbetrieb.
und jetzt kommen wir wieder zum Thema Börsengang von TKMS… bei Rheinmetall ist die Kasse gut gefüllt… vielleicht ja sogut um Thyssen Krupp ein unmoralisches Angebot zu machen? Und Zack haben wir eine Win-Win-Win Situation…
Die Bundesregierung bekommt ihren nationalen und internationalen Champion für Marineschiffbau. Lässtige Ausschreibungen kann man sich dann ab sofort sparen.
Rheinmetall Bietet dann alles an außer Flugzeugträger und Atomboote. Und kann die Werftstandorte die über sind dann zu anderen dringend benötigten Produktionsstandorten umbauen.
Thyssen Krupp will Holding werden und ist plötzlich im Besitz von einem Stück eines der Wertfollsten deutschen Unternehmen. Das pusht den eigenen Aktienkurs.
Schauen wir mal was da kommt…..
MONARC 2.0 kann kommen.
Interessant, ein Kern als Auftakt für einen neuen Komplex? Herr Papperger wird in der Rheinmetall-Mitteilung noch ausführlicher: „Durch den Zukauf werden wir nicht nur zum Produzenten schwimmender Plattformen. Als integriertes Marine-Kraftzentrum wollen wir komplette Systemlösungen anbieten. Alle wertigen Komponenten können wir unseren Kunden in künftigen Programmen aus unserem Partner-Netzwerk heraus als integrierte Lösung aus einer Hand anbieten: Marine-Flugkörper und -Werfer, Haupt- und Sekundärgeschütze für die Marine, die Raketenabwehr, Sensoren und weitere Elektronik. Beim Gefechtsführungssystem wollen wir aus unserem Partner-Netzwerk heraus die Integration und Germanisierung bestehender Lösungen ermöglichen.“ https://www.rheinmetall.com/de/media/news-watch/news/2025/09/2025-09-15-rheinmetall-einigt-sich-mit-luerssen-ueber-erwerb-der-naval-vessels-luerssen-(nvl)
Ich hoffe Rheinmetall verzettelt sich bei dem enormen Wachstum und der Expansion in neu Bereiche nicht. Wie läuft es zum Beispiel mit dem Aufbau der Produktionskapazitäten in der Ukraine? Dabei handelt es sich ja sicherlich um eine außergewöhnliche Herausforderung.
Die Übernahme der militärischen Lürssen-Werft durch Rheinmetall ist zu begrüßen. Rheinmetall will als Rüstungskonzern wachsen. Dabei ist auch zu sehen, daß wir riesige Probleme im Fregatten- und Korvettenbau für die Bundeswehr haben. Da könnte ein starker deutscher Rüstungskonzern, der Panzerbau, Schiffbau & Flugzeugbau betreibt, helfen. Natürlich ist die Übernahme einer Marine-Werft noch nicht ausreichend. sondern wir brauchen ein stärkeres & größeres Marineschiffbauunternehmen. Da nichts dazu bekannt wäre, daß German Naval Yards in Kiel zum Verkauf steht(französischer Eigentümer), wäre es logisch, wenn TKMS, was der Thyssen-Krupp Konzern schon länger verkaufen will, von Rheinmetall auch noch übernommen würde.
Denn es geht weder beim 2. Los der Korvetten voran, wo schon ein paar Korvetten gebaut sind, aber die Software/Sensorik, welche von Thales & Atlas Elektronik entwickelt werden sollte, nicht kompatibel sein sollen. Als Folge jahrelange Verzögerungen und völlig unklar, ob die Software Probleme je gelöst werden können.
Und das größte Marinebauprogramm der Bundeswehr, der Bau der Fregatten F 126 hat ein ähnliches Problem. Die französische Software von Thales ist nicht kompatibel mit der Software der dt. Werften und es gelingt nicht, die Baupläne an die dt. Werften zu übertragen. In der Folge wird im Moment soll der Bau der ersten Fregatte Niedersachen(sollte 2028 fertig sein) sich um 3 – 4 Jahre verzögern. Und es ist ebenfalls völlig unklar, ob diese Software Probleme je gelöst werden können. Porsche Consultiung soll dies ja jetzt untersuchen & die Damen Werft unter die Lupe nehmen, welche von der Niederländischen Regierung per Kredit vom Bankrott gerade gerettet werden musste. Verschiedene Politiker fordern(denke ich zu Recht) seit längerem die Projekt 126 abzubrechen & stattdessen MEKO Fregatten von TKMS zu beschaffen.
Skandalös finde ich, für eine Parlamentsarmee, daß die Öffentlichkeit in beiden Projekten hingehalten wird, statt der Bevölkerung die Wahrheit zu sagen, daß im Projekt F 126 die bisher gezahlten 1,5 – 1,8 Milliarden Euro vermutlich verloren sind & nicht offensiv ein Ersatzprojekt entschieden wird. Denn die Marine fehlen Schiffe.
Durch die jahrelangen Verzögerungen müssen die F 123 Fregatten um Jahre länger im Dienst bleiben. Diese Fregatten sollen zwar modernisiert werden, aber die Werftliegezeiten für diese Modernisierungen werden um Jahre überschritten. Die Schleswig-Holstein liegt seit Jahren in der Werft zur Modernisierung und deren Ex-Kommandant hat doch gerade erklärt, daß er 700 Tage Kommandant war, aber sein Schiff keinen einzigen Tag führen konnte, weil es noch immer in der Werft liegt.
Eine Zeitenwende sieht bei mir anderes aus! Wir brauchen einen Marinekonzern, der Software Probleme hinbekommt & Zeitpläne mal einhalten kann!
@Closius
Grundsätzlich stimme ich zu.
Aber auch Rheinmetall hat uns im Heeresbereich schon einige Verzögerungen „serviert“.
Also Obacht
Rheinmetall geht den Weg, den die europäischen Rüstungsriesen gehen – analog BAES und Leonardo.
Es ist meiner Meinung nach auch erst der Anfang – wie auch in der Luftfahrt. Der große (mehrheitliche ?) Einstieg in TKMS ist nur logische Folgeschritt. Ich denke, dass nach der Fertigung bei der F-35 auch im Luftfahrtbereich noch was kommen wird um diesem Pfad zu folgen.
Airbus lagert sein Raumfahrtgeschäft aus – wie sieht es danach mit der DEU milit. Luftfahrt aus ? Es wäre sinnvoll, wenn Rheinmetall auch da klotzen würde. Die Zersplitterung der mil. Luftfahrt in DEU ist Unsinn …
@Fox1 sagt: 16.09.2025 um 19:36 Uhr
„Rheinmetall geht den Weg, den die europäischen Rüstungsriesen gehen …“
Technisch mag das vielleicht verlockend sein, Kompetenzen und Produktionskapazitäten zu konzentrieren. Ökonomisch kann die Schaffung einer Rüstungs-Oligarchie in Europa, oder gar eines Monopolisten auf spezialisierten Gebieten, für die beschaffenden Armeen gefährlich sein. Und ich denke dabei nicht nur an die Preisgestaltung, sondern auch an die Verbreitung der Rüstungsgüter weltweit.
Komplett deutsches System Kriegsschiff, inklusive Waffensystemen?
Das gab es seit der Kriegsmarine nicht mehr.
Deutsche Kriegsschiffe der Nachkriegszeit hatten immer französische, italienische, schwedische oder amerikanische Waffensysteme und die Sensorik kam auch größtenteils aus dem Ausland.
@Pio-Fritz Für mich ist die Frage, ob es dann noch europäischen Wettbewerb gibt, oder ob automatisch jeder beim nationalen „Haus-Riesen“ kauft. Das wäre blöd. Ich frage mich auch, ob diese Klopper sich dann auch wieder diversifizieren können, wenn der Rüstungsmarkt mal wieder kleiner wird.
(google) Steht TKMS noch zum Verkauf? Wenn alles gut geht, wird Oliver Burchard die Anteile selbst aufkaufen. (Smiley) Regards…
Um eigene Technologien in einen neuen Schiffstyp einbauen zu können benötigt Rheinmetall sowohl Entwicklungszeit als dann auch echte Bestellungen.
TKMS aufzukaufen, wäre ein mindestens doppelt so großer Brocken wie NVL. Ob Rheinmetall dafür genug Finanzierung aufbringen kann und möchte….
@Pio-Fritz:
Ja, ein Oligopol ist sicherlich nicht wettbewerbsförderlich. Das wohl. Aber ohne eine gewisse Grundgröße bekommen Sie wiederum keine Rüstungsunternehmen, die mal eben unaufgefordert ein Konzept für einen modernen Kampfpanzer aus der Schublade ziehen können, wie das Rheinmetall mit dem KF51 getan hat. Gleiches gilt für Luftfahrzeugbauer. Funktionierenden Wettbewerb gibt’s in Europa de facto nicht. Schweden/SAAB ist vielleicht noch der einzige Anbieter mit dem „Koncept för Framtida Stridsflyg“, der da mitmischen will, aber auch da herrscht aufgrund der Historie der schwedischen Rüstungsindustrie ein national protegiertes Monopol, ähnlich wie bei Dassault in Frankreich.
Letztlich kann sich ein Unternehmen nur dann leisten, am Rüstungsmarkt selbst mit innovativen Ideen mitzuspielen, wenn es mit seinen Produkten anschließend auch ausreichend Geld verdienen kann. Und das heißt angesichts der langfristig überschaubaren heimischen Beschaffungsvorhaben ehrlicherweise Export, also Waffenhandel. Oder aber der Staat finanziert im Wege des „military keynesianism“ die Entwicklungskosten über entsprechende Programme (Siehe nahezu alle großen europäischen Rüstungsvorhaben und auch die amerikanischen Programme, bei denen in der Regel zwei oder alle großen Contender Lockheed Martin, Boeing und Northrop Grumman Entwürfe präsentieren).
Als der scheidende Präsident Eisenhower vor dem Einfluss eines entstehenden Militärindustriellen Komplexes warnte, war das süße Gift des Wirtschaftsaufschwungs durch Rüstungsausgaben schon durch das Land gesickert. Der kalte Krieg, der nach dem Ende des II. Weltkriegs die Politik unmittelbar über Jahrzehnte bestimmte, leistete ein Übriges, um Politiker nicht an die Wurzel des Problems rühren zu lassen.
@Metallkopf
> Ja, ein Oligopol ist sicherlich nicht wettbewerbsförderlich.
Welchen Nutzen hat Wettbewerb, und welche Nachteile? Wettbewerb ist schon zu Friedenszeiten kostspielig, aber volkswirtschaftlich nicht sinnvoll, wenn es darum geht, vor einem drohenden Krieg Rüstungsproduktion zu skalieren. „Der Wettbewerb wird’s schon richten“ ist ein libertärer Mythos, vor einem Krieg ein lebensgefährlicher.
Rüstungsproduktion gehört in die Hand des Staates, nicht in privatwirtschaftliche Hände, die Partikularinteressen haben. Rüstungsproduktion könnte so dem Gemeinwohl verpflichtet stattfinden, ohne Gewinnabschöpfung durch Kapitaleigner.
Auch ich habe bereits mehrmals hier die Aussage getroffen, dass dauerhaft nur Wettbewerb oder Staatsbeteiligung als kosteneffiziente Beschaffungen funktionieren. Noch ist Rheinmetall aber weit davon entfernt den Markt der Marineschiffe in Deutschland zu dominieren.
Mittlerweile sehe ich auch mehr Vorteile für Rheinmetall bei diesem Einstieg: NVL hat gut gefüllte Auftragsbücher. Die können in den nächsten Jahren auch zu Umsatzsteigerungen führen, wenn die Softwareprobleme gelöst werden. Das wird sich Rheinmetall sicher gut überlegt haben. Und es kommt eine Menge Know-How über Hochtechnologie ins Haus. Da Kriegschiffe alles von Mobilität, Logistik, Aufklärung, Wirkung und Battlemanagement in einem kompakten Gesamtsystem vereinen (müssen) ist dies ist eines Systemhauses würdig. Wer effiziente Kriegsschiffe effizient auslegen und bauen kann, der kann auch besser „Multidomän“ als Technologieanforderung der Zukunft meistern. Da kann man sicher ganz gut für die Land- und luftbasierten Systeme nicht nur etwas lernen, sondern sicher auch übertragen. Im Endeffekt wird Rheinmetall dann zunehmend Standards setzen können und wollen.
@Sustainable GNY aufzukaufen, dies ist für TMS in einer günstigen Marktsituation am sinnvollsten. IMO… Shabbat Shalom und ein schönes Wochenende.
Das Problem moderner schwimmender Waffensysteme ist, dass diese derart kompliziert wurden, dass kaum eine Organisation alle Schnittstellen an Bord und an Land mehr beherrscht, rpt beherrscht. (Basteln, ja)
Das gilt auch fuer die militaerischen Forderungen, die Umsetzung in Wehrtechnischen Bereich und die Bauaufsicht bis zur Abnahme/Uebergabe.
@Closius
Man muss schon unterscheiden, wo hier die Probleme liegen.
Bei der F126 ist es die Konstruktionssoftware. Es gibt wohl Probleme bei der Einführung auf Seiten von Damen und mit der Übertragung der Daten in die Software, die auf unseren Werften genutzt wird. Das Ganze ist sehr kurios, da Damen ja sehr viele Entwürfe auf Halde produziert und dann versucht, Kunden zu finden.
Wie man mit solchen Voraussetzungen dann in ein solches Programm einsteigen kann, wissen auch nur BWL Kasper.
Die Software auf den Schiffen ist dann ein anderes Thema.
Das ist eine lange Geschichte von Pleiten, Pech und Pannen…
Bei den neuen U-Booten wird Software von Kongsberg eingesetzt, nicht von Atlas Elektronik.
Atlas darf aber wohl wieder mit dran werkeln.
Atlas Elektronik kommt bei deutschen Projekten nur selten als alleiniges Unternehmen zum Zug und liefert dann oft nichts Brauchbares. Das mag auch daran liegen, wie in Deutschland Aufträge vergeben werden.
Software ist sehr komplex und mehrere Firmen zu beauftragen, an einer Software zu arbeiten, funktioniert in der Regel nicht.
Das Verteidigungsministerium geht da ran wie Kinder die einen Wunschzettel an den Weihnachtsmann schreiben. Und das hat über die Jahrzehnte so seine Folgen. Da wird Software aus dem Ausland „Germanisiert“ und wenn ein Update kommt, liegt die Germanisierung in Trümmern… aber genauso benutzt man ja auch die Software von SAP. Die war nie für das Ministerium und die Bundeswehr geeignet. Dennoch wurde sie eingekauft, dann wurden tausende von Anpassungen beauftragt und die sind dann mit der neuen SAP-Version nicht mehr kompatibel…
Oder es wird sich eben gewünscht, dass bestimmte Dinge aus irgendwelchen Softwarelösungen in eine neue, GoldrandSoftware eingegossen werfen. Die dann noch schlechter funktioniert als alles andere.
Guckt man auf das Iris-T System, dann fällt allerdings auf, solange jeder seine Hausaufgaben macht, lassen sich Softwaremodule zusammensetzen.
Da werkelt die Radarsoftware von Hensoldt, mit der Waffenbedienstation von Diehl und der C2 Software von Airbus.
Und da stellt sich auch die Frage, wenn Fortion in dem System funktioniert, ließe sich die Software auch auf die See bringen? Früher gab es da mal Verbindungen von Atlas und Airbus/Hensoldt, bis BWL Kasper in Monopolymanier das wieder auseinandergerupft haben.
Es macht wenig Sinn, so hoch spezialisierte Software mehrfach in Deutschland zu entwickeln und sich dann darüber zu wundern, dass nichts richtig funktioniert. Der Aufwand ist enorm, der Markt winzig klein.
Man muss bei dem System aber auch dazu sagen, dass das ja keine planwirtschaftliche Beschaffung aus dem Ministerium war, sondern ein Projekt, um ein Produkt am Markt zu platzieren. Damit dieses gekauft wird, muss es funktionieren. Das ist bei unseren Rüstungsprojekten ja anders. Da gilt oft, dabei sein ist alles.
Wenn Marineschiffbau eine Schlüsselindustrie sein soll, muss auch die Softwareseite funktionieren.
Da müssen wir dringend mal ran.
Terma in Dänemark hat auch so seine Probleme. Auf den Fregatten gibt es Probleme die Lenkflugkörpersysteme richtig anzusprechen. Die Probleme sind so groß, dass die Marine lieber neue Schiffe haben möchte, als da noch Geld reinzustecken. Die Fregatten sollen waffentechnisch abspecken und die großen Patrouillenboote ersetzen.
Und für Rheinmetall wird das auch eine Herausforderung werden.
Rheinmetall sollte sich mehr auf Landsysteme konzentrieren da liegt seine große Stärke.
Deutschland war immer eine Landmacht und KMW und Rheinmetall hätten längst fusionieren müssen.
Man hätte die Kräfte längst bündeln müssen und dann hätten wir jetzt einen deutschen Internationalen Champion im Bereich Panzerbau gehabt. Jetzt haben wir eine zerteile Panzerindustrie ,das ein Land wie Deutschland sich garnicht leisten kann. Früher oder später wird es darauf hinauslaufen das Rheinmetall seine Panzersparte einstellen wird weil die Politik lieber deutsch-französische Unternehmen unterstützt als rein Deutsche. So eine Politik ist strategisch unintelligent und schafft überflüssige Abhängigkeit und Fremdbestimmung.
Man kann ja gerne europäische Rüstungsunternehmen fördern aber erstmal sollte man die nationalen Unternehmen zusammen führen und dann aus einer Position der Stärke heraus mit dem Ausland zusammen arbeiten.
Daher ist die Übernahme von Lürssen nicht schlecht aber wäre es nicht sinnvoller gewesen man hätte erstmal die gesamte deutsche militärische Marineindustrie zusammen gebracht, so wie es fast alle anderen europäischen Länder gemacht haben ?
@Dr. Thorsten Wittmann:
Welches Interesse hat ein staatliches Rüstungsunternehmen an Innovation ohne konkrete Anweisung aus der Bürokratie? Keines. „Innovation durch Bürokratie“ kann man getrost mit „Wasseraufbereitung durch Öl“ übersetzen.
Ein Unternehmen, welches mit anderen im Wettbewerb steht, ist jedenfalls vom Grundsatz her gezwungen, Schritte zu unternehmen, die das eigene Produkt anderen vorzugswürdig machen, bzw. -halten. Weil es sonst zum Ladenhüter wird.
Hierzu gibt es verschiedene Ansätze. Entweder vermarktet man ein solides, bewährtes Produkt zu einem moderaten Preis. Oder aber man peilt ein hochpreisiges Premium-Produkt an. Dazwischen gibt es bekanntlich Nuancen und wer schon Anzahl X Flugzeuge bei einem Partner hat, kann mit Service-Life-Extension Upgrades oder Anpassungen an neue Einsatzrollen sicherlich auch Einnahmen und Aufträge generieren. Aber irgendwann wird immer neu beschafft, und dann sollte man am Markt auch in der Lage sein, ein Produkt anzubieten, wenn man denn Aufträge bekommen will. Sofern natürlich die nationale Beschaffung auch ein Interesse daran hat, das den Anforderungen am besten entsprechende Produkt für die eigene Truppe zu bekommen.
Eine staatswirtschaftlich monopolisierte Flugzeugindustrie ohne Exportauftrag hat hierfür genau Null Anreiz. Im Gegenteil. Die bräsige Einstellung, dass man jeden halbgaren Blödsinn anbieten kann, weil die eigene Truppe durch die politische Festlegung ohnehin bei einem kaufen muss, dominiert. Es gibt kein incentive, das Beste oder Günstigste zu entwickeln und anzubieten. Es reicht völlig aus, nicht so schlecht zu sein, dass die Produkte völlig unbrauchbar werden und man den Zorn der politischen Entscheider so nachhaltig auf sich zieht, dass man zerschlagen wird.
Laut defence-network.com kommt es zur harten Kündigung des bestehenden Vertrages mit Damen, einschl. voller Rückzahlungsforderung, und vrsl. einer Ersatzbestellung von 8 Meko-Fregatten (Typ eplizit genannt als Variante der Meko A-400) zusammen mit den 8 F127 (Luftverteidigung) selber Bauart (.F126, U-Jagd…. ) Bestätigung durch andere Quellen steht noch aus… Es sei denn, TKMS ist super! (smiley)
Übrigens, das F 126-Programm ist wohl gestorben:
„Wie das Defence Network aus üblicherweise gut unterrichteten Kreisen im Rahmen des 27. DWT-Marineworkshops erfahren konnte, steht der Ausstieg aus dem Programm F126 kurz bevor. Als Ersatz sollen acht MEKO-Fregatten beschafft werden.“
wobei ergänzt wird, daß es keine MEKOs werden, da nicht zeitgerecht verfügbar.