Lieferung von US-Technik für acht neue Luftverteidigungsfregatten der Marine genehmigt
Die USA haben die Lieferung von Ausrüstung und Waffensystemen für acht neue Fregatten der Deutschen Marine genehmigt, die mit modernster Luftverteidigung die Kriegsschiffe der Sachsen-Klasse ablösen sollen. Das US-Außenministerium gab die Lieferung der Aegis-Systeme für die geplanten Fregatten des Typs F127 im Wert von knapp zwölf Milliarden US-Dollar frei; formal muss es noch vom Parlament gebilligt werden.
Mit der Genehmigung der Lieferung des Aegis-Luftverteidigungssystems wird sich die Deutsche Marine bei ihrer künftigen maritimen Flug- und Raketenabwehr zwar weitreichende neue Fähigkeiten bis hin zur Abwehr ballistischer Raketen sichern, gleichzeitig aber eine enge Bindung an die US-Lieferfirmen Lockheed Martin und RTX eingehen. Allerdings soll das Combat Management System der neuen Fregatten aus Kanada bezogen werden, an der Stelle wird damit eine Abhängigkeit von den USA reduziert. Zudem sieht die genehmigte Lieferung bislang nur drei Mal die Ausstattung für die elektronische Kampfführung mit dem AN/SLQ-32(V)6 Electronic Warfare system vor. Es bleibt vorerst offen, ob dafür eine europäische Lösung genutzt werden soll.
Die Mitteilung des State Departments vom (gestrigen) Freitag (Ortszeit):
The U.S. Department of State has made a determination approving a possible Foreign Military Sale to the Government of Germany to Integrated Combat System, Supporting Equipment, and Support. The estimated total cost is $11.9 billion.
The Government of Germany has requested to buy eight (8) shipsets of AEGIS-based Integrated Combat System (ICS) MK 6 MOD X computing infrastructures; eight (8) shipsets of AN/SPY-6(V)1 Active Electronically Scanned Array S-Band radars; eight (8) shipsets of MK 41 Baseline VIII Vertical Launch Systems; eight (8) shipsets of Cooperative Engagement Capability; eight (8) shipsets of Global Positioning System-based Positioning Navigation and Timing Service; nine (9) Command and Control Processors; ten (10) Multifunctional Information Distribution Systems on Ship Modernization systems; nine (9) MK 45 gun mounts; three (3) AN/SLQ-32(V)6 Electronic Warfare systems; eight (8) shipsets of AN/SPQ-9B radar systems; and eight (8) shipsets of AN/WSN-12 Inertial Navigation Systems. The following non-MDE items will be included: Integrated Combat System computer program; Mod 5/S capable Identification Friend or Foe equipment; KIV-78 cryptographic appliques; AN/PYQ-10 Simple Key Loaders; Global Command and Control Systems for Maritime; Gigabit Ethernet Data Multiplex Systems; MK 99 MOD 14 Fire Control System radars; MK 38 MOD 4 Gun Weapon Systems (GWS); MK 34 GWS components including MK 160 gun computing system and MK 20 electro optical sight system; AN/WSN-9 digital hybrid speed log systems; AN/SPQ-15 converter/receiver and signal data converter equipment; Moriah wind systems; U.S. Government and contractor engineering, technical, and logistics support services; classified and unclassified software delivery and support; hardware to support development and testing in U.S. facilities; ancillary equipment; special purpose tools and test equipment; installation support material; classified and unclassified publications and technical documentation; initial spare and repair parts; training and training equipment; foreign liaison office and services necessary to support delivery; and other related elements of program and logistics support.
This proposed sale will support the foreign policy goals and national security objectives of the United States by improving the security of a NATO Ally that is a force for political stability and economic progress in Europe.
The proposed sale will enhance German maritime forces capability to meet current and future threats by improving national and territorial defense as well as interoperability with U.S. and NATO forces.
The principal contractors will be Lockheed Martin Corporation, located in Bethesda, Maryland, and RTX Corporation, located in Arlington, Virginia.
Wenn diese Klasse kommt, ist die Deutsche Marine auf einmal eine der kampfstärksten Europas. Eigentlich keine Fregatten mehr, sondern Kreuzer
Ich bin verwundert, dass auch 9 „MK 45 gun mounts“ benannt werden. Ist bekannt, warum die Marine hier von einem bereits genutzten europäischen Modell nun zu einem amerikanischen System wechseln möchte?
Können diese Fregatten, ausgerüstet mit modernster US-Elektronik auch unbehindert Grönland verteidigen, das möglicherweise doch noch von der Trump-Administration militärisch angegriffen werden könnte?
So sehr ich die Ertüchtigung unserer Streitkräfte befürworte, so sehr beunruhigt mich die mit dieser Beschaffung einhergehende Abhängigkeit von den USA und seinem erratischen Führungspersonal…
Ich würde lieber gewisse Einbußen in den Fähigkeiten in Kauf nehmen, um dafür weitestgehend unabhängig in Betrieb und Unterhaltung zu sein.
Welchen Wert haben F 35 und AEGIS, wenn Trump nach belieben essentiellen Support beenden kann?
Sollte die neue Prämisse nicht sein, künftig alles so zu strukturieren, dass Amerikas Entscheidungen keinen bedeutenden Einfluss mehr auf unsere Verteidigungsfähigkeit und Abschreckung haben?
Ich weiß, ist ein langer Marsch…
@ cschaeff sagt: 18.04.2026 um 14:31 Uhr
Im Grundsatz haben Sie recht. Die Europaeer sollten und koennten eigene und vertrauenswuerdige Anlagen und Geraete herstellen. Allerdings ist das mit der geplanten Indienststellungs-„Termin-Vorstellung von 2033 nicht zu schaffen.
(Andererseits, das Ende der Aera Trump wird gerade eingelaeutet).
Es raecht sich die jahrzehntelange Abhaengigkeit (die auch dem Zahlungsausgleich zu Gunsten der USofA diente) und die Kirchturmpolitik einzelner europaeischer NATO-Mitglieder..
Trump wird zum Zeitpunkt der Fertigstellung (zumindest wenn alles verfassungsgemäß zugeht ;)) nicht mehr im Amt sein
Ich kann mich noch erinnern, als Anfang der 2000er überlegt wurde, die drei Zerstörer der Lütjens-Klasse nicht durch drei, sondern durch vier F-124 zu ersetzen. Die vierte hätte „Thüringen“ heißen sollen. Wurde aus finanziellen Gründen nicht beschafft. Schade. Eine vierte F-124 hätte die Deutsche Marine in den letzten Jahren gut gebrauchen können. Hätte auf jeden Fall mehr Wert als eine F-125. Jetzt werden drei F-124 durch acht (!) F-127 ersetzt. Wie sich die Zeiten ändern. Hauptsache, es gibt auch genügend Personal. Ansonsten mein Rat: Die unterbewaffneten F-125 frühzeitig außer Dienst stellen.
Hm, ketzerisch gesagt, wenn sich das ernsthafte Bemühen unabhängiger von den USA zu werden darin erschöpft, dass die Handwaffen „ITAR-free“ sein müssen, können wir es auch bleiben lassen.
Wurde ernsthaft der Einsatz von PAAMS statt Aegis untersucht? Wie gut ist denn PAAMS im Vergleich zu Aegis?
@JCR 18.04.2026 um 14:50 Uhr
> Trump wird zum Zeitpunkt der Fertigstellung (zumindest wenn alles verfassungsgemäß zugeht ;)) nicht mehr im Amt sein
Zu tief in die Wochenend-Kristallkugel geguckt? Mit Seher-Fähigkeiten begnadet?
Mal im Ernst: Selbst wenn er morgen die Treppe hinunterfällt, ist es längst nicht sicher, ob ein Stellvertreter bzw. Nachfolger sofort eine völlige Umkehr der Politik einleiten würde.
Hoffnung ist keine Strategie, beharrliches arbeiten zum Erreichen von Unabhängigkeit ist es aber wohl.
@Kontingenzplanung, sicher ist nicht garantiert das ein Nachfolger von Trump sofort eine komplett andere Politik fahren wird.
Was aber ziemlich sicher sein dürfte, die Spannungen innerhalb von MAGA und den Fraktionen der Republikaner werden sich nicht mehr per Ansage aus dem weißen Haus lösen lassen.
Ich halte es für verantwortungslos, angesichts des Verrats von Trump an der Ukraine & seinen pro Putin, Anti- NATO Kurs, sich noch weiter von US amerikanischen Waffen abhängig zu machen. Wir müssen besorgen, dass bei einem russischen Angriff die USA nicht nur ihre NATO Verpflichtungen nicht erfüllen, sondern Trump auch die Lieferung von US Waffen oder Ersatzteilen blockiert, um seinen Freund Putin zu helfen. Und hätte unsere Regierung Rückgrat, dann wären die USA Zölle mit einem Boykott von neuen US Waffen beantwortet worden! Auf die Schnelle könnte man vermutlich nur britische oder französische Systeme als Ersatz kaufen, aber besser Aster Raketen, als weiter von dem amtsunfähig en HR Trump sich noch mehr abhängig machen. Offensichtlich lebt das Verteidigungsministerium in einer Wunsch- oder Parallelwelt!
@Lehrer
Es wäre dabei wichtig zu wissen wie weit denn die Untersuchungen zur Kampfwertsteigerung (KWS) der F-125 gediehen sind. OK, wirklichen Kampfwert bei LV/BV haben sie ja nicht.
@Closius: Gibt schon einen Grund warum das UK weg von Aster zu CAMM wechselt. Das Sylver VLS ist halt closed source von französischen Unternehmen. Was das bedeutet haben britische Werften festgestellt, als man für die griechische Marine auf den Bau von Fregatten bieten wollte. Pech das Frankreich ebenfalls hier ein Angebot abgeben wollte und deswegen den britischen Werften verweigert hat Sylver VLS zu nutzen. Frankreich betreibt mit ihren Produkten halt eiskalt Industriepolitik.
JCR sagt… Eigentlich keine Fregatten mehr, sondern Kreuzer
Naja, ganz so ist es nicht. Zerstörer sind eher offensiv ausgerichtet, haben viel mehr von allem und können alle Dinge gleich gut. Kreuzer sind schwimmende Raketenplattformen mit ordentlich Arsenal an Bord für jede erdenkliche Lage. Unsere Fregatten sind eher defensiv ausgerichtet und können 1-2 Dinge richtig gut und die anderen Dinge ausreichend bis befriedigend.
Es ist eigentlich nicht falsch, sein eigenes Radar in ein U.S. System hineinoperieren zu wollen.
Diehl hatte letztes Jahr bereits angekündigt, IRIS-T SLM ins Mk41 VLS integrieren zu wollen. Damit ist das europäische Sylver VLS unsinnig.
Andererseits kündigt man europäische Souveränität an, bleibt allerdings im Handeln dann hinter den Erwartungen zurück.
@Mike Molto sagt:: (Andererseits, das Ende der Aera Trump wird gerade eingelaeutet).
Selbst, wenn Trump vorzeitig abgelöst wird, wird es nicht besser werden, wenn der Nachfolger JD Vance heißt.
@Lobata
Die Mk45 Geschütze werden auch von Dänemark, Griechenland und Spanien eingesetzt. Und vllt. ist man mit den Geschützen auf 125 nicht so ganz zu frieden. Nur so.
@Lobata sagt: 18.04.2026 um 13:15 Uhr
„Ich bin verwundert, dass auch 9 „MK 45 gun mounts“ benannt werden. Ist bekannt, warum die Marine hier von einem bereits genutzten europäischen Modell nun zu einem amerikanischen System wechseln möchte?“
Wenn ich das richtig verstanden habe, weil die amerikanische Kanone in das AEGIS Combat Management System bereits integriert ist. Denn das soll parallel zum kanadischen CMS330 auf den Fregatten laufen.
Bei SUV.report gibt es ein paar interessante Informationen zum Thema (Stand Dezember 2025) – „F127 nimmt Gestalt an“. Laut damaligem Stand sollten sogar nur die ersten beiden Schiffe das US-Eloka-System bekommen und alle weiteren ein deutsches.
Das Ganze hat Potential für ein großes Kuddelmuddel oder – drastischer ausgedrückt – eine riesige Shitshow.
Was mich wundert – nur 8 VLS? Ist man doch nicht auf 96 Zellen hochgegangen? Weil dafür müßte man ja 2 (1x 32 1x 64) haben.
Was das Mk45 Gun angeht, anscheinend ist das 127er OTO Melara nicht ganz zufriedenstellend. Die niederländische Evertsen begleitet gerade die CdG ohne funktionierendes Geschütz.
Die Marine hat es ja damals für die 125er als Kompensationsgeschäft für U 212 in Italien gekauft.
Was Flugkörper angeht, die Produktion von Standard Missiles ist im Vergleich zu der von Patriot recht langsam. Die US Navy hat für nächstes Jahr 600 Fks aller drei Typen (SM-2, 3 und 6) bestellt. Patriot-Stückzahlen gehen in die einstelligen Tausende. Die USN versucht gerade, PAC-3 in AEGIS und Mk 41 zu integrieren.
Wie schon gesagt, Diehl und Lockheed Martin haben einen Vertrag zur Integration von IRIS-T SLM in Mk 41 geschlossen, was auch damit zusammenhängt daß LM ja nur den Starter, aber nicht die Flugkörper herstellt (das macht Raytheon).
Was die Politik angeht, ich gehe davon aus daß ein 43. Präsident der USA, egal ob Republikaner oder Demokrat, ein wenig vorhersehbarer in seinen Handlungen sein wird als Trump.
[Der 43. Präsident der USA war George W. Bush… Sie meinen vermutlich den 48.? T.W.]
Ein MK 41 Baseline VIII Vertical Launch System hat m.W. 8 Zellen, korrekt?
Falls das stimmt kommt der Interpretation des Wortes „shipset“ die entscheidende Bedeutung zu.
Den USA dürfte es bei der Freigabe nicht auf die genaue Zahl pro Schiff angekommen sein, eher „je mehr wir verkaufen, desto besser“. Für unsere Diskussion über Stärke ist diese Formulierung somit nicht aussagekräftig genug.
Mich überzeugt das nicht. Bei Aegis stellt sich die Frage, ob dieses System überhaupt noch auf der Höhe der Zeit ist, bis 2033 sowieso. Mich beschleicht der Eindruck, dass die Amis uns hier obsolete Technik sündteuer verkaufen. Warum trauen wir uns nicht, das selbst zu entwickeln? 12 Mrd.? Wenn dann das Produkt nicht super ist, haben wir wenigstens den Knowhow-Gewinn. Und wenn es super ist, dann gewinnen wir viele Möglichkeiten.
Die Fachleute werden das einschätzen können, aber das Combat Management System aus Kanada? Wenn wir Souveränität anstreben, dann sollte gerade dieses System aus eigner Kraft hergestellt werden. Das wäre zentral. Und wenn man sich schon vom Ausland abhängig macht, dann kann man mit den Amis auch den ganzen Weg gehen. So kündigt sich das nächste Schnittstellenproblem an mit elendigen Verzögerungen und Verteuerungen. Von den drei Möglichkeiten eigenes System, US- oder Kanada-System hat man möglicher Weise die schlechteste gewählt.
@ Lehrer
„Jetzt werden drei F-124 durch acht (!) F-127 ersetzt. Wie sich die Zeiten ändern. Hauptsache, es gibt auch genügend Personal. Ansonsten mein Rat: Die unterbewaffneten F-125 frühzeitig außer Dienst stellen.“
Sie bringen es auf den Punkt. Personal ist der Schluesselfaktor, wir werden „tonnenweise“ Pierlieger produzieren.
Wir beschaffen mal wieder zuviele Systeme in den USA…
Zudem kommen vor der F127 noch F126 und vermutlich F128 plus Kampfwertsteigerungen an F123, F124 und F125.
Vielleicht übersehe ich ja etwas, aber welches Personal soll sich denn um 6 Projekte gleichzeitig kümmern…?
3x neu
3x Kampfwertsteigerung
Ist vielleicht alles etwas optimistisch…
Ich kann die geäußerten Zweifel an dem Kauf von so viel US-Technologie verstehen. Grundsätzlich bin ich auch der Auffassung, dass wir uns da europäisch und in vielen Fällen auch einfach mit deutscher Entwicklung und Produktion aufstellen sollen. Was die F127 sehe ich aber nicht, wie das in Anbetracht der nun zügig stattfindenden Beschaffung ansonsten funktionieren sollte. Die Probleme bei der Auslieferung der K130 sprechen meiner Ansicht nach Bände über die aktuelle Leistungsfähigkeit der deutschen Werften in Bezug auf die zentralen IT-Ausstattungen. Mit der F126 samt MEKO-Parallelbeschaffung und den 12 U212CD etc., sind auch NVL(jetzt bei Rheinmetall) und TKMS im Augenblick sehr gut beschäftigt.
Wo ich allerdings Einsparpotential sehe ist bei der Stückzahl der F127. Wozu 8 Schiffe auf einen Schlag? 6 Einheiten würden auf jeden Fall genügen, bis man die nächste Beschaffungsreihe in Gang setzt. Wen sollen denn die all die Fregatten vor ballistischen Raketen schützen? Das deutsche Festland sicher eher nicht. Dazu bauen wir ja schließlich sukzessive landbasierte Systeme auf. Konvoischutz – ja aber von welchen Konvois? Sicher sind die SNMG1 zu unterstützen und auch ein paar Flugzeugträger-Begleitungen sinnvoll. Richtig Sinn würde diese Anzahl für mich erst ergeben, wenn es klares Konzept für europäische Flugzeugträger-Kampfgruppen mit deutschem Fregattenbeitrag geben würde.
Oder möchte man die Fregatten auch als seeseitigen Schutz der baltischen Staaten samt der Litauenbrigade in der Ostsee in den Einsatz bringen. Könnte ich mir im Verbund durchaus vorstellen. Davon habe ich aber konzeptionell auch noch nichts gelesen.
Zurück zur Reduktion des Kaufs von US-amerikanischer Technologie: Es wäre zu wünschen, dass Rheinmetall und TKMS nach Klärung und „Eintütung“ der F126/MEKO-Fragestellungen sich mal mit Hensoldt und Diehl zusammen setzen und die konzeptionelle Auslegung eines rein auf deutscher Technik basierenden Fregattenentwurfs (als Folgeoptionen für F126 und F127) als strategisches Entwicklungsprojekt für die deutsche Marine auslegen. In wenigen Jahren sollten wir in Deutschland soweit sein, dass wir solch ein langfristiges Projekt mit dem Ziel eines Vertragsabschlusses Mitte der 30er Jahre auch substantiell angehen können. Auch deshalb, dass wir nicht mehr als 6 F127 bestellen sollten.
@JCR:
8 Systeme VLS heißt hier:
Geordert und genehmigt für 8 SCHIFFE!
Wieviel ZELLEN auf der F-127 landen sollen, wurde bislang nicht öffentlich kolportiert.
Ich bin dafür, endlich in Btlzug auf VLS endlich Deutsch zu denken… Analog Korea.
Deutsches (!) VLS für IRIS-T M und X und HYDEF… Nix USA, nix Frankreich Abhängigkeit!
Als Radar primär das neue italienische BMD (für DDX Zerstörer und FREMM Evo Fregatten) und Hensoldt TRS 4D sekundär.
Kanone 76mm Leonardo statt 127mm (läuft zuverlässig auch gegen Drohnen)
CMS ist schwierig… D hat keins mehr… NL Thales, Saab etc …. Alles nicht für unsere IRIS-T gemacht.
Auch hier wäre eigene Neuentwicklung ne gute Sache… Auch wenn das erste Schiff dann eben 2037 statt 2033 zuläuft.
F-127 ist so nur ne deutsche Arleigh Burke und 100% von US willen abhängig… Totale scheiße!
@Der Realist:
„Zudem kommen vor der F127 noch F126 und vermutlich F128 plus Kampfwertsteigerungen an F123, F124 und F125.
Vielleicht übersehe ich ja etwas, aber welches Personal soll sich denn um 6 Projekte gleichzeitig kümmern…?
3x neu
3x Kampfwertsteigerung
Ist vielleicht alles etwas optimistisch…“
In der Aufzählung fehlt noch das Future Combat Surface System (FCSS): Angeblich 18 Einheiten von umbenannten Kampffschiffen in Schnellboot(?)größe. Bis 2029 (!) operativ einsetzbar!
https://www.hartpunkt.de/marine-plant-usv-doppeltest-als-vorbereitung-fuer-das-neue-unbemannte-future-combat-surface-system/
https://www.bundeswehr.de/de/organisation/marine/aktuelles/hauptaufgabe-marine-sicherung-nordflanke-5877550
In der Tat alles sehr optimistisch.
Zur Diskussion über die Zuverlässigkeit amerikanischer Waffensysteme möchte ich kurz den Blick auf die Grumman F-14 lenken: Wie bekannt hat der Shah von Persien in den Siebzigern ja eine Flotte davon beschafft, die noch bis vor ein paar Wochen (angeblich alle bei einem gezielten Einsatz der Amerikaner zerstört) quasi das Rückgrat der iranischen Abfangjägerflotte bildete. Und das obwohl der Iran bekanntlich seit 1979 von den USA sanktioniert wird und die amerikanischen F-14 nach Ausmusterung der Flotte – anders als nahezu jedes andere Modell – nicht in der Wüste auf Wiedervorlage geparkt, sondern systematisch zerstört wurden, um sicherzustellen, dass der Iran nicht über den Schwarzmarkt an Ersatzteile kommt. Selbst mit all diesem Aufwand seitens der USA erfüllte das System (sicherlich mit einheimischen Fähigkeiten angereichert) noch Jahrzehnte nach der Revolution 1979 seine Aufgabe. Das gleiche Spiel sehen wir in der Ukraine, wo die russische OAK (Suchoi) sicherlich nicht die Su-27 Flotte der Ukrainischen Luftwaffe für die Integration von westlichen Wirkmitteln ertüchtigt- und mit Ersatzteilen versorgt hat.
Selbst für den hypothetischen Fall, dass sich Europa/Deutschland und die USA überwerfen, sollte das wie an den Beispielen gesehen nicht automatisch zum Verlust des Waffensystems führen. Und sollten Hensoldt et. al nicht in der Lage sein, das amerikanische System im Ernstfall so zu modifizieren und zu erhalten, dass eine Einsatzfähigkeit auch gegen den Willen der USA möglich wäre, dann brauchen wir uns über eine hier diskutierte mögliche Eigenentwicklung jener Unternehmen erst gar nicht zu unterhalten. Ich halte es daher für richtig, jetzt das momentan offenbar wirkungsvollste maritime Luftverteidigungssystem für die F124 Nachfolgeflotte zu beschaffen und nicht auf eine irgendwann vielleicht zu entwickelnde heimische Alternative zu warten.
Ich sehe weniger das Problem mit den USA als unzuverlässiger Partner post Trump Politik wird wieder berechenbarer, selbst wenn JD oder Rubio der nächste Präsident wird, sondern das der Produktionskapazitäten.
Lockheed Martin ist am Anschlag, was VLS-Produktion für die US Navy angeht. Raytheon ist aufgrund Irankrieg noch mehr am Anschlag, was Produktion von Standard Missiles angeht.
Bei den Radaren wird es nicht viel besser sein.
Vielleicht sollte Diehl oder Rheinmetall über die Lizenzproduktion von beiden (aber vor allen Dingen Mk 41 VLS) verhandeln.
Die Koreaner können aus K-VLS nur ihre Eigenentwicklungen verschießen. Für SM-2 und 3 benutzen die nach wie vor Mk 41, also 2 verschiedenen VLS auf einem Schiff. Auch keine tolle Lösung.
Die Briten machen es so ähnlich für die Type 45 mit Sylver für Aster (Franzosen weigern sich, ausländische FK in Sylver zu integrieren) und eigenem „cold launch“ VLS für Sea Ceptor. Und auf den neuen Fregatten mit einem (kleinen) Mk 41 für Tomahawk und ebenfalls Sea Ceptor VLS
@anonym: Dass die französische Industriepolitik ein Problem ist, glaube ich ihnen gerne. Dies zeigt auch der Streit um FCAS. Aber Frankreich kann es sich nicht leisten als direkter Nachbar, gar nicht mehr oder erst Jahre später zu liefern. Die USA erfüllen ihre Lieferverzögerungen gegen die Ukraine oder Schweiz iS Waffenlieferungen nicht. Die Schweiz überlegt schon aus Patriot auszusteigen, weil die USA nicht in der Lage sind zu sagen, wann die gekauften Patriot-Systeme & Raketen geliefert werden. Und news.err.ee berichtet heute, das Estland im Moment nicht weiss, wann die USA die gekauften HIMARS Raketenwerfer nebst Raketen denn liefern werden. Die USA verzögern mittlerweile die Lieferungen an Verbündete systematisch WG angeblichen Eigenbedarf. Die Käufer von US Waffen werden nicht einmal vernünftig über die Verzögerung informiert. Wer sagt uns, dass dies der BW nicht auch für die neuen Fregatten passiert und die USA die gekauften VLS nicht in ihre Kriegsschiffe umleitet?
Bei dem Paket (mit den ganzen beschriebenen Einzelpositionen) handelt sich um ein funktionierendes Gesamtsystem mit Battle Management System (BMS), u.a. für die Abwehr ballistischer Raketen, sowie diversen Sensoren, VLS, Mark 54 127mm Hauptgeschütz, Mark 38 25mm Maschinenkanone, ElokaSysteme, usw.
Grundsätzlich befürworte ich die Sicherung von deutschen und europäischen Jobs, Know-how sowie Entwicklungen- und Produktionskapazitäten in der Rüstungsindustrie. Aber nicht um jeden Preis. Insbesondere wenn Zeit der entscheidende Faktor ist, bedeutet eine Entwicklung in Europa ein wesentlich höheres Risiko, mit gewiss erheblichen Verzögerungen, Kostensteigerungen und im worst case einem nicht oder nicht optimal funktionierendes Gesamtsystem (Sensoren->BMS->Effektoren).
Die Entscheidung für ein bereits funktionierendes und bewährtes Gesamtsystem, das auf den neuesten Zerstörern der Arleigh Burke-Klasse und in Varianten auf anderen wichtigen Schiffen (Amphibische Großschiffe und Flugzeugträger) der US-Navy eingesetzt wird, ist m.E. mit geringeren Risiken verbunden und somit nachvollziehbar.
Und ein solches Gesamtsystem über den Lebenszyklus weiter zu entwickeln und immer auf dem neuesten Stand zu halten und schnell (!) an die neuesten Bedrohungen anzupassen, das traue ich am ehesten den USA, aufgrund ihres weltweiten Einsatzes mit entsprechend vielfältigen Bedrohungen und ihrer perspektivisch hohen Anzahl an Schiffen, zu.
Mit dem System lassen sich viele bewährte Raketen einsetzen, Luftverteidigung und Raketenabwehr (wie ESSM, SM2, 3 und 6), Anti-Schiffs-, Anti-Uboot-Raketen sowie Marschflugkörper einsetzen. Das bedeutet Flexibilität. Und diese sind Raketen ja z.T. bereits bei der Bundeswehr eingeführt.
Aber (z.T. angesprochene) Risiken sehe ich auch:
– Werden die USA ohne Verzögerung (Amerika first) liefern?
– Lassen sich auch deutsche / europäische Laser-Waffen auf der F128 in das Gesamtsystem integrieren?
– Ist die Mark 38 (25mm MK) auch für die wirksame Drohnenabwehr (als CIWS) vorgesehen? Und ist diese Lösung so wirksam wie die Rheinmetall SeaSnake 30mm?
Zur Anzahl (8 x F128):
Die Marine muss endlich weg von diesen mit erheblichen Nachteilen (wie höherem Aufwand für Logistik, Ausbildung, Weiterentwicklung, Obsolezens-Beseitigung usw.) verbundenen Typ-Kleinst-Flotten, mit 3 bis 4 relativ komplexen Schiffen je Typ (F123, F124, F125). Auch 6 Schiffe je Typ sind m.E. noch zu wenig.
Mit 8 x F127 (etwa 12.000t+) und auch 8 x F126 (etwa 10.000t-Damen-Design) könnte man perspektivisch robuste sich ergänzende Einheiten für mehrere Marineverbände in Nordsee, Atlantik und Mittelmeer (sowie für weltweite Einsätze) erhalten.
Auch bei der noch nebulösen und angeblich schneller verfügbaren Alternativ-/ Übergangslösung MEKO A200-Deu (rund 4.000t) könnte mittel- bis langfristig die für LV/BV im Bereich Luftverteidigung und U-Jagd bislang kaum durchsetzungsfähigen und wenig kampfstarken K130er (und F125er) ablösen, sofern man hier (bis Zulauf der F126 10.000t) nicht nur 4 sondern auch gleich 8 Schiffe beschafft. Zuletzt müsste auch der Nachfolger der Minenjagdboote zu einer Einheit auf Korvetten-Niveau aufwachsen, vergleichbar mit den neuen Minenjagdbooten von Frankreich und Belgien (City-Klasse).
Worauf ich hinaus will: Eine konsequente Umsetzung der Zahl 8 würde im Ergebnis langfristig zu nur noch 2 schweren Typ-Flotten (F126 und F127) und 2 mittleren Typ-Flotten (MEKO A200-DEU und Nachfolger Minenjagdboot) führen. Keine ineffizienten Kleinst-Flotten mehr, immer mindestens 8 bis 12 Einheiten je Typ, und das wäre m.E. ein riesiger Fortschritt in Richtung einer robusteren, durchhaltefähigeren Aufstellung der Marine für Hochsee bis Randmehr. Und grob könnten damit auch die NATO-Zusagen erfüllt werden.
Wenn man zudem die bereits zunehmende Bedrohung von Schiffen durch weitreichende ballistische Raketen (z.B. China, perspektivisch gewiss auch in Russland) berücksichtigt, so halte ich die aus diesem Gesamtpaket resultierende Anzahl von 8 x F127 – vor allem mit der Fähigkeit zur wirksamen Abwehr ballistischer Raketen – für äußerst zielführend.