Sicherheitshalber der Podcast #107 LIVE in Mainz – Halbzeitbilanz: Ist Deutschland bald wehrhaft?
Sicherheitshalber ist der Podcast zur sicherheitspolitischen Lage in Deutschland, Europa und der Welt. In Folge 107 diskutieren Ulrike Franke, Frank Sauer, Carlo Masala und ich live in Mainz vor großem Publikum im Alten Postlager, wie weit wir eigentlich gekommen sind mit dem Projekt Zeitenwende. Ist die Bundeswehr so ertüchtigt, wie sie es sein müsste? Haben wir die Rüstungsproduktion ausreichend hochgefahren und modernisiert? Und wie steht es um die mentale Wende in Politik und Gesellschaft?
Abschließend dann wie immer der Sicherheitshinweis, der kurze Fingerzeig auf aktuelle, sicherheitspolitisch einschlägige Themen und Entwicklungen – diesmal zum Potenzial von LLMs in punkto Desinformation sowie KI, die sich selbstständig macht, der Macht des Papstes und den kleinen Tücken der Technologie, wenn es um Geheimhaltung geht.
Zeitenwende: 00:01:25
Sicherheitshinweise: 01:00:50
Wie üblich wurde diese öffentliche Aufzeichnung (deshalb ja LIVE) auch von Phoenix aufgezeichnet und nicht nur im linearen Fernsehen ausgestrahlt, sondern steht auch auf YouTube:
(die Fernsehfassung ist aber kürzer als der Audio-Podcast, vor allem fehlen die Sicherheitshinweise, und die lohnen sich – ich sage nur: Carlo sagt was zum Papst)
Anlässlich der 100. regulären Folge Sicherheitspod gibt es im Shop jetzt das irre originell benannte “Sicherheitshalber 100 Folgen Shirt”:
Shop: https://sicherheitshalbershop.myspreadshop.de/
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Sicherheitshalber Podcast
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Finom
Thema: Zeitenwende
Heeresinspekteur Christian Freuding, Vortrag beim Förderkreis des Heeres, 25.11.2025
https://web.archive.org/web/20260307025423/https://www.fkhev.de/dl/251124_InspH_FKH-Rede_zur%20Ver%C3%B6ffentlichung%20-%20final.pdf
Körber Stiftung: The Berlin Pulse 2025/26
« Dans un monde qui se réarme à grande vitesse, l’Allemagne doit redevenir un acteur géopolitique majeur en Europe » Le Monde, 2.10.2025
L’Allemagne doit poursuivre sa mue , Le Monde, 27 Februar 2023
Patrick Wintour Germany vows to step up militarily but rhetoric may struggle to match reality, Guardian, 31 May 2025
Sönke Neitzel, Bundeswehr in der Zeitenwende: So kann sie entfesselt werden, FAZ 29.09.2025.
Round Table mit Bruno Kahl — Podcast, Table Media, Podcast Juni 2025
Russia could seize an island to test Nato at any time, warns Sweden, The Times, 16.4.2026
Sicherheitshinweise:
Rike: LLMs und Desinformation
Frank: Ist AGI (Artificial General Intelligence) ein existenzielles Risiko?
Carlo: Wie viele Divisionen hat der Papst?
Thomas: Sicherheitsbewusstsein mit kleinen Dingen
BlueSky:
Sicherheitspod: @sicherheitspod.de
Rike: @rikefranke.bsky.social
Frank: @drfranksauer.bsky.social
Carlo: @carlomasala1.bsky.social
Thomas: @wiegold.de
(Foto: Florian Heubel)
Erfahrungsbericht aus Besuchersicht:
Eine gute Stunde vor Aufzeichnungsbeginn (19:30) Schlange vor dem Einlaß. Wir saßen im Biergarten. Draussen war schon Carlo Masala in ein Gespräch verwickelt zu sehen.
Was im TV nicht zu sehen war ist der Einmarsch der vier Podcaster. Mit viel Beifall. Und nach witziger Begrüssung mit einigen Lachern gings los.
Das Filmteam von Phoenix TV war mit drei Kameras zu Gange plus eine mobile Steadycam.
Nach der Aufzeichnung dann die Sicherheitshinweise und im Anschluß ( off the record ) einige Publikumsfragen.
Das ging dann wohl in der Nähe der Bar später weiter ( ich musste früher weg ).
Mir wurde aber zugetragen das Carlo Masala & Frank Sauer jeweils separat noch Fragen beantworteten.
Waren geschätzt ein paar hundert Gäste da.
Coole Sache… der Live-Podcast lohnt sich :-)
PS: Die Publikumsstruktur war eine mit dem erwartbaren Frauenmangel. Und wenig Gäste unter etwa dem Alter in dem noch eine Wehrpflicht bestand, also weit mehrheitlich männlich Anfang 30 +
Und die erwähnte Sache mit dem Papst könnte Trump in der Tat noch auf die Füsse fallen in den Midterms…
Gute Sendung.
Fand es gut, daß Herr Sauer und Herr wiegold so viel Redeanteil hattenn.
Kommen gefühlt im normalen Podcast zu kurz.
Ich denke nicht, das Russland im Jahre 2029 angreifen wird, sondern entweder deutlich früher oder später. Denn der Fehler in der Annahme ist, dass am 20. Januar 2029 ein neuer US Präsident vereidigt werden wird. Nach der Blockade im Golf, dem Zerwürfnis von Trump mit führenden Leuten der MAGA Bewegung und den Zöllen, erscheint es mir wahrscheinlich, dass der nächste Präsident ein Demokrat sein wird, der wieder zur Nato steht. Putin muss also früher angreifen, solange Trump noch Präsident ist.
Hat mir sehr gefallen.
Anmerkung
1. Absehbar wird „fight tonigt“ zunächst die PzBrig 45 als „Forward Land Forces Brigade“ erreichen, u.a. über kriegstaugliche Digitalisierung bis Jahresende 26 (InspH/Welt a S.).
2. Zu „Tier1“ Abrufbereitschaft/Sauer/Masala, „aber die Kita etc“:
In einem ArtBtl „dichtbei“ mussten ALLE schriftlich über Formblatt darstellen, bei wem/wo Angehörige (Kinder/Großeltern in Pflege) betreut werden, die der Fürsorge bedürfen.
Besonders anspruchsvoll bei Soldaten-Paaren aus unterschiedlichen Verbänden.
Die mir Bekannten haben lange gekämpft, Angehörige befragen, macht Ihr da mit? Deren Namen und Erreichbarkeiten waren anzugeben.
Ca 4 Wochen nach Ende der Aktion fand „echte“ Alarmierung im Stil NATO-Alarm in der Nacht Sonntag/Montag statt.
3. Zu Bevölkerung ist weiter als wir glauben:
Ja, und weiter als sie selbst glaubt
Ja, und weiter als in Teilen von Medien und im Netz dargestellt.
Ja, und weiter als Regierung sich eingestehen will, denn dann müssten in Fragen des Budgets eindeutig Streitkräfte zulasten Wohlfahrtsvorsorge Priorität genießen. Kein Eingeständnis für Sozialpolitiker aller Fraktionen.
4. Wehrhaftmachung und Kriegstüchtigkeit sind zunehmend weniger ein gesellschaftliches, unverändert aber Berliner Problem.
„rotieren wie blöd“…“Kohle ausgeben“…erstaunlich flapsige Ausdrucksweise bei Prof. Sauer.
Als Hoergeschaedigter haette ich gerne ein schriftliches Protokoll des Podcast gelesen.
Im Zeitalter des KI muesste das eigentlich eine easy Sache sein ?
Cheers
[Die YouTube-Version kommt auf Wunsch mit Untertiteln. Ein Transkript des kompletten Podcasts ist leider auch im Zeitalter von KI keine „easy Sache“, denn die Automaten-Transkription wird zwar immer besser, bedarf aber einer aufwändigen quasi manuellen Bearbeitung und Kontrolle… T.W.]
Wenn ich mich richtig erinnere, sind die Kameraden des Wachbataillons in schöner Regelmäßigkeit auf dem Truppenübungsplatz Lehnin anzutreffen. Da gibt es die Ortskampfanlage Rauhberge. Die wurde extra für die 1.Panzerdivision der NVA gebaut. Dort konnten die Einheiten für ihren Auftrag, die Einnahme Westberlins, üben. Da gibt es meiner Erinnerung nach auch einen Tunnel. Der ist vermutlich nicht ganz so schick wie in Berlin, aber auch darin kann man üben. In der Kanalisation war ich öfter mal unterwegs. In Schweden finden Übungen mitten in Städten statt. Bei uns schießt die Polizei auf die Soldaten, weil irgendwo was verschütt gegangen ist.
„wie viele divisionen hat der papst“ stammt von stalin, ist aber von 1935, als der franz. aussenminister laval in moskau weilte, sie passt eher zum zeitl. und politischen kontext:
https://en.wikipedia.org/wiki/Holy_See%E2%80%93Soviet_Union_relations
eine zweite, mögliche aussage wäre dann 1945 in jalta seitens stalin passiert, lt. autobiographiereihe churchills 1948-53, ist kein guter nachweis.
das oberhaupt der kath. kirche als moralische instanz ins spiel zu bringen, ohne rot zu werden in heutiger zeit ist ein pr kunststück eben für herrn masala.
[Warum mit einem anderen Nick als sonst? Ansonsten ist Ihre Meinung Ihre Meinung – aber eine Debatte, ob Trump eine bessere moralische Instanz ist als der Papst, brechen wir damit bitte nicht los. T.W.]
Die „Fight Tonight“ Debatte fand ich sehr spannend. Insbesondere, wo man bei kleinen Dingen gleich essentielle Fortschritte erzielen kann. Allerdings ist mein Verständnis, dass die Zeitskala für so etwas sich doch aller Wahrscheinlichkeit nicht in wenigen Tagen bemisst. Oder müssen wir heute ernsthaft darauf eingestellt sein, dass am Mittwoch Russland in Litauen einmarschiert? Ich meine gehört zu haben, dass die benötigte Truppenmassierung doch einige Zeit in Anspruch nehmen würde – also beispielsweise ein angekündigtes Großmanöver an der Grenze, dass dann doch „ausartet“. Eine nicht angekündigte große Truppenansammlung wäre das andere Szenario. Ich denke, dass dieses „Fight Tonight“ bis „Fight Tomorrow“ noch besser in die Diskussion gepasst hätte. Wie bereit wäre die Bundeswehr für eine substantielle Mobilisierung bei einer nicht angekündigten schnellen massiven Truppenkonzentration vor beispielsweise der litauischen Grenze? Welche Mobilität haben wir außerhalb von lange vorgeplanten Übungen eigentlich?
Es gibt natürlich das NATO Force Model und die Allied Reaction Force. Aber was würde das zum Beispiel gerade jetzt im April bedeuten, wenn innerhalb der kommenden vier Woche oder so die Verteidigungsfähigkeit im Baltikum deutlich verstärkt werden sollte? Könnten wir in dieser Zeit beispielsweise die im Aufbau befindliche Brigade in Litauen bereits substantiell verstärken? Welche Truppenverlegung würde die Luftwaffe in Angriff nehmen? Was würde die Marine machen bzw. machen können? Ich finde dass es sich auch mal lohnen würde diesen Zeitraum zwischen kommender Woche und in einigen Jahren von jetzt an zu durchdenken und zu besprechen.
Abschließend aber noch einmal vielen Dank an alle Organisatoren dieses Podcasts, sich auch dem Publikum im Saal zu stellen. Die Veranstaltung hat definitiv auch dazu beigetragen, die Debatte in die Gesellschaft zu tragen.
Ich fand die Themenwahl sehr mutig. Danke.
Eigentlich lautet die Frage: Warum kümmert sich die Politik nicht darum, wofür, für welche Bedrohungsszenarien, das viele Geld, welches das BMVg erhält, ausgegeben wird? Es kann doch nicht sein, dass in diese Verantwortlungslücke die Herren Sauer und Massala mit zufällig gegriffenen Beispielen eintreten müssen. Da stimmt doch strukturell etwas nicht.
Es steht der Verdacht im Raume: Die Vertreter des BMVg glauben nur daran gemessen zu werden, dass das viele Geld termingerecht abgeflossen oder gebunden ist. Ist nicht von mir sondern von Susanne Wiegand, einer ehemaligen Chefin eines Rüstungsunternehmens. Fand ich ebenfalls sehr mutig von ihr, das so öffentlich zu formulieren und damit die Thesen von Sauer und Massala vom Rahmen her zu bestätigen.
Es scheint wieder zu sein, wie in den Zeiten des Kalten Kriegs: Wir haben wieder einen Militärisch-Industriellen Komplex (MIK) – und zum Glück einige wenige, die ihre Finger in diese Wunde legen. Ob die aber noch lange an relevante Informationen kommen werden, ist mir fraglich. Der MIK wird reagieren – dabei sind die befürchteten „bösen mails“ noch harmlos.
@Nachhaltig sagt: 19.04.2026 um 21:47 Uhr
„Ich denke, dass dieses „Fight Tonight“ bis „Fight Tomorrow“ noch besser in die Diskussion gepasst hätte.“
Ich nicht. Sie denken an einen konventionellen Krieg, wie Putin ihn mit dem Kernland der Ukraine begonnen hat. Denken Sie doch mal an den hybriden Krieg auf der Krim.
Da tauchen „grüne Männchen“ ohne Hoheitsabzeichen aber mit militärischen Strukturen etc. auf, besetzen Schlüsselpositionen und lähmen die Verwaltung. Da ist sofortige Reaktion gefragt, die Polizei kann das nicht, da fehlt es an der entsprechenden Ausrüstung. Man braucht vielleicht auch keinen Kampfpanzer, schaden kann der aber nicht.
@Closius: Wenn Trump die demokratischen Institutionen weiter so zusammenkürzt und -dekretiert wie bisher ist nicht gesetzt, dass der nächste Präsident ein Demokrat werden kann. Änderungen des Wahl(registrierungs)rechts oder Wahlbezirkszuschnitte zur selektiven Kaltstellung ganzer Wählergruppen sind da gang und gäbe. Im Übrigen auch nicht auf republikanische Machenschaften begrenzt (Stichpunkt: „Gerrymandering“ usw.).
Wie gesagt: Es stimmt ein Stück weit hoffnungsfroh, dass auch der einfache MAGAmerikaner seinen einstigen orangenen Messias inzwischen durchaus kritischer wahrnimmt, weil es auch dem schlichtesten Gemüt irgendwann nicht mehr einleuchtet, warum Biden und Obama immer noch an allem Schlimmen schuld sein sollten und zugleich unter Kamala alles noch viel schlimmer wäre.
Denn auch wenn der durchschnittliche Amerikaner über sein Land hinaus vielleicht nicht über sonderlich viel Allgemeinbildung verfügt, was ihn gegenüber dem europäischen Durchschnitt ignorant scheinen lassen mag, so vollständig doof sind die da drüben nämlich nicht.
@Pio-Fritz: Ja – mit den grünen Männchen haben Sie einen kurzfristigeren Punkt. Dieser Aspekt tauchte aber – soweit ich dies richtig gesehen habe – auch nicht in der Diskussion zum „Fight Tonight“ auf. Ich wäre durchaus ebenfalls daran interessiert, zu erfahren, was denn die Vorgehensweise wäre, wenn plötzlich viele grüne Männchen in Rukla auftauchen würden. Wie würde Litauen damit umgehen?
Was würde das für die Bundeswehr bedeuten? Nun – ich denke im ersten Schritt die Eigensicherung der Liegenschaften und des Personals vor Ort. Dann die Sicherung der deutschen Bevölkerung vor Ort. Alles am besten sofort und intensiv mit den jeweiligen Verantwortlichen in Litauen geklärt. Auf Anfrage von Litauen sollten wir dann unmittelbar unsere verfügbaren Kräfte der Division schnelle Kräfte dorthin verlegen. Die sollten ja mit den „grünen Männchen“ von der Ausrüstung her fertig werden können – insbesondere mit Unterstützung der vort Ort vorhandenen Kräfte der Brigade Litauen. Spannend wäre in diesem Zusammenhang die Frage, wie eine Überführung nach und ein Stationierung von Hubschraubern in Litauen aussehen würde.
Interessant wäre dann natürlich auch ein Szenario mit Infiltration in einem anderen Grenzstaat wie beispielsweise Estland. Hier würde die Koordination anders aussehen. Die Division schnelle Kräfte wäre aber auch da gefragt. Der Vorteil Deutschlands ist mit einem großen Kontingent an A400m für so eine unmittelbare Verlegung das richtige Transportmittel in größerem Umfang zur Verfügung zu haben.
@pio fritz:
Die Einnahme der Krim durch Russland hätte man mit Polizeikräften schon verhindern können, genauso das Einsickern in den Donbass. Russland nutzte nur die Gunst der Stunde und die allgemeine Verwirrung, nachdem Janukowitsch mit seiner Berkut nach Donezk floh. Die Flucht war, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, am Donnerstag und bereits am Wochenende besetzten die Russen Verwaltungsgebäude und das Regionalparlament auf der Krim. Dazu kam, dass der Parlamentspräsident des Regionalparlaments Verrat begang und einige Tage vorher in Moskau war, um sich mit den Russen abzusprechen. Er wurde dann vom Regionalparlament zum neuen „Ministerpräsidenten“ gewählt. Etliche Abgeordnete wurden bei der Abstimmung von den Russen nicht in den Plenarsaal gelassen und konnten so nicht abstimmen. Die Partei dieses neuen „Ministerpräsidenten“ war vorher eine kleine Splitterpartei, die bei den Regionalwahlen 2010 nur 4% der Stimmen bekam.
Das erste Einsickern durch Girkin im Donbass im April war auch nur semiprofessionell. Die fuhren mit zwei, drei Kleinbussen vor und besetzten die Polizeiwachen. Wenn nicht allgemeine Verwirrung geherrscht hätte, wären sie schlicht verhaftet worden. Der Oligarch Achmetow mit seinen Stahlwerken in Donezk und Mariupol war damals noch auf der Seite Russlands und organisierte Unterstützung für diese „Touristen“.
https://kosmologelei.wordpress.com/2014/04/07/verlaufen/
https://kosmologelei.wordpress.com/2014/04/22/polizeichef-von-kramatorsk-verhaftet/
https://kosmologelei.wordpress.com/2014/04/13/putins-perlenschnur/
https://kosmologelei.wordpress.com/2014/04/14/der-metastasen-krieg/
(Ziemlicher Russenfresserblog. War damals aber echt fit und zeichnete die Ereignisse sehr genau nach. Postet seit 2016 nicht mehr, weshalb eine Verlinkung wohl noch ok ist?)
Das Konzept hat sich inzwischen wahrscheinlich überlebt. Stieß in der Ukraine bereits im Herbst 2014 an seine Grenzen, als Russland offen eingreifen musste. Die russischen Minderheiten im Baltikum haben mehr zu verlieren als russophile Ukrainer im Osten der Ukraine. Putins Russland hat auch einiges an Glanz verloren seitdem. Spätestens seit 2022.
Mal eine „technische“ Frage zum Podcast
War wieder – wie immer – klasse gemacht und erhellend). Auch die Sicherheitsinweise schätze ich sehr.
I
n den Post‘s in AGA wird immer darauf hingewiesen, keine kommerziellen/Bezahl-Medien zu verlinken – verstehe ich.
Allerdings gibt es insbesondere bei den „Shownotes“ aller Folgen häufig Link‘s, die überwiegend auf solche Bezahlseiten führen – und außer eine Überschrift zu sehen ist alles weitere kostenpflichtig.
Dass Journalisten und Wissenschaftler da überall Zugang haben ist gut und wichtig – aber dass ich als Nutzer dann auch zig Publikationen zusätzlich abonnieren muß (ich habe bereits drei Jahres Abo‘s für Bezahl-Medien) ist doch etwas „aufwändig“.
Besser als eine Erklärung wären künftig Link‘s, die man wirklich komplett lesen kann,
Das als kleine Anregung/Bitte,
Inhaltlich wie gesagt bin ich sehr zufrieden – und spende heute auch mal wieder was :-)
[Danke fürs Lob, und leider: dass Journalisten „da überall Zugang haben“ stimmt leider nicht, ich als Freiberufler bin da nicht besser dran als Sie. Wir haben uns aber entschieden, generell die Links zu posten, auch wenn hinter Paywall, und auch wenn deutsche Verlagswebseiten – an der Stelle unterscheidet sich das Gemeinschaftsprojekt Podcast halt von der One-Man-Show Augen geradeaus!. Ich behalte das aber im Kopf und versuche, mehr offene Links in die Shownotes zu packen. T.W.]
Der entscheidende Faktor ist Wachsamkeit in jeder Situation, seien es Einzelne oder Gruppen oder Institutionen.. Und hier sind zum Beispiel die Esten einfach seit über einhundert Jahren fit. Nicht lange nachdenken, sondern sich wehren und handeln. Siehe zum von Moskau initiierten Putschversuch von 1924: https://de.wikipedia.org/wiki/Putschversuch_vom_1._Dezember_1924
zum dem Punkt „in der Ukraine Drohnen kaufen“: Es ist gerade u.a. das durch ein Kooperationsabkommen gegründete Joint Venture „Airlogix“ (was der Spiegel wohl fälschlicherweise Airlogistics genannt hat) im Rahmen einer angeblichen russischen Zielliste im Gespräch. Warum kam es bei ihnen zu keinem Vertragsschluss?
>…Debatte, ob Trump eine bessere moralische Instanz ist als der Papst, brechen wir damit bitte nicht los…
dahin haben Sie mich vernordet? auf den gedanken wäre kein gast Ihres blogs gekommen! ich hoff, das war satire ;)
mein gedanke ging der aussage von hr. masala nach, nach seinem outing als member of dt. ZdK, weils politisch ist und nicht mehr wissenschaftlich.
disclaimer – caches des browser fliegen manchmal raus, so nach 6 monaten.
@ teilnehmender fernseher sagt:n20.04.2026 um 20:09 Uhr…:
“ weils politisch ist und nicht mehr wissenschaftlich.“
In dem Metier gibt es keine Wissenschaft. Nur Meinungen – mehr oder weniger gut begruendet.
Kompliment zum Podcast (107) Sicherheitshalber.
Vorab eine kurze Bemerkung zu den Begriffen Zeitenwende und Epochenwechsel. ZEITENWENDE ist nach meiner Erinnerung von BK a.D. Scholz verwendet worden, als RUS die UA angegriffen hatten und hieraus zahlreiche Konsequenzen folgten. Unter anderen eine völlig neue Sicherheitspolitik und eine umfassende Ertüchtigung der Bundeswehr. EPOCHENWECHSEL folgte, als mit der zweiten Amtszeit eines gewissen Mister Trump die Transatlantische Partnerschaft mutwillig und völlig verantwortungslos durch die US-Administration im Jan. 2025 faktisch beendet worden ist (und die Amerikaner nur noch „Partner“ auf dem Papier sind). Indes meine ich den Begriff EPOCHENWECHSEL im Podcast 107 nicht gehört zu haben.
Frank Sauer: Überzeugte mich inhaltlich und geriet in die Rolle als „Leader of the Pack“; er wagt sich an das heikle Thema der (ehemaligen) Transatlantischen Beziehungen heran und konstatiert m. E. nach völlig zutreffend: „Das Vertrauen ist zerstört.“ Das ist Mut zur Wahrheit und nicht jeder hat diesen Mut, dies ganz klar auszusprechen. Elegant wurde das Problem Trump in der Runde zumindest realistisch „bis zum Ende von dessen Amtszeit 2029“ angegangen und nicht naiv fantasiert, dass dieser vielleicht möglicherweise eventuell die Mid-Terms nicht überstehen würde, wie in der deutschen Presse orakelt wird. Die Frage ist m. E. lediglich, ob ab 2029 die autokratischen USA völlig in die Führer-Diktatur abgleiten werden. Ich schätze Klarheit und Aufrichtigkeit in der Debatte, selbst wenn das Ergebnis nicht allen gefällt. Ja, wir haben ein Umsetzungsproblem in der Notwendigkeit und Art und Weise der Verteidigung, wie Frank Sauer dies hervorhebt. Und nein, zumindest von mir wird es keine böse Mails geben.
Carlo Masala: „Wenn was passiert, dann…“ Ist immer gut, weil immer (dieselbe) Ausgangsfrage. Kleine Gegenfrage: Was soll denn noch alles passieren? Hybride Kriegsführung und Verschleierungstaktik durch RUS startete bereits vor der Krim-Annexion 2014. Und mit dem EPOCHENWECHSEL sind die USA faktisch kein Verbündeter mehr. NATO in der schwersten Krise seit ihrer Gründung.
Für und mit Carlo was es m. E. nach ein „Fight Tonight – Abend“; die Bundeswehr arbeitet an der konsequenten Digitalisierung mit der Befähigung zu Multi Domain Operations als Voraussetzungen für das „Fight Tomorrow“, die Einsatztüchtigkeit für den Ernstfall (ab 2029). Carlo warnt davor, dass Russland die Schwächen der Nato ausnutzen könnte (wer hätte das gedacht) – und nimmt Bezug auf ein Szenario einer möglichen Besetzung der Insel Rügen. Bestimmt nicht völlig außerhalb jedweder Betrachtung, dennoch so nicht sehr wahrscheinlich. Zunächst müssen wir die globalen Verwerfungen auf den Energie-Sektoren überstehen und schauen, wie die Iran-Krise überwunden werden kann.
Ulrike Franke: „Unsere EU – Partner schauen sehr genau auf uns, was wir (Deutschland in Punkto Verteidigung) macht.“ Absolut korrekt. Und was macht Deutschland unter dieser Regierung. In der Außenwahrnehmung jedenfalls „weiter so.“ Ein wahrscheinlich verhängnisvoller, sehr schwerer Fehler, der am Ende zur Erpressung führt. Von wem möchte die Bundesregierung denn gerne erpresst werden? Ost oder West? Oder von beiden Despoten. Friedrich hat die Wahl der Qual (The agony of choice!).
Gerne habe ich von Ulrike Franke die „ausgestreckte Hand von Paris nach Berlin“ vernommen, allerdings war der deutsche Bundeskanzler leider verhindert gewesen, als Frankreichs Präsident Macron eine Grundsatzrede zur nuklearen Abschreckung gehalten hatte. Mehrfach hatte Macron unmissverständlich angeboten, den nuklearen Schutz auf Europa auszudehnen. Ile Longue in der Bretagne, Militärbasis für Frankreichs Atom-U-Boote, hatte Friedrich Merz nicht besucht, denn er war zu diesem Zeitpunkt leider in Washington bei einem gewissen Mister Trump. Auch diese Begegnung – im TV für Jedermann anzusehen – (eine Begegnung der Schande) war wieder die „Unterste Schublade“, weitere Kommentierungen bleiben ausgespart. Aber jedem in Deutschland ist damit auch klar, dass eine umfassende Verteidigung mit diesem BK niemals möglich sein wird.
Wenn Ulrike Esther Franke etwas zur Deutsch-Französischen Zusammenarbeit sagt, fällt mir jedenfalls nicht direkt FCAS – „Future Combat Air System“ (Fehlschlag) ein, weshalb ich etwas verwundert über die 3 Herren in dieser Runde bin (eine Frage der Fairness), denn wenn ich jetzt über US-Fehlschäge referieren würde, sprengt das den Rahmen des Tweets. Aber natürlich sind wir alle Stolz wie Bolle auf unsere Süpermacht USA.
TW: zum Thema Industrie und Rüstungsvorhaben interessant, insbesondere zur Loitering Munition (Produktion, Upgrade-Taugliche Munition, welche zum Teil in Depots geht und zum Teil bei der Rüstungsindustrie auf Abruf vorgehalten wird);
Ja, zutreffend, „die wittern alle Geld“ – aber bitte auch klarstellen, dass insbesondere US-Amerikanische Waffenproduzenten offenbar sehr gerne deutsches Geld wittern und annehmen; die Zahlen lassen sich leicht ermitteln; der Lockheed Martin Rüstungskonzern liegt deutlich vor Rheinmetall. Lockheed Martin: Auftragsbestand 194 Milliarden USD + 12 Milliarden USD Geldregen aus Berlin (vgl bei TW: Lieferung von US Technik für 8 „neue“ Luftverteidigungsfregatten der Deutschen Marine). Na, was tut man nicht alles für „Beste Freunde.“
„Bollwerk-Berlin“ – Übung als kleiner Cookie in der Runde, war warum? Urban Fight? Es ging um VIP-Rescue. Kommt es jemals zu einer solchen Situation, sind sowieso alle Messen gesungen. Der Tweet wurde bei TW umfassend kommentiert. TW höchst selbst stellte klar: Im V-Fall kann Berlin nicht verteidigt werden.
Abschließend: „WIR WISSEN NICHT, was passiert“, durfte freilich nicht fehlen, kam dieses Mal allerdings nicht von Carlo, sondern direkt vom Hausherrn. Wenn Carlo hierzu vorträgt, spricht er schnell und wirkt aufgeregt. Bei TW ist das im „ruhigen Vortrage-Modus“
@Closius
„Denn der Fehler in der Annahme ist, dass am 20. Januar 2029 ein neuer US Präsident vereidigt werden wird“
Mister Trump beabsichtigt weiter zu machen. Hat er bereits gesagt. Offenbar sind die Strukturen des Rechtsstaates und der Demokratie in den USA völlig zusammengebrochen.
Die Amerikaner werden es dann aufwachen, wenn wir hier in Europa deren Stützpunkte zu machen.
Spanien ist knapp davor: Dampf im Kessel (schauen Sie sich gelegentlich die Debatten im Spanischen Parlament an); noch dürfen die Amerikaner ihre Stützpunkte dort nutzen, aber nicht mehr für Auslandseinsätze (Genehmigungsvorbehalt der Spanischen Regierung);
Das Vereinigte Königreich ist unschlüssig, wie weit die Zusammenarbeit noch mitgetragen werden kann (schauen Sie sich gelegentlich die Debatten im Unterhaus bzw. Parlament an); Abgeordnete sprechen sich in öffentlicher Debatte eindeutig und unmissverständlich dahingehend aus, die (historischen) Beziehungen zu den USA auszusetzen und haben den Premierminister des Vereinigten Königreichs darum ersucht, auf das Königshaus einzuwirken und von Staatsbesuchen Abstand zu nehmen; ein historisches, absolutes Novum und bisher völlig undenkbar;
Italien ist unschlüssig und auch der PAPST hat das in der Hand. Die Republik Italien garantiert den Schutz und die Souveränität des Vatikanstaates durch Staatsverträge; der Schutz des Vatikanstaates und auch die Institution des Papstes ist in Italien STAATSRÄSON. Staatsräson bezeichnet das höchste Interesse eines Staates, seine Sicherheit, Existenz und Handlungsfähigkeit über alle anderen Interessen zu stellen, oft auch gegen Gesetze oder Rechte Einzelner. Nachdem es der m. E. nach offensichtlich psychisch schwerst erkrankte Mister Trump öffentlich gegen den Papst und damit Institution, welche dem Schutz des Italienischen Staates unterstehen, völlig inakzeptabel „ausgeteilt“ hat, musste die Ministerpräsidentin der Republik Italien tätig werden.
Wäre es nicht wunderbar, wenn der Papst auf den ABZUG der Amerikanischen Streitkräfte in Italien drängen würde? Dann müsste Italien in letzter Konsequenz das Truppenstatut mit den Amerikaner aufkündigen.
In Deutschland, tja in Deutschland, machen sich die Abgeordneten so ihre Gedanken und es gibt auch 2 Parteien im Deutschen Bundestag, welche das Thema „Aufkündigung des Stationierungsabkommens auf vertraglicher Grundlage“ auf dem Schirm haben. Aber mehr ist bisher auch nicht erfolgt, wenngleich selbstverständlich eine Parlamentarische Debatte m. E. „Nottut“; aber nicht jeder hält den damit verbundenen psychischen Druck aus und wenn ich mir den BK so anschaue, scheint er mir dem nicht gewachsen zu sein. Friedrich Merz hatte ja bereits jüngst den Einwurf gemacht (nachdem er sich dem Thema nicht mehr entziehen konnte oder durfte), dass er nicht derjenige sein werde, der gegenüber diesem Mister Trump „klare Kante“ zeigen werde. Wer „Helden“ sucht, ist in Germany (jedenfalls derzeit noch) an der falschen Stelle.
Dänemark: die Situation ist klar und unmissverständlich kommuniziert worden: bei einer (nochmaligen) Attacke der Trump-Sippe auf Grönland (ich würde nichts anderes erwarten wollen) , wird Danemärk in den Kampf ziehen. Mit allen Konsquenzen, die daraus erwachsen. Auch mit allen Konsquenzen für die NATO.
@Sandro
„bei einer (nochmaligen) Attacke der Trump-Sippe auf Grönland (ich würde nichts anderes erwarten wollen) , wird Danemärk in den Kampf ziehen. Mit allen Konsquenzen, die daraus erwachsen. Auch mit allen Konsquenzen für die NATO.“
Was wären denn die formalen Konsequenzen für die NATO?
Ist es in irgendeiner Form geregelt, was passiert, wenn 2 Mitgliedsstaaten Krieg führen? Zählt dann auch der Bündnisfall gegen den Angreifer, hier USA?
Türkei und Griechenland standen ja schon öfter kurz davor und da schien mir Konsens, dass alle ander3n sich bemüht haben, das zu verhindern, weil es das Bündnis zerissen hätte. Aber gibt es einen formalen Passus dazu?
@lukan
‚Was wären denn die formalen Konsequenzen für die NATO?‘
Ich finde Ihr Hinweis auf interne Konflikte in der Allianz, Türkei und Griechenland, gut und durchaus nachvollziehbar. Sie sprechen die Möglichkeiten der Moderation bei internen Spannungen und Konflikten an. Aber was ist, wenn eine Moderation nicht mehr funktioniert?
Scheitert die Moderation, folgt die Isolation. Für ein (noch) NATO – Mitglied wie die USA kann das zur Folge haben, daß beispielsweise Stationierungsabkommen aufgelöst, gekündigt oder beendet werden. Weil beendet werden müssen. Die NATO, unsere NATO, befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Ich sehe das aber nicht als so dramatisch an, zumal die USA über 800 Overseas Basen haben.
Sie werden unschwer bemerkt haben, dass ich für die Beendigung des Stationierungsabkommens bzgl. der Vereinigten Staaten votiere. Natürlich haben das die nationalen Regierungen und Parlamentarier in Europa selbst in der Hand. Und die Abgeordneten sind nur ihrem Gewissen unterworfen.
Meine Ansicht bezieht sich nicht allein auf das, was der Regierung Trump gegenüber vorwerfbar ist und das ist ja unstreitig eine ganze Menge. Schlussendlich bezieht sich das auch darauf, dass Mister Trump völkerrechtswidrige Angriffskriege führt, zudem ohne Sinn und ohne Verstand und dabei Mega-Kollateral- Schäden produziert.
Ich verweise auch auf Analysen im Defence Network zum Thema : NATO im Wandel. ‚Bündnis vor grundlegender Neuordnung.‘
Auch meine Meinung ist : ‚Der Krieg mit dem Iran war der letzte, eindeutige Beweis dafür, dass diese Bündnisse, insbesondere die NATO, einen tiefgreifenden Wandel durchlaufen müssen oder aufgelöst werden.‘
Muss man nicht unbedingt teilen, ist aber eine Meinung, welche auf der Hand liegt.
Sie sollten vielleicht nicht so sehr im Vertragswerk oder nach dem tieferen Sinn suchen, wenn die Normative Kraft des Faktischen bereits darüber hinweg gegangen ist.
Ich habe mir den Podcast in der autogenerierten (danke an Thomas W.) Schriftform gerade „angehoert“.
Sehr informativ soweit die Darstellung.
Was meiner Meinung nach absolut zu kurz gekommen ist, ist das Personalproblem.
zB: Nicht nur den ueberwuchernden DP-Wassrrkopf mit unzaehligen Flaggoffizieren, sondern auch viele Stabsoffiziere, die nicht mehr einsatzfaehig sind, Soldaten-Arbeitszeitverordnung, die u.a. verhindert dass die Marine taeglich mehr als ein „Bereitschaftsfahrzeug“ aufstellen kann ect , die hektischen Massnahmen eines A1/G1 wenn mehr als ein Btl fuer eine Uebung aufgebracht werden muss, und der Stillstand der Truppe wenn nach einem Uebeungseinsatz aufgrund des Dienstzeitausgleichs eine ganze Brigade stillgelegt wird.
Nach Bekundungen juengerer Kameraden befindet sich die Bw noch nur drei Jahre vor einem befuerchteten/zu erwartenden Verteidigungsfall in einer Manoever-Verfassung des seligen KuK Heeres der Jahrhundertwende vor WWI.
Und dann spricht Herr Pistorius von : „Entschlossenheit“