Deutschland fragt USA nach Abschuss-System für Tomahawk-Marschflugkörper

Deutschland will von den USA Starteinrichtungen für den Verschuss von Tomahawk-Marschflugkörpern kaufen (und wohl auch die Marschflugkörper selbst). Eine entsprechende Anfrage sei an die US-Regierung gerichtet worden, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius nach seinem Treffen mit US-Verteidigungsminister Pete Hegseth am (heutigen) Montag in Washington. Er bestätigte zudem, dass Deutschland den Kauf von zwei Flugabwehrsystemen des Typs Patriot für die Ukraine finanzieren will.

Bei dem Letter of Request, der für den staatlichen Verkauf von US-Waffensystemen vorgesehenen Anfrage, geht es nach Pistorius‘ Worten um das Startsystem Typhon. Damit können sowohl Tomahawk-Marschflugkörper als auch Kurzstreckenraketen des Typs SM-6 verschossen werden. Genau dieses System will die U.S. Army mit ihrer Multidomain Task Force ab 2026 zumindest vorübergehend in Deutschland stationieren.

Um selbst auch diese Fähigkeit zu haben, bis europäische Eigenentwicklungen zur Verfügung stehen, soll das System möglicherweise für die Bundeswehr gekauft werden, sagte der Verteidigungsminister. Die landgestützten Marschflugkörper hätten eine Reichweite von rund 2.000 Kilometer und dienten der Abschreckung: Es geht nicht darum, sie einzusetzen, sondern darum zu zeigen das sie da sind und damit eine konventionelle Zweitschlagkapazität zu schaffen.

Die Absicht reiht sich ein in die bereits öffentlich bekannte deutsche Überlegung, Tomahawk-Marschflugkörper in der seegestützten Variante zu beschaffen. Inspekteur Jan Kaack hatte angekündigt, dieses Waffensystem an Bord der Kriegsschiffe der Deutschen Marine stationieren zu wollen.

Was Pistorius darüber hinaus zu den Planungen für die Unterstützung der Ukraine zu sagen hatte, vor allem zum Kauf von Patriot-Luftverteidigungssystemen hier im kompletten Audio seiner Pressekonferenz zum Nachhören:

250714 Statement BM USA Reise Washington     

 

… und der Vollständigkeit halber: das Pentagon hat ein Transkript des Begrüßungsgesprächs der beiden Minister veröffentlicht.

(Foto: Pistorius, l., mit Hegseth vor dem Pentagon – DoD photo by U.S. Navy Petty Officer 1st Class Alexander Kubitza)