Bundeswehr-Aufklärer fliegen wieder über Syrien und Irak (seit Samstag)

Nach vorübergehender Unterbrechung hat die Luftwaffe bereits am vergangenen Samstag ihre Aufklärungsflüge über Irak und Syrien im Rahmen der Anti-IS-Koalition wieder aufgenommen. Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr korrigierte damit am (heutigen) Montag Aussagen vom Vortag, die Flüge seien seit dem 8. Januar, dem Tag des iranischen Raketenangriffs auf Ziele im Irak, ausgesetzt. Die Luftbetankung mit einem A400M-Flugzeug soll am (morgigen) Dienstag wieder beginnen.

Als Folge der Spannungen zwischen den USA und dem Iran hatte das Kommando der Operation Inherent Resolve (OIR) vom 8. bis zum 10. Januar die Flüge der internationalen Anti-IS-Koalition über dem gesamten Einsatzgebiet vorübergehend ausgesetzt. Nach Angaben der Bundeswehr ordnete das Combined Air Operations Center (CAOC) der OIR-Führung in Al Udeid/Katar am 11. Januar die Wiederaufnahme der Aufklärungsflüge an, zu denen die deutschen Aufklärungstornados am gleichen Tag von ihrer Basis Al-Azraq in Jordanien starteten. Die Wiederaufnahme der Luftbetankung verzögerte sich durch den Austausch des deutschen Tankflugzeugs.

Nach dem Abzug der deutschen Ausbilder aus Taji im Zentralirak in der vergangenen Woche besteht der Bundeswehr-Beitrag in der Region derzeit aus den Aufklärungstornados und dem Tankflugzeug der Luftwaffe sowie weiteren rund 100 Soldaten, die in Erbil in der Kurdenregion im Nordirak stationiert sind. Das Kommando über diese Ausbildungsmission im Norden wechselte bereits am (gestrigen) Sonntag von Oberst Jörg Wellbrink auf Oberst Stefan Laupert. In den nächsten Tagen soll der planmäßige Kontigentwechsel in Erbil weiter fortgeführt werden, wie die Bundeswehr mitteilte – allerdings ruht derzeit der Ausbildungsbetrieb.

Oberst Stefan Laupert, r., übernahm am 12. Januar von Oberst Jörg Wellbrink das Kommando über die SoldatInnen der Mission Capacity Building Iraq. In der Mitte Oberst Markus Kleinbauer, Kommandeur des deutschen Einsatzkontingentes Counter Daesh – Foto Einsatzführungskommando der Bundeswehr

Außenminister Heiko Maas besuchte am Montag die Bundeswehrsoldaten in Al-Azraq. Zuvor hatte er in der jordanischen Hauptstadt Amman erneut betont, dass Deutschland die Beteiligung an der Anti-IS-Mission fortführen wolle:

Allerdings ist der Einsatz der Luftwaffe bei OIR per Mandatsbeschluss bis Ende März begrenzt. Die Bundesregierung bemüht sich derzeit, eine andere Nation für die Aufklärungsflüge zu gewinnen; derzeit ist Italien als möglicher Nachfolger im Gespräch.

(Foto oben: Archivbild Juli 2019: Ein A400M der Luftwaffe landet in Al-Azrak/Jordanien beim Einsatz Counter Daesh – Robin Göšttsche/Bundeswehr)

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