Personalstärke Januar 2018: Da ist keine Bewegung drin

Im Windschatten der aktuellen Debatte über die Ausrüstungsprobleme der Bundeswehr und den Bericht des Wehrbeauftragten hat das Verteidigungsministerium am (gestrigen) Dienstag die aktuellen Zahlen zur militärischen Personalstärke veröffentlicht. Im Vergleich zu den Vormonaten ist praktisch keine Bewegung drin: Sowohl die Gesamtzahl der Soldatinnen und Soldaten als auch die für die geplante Vergrößerung der Truppe wichtige Zahl der Berufs- und Zeitsoldaten blieb praktisch unverändert.

Eine Neuerung gibt es bei der aktuellen Statistik: Es sind erstmals Zahlen, die zwischen der Personalabteilung und der Abteilung Führung Streitkräfte im Ministerium abgestimmt sind – zuvor hatten beide Abteilungen unterschiedliche Zahlen weitergegeben, FüSK insbesondere an den Wehrbeauftragten.

Die Statistik zu Ende Januar 2018, wie üblich unter dem immer gleichen Link veröffentlicht:

179.345 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt:

Bundesministerium der Verteidigung: 1.000
diesem unmittelbar nachgeordnete Dienststellen: 2.250
Streitkräftebasis: 28.532
Zentraler Sanitätsdienst: 19.989
Heer: 60.665
Luftwaffe: 27.894
Marine: 16.282
CIR: 12.586
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen: 974
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung: 1.571
Bereich Personal: 7.602, davon 4.728 Studierende an den Bw-Universitäten

Die Bundeswehr umfasst aktuell 170.124 Berufs- und Zeitsoldaten und 9.221 Freiwillig Wehrdienstleistende (Durchschnitt 2017: 9.388).

Zur Bundeswehr gehören 21.296 Soldatinnen.

Stand: 31. Januar 2018

Auch hier der dankenswerte Service eines Lesers: Die Entwicklung als Excel-Tabelle:

BWPers_20180131

Der Service von Augen geradeaus!, die Vergleichszahlen:

Dezember 2017

November 2017

Oktober 2017

September 2017

August 2017

Juli 2017

Juni 2017

Mai 2017

April 2017

März 2017

Februar 2017

Januar 2017

Dezember 2016

November 2016

Oktober 2016

September 2016

August 2016

Juli 2016

Juni 2016

Mai 2016

April 2016

März 2016

Februar 2016

Januar 2016

Januar 2013 bis Dezember 2015

(Archivbild November 2017: Hundeführer Hauptfeldwebel W. vom Kommando Spezialkräfte (KSK) beobachtet mit seinem Zugriffsdiensthund Diego Kameraden beim taktischen freien Fall in Arizona/USA – Bundeswehr/Jana Neumann)

 

 

39 Kommentare zu „Personalstärke Januar 2018: Da ist keine Bewegung drin“

  • Pio-Fritz   |   21. Februar 2018 - 9:25

    Mal ehrlich, wer soll denn zur Zeit bei der „Superwerbung“ auch kommen?

    Da muss man ja schon einen Tunnelblick fürs Geld haben, um das toll zu finden.

  • Pham Nuwen   |   21. Februar 2018 - 10:45

    Aber Narrativ laut PK zur mangelhaften Ausrüstung und der Zukunft von UvdL ist doch, dass die Trendwende(n) lediglich noch Zeit zur Wirkung/Entfaltung benötigen.

    Nach dem Geschwurbel von Herrn Otte im DLF sind es doch nur Kleinigkeiten, die nachjustiert werden müssten …

  • closius   |   21. Februar 2018 - 10:48

    @Pio-Fritz: Wir haben doch 125.000 Bewerber pro Jahr. So daß die vielen Negativschlagzeilen die Bewerber noch nicht völlig abschrecken. Allerdings fragt sich, ob die BW nicht viel zu wenige der Bewerber einstellt, weil bei diesem Bewerberüberschuß müsste es möglich sein, weit mehr Soldaten einzustellen und eine deutlich höhere Truppenstärke zu erzielen.

    Aber möglicherweise sind die Bewerberzahlen auch dadurch geschönt, daß alle gezählt werden, die sich Bewerben, aber nicht gegengerechnet wird, wie viele Bewerber ihre Bewerbung zurück ziehen, aufgeben oder längst eine andere Stelle gefunden haben, weil die BW zu langsam auf die Bewerbungen reagiert haben(im Vergleich zu privaten Arbeitgebern).

    Und nach dem Bericht des Wehrbeauftragten müssen Bewerber für FWD teilweise 14 Monate warten, bis sie ihren Dienst antreten können! Die wenigsten Bewerber dürften Lust und Zeit haben so lange zu warten, gerade der der FWD doch als Lückenbüßer zwischen Schule und Studium/Ausbildung beworben wird.

  • Johannes   |   21. Februar 2018 - 10:55

    Interessant bei diesen Zahlen wäre ebenfalls noch, wie viele der Soldaten TSK-übergreifend kommandiert sind. Nicht nur für einen Lehrgang oder 2 Wochen, sondern auf Dauer zur „Dienstleistung“, wie das so schön heißt.
    Die Betonung der Wichtigkeit der Berufssoldaten sehe ich so nicht – in meinem Augen müsste ein flexibles, bei dauerhafter Leistungsfähig UND -Willigkeit dem Berufssoldaten ähnliches Zeitsoldatensystem geschaffen werden, ähnlich wie bei den Amerikanern.

    Dann gibt es eben den Hauptmann oder Hauptfeldwebel, der seit 10 Jahren nicht mehr befördert wurde, weil er „eben tut was er soll“, aber auch nicht mehr kann oder will.

  • Pio-Fritz   |   21. Februar 2018 - 11:10

    @closius | 21. Februar 2018 – 10:48

    Ja, die Zahl von 125.000 Bewerbungen pro Jahr wabert schon seit einiger Zeit durch den Raum Wie Sie schon ausführen, wird die Zusammensetzung nicht erläutert, noch wie viele ernsthafte Bewerbungen überbleiben.

    Gegen diese Bewerberzahl muss man natürlich die Entlassungen und Pensionierungen wegen DZE rechnen. Nicht zu vergessen, diejenigen, die die Kündigungsoption ziehen.

    Dann hätte man den Bewerberüberschuss, den man ungefähr zur Aufstockung übrig hätte.

    Aber Köpfe zählen bringt da nichts, entscheidend ist die Eignung des Bewerbers.

  • Buche   |   21. Februar 2018 - 12:06

    Die Zahlen stehen in direktem Verhältnis zur Ausrüstungsdebatte. Man kann ja gerne sagen man möchte mehr Personal haben. Wenn man dieses Personal aber nach kommunistischen Grundsätzen einstellt. (Dienstposten frei / Haushaltsmittel vorhanden / Bewerber vorhanden) kann es ja nicht mehr werden. Vor allem der erste Punkt die Dienstposten sind das Problem. Oder hat ein andere Aktiver schon was von einer neuen Struktur gehört……
    Und dasselbe ist es auch mit dem Material, wenn wir nicht anfangen unsere eigenen Vorschriften zu vereinfachen und zu entschlacken wir das nichts.
    Als Beispiel seine hier die Kühler für Generatoren in Mali genannt. Es geht um ein Ersatzteil von einem bestimmten Hersteller, wie kann ich sowas den ausschreiben, ich darf doch sowieso nur das original einbauen

    Also so langsam weiß man nicht mehr weiter………………………………….

    [Hm, Verständnisfrage: Geht es um dieses Ersatzteil?

    http://ted.europa.eu/udl?uri=TED:NOTICE:485322-2017:TEXT:DE:HTML&src=0

    Da wurde nicht ausgeschrieben, sondern an den Hersteller vergeben, der das Original liefert… Oder war es etwas anderes? T.W.]

  • WiederInteressiert   |   21. Februar 2018 - 12:12

    Problem ist unter anderem das die KC’s den Bewerbern glaubhaft machen wollen das sie trotz nicht geeigneter Qualifikation Feldwebel werden könnten und diese Bewerber rasseln bei der Eignungsfeststellung eben durch, weil spätestens dort schaut die BW dann doch genauer hin.

  • Buche   |   21. Februar 2018 - 12:14

    Nein es ging um normale Kühler für große Motoren. Ich meine das Beispiel vom Bericht des Wehrbeauftragten auf Seite 67 oben rechts.

  • Georg   |   21. Februar 2018 - 12:16

    Der Personalbestand der Bw bleibt aus mehreren Gründen so niedrig wie er zur Zeit ist.

    Bei den FWL liegt es an der Einstellungsquote. Wenn man nur ca. 10000 im Bestand haben will, dann werden es auch nicht mehr als der jetzige Ist-Bestand.

    Bei den Zeit- und Berufssoldaten ergibt sich ein unterschiedliches Bild. In den Mangel-ATNs der Spezialisten, also Sanitäter, IT-Fachleute, Schiffstechniker, Lfz-Techniker, Pioniere usw. treffen die vorhandenen Soldaten eine Abwägung zwischen Weiterverpflichtung und Ausscheiden ins Zivilleben.

    Nachdem der Versetzungsschutz nur für die eingegangene Verpflichtungszeit (ohne Sondereffekte wie StO-Auflösungen usw.) gilt, hat der weiterverpflichtungswillige Zeitsoldat die Abwägung zu treffen, wie es mit dem Familieneinkommen weitergeht, wenn er sich mit 30 Jahren weiterverpflichtet. Da aber zu dieser Lebenszeit auch die Familienplanung ansteht, kann es vorteilhafter sein, wenn die Familie in der räumlichen Nähe zu den Großeltern weiterhin wohnen bleibt, oder falls kein Kinderwunsch besteht, wenn die Ehefrau ihre berufliche Zukunft in der momentanen Lebensregion weiter ausübt..
    Dies sind schon mal zwei starke Argumente, die gegen eine Weiterverpflichtung sprechen, wenn damit eine Versetzung verbunden ist.

    Nachdem das Familienmodell der 80er Jahre von manchen Protagonisten wie eine Monstranz noch vor sich hergetragen wird (Mann macht Karriere, Frau kümmert sich um die Kinder, der Mann pendelt bundesweit ist z.T. über Jahrzehnte im Orbit, weil die Frau mit ca. 35 Jahren an dem momentanen Wohnort den Anker ausgeworten hat, gerade bei Stabsoffizieren ein häufig praktiziertes Modell), ist dies für den Offiziernachwuchs ein nicht besonders erstrebenswertes Lebensmodell.

    Deshalb ist für Offiziere mit einem harten Studium (z.B. Ingenieurwissenschaften) ein Wechsel ins Zivilleben interessanter und es verbleiben der Bw BS-Aspiranten mit Erziehungswissenschaften- und Politologie-Studium.
    Also wie im Bundestag – der wird immer leerer aber immer voller Lehrer !

    Der nächste Aspekt bei der Personalstärke ist, dass der momentane Personalbestand nur aufgrund der massiven Verlängerung der Lebensarbeitszeit der vorhandenen Berufssoldaten gehalten werden kann. Ohne die Dienstzeitverlängerung hätte der Personalbestand der Bw eine abnehmende Tendenz !

    Diese Maßnahme löst aber noch kein Nachwuchs- und Attraktivitätsproblem !

  • FlaOffz   |   21. Februar 2018 - 12:17

    @Johannes | 21. Februar 2018 – 10:55:

    Haben wir das nicht hier schon mehrfach diskutiert?

    Der Vergleich mit den Amerikanern hinkt einfach. Dort gilt naemlich nach spaetestens 20 Jahren Dienstzeit „Higher or Fire“, sprich, wer nicht zur Leistungsspitze gehoert, wird nicht nur nicht befoerdert, sondern stumpf entlassen (teilweise auch nach relativ kurzfristiger Mitteilung wenige Monate vorher). Die Anzahl der Soldaten die bleiben darf wird dabei auch von Dingen wie Aenderungen im Personaltitel im Haushalt beeinflusst.
    Dennoch fallen diese Kameraden relativ weich, da sie eben nach einer Mindestensdienstzeit bereits Anspruch auf eine Grundrente und andere Verguenstigungen erworben haben. Die soziale Absicherung ist eine voellig andere als die eines Berufssoldaten der Bw, der kuendigt, ueber Personalanpassungsmassnahmen, oder durch Dienstunfaehigkeit vor Erreichen der allgemeinen oder besonderen Altersgrenze die Streitkraefte verlaesst. Und anders als die eines SaZ der mit Uebergangsgebuehrnissen und einer begrenzten Zeit Berufsfoerderung die ersten Jahre als Zivilist ueberbruecken kann.

    Und nun versuchen Sie ein solches System auf die Bundeswehr zu uebertragen, in einem Staat, der in vielen anderen zentralen Bereichen seiner Exekutive von der Idee des Berufsbeamten getragen wird. Und dann das ganze in Abstimmung mit den anderen Ministerien, vorallem dem BMI und BMAS, und den Bundeslaendern, den dort wuerde mehr oder weniger die selbe Debatte losgetreten werden, oder eben eine Neiddebatte, wenn Soldaten nach „nur“ 20 Jahren Dienstzeit mit sehr grosszuegigem „goldenen Handschlag“ verabschiedet werden und danach voll in die sozialen Sicherungssysteme greifen duerfen.

  • tt.kreischwurst   |   21. Februar 2018 - 12:57

    Man sollte in diesem Zusammenhang auch tunlichst kurzfristige und langfristige Trends voneinander trennen. Es gibt bedingt durch langfristige gesellschaftliche Trends einfach weniger Bewerber. Das sollte man weiterhin mit Einpreisen da in dieser Hinsicht kein Ende abzusehen ist.

    Kurzfristig muss man einfach auch bedenken wie die gegenwärtige Lage auf dem Arbeitsmarkt aussieht. Da wird sich so mancher gar nicht erst bewerben weil man schon anderswo etwas bekommen hat bzw. wenn man sich bewirbt dann eher im zivilen Bereich bleiben (könnte daran liegen dass die schneller bearbeiten und antworten als die BW wie hier schon gemutmaßt wurde).

    Hier vielleicht auch mal der Blick über den Tellerrand (hoffe ist nicht zu OT):

    https://www.politico.com/story/2018/02/19/pentagon-buildup-troop-recruiting-shortage-351365

    @Georg:

    „Deshalb ist für Offiziere mit einem harten Studium (z.B. Ingenieurwissenschaften) ein Wechsel ins Zivilleben interessanter und es verbleiben der Bw BS-Aspiranten mit Erziehungswissenschaften- und Politologie-Studium.
    Also wie im Bundestag – der wird immer leerer aber immer voller Lehrer !“

    Ja, hätten wir bloß ein Offizierskorps voller harter Ingenieure, dann wären alle Schlachten schon geschlagen und Kriege gewonnen. Aber wir haben ja nur verweichlichte Politik- und Erziehungswissenschaftler….man man man, wirklich?

  • Georg   |   21. Februar 2018 - 13:20

    @ tt.kreischwurst

    Ja, es ist mir schon klar, dass dieser Satz eine kleine Spitze war. Deshalb nicht überbewerten. Es gilt aber auch der Satz:
    „Die Einen reden Taktik, die Profis über Logistik“

    Und für die Logistik braucht man eben auch Ingenieure!

  • ThoDan   |   21. Februar 2018 - 13:46

    @Georg

    Oder falls ein Kinderwunsch besteht und der Partner berufstätig bleiben will.

    Mit der Elternzeit mal angefangen…
    Was der Wehrbeauftragte diesbezüglich zur Verwaltung der Ansprüche geschrieben hat, lässt mich betreffs der Abteilung an ein Zitat aus Tolstois Krieg und Frieden denken.

  • WiederInteressiert   |   21. Februar 2018 - 15:48

    bzw. wenn man sich bewirbt dann eher im zivilen Bereich bleiben (könnte daran liegen dass die schneller bearbeiten und antworten als die BW wie hier schon gemutmaßt wurde).

    Leider kein mutmaßen.
    Wenn es bei der BW und der Bewerbung wirklich positiv verläuft sieht das in etwas so aus:

    Termin beim KC besorgen – Termin in 2 Wochen
    Bewerbungsunterlagen zusammen suchen (und da macht es einem die BW vom Start an leicht weil man eben ein Formular ausfüllt und ein Lebenslauf nach Schema F reicht vollkommen), erneuter Termin zum abgeben der Unterlagen (ggfls. Kopien beglaubigen lassen) – Termin in 2 Wochen
    Nach Abgabe der Unterlagen, warten. – nach 8-10 Wochen kann man damit rechnen das man eine Eingangsbestätigung erhält
    Dann weiteres warten – nach weiteren 4 Wochen Einladung zur Eignungsfeststellung die dann in 3-5 Wochen stattfindet oder man bekommt eben eine Absage (auch da würde einen mal interessieren wie viele von den 125k überhaupt geladen werden).

    Es dauert einfach zu lange.

  • Amsel   |   21. Februar 2018 - 17:18

    Interessant wäre vielleicht auch mal zu sehen, wie sich das Durchschnittsalter in den verschiedenen Dienstgradgruppen und TSK entwickelt – nur mal so ein Gedanke, bei den Dienstzeitverlängerungen ….

  • Hemme   |   21. Februar 2018 - 19:35

    Also ich kann meinen recht aktuellen Bericht zum Bewerbungsverfahren schreiben.

    Ende August Unterlagenabgabe im Kc. Es hies 8 Wochen bis zum Einstellungstest. Die Bestätigung das meine Unterlagen angekommen sind kam recht schnell. 8 Wochen später hab ich nachgehakt wann ich mit einem Termin rechnen könnte. Dort hies es dann Ende Dezember Anfang Januar ich sollte mich gedulden.

    Ich hatte bis dahin natürlich einen neuen Job aber Bundeswehr geht mir vor. Dann hatte ich Anfang Januar endlich den Termin und den Einstellungstest erfolgreich bestanden. Was dabei anzumerken war das Gefühl das vor Ort Personal fehlt. Am letzten Tag saßen die letzten bis 17 Uhr noch dort und den Gesprächen der Beamten war zu entnehmen das es noch schlimmer wird. Die nächsten Tage würden noch mehr Bewerber kommen.

    Ich fange jetzt im April an und bin bei der Truppengattung die ich haben wollte. Ich freue mich auf meine zukünftigen Kameraden und die neuen Erfahrungen.

  • 36AA00   |   21. Februar 2018 - 20:29

    @Georg, @Amsel: Von welchen Dienstzeitverlängerungen von BS in hohem Umfang sprechen Sie? Von den paar Freiwilligen? Wenn denn da so viele wären, wieso muss dann über eine „zwangsweise“ Verlängerung mehr als nur intensiv nachgedacht werden?

    @Georg: welcher Versetzungsschutz? Sie fabeln da Dinge zusammen. Es gibt keinen Versetzungsschutz außer für Härtefälle und 36 Monate vor Dienstzeitende für BS und 12 Monate für SaZ. Standortsicherheit hat nichts mit unterlassenen Weiterverpflichtungen zu tun. Dass im Zeiten des personellen Aufwuchses keine StO geschlossen werden, haben nun wirklich alle verstanden. Deshalb sind die Weiterverpflichtungen (neben den anderen Personalbindungsmaßnahmen) auch über dem personalbedarfsplanerischen Soll.

    Und warum steigen die Zahlen nicht? Weil zu viele BS zu früh nach Hause gehen. Verlängerungen finden noch nicht einmal ansatzweise zufriedenstellend statt. Weil nicht ausreichend Bewerber eingestellt werden können. Die Einführung e-recruiting hat Auswirkungen seit 11/2017 bis heute in der Höhe von über 1100 SaZ und 1000 FWDL:
    Und wie immer ist das 1. Halbjahr ein schwaches Halbjahr für die Personalgewinnung. Da stehen nun einmal nicht ausreichend Bewerber mit benötigtem Abschluss (sei es Schule oder auch Beruf) zur Verfügung.
    Letztendlich könnte die weiterführende Ausbildungsorganisation eine viel höhere Einstellungsquote auch nicht verkraften, ohne exorbitante Wartezeiten zu erzeugen (die es in teilen auch schon gibt).
    Für einen geordneten und besonnen und zielgerichteten Aufwuchs kann man eigentlich dankbar sein, dass es langsamer geht, als es von einigen gefordert wird. Eine Bestenauslese bleibt sonst völlig auf der Strecke. Diese bloße „auf Zahlen“ schauen führt doch zu nichts. Soll ich des Einstellen willens lieber einen ohne Zivilberuf einstellen oder lieber 1-2 Quartale warten und einen mit Zivilberuf bekommen? Letzterer spart trotzdem Zeit und Geld.

  • Don Quijote   |   21. Februar 2018 - 20:55

    closius | 21. Februar 2018 – 10:48
    Pio-Fritz | 21. Februar 2018 – 11:10

    Nach meiner Kenntnis handelt es sich bei der Zahl von 125.000 um sogenannte qualifizierte Erstkontakte. Ich meine @Koffer hat darauf ebenfalls, zu einem anderem Thema, hingewiesen.
    Damit also noch lange nicht um qualifizierte Bewerbungen. Meine direkte Nachfrage hinsichtlich dieses vermeintlichen Umstands blieb unbeantwortet.

  • 36AA00   |   22. Februar 2018 - 5:17

    Bewerber für mil sind knapp 60.000.

  • Don Quijote   |   22. Februar 2018 - 11:21

    36AA00 | 22. Februar 2018 – 5:17

    Herzlichen Dank.
    Relativiert damit die ein oder andere Aussage.
    Zusätzlich beweist es die Unkenntnis bzw. beabsichtigte Irreführung aufgrund der gewählten Wortwahl. (125.000 Bewerber).
    Andernfalls wäre das Delta von 65.000 dem zivilen Strang zuzuordnen.

  • Georg   |   22. Februar 2018 - 12:57

    @ 36AA00

    Zitat: „Von welchen Versetzungschutz faseln sie ?“

    Vor 7 Jahren konnte die SDL bzw. die Lw-Abteilung in der SDBw keine erfahrenen Portepeeunteroffiziere (Zeitsoldaten) aus der Truppe an die Schule versetzen, weil Originalton des zuständigen OTL „den Soldaten bei der Einstellung ein Standort genannt wurde, der nicht verändert werden darf“. Nachdem keiner der rund 15-20 anwesenden OTL und Hauptleute widersprochen hat, nehme ich an das dieser Versetzungsschutz zu mindestens „de fakto“ so praktiziert wird.

    Ich weiß nicht an welcher Stelle Sie gerade tätig sind, aber an meinem Standort (technische Schule der Lw) sehe ich, dass ca. 5 – 10 % der anstehenden Pensionäre eine Dienstzeitverlängerung beantragen und auch erhalten. Alternativ ist eine sehr intensive Reserverdienstleistung im Angebot. Für mich sind 5 – 10 % eines Jahrgangs die sich freiwillig länger verpflichten schon eine erhebliche Anzahl, die die Statistik verbessern.

    Ich weiß nicht wo sie mit ihrer Verwendungsreihe 36AA00 Dienst tun, aber wenn sie im Personalgeschäft sind, so wie es sich anhört, dann ist ihre Aussage „Standortsicherheit hat nichts mit unterlassenen Weiterverpflichtungen zu tun“, die ich übrigen genau andersrum formuliert habe „Unterlassene Weiterverpflichtungen haben etwas mit Standortsicherheit zu tun“, schon sehr befremdlich.

    Glauben Sie dass sich alzuviele Soldaten weiterverpflichten, wenn ihr Standort aufgelöst wird ? Zur Erinnerung auch 2017 sind mit der laufenden Reform der Bw noch StO aufgelöst worden.
    Also einen Gang langsamer und immer den Bewerber im Auge haben, denn der soll sich weiterverpflichten und nicht das Persamt ihre Statistik verbessern.

  • 36AA00   |   22. Februar 2018 - 13:30

    @Georg:
    Zu den StO:
    Es wurden keine weiteren StO aufgelöst, die nicht schon im Strukturreformprogramm aufgeführt waren. In Zeiten des Aufwuchses wird man keine StO schließen, das ist zum Glück auch vielen klar. Das als Problem anzuführen, dass sich Personal nicht weiterverpflichtet, ist zum Glück abwegig. Da gibt es ganz andere Größen, die einen Störeinfluss bieten. Finanziell gute zivile Möglichkeiten, heimatnahe Arbeitsstellen, einen AG, der nicht immer in der medialen Kritik ist, eine Chefin, die nicht von allen gleichermaßen anerkannt und beliebt ist; deutschlandferne Einsätze usw. usw.
    Zu den Zurruhesetzungen:
    Schauen Sie sich bitte die Statistiken an, legen dagegen das, was man eigentlich bräuchte und beziehen Sie in ihre Aussage die derzeit stattfindenden Überlegungen und Berechnungen auf ministerieller Ebene mit ein. Sollte da kein Handlungsbedarf sein, so würden hier kaum dezidierte Unterlagen erarbeitet werden.
    Zum Thema Versetzungsschutz:
    Lesen Sie hierzu bitte die entsprechenden Erlasse, da werden Sie meine Aussagen/Zeiträume wiederfinden.
    Was Sie meinen ist der Vertrauensschutz, den man Bewerbern mit einer Einstellungszusage einräumt.

  • Georg   |   22. Februar 2018 - 15:04

    @ 36AA00

    Zitat: „Es wurden keine weiteren StO aufgelöst, die nicht schon im Strukturreformprogramm aufgeführt waren. In Zeiten des Aufwuchses wird man keine StO schließen, das ist zum Glück auch vielen klar. Das als Problem anzuführen, dass sich Personal nicht weiterverpflichtet, ist zum Glück abwegig.

    Ja das ist richtig, aber gleichzeitig in der getroffenen Aussage widersprüchlich und im Ergebnis (das was hinten raus kommt als Personalbestand) keineswegs abwegig.

    Also wenn man 2017 einen Standort infolge des Reformkonzeptes von 2011 oder älter auflöst (z.B. das LTG in Penzing), dann schauen die Zeitsoldaten, dass sie im zvilen Bereich der Wirtschaft nach ihrer Verpflichtungszeit unterkommen um in der Region verbleiben zu können. Also fehlen in der Statistik am Jahresende durch eine einzige Standortauflösung geschätzt mindestens 500 Zeitsoldaten.
    Wie viel Anstrengung braucht zur Personalregeneration von ausgebildeten und erfahrenen Portepeeunteroffizieren, die man so leichtsinnig gehen lässt ?

    Zitat: „In Zeiten des Aufwuchses wird man keine Standorte schließen …“

    Doch es werden immer noch Verbände geschlossen !
    Ab wann wurde die Trendwende Personal beschlossen ? Wurden seitdem Standorte der Bw geschlossen bzw. dort stationierte Verbände aufgelöst ?

    Ja es wurden Verbände aufgelöst und deshalb ist dies ein formalistischer Ansatz wenn man schreibt dies waren alles alte StO-Entscheidungen. Am Jahresende fehlt in der Bw das erfahrene Personal und die Statistik des Aufwuchses krampft sich mühsam ab.

    Man muss endlich aufführen dem Bestandspersonal der Bw andauernd vor das Schienbein zu treten, wenn man das Personal halten will.

    Zum Thema Versetzungsschutz versus Vertrauensschutz

    Wo liegt denn der praktische Unterschied wenn ein SaZ während seiner Verpflichtungszeit von X Jahren aufgrund des „Vertrauensschutzes“ nicht versetzt wird, bei der Weiterverpflichtung aber versetzt wird, weil es an seinem Standort keine Förderungsmöglichkeit gibt oder weil er an einem anderen Standort gebraucht wird ?

    Hat dann diese Regelung eine negative Auswirkung auf die Weiterverpflichtungsbereitschaft der Soldaten und könnte dieses Problem durch die Schaffung von „Großstandorten“ oder regionalen Stationierungsräumen für Soldaten einer bestimmter Truppengattung nicht entschärft werden ?

  • Jan Hoffmann   |   22. Februar 2018 - 15:44

    Immerhin hat man Papiere etc. geschrieben, die uns auch in die Lage versetzen, Transgenderpersonen, obwohl dieser Status als Krankheit gilt, in die Bw einzustellen. Frage ist – auch hier – wie sich Aufwand und Ertrag zueinander verhalten,
    Ich bin gespannt, wie sich die besondere Altersgrenze entwickeln wird.

  • Wa-Ge   |   22. Februar 2018 - 17:02

    @ Versetzungsschutz

    Ich kann aus persönlicher Erfahrung aus der Infanterie sagen, dass zumindest aus Seedorf eine Menge an Offizieren und Feldwebel gegen ihren Wunsch und den Wunsch des Verbandes nach Hammelburg, Altenstadt oder Pfullendorf oder eine sonstige Schule/Amt versetzt wurden.

  • closius   |   22. Februar 2018 - 20:14

    @Wiederinteressiert & Hemme: Vielen Dank für die erschreckenden Zahlen, wie lange es dauert Soldat zu werden. In den USA und in der Fremdenlegion kann man dagegen jeden Tag Soldat werden.

    Ich halte das System für völlig falsch für FWD und Mannschaftssoldaten. Warum nicht machen, wie bei der Fremdenlegion. Daß jeder jeden Tag hinkommen kann, seine Eistellungstests absolviert – ohne vorherige Bewerbung – den Lebenslauf und Führungszeugnis kann man mitbringen, dann eine Nummer ziehen und in dieser Reihenfolge wird man untersucht und getestet und wenn es passt, dann am gleichen Tag Soldat werden.

    Im Heer würde ich bei jeder Brigade eine Musterungszentrum anschließen, was 6 Tage die Woche offen hat und jeder einfach kommen und Soldat werden kann. Und bis die nächste Grundausbildung beginnt, könnte eine Sportausbildung erfolgen, um die neuen Soldaten fit zu machen für die Grundausbildung.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   22. Februar 2018 - 20:38

    @closius
    Bürokratie („Herrschaft der Beamten“) ist, – eine deutsche Erfindung, in der wir unbestreitbar und unangefochten permanent den obersten Platz auf dem Treppchen inne haben.
    Das hindert uns nicht nur realitätsnah bei der Rekrutierung, wie in zahlreichen Fäden zur Einsatzbereitschaft erkennbar, auch in der Beschaffung.
    Wird sich was ändern? Nein, dazu fehlt ein Formblatt!

  • Sailor   |   22. Februar 2018 - 21:45

    Neben der durch die gerade beschlossene Umstrukturierung der Karriecenter und der damit einhergehenden teilweisen Erhöhung des Karriereberaterpersonals müssten aber ganz ganz dringend die Prüfkapazitäten (-> vor allem Prüfpsychologen & Einstellungsärzte!) in den Karrierecentern aufgestockt werden.

    An der Karriereberatung liegt’s meist nicht, die generieren schon genug Bewerber. Die Karrierecenter stellen halt zumeist den Flaschehals dar.

    Ne komplett andere Geschichte ist dann allerdings (mal angenommen man hätte auf Seiten der Nachwuchsgewinnungsorganisation die perfekte Organisationsform eingenommen) ob der Bedarfsträger dieses Mehr an Personal überhaupt handeln könnte ;-)

  • Wa-Ge   |   23. Februar 2018 - 8:09

    @ closius | 22. Februar 2018 – 20:14

    Also das mit der Brigaderekrutierung und der vorgeschaltenen Sportausbildung finde ich mal richtig klasse. In der Zeit kann man auch alle notwendigen ärztlichen Untersuchungen etc. erledigen. Dann könnten sich die Ausbilder in der Grundausbildung wirklich auf Ausbildung konzentrieren.

    Ob es jedoch Brigadeweise sein muss wage ich in Frage zu stellen. Aber Regionale Zentren wären schon denkbar.

  • Elahan   |   23. Februar 2018 - 8:43

    @Klaus-Peter Kaikowsky

    “ Bürokratie („Herrschaft der Beamten“) ist, – eine deutsche Erfindung, in der wir unbestreitbar und unangefochten permanent den obersten Platz auf dem Treppchen inne haben.“

    Das ist komplett falsch und OT.
    Empfehle einen Gang durch die bürokratischen Mühlen von USA, FR, RUS, China, Indien uvm.

    Wenn die Politik ein anderes System in der Beschaffung und Rekrutierung haben möchte, kann sie es einführen. Zudem sitzen an vielen Stellen Soldaten und Beschäftigte. Die Beamten dienen nach Weisung, Gesetz und Vorschrift und das ist gut so.

    Vielen Dank an all die Beamten in Deutschland welche uns einen stabilen und sicheren Staat gewährleistet haben. Gefordert sind die Wähler und deren Vertreter!

  • WiederInteressiert   |   23. Februar 2018 - 8:48

    closius | 22. Februar 2018 – 20:14
    @Wiederinteressiert & Hemme: Vielen Dank für die erschreckenden Zahlen, wie lange es dauert Soldat zu werden.

    Ja, es ist ein langer ungewisser Prozess der natürlich für die eigene Planung untragbar ist.
    Das sollte unbedingt schneller gehen zumal man vor Ort ja recht „pingelig“ ist was den BMI und BFT angeht.
    Es gibt sicherlich „Richtbereiche“, aber Gewicht und körperliche Fitness kann man trainieren und in den Standorten ist nicht erst seit der neuerlichen Diskussion um das Gerät ausreichend Zeit eben das anzupassen.
    Den BFT darf man z.B. bei den kleinsten Anzeichen einer Erkältung nicht mitmachen —> Vorstellung in ein paar Wochen im KC = weitere ungewisse Zeit
    BMI erreicht manch einer wegen +- 0.5 Kg nicht = nicht angenommen und weitere Wochen.

    CAT Test JA
    Psychologe JA
    Ärtzliche Untersuchung JA

    BMI und BFT kann die Truppe regulieren.

    36AA00 | 22. Februar 2018 – 5:17
    Bewerber für mil sind knapp 60.000.

    Besten Dank. Das relativiert das Ganze natürlich erheblich.

    @Standorte:

    Im Moment wird laut spekuliert das Boostedt wieder aktiviert wird. Als Truppenteil ist ein „deutsch-niederländisches PzBtl aus Munster (Lohheide) im Gespräch, daß wohl in einer ehemaligen britischen Kaserne untergebracht ist was den Ansprüchen der BW nicht gerecht wird…“ – Hamburger Abendblatt
    Weiterhin spekuliert man ja hartnäckig das die Amerikaner nach Lohheide kommen.
    Es bleibt spannend…

    [Nur als Hinweis: Die Spekulationen bzgl. Boostedt habe ich auch gesehen. Witzig ist nur, dass das Bataillon auf Initiative des CDU-Abgeordneten Otte in Bergen angesiedelt wurde. Da fällt dann auf, dass das Hamburger Abendblatt lauter CDU-Informanten hat, die streuen, der Standort sei doch schlecht und Boostedt besser. Klingt nach Parteifreunden und wird uns hier bestimmt noch beschäftigen. T.W.]

  • Klauspeterkaikowsky   |   23. Februar 2018 - 9:33

    @WiederInteressiert
    Einziges Problem des DEU/NLD PzBtl 414 ist: Kaum Verfügungsbestand an KPz, an Einsatzbereitschaft besser kein Wort verlieren.
    Raum/Unterbringungsprobleme NULL. Die Niedersachsen-Kaserne hat Platz für DREI (!) weitere Btl. Boostedt ist lange abgewickelt, Lohheide steht seit drei Jahren dem Bund zur Verfügung, die genutzten Blöcke sind angepasst worden. Das Btl nutzt Sportanlagen, samt Frei- u. Hallenbad auf Standard Sportschule.
    Eine Verlegung weg vom besten europäischen Schieß- und Übungsplatz Europas in eine Panzer-Diaspora, wie, pardon, „dämlich“ wäre das denn?
    Beruhigend, NLD dürfte dem nicht zustimmen. Deren gesamte Übungsinfrastruktur wurde in Bergen konzentriert. Deutsche kommunalpolitische Bedarfe spielen in Den Haag gottlob keine Rolle.

  • Fussgaenger   |   23. Februar 2018 - 11:00

    Na na na, Boostedt als „Panzer-Diaspora“?? Als ehemaliger „183er“ muss ich das entschieden von mir weisen… ;)

    Aber die Distanz zu Munster ist schon größer, als wenn man direkt in Munster logieren würde, von der abgewickelten Kasernenanlage ganz zu schweigen.

  • WiederInteressiert   |   23. Februar 2018 - 11:19

    Richtig KPK,

    aber Standort Entscheidungen und Sinnhaftigkeit gehören ja nicht unbedingt zusammen ;)

    Die zivile Wirtschaft wartet in Boostedt seit Jahren darauf die Liegenschaft zu nutzen und ich bin da voll bei Ihnen, in Lohheide ist Platz genug. Was auch immer nach Boostedt soll hätte fort spielend Platz, wenn da nicht die Geschichte mit den Amerikanern wäre.

  • T.Wiegold   |   23. Februar 2018 - 12:01

    Den OT Boostedt haben wir damit vorerst erledigt, denke ich. Mehr, wenn jemand was Belastbares statt Spekulation hat.

  • Koffer   |   23. Februar 2018 - 15:11

    Zutreffend ist, dass in einigen „kritischen“ Karriereberatungsbüros (KarrBB) die Wartezeiten zu lange sind, aber in den meisten KarrBB liegt sie in der Zwischenzeit (daran arbeitet man schon seit einigen Jahren) bei um die 2 Wochen.

    Gleiches gilt für „Musterungs“-Termine in den Karrierecentern (KarrC) auch hier gibt es einige unschöne Spitzen, aber 6-8 Wochen ist derzeit nicht unüblich.

    D.h. wenn der Bewerber sich ein bißchen vorinformiert hat und auch mal bereit ist einen Termin vielleicht nicht beim räumlich nächsten, sondern übernächsten KarrBB/KarrC anzunehmen, kann er es in ca. 2 Monaten schaffen. Und zwar komplett inkl. Einstellungsentscheidung und sogar mit Ortszusage!

    Bei FWD geht es sogar manchmal noch schneller.

    Allen Ideen mit tagesgenauer Einstellung oder Musterung durch die Truppe o.ä. halte ich die Struktur der Bw mit ihren zahllosen Kleinstandorten entgegen, die zwingen Regeln der Bindung an Recht und Gesetz und die durch die politische Leitung gewünschte Steuerung an Hand des bundesweiten und streitkräftegemeinsamen Bedarfs.

    Zusammenfassung: Gibt es unschöne Wartezeiten über 3 Monaten? Leider ja und das muss abgebaut werden. Ist das die Regel? Nein! Definitiv nicht mehr. 2 Monate ist realistischer und das ist amS auch absolut in Ordnung!

    Ein größeres Problem wird hier mittelfristig die Nachwuchsgewinnung für die Wehrverwaltung werden. Aufgrund der dortigen Strukturen dauern da die Verfahren deutlich länger. Im Regelfall deutlich länger als 3 Monate. Bei bestimmten Tätigkeiten sogar länger als ein Jahr.

    Allerdings gehe ich davon aus, dass durch den zunehmenden Druck des Arbeitsmarktes auch die Wehrverwaltung hier mittelfristig bereits sein wird sich den militärischen Verfahren anzupassen und von den aktuellen Verfahren abzurücken.

  • Arty1986   |   23. Februar 2018 - 15:36

    Für Log braucht man AUCH Ing!

    Vor allem braucht man Strukturen und Kapazitäten, denn ohne diese nützen auch noch so viele Ing nichts!

    Warum ist denn die Eb-Lage so desaströs? Eben weil keinerlei Reserven, Vorräte in eigener Hand oder mindestens Verpflichtungen (bei deren Nichteinhaltung nicht Boni sondern SPÜRBARE Straf(zahlung)en der vertragswidrig handelnden Unternehmen UND deren „Spitzenvertreter“ die schmerzhafte und spürbare Konsequenz sein müssen), die auch tatsächlich in kurzfristige Leistung umsetzbar sein müssen, vorhanden sind!

    All das weiß „man“ seit den beginnenden 90er Jahren, wo der VtdgHH hübsch als „Steinruch“ diente.

    Und auch der Hauptauftrag „Strukturänderung“ (ist mEn auch keine „mil. Kernaufgabe“) tut seinen Teil dazu: Man ist genügend mit „Selbstverwaltung“ beschäftigt, für die ständig neuen Einsätze und Aufgaben bleibt da auch zu wenig…

  • T.Wiegold   |   25. Februar 2018 - 13:16

    Kleiner Hinweis: Über die Materiallage wird auch in den anderen Threads heftig debattiert. Deshalb ist es nicht wirklich sinnvoll, diesen Eintrag zum Thema Personal ebenfalls dafür hijacken zu wollen. Diesen OT also hier bitte nicht.

  • Langnase   |   27. Februar 2018 - 20:18

    Programmtip:
    Arte- Dokumentationsreihe „RE: Wo sind die Helden?“

    In welchem Geiste werden Bundeswehr-Soldaten ausgebildet? „Re:“ begleitet einen Rekruten bei seiner Grundausbildung, einen Personalgewinnungsoffizier und eine junge Zeit-Soldatin bei ihrem ersten Auslandseinsatz in Afghanistan. Kann die Bundeswehr ihr Nachwuchsproblem lösen?

    Die Skandale von Pfullendorf, der Fall Franco A. und dann noch Wehrmachtsdevotionalien: Die Bundeswehr kommt nicht aus den Negativschlagzeilen. Dabei hat sie schon länger ein Problem: Fünf Jahre nach Abschaffung der Wehrpflicht fehlt es am Nachwuchs. Die Belastung steigt, doch es gibt zu wenig Soldaten. Nach außen präsentiert sich die Bundeswehr als weltoffene und demokratische Armee, doch Diskriminierung und Extremismus werden zu selten gemeldet. Die Sendung „Re:“ hinterfragt: In welchem Geiste werden die Soldaten ausgebildet? Begleitet werden ein Rekrut bei seiner Grundausbildung; ein jugendlicher Bewerber beim Karrierecenter und eine junge Zeit-Soldatin bei ihrem ersten Auslandseinsatz in Afghanistan.

    Mediathek-Link: https://www.arte.tv/de/videos/072496-002-A/re-wo-sind-die-helden/
    Arte-TV heute 19:40, wird Mittwoch um 12:15 wiederholt

    M.E. ein kritischer, aber nicht negativer Überblick über die Motivation deutscher Rekruten.

    [Zitate wollen wir hier doch bitte als solche Kennzeichnen; einfach copy&paste und das als eigene Aussage wiedergeben machen wir nicht. Danke. T.W.]