Von der Leyen feuert Heeres-Ausbildungschef (Update)

Als Folge der Skandale in Ausbildungseinrichtungen der Bundeswehr greift Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen erneut durch und setzt den Ausbildungschef des Deutschen Heeres ab. Vor dem Verteidigungsausschuss des Bundestages kündigte Generalinspekteur Volker Wieker im Beisein der Ministerin am (heutigen) Mittwoch an, dass der Kommandeur des Ausbildungskommandos des Heeres in Leipzig, Generalmajor Walter Spindler (Foto oben), von seinem Posten entbunden werde, wie ein Ministeriumssprecher bestätigte. Zu den Gründen gab es, wie in Personalangelegenheiten üblich, offiziell keine Angaben.

Die Absetzung Spindlers, der bis zu seiner regulären Pensionierung im August auf einen anderen Dienstposten versetzt werden soll, war nach Informationen von Augen geradeaus! nicht allein die Folge eines einzelnen bekanntgewordenen Skandals, zum Beispiel im Ausbildungszentrum Spezielle Operationen in Pfullendorf, der zur Absetzung des dortigen Kommandeurs geführt hatte. Auch wird dem Generalmajor kein Dienstvergehen vorgeworfen.

Aus dem Ministerium wird Spindler und seinem Kommando aber angelastet, nach dem Bekanntwerden mehrerer Missstände in Ausbildungseinrichtungen nicht gründlich genug ermittelt und Fehlverhalten nicht konsequent verfolgt zu haben. So habe das übergeordnete Kommando Heer in Einzelfällen Nachermittlungen angeordnet. Bereits im Februar in einem Bericht bemängelt worden, dass Meldungen zu den Vorfällen in Pfullendorf auf dem Dienstweg steckengeblieben seien.

Nach Informationen von Spiegel Online  soll auch bei einem bislang öffentlich nicht bekannten Fall die Aufklärung des Leipziger Kommandos unzureichend gewesen sein, was die Entscheidung zur Absetzung Spindlers letztendlich ausgelöst habe:

Generalmajor Walter Spindler wird vorgeworfen, in einem bisher noch nicht bekannten Fall von Verfehlungen durch Heeresausbilder im thüringischen Sondershausen erneut nicht energisch genug ermittelt zu haben. Möglicherweise bremsten Spindler und seine Rechtsberater vom Ausbildungskommando die Nachforschungen sogar. Jedenfalls wurden die beiden beschuldigten Hauptfeldwebel erst kürzlich von ihren Posten versetzt, obwohl schon seit Mai 2016 Beschwerden wegen verbaler Entgleisungen und unnötiger Härte bei der Ausbildung von Unteroffiziersanwärtern gegen sie eingegangen waren.

In den vergangenen Monaten hatten Ministerin und militärische Spitze der Bundeswehr mehrere Folgen aus verschiedenen Meldungen über entwürdigende Behandlung von Untergebenen vor allem in der Ausbildung gezogen und unter anderem eine neue Meldekultur und eine zentrale Auswertung der Daten dazu angekündigt.

Nachfolger Spindlers soll Brigadegeneral Norbert Wagner werden, bislang Kommandeur des Ausbildungszentrums in Munster.

Die militärische Vita von Spindler von der Bundeswehr-Webseite hier (da so was mitunter recht schnell verschwindet).

(Archivbild Januar 2015: Spindler bei der Übung Allied Spirit I auf dem US-Truppenübungsplatz in Hohenfels – U.S. Army Photo by Sgt. William Tanner/2nd Cavalry Regiment)

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334 Kommentare zu „Von der Leyen feuert Heeres-Ausbildungschef (Update)“

  • klabautermann   |   01. Mai 2017 - 10:33

    @Memoria

    Nun ja, die Diskussion über ein neues „Kriegsbild“ ist ja auch in den USA noch nicht abgeschlossen, kommt eigentlich gerade bei Army und Navy erst richtig in Fahrt. Kein Wunder also, dass im Rahmen der Re-Fokussierung der BW auf Bündnis-/Landesverteidigung eine Auseinandersetzung mit dieser Thematik „intern“ und „bilateral“erfolgt. Der deutsche CdS USAREUR hat vor ca. 1 Woche einen kleinen Deutschuß dahingehend in einem Interview gesetzt. Von daher kann ich Ihnen nicht folgen, wenn sie hier wieder einmal Führungsversagen nicht nur von UvdL sondern auch der militärischen Eliten diagnostizieren. Natürlich meinen sie ein anderes Versagen als UvdL, und lenen damit geschickt von der Paul Carel-Problematik ab, allerdings wäre in der Tat einmal zu verifizieren ob es dieses Dunkelfeld nun gibt oder nicht….und genau das hat UvdL in Auftrag gegeben.

  • Memoria   |   01. Mai 2017 - 10:41

    @klabautermann:
    Dann freue ich sehr über die Ergebnisse der „intern“ und „bilateral“ geführten Diskussionen zu einem zukunftsweisenden Kriegsbild.

    Die werden ja dann sicher bald vorliegen. Was all dies mit einer vor 8 Jahren gestoppten Ausbildungshilfe – ja sogar Problematik – zu tun hat und von was ich vorgeblich ablenken will, bleibt dann auch ihr Geheimnis.

  • klabautermann   |   01. Mai 2017 - 10:53

    @Memoria

    Sie argumentieren – jedenfalls so „lese“ ich sie – immer so als ob nur die Streitkräfte die Kompetenz und das „Recht“ hätten Führungstheorie und -praxis in der „Truppe“ zu hinterfragen. Das sehe ich nun einmal ganz anders, Stichwort: Primat der Politik – das endet eben nicht vor dem Kasernentor, sondern fängt hinter dem Tor erst richtig an; und wenn ich so auf die historische „Strecke“ rechtsextremistischer und sogar -radikaler „Vorkommnisse“ in den Streitkräften schaue, dann kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass dieses Thema sich seit 8 Jahren quasi erledigt hat.

  • Memoria   |   01. Mai 2017 - 11:05

    @klabautermann:
    Da lesen Sie grundsätzlich falsch.
    Darum geht es mir nicht.

    Es geht darum den Wesenskern von Streitkräften zu verstehen und entsprechend zu handeln – auf allen Ebenen.

    Daher finde ich auch ihren Hinweis auf eine interne Diskussion zum Kriegsbild sehr interessant.

    Nach meinem sollte diese Debatte breit und öffentlich geführt werden.

  • klabautermann   |   01. Mai 2017 - 11:26

    @Memoria

    „Wesenskern“ von Streitkräften ? Hm, meinen sie damit „…alles das, was das natürliche, unverfälschte Sein“ von Streitkräften ausmacht ? Im Gegensatz zu „Persönlichkeit“, die aus von außen übernommenen oder eingepflanzten Konditionierungen und Erinnerungen besteht.? Philosophie der Vierten Weges ? Glauben sie wirklich, dass an so einer Debatte überhaupt breiest und öffentliches Interesse besteht ?

  • Memoria   |   01. Mai 2017 - 11:30

    @klabautermann:
    Der Wesenskern von Streitkräften ist die Erreichung politischer Ziele durch Gewaltandrohung und – anwendung.

    Dem widerspricht auch nicht der Gedanke der Inneren Führung.

    Der Hinweis auf die Debatte

  • Memoria   |   01. Mai 2017 - 11:33

    … bezog sich auf das Kriegsbild.

    Nun klarer?

    Mit Blick auf das mögliche Dunkelfeld:
    Dann forscht mal schön.

  • Politikverdruss   |   01. Mai 2017 - 11:37

    Memoria | 01. Mai 2017 – 11:30

    Treffer mittschiffs!

  • klabautermann   |   01. Mai 2017 - 12:01

    @Memoria
    „Im Sinne dieses Statuts bedeutet „Verbrechen der Aggression“ die Planung, Vorbereitung, Einleitung oder Ausführung einer Angriffshandlung, die ihrer Art, ihrer Schwere und ihrem Umfang nach eine offenkundige Verletzung der Charta der Vereinten Nationen darstellt, durch eine Person, die tatsächlich in der Lage ist, das politische oder militärische Handeln eines Staates zu kontrollieren oder zu lenken.“ schließt wohl in Deutschland eine ernsthafte, öffentliche Debatte über den Wesenskern deutscher Streitkräfte in ihrem Verständnis („Erreichung politischer Ziele durch Gewaltandrohung und – anwendung“). aus.Und dann gibt es ja auch den GGArt. 26 Absatz 1, an dem die InFü auch nicht „vorbei“ kommt. Ich fürchte also, dass ihr Wesenskern weder intern noch extern wirklich debattierfähig ist in Deutschland.
    Nettes Wild-goose chasing ;-)

  • Elahan   |   01. Mai 2017 - 12:02

    Theo Dan

    „Was können die Ausbilder dafür, wenn ihre Ausbildung vielleicht sorgfältig aber fachlich (gefährlich) veraltet oder falsch ist?“

    Es ist die Aufgabe jedes Vorgesetzten und Ausbilders seinen Unterricht anzupassen. Wir lernen alle auf unseren Lehrgängen (Lehr-Fw-Offz) wie man ausbildet und schon vor 25 Jahren war bekannt, wie man Soldaten/Menschen anspricht. Da braucht sich keiner rausreden. Trainings können angepasst werden und wurden es ja in vielen Bereichen auch. Leider ist lernzielorientierte Ausbildung zu gunsten von Selbstdarstellungsunterricht/-ausbildung in manchen Bereichen immer noch anzutreffen.

    Doch grundsätzlich sind wir weiter als viele Bereiche außerhalb der Bw und es hängt eben viel am Engagement des Einzelnen (Auftagstaktik). Wir (die Bundeswehr) sind besser als unser Ruf und wir sind um Welten besser als uns das BMVg (zum Glück nicht Teil der Bw) gerade hinstellt. Evtl muss man zuerst im BMVg mit Fehlerkultur und Innerer Führung beginnen, bevor man es Bereichen abspricht, welche im Großen und Ganzen diese Kutur tatellos leben.

  • Pete   |   01. Mai 2017 - 13:19

    @Koffer
    „…Ganz im Gegenteil, m.E.n. sollen die TSK im Bereich von Tradition, Berufsethik und Ausbildung wieder deutlicher gestärkt werden und gleichzeitig die teilstreitkraftgemeinsame Einsatzplanung- und Operationsführung weiter gestärkt werden…“

    Das haben Sie sehr schön auf den Punkt gebracht.

  • 0815   |   01. Mai 2017 - 14:22

    @Elahan | 30. April 2017 – 21:36
    ..vielleicht liegt ja genau da das Problem?

    ALLES was kommt wird genommen, an Lehrgängen muss nur noch „teilgenommen“ werden und Führer oder doch nur Vorgesetzter aufgrund des Dienstgrades (für mehr reicht es meist eh nicht) wird fast auch jeder…..

    Mir wäre ein wenig „Auswahl“ in der Truppe auch lieber als jeden eingestellten dann über Jahre durch das System zu schleppen. Und Auswahlverfahren (ach herrje….weichgespült im militärischen neu-Deutsch „Orientierungstage“ genannt)
    hatten wir früher einmal in Form der Laufbahnlehrgänge. Heute nur noch eine Farce das ganze..

    Weil „Rausschmeissen“ kann man zwar, hat man(n) oder Frau aber neuerdings Angst davor das sich Person XYZ über den „anonymen Motz-und Denunzierbriefkasten“ an den Oberbefehlshaber wendet!

    @Saubermann Fraktion
    Vielleicht sollte mal darüber nachgedacht werden, auf die vermeintlichen Heeres-DP eine Nachbesetzung durch Marine oder Luftwaffe nachzudenken. Nachdem die Heeres Leute ja immer gern als unfähig dargestellt wurden. Die hier im Faden von zwei Protagonistischen Saubermännern gepredigte militärische Reinkultur wäre sicher Hilfreich bei einem Neuanfang ala IBUK.

    Ich durfte (ohne hier wie der ein oder andere, seine militärische Saubermannkarriere an die Öffentlichkeit zu legen) selbt miterleben wie „sauber alles abläuft“ wenn die „Marine“ eine Landoperation leitet und die „Luftwaffe“ Urlaub in Schweden macht oder die „Lebenspartnerin“ auf den Container im Feldlager führt…
    Den Rest der Beschreibung erspare ich mir.

    Gottlob kenne ich genügend Kameraden von der Marine / der Luftwaffe die damit nicht gemeint sind,als aufrechte Soldaten agieren und ihren Pflichten und Rechten nachkommen!

  • Sönke Marahrens   |   01. Mai 2017 - 14:37

    Memorial

    Der Wesenskern von Streitkräften ist die Erreichung politischer Ziele durch Gewaltandrohung und – anwendung.

    Und warum wird hier dann die politische Führung, deren Mittel wir sind , angegriffen, sui generis Diskussionen geführt und eine AusBildung jenseits oder haarscharf am GG postuliert.

    Ich halte Klabautermanns Anmerkungen da schon für wohlgelungen…..Um der Diskussion die intellektuelle Tiefe zu geben, die sie verdient, denn nur so erreichen wir Asymmetrie, symmetrisch haben wir im Moment dann doch wenig zu melden….Die Aufständischen im Donbas setzen soviel Artillerie ein, wie DEU, FRA und Litauen zusammen besitzen….und in der Domäne Land dominiert dort ein Eisatverband Btl plus mit allen Fähigkeiten. ….Was tun sprach Zeus…

  • Memoria   |   01. Mai 2017 - 15:25

    @Sönke Marahrens:
    Ich tue mich mal wieder schwer ihre unvollständigen Sätze mit… nachvollziehen zu können.

    „Und warum wird hier dann die politische Führung, deren Mittel wir sind , angegriffen sui generis Diskussionen geführt und eine AusBildung jenseits oder haarscharf am GG postuliert.“

    Ist das Hinterfragen der politischen Vorgaben nicht Kernelement der InFü?

    Wer hat hier wo die politische Führung angegriffen?

    Wo habe ich das getan?
    Wo habe ich eine Ausbildung jenseits des GG postuliert?

    „Um der Diskussion die intellektuelle Tiefe zu geben, die sie verdient, denn nur so erreichen wir Asymmetrie, symmetrisch haben wir im Moment dann doch wenig zu melden….Die Aufständischen im Donbas setzen soviel Artillerie ein, wie DEU, FRA und Litauen zusammen besitzen….und in der Domäne Land dominiert dort ein Eisatverband Btl plus mit allen Fähigkeiten. ….Was tun sprach Zeus…“

    Die Diskussion hatte bisher also nicht die notwendige Tiefe?
    Unser Einsatzverband dominiert – trotz der erwähnten Defizite?
    Ich verstehe den Gedankengang nicht.
    Die Frage ist ja wie die Bundeswehr in 10-15 Jahren sein muss.

    Was tun?

    Das Thema auf der Ebene GenInspBw aufgreifen und eine Diskussion anstoßen – meinetwegen zunächst intern geführt.

    Dabei auch konträre Ansichten ernst nehmen und wirklich darüber nachdenken, anstatt anderen fortlaufend zu unterstellen sie seien ewiggestrig oder würden den Primat der Politik in Frage zu stellen.

    Aber das macht ja dann sicher der Think Tank an der FüAk.

  • ThoDan   |   01. Mai 2017 - 15:53

    @Elahan

    ThoDan, nicht The oder Theo

    Ich hatte mich aufs Fachwissen bezogen, wenn der Ausbilder lernt 2 + 2 = 3 und 2 x 2 = 5 erwarte ich keine herausragenden Mathematikkenntnisse von den von ihm ausgebildeten Soldaten.

    Wenn der Ausbilder sagt, die Ausrüstung ist der Aufgabe angemessen: man muß ja nur sich bewegen und Holz holen wenn man im Biwak friert ….
    Ist der BW Schlafsack eigentlich feuerfest oder zumindest resistent?

  • Soenke Marahrens   |   01. Mai 2017 - 15:58

    @Memoria

    Hier fühlt sich ja mittlerweile jeder gleich immer persönlich angegriffen.
    Was die Punkte anbelangt, ich tippe in ein Handy im Gegensatz anscheinend zu Pete, der eine DIN A4 Seite nach der anderen postet.

    Ich habe versucht, lhre Gedanken aufzunehmen und daran weiterzudenken:

    Der Wesenskern von Streitkräften ist die Erreichung politischer Ziele durch Gewaltandrohung und – anwendung.

    Wenn dem tatsächlich so wäre, warum wird hier dann im Blog von den meisten Mitbloggern die politische Führung, deren Mittel wir sind , ständig angegriffen oder eine sui generis Diskussion um Athen und Sparta geführt oder aber eine Ausbildung jenseits oder haarscharf am GG postuliert, dessen Schutz wir uns per Eid verpflichtet sehen.
    Ich teile Ihre (Memoria) Ansicht, Clausewitz lässt grüßen, aber Allgemeingut scheint dies, wie dargestellt, nicht zu sein.

    Ich halte Klabautermanns Anmerkungen da schon für wohlgelungen, er gibt der Diskussion um Streitkräfte und um Sicherheit eine intellektuelle Tiefe , die sie verdient.

    Denn nur durch Intellektualität erreichen wir Asymmetrie, symmetrisch haben wir im Moment dann doch wenig zu melden.

    Beispiele: Die Aufständischen im Donbas setzen soviel Artillerie ein, wie DEU, FRA und Litauen zusammen besitzen.

    In der Domäne Land dominiert dort auf Seiten der Aufständischen ein neuartiger von der Russen konzeptionell angelegter Einsatzverband Land in der Größe Btl plus mit allen Fähigkeiten.

    Ich habe hierzu im Westen, ausser der Diskussion um Gerassimov und der Feststellung, dass wir ggf in eine Area Denial Situation laufen können, noch nichts gelesen. Dieses bringt mich zu der Überzeugung, dass wir uns ggf. erst einmal mit den Entwicklungen in den Dimensionen beschäftigen sollten, bevor wir uns über multidimensionale Kriegsführung Gedanken machen sollten.
    Hierzu bitte ich noch eine Aussage von mir von gestern zu berücksichtigen, dass wir ggf durch einen Gegner nicht in allen Dimensionen adressierbar sind, da wir dort bspw bei Space gar nicht oder nur bedingt teilnehmen.

    Was der ThinK Tank macht, weiss och nicht, bisher weiß ich aus der Presse nur, dass dort der ehemalige Leiter des Militärmuseums in Dresden seinen Dienst versieht.

    Wir sind btw ziemlich OT…..

  • Koffer   |   01. Mai 2017 - 16:19

    @Memoria | 01. Mai 2017 – 11:30
    „Der Wesenskern von Streitkräften ist die Erreichung politischer Ziele durch Gewaltandrohung und – anwendung.

    Dem widerspricht auch nicht der Gedanke der Inneren Führung.“

    +1 Clausewitz und InFü im Gleichklang der Herzen (oder militärisch im „Gleichschritt“ ;) ).

    @Elahan | 01. Mai 2017 – 12:02
    „Doch grundsätzlich sind wir weiter als viele Bereiche außerhalb der Bw“

    Sehe ich genauso, nach meiner Bewertung (und ich habe da durch Freunde durchaus hin und wieder Einblick in Verwaltung und Unternehmen außerhalb) sind wir querschnittlich sogar deutlich besser…

    „Wir (die Bundeswehr) sind besser als unser Ruf und wir sind um Welten besser als uns das BMVg (zum Glück nicht Teil der Bw) gerade hinstellt.“

    Jepp. Das ist übrigens auch ein kapitaler Marketingfehler der IBuK uns jetzt selbst schlecht zu reden und externe „Beratung und Sachverstand“ einzuholen. Statt dessen sollte man eigentlich darstellen, dass wir diejenigen sind, bei denen Unternehmen und zivile Verwaltung häufig lernen könnten.

    „Evtl muss man zuerst im BMVg mit Fehlerkultur und Innerer Führung beginnen, bevor man es Bereichen abspricht, welche im Großen und Ganzen diese Kutur tatellos leben.“

    Treffer! Leider :(

    @Sönke Marahrens | 01. Mai 2017 – 14:37
    „Und warum wird hier dann die politische Führung, deren Mittel wir sind , angegriffen,“

    1. Die politische Leitung wird nicht „angegriffen“, aber derzeit sehr wohl (und mit Recht) kritisiert. Und wissen Sie warum?

    Weil es das Recht von Staatsbürgern in Uniform ist genau das zu tun!

    „eine AusBildung jenseits oder haarscharf am GG postuliert.“

    WOOOOAH?!??!?! Wer hat das denn getan?! Ich denke Sie vergaloppieren sich hier gerade :(

    @Soenke Marahrens | 01. Mai 2017 – 15:58
    „oder eine sui generis Diskussion um Athen und Sparta geführt “

    1. Das Thema Athen oder Sparta wurde von @klabautermann eingeführt. Für mich persönlich sind beide Begriffe in Bezug auf die Bw falsch.
    2. Unabhängig davon ist es aber Kern der Inneren Führung, dass hierüber diskutiert werden darf und das den einzelnen Sdt nicht schwarz oder weiß befohlen werden darf!

  • Memoria   |   01. Mai 2017 - 16:22

    „In der Domäne Land dominiert dort auf Seiten der Aufständischen ein neuartiger von der Russen konzeptionell angelegter Einsatzverband Land in der Größe Btl plus mit allen Fähigkeiten.

    Ich habe hierzu im Westen, ausser der Diskussion um Gerassimov und der Feststellung, dass wir ggf in eine Area Denial Situation laufen können, noch nichts gelesen.“

    Nach verschiedenen Berichten ist das „Multi Domain Battle“-Konzept nach Auswertung und u. a. der Gefechtshandlungen in der Ostukraine entstanden:
    https://www.army.mil/article/176230/battles_of_the_future_will_be_fought_in_multiple_domains_senior_leaders_say

    Ihr verweisen auf die Nichtadressierbarkeit verstehe ich auf verschiedenen Ebenen nicht.

    Wir sind abhängig von GPS/ Galileo, Nutzen SatComBw.

    Aber auch theoretisch ist doch primär die Frage zu beantworten wie ich den Gegner in allen Domänen stellen und schlagen kann. Eine Nichtadressierbarkeit meinerseits sagt mir dabei was?

    Und ist das OT?

    Wenn man sich anschaut wie gleichzeitig die Vorkommnisse in Sondershausen auch von der Ministerin dramatisiert werden, dann fragt man sich schon wie die Bundeswehr für ein Szenar im Sinne der „Multi Domain Battle“ ausbilden will.

    Aber erstmal sollte man sich ja mal fragen wie alle OrgBer in einer VJTF zusammenwirken können.

  • klabautermann   |   01. Mai 2017 - 16:25

    @Memoria

    Der Hinterfragen von militärischen Befehlen ist ja nun ziemlich eindeutig geregelt in der InFü mittels des Rechtsstaatlichkeitsprinzips. Das Hinterfragen von poltischen Vorgaben ist damit natürlich auch nur unter Beachtung rechtsstaatlicher Prinzipien zulässig und das gilt uneingeschränkt bis hoch in die Regierung. Warum wohl ist in Deutschland der Inhaber der Befehls-und Kommandogewalt ein „Zivilunke“ und eben kein Soldat ?
    Sehr großzügig von Ihnen, dass sie zumindest eine interne Diskussion über eine vollumfängliche „Kriegsführungsfähigkeit“ der BW auf Ebene GI „meinetwegen“ zustimmen könnten. Hauptsache es geht endlich los mit dieser Debatte zurück in die Zukunft ?
    Ihre Ausführung, dass auf der operativen und taktischen Ebene die BW über eine Angriffsfähigkeit verfügen müsse in Verbindung mit der These, dass der Wesenskern von Streitkräften die Erreichung politischer Ziele durch Gewaltandrohung und – anwendung.sei, ist so etwas jenseits von FDGO und InFü, dass es mich mittlerweile fast schon sprachlos macht. Zum Rechtsstaatlichkeitsprinzip gehört nämlich auch alles, was Deutschland rechtlich verbindlich in Sachen „Angriffskrieg“ in der FDGO und damit in der InFü verankert hat. Nun ist die BW aber kein „Kriegsunternehmen“, sondern grundgesetzlich verankert ein „Friedensunternehmen“, und der CEO dieses Unternehmens aka IBUK wird den Teufel tun dieses Unternehmen gem. ihrer Forderungen auf Krieg zu trimmen.

  • ThoDan   |   01. Mai 2017 - 16:39

    @klabautermann

    Unterschied zu den US of A?

  • klabautermann   |   01. Mai 2017 - 16:47

    @ThoDan

    Yep, der in der InFü verankerte Grundgesetzkern ist nun einmal das entscheidende Alleinstellungsmerkmal der BW auch im Bündnis – die US of A haben das ja so gewollt ;-)

  • ThoDan   |   01. Mai 2017 - 16:49

    MKn ist der POTUS als Zivilist Commander in Chief.

  • Memoria   |   01. Mai 2017 - 16:55

    @klabautermann:
    Erneut verdrehen Sie meine Aussagen und versuchen andere Meinung als rückwärtsgewandt oder gar verfassungswidrig darzustellen. Anders scheinen sie keine Diskussion führen zu können.

    Warum eine Debatte über ein zukunftsweisendes Kriegsbild – angelehnt an die aktuellen Diskussionen der wichtigsten Verbündeten eine „Debatte zurück in die Zukunft“ ist bleibt mir unverständlich.

    Noch bemerkenswerter ist ihre Unterstellung eine operative und taktische Angriffsfähigkeit (diese Ebenen waren es explizit) verstoße gegen das verfassungsmäßige Gebot eines Angriffskrieges.

    Das ist kompletter Unsinn – andernfalls ist so ziemlich jede ZDv und HDv verfassungswidrig. Gegenangriff und Gegenstoss gibt bzw. gab es nicht umsonst.
    Das Thema kam auf da weniger unsere aktiven Maßnahmen, sondern Reaktionen auf uns in allen Domänen als maßgeblich betrachtet wurden. Maßgeblich sind für mich jedoch die Möglichkeiten der Gegenseite seinen Willen aufzuzwingen (Gewinnen der Initiative). Diese Grundeinstellung ist allzuoft gar nicht mehr vorhanden. Aber aus ihrer Sicht ist derlei wohl schon ein Dunkelfeld.

    Jeder der nicht uneingeschränkt die Weisheiten des BMVg begrüßt und unterstützt hat halt einfach keine Ahnung oder ist ein Revanchist. So fasse ich ihre Argumentation hier mal zusammen.

    Dann siegt mal schön.

  • Koffer   |   01. Mai 2017 - 16:56

    @Memoria | 01. Mai 2017 – 16:55
    +1

  • Sönke Marahrens   |   01. Mai 2017 - 17:38

    @Koffer

    Lassen wir es einfach!
    Ihre Vorstellungen und meine Vorstellungen zur Interpretation von Menschenführung und Inneren Führung sind diametral! Aber die Bundeswehr wird das aushalten. Aber eins können Sie sich sicher sein, ich würde Ihnen meine Söhne nicht anvertrauen. Ursula von der Leyen hingegen als IBUK schon!

    Zu der von Ihnen oben angesprochenen Kritik an der Politik kann ich hier leider kaum Argumente sehen, ich lese hier bei den sogenannten „Kritikern“ im Schwerpunkt nur, dass sie sich beleidigt fühlen, dass man ihnen nicht zutraut, die Dinge selbst zu lösen. Was wir ja rein faktisch anscheinend wohl nicht geschafft haben.
    Und als Spitze des Argumentes kommt am Ende immer, dann soll sie halt gehen, ist ja schließlich schon seit 3 Jahren Chef und damit mit schuld. Umgekehrt wird ein Schuh daraus, sie hält uns als Primat der Politik (das wurde ja auch von Ihnen dankeswerterweise als Wesenskern von SK anerkannt) einen Spiegel vor, und wir erkennen gerade unsere wahre Situation.
    Es gibt viel zu tun!

    @Memoria

    Zu OT : Lesen Sie bitte mal die vom Hausherrn vergebene Überschrift

    Zu multidimensionaler Kriegsführung
    Ich versuche Ihnen zu vermitteln, dass wir m.E. derzeit erstmal unsere Hausaufgaben zu den bestehenden Problemen wie VJTF machen sollten.
    Was sagte der letzte InspH kurz vor seiner Pensionierung, ich brauche 20 Mrd um das Heer auf den Stand von 1989 zu bekommen und er meinte damit sicher nicht 53 PzBtl etc., sondern wohl eher die allgemeine Gefechtsführungsfähigkeit deutscher Landstreitkräfte.

    Die Diskussion um Angriffsfähigkeit ist eine Geisterdiskussion, die Sie für mich nicht nachvollziehbarer Weise Klabautermann anzuhängen versuchen. Während andere Nationen eine Multi Domain policy strategy unter Einbeziehung ihrer SK fahren, hat dies die Bundesrepublik Deutschland für sich in ihrer Verfassung explizit ausgeschlossen. Das bedeutet nicht, dass Sie nicht einen Gegenangriff oder ggf sogar einen preamptive Strike starten dürfen.
    Die Diskussion ist so alt wie die Diskussion um die Flexible Response, und da dürfte sich Klabautermann besser auskennen als wir beide zusammen.
    Damit müssen wir damit leben, dass wir gegenüber einer Politik, die SK offensiv und defensiv in ihrem Wesenskern einsetzt, immer erst die Initiative zurück gewinnen müssen. Wie entgehen wir dieser Gefahr , u.a. Durch präventive Diplomatie und Abstützung auf die USA. Hat mittlerweile 72 Jahre sehr gut funktioniert und uns damit die längste Friedenszeit unserer Geschichte beschert.

  • Memoria   |   01. Mai 2017 - 17:50

    @Sönke Marahrens:
    Das mit den Hausaufgaben sehe ich ja wie sie – verstehe nicht was sie mir da beibringen wollen.

    Kriegsbilder und das Verbot eines Angriffeskrieges zu vermischen halte ich für unangebracht. Hier will ich nicht jemand etwas „anhängen“, sondern andersherum.

    Über Krieg nachdenken – das ist die Aufgabe.

    Dort sehen Sie uns wohl auf einem guten Weg.
    Ich zweifle daran, dass die entsprechende Konsequenz hierfür aufgebracht wird.

    Dann siegt mal schön.

  • klabautermann   |   01. Mai 2017 - 18:17

    @Memoria

    Taktische Verfahrensvorschriften sind eine völlig andere Ebene als eine Konzeption der BW mit darauf basierender Streitkräfteplanung, die in ihrem Kern eine nationale operative und taktische Angriffsfähigkeit als level of ambition definiert und festschreibt.
    Den Begriff „Revanchist“ bitte ich nicht in meine Kommentare hinein zu lesen.

    @Sönke Marahrens

    Nomen est omen: der Tag der Arbeit ;-):

  • Memoria   |   01. Mai 2017 - 18:24

    @klabautermann:
    Nirgends habe ich eine nationale Fähigkeit gefordert, sondern als Kern von Streitkräften gerade in der Bündnisverteidigung.
    Auch mir ist der Unterschied zwischen KdB und Vorschriften bekannt.

    Es dreht sich hier schon wieder im Kreis.

  • Koffer   |   01. Mai 2017 - 18:25

    @Sönke Marahrens | 01. Mai 2017 – 17:38
    „Ihre Vorstellungen und meine Vorstellungen zur Interpretation von Menschenführung und Inneren Führung sind diametral! Aber die Bundeswehr wird das aushalten.“

    Jepp. Das ist ja gerade eine der Stärken der Konzeption der Inneren Führung…

    „Aber eins können Sie sich sicher sein, ich würde Ihnen meine Söhne nicht anvertrauen.“

    Da das aber die Bundeswehr entscheidet (und bis zum Zeitpunkt des Eides und der Truppengattungswahl) Ihre Söhne stellt sich diese Problem ja nicht ;)

    „Ursula von der Leyen hingegen als IBUK schon!“

    Da mache ich mir mal keine Sorgen, das ist eine Frage, die sich mittelfristig so oder so erledigen wird :)

    „ich lese hier bei den sogenannten „Kritikern“ im Schwerpunkt nur, dass sie sich beleidigt fühlen, dass man ihnen nicht zutraut, die Dinge selbst zu lösen.“

    Naja, Kritik am Verstoß gegen die Auftragstaktik (Kernbereich der Inneren Führung) und die gesetzlich vorgegebene Zuständigkeit der Disziplinarvorgesetzten würde ich jetzt nicht mit „sich beleidigt fühlen“ übersetzen ;)

    „Was wir ja rein faktisch anscheinend wohl nicht geschafft haben.“

    Das kommt darauf an, ob man die Behauptung der IBuK akzeptiert, dass wir überhaupt ein querschnittlichtes Problem haben.

    Ich für meinen Teil bin ich bereit über die Offiziere und Unteroffiziere der Bundeswehr dieses Verdikt zu verhängen.

    Ganz im Gegenteil. In den fast 20 Jahren meines Dienstes habe ich überwiegend großartige Vorgesetzte einerseits und Unterführer andererseits gehabt. Von meiner Zeit als Landser bis heute als Stabsoffizier.

    „Es gibt viel zu tun!“

    Und das wäre?

  • 0815   |   01. Mai 2017 - 18:26

    @Memoria | 01. Mai 2017 – 16:55
    100% Zustimmung meinerseits…

    @Sönke Marahrens | 01. Mai 2017 – 17:38
    Anvertrauen der Söhnen und so….
    Kennen Sie das Interview als jemand mit einem „Lächeln“ verneinte das ihre Kinder (oder keines derer) bei der Bw seien?
    Meine Frau und meine Tochter schauten mich ungläubig an… Fragen ? Vertrauen? Glaubwürdigkeit?

    Schmutziger Ablenkungs- Wahlkampf auf dem Rücken derer, die im Auftrag der gewählten Volksvertreter deutsche Interessen u.U. mit dem Leben bezahlen dürfen…
    Mit den „Skandalen hat das schon lange nichts mehr direkt zu tun. Im Gegenteil…Gebetsmühlenartig tauchen immer wieder die selben Geschichten auf.

  • Koffer   |   01. Mai 2017 - 18:38

    KORREKTUR
    Ich für meinen Teil bin NICHT bereit über die Offiziere und Unteroffiziere der Bundeswehr dieses Verdikt zu verhängen.

  • Politikverdruss   |   01. Mai 2017 - 19:19

    Memoria | 01. Mai 2017 – 16:55 ,

    „Erneut verdrehen Sie (Klabautermann) meine Aussagen und versuchen andere Meinung als rückwärtsgewandt oder gar verfassungswidrig darzustellen.“

    Als Rabulist wird laut Duden jemand bezeichnet, der in „spitzfindiger, kleinlicher, rechthaberischer Weise argumentiert und dabei oft den wahren Sachverhalt verdreht“. Die Rabulistik dient dazu, in einer Diskussion unabhängig von der Richtigkeit der eigenen Position recht zu behalten.

    Schon wieder Treffer mittschiffs! Der Ober-Rabulist ist nicht mehr zu retten.

  • Sönke Marahrens   |   01. Mai 2017 - 19:39

    0815

    Ja ich kenne das Interview,
    wir können uns aber auch darauf einigen, dass Frau von der Leyens Kinder Erwachsene sind und ihre eigenen Entscheidungen treffen. Und wir hier nicht „Weil Mama da Chef ist, gehen wir auch zur Bundeswehr“ spielen, oder?

    @Koffer Kleiner Freudscher Versprecher ;-)

    @Politikverdruss
    Sie können Klabautermann einiges vorwerfen, aber Rabulist sicherlich nicht,
    ich würde es mal mit „Genauer Hinterfrager“ versuchen…

  • 0815   |   01. Mai 2017 - 21:09

    @Sönke Marahrens | 01. Mai 2017 – 19:39
    Grundsätzlich gebe ich ihnen zu der „Mamma und Chefsache recht ;-),
    allerdings war ihre Antwort auf diese Frage und der zugehörigen Mimik nicht besonders glücklich… ich denke Sie wissen was ich meine.
    Man kann nicht nicht kommunizieren ;-)