Das Heer an Bord: Panzergrenadiere im Ägäis-Einsatz

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Die Deutsche Marine hat offensichtlich nicht nur bei ihrem technischen seefahrenden Personal mit Engpässen zu kämpfen: An Bord der Schiffe werden im Einsatz auch Soldaten des Heeres zur Sicherung eingesetzt. Wie auf dem Einsatzgruppenversorger Bonn, dem Flaggschiff der NATO-Mission in der Ägäis.

An Bord der Bonn sind Soldaten des Panzergrenadierbataillons 401 aus Hagenow eingeschifft (Foto oben). Ihre Aufgabe ist vor allem die Sicherung des Schiffes gegen mögliche Angriffe mit kleinen Booten in den engen Gewässern zwischen der türkischen Küste und den vorgelagerten griechischen Inseln, in denen die Bonn wie andere Schiffe der Standing NATO Maritime Group 2 (SNMG2) zur Beobachtung von Schleusungen unterwegs ist. Die islamistischen ISIS-Terrormilizen hatten mit Angriffen auf diese Mission gedroht. Für die Abwehr von Angriffen stehen den Panzergrenadieren unter anderem schwere Maschinengewehre zur Verfügung, die an Bord fest montiert sind.

Die Marine hat für diese Aufgabe zwar eigene Sicherungskräfte. Doch die sind angesichts der Vielzahl der maritimen Einsätze (und vielleicht auch als Folge der neuen Arbeitszeitverordnung?) personell schlicht überfordert.

(Foto: Ein zur Sicherung eingesetzter Heeressoldat des Panzergrenadierbataillons 401 aus Hagenow beobachtet an Bord der Bonn die See zwischen dem tüŸrkischen Festland und der griechischen Insel Chios)

55 Gedanken zu „Das Heer an Bord: Panzergrenadiere im Ägäis-Einsatz

  1. @K-P K

    Ich gebe ihnen Recht, dass unsere Erörterungen hier zu kurz greifen, aber in einem Kommentarsystem kann sicherlich keiner SiPo-bezogene mehrseitige Abhandlungen verfassen.

    Aus meiner Sicht sollten wir zuerst das in Ordnung bringen, was wir brauchen, um unsere vorhandenen Fähigkeiten zu erhalten. Bevor das nicht erreicht ist, brauchen wir uns um neue Fähigkeiten gar nicht erst zu sorgen (Evolution natürlich ausgenommen).

    Ich habe auch nicht die Notwendigkeit dieser Fähigkeit in Frage gestellt, sondern nur darauf verwiesen, dass man dafür keine „reine Marineinfanterie“ braucht. Für unsere Ambitionen würde auch ein entsprechend ausgebildeter Heeresverband ausreichen. Wenn man sich das niederländische Korps betrachtet sind dort viele Fähigkeiten zu erkennen, die das Heer zur Verfügung stellen kann. Dafür muss ich nicht noch einen neuen Orgbereich/TSK oder ähnliches aufstellen.

    Unser Budget im EP 14 reicht nicht mal für die vorhandenen Fähigkeiten aus, woher soll da dann das Geld für solche kostspieligen Fähigkeiten kommen? Und da Deutschland nach eigenem Bekunden eine Zivilmacht ist, glaube ich persönlich nicht, dass Sie in der Politik genügend Vertreter finden, die davon abrücken, um einer entsprechenden „Expeditionary“-Komponente auch eine Einsatzlegitimation zu verschaffen. Die Notwendigkeit des „Habens“ wird immer durch den Willen bedingt, diese auch Einzusetzen. Eine Fähigkeit, die ich nicht einsetzen will, ist aus meiner Sicht auch nicht notwendig und die Ressourcen können anderweitig besser genutzt werden.

    Beispiel: Laut MOV ist seit Mitte 2015 der Exocet auf F123 ausgelaufen. Ein Nachfolger ist bis heute nicht eingerüstet, damit liegt eine wesentliche Fähigkeit, nämlich ASuW auf dieser Fregattenklasse brach. Von den degenerierenden ASW-Fähigkeiten mal ganz abgesehen…

  2. @DelteR95: +1 zum Heeresverband anstelle aufgebohrtem Seebatallion.
    F123 und Exocet: Einrüstung von vorhandenen Harpoon ist vorgesehen – aber wann?

  3. Das wäre doch mal ein Auftrag für die RSU-Kompanien, es würde sicherlich einige Freiwillige geben, die gern eine mehrwöchige bzw. mehrmonatige Wehrübung machen wollen.

    [Den Werbelink habe ich entfernt. T.W.]

  4. da mäkelt doch tatsächlich einer an unseren Lichtgestalten rum.Auch noch von vorgestern.
    Als noch eine solide Ausbildung üblich war.Als noch nicht für 6 Monate Sprachmittler auf dem Balkan die Beförderung vom Nobody zum KL stattfand.Der dann wohl das aktuelle Ausbildungsniveau repräsentiert.Gut,DEr äusserte sich nicht so blasiert über Panzergrenadiere.Lag wohl am mangelhaften Klassenbewusstsein.
    Aber sonst ist ja wohl alles im grünen Bereich.Eigentlich.Irgendwie.Und überhaupt.
    Und wofür braucht man Panzergrenadiere?

  5. Das Personal aus anderen Teilstreitkräften an Board der Marineschiffe Dienst tut ist ja nichts neues?!

    Ich gucke nur sehr selten in den Youtube Kanal der Bundeswehr, allerdings sind mir da schon öfter Ärzte der Luftwaffe oder des Heeres an Board aufgefallen, die ganz offen zugaben an Board zu sein, weil medizinisches Personal knapp ist.

    Daneben gibt es eben auch Videos im Bundeswehrkanal und/oder Beiträge auf der Webseite der Marine zu Marineeinsätzen, bei denen auch thematisiert wurde, dass Heeressoldaten mal die „Chance“ bekamen mit auf See zu fahren.
    Dabei kam auch zur Sprache das die Brücke oft schon nicht mehr voll besetzt werden kann.

    Die Marine ist im Dauereinsatz und die Not an Schiffen ist ja schon nicht zu übersehen.

    Das die Marine eigentlich mehr Schiffe bräuchte und die die Schiffe auch Personal brauchen… wen interessiert das?
    Scheinbar stört sich nicht mal der Generalinspekteur der Marine daran, sonst würde er sich mal für seine Teilstreitkraft stark machen, dauerhaft und unnachgiebig!
    Stattdessen ist er mittlerweile voll des Lobes für den MH90.

    Der Politik sind die Marineeinsätze nur Recht, verhindert man doch z.B. Truppen an Land für UNIFIL zu stellen.
    Auch sonst sind wir immer vorne mit dabei, wenn es um Seeeinsätze geht.

    Es gibt nur keinen 1:1 Ersatz von alten Fregatten und Schnellbooten gegen neue Schiffe die für die aktuellen Einsätze nötig wären.

    Wenn Minenabwehreinheiten mit einfachem Navigationsradar zur Seenotrettung im Mittelmeer fahren müssen, läuft schon einiges aus dem Ruder.

    Macht sich da irgendjemand Illusionen das die Marineschutzkräfte ordentlich aufgestellt sind?

    Und das mit dem leisten können… wir leisten uns Airbus.

    Wir leisten uns Daten von Airbus zu kaufen, für 400 Mio. Euro, die wir für andere Zwecke vorher schon bezahlt hatten, zu deren Erstellung wir im Rahmen des Projektes 80% der Kosten zugeschossen haben.
    Wir leisten uns Hubschrauber und Flugzeuge die enorm teuer im Unterhalt sind und kaum Flugstunden generieren.

    Die Kosten die alleine durch die Schludereien aus der Ecke auflaufen…

    Das die F125 kein Marineschiff sondern ein Rüstungsobjekt ist, wurde ja schon oft thematisiert.
    Das Geld hätte in so vieles fließen können, einfache Fregatten (Meko 200 SAN mit Ausrüstung der Korvetten + VLS), ein oder gar 2 JSS und 5 OPV und dann wäre immer noch Geld übrig für die Nachrüstung der in Dienst stehenden Einheiten.

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