Fürs Archiv: Kabinett verlängert Bundeswehreinsatz im Kosovo und UN-Missionen vor Libanon und in Mali

Als Nachtrag zum gestrigen Mittwoch (da war ich unterwegs): Das Bundeskabinett hat beschlossen, das Parlament um eine Verlängerung der deutschen Beteiligung an drei Auslandsmissionen zu bitten. Im Einzelnen:

• Der älteste Auslandseinsatz der Bundeswehr, die seit Juni 1999 laufende Beteiligung an der NATO-Mission im Kosovo (KFOR), soll unverändert fortgeführt werden, mit maximal 1.850 Soldaten. Derzeit sind rund 680 Soldaten dort im Einsatz.

• Die Deutsche Marine soll auch weiterhin Schiffe und Boote in die UN-Mission UNIFIL vor der Küste des Libanon entsenden. Derzeit ist dort die Korvette Erfurt eingesetzt; zusammen mit Stabselementen an Land in Nikosia auf Zypern knapp 150 Soldaten. Korrektur: daneben das Stabs-, Logistik- und Systemunterstützungselement sowie der Schutzzug des Seebataillons in Limassol auf Zypern sowie ein Ausbildungskommando im Libanon selbst und einige Soldaten im UN-Hauptquartier in Nakura.

• Die Beteiligung an der UN-Mission in Mali (MINUSMA) wird fortgesetzt – das ist nicht die EU-Trainingsmission für die malische Armee, die ein eigenes Mandat hat. Unverändert sollen für die Blauhelmmission bis zu 150 Soldaten eingesetzt werden, allerdings sind es derzeit nur acht. Der Unterschied erklärt sich daraus, dass für MINUSMA bei Bedarf auch Transall-Flugzeuge zur direkten Unterstützung der UN-Mission sowie ein Tankflugzeug zur Unterstützung französischer Kampfjets im Einsatz für die UN-Operationen abgestellt werden können.

Die Übersicht über die Kabinettsbeschlüsse hier; die Mandatstexte trage ich nach, wenn sie als Bundestagsdrucksache vorliegen.

(Foto: Soldaten aus Niger und Bangladesch beim MINUSMA-Einsatz – MINUSMA/Marco Dormino)

8 Gedanken zu „Fürs Archiv: Kabinett verlängert Bundeswehreinsatz im Kosovo und UN-Missionen vor Libanon und in Mali

  1. Kosovo könnte ein Gefährlicher Einsatz werden

    das da eine neue Zelle entsteht zu ISIS

    wenn das laut unsere Medien die Mazedonier selbst gewesen sein sollten
    ist der Bericht das mache Kämpfer Arabischer Einschlag hatten schon zu Sorge voller

  2. @ Alarich | 04. Juni 2015 – 16:38
    „Kosovo könnte ein Gefährlicher Einsatz werden das da eine neue Zelle entsteht zu ISIS“
    Nee – das passiert da sicher nicht. Da sind die Clans davor. Dafür lege ich meine beiden Hände in’s Feuer. Hab da einige Zeit bei KIKPC (KFOR Inspectorate for the KPC) und als G9 (CIMIC) der MNTF S verbracht. IS im Kosovo – never ever.
    Vielleicht haben Sie sich geografisch verpeilt – für einige schwarze Fleckchen in BiH z.B. wären mir da meine Hände zu schade.

  3. @Hans Schommer

    Wann war denn ihre Zeit als CIMIC’ler? ECAI oder jetzt NATO Mitgliederstaaten freundliche Bezeichnung ECAR ist ein großes Thema.

  4. Hans Schommer | 04. Juni 2015 – 22:07

    Erst eine Behauptung die nicht mehr der Wirklichkeit entspricht
    den es wurden schon 2 Al Qaida Männer verhaftet im Kosovo
    Dann der BND Skandal der raus geworfen wurde

    und jetzt wo ….. schießen Sie unter der Gürtellinie
    Können wir nicht wie erwachsene und unterhalten ( mit Argumente )

  5. Werter Alarich,
    „Al Qaida Männer“ werden schon überall auf diesem Planeten verhaftet. Ich schrieb, dass ich die ISIS – Gefahr nicht im Kosovo, sondern eher in Bosnien sehe.
    In diesem Blog unter dem „Bällebad“ findet sich just auch eine Erklärung hierfür unter
    Klaus-Peter Kaikowsky | 04. Juni 2015 – 23:44
    Und nein, ich bin nicht Klaus-Peter Kaikowsky!

  6. Danke Herr Schommer, war schon verunsichert, ein Blick in den Spiegel ließ mich rückversichern. Hoffe, ‚Alarich‘ wird Sie und mich auseinanderhalten können.

  7. Wie kann man eigentlich herausbekommen, wieviele Abgeordnete im Bundestag Angehörige in den Streitkräften haben? Bei Abgeordnetenwatch kann man nur einzelne Abgeordnete fragen – das kann bei allen Abgeordneten des Bundestages etwas anstrengend werden.

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