Deutsche Kampfjets im Baltikum: Bewaffnet an der russischen Grenze

Amari_BAP_20140829

Die Bundeswehr hat am (heutigen) Montag mit vier Kampfjets  eine – zusätzliche – bewaffnete Präsenz der NATO im Baltikum übernommen. Die Eurofighter sind Teil des so genannten Air Policing, der Luftraumpatrouille, über Estland, Lettland und Litauen. Die drei Länder an der russischen Grenze haben dafür keine eigenen Kapazitäten, so dass andere NATO-Staaten bereits seit Jahren im Wechsel dafür Kampfjets bereitstellen.

Auch die Luftwaffe war bereits fünfmal im Einsatz beim Baltic Air Policing, diesmal ist es jedoch eine grundlegend andere Situation: Angesichts der Ukraine-Krise hatte die NATO beschlossen, zur Unterstützung der östlichen Mitglieder der Allianz die Präsenz der Kampfjets zu erhöhen und nicht mehr wie bislang immer nur zwei bewaffnete Flugzeuge auf Patrouille zu schicken. Die vier deutschen Eurofighter, die auf der Basis Ämari in Estland ein dänisches Kontingent ablösten (siehe Foto oben), sind zusammen mit Kampfjets aus Portugal, Kanada und den Niederlanden im Einsatz.

Zusätzlich zu den vier Eurofightern in Ämari hat die Luftwaffe zwei dieser Flugzeuge in Deutschland in einer 96-Stunden-Bereitschaft. Die deutschen Jets werden immer wochenweise das eigentliche Air Policing übernehmen und in dieser Hot Week auch bewaffnet über dem Baltikum patrouillieren; die übrige Zeit wird für unbewaffnete Übungsflüge genutzt.

Damit gehen Luftwaffe wie auch NATO über ihre ursprüngliche Absicht hinaus. Bei der Beschlussfassung im April war die Bundeswehr noch davon ausgegangen, dass die Präsenz der deutschen Flugzeuge vornehmlich Trainingsflügen dienen soll:

Die NATO hat das Angebot Deutschlands zu einem Beitrag zur Rückversicherung (Re-assurance) der östlichen Mitgliedsstaaten angenommen.
Deutschland wird sich von September bis Dezember 2014 mit bis zu sechs Eurofightern am Air Policing im Baltikum beteiligen.
Durch dieses Signal unterstreicht Deutschland die Solidarität und Bereitschaft einen sichtbaren Beitrag zu Rückversicherung („visible reassurance“) besonders gegenüber den Baltischen Staaten und Polen zu leisten.
Derzeit ist geplant, die deutschen Eurofighter als zusätzlichen Beitrag im Rahmen des Air Policing für Trainingsflüge einzusetzen. Das eigentliche Air Policing mit zwei Flugzeugen wird durch einen anderen NATO-Mitgliedsstaat übernommen.

Die Änderung dürfte der Entwicklung der Krise in der Ukraine seit April geschuldet sein. Und der Beobachtung über Nordeuropa, dass russische Flugzeuge zunehmend aktiver an die Grenzen des Luftraums anderer Staaten herankommen – wie es zum Beispiel die Finnen in jüngster Zeit verstärkt feststellten.

Nach Berichten in jüngster Zeit, nach denen die Luftwaffe nur acht Eurofighter einsatzbereit habe, war öffentlich die Frage aufgekommen, ob die Bundeswehr überhaupt diese Mission wie geplant leisten kann. Allerdings: Der berichtete Klarstand von acht Maschinen bezieht sich auf die Flugzeuge, die ohne jeglichen Mangel in den Hangars stehen – schon einen Mangel an einem (nicht unbedingt genutzten) flugtechnisch unbedeutenden Teil nimmt Maschinen aus dieser Rechnung raus. Tatsächlich sind nach Informationen von Augen geradeaus! mehr als 40 Maschinen zumindest bedingt einsatzbereit, ohne dass die Besatzungen gefährdet oder der jeweilige Auftrag eingeschränkt wären.

Nachtrag: Ein Bericht zum kanadischen Einsatz beim Baltic Air Policing: It’s the closest Canada has ever flown to Russia

(Foto: Luftwaffe/Jürgen Eise)

 

75 Gedanken zu „Deutsche Kampfjets im Baltikum: Bewaffnet an der russischen Grenze

  1. Dann mal many happy landings und Gut Holz! Ich könnte mir gut vorstellen, dass das nicht unbedingt stressfrei wird in diesen Zeiten.

  2. Wie sieht denn eigentlich die Bewaffnung für solche Air Policing-Flüge aus und gibt es da Unterschiede zwischen dem Air Policing in Deutschland und im Baltikum?
    Dazu ergänzend noch die Frage inwieweit die Aim-9 schon durch Iris-T ersetzt wurde?

  3. Naja, ob „mehr als 40“ von 109 auch so ne begeisternde Quote ist? :\

    @ QuiGon

    Die meisten EF-Fotos der Luftwaffe zeigen (sofern bewaffnet) meist zwei IRIS-T. Scheint also Standard zu sein.

  4. „ie meisten EF-Fotos der Luftwaffe zeigen (sofern bewaffnet) meist zwei IRIS-T. Scheint also Standard zu sein.“

    allerding m.E.n. im analog modus mit reduziertem leistungsspektrum.

    oder hat sich da mittlerweile was getan?

  5. Ich denke 40 ist während der Sommerferien doch ein recht ordentlicher Wert! Überrascht mich zumindest wenn ich mir anschaue wie man bei uns in der Firma während den Sommermonaten so voran kommt.

    Wenn man einfach nur die Grenze abfliegen will ist die Iris ja auch klar das Mittel der Wahl!

  6. @QuiGon: Seit Monaten unbeantwortet.

    Weitere Fragen:
    Wieviele Eurofighter wären für die 4+2 in Frage gekommen?
    Ist die Lw jetzt 4 Monate 24/7 auf Status als formelle QRA, oder wechselt man sich da ab? Wenn ja, wie?

    Herr Wiegold?

  7. Die lettische Armee hat am 28. August 1x A-50, 2x Su-27 gemeldet die abgefangen wurden, war daran die Luftwaffe beteiligt?

    mfg

  8. Paar Antwortversuche:

    – Mehr als 40 von 74, die bei der Truppe sind (und nicht bei der Industrie aus div. Zwecken wie Retrofit)

    – nicht vier Monate lang 24/7 als QRA, sondern, wie oben erwähnt, wochenweise im Wechsel mit anderen Nationen

    – am 28. August hatte die Luftwaffe ihr Engagement beim BAP formal noch nicht begonnen…

  9. Ok. 1 Woche QRA. 1 Woche Tagesdienst.
    Das ergibt natürlich ein erheblich geringeren Personalansatz als 24/7 QRA. Die Woche Tagesdienst kann ja dann hervorragend zur Einhaltung der 36h Ruhezeit genutzt werden.
    ;)
    Ist die QRA dann im 2 Wochen Rhythmus doppelt besetzt (POR und D)?
    Wieviele QRAs sind im Baltikum zeitgleich aktiviert (+CAN +NED)?

    Frage Bewaffnung: AIM 120?

  10. Bei der Bewaffnung ist einmal mehr das Thema ROE entscheidend – beim letzten Mal waren diese sehr limitiert – ob dies wieder so ist?

  11. @ wacaff

    Hängt das mit analog/digital bei der IRIS-T nicht davon ab, ob man das Helmvisier nutzt oder nicht? Ich glaub mit Helmvisier gehts nur digital … Bin da aber zugegeben alles andere als bewandert.

  12. @henner: Die Ösi Verlagswebseite habe ich schon vor Monaten in einem Thread hier beigesteuert…als es wieder mal hoch her ging….

  13. Das kommentieren via smartphone ist schon arg beschwerlich und in meinem Fall unvollständig:
    In diesem Sinne @henner: Danke, steter Tropfen höhlt den Stein.

    Mein Verständnis über den D EF-2000 Beitrag zum APB (mit ? versehen):

    Wir stellen eine Art „Backup-QRA“ (RS30?) zusätzlich zur eigentlichen POR QRA (RS15?)?
    Dies machen wir alle 2 Wochen für jeweils 1 Woche (7 Tage oder 5 Tage?).
    Unsere EF sind jeweils mit 2 analog angebundenen Iris-T und Bordkanone unterwegs?

    Dies machen wir bis zum 31.12.2014 oder gibt es schon Prüfaufträge noch 3-4 Monate dranzuhängen?

  14. Zur IRIS-T-Integration habe ich das hier gefunden:

    http://aviationweek.com/awin/partners-chart-typhoon-enhancement-course

    Ergo:
    „The long-awaited Phase 1 Enhancements (P1E) capability package for the Eurofighter Typhoon combat aircraft should enter service with customer nations by the end of the year [2013], according to the Eurofighter consortium.[…]
    The P1E program also delivers full integration of the Litening III targeting pod and full digital integration of the Diehl-produced IRIS-T short-range, air-to-air missile […] now supported by the Typhoon’s HEA Helmet system for “high off-boresight targeting,” according to Cassidian. Other changes include an updated MIDS (multifunctional information distribution system) datalink, improved radios and direct voice input functions.“

    Ob die Software-Änderungen bei den betroffenen Maschinen bereits eingespielt sind (und die teilweise nötigen Hardware-Änderungen durchgeführt), bleibt unklar.
    In jedem Fall müsste es sich bei den EF um Tranche 2 handeln, da T1 das Update nicht bekommt.

    Deutlich problematischer als die Bewaffnungsfrage sehe ich derzeit das Fehlen von PIRATE bei den dt. EF. Was machen wir, wenn nachts die Russen kommen und wir sie nicht optisch identifizieren können?

  15. @K.B.:Ob die Software-Änderungen bei den betroffenen Maschinen bereits eingespielt sind (und die teilweise nötigen Hardware-Änderungen durchgeführt), bleibt unklar.

    Wären das dann die angebl. 8 voll einsatzbereiten EF, oder ist das wieder ein anderes Paar Schuhe?

  16. Hm, das geht jetzt hier munter durcheinander. Schaue mal, ob/wie ein thread zur Gauck-Rede passt; einiges aus den Kommentaren gehört auch eher in den Ukraine-Debattenthread.

    Und persönliche Anwürfe fangen wir gar nicht erst an hier, oder? Danke.

  17. grundsätzlich wäre ich mal zuversichtlich dass in den eingesetzten maschinen alles verbaut ist was irgendwie zur verfügung steht. (soft wie auch hardware) wie man bei red-flag 2012 gesehen hat ist mit entsprechenden geldmitteln und motivation (beides halte ich in anbetracht der äußeren umstände für selbstverständlich) durchaus einiges machbar.

  18. Ob die Bundeswehr wirklich so klug beraten ist, statt 180 nur 143 Eurofighter anzuschaffen? Russland rüstet Luftabwehr und Luftwaffe massiv auf.

  19. @Hohenstaufen:

    Ja.
    Die Milliarden für 37 EF können wir weit sinnvoller investieren.

    @CRM-Moderator:

    Keine Ahnung.
    Ich tippe aber auf das unterschiedliche Paar Schuhe.

  20. Natürlich bräuchte die Bundeswehr alle 180 Eurofighter bzw. vor allem sollten alle EF auch tatsächlich bewaffnet und optimal ausgerüstet sein.

    Tatäschlich verfügen wir für den Eurofighter – in der Jagdbomberrolle – über keine einzige Waffe! Uns fehlen nicht nur Panzerabwehrraketen für den EF, der EF ist noch immer nicht für den Einsatz von Taurus Flugkörpern ausgerüstet worden und keine einzige Bombe kann er tragen, weil er auch dazu erst 2015 ausgerüstet werden soll laut BW-HP.

    Angesichts von 15.000 Panzern die Russland haben soll, bräuchten wir dringend einen EF der auch Panzer bekämpfen kann.

    Eine vernünftige Luftwaffe sollte 10 Jagdbomber bzw. Jagdgeschwader haben. Bei 36 Flugzeugen pro Geschwader, und nur noch 85 Tornados bei der BW, bräuchten wir eigentlich 275 Eurofighter nach Adam Riese.

  21. @Closius
    Zur Panzerabwehr haben wir die Ari (PzH2000) und SMart-Mun. *Hust* …

  22. @Hohenstaufen

    was bringen mehr maschinen wenn man kein geld hat/bekommt diese zu betreiben? die probleme der bundeswehr sind ja bedeutend tiefgreifender als ein paar fehlende flugzeuge.
    aber um beim EF zu bleiben; ich persönlich fände eine streckung der produktionsrate (inwiefern das sinnvoll machbar ist kann ich allerdings nicht einschätzen) und einen ersatz der T1 maschinen durch T3b ab beginn des nächsten jahrzehnts ganz reizvoll. dazu ein paar flieger mehr bestellen um vier vollwertige geschwader aufzustellen. und vor allem genug geld für den betrieb und die ausbildung sowie die flächendeckende beschaffung von systeme wie DASS und PIRATE. zuerst für himmelteures geld flugzeuge kaufen aber dann an den letzten paar mio sparen….eine sehr deutsche lösung…

  23. @Andreas
    Wurden die Betriebskosten nicht berücksichtigt?

    Für mich ist es selbstverständlich, daß es je Zeiteinheit (Jahr) eine Mindest-Flugstundenzahl geben muß.

  24. „Tatäschlich verfügen wir für den Eurofighter – in der Jagdbomberrolle – über keine einzige Waffe!“

    Tatsächlich haben wir den Tornado in dieser Rolle, der das auch noch deutlich besser und billiger macht.

    „Bei 36 Flugzeugen pro Geschwader, und nur noch 85 Tornados bei der BW, bräuchten wir eigentlich 275 Eurofighter nach Adam Riese.“

    Man bräuchte vor allem einen vernünftigen Ersatz für den Tornado. Daneben stellt sich bei den Tranche 1 Eurofightern die Frage der Weiterverwendung hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Aufrüstbarkeit. Prognose: Um 2020 wird es ein Geschwader weniger geben, denn das Luftschloss Mehrrollenfähigkeit aller 143 EFs wird nicht klappen und die T1 wird ersatzlos ausgemustert.

  25. @Thomas Melber

    selbstverständlich, nur fliegen die piloten der LW bereits heute weniger stunden als viele ihrer nato-kollegen, und in anbetracht der wohl leider ungünstigen entwicklung bei den stundenkosten des EF darf bezweilt werden das sich daran etwas ändern wird (im gegenteil…)

    „Man bräuchte vor allem einen vernünftigen Ersatz für den Tornado“

    den wird es aber nicht geben. einen derart spezialisierten bombenschlepper (der in deutschen diensten obendrein niemals sein volles potential entfalten konnte) wird sich heute niemand mehr auf den hof stellen. das gerede über drohnen halte ich auch für ein luftschloss. entsprechend wird man, wenn denn überhaupt, nehmen was man hat, und das ist nunmal der eurofighter.

  26. @xyz

    „Man bräuchte vor allem einen vernünftigen Ersatz für den Tornado.“

    Warum? Welche Fähigkeit fehlt dem Tornado?

  27. Immer diese Hysterie, damit treibt man nur weiter Sinnfreie Gedankengänge an.

    Festzustellen ist: Deutschland stellt Airpolicing bereit, bei aller Häme, mit dem Besten Gerät das es dafür überhaupt gibt, EF2000 und IRIS T, bei der aktuellen Eskalationslage im Baltischen Bereich auch quantitativ vollkommen angemessen.

    Inwiefern sich strukturrelevante Waffensysteme der Luftwaffe weiterentwickeln, darüber kann man umfangreich diskutieren, allerdings kann man beim Tornado 2erlei festhalten;
    1. Er hat noch Flugstunden bis mind. 2025 – 2030 je nach bereitgestellten Mitteln, desweitern stehen die Updates ASSTA 3.1 und 3.2 noch an bzw. befinden sich am Anfang der Umsetzung.
    2. Es gibt bei Zeiten Markverfügbare Nachfolger für ein taktisches Mehrzweckflugzeug: nämlich Eurofighter und F35, die meisten anderen NATO Partner sehen das genauso. Von daher: don’t worry. Viel wichtiger ist jetzt das die akutellen Muster der fliegenden Systeme “ auf den Letzten Metern“ voll Ausgerüstet werden um Ihrer Fähigkeitsspektren vollständig und querschnittlich erfüllen zu können. Das ist aber nicht ein Problem allein der Luftwaffe sondern aller Teilstreitkräfte und deren unterschiedlichen Waffensystemen und lässt sich ausschließlich durch massive Eingriffe in den RüInvest regeln. Technisch scheint es allerdings durchaus möglich, das Beispiel EF2000 zeigt, es genügt ein Blick nach GB.
    Die große Frage bleibt und das ist nach wie vor berechtigt Streitbar, will unsere Politik einen Hammer für die Nägel, oder brauchen die Nägel nur einen starken Daumen um ins morsche Holz getrieben zu werden ?

  28. Ich erinnere mich, dass der damalige Inspekteur Kreutzinger-Janik die Jet-Luftwaffe bis 2018 für Auslandseinsätze abgemeldet hat. Auch behauptete er, dass das Üben von engem Luftkampf (BFM) nicht mehr so wichtig sei, weil dass das System übernehme.

    Man kann so viele EF kaufen wie man will. Das Personal macht den Unterschied. Und das will ausgebildet sein. 10 Jahre für einen ordentlichen Aufwuchs. Bitte Startknopf drücken.

    Sidenote: Es gibt keinen EF Waffenlehrerkurs…..

    Aber dafür halten wir uns Holloman (kostet angeblich soviel wie 2 Geschwader), um die paar Crews für das letzte Tornadogeschwader auszubilden (Büchel).

    http://www.jet-news.de/2009_1/Jet_News_1_2009.pdf
    S.28 „Ente gut alles gut!“

    http://www.vbsk.net/VBSK_1_2010_final_v2_small.pdf
    S.27 „Stunde Null“

    http://www.vbsk.net/JN_2011_1.pdf
    S.17 „Tina Tata Kuchen“

    http://www.vbsk.net/JN_2012.pdf
    S.32 „You. Life. Luftwaffe“

  29. OK, nochmal was zur technischen Seite.

    Auf den Fotos zur Übergabe finde ich die 30+22 und die 30+33. Ein Blick in die Produktionslisten zeigt, dass beide Maschinen aus den Jahren 2005 und 2006 sind und damit Tranche 1. Erstflug der Tranche 2 war in 2008. Damit entfällt eine digitale IRIS-T-Integration.
    Und was man so liest, nimmt die Luftwaffe diesmal auch AMRAAM mit.

    Links:
    http://pildid.mil.ee/Eurofighter-h-vitajad-ja-Antonov-transpordilennuk-saabusid-marisse/unnamed-6
    http://forum.keypublishing.com/showthread.php?51754-Typhoon-S-Ns
    http://www.airport-data.com/search/search2.html?field=model&search=Search&code=Eurofighter+EF-2000+Typhoon+S
    http://www.eurofighter.com/news-and-events/2008/01/first-tranche-2-eurofighter-typhoon-has-flown

  30. Hier geht ja jetzt einiges durcheinander.
    Ich denke mal es werden nur T1 Maschinen verwendet, da diese stabiler laufen. IRIS-T sind analog betrieben. Die Hardwre und Software Updates zum digitalen Betrieb kommen später für T2/T3.

    Die Anzahl von 40 Lfz unter liegt grossen Tagesschwankungen und für den bedingten Einsatz zweifle ich sie an. Selbst mit flugklaren Maschinen kann ich in keinen Einsatz gehen. Die Besatzungen benötigen elektronischen Selbstschutz uvm.
    Ich kann nur hoffen, dass es zu keinen aktiven Handlungen unserer EF kommen wird…

  31. @K.B. & Groundabort: Danke für die Infos!

    Ich sehe die D QRA APB EF-2000 auch eher in der 2. Reihe.

  32. „Warum? Welche Fähigkeit fehlt dem Tornado?“

    Keine, aber das Alter und die Flugstunden gehen nicht spurlos vorüber.

    „Aber dafür halten wir uns Holloman (kostet angeblich soviel wie 2 Geschwader), um die paar Crews für das letzte Tornadogeschwader auszubilden (Büchel).“

    Das TaktLwG 51 behält ebenfalls ihre Tornados, zumindest bis die Zahl weiter schrumpft.
    In Zukunft will die Luftwaffe die EF-Ausbildung von Laage nach Hollowman verlegen. Geld spielt dabei anscheinend keine Rolle.

    Desweiteren sind auf der Sheppard Air Force Base über 100 Trainer der Luftwaffe stationiert. Was kostet das bitte?

  33. @xyz:
    Schleswig (TaktLwG 51) hat nur noch eine Staffel (voll besetzt?).
    In der anderen sind die Heronisten und die Eurohawker(!) untergebracht. Die fliegen als InÜbunghalter auf der CJ1+ bei der LFT in Bremen.
    Das mit der EF-Ausbildung Verlagerung nach KHMN (Holloman) ist wirtschaftlich totaler Unsinn. Übrigens wurde Grundschulung auf F-4 jahrelang erfolgreich in ETNT (Wittmund) durchgeführt und EF-2000 in ETNL (Laage). Da gabs auch kein Wetterverzug….Aber wahrscheinlich ist das mit A/G was gaaaaaaaanz anderes ;o) Und hätte hätte Fahrradkette sich die Politik für Predator entschieden (wie von der Lw gefordert), dann wäre KHMN noch viiiiiieeeeeeel synergetischer geworden.

    Die vielen Trainerflugzeuge bei ENJJPT (T-38, wem die T-6 gehören: ?) sind u.a. für unsere vielen Fluglehrer (auch deutsche FAIPs), die wir bis zu 10 Jahre ihrer ca. 20-jährigen Dienstzeit in Amerika oder Kanada parken, weil sie zu Hause über sind. Für 18 ENJJPT graduats jährlich bräuchte man sicher nicht so viele…..

    Viele interne hausgemachte Probleme. Geld scheint ja da zu sein…..

    http://www.luftwaffe.de/portal/a/luftwaffe/!ut/p/c4/Nck9D0AwFIXhf9RbCYKNMDBafGxFIzepVm4uFj9eOzgneZcHZvC36sZdMTqrDIwwrVgsjzAPDEE3LVZnNYeytoy-Oyl2JE5HbIJcRF4EbjDJqK5kKv9Fb94kTd_FWVa3VQ_ncZQf64-TSQ!!/

  34. „Schleswig (TaktLwG 51) hat nur noch eine Staffel (voll besetzt?).“

    Meiner Kenntnis nach wurden die beiden Staffeln zusammengelegt, ohne die Zahl der Tornados zu reduzieren.

    „Das mit der EF-Ausbildung Verlagerung nach KHMN (Holloman) ist wirtschaftlich totaler Unsinn.“

    Absolut. Aber die Ausbildung in den USA ist ein Liebkind der Luftwaffe. Wirtschaftlichkeit spielt hierbei keine Rolle.

    Klar die Möglichkeiten (Luftraum, Tiefflug, Luft-Boden) sind herausragend, aber die LW hätte in den letzten Jahren genug Möglichkeiten gehabt Bedarf zB an Schießplätzen anzumelden.

    „T-38, wem die T-6 gehören: ?“

    Die gehören ebenfalls der Luftwaffe. Wohlgemerkt an die 70 Stück. In DE lehnen die Herren Generäle aber ein leichtes Propeller getriebenen Angriffsflugzeug zur Luftnahunterstützung ab….

    Man kann der Bundeswehr noch so modernes Gerät auf den Hof stellen, letztlich scheiterts am Personal in der höheren Verwendung, weil die es grundsätzlich besser wissen und den Laden weiter gegen die Wand fahren. Die BW-Reform ist da nur eine Randnotiz.

  35. @ K.B., Groundabort, CRM-Moderator:

    Naja, mit SRP 4.3 hat Tranche 1 immerhin FOC erreicht. Wurde so auch in der Schweiz evaluiert (IPA3) und bekam speziell was „Engagement“ angeht die höchste Wertung. Das „DASS“ von Tranche 1 Eufis hat zwar noch längst nicht sein Potential ausgeschöpft – speziell SRP 5.1 und P1EA wird DASS um einiges verbessern – mit dem L005 Sorbtsiya ECM der Flankerderivate kann es auf jeden Fall mithalten.

  36. @CRM-Moderator:

    Ohne alte Diskussionen wiederaufleben zu lassen… Jagel sollte den Seekrieg aus der Luft (aufgrund der Zusange eines ehem. Lw-Inspekteurs) von der Marine übernehmen und wurde dazu auch seinerzeit durch die Marineflieger geschult. Mittlerweile (nur 10 Jahre später) ist diese Fähigkeit verkümmert – so, wie wir es seinerzeit schon in vielen Vorlagen prognostiziert hatten. Und ob SEAD auch künftig in der gebotenen Tiefe fortentwickelt werden kann, sehen wir dann.
    Die Geschwader der Bundeswehr, die wirklich verschiedene Rollen geflogen sind, wurden – nicht aus eigenem Antrieb der Marine – Mitte 2005 endgültig zu den Akten gelegt.

  37. @NVS: yep. Alles bekannt. Auch Aussenstehenden?
    Anspruch – Wirklichkeit.
    Breit – Tief.

  38. @NVS: Wie schon an anderer Stelle geschrieben wurde, kann der Seekrieg aus der Luft nicht mehr geführt werden, weil die Kormoran-Flugkörper ausgesondert worden sind, wohl wegen Altersgründen.

    Und ein neuer Seezielflugkörper ist bisher nicht beschafft worden. Für den Fall eines Angriffs von Russland auf das Baltikum wäre es natürlich zwingend notwendig, daß die BW über Seezielflugkörper verfügt.

    Dass die Luftwaffe keine Lust auf Seekrieg hat, das kennen wir ja schon aus dem 2. Weltkrieg. Als Konsequenz wurden extra Marinefliegerkräfte aufgestellt, um im Seekrieg nicht wieder von der Luftwaffe im Stich gelassen zu werden. Folglich war die Auflösung des MFG 2 natürlich ein Fehler und eine Wiederaufstellung wäre sinnvoll!

  39. ich staune! Hatte nicht die Marine im WKII gelernt, daß Seekrieg ohne „Luft“ keinen Spaß macht? Und jetzt steht die Marine nach oben wieder völlig nackt da? Sozusagen aus Versehen?

  40. Mit der Einführung der GBU-54 und mit Hinweis darauf, dass die Tornados voraussichtlich Mitte der nächsten Dekade ausgemustert werden, verzichtete die Luftwaffe auf einen neuen Flugkörper zur Bekämpfung von Seezielen. (Luftwaffe.de)
    Nachtrag: Aus großer Höhe abgeworfen beträgt die Reichweite etwa 28 Kilometer. Für die Genauigkeit gibt die Luftwaffe eine Kreisfehlerwahrscheinlichkeit von 13 Metern an, wenn GPS genutzt wird.(wiki)

  41. @f28

    Tja, der „Seekrieg aus der Luft“ wird nun wieder eine relevante Fähigkeit wenn ich so an die russischen Flotten in Ostsee und Schwarzmehr denke. Also muß die Lw noch ein wenig breiter werden ;-)

  42. @Closius: „Dass die Luftwaffe keine Lust auf Seekrieg hat, das kennen wir ja schon aus dem 2. Weltkrieg.“ Verdammt nochmal, wie alt sind Sie eigentlich? Andere können kaum noch den Stift halten… (Satire off)

  43. @mwk

    Mit EF und der GBU-54 auf agile Seeziele in Seegebieten ohne Luftüberlegenheit seitens der NATO ? hüstel ;-)

  44. „Mit der Einführung der GBU-54 und mit Hinweis darauf, dass die Tornados voraussichtlich Mitte der nächsten Dekade ausgemustert werden, verzichtete die Luftwaffe auf einen neuen Flugkörper zur Bekämpfung von Seezielen“

    das ist so dumm das es sich eingentlich nur noch um Vorsatz handeln kann.

    GBU-54 gegen moderne (oder auch nur 70 Jahre ) Seeplattformen mit luftabwehr?

    warum nicht gleich „selbstopferflieger 2.0“?

    ich frage mich folgendes. irgendwer muss den obigen satz doch konzeptionell entwickelt undgeschrieben haben. jemand anders hat gegengezeichnet und irgendwer hat diesen Unsinn dann publiziert.

    auf jeder dieser stufen hätte doch auch noch dem maritim herausgeforderten klippschüler auffallen müssen das hier was nicht stimmen kann.

    gibt es überhaupt keine korrektive mehr in der BW die auch nur rudimentärste plausibilitätsüberlegungen hinsichtlich der fähugkeitsplanung anstellen?

  45. Mit den Mistral Schiffen kann man schließlich nicht nur in Georgien landen, sondern auch eine Invasion von See aus gegen das Baltikum starten bzw. ein Landoffensive von See aus unterstützen durch eine Landung im Rücken der Verteidiger.

    @mwk: Wo steht denn auf der Luftwaffenseite, daß der Kormoranflugkörper nicht ersetzt werden soll? Denn Teilweise wird der Kormoranflugkörper noch auf der Seite der BW als Waffensystem für den Tornado angeführt.

  46. tja, den Effekt kenne ich auch aus IT-Projekten: an 2 verschiedenen Ecken werden Entscheidungen getroffen, die jede für sich vernünftig erscheinen. In der Summe ergibt es aber leider gequirlte Scheiße.

    Was mich mal interessieren würde: wie sieht es jetzt wohl auf der Hardthöhe aus? Ist man dort panisch damit beschäftigt, die entstandenen Lücken zusammenzutragen? Oder herrscht da einfach nur Schreckstarre und das warten auf neue Vorgaben?

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