Verteidigungsministerium prüft Lufttransport nach Mali


Eine Transall-Maschine der Bundeswehr setzt Täuschkörper gegen anfliegende Raketen ein. (Foto: Bundeswehr/Dahmen via Flickr unter CC-BY-ND-Lizenz)

Frisch aus dem Verteidigungsministerium, eben in meine Mailbox gespült: ein Statement von Verteidigungsminister Thomas de Maizière:

Die Prüfungen für eine mögliche Unterstützung Deutschlands in Sachen Mali sind nicht abgeschlossen. Die Prüfung findet statt in Abstimmung mit Frankreich. Die Unterstützungsleistungen beziehen sich auf logistische, medizinische und humanitäre Hilfe, also nicht nur auf das Verteidigungsministerium, auch andere Ressorts sind angesprochen.
Was das Verteidigungsministerium angeht, so prüfen wir eine Unterstützung im Bereich des Lufttransports.
Grundlage für alles sind die Resolutionen der Vereinten Nationen insbesondere die Resolution Nr. 2085. Für den Lufttransport prüfen wir unter anderem folgende Fragen: Welche Größenordnung, also wie viele Flugzeuge, für welchen Zeitraum, wohin und für wen fliegen wir?
Ich habe gestern erstmalig die Obleute des Verteidigungsausschusses unterrichtet, ich werde das auch weiter tun. Viele Termine in dieser Woche sind ja bekannt.
Eine Mandatspflicht für eine logistische Unterstützung durch einen Lufttransport durch deutsche Soldaten folgt dem Auftrag, dem möglichen und künftigen Auftrag, nicht umgekehrt.

Rein formal ist das nichts Neues gegenüber gestern – aber die Mitteilung deutet schon darauf hin, dass schon die Absicht besteht, deutsche Transportflugzeuge nach Westafrika zu schicken.

Nachtrag: Was den strategischen Lufttransport von Europa nach Mali angeht: Da hat Frankreich inzwischen auch Zugriff auf die Antonov 124 des gleichen Unternehmens, das auch den SALIS-Lufttransport betreibt, wie dieses Video von heute zeigt.

48 Kommentare zu „Verteidigungsministerium prüft Lufttransport nach Mali“

  • b   |   15. Januar 2013 - 17:32

    Gerade sollte der französische Einsatz in Mali nur „wenige Wochen“ dauern da hat sich der Auftrag auch schon geändert:

    „As soon as there is an African force, in the coming days or weeks, that is backed by the international community and by Europe, France will not have a reason to stay in Mali,“ he told a news conference during a visit to the United Arab Emirates.

    „We have one goal, however. To ensure that when we leave, when we end our intervention, Mali is safe, has legitimate authorities, an electoral process and there are no more terrorists threatening its territory,“ Hollande said.

    Das war dann wohl „mission creep“ mit Lichtgeschwindigkeit.

    Na dann, auf zum nächsten erfolglosen „nation building“ …

  • RauscheBART   |   15. Januar 2013 - 18:26

    Alles überflüssiges Polittheater.

    Britten und Kanadier fliegen bereits Lufttransportunterstützung für Frankreich – mit drei C-17. Unsere Tralls sind da so hilfreich wie Lametta.

    Aber wir glänzen lieber mit exterm teurer Tiger und NH90 Produktwerbung in AFG. (Da hätten wir auch einfach die AH-64 der Niederländer erbitten und finanzieren sollen) Aber bei einer sooo wichtigen VN Politfriedensmacht Deutschland geht das natürlich nicht.

    Deutschland kann vielleicht noch Psy ops mit Radio Norddeich unterstützen. Da es das lange nicht mehr gibt kann sich jeder denken wie ernst uns die Verbündeten nehmen.

  • Memoria   |   15. Januar 2013 - 18:37

    Um es in Anlehnung an Bundespräsident Heuss zu sagen:
    „Na dann prüft mal schön.“

    Während wir noch prüfen, fliegen die anderen schon.
    Am Ende werden es dann wohl 4 Tralls und ein Airbus – das hätte man auch am Montag Morgen wissen können – bevor man sich mal wieder international blamiert.
    Die Blamage ist nicht, dass wir nicht ganz vorne mitmachen (tuen die anderen ja auch nicht), sondern dass wir eigentlich gar nicht wissen was wir wollen – und dann auch noch planen wie auf dem Flughafen BER.

  • Maggus   |   15. Januar 2013 - 18:57

    Vielleicht müssen die ja erst prüfen was überhaupt noch an Material und Personal einsatzbereit ist? Die CH53 fällt ja auf Grund des „Fähigkeitstransfers“ schonmal mehrere Jahre weg.

  • Memoria   |   15. Januar 2013 - 19:10

    @Maggus:
    Wenn man das erst langwierig prüfen muss, dann brauche ich auch keine Inspekteure und Führungskommandos – und auch während des Fähigkeitstransfers muss diese Armee (??) in der Lage sein eine Handvoll CH-53 in einen Einsatz zu bringen. Allein schon für EvakOp.
    Auch unsere NATO-Partner reduzieren derzeit und strukturieren um – und kriegen es schneller hin als wir. Stillstand über Jahre wegen Neuausrichtung ist grotesk.

  • Maggus   |   15. Januar 2013 - 19:31

    „Stillstand über Jahre wegen Neuausrichtung ist grotesk.“

    Genau das Problem haben wir aber seit Jahren. Ein stetiges hinarbeiten auf Zielstrukturen, die dann letztlich doch wieder komplett über den Haufen geworfen werden. Allein die Investitionen im Bereich von mehreren hundert Millionen Euro, die für Neubauten und Sanierungen an jetzt doch nicht mehr gebrauchten Standorten ausgegeben wurden.

    Dazu kommt noch die Angewohnheit irgendwelche Ämter ständig umzubennen: Wie heisst das Heeresamt zukünftig? Dann sollen alle Geschwader zukünftig Taktisches Luftwaffen-Geschwader XX heissen. Haben die nichts besseres zu tun?

    „in der Lage sein eine Handvoll CH-53 in einen Einsatz zu bringen. Allein schon für EvakOp.“

    An der CH53 wird es vermutlich nicht scheitern, aber vielleicht am Exodus des gut ausgebildeten und erfahrenen Personals der Heeresflieger.

    „Auch unsere NATO-Partner reduzieren derzeit und strukturieren um – und kriegen es schneller hin als wir.“

    Natürlich ist eine Armee einem stetigen Wandel unterworfen. Aber Wandel ist das eine und Kahlschlag das andere.

  • Voodoo   |   15. Januar 2013 - 19:43

    Der Minister hat es doch bereits gesagt: Wir sind doch bereits im Grundbetrieb gebunden, wie sollen wir da noch Mittel für einen Einsatz freischaufeln? :D

  • J.R.   |   15. Januar 2013 - 19:47

    @ Maggus

    Natürlich ist eine Armee einem stetigen Wandel unterworfen. Aber Wandel ist das eine und Kahlschlag das andere.

    Ist ja nicht so, als stünde die Bundeswehr mit ihren Reformen seit Mitte der 90er allein da:
    Telekom um 110.000 Mitarbeiter auf 170.000.
    Post um 100.000 Mitarbeiter auf 163.000.
    Bahn um 148.000 Mitarbeiter auf 195.000.

    Nur funktionieren diese Unternehmen trotzdem.

  • Elahan   |   15. Januar 2013 - 20:31

    @J.R

    „Nur funktionieren diese Unternehmen trotzdem“
    Ja die Arbeit der Telekom, Post und Bahn machen nun auch noch unzählige andere Unternehmen! Der Markt wird von anderen Firmen mitbedient!

    Das geht bei der Bundeswehr eher nicht! Bei uns ist die Nachfrage gewachsen und das Personal welches diesen bedienen soll wird weniger!

    Da wurden wohl Äpfel mit Birnen verglichen!

  • J.R.   |   15. Januar 2013 - 21:01

    @Elahan
    Ja die Arbeit der Telekom, Post und Bahn machen nun auch noch unzählige andere Unternehmen! Der Markt wird von anderen Firmen mitbedient!

    Umgekehrt wird ein Schuh draus: Alle diese Firmen haben eine aufwändige Infrastruktur, und gleichzeitig Konkurrenz. Die verhindert dort das Maximum an Gewinn rauszuholen.

    Züge und Schienennetze werden mit mehr Auslastung wirtschaftlicher, uind befindet sich in ständiger Konkurrenz zu staatlich subventioniertem Flug- und Individualverkehr. Die Post hat insbesondere im lukrativen Geschäftskunden- und Paket-Segment Konkurrenz, während der Postbote so oder so seine Runden macht. Und die Telekom hat gerade im Bereich VOIP und Mobilnetze Konkurrenz, während die Einnahmen aus der immer leistungsfähigeren Netzinfrastruktur durch die Bundesnetzagenut gedeckelt werden.

    Bei der Bahn sind gut 95% der Züge pünktlich, und trotzdem steht sie in der Dauerkritik. Die Bundeswehr kann praktisch so gut wie nix, und sie kommt damit durch.

    Klar sind das Äpfel mit Birnen: Diese Unternehmen müssen wirtschaften, werden staatlich zu ihrem Nachteil reguliert (was für die Verbraucher meist gut ist), und werden an ihrer Leistung gemessen. All das gilt für die Bundeswehr eben nicht. Die ist immer noch de facto eine Behörde für Wehrtechnik.

    (Naxchtrag: Die obigen Zahlen sind von 2005, und stammen aus dem FAZ-Artikel „Telekom und Post haben mehr als 200.000 Stellen abgebaut“)

  • Frank   |   15. Januar 2013 - 21:05

    Wenn hier pauschal festgestellt wird, dass die BW zu klein für solche Auträge wäre, ist das mit Verlaub einfach nur falsch.

    Meines Wissens nach sind die Streitkräfte u.A. in stabilisierungs und Eingreifkräfte aufgetielt, von den eingreifkräften, dürften bis auf das KSK und 600 bis 1000 mann ISAF keine im Einsatzt sein. es solten also genug Kräfte frei sein um zu agieren.

    Das Problem ist nur, dass die BW eine Verwaltungseinheit ist und keine StreitMACHT,

    es kann nicht sein, dass mann einen solchen Einsatz 5 Monate Überprüfen muss, mann müsste bis jetzt eine Entscheidung gtroffen haben und sie Begründen können, ja oder nein eben.

    Des weiteren sind die verfügbaren Kräfte nicht einsatzfähig, da sie nicht entsprechen flexiebel ausgerüstet sind. Die Bundeswehr ist an auf einem Stand angekommen indem sie übungen mehrere Jahre im Vorhinein planen MUSS, ein ernstzunehmender Einsatz kann sich nur noch aus der Situation her Entwickeln.(Siehe Afg, wobei man hier zu spät war 10 Jahre um genau zu sein.) Dies heißt, es ist keine schnelle Reaktion mehr möglich.

    Mann kann also Resümieren,

    Die BW ist nicht mehr zur landesverteidigung fähig,
    und auch nicht zu präventieven Einsätzten in der Lage, ergo dient sie nur noch dazu um eine Basis für schlimmere Zeiten vorzuhalten, worauf mann dann mal Aufbauen könnte, wenn es die Zeit dafür giebt, ansonsten hat man halt Pech.

  • geprüfter Prüfer   |   15. Januar 2013 - 21:57

    Deutschland ist doch schon mit dem Kosovo überfordert…..da muss man sorgfältig prüfen ob noch Kapazitäten frei sind…..

  • Memoria   |   15. Januar 2013 - 22:13

    @Maggus:
    Ich bin zweifellos kein Befürworter der sog. Neuausrichtung und der damit verbundenen Stationierung (die Umbenennung der JaBoG und JG ist wirklich der Gipfel dieses technokratischen Wahnsinns). Der Aderlass an qualifiziertem Personal macht auch mir große Sorgen (meine Formulierung CH-53 in den Einsatz zu bringen bezog sich übrigens auf Personal und Material).

    Ich störe mich jedoch an den hier in den Kommentaren zunehmenden Haltung nach der der die Bundeswehr mit der Neuausrichtung eigentlich schon genug beschäftigt ist und auch kleine neue Einsätze nicht leistbar wären.
    Dabei ist ihr Verweis auf die Lage bei den CH-53 („Die CH53 fällt ja auf Grund des “Fähigkeitstransfers” schonmal mehrere Jahre weg“) bezeichnend.

    Die Feststellung der Einsatzbereitschaft der LTG für Mali muss auch ohne Kdo Lw in Zielstruktur leistbar sein.

  • Elahan   |   15. Januar 2013 - 22:14

    „Klar sind das Äpfel mit Birnen“

    Genau und Reduzierung führt eben nicht zu Effizienzsteigerung sondern zu Einsparung und der Leistungsumfang wird geringer, siehe Telekom, Post und Bahn!

    Die Frage ist, welche Leistung wird gefordert.

  • Niklas   |   15. Januar 2013 - 22:19

    @ Elhanan

    „Die Frage ist, welche Leistung wird gefordert“

    Nach unendlich viel Geschreibe, endlich mal die einzig richtige Frage.
    Man beobachtet es überall, die Leute denken nie vom Ergebnis her und wundern sich.

    Vielen Dank.

  • BQ   |   15. Januar 2013 - 22:39

    @Memoria
    Bezüglich des Fähigkeitstransfers CH-53 gibt es Aussagen aus dem FüL, dass der Level of Ambition fürhestens 2016 erreicht werden kann.
    Dieser Umbau war und ist halt nicht der angekündigte Türschildwechsel.
    Der Aderlass von CH-53 qualifizierten Personal war ohne viel Sachverstand absehbar.
    DIe Lw ist für jeden Dienstposten dankbar, der nicht mit Heerespersonal besetzt wird (natürlich nachvollziehbar, denn sie muss für ihr Personal auch Dienstposten finden). Beim Heer überlegen sich insbesondere Unteroffiziere es oft zweimal, ob sie zum Erhalt einer kleinen Zulage wirklich ein Pendeln von > 500KM auf sich nehmen wollen.
    Solange die CH-53 nicht gebraucht wird ist das natürlich kein Problem…
    Die Vorteile der Strukturreform werden uns immer anhand der Zielstruktur verdeutlicht. Dass es aber eine 5-7 jährige Umbauzeit gibt, in dem erst mal garnichts geht, wurde auch bei der Entscheidungsfindung immer ausgeblendet.
    Hätte nicht gedacht, dass sich das so schnell rächen könnte. Bei den „Planungen“ zum Fähigkeitstransfer ist man immer von der Annahme ausgegangen, spätestens 2014 mit CH-53 aus Afg raus zu sein und danach ein paar Jahre Ruhe zu haben.
    Seit ich aber weiss, dass man bereits mit 2 Bundesländern an einem Projekt 2 MRD Euro in den Sand setzen kann, habe ich begriffen, dass die 250-300 Mio €, die uns der Fähigkeitstransfer kostet, tatsächlich fast als kostenneutral zu betrachten ist.

  • Memoria   |   15. Januar 2013 - 22:51

    @BQ:
    Ich verfolge den Fähigkeitstransfer und ihre Begleitung desselben (vielen Dank dafür! Hoffe dort gibt es bald neues aus der neuen Welt zu lesen) recht genau. Wirklich der Gipfel. Wenn man nen Schilder- und Uniformwechsel vorgenommen hätte ok. Aber die Verlegung UND das Verdrängen von Wissensträger, weil man eigenes Personal als Lw versorgen muss, läßt mich schon in ihrem Blog jedesmal erschaudern.
    Auch weit oben zu glauben man bekomme ab 2014 Ruhe für Selbstbeschäftigung.
    Zeigt mal wieder: Ohne klare Führung verkommt jede Organisation zum selbstzentrierten bürokratischen Moloch.

  • Bang50   |   15. Januar 2013 - 23:44

    Ich bemühe mich um etwas Systematik:

    Die BW (er)hält als Input Mittel wie z.B Geld, Kapital, Arbeit, ggf. Boden u. Wissen. Diese Ressourcen versucht sie zu einem Output zu kombinieren.

    Nun gibt es (zwei) Möglichkeiten den Output mit dem Input rational zu verknüpfen.

    Das Maximalprinzip: Ziel (Mittel) = Man versucht so viel Output wie möglich bei gegebenen Mitteln zu erreichen.

    Das Minimalprinzip: Mittel(Ziel) = Man versucht einen bestimmten Output mit möglichst geringen Mitteln zu erreichen.

    Es gibt in Deutschland keinen „level of ambition“ der ein Ziel vorgibt was die BW können muss. Das Minimalprinzip fällt also schon einmal als Handlungsalternative weg. (leider)

    Bleibt das Maximalprinzip: Die BW muss mit ihren Mitteln den maximalen Output generieren.

    Hier kommt es meiner Ansicht nach zu dem ersten Problem: Es ist nicht definiert was das Output der BW sein soll. Ist die BW ein Subventionstopf für Rüstungs- und Lokalpolitik? Soll sie maximale Kampfkraft generieren (für die Verteidigung oder Intervention?) usw..

    Fazit1: Es muss einen Konsens darüber geben, für welchen Zweck die BW überhaupt da ist.

    Annahme 1: Wir wollen als Output maximale Kampfkraft/Einsatzfähigkeit bei gegebenen Mitteln erreichen.

    Da die Mittel der BW äußerst knapp sind (p.s das sind Mittel eigentlich immer) muss die BW wirtschaften um die Mittel so effizient wie möglich einsetzen um die maximale Kampfkraft/Einsatzfähigkeit zu erreichen.

    Hier sehe ich das nächste Problem. Das Verständnis vom wirtschaften ist in der BW eigentlich gar nicht vorhanden. Rüstungsprojekte wurden bisher stets mit politischen Entscheidungen begründet oder mit militärischen Anforderungen überfrachtet. Der wirtschaftliche Gedanke war dort nie wirklich vorhanden. Dieses hat sich mit dem neuen Beschaffungsamt hoffentlich etwas geändert (zumindest kommt dort das Wort „wirtschaften“ vor). Ich fürchte nur, der politische/militärische Opportunismus wird weiterhin einen sehr starken Einfluss haben.
    Bei Rüstungsprojekten die unterhalb der politisch/militärischen Wahrnehmung rangieren wie z.B Beschaffung von Bekleidung agiert die BW wie ein Zentralverwaltungsstaat (ex-ante = Der Bedarf wird vorher ermittelt und dann wird produziert. Dabei wird niemals die optimale Versorgungsmenge erzielt, sondern immer über oder unter dem Bedarf produziert.)

    Fazit2: Die BW wirtschaftet nicht und setzt ihre Mittel deshalb nicht effizient ein.

    Annahme2: Die BW versucht ihre Mittel so effizient wie möglich einzusetzen.

    Dazu hat sie mehrere starke Werkzeuge an der Hand:

    -Arbeitsteilung= wird momentan mit pooling und sharing diskutiert.
    Vorteil: Theoretisch enorme Effizienzsteigerungen möglich
    Nachteil: Abhängigkeit und Transaktionskosten
    Praktisch: Voraussetzung sind starke formelle und informelle Institutionen, welche die Arbeitsteilung organisieren und normieren. Die Arbeitsteilung baut darauf, dass alle Parteien davon einen Nutzen haben und uneingeschränkt kooperieren.

    -Optimierung: Prozesse effizienter durch technologische und organisatorische Maßnahmen
    z.B Einführung eines zentralen EDV Material-/Personalmanagements. Die Analyse von Teilbereichen in denen praktikablere Lösungen forciert werden sollten.

    -Innovation: Neue Konzepte die klassische Probleme wie z.B die ex-ante Koordination lösen.

    -Kapitalintensivierung: Einsatz von Maschinen die eine höheren Output generieren.
    Die Frage die man sich also stellen sollte:“Welches Waffensystem bietet uns den größten Nutzen (Zuwachs der Kampfkraft/Einsatzfähigkeit) bei gegebenen Mitteln?“

    Anmerkung: Es ist typisch für die Politik, dass man in großen visionären Dimensionen denkt und schon von einer gesamteuropäischen Armee träumt, in der dann alles plötzlich besser läuft. Das Beispiel Euro und EU zeigt jedoch, dass wenn man seine Hausaufgaben nicht zuerst macht, Schiffbruch erleidet. In diesem Sinne wäre es auch einfach mal schön wenn man im nationalen Rahmen die schmutzige Kleinarbeit macht die „nur“ Mühen kosten, bevor man große Visionen entwickelt die auf Sand gebaut sind.

    Bang50

  • Memoria   |   15. Januar 2013 - 23:56

    @Bang50:
    Danke für die Systematisierung – man muss eben wissen was man will.
    Ihre Behauptung es gebe kein level of ambition bzw. nationale Zielvorgabe kann ich jedoch nicht nachvollziehen. Diese gibt es: siehe Abschn. V. der VPR, „V. Auftrag und Aufgaben der Bundeswehr und nationale Zielvorgabe“.
    Diese Vorgaben wurden im Rahmen der Feinplanung der neuen Struktur bis auf Teileinheitsebene heruntergebrochen – und dabei wurde oftmals deutlich gemogelt..

  • Bang50   |   16. Januar 2013 - 0:02

    @Memoria – Interessant. Gibt es also sowas wie eine deutsche „Grand Strategy“?

  • Memoria   |   16. Januar 2013 - 0:08

    @Bang50:
    Nein, weil eine VPR weit weg von einer grand strrategy ist.
    Zudem gibt es aus meiner Sicht eh zu hohe Erwartungen an Interessendefinitionen und grand strategies.

  • Bang50   |   16. Januar 2013 - 0:14

    @Memoria – Okay ich stelle die Frage um: Kann man aus der VPR eine Zielstruktur für die BW ableiten?

  • FNU SNU   |   16. Januar 2013 - 0:42

    Hmmm.
    Als wir den letzten Kanzler, m, hatten und in den USA Kathrina wütete, sagte er sinngemäß nach wenigen Stunden, dass „Wir“ den Medevac Airbus schicken.
    Klang toll, N-tv hats auch überall gesendet.

    Zudem Zeitpunkt war aber klar (ich hatte dienstlich damit zu tun), dass es mindestens 12-36h dauern würde, bis der Airbus bereitsteht, da eben die 2. Maschine erst bereitstehen müsste etc.
    Und es war absolut unklar, ob die USA den überhaupt wollten. Aber wir haben nunmal eine Fähigkeit angeboten.

    Es wirkte zumindest willig.

    Heutzutage bin ich mir sicher, dass der Minister innerhalb kürzester Zeit von seinen Inspekteuren /GI eine klare Lage zu den verfügbaren Fähigkeiten bekommen könnte.

    Allerdings steht hier die politische Führung, Frau Bundeskanzlerin, wie immer ohne Machtwort da und lässt das Auswärtige Amt und das BMVg mal machen, gerne auch gegeneinander. Ich glaube, wenn Frau Merkel gleich zu Beginn der FRA Aktionen in Mali eine Meinung zu dem Thema gehabt hätte, wären unsere Tralls schon in der Luft bzw. hätten wir nicht dieses Rumgeeiere.

    Leider habe ich das Gefühl, dass die politische Führung nach dem Motto agiert: „Ohne Ziel ist jeder Weg richtig.“

    Die BeNeLux oder auch die mordischen Länder (inkl. Dänemark) sind da weitaus schneller und flexibler. Und warten nicht erst die Kommentatoren der Tagespresse ab….

  • Pionier   |   16. Januar 2013 - 0:47

    Zu Grand Strategy habe ich zuletzt das Thema Strategierlücke gelesen. Die Zitate von Wüstner gingen leider unter, aber er traf den Nerv. Und ich kann auf seine Frage bereits antworten: Nein, wir haben nichts aus dem Afghanistan-Einsatz gelernt! Der Artikel ist bereits einige Tage alt, somit kann man ihn mal verlinken.

    [Nein, kann man nicht, „einige Tage alt“ ist kein Argument…. bitte den Inhalt kurz zusammenfassend referieren. T.W. ]

  • ht_   |   16. Januar 2013 - 1:38

    Wahrscheinlich muss das BMVg ersteinmal einen vernünftigen AVZ für die zukünftigen Mali Veteranen aushandeln der dann optimaler Weise über dem liegt was in AFG bezahlt wird. Man muss natürlich die Beweggründe für Deutschland und Europa in einen Einsatz zu gehen aufrecht erhalten.
    Man muss sich immer nur eine Sache vor Augen halten. Die Bundeswehr ist genau für solche Einsätze da ( siehe Luftlandebrigade 31 —> http://www.youtube.com/watch?v=f1C2MsuIWV0 )
    Wann, wenn nicht unser bester Nachbar ( Elysee Vertrag) einen Krieg führt kann die BW dieses Versprechen eingehen?

    Was für eine Farce:

    „einsatzbereit – jederzeit – weltweit“ – die Fallschirmjäger der Luftlandebrigade 31.

    http://wirdienendeutschland.de/spezial/luftlandebrigade31.html#c773

  • b   |   16. Januar 2013 - 6:57

    Bei allem Geschimpfe auf die politische Ebene in Berlin …

    Könnte es sein das man dort zu der gleichen Beurteilung wie in den USA (und z.B. Algerien) gekommen ist?

    Just five days into the French military campaign, it was becoming clear that airstrikes alone will probably not be enough to root out these battle-hardened fighters, who know well the harsh grassland and desert terrain of Mali and have spent months accumulating arms, constructing defenses in their northern strongholds and reinforcing their ranks with children as young as 12 years old.

    Containing their southern advance toward Bamako, the capital, is proving more challenging than anticipated, French military officials acknowledged Tuesday. And with the Malian Army in disarray and no outside African force yet assembled, displacing the rebels from the country altogether appears to be an elusive, long-term challenge.

    Wenn man in Berlin meint das der französische Einsatz in Mali falsch ist da er zu keiner politische Lösung des Konflikts führen wird, aber mit großer Wahrscheinlichkeit in ein „Nation building“ Projekt abgleiten wird das unerfüllbar ist, warum sollte man dann den Einsatz außer mit Worten unterstützen?

    Warum sollte sich Berlin für die Franzosen langmachen wenn man annimmt das das Projekt den Bach runtergehen wird?

    Es ist zumindest mein Eindruck das man nicht macht weil man nicht kann, sondern das man nicht macht weil man nicht will. Und dafür das man nicht will hat man sicher gute Gründe.

  • Stefan H.   |   16. Januar 2013 - 7:02

    @Bang50
    Grundsätzlich ja – über Konzeption der Bundeswehr (KdB) – Priorisiertes Fähigkeitsprofil (PFP) und Level of Ambition (LoA); letzteres kann man bis zum einzelnen Soldaten/Fahrzeug – bezogen auf die Aufgaben der Bw gem VPR – herunter drillen und das ist auch geschehen. Damit liegt auch auf dem Tisch, was in jeder Aufgabe der Bundeswehr gem. VPR tatsächlich im Werkzeugkasten liegt.
    Kritisch ist halt, dass überhaupt das erste P von PFP notwendig ist. Im Klartext: Es reicht nicht und irgend was fällt über eine Piorisierung unter den Tisch.
    Um in Ihrer systemtischen Aufarbeitung zu bleiben die beiden Möglichkeiten Tiefe aus Breite vor Tiefe:
    1. Aus den gegebene Aufträgen (VPR) wird nur ein Teil mit Ressourcen hinterlegt.
    2. Bei der Hinterlegung der einzelnen Aufträge mit Ressourcen wird der an sich als zweckmäßig beschiedene quantitative Ansatz unterschritten.

    Die „Goldrandkalkulation“ ist 30/70 und eine sechsfache Hinterlegung. Ich brauche eine sechsfache Hinterlegung eines Kontingents um Durchhaltefähig zu werden (4/24 oder 6/36 Systematik, d.h. erste Zahl Einsatzdauer, zweite Zahl Betrachtungszeitraum). 30/70 brauche ich, da dies dem Erfahrungswert des tatsächlich in einer Einheit virhandenen Personalkörpers aufgrund lehrgangsbedingter bzw. sonstiger Abwesenheit entspricht. Kummuliert entspricht das Ganze übrigens einer 9-fachen Hinterlegung. Dies heißt im Klartext, dass wir bei Tiefe vor Breite den gewünschten Level of Ambition – unter verzicht auf andere Fähigkeiten – 9-fach hinterlegen müssten. D.h z.B. 9 LogBtl pro LogBtl im LoA etc.; Faktisch wird jede Unterschreitung irgend wo zu Knappheiten führen, die man anderweitig kompensieren muss. Bei o.g. LogBtl bedeutet die 6-fach Hinterlegung, dass bei voller Ausreitzung der Vorgabe VPR man auf externe Ressourcen (z.B. DHL, HNS, Bündnis) zurückgreifen müsste, oder nur eine begrenzte Durchhaltefähigkeit, d.h. weniger als 6 Kontingente zur Verfügung hat. Dies kann man natürlich auch wie die USA lösen und im Notfall einfach die EInsatzdauer hoch setzten (in Hochzeiten Irak bis 14 Monate).
    In der Ausgestaltung der einzelnen Fähigkeiten wurde in der Priorisierung übrgens die Spanne zwischen Faktor 9 bis Faktor 3,5 genutzt. Aus historischer Erfahrung geht übrigens alles unter Faktor 6 – bei permanenten Einsatz der Fähigkeit – mörderisch auf die Knochen des Personals und kann zu Abstimmungen mit den Füssen führen. Kann man sich am Beispiel Ärzte anschauen…
    Aber um auf den Ausgangspunkt zurück zu kommen: Die Struktur der neu ausgerichteten Bundeswehr wurde – mit diversen Priorisierungen – aus den VPR abgeleitet und das Ergebnis haben Sie jetzt in der Hand.

  • J.R.   |   16. Januar 2013 - 7:34

    @ b
    Und dafür das man nicht will hat man sicher gute Gründe.

    Ja, dass man es nicht kann. ;)

    Deutschland (und auch Europa und die Nato) hat bereits sein Afghanistan-Engagement durch seinen „Nationbuilding aus der Portokasse“-Ansatz ohne Personal und Verantwortlichkeiten, dafür umso mehr „Nicht mein Problem“-Einstellung, ordentlich in den Sand gesetzt. Und das trotz einer sehr günstigen Ausgangslage.

    Es gibt halt keinen Grund anzunehmen, dass sich die Euro-Staaten im deutlich schwierigeren malinesischen Umfeld urplötzlich besser anstellen werden.

    (Was nicht heißt, dass man vernünftige Bürgerkriegseinsätze nicht können könnte. Nur zu den dazu nötigen Lernprozessen und Reformen ist man strukturell und politisch nicht bereit.)

  • BausC   |   16. Januar 2013 - 8:34

    @Bang50
    „Fazit1: Es muss einen Konsens darüber geben, für welchen Zweck die BW überhaupt da ist.“

    Im Grunde kann man sich alle weiteren Ausführungen, so brilliant sie auch sein mögen, sparen.

  • Thomsen   |   16. Januar 2013 - 8:45

    „Just five days into the French military campaign, it was becoming clear that airstrikes alone will probably not be enough to root out these battle-hardened fighters,“

    Diese Erkenntnis war ja auch überhaupt nicht vorauszuahnen bzw. zu solchen Erkenntnisen ist man in den letzten 20 Jahren noch nie gelangt.

  • Elahan   |   16. Januar 2013 - 10:28

    @Bang50
    Kann man aus der VPR eine Zielstruktur für die BW ableiten?

    Ja, als erstes ist die Landesverteidigung und Bündnisverteidigung zugwährleisten!
    Wenn dann noch Mittel frei sind, kann man diese für weitere Aktivitäten nutzen!

    Im Moment reicht es nicht für eine europäische Verteidigung!

  • Memoria   |   16. Januar 2013 - 10:46

    @b:
    Oje, nicht zu viel Legendenbildung schon gleich zu Beginn.
    Die Bundesregierung hat in erster Linie zunächst mal gar nicht nachgedacht, wie diese bemerkenswerte Pressemitteilung zeigt:

    „PRESSEMITTEILUNG
    Außenminister Westerwelle zum französischen Eingreifen in Mali

    Dazu erklärte Außenminister Westerwelle heute Abend (11.1.):

    Frankreich handelt auf Bitte der malischen Regierung. Frankreich handelt auf der Grundlage des Völkerrechts.

    Die europäischen Planungen über eine mögliche künftige Ausbildungsmission für die malischen Sicherheitskräfte und die Notwendigkeit eines politischen Prozesses bleiben unberührt.

    Die radikalen Rebellengruppen müssen endlich ihre Angriffe auf die Integrität des malischen Staates einstellen.

    Ergänzende Information:

    Die französische Regierung hat die deutsche Regierung vorab über ihr Vorgehen unterrichtet. Die Erklärung des Bundesaußenministers ist mit der Bundeskanzlerin und dem Verteidigungsminister abgestimmt.“
    http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Infoservice/Presse/Meldungen/2013/130111-Mali.html

    Man wollte im Bundeskabinett sogar Freitag abend nicht erkennen, dass sich die Lage grundlegend verändert hat und die bisherigen Zeitpläne obsolet sind.
    Sogar am Montag vormittag hielt man daran zunächst noch fest.

    Jetzt hechelt man den anderen Ländern hinterher, weil man Angst hat wieder der internationale Buhmann zu sein.
    Gleichzeitig besteht Westerwelle darauf keine Kampftruppen einzusetzen – auch dies jedoch wohl eher aus innenpolitischen Gründen.

    Im Ergebnis kann man jedoch nur hoffen, dass wir uns hier nur minimal engagieren (eine Transferflüge und Wiederaufnahme der Ausbildungshilfe im Rahmen der EU) und uns nicht später zu weiteren „Nicht-Kampftruppen“-Zusagen hinreißen lassen (wie bspw. die vom AA ins Gespräch gebrachten Sanitäter) Hieran zeigt sich dann, ob man wirklich die Lage vor Ort analysiert hat oder lediglich von innenpolitisch motivierten Reflexen (keine Kampftruppen) geleitet wird.

  • b   |   16. Januar 2013 - 12:47

    Hieran zeigt sich dann, ob man wirklich die Lage vor Ort analysiert hat oder lediglich von innenpolitisch motivierten Reflexen (keine Kampftruppen) geleitet wird.

    Ich hoffe doch man hat die Lage analysiert und ist zu dem Schluß gekommen das Kampftruppen dort nicht in deutschem Interesse wären.

    Eine Wiederholung eines end- und aussichtslosen Einsatz wie in Afghanistan möchte ich nicht mit meinen Steuern finanzieren müssen.

  • Memoria   |   16. Januar 2013 - 13:12

    @b:
    Ich bin mit ihnen voll einer Meinung, dass ein neuer „Statebuilding“-Einsatz vermieden werden sollte – nicht nur wegen Steuergeldern.

    Ich teile jedoch nicht ihre Hoffnung, dass die Ablehnung von Kampftruppen auf einer Lageanalyse vor Ort beruht.

    Diese Ablehnung ist – aus meiner Sicht – weitaus banaler innenpolitisch motiviert.
    Westerwelle gibt ja – nicht nur zu Mali – laufend Statements zu sicherheitspolitischen Fragen ab, in denen er erwähnt, dass es kein Kampfeinsatz sei oder der Kampfeinsatz bald beendet sei.
    Das Problem dabei: Man glaubt wohl „Nicht-Kampftruppe“ sei stets weniger in Gefahr.

  • Bang50   |   16. Januar 2013 - 20:55

    @Stefan. H – Das wäre dann mein nächster Punkt gewesen.

    Ist man sich über das Ziel im klaren, müssen die Mittel variabel sein. Sprich TdM muss mit einer Rechnung in den Bundestag laufen und sagen:“ Das kostet es, wenn die BW diese Fähigkeiten besitzen will.“

    Da dies aber offensichtlich nicht geschehen ist, hat die BW schon den falschen ökonomischen Ansatz gewählt.

    Jetzt bleibt ihr nur noch das Extremumprinzip, welches bei minimierten Mitteln den maximierten Nutzen anstrebt. Damit kommen wir aber zu höchst komplexen Optimierungsproblemen die nicht mehr praktikabel lösbar sind.

  • Elahan   |   16. Januar 2013 - 22:04

    “Wenn die Maschinen Personen transportieren und in Mali landen, ist ein Mandat nötig, das ist eindeutig”, sagte Rainer Arnold der “Rheinischen Post”
    Und weiter schrieb er heute: Der Minister liege falsche wenn er glaubt man benötigt kein Mandat. Das Parlament müsse immer dann zustimmen, wenn deutsche Soldaten Teil einer bewaffneten Mission der Staatengemeinschaft seien!

  • T.Wiegold   |   16. Januar 2013 - 22:14

    @Elahan

    Ich glaube, ich hatte oben schon als Nachtrag Arnold im Original widergegeben?

  • Stefan H.   |   16. Januar 2013 - 23:29

    @Bang50
    Soweit volle Zustimmung – allerdings mit einem Haken. Es ist unrealistisch zu Glauben, das TdM aktuell im Bundestag mehr Geld bekommen kann. Oberste Maxime ist im Wahlkampf einen ausgeglichenen Haushalt für 2014 zu präsentieren und da hat TdM mit einer schwarzen Null m.E. Schon mehr herausgeholt als zu erwarten war. In Realwert nach Inflation ist das natürlich 2-3% weniger – entsprechend wird das Kommando „Gürtel enger Schnallen“ nach der Wahl auf uns zu kommen…
    Man muss bei aller eigenen Betroffenheit halt auch immer die Gesamtpriorisierung nicht aus dem Auge verlieren. Da ist der “ Verteidiger“ seit dem Ende des kalten Krieges deutlich nachrangig eingeordnet. Das soll übrigens kein Klagen sein, nur eine Sachstandsfeststellung.

  • Bang50   |   17. Januar 2013 - 0:05

    @Stefan – Deshalb wirtschaften nach dem Maximalprinzip und den level of ambition unter den Tisch fallen lassen – wie ich es in meinem ersten Post beschrieben habe.
    Dieser Umstand wurde aber anscheinend nicht erkannt – wie Sie es eben sehr schön beschrieben haben.
    Das schlimme daran ist, dass eine grundlegende Feststellung die jeder Betriebswirt aus dem Ärmel schüttelt für die BW-Führung schon zu hoch ist.

    Demnächst macht man ja „smart defence“ – eine Armee die für sich selbst noch nichteinmal herausgearbeitet hat, nach welchem Prinzip sie wirtschaften kann/muss, kann aber nicht „smart“ sein.

  • Elahan   |   17. Januar 2013 - 1:25

    @T.Wiegold

    Sorry, kann den Nachtrag nicht sehen! Eventuell spielt mir ja Apple einen Streich!
    Glauben sie das, oder wossen sie es :-))
    Bei mir steht im Nachtrag nur was über SALIS.

  • SchmidtM   |   17. Januar 2013 - 3:21

    @ Stefan H.

    „Grundsätzlich ja – über Konzeption der Bundeswehr (KdB) – Priorisiertes Fähigkeitsprofil (PFP) und Level of Ambition (LoA); letzteres kann man bis zum einzelnen Soldaten/Fahrzeug – bezogen auf die Aufgaben der Bw gem VPR – herunter drillen und das ist auch geschehen. Damit liegt auch auf dem Tisch, was in jeder Aufgabe der Bundeswehr gem. VPR tatsächlich im Werkzeugkasten liegt.“

    Das würde mich brennend interessieren! Wo kann man diese Ergebnisse nachlesen?

  • Stefan H.   |   17. Januar 2013 - 7:01

    @SchmidtM

    Leider nur innerhalb des Vereins und dort auch nur in wenigen Bereichen. Wenn Sie Zugriff auf die Leitlinie Neuausrichtung haben, dann können Sie in der Anlage das Priorisierte Fähigkeitsprofil in Textform ein Zwischenprodukt lesen. Die Umsetzung in „Kästchenkunde“ gibt es im BMVg Abteilung Planung oder die Einzelelemente in den Führungskommandos der militärischen OrgBer. Die jeweilige Einzelentscheidung über den jeweiligen Level of Ambition (LoA) und den dann verwendeten Faktor lag übrigens bei den verantwortlichen Inspekteuren, die das durchaus unterschiedlich umgesetzt haben. Vom LoA wird dann mit dem Konzept geschützte Fahrzeuge und dem Konzept ungeschützte Fahrzeuge die Fahrzeugausstattung – Stichwort Abkehr von der Vollausstattung – abgeleitet. Für diese Berechnung wurde der LoA bis auf Ebene Einzelfahrzeug herunter gebrochen. Zum Beispiel hängt die Freigabe von Altfahrzeugen für die Aussonderung/Verwertung an diesen Ergebnissen. In letzter Konsequenz gibt es die Ergebnisse in den jeweilig beteiligten Planungs- und Konzeptionsreferaten und -dezernaten BMVg und milOrgBer und es ist ein nicht ganz einfach zu lesendes Hexenwerk deutscher Bürokunst – ein echt dickes gebohrtes Brett…

  • Elahan   |   17. Januar 2013 - 9:04

    Die Verteidigungspolitischen Richtlinien sind ein Grundsatzdokument, das der Bundesminister der Verteidigung als verbindliche konzeptionelle Grundlage für die deutsche Verteidigungspolitik.

    Ich lese da nur Verteidigung!
    Erst weiter hinten spricht man über andere Aufgaben!
    Wenn man unsere Aufstellung „Breite vor Tiefe“ betrachtet und die fehlende Koordination in Europa, könnte es mit der Verteidigung schwer werden! Atomare Abschreckung ist ein wichtiges Instrument in der Verteidungsstrategie Europas, aber wenn dann der Konflikt läuft, sind sie fast wertlos! Für die konventionelle Instrumente fehlt uns die personelle und materielle Tiefe/Durchhaltefähigkeit (z.B. EF u. Patriot Mun. zur Flugabwehr)!

  • BausC   |   17. Januar 2013 - 9:21

    Die VPR sind auch ein Machwerk welches vor rundgelutschten Worthülsen nur so strotzt. Insofern hat jeder die Möglichkeit diese nach seinem Gusto zu interpretieren. Zudem ein Begriff den wahrscheinlich nicht einmal 1% der Bevölkerung kennt.
    Aber genau dem Volk muss erklärt werden: Was wollen wir mit der Bundeswehr?
    Dazu bedarf es nur ein paar weniger prägnanter Sätze, die aus dem Parlament heraus formuliert werden müssen. Aber das Einzige was reflexartig durch unseren Aussenminister herausgebracht wird ist: Keine Kampftruppen!

  • T.Wiegold   |   17. Januar 2013 - 9:24

    @Elahan

    Sorry, das steht in dem anderen – neueren -Thread zum Thema Mali.

  • Elahan   |   17. Januar 2013 - 11:17

    @Bausc
    Evtl hat WW Infos welche die Öffentlichkeit nicht über die Medien und den Regierungssprecher bekommt!

    Die Staaten um Mali und Mali selbst sind mit unserer Vorstellung eines Staates und dessen Regierung nicht vergleichbar! Eine Vielzahl von politischen und gesellschaftlichen Konflikten einschließlich der kolonialen Erblasten werden von international tätigen Unternehmen genutzt um deren Interessen zu erreichen. Ethnisch unterschiedliche Gruppen werden gegeneinander ausgespielt, soziale und ökonomische Mißstände nicht beachtet. Die religiös aufgeladene Stimmung trägt nicht zu einer friedlichen Lösung derProbleme bei und macht die Situation noch unklarer!
    WW ist klar, dass die Situation militärisch nicht gelöst werden und ob die Regierung eine Diskussion vor der Wahl möchte, die zum Inhalt hat, dass deutsche Soldaten für die Rohstoffbeschaffung der franz Atomindustrie (z.B. Nuklearkonzern Areva) sterben, glaube ich nicht!
    Wenn Atomenergie für unsere Bevölkerung so gefährlich ist wie die Regierung behauptet, dann ist der Einsatz bez. der Beschaffung des Brennmaterials eher nicht im Interesse der BRD. Die Zwischenfälle in Fessenheim bestätigen eher die Bedrohung!

    Wenn man Afrika helfen möchte und wenn die EU ihre Interessen in Afrika durchsetzen will, muss man diese definieren und zuerst alle politische und wirtschaftliche Instrumente nutzen! Dies geschah bisher nicht! Das Gegenteil ist der Fall!

  • SchmidtM   |   18. Januar 2013 - 0:08

    @ StefanH

    Danke!

  • Stefan H.   |   18. Januar 2013 - 6:42

    @SchmidtM

    Die Konzeption der Bundeswehr (KdB) kommt relativ bald und sie wird öffentlich verfügbar sein. Übrigens auch eine interessante und wie ich finde gute Entwicklung. DIe KdB von 1988 war noch Geheim eingestuft und nur für wenige Eingeweite innerhalb des Fü S.