Nachhören: Deutschlandfunk auf der “Gorch Fock”

Die Kollegen vom Deutschlandfunk haben sich zum Wochenende im, logisch, Wochenendjournal mal ausführlich der Gorch Fock gewidmet, dem Segelschulschiff der Deutschen Marine.

Alle Mann an die Brassen hieß die Sendung, und sie steht hier zum Nachhören.

(Archivbild: Auf seiner 147. Auslandsausbildungsreise trifft das Segelschulschiff Gorch Fock 2007 vor Neufundland auf Eisberge – Bundeswehr/Gunnar Bednarzik via Flickr unter CC-BY-ND-Lizenz)

 

Gorch Fock bricht zur 160. Auslandsreise auf

(Foto: Deutsche Marine/Ricarda Schönbrodt)

Weil es so hübsch aussieht und – derzeit – kein kontroverses Thema ist, noch was von der Marine:

Das Segelschulschiff der Deutschen Marine verlässt am Dienstag, den 27. November 2012 um 10.00 Uhr seinen Heimathafen Kiel zur 160. Auslandsausbildungsreise. Unter dem Kommando von Kapitän zur See Helge Risch (49) nimmt der weiße Dreimaster mit insgesamt rund 150 Besatzungsmitgliedern Kurs auf die Kanarischen Inseln.
Erster Hafen wird Las Palmas sein. Dieses Ziel wurde gewählt,um zu
dieser Jahreszeit unter günstigen Wetterbedingungen die in
Deutschland begonnene Ausbildung für Stammbesatzung und Segelcrew
abschließen zu können. Über das Weihnachtsfest und den Jahreswechsel wird das Schiff im Hafen von Las Palmas, der Hauptstadt von Gran Canaria, verbleiben. weiterlesen

Aufentern über festem Grund

Aus dem öffentlichen Bewusstsein der Menschen, die nicht nahe an der Küste leben, ist es vermutlich schon wieder verschwunden: Es gab nach dem Tod von (weiblichen) Offiziersanwärtern ziemlichen Ärger um die Ausbildung auf der Gorch Fock, dem Segelschulschiff der Deutschen Marine.

Eine Konsequenz ist seit ein paar Tagen sichtbar: An der Marineschule Mürwik steht jetzt ein Übungsmast, an dem die Offiziersanwärter auf die seemännische Ausbildung auf einem Segelschiff vorbereitet werden.

Ausbilder der Gorch Fock auf dem “Übungsmast” an der Marineschule Mürwik. Für die Gorch-Fock-Vorausbildung der Offizieranwärter, wurde an der Marineschule Mürwik ein Übungsmast aufgestellt (Höhe 28m, Gewicht 9t). (Foto: Bundeswehr/Björn Wilke via flickr unter CC BY-ND 2.0 Lizenz)

Gorch Fock: Schon an den Schwimmwesten hapert’s?

Die so genannte Pommerin-Kommission hat dem Verteidigungsminister in der vergangenen Woche empfohlen, die Gorch Fock auch weiter als Selgeschulschiff zu nutzen – für die Marine eine willkommene Nachricht.

Inzwischen habe ich auch den Bericht der Kommission in die Hände bekommen, und die elf Seiten muss ich mir noch sehr sorgfältig durchlesen. Denn unabhängig von der – positiven – Empfehlung am Schluss gibt es manche Details, die mich irritieren. Wie dieser Satz:

Die Besatzung muss mit Sicherheitsschwimmwesten, entweder Crewfinder oder AIS (Automatic Information System) oder GPS und vor allem mit Sprayhauben ausgerüstet werden.

Das ist doch merkwürdig und klingt nicht so, als wären die Schwimmwesten an Bord der Gorch Fock auf dem heutigen Stand der Technik. Vor allem, was die Sprayhauben angeht, die das so genannte Oberflächenertrinken durch eingeatmete Gischt verhindern sollen. Und die gibt’s nicht? (Das erinnert mich an den Fall Scheffelmeier, bei dem neben der Unterkühlung auch Oberflächenertrinken eine Rolle gespielt haben soll. Und das ist mehr als acht Jahre her.)

Die “Gorch Fock” ist gerettet

Auch wenn die Diskussion über das Segelschulschiff Gorch Fock hier in den letzten Beiträgen und Kommentaren von ganz anderen Themen geprägt war wie der Debatte über Frauen in den Streitkräften insgesamt… sollte nicht untergehen, was die so genannte Pommerin-Kommission heute dem Verteidigungsminister empfohlen hat:

Einstimmig empfiehlt die Kommission die Fortsetzung der seemännischen Basisausbildung auf dem Segelschulschiff Gorch Fock auf der Grundlage ihrer Forderungen.

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Volker Wieker, und der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Axel Schimpf, kommen basierend auf den Berichten der Staatsanwaltschaft Kiel, der Havariekommission der Marine und des Amtschefs des Marineamtes zu einer gleichlautenden Empfehlung. Dies entspricht auch der überwiegenden Haltung des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages in seiner letzten Sitzung vor der parlamentarischen Sommerpause sowie weiterer Abgeordneter, die sich mit dem Thema befasst haben.

Minister de Maizière erklärte heute nach Übergabe des Berichtes: „Auf Grundlage dieses breiten Konsenses habe ich grundsätzlich entschieden, dass die Gorch Fock ihren Auftrag als Ausbildungsschiff der Marine fortsetzen wird. Ab wann und mit welchen Veränderungen dies geschehen wird, legt der Generalinspekteur zusammen mit der Marineführung fest. Hierzu ist es zunächst notwendig, den vorliegenden Bericht weiter auszuwerten und mit den internen Überlegungen zur zukünftigen seemännischen Ausbildung abzugleichen.“

Jetzt müsste man mal in den Bericht reingucken, was sich im Detail ändert. Ein paar Empfehlungen und vor allem Weisungen der Marine gibt es ja schon.

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