Was ist los bei Heckler&Koch? Geschäftsführer Ihloff ist raus… (Update)

HecklerKoch_Symbolbild

Die Oberndorfer Firma Heckler&Koch, für ihre Handfeuerwaffen weltweit bekannt und einer der wichtigsten Ausrüster der Bundeswehr, steht derzeit an verschiedenen Fronten unter Druck. Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens, Einschränkungen beim Rüstungsexport und zunehmende Kritik an Waffenlieferungen nach Mexiko machen dem schwäbischen Mittelständler zu schaffen.

Da fällt dann auf, wenn auf eine Mail an einen der Geschäftsführer, Niels Ihloff, folgende automatische Antwort zurückkommt:

Niels Ihloff is no longer with the H&K Group. For sales queries, please contact the Group Sales Director, Mike Thornton, on […]; please address all other queries to our CFO, Mr. Reinhold Müller on […]

Und in der Signatur der Autoresponder-Mail stehen als Geschäftsführer jetzt der Haupteigentümer Andreas Heeschen sowie der langjährige Geschäftsführer Martin Lemperle und der erst seit April 2014 tätige Finanzchef Reinhold Müller. weiterlesen

Dokumentation BPK 23. Februar: Boxer für Litauen, NVA-Panzer für Irak, SeaLion

Ein Nachtrag zu den Themen vom (gestrigen) Montag: Mit ein wenig Verspätung liegt jetzt das Protokoll der Bundespressekonferenz vom 23. Februar vor. Dabei ging es unter anderem um mögliche Lieferungen von Boxer-Radpanzern an Litauen, ausgemustertem Gerät der Nationalen Volksarmee der DDR für den Irak und kurz um den geplanten Marinehubschrauber SeaLion.

Zur Dokumentation die entsprechenden Passagen mit Oberst Ingo Gerhartz vom Verteidigungsministerium, Regierungssprecher Steffen Seibert und Adrian Toschev vom Bundeswirtschaftsministerium:

GERHARTZ: Ich möchte hier noch einmal kurz auf eine Berichterstattung vom Wochenende eingehen. Der Tenor, Deutschland würde den NATO-Partner Litauen nicht in seinem Bestreben unterstützen, Radpanzer vom Typ Boxer zu erwerben, ist falsch.

Die Presseanfrage, die wir im BMVg bekommen haben, ging in die Richtung, ob die Bundeswehr im Rahmen eines Government-to-Government-Geschäfts eigene Radpanzer aus eigenem Bestand oder aus dem Bestand, hinsichtlich dessen wir gerade noch dabei sind, ihn von der Industrie zu erwerben, an Litauen abgeben könnte. Das war die Anfrage. Sie wissen: Wir befinden uns selbst noch in der Phase der Auslieferung des von uns angemeldeten Boxer-Bestands durch die Industrie und können zum jetzigen Zeitpunkt keine Radpanzer aus dem eigenen Bestand abgeben. Litauen hat aber lediglich ein Interesse an einem Kaufgeschäft geäußert, und zwar nicht an einem Government-to-Government-Deal mit der Bundeswehr. Hier gibt es ein ganz normales Verfahren, und da ist es ja wohl klar, dass jedes NATO-Mitglied, das in Deutschland neues Gerät erwerben will, dies natürlich auch selbstverständlich tun kann. Ein Antrag seitens Litauens liegt jedoch noch nicht vor. Zur zeitlichen Einordnung: Litauen ist bestrebt, diese Panzer ca. ab 2017 bis 2020 geliefert zu bekommen. Wir reden jetzt also auch nicht gerade von heute. weiterlesen

(Keine) Boxer für Litauen? Hinreichende Verwirrung.

Die Sachlage ist hinreichend verwirrend: Nach der Meldung des Wochenendes Deutschland verweigert Litauen Boxer-Radpanzer, nach der litautischen Erklärung Wir wissen noch gar nicht, ob wir Boxer wollen und nach der deutschen Erklärung vom (heutigen) Montag Litauen hat uns gar nicht nach Boxern gefragt fühle ich mich bislang außerstande, zu bewerten, was eigentlich passiert ist oder nicht. Außer dass die erste Meldung auch international ziemliche Wellen geschlagen hat, mit dem Tenor: Da lässt Deutschland einen Verbündeten im Stich.

Der Reihe nach. Am Wochenende meldete die Welt am Sonntag (Link aus bekannten Gründen nicht):

Obwohl die Nato Russland als existenzielle Gefahr für das Bündnisgebiet in Osteuropa einstuft, verweigert die Bundesregierung dem Nato-Partner Litauen die Lieferung von Panzern. Eine Anfrage der Balten, die ihre Streitkräfte mit Radpanzern des Typs Boxer modernisieren wollen, lehnte das Verteidigungsministerium ab.

Ebenfalls am Wochenende relativierte das der litauische Verteidigungsminister in litauischen Medien: weiterlesen

Sammler am Freitag den 13.

London_Poppy_13feb2015_kl

In diesen Tagen passiert zu viel, als dass der Ein-Mann-Betrieb Augen geradeaus! immer hinterherkäme. Deshalb hier eine Sammlung mit Meldungen teils von gestern, teils aus der Nacht und vom heutigen Freitag:

In Dresden, aber auch darüber hinaus wird am 13. Februar der Opfer des verheerenden Luftangriffs auf die sächsische Landeshauptstadt vor genau 70 Jahren gedacht. Die Kollegen von Associated Press haben einen Überlebenden besucht: 70 years after: Dresden bombing still fresh for survivor. Und vor der deutschen Botschaft in London lag heute morgen, wie schon seit Jahren, ein kleiner Poppy-Kranz zum Gedenken an diesen Angriff und die Folgen. Offensichtlich von einem Briten. (Vielen Dank an einen Leser für das Foto.) Dazu auch der Hinweis auf eine Multimedia-Reportage des MDR: Mythos Dresden – Der lange Schatten einer Bombennacht

Aus der Nacht: Ende des Kampfeinsatzes in Afghanistan? weiterlesen

In Zeiten der Unsicherheit weiter sinkende Rüstungsausgaben in (Mittel)Europa

Das International Institute for Strategic Studies (IISS) in London hat am (heutigen) Mittwoch sein traditionelles Jahrbuch Military Balance für 2015 vorgelegt. Aus dem umfangreichen Zahlenwerk ein paar Trends, die das IISS auf seiner Webseite veröffentlicht hat:

Nach den Zahlen für die Jahre 2010 bis 2014 sind in Europa die Militärausgaben inflationsbereinigt gesunken – mit Ausnahme der nord- und der südosteuropäischen Länder. Wenn die Ukraine-Krise und das veränderte Verhältnis des Westens zu Europa sich da auswirken sollte, ist es jedenfalls noch nicht in diesen Zahlen erkennbar. Aus der Mitteilung zur Vorstellung des Jahrbuchs:

European defence spending continued the decline seen since the 2008 financial crisis, and was in 2014 cumulatively 8% lower, in real terms, than in 2010. There were signs that the more challenging strategic environment was shifting budgetary priorities, particularly in Northern and Eastern Europe, and amid unease about possible gaps in NATO’s capacity to counter Russia’s use of hybrid warfare techniques. However, defence allocations in Europe’s leading military players maintained their downward slide. weiterlesen

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