Für die Deutschen: Kein Obama live

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Ich hätte mir ja gerne live angesehen, was US-Präsident Barack Obama in seiner Rede von Soldaten auf der MacDill Air Force Base in Florida zum Thema ‘Kampf gegen ISIS’ zu sagen hat. Es könnte ja auch geopolitische Auswirkungen haben.

Aber: Wie schon Live-Streaming vom Maidan in der Ukraine und ähnlichen bedeutsamen Ereignissen ist das für Deutschland nicht vorgesehen. Vermutlich hat Obama versäumt, bei den deutschen Medienanstalten die vorgeschriebene Sendelizenz zu beantragen, weil er ja mehr als 500 Zuschauer gleichzeitig erreichen könnte.

(Ganz privat frage ich mich, warum eigentlich der Satz aus Artikel 5 des Grundgesetzes Jeder hat das Recht, … sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten in so einem Fall nicht gilt. Oder ist der Live-Stream des US-Präsidenten eben keine allgemein zugängliche Quelle?) weiterlesen

InfoWar Ukraine: Der Separatist, das Stofftier und der blinde Fleck

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Dass der Informationskrieg um Ereignisse in der Ukraine und deren Deutungshoheit in vollem Gange ist, ist keine neue Erkenntnis. Dass es dabei auch im Westen zumindest blinde Flecke der Wahrnehmung gibt, wird oft ausgeblendet – deshalb (verspätet) ein notwendiger Hinweis auf solche Probleme auch hierzulande: Das Bild eines pro-russischen Separatisten, der an der Absturzstelle des – höchstwahrscheinlich abgeschossenen – Malaysia Airlines-Fluges MH17 ein Stofftier aus den Trümmern hochhält, ging um die Welt. In der Regel als Beleg dafür, wie skrupellos sich die Separatisten an dieser Absturzstelle aufführen.

Ein Blick auf die ganze Sequenz am 18. Juli verändert diese Wahrnehmung – hier ein (russisches) Video von diesem Ereignis, ab 1:10 wird es interessant: weiterlesen

Social Media: Leseverbot für die Bundeswehr?

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Es ist gut, dass die Überwachung der elektronischen Kommunikation durch staatliche Stellen hierzulande mit Skepsis betrachtet wird. Und für die Ausforschung gerade auch der privaten Kommunikation, wie sie durch den ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden bekannt wurde, gilt das erst recht. Dennoch wundert mich ein wenig, mit welchem Spin die Planungen der deutschen Streitkräfte, Datenbank-Tools zur Beobachtung auch sozialer Netzwerke zu nutzen, mit dem Eingriff in die Privatsphäre gleichgesetzt werden.

Die aktuellen Meldungen dazu beruhen auf einer Anfrage der Linkspartei. weiterlesen

Neue Offenheit: Die Marienberger Jäger und die NRF

Wer das Verteidigungsministerium oder die Bundeswehr nach den deutschen Einheiten fragt, die für die internationalen Eingreifverbände wie die NATO Response Force (NRF) oder die EU-Battlegroups vorgesehen sind, erhält in der Regel die achselzuckende Aussage: Diese Information sei, leider, eingestuft und nicht öffentlich zugänglich. Das ist ist ein bisschen lächerlich angesichts des Umgangs zum Beispiel der skandinavischen Nachbarn mit diesen Informationen – die Schweden sind in Bezug auf Sicherheit ja nicht unbedingt dümmer. Außerdem kann man die Zusammensetzung von solchen Einheiten mit deutscher Beteiligung oft genug in der Lokalpresse oder eben bei den anderen beteiligten Staaten nachlesen.

Deshalb ist es um so auffälliger (und lobenswerter), wenn das Deutsche Heer in diesen Tagen ganz offensiv von der Zertifizerung eines deutschen Kampfverbandes für die nächste NRF-Rotation 2015 berichtet. Unter der Überschrift Deutscher Gefechtsverband für NRF bereit ist da unter anderem nachzulesen: weiterlesen

Das große Facebook-Experiment: Die U.S. Army finanzierte mit – KORREKTUR

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KORREKTUR 30. Juni: Die Universität, die die Studie durchführte, hat ihre Angaben zur Finanzierung widerrufen und erklärt nunmehr, dass die U.S. Army NICHT finanziell beteiligt war:

Correction: An earlier version of this story reported that the study was funded in part by the James S. McDonnell Foundation and the Army Research Office. In fact, the study received no external funding.

Damit ist die Grundlage für diese Meldung entfallen – aber ein bisschen merkwürdig ist das schon…

Hier mein ursprünglicher Eintrag:

Ein Experiment, das der Social-Media-Gigant Facebook vor gut zwei Jahren mit Hunderttausenden englischsprachigen Nutzern durchführte, ist am (heutigen) Sonntag ein Aufreger im Internet: weiterlesen

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