G36-Sammler: Warten auf den Bericht, und neue Vorwürfe

Afghanistan - Joint Patrol FDD Programm

Auch wenn der für den (heutigen) Freitag angekündigte zusammenfassende Bericht des Verteidigungsministeriums zu den Problemen beim Sturmgewehr G36 bis zum frühen Abend noch nirgendwo aufgeschlagen scheint – es gibt auch genügend anderen Stoff. Oder, um eine Twitter-Äußerung zu zitieren: Popcorn bereithalten!

Erstmal zum grundlegenden Verständnis: Die Vorgeschichte habe ich für die Krautreporter aufgeschrieben: Die Braut, der man nicht traut

Zum Bericht hat der Sprecher des Verteidigungsministeriums heute in der Bundespressekonferenz schon mal vorab ausführlich Stellung genommen. Wichtigste Aussage: Nach derzeitigem Stand gibt es keine Grundlage für Schadenersatzansprüche gegen den Hersteller.

Und weiter gehts:

Die Vorschriften für die Qualitätskontrolle beim G36-Hersteller Heckler&Koch sollen jahrelang missachtet worden sein, berichtet der Spiegel: weiterlesen

G36: Noch kein Bericht; heutiger Stand: Keine Schadenersatzansprüche

Der für den (heutigen) Freitag erwartete Bericht zu den Problemen beim Sturmgewehr G36 liegt noch nicht vor. Und: Nach dem aktuellen Stand gibt es keine Schadenersatzansprüche des Bundes gegen die Herstellerfirma Heckler&Koch.

Das ist der Zwischenstand am Freitagmittag in Kurzform. Wer es genauer wissen möchte: Die einstündige Fragerunde mit dem Sprecher des Verteidigungsministeriums, Jens Flosdorff, in der Bundespressekonferenz zum Nachhören:

G36_BPK_17apr2015.mp3     

 

Am Ende kommen auch die Fragen an Tobias Plate, Sprecher des Bundesinnenministeriums, und an die Sprecherin des Finanzministeriums, Friederike von Tiesenhausen, nach der Nutzung von G36 bei Bundespolizei und Zoll. v. Tiesenhausen hat später noch ergänzt, dass das G36 beim Zoll nicht verwendet wird.

(Wenn das Transkript vorliegt, ergänze ich das hier.)

Drehflügler aus anderer Perspektive: NH90 in Afghanistan

NH90-FAM-AFG-vid

Auf dieses Video des NH90 im Afghanistan-Einsatz als Forward Air MedEvac hat ein Leser in den Kommentaren aufmerksam gemacht (vielen Dank). Ich denke, dieses – offensichtlich private – Video, vor paar Tagen eingestellt, hat mehr Aufmerksamkeit verdient:


(Direktlink: https://youtu.be/sYuaiRGs7ZE)

G36: 17. April BMVg-Bericht, ab 19. Mai Nachtwei-Kommission

Operation Orpheus - Nawabad, Northern Afghanistan

Ein bisschen unübersichtlich ist die Lage rund um das Sturmgewehr G36 der Bundeswehr ja inzwischen schon. Es gibt Aussagen von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen vom 30. März, mehrere Stellungnahmen der Herstellerfirma Heckler&Koch (die umfangreichste mit zehn Seiten am 10. April), eine Weisung des Generalinspekteurs zum taktisch/operativen Umgang mit dem G36 – und wie geht’s jetzt weiter?

• Der technische Abschlussbericht, der Grundlage für die Äußerung der Ministerin Ende März war, soll am 17. April vorliegen, also am Freitag kommender Woche. An diesem Bericht beteiligt sind Bundesrechnungshof, Ernst-Mach-Institut der Fraunhofer Gesellschaft, Wehrtechnische Dienststelle (WTD) 91 und das  Wehrwissenschaftliche Institut für Werks- und Betriebsstoffe der Bundeswehr.

• Eine Expertenkommission unter Vorsitz des früheren Grünen-Bundestagsabgeordneten und Verteidigungsexperten Winfried Nachtwei soll untersuchen, ob mögliche, beim G36 festgestellte Probleme, zur Gefährdung von Soldaten in den Auslandseinsätzen geführt haben. Neben Nachtwei gehört der Kommission Hellmut Königshaus an, der derzeitige Wehrbeauftragte des Bundestages – die Kommission soll aber erst nach seinem Ausscheiden aus dem Amt am 19. Mai tätig werden. Königshaus hatte schon in einem Interview deutlich gemacht, dass ihm als Wehrbeauftragten keine konkrete Hinweise auf eine solche Gefährdung vorlägen. weiterlesen

Der offizielle Abschied von der Großgeräte-Liste: Künftig 320 Kampfpanzer

Leo_2007

Die Bundeswehr soll künftig 320 Kampfpanzer in ihren Einheiten haben und nicht, wie bisher geplant, nur 225. Die bereits erwartete Aufstockung kündigte das Verteidigungsministerium am (heutigen) Freitag an, nachdem Ministerin von der Leyen die Erhöhung  im Februar angekündigt hatte. Dafür sollen 100 eingelagerte Leopard 2-Kampfpanzer älterer Bauart von der Industrie zurückgekauft  und modernisiert werden – das wird allerdings ein Prozess, der sich über einige Jahre erstrecken wird.

Damit nimmt die Ministerin jetzt auch formal Abschied von der Großgeräte-Liste, also der Liste der Strukturrelevanten Hauptwaffensysteme der Streitkräfte, die ihr Vorgänger Thomas de Maizière vorgelegt hatte.

Die Zahlen der derzeit verfügbaren Kampfpanzer in der Bundeswehr hatte Ministeriumssprecher Jens Flosdorff Anfang März vorgerechnet; heute erläuterte Flosdorff die geplante Aufstockung vor der Bundespressekonferenz, nachdem der Spiegel vorab von den Plänen berichtet hatte: weiterlesen

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