De Maizière: …. dann hätten wir gar keine Rüstungsprojekte

Verteidigungsminister Thomas de Maizière hat in einem Interview zum Debakel um den EuroHawk Stellung genommen – wenn ich nicht etwas übersehen habe, ist das Interview der Woche des Deutschlandfunks die erste etwas ausführlichere Aussage des Ministers gegenüber einem Medium, seitdem in der vergangenen Woche der Stopp des Drohnenprogramms verkündet wurde.

Ob das Problem EuroHawk zu Konsequenzen führt und wenn ja zu welchen, lässt de Maizière – wie zu erwarten war – vor dem Bericht an den Verteidigungsausschuss am 5. Juni offen. Dennoch sind die Aussagen in dem Interview, das der Deutschlandfunk bereits am (heutigen) Freitag in Teilen veröffentlichte, recht interessant:

Wenn wir bei komplizierten Beschaffungsvorhaben bei jedem Problem komplett die Reißleine ziehen würden, dann hätten wir gar keine Rüstungsprojekte. Es gibt kein einziges Beschaffungsverfahren ohne Probleme dieser Größenordnung. weiterlesen

Zum Nachhören: Drohnen im Radio

Eine echte Drohnenwoche, auf allen Kanälen.

Das habe ich nicht nur hier auf Augen geradeaus! gemerkt, sondern auch an den Anfragen von Rundfunksendern… Zwei längere Sendungen zum Thema EuroHawk, an denen ich beteiligt war, hier zum Nachhören (um meinen Jung&Naiv-Kompagnon Tilo Jung mal zu zitieren: Die verruchteste Stimme im Internet...).

Am Donnerstag (23. Mai) auf WDR2:

 
mit den Bundestagsabgeordneten Jürgen Hardt (CDU) und Paul Schäfer (Linkspartei)

Am Dienstag (21. Mai) auf Bayern 2: Tagesgespräch

(Beide Audiodateien als mp3)

 

EuroHawk: Selhausen leitet Arbeitsgruppe im Ministerium

Nachdem in der Bundespressekonferenz am (gestrigen) Mittwoch offen blieb, wer im Verteidigungsministerium die interne Arbeitsgruppe zur Aufarbeitung der EuroHawk-Probleme leitet, hat das Ministerium heute die Information nachgereicht:

Auf Ihre Frage, wer im Verteidigungsministerium die zum Themenkomplex Euro Hawk eingerichtete Arbeitsgruppe leitet, teile ich ergänzend zu meinen Ausführungen mit:
Die Arbeitsgruppe, die im Kern aus rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besteht, wird von Herrn MinDir Detlef Selhausen (Abteilungsleiter Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung) geleitet.

Also vom, wie es international heißt, Rüstungsdirektor des Ressorts. Der mit dem Thema EuroHawk schon länger zu tun hat.

Überraschung: Minister stimmte beim NATO-Gipfel Drohnen zu

Nichts läge mir ferner als den Rechercheeifer der Kollegen beim Thema EuroHawk und Drohnen zu bremsen. Und ja, in der Tat stellt sich die Frage, wie es nach dem Stopp des EuroHawk-Projekts mit der Alliance Ground Surveillance (AGS) der NATO weitergeht, die ja auch Drohnen vom Typ GlobalHawk als wesentlichen Bestandteil vorsieht. Sehr hübsch illustriert das ein NATO-Video (siehe oben).

Aber dass Verteidigungsminister Thomas de Maizière noch im vergangenen Jahr für das NATO-Projekt in den Ausschüssen des Bundestags geworben hat, ist…. nun ja, nicht ganz so überraschend. Hat er doch auf dem NATO-Gipfel im Mai 2012 in Chicago diesem Vorhaben für Deutschland zugestimmt. Und hat der Bundestags-Haushaltsausschuss ebenfalls im Mai 2012 dafür grünes Licht gegeben.

Die Frage bleibt allerdings, warum der Minister sich für das Projekt eingesetzt hat, nachdem spätestens Ende 2011 das Problem mit dem EuroHawk und der Zulassung bekannt war. Die Antwort darauf, die wäre wirklich eine Exklusivnachricht.

EuroHawk: Dokumentation Bundespressekonferenz 22. Mai

Foto: Northrop Grumman Pressefoto)

Die Antworten zum Thema EuroHawk in der Bundespressekonferenz am (heutigen) Mittwoch lassen noch einige Fragen offen… Zur Dokumentation hier Fragen und Antworten vom Sprecher des Verteidigungsministeriums, Stefan Paris, und dem stellvertretenden Regierungssprecher Georg Streiter (von dem kommt die Aussage „Die Bundeskanzlerin hat volles Vertrauen in Bundesminister de Maizière“):

Frage: Herr Paris, die „WELT“ schreibt heute, der Vertrag über die Drohne mit dem Hersteller Northrop Grumman sei noch gar nicht gekündigt worden. Stimmt das? Vielleicht können Sie ein bisschen erläutern, wie die Vertragssituation aussieht.

Paris: Ich möchte da nicht zu sehr ins Detail gehen, weil Sie wissen, dass wir – mit dem Ziel, den Verteidigungsausschuss am 5. Juni insgesamt über das Projekt „Euro Hawk“ zu unterrichten – derzeit dabei sind, diese Historie in einer Arbeitsgruppe im Ministerium und auch im nachgeordneten Bereich umfassend aufzuarbeiten. weiterlesen

weiter »