Angriff mit den kleinsten Booten der Marine

Amerikanischen Minentauchern beim Kajakschiessen

Auch kleine, muskelbetriebene Boote taugen als Angriffsmittel: Bei einer Übung der Minentaucher vor dem Übungsplatz Putlos in der Ostsee vor Schleswig-Holstein trainierten US-Soldaten das Schießen vom Kajak aus, mit den (deutschen) Waffen G36 und MG5 auf Ziele an Land. Wer wie ich als (ziviler) Kajakfahrer schon mal versucht hat, mit einem Teleobjektiv vom Boot aus zu fotografieren, ahnt, wie schwierig das ist…

Die ganze Bilderserie der Übung INVITEX, aufgenommen am 10. April, gibt es bei marine.de.

Die gezeigten Kajaks sind Faltboote der deutschen Firma Klepper (unklar bleibt, ob die zur Ausrüstung der US-Minentaucher gehören oder aus Bundeswehrbeständen sind). Die Ausführung für die Spezialkräfte wird nicht nur mit einem Verdeck in Dunkeloliv (statt rot oder blau) geliefert, sondern auch mit einem Gestänge mit Tastmarkierungen – damit man die Faltboote auch im Dunkeln aufbauen kann.

(Foto: Bundeswehr/Björn Wilke)

Neue Technik für die Orion – und was das mit dem Bundesverfassungsgericht zu tun hat

Die Seefernaufklärer Orion P-3C der Deutschen Marine, im Einsatz derzeit in der EU-Antipirateriemission Atalanta vor der Küste Somalias (Foto oben), sollen modernisiert werden. Rund 250 Millionen US-Dollar (ca. 180 Millionen Euro) wird das Upgrade der Computer sowie der Systeme zur U-Boot-Jagd kosten. In dem Paket zur Kampfwertsteigerung, das von US-Firmen geliefert werden soll, sind auch eine Verbesserung des Simulators für die Orion und ein Missionsunterstützungssystem enthalten.

Woher ich das weiß? Nun, weil die US-Defense Security Cooperation Agency die grundsätzliche Entscheidung des State Departments zur Freigabe der Lieferung an einen ausländischen Partner dem US-Kongress mitgeteilt hat. Und zugleich öffentlich gemacht hat.

Damit sind wir schon mitten in der deutschen Debatte: weiterlesen

Militärausgaben weltweit: Deutschland gegen den Trend

Die neueste Statistik des Stockhomer Friedensforschungsinstitutes SIPRI zeigt für die weltweiten Militärausgaben ein unter dem Strich nicht erfreuliches Bild: Zwar gab es im vergangenen Jahr einen weltweiten Rückgang dieser Ausgaben um 1,9 Prozent, der allerdings fast ausschließlich auf einen Rückgang in den westlichen Ländern und vor allem in den USA zurückgeht – schon ohne die USA in der Statistik stiegen die Ausgaben für Rüstung, Soldaten, Einsätze (und auch Pensionen) um 1,9 Prozent. Der Anstieg ist insbesondere auf mehr Geld für militärische Zwecke in Nahost, Asien und Afrika zurückzuführen.

Während die globalen Trends in vielen Berichten dominieren, fällt mir beim Blick auf den generellen Rückgang in den westlichen Ländern was auf:

In Western and Central Europe, a majority of countries continued to cut military spending as austerity policies were maintained in most of the region. The falls in the region since the beginning of the financial and economic crisis in 2008 are no longer confined to Central Europe and the ‘crisis’ countries of Western Europe. Falls of over 10 per cent in real terms since 2008 have now been recorded in Austria, Belgium, Greece, Ireland, Italy, the Netherlands, Spain and the UK, as well as all countries in Central Europe except Poland. In contrast, Germany’s military spending was 2 per cent higher. weiterlesen

Wir steigern das Bruttosozialprodukt

Das ist mal eine gute Nachricht: Je mehr die Bundeswehr für Waffensysteme ausgibt, um so positiver wirkt sich das künftig auf die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung aus. Was ein bisschen schräg klingt, ist eine Folge der (europäischen) Neuordnung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, die ab September EU-weit verpflichtend gilt: Militärische Investitionen in Flugzeuge, Panzer, Schiffe und anderes Großgerät werden dann auch als Investitionen gewertet und verstärken die volkswirtschaftliche Gesamtleistung eines Landes. Mit den Worten der Statistiker aus der Erläuterung des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESGV) 2010:

Bisher wurde zwischen militärischen Waffensystemen und zivil nutzbaren militärischen Anlagen unterschieden: weiterlesen

NH90-Splitter: 25-Mio-Vorlage kommt; 4 Stunden Fliegen pro Woche muss reichen

Der Hubschrauber, der rostet, bevor er fliegt – das ist für meine Journalistenkollegen ein zu schönes Thema, als dass sie dran vorbei kämen (auch wenn es technisch gesehen Korrosion ist und nicht Rost; auch wenn ich nicht verstehe, warum sich praktisch alle Medien darauf beziehen, was die Bild-Zeitung berichtet, was der Generalinspekteur dem Haushaltsausschus vorgetragen hat, was ihm die Niederländer zu dem Thema mitgeteilt haben – statt sich gleich die veröffentlichte Originalquelle aus Den Haag anzusehen. Aber sei’s drum.) Tatsache ist: die Probleme mit dem NH90 als Marinehubschrauber, den auch die Bundeswehr beschaffen will, sind jetzt einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.

Da ist es um so merkwürdiger, dass ein Detail der Ausschussberatungen am (gestrigen) Mittwoch bislang so gar keine Beachtung gefunden hat: Das Verteidigungsministerium ist nun unter der neuen Chefin Ursula von der Leyen bereit, das Gesamtpaket der Hubschrauber-Beschaffung beim Hersteller Airbus (früher EADS) dem Bundestag erneut zur Beschlussfassung vorzulegen. weiterlesen

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