RC N Watch: Minister in Char Darrah – und Einzelheiten aus dem Gefecht

So ist sie, die Bundeswehr: da muss man schon mit dem Verteidigungsminister ins Kampfgebiet reisen, um die aktuellsten Einzelheiten über die Gefechte der vergangenen Tage im Distrikt Char Darrah bei Kundus zu bekommen… Der dpa-Kollege Michael Fischer ist mit Karl-Theodor zu Guttenberg unterwegs und hat das dankenswerterweise alles aufgeschrieben.

Paar Kennzahlen: 700 Soldaten aus afghanischer Armee (ANA) und dem deutschen Ausbildungs- und Schutzbataillon (ASB), vor Ort eher als Task Force Kunduz bezeichnet, dazu Belgier (also vermutlich das OMLT). Seit dem vergangenen Wochenende aktiv in der Operation Almazag (oder Almasak, je nach Schreibweise), auf Deutsch Blitz. Zehn getötete Aufständische, drei verwundete deutsche Soldaten (es gab auch höhere Verwundetenzahlen, allerdings mit dem Hinweis, dass es sich um sehr leichte Verletzungen handele). Einsatz der Panzerhaubitze 2000 mit Sprengmunition. Close Air Support, Luftnahunterstützung mit Bombenabwurf. Operationsziel ist der Ort Katliam (das müsste man noch mal checken – diesen Ortsnamen kann ich außer in den aktuellen Berichten zum Guttenberg-Besuch nirgendwo finden…) – wo also vermutlich der neue Combat Outpost von ISAF und ANA entsteht.

Mehr gibt’s dazu im Moment nicht. Vielleicht ja, wenn der Minister zurück ist in Deutschland.

Nachtrag: Details zur Operation und zur Örtlichkeit jetzt auf der Bundeswehr-Seite: Informationen zur Operation Halmazag und die vielleicht sinnvollere Schreibung des Ortsnamens: Quatliam.

(Danke für den Leserhinweis! Auffälliger Unterschied: da ist von einer Stärke von 480 Soldaten die Rede).

40 Kommentare zu „RC N Watch: Minister in Char Darrah – und Einzelheiten aus dem Gefecht“

  • Tom   |   04. November 2010 - 17:43

    Ich schwanke zwischen „Der hat sie nicht mehr alle. In so ein Gebiet bei der aktuellen Sicherheitslage.“ und „Das braucht der Landser genauso wie die deutsche Öffentlichkeit. So sieht gelebtes Interesse und Wertschätzung aus.“

    Ich tendiere aber zu Zweiterem. Respekt.

  • Tom   |   04. November 2010 - 17:46

    Übrigens – es gibt mehr:

    http://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/kcxml/04_Sj9SPykssy0xPLMnMz0vM0Y_QjzKLd443DnQHSYGZASH6kTCxoJRUfW99X4_83FT9AP2C3IhyR0dFRQCsXOUq/delta/base64xml/L2dJQSEvUUt3QS80SVVFLzZfQ180QzU!?yw_contentURL=%2FC1256EF4002AED30%2FW28AVJFS328INFODE%2Fcontent.jsp

    P.S.: Es sind auch andere Schreibweisen dabei ;-)

  • MrZ   |   04. November 2010 - 17:52

    Katliam liegt gut anderthalb Kilometer südsüdöstlich von der „Höhe 432“ direkt an der LOC „Little Pluto“ – und damit ungefähr ebenso weit entfernt von Isa Khel, dem Dorf, in dem die Gefechte vom Karfreitag stattfanden.
    Offenbar ist die „Little Pluto“ nun über die Höhe 432 hinaus „geöffnet“ und damit Isa Khel von der westlichen Seite „abgeriegelt“ worden.

  • politisch inkorrekt   |   04. November 2010 - 18:07

    Also ist die Operation als Vorbereitung auf die Säuberung von ISA KHEL zu sehen. Wenn dieses Kaff tatsächlich derart stark verteidigt(und befestigt) ist, dürfte nach dem Sturm nicht mehr viel von dem Dorf übrig sein um es zu halten und wiederaufzubauen.

    pi

  • Tom   |   04. November 2010 - 18:10

    Der Minister versteht es perfekt, sich in Szene zu setzen. Dies tut er wie kaum ein zweiter.
    Ich halte es aber auch für sehr wichtig, so wie er es tut, Präsenz bei den Soldaten im Einsatz zu zeigen.
    Beschämend allerdings ist, dass man (wie eigentlich immer) auf die amerikanische Unterstützung in Form von Hubschraubern und evtl auch Top Cover zurückgreifen muss. Genau hier ist ein Ansatzpunkt, an dem er tätig werden kann und muss, um dieses Problem schnellstmöglich zu beheben. Und zwar nicht nur für Heer und Luftwaffe, sondern gerade auch bei der Marine.

  • T.Wiegold   |   04. November 2010 - 18:22

    völlig OT: wenn mehrere Leute das gleiche Pseudonym wählen – z.B. Tom – führt das hier ein bisschen zu Verwirrung…

  • Mariner   |   04. November 2010 - 19:07

    Sehe ich das richtig, dass der VM hier ein „Purple Heart“ verleiht?

    http://www.welt.de/politik/ausland/article10735902/Guttenberg-trifft-seine-Soldaten-an-der-Front.html

    Bild 6 von 8

    Jedenfalls ist es weder eine Deutsche Urkunde, noch eine deutsche Auszeichnung.

    Interessant!

  • Mariner   |   04. November 2010 - 19:11

    Ach … und ja, ich denke morgen wird niemand – selbst nicht in der Klatschpresse – sagen, er war nur der Publicity wegen da (wie beim letzten Mal)!!!

    Vielen anderen würde an seiner Stelle der A…. auf Grundeis gehen und sie würden kneifen … insbesondere der Amtsvorgänger!!!

    Guttenberg for Bundeskanzler ;-)

  • urbanpionier   |   04. November 2010 - 19:22

    @ mariner ja das sehen sie richtig mit dem purple heart. Sag zumindest der spiegel. http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-61310-5.html Kann man jetzt zu stehn wie man will…

  • Etienne Rheindahlen   |   04. November 2010 - 19:49

    Respekt, Herr Minister. Er praktiziert genau das, was kompetente Führungskräfte tun sollten – er verschafft sich einen persönlichen Eindruck von der Lage vor Ort, nimmt positive wie (hoffentlich) kritische Einschätzungen und Meinungen der „Mitarbeiter an der Front“ mit an seinen heimatlichen Schreibtisch.

    Nicht nur, dass solch ein – vor dem Hintergrund der Inkaufnahme einer erheblichen persönlichen Gefährdung – couragiertes Verhalten die Motivation der Männer und Frauen im Einsatz verstärkt.

    Das Verhalten des Freiherr zu Guttenberg kann (muß?) als vorbildlich für mit demokra- tischem Mandat beauftragte Personen angesehen werden. Statt ausschließlich auf Referenten (oder Lobbyisten und „andere Einflüsterer“) zu hören, sollten Minister und Staatssekretäre öfter zum „fact finding“ ins wahre Leben. Nur dort erfahren sie, was Zahlen, Daten, Statistiken meist nur zum Teil widerspiegeln: die Grundlagen für künftige Perspektiven, Strategien und Entscheidungen. Wenn zu Guttenberg dafür PR-Effekte höchster Güte als „collateral advantages“ mitnehmen kann…er hat sie verdient.

    Und weil sich auf Höhe 432 kein „Tegernseer Bauerntheater“ für „Polit-Touristen“ (nebst Entourage) inszenieren lässt, die Realität des Bundeswehr-Einsatzes im RC North für alle Beteiligten und Besucher eine lebensgefährliche ist und weil der Herr Minister halt einfach (Pardon!) „cohones“ beweist…ziehe ich mein Barett vor diesem Politiker.

  • Mariner   |   04. November 2010 - 20:23

    @urbanpionier:

    Ich finde es einen Schlag ins Gesicht der Deutschen Truppen, da sowohl die Ordenskanzlei des Bundespräsidenten als auch das BMVg selbst eine Auszeichung von verwundeten Deutschen Soldaten mit der Begründung ablehnt (O-Ton der mir schriftlich vorliegt):

    „Gegen ein Verwundetenabzeichen sprachen dabei die in den Streitkräften traditionell als Voraussetzung geforderten besonderen Leistungen für eine Auszeichnung. Auch historische Gesichtspunkte zu Verwundetenabzeichen in deutschen Armeen ließen die Stiftung eines solchen Abzeichens nicht sinnvoll erscheinen.“

    Danke Deutschland!

  • Andreas   |   04. November 2010 - 20:26

    in der tat bemerkenswert,er bräuchte es wirklich nicht tun.niemand würde ihm vorwerfen wenn er dem kampfgebiet fernbliebe,das er es trotzdem tut spricht für ihn.

  • Niklas   |   04. November 2010 - 20:33

    Ich gehöre zwar zu jenen, die sich weigern, ihn zu überschätzen und auch das Hochgejubel ablehnen…

    Aber ich finde es toll, dass er so etwas macht. Auch weil es so unkonventionell ist :)
    Ein wahrer Verteidigungsminister nach Maß, wenn es darum geht.

    Beim nächsten Mal kämpft er ja vielleicht mit :)

  • J. König   |   04. November 2010 - 20:57

    mehr oder weniger @alle

    Warum wird auf dpa rekuriert und nicht auf den IP im eigenem Hause?

    Ist IP aus der Sicht des derzeitigen Inhabers der Befehls- und Kommandogewalt nicht geeignet, nicht gewollt?

    Warum dpa?

    Das würde mich schon mal interessieren.

  • urbanpionier   |   04. November 2010 - 21:09

    Jetzt aber bitte mal den ball flach halten. Man gewinnt ja fast den eindruck die PR abteilung des VM hat dieses forum entdeckt und schiebt noch spätschichten ;-)

  • urbanpionier   |   04. November 2010 - 21:24

    …will sagen: Für mich gehört es für einen VM vorrangig eher zu den Aufgaben „köpfchen“ zu zeigen als „cohones“…

  • Mariner   |   04. November 2010 - 21:27

    @J. König

    mehr oder weniger @off topic

    Sorry, ich weiß es ist schwer mit nicht Eingeweihten über Fachthemen zu diskutieren und das wir in der Bw gerne Abkürtungen nutzen (auch bekannt als BwAbkFi) aber was bitte ist „IP“??? Wenn ich IP lese, denke ich an „Internet Protocol“ …

    Wenn ich raten muss würde ich sagen Informations- und Pressedienst?

  • Etienne Rheindahlen   |   04. November 2010 - 21:51

    @ urbanpionier

    Sie haben zweifelsfrei Recht. Aber wenn sich in einer Person „Köpfchen“ mit „cohones“ verbinden, sehe ich darin keinen Nachteil. Im Gegenteil.

    Oh…und ich gehöre aktuell nicht zum Einflussbereich des VM (eigentlich ja BMVg), seines IP-Stabes (Informations- und Pressestab) oder irgendeiner PR-Agentur.

    Bin eben „nur“ ein einfacher Leutnant d.R.

  • JCR   |   04. November 2010 - 22:32

    Wenn man jetzt sehr böse wäre, könnte man „frontnächster dt. Politiker seit Hitler vor Warschau“ sagen ;)

    (Das ist jetzt KEIN Nazi-Vergleich! ich mag KtzG:))

    Aber ich denke auch daß er schlichtweg:
    1. der Version seiner Stäbe nur bedingt traut.
    2. ein Zeichen innerhalb der BW setzen will, daß er aggressive operationen gutheißt.

    PS, das mit dem Verwundetenabzeichen und dem Präsidialamt ist unter aller Sau.
    Aber „old habits die hard“, leider…

  • J.R.   |   04. November 2010 - 22:52

    Der Erkenntnisgewinn solcher Kurzbesuche dürfte ziemlich gering sein. Und ich werd irgendwie den Eindruck nicht los, dass wenn man sich in Deutschland mit heimgekehrten Soldaten zusammensetzen würde, ohne Kameras und Reporter, wohl mehr dabei rauskäme.
    Letztlich ist es wohl vor allem eine Geste an die Truppe. Und das Herr Guttenberg darin gut ist bezweifelt ja niemand.

    (Zum Vergleich: Dass auch Herr Lammert – immerhin Präsident des Bundestags – dort „draußen“ war, war ja kaum von Interesse. Er sieht halt auch nicht besonders abenteuerlich aus. Dass auch (meines Wissens) alle Obleute des Verteidigungsausschusses und diverse andere Politiker in Afghanistan waren interessiert letztlich wohl auch kaum jemanden… Ist halt schon sehr subjektiv, wenn das eine als „Tourismus“/“Show“ und das andere als „Anteilnahme“/“Interesse“ gewertet wird. )

  • Voodoo   |   04. November 2010 - 23:03

    Gibt es eine offzielle Verlautbarung des Ministeriums bezüglich des Verwundetenabzeichens? Oder nur das Schreiben, was ihnen vorliegt? Wenn dem wirklich so ist, habe ich das letzte bisschen Respekt vor den Entscheidungsträgern dieses Entschlusses verloren. Das ist genau so beschämend und peinlich wie das Rumgeeier bei der Tapferkeitsauszeichnung damals – nächste Stufe des wertlosen Ehrenkreuz der Bw… Lächerlich.

  • J.R.   |   04. November 2010 - 23:28

    Ich muss zugeben, den Anspruch auf immer neue Orden seitens der Soldaten finde ich etwas befremdlich.
    Sind sie wirklich soviel „besser“ als etwa Polizisten oder Feuerwehrleute, oder warum käme niemand auf die Idee, für jene etwa ein Verwundeten-Abzeichen zu fordern?

  • Voodoo   |   04. November 2010 - 23:44

    Provokant beantwortet: Ja. Denn ein Soldat, der für diese Auszeichnungen in Frage kommt (eben nicht die von der Chairborne), ist nicht im Schichtdienst seiner Heimatstadt für 2 Tage gebunden. Dies dürfte auch die Ordenstraditionen unserer Verbündeten, einschließlich der russischen Armee, zeigen. Weniger der „Fruit salate“ der USA als denn die wirklich prestigeträchtigen Auszeichnungen. Frei nach Napoleon: „Männer führt man mit Ordensbändern.“

    Wir sollten uns vielleicht einfach mal davon trennen, liebgewonnene Äpfel mit neuartigen Birnen vergleichen zu wollen und einen normalen Bezug zu militärischen Orden und Auszeichnungen entwickeln, die teilweise schon fast 200 Jahre in der Tradition unseres Landes verankert sind.

  • O.G.   |   05. November 2010 - 7:36

    Ich persönlich finde es sehr gut dass der Minister sich auch „ganz vorn“ blicken lässt. Endlich haben wir mal einen Verteidigungsminister der sich mal persönlich ein Bild macht und nicht sich nur vortragen lässt was denn so alles in der Welt passiert.

    @Vodoo
    Warum sollte es denn eine offizielle Verlautbarung eines Deutschen Verteidigungsminster geben, wenn er einen US-Soldaten auszeichnet?

    Eine nette Geste ist es auf jedenfall und ich denke das sich der Kamerad dort auch geehrt gefühlt hat.

  • Kellek   |   05. November 2010 - 9:05

    Mal was ganz anderes als die obige Diskussion um Touristen und Orden:
    Auf der verlinkten BW-Meldung zu den Gefechten ist ja dieses hübsche Bild von der PzH abgebildet, bei dem genau in dem Moment, als das Geschoss den Lauf verlässt, abgedrückt wurde. Unterschrieben mit: PzH2000 in Kunduz. Bildquelle ist aber das holländische Verteidigungsministerium. Hatten unsere lieben Nachbarn mit den hohen Deichen die PzH nicht deutlich vor der BW im Süden von Afgh. im Einsatz? Und auch die Umgebung / der Hintergrund sieht mir (der ich leider nicht das Privileg habe, je in Kundus gewesen zu sein) eher nach Südafghanistan denn nach Kunduz aus. Kann es sein, dass die BW sich hier ein wenig mit fremden Lorbeeren schmückt, auch wenn es hier nur um ein Foto geht?

  • O.G.   |   05. November 2010 - 9:38

    @Kellek
    Nicht schlecht beobachtet und JA sie haben recht. Bei dem Bild handelt es sich wirklich nicht um „unsere“ PzH sondern um die unserer Nachbarn und die sind…..um evtl. Gerüchten vorzubeugen…noch nicht nach KDZ zur Verstärkung gekommen. ;)

  • S.W.   |   05. November 2010 - 9:40

    @Kellek
    Das Photo ist wohl in Uruzgan entstanden. Die PzH 2000 der Bw ist umgetarnt, und die Umgebung sieht auch nicht so aus wie die des PRT Kunduz.

  • JCR   |   05. November 2010 - 10:45

    Auch lustig, daß die PzH bei den Holländern so relative „frei stehend“ zum schuß kam, währen sie in Kunduz eingebunkert ist wie beim Atlantikwall…;)

  • Zivi   |   05. November 2010 - 12:04

    Eine Bitte um Aufklärung an die sachlich versierteren Diskutanten hier: Ich stolpere über das Sätzchen „Die Stellungen wurden gehalten.“, das gleich mehrfach auftaucht in den offiziellen Mitteilungen. Kann da jemand akute Interpretationshilfe leisten? Ich dachte nämlich, dass das eigentlich keine Frage mehr ist. Was fehlt? Woran hängt es?

  • Voodoo   |   05. November 2010 - 12:20

    Ich bezog mich bezüglich des Verwundetenabzeichens auf das, was Mariner weiter oben schrieb. Das scheint nämlich das (momentane) offzielle Ende eines deutschen Verwundetenabzeichens zu sein, das der Minister ja noch anfang Oktober ankündigte.

    Und „Stellung gehalten“ heißt eigentlich nichts anderes als „erfolgreich verteidigt“.

  • Mariner   |   05. November 2010 - 15:18

    @Voodoo:

    Es ist eine offizielle Verlautbarung des Ministeriums, allerdings vom 07.01.2010. Ich hatte ein entsprechendes Schreiben mit der Bitte um Stiftung einer Verwundetenmedaille am 23.11.2009 an den Bundespräsidenten gerichtet und nachrichtlich unter anderem das BMVg beteiligt – mit Adressat: Herr Bundesminister der Verteidigung.

    Geantwortet hat mir in seinem Namen ein Oberst i.G. aus dem FüS.

    Die ablehnende Begründung des BPräsAmt und des BMVg sind übrigens identisch und gleichlautend. Also ist die Sprachregelung offensichtlich abgestimmt.

    Andere mir vorliegende Informationen von Mitte des Jahres, als Frau Elke Hoff (MdB) ein entsprechendes Abzeichen forderte, waren ebenfalls wenig zuversichtlich stimmend: es wurde verlautbart, der Minister lehne weiter eine solche Auszeichnung ab, er stelle sich vielmehr eine „Sichtbarmachung“ an den jetzigen Einsatzmedaillen vor, z.B. eine rote Umrandung verlgleichbar zu den neuen Ehrenkreuzen (hier ist ja auch das Ehrenkreuz in Silber und Gold, für besondere Taten unter Gefährdung des eigenen Lebens von einem roten Rand eingefasst).

    Insofern kann es eher positiv stimmen, dass diese Idee wohl vom Tisch ist, da KTG ja sagte, es muss etwas anderes geben ausser der reinen ISAF-Medaille … vielleicht wird ja eine neue „Nahkampfspange“ für politisch weniger bedenklich gehalten!

    Ok – zugegeben – schlechter Scherz!

    Wir werden sehen! Der Minister steht ja nun im Wort!

  • S.W.   |   05. November 2010 - 18:30

    Ein großartiger Artikel voller bislang nicht offener Informationen und plastischer Schilderungen bei der FAZ:

    Wenn etwa deutsche Panzerbesatzungen Splittermunition verschießen, dann sehen sie Menschen platzen. „Jeder von uns ist schon in einer Situation gewesen, wo er einen tiefen Durchhänger hatte“, sagt Johannes C.

    http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~E0B8AEA05BD48411D812A47D5D247AE8D~ATpl~Ecommon~Scontent.html

  • PsyOpper   |   06. November 2010 - 3:57

    @S.W.
    Wie sagte mein ZgFhr immer:
    Deckt sich mit meinen Beobachtungen!!!

  • dallisfaction   |   06. November 2010 - 11:03

    @S.W.

    Großartiger Fund! Ziemlich detaillierter Artikel. Mich wundert zunehmend, dass die Bundeswehr da beim Querlesen nicht mehr streicht.

    Dazu passt dann nicht, dass man keine privaten Foto- und Videoveröffentlichungen erlaubt.

  • T.Wiegold   |   06. November 2010 - 11:39

    @dallisfaction
    Pardon, jetzt bin ich aber mal richtig irritiert: Mich wundert zunehmend, dass die Bundeswehr da beim Querlesen nicht mehr streicht. – bei welchem Querlesen? Wer was streicht? Gehen wir zum Militärzensor oder was?

  • Voodoo   |   06. November 2010 - 11:51

    Die wunderbare Pressefreiheit :-)

    Ich glaube nicht, das sich der Pressestab wagt, in einem Artikel der FAZ oder einer anderen namhaften Zeitung rumzustreichen…

  • S.W.   |   06. November 2010 - 12:13

    @T. Wiegold
    „Gehen wir zum Militärzensor oder was?“

    Sie wissen es besser als ich, aber meines Wissens nach muss bei solchen Terminen ein Presseoffizier anwesend sein. Davon abgesehen: Journalisten, die sich zuviele Freiheiten herausnehmen, bekommen danach möglicherweise nicht mehr solchen Zugang zur Bundeswehr. Ich finde es sehr erstaunlich, dass unter diesen Umständen über den bundeswehrinternen Bodycount und die platzenden Aufständischen berichtet wird. Immerhin halten sich noch ein paar Soldaten an den Skript und tun so, als würde sie toter Feind irgendwie belasten und keineswegs befriedigen.

  • T.Wiegold   |   06. November 2010 - 13:31

    @S.W.
    Stimme Ihnen da völlig zu. Wollte aber vor allem den möglichen Eindruck ausräumen, dass Geschichten vor Veröffentlichung der Bundeswehr vorgelegt würden. Nicht von mir und auch von keinem Kollegen, den ich kenne.
    (Der Ordnung halber mache ich davon eine Ausnahme: Auch ich habe schon für das Bundeswehr-Magazin Y geschrieben. Das läuft dann wie beim corporate publishing einer Firma, und der Auftraggeber sieht den Text vor Veröffentlichung.)

  • dallisfaction   |   06. November 2010 - 19:20

    @T.W.

    Querlesen war sicher zu drastisch ausgedrückt. Aber die Bw könnte zB den Soldaten untersagen Interviews zu geben. Oder den Pressenvertretern die unliebsames schreiben das Leben schwer machen. Weniger Zugang etc. Von daher wundert es mich eben, dass man die Soldaten so frei sprechen lässt.

  • Bendler-Blog » Blog Archive » Zu Guttenbergs riskante Strategie   |   06. November 2010 - 22:18

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