Beziehungen Russland – USA: Auf dem Tiefpunkt

20140606_Obama_Putin

Als wäre die Weltlage nicht schwierig genug, drohen die Beziehungen der USA und Russlands in diesen Tagen noch problematischer zu werden als ohnehin schon. Der (heutige) Montag könnte in die Geschichtsbücher eingehen als der Tag, an dem das amerikanisch-russische Verhältnis nach jahrelanger Verschlechterung endgültig nicht mehr zu retten war, urteilt das US-Onlinemagazin Slate.

Aus der Story, die zu lesen nicht schön ist, aber sinnvoll:

First, the State Department finally followed through on days of threats by Secretary of State John Kerry, announcing that the U.S. is suspending its participation in talks with Russia to try to establish a ceasefire in Syria. (…) weiterlesen

US-Truppen bleiben länger in Afghanistan, neue Infos zum Hospital-Angriff

Kunduz, northern Afghanistan, December 2011

Zu Afghanistan gibt es am (heutigen) Donnerstag zwei Meldungen, die völlig unterschiedlich sind, aber beide weit reichende Auswirkungen haben dürften. Zum einen kündigte US-Präsident Barack Obama, wie am Morgen schon erwartet, ein längeres Bleiben der US-Truppen am Hindukusch an. Zum anderen meldet die Nachrichtenagentur Associated Press, der tödliche Luftangriff auf das Krankenhaus von Ärzte ohne Grenzen (Médecins sans Frontiéres, MSF) in Kundus am 3. Oktober habe einen pakistanischen Geheimdienstler treffen sollen, der nach US-Erkenntnissen die Angriffe der Taliban dirigierte.

Aus der AP-Meldung:

US analysts knew Afghan site was hospital
American special operations analysts were gathering intelligence on an Afghan hospital days before it was destroyed by a U.S. military attack because they believed it was being used by a Pakistani operative to coordinate Taliban activity, The Associated Press has learned. weiterlesen

Kampf gegen ISIS: Obama will keine Bodentruppen in den Irak schicken

Für den Kampf gegen die islamistischen ISIS-Terrorgruppen will US-Präsident Barack Obama keine Bodentruppen in den Irak schicken – auch wenn sein höchster militärischer Berater das angedeutet hatte. In einer Rede vor Soldaten auf der Air Force-Basis MacDill in Florida (die deutsche Zuschauer nicht live verfolgen durften) erteilte der US-Präsident dieser Option eine klare Absage:

But — and this is something I want to emphasize — this is not and will not be America’s fight alone.  One of the things we’ve learned over this last decade is, America can make a decisive difference, but I want to be clear:  The American forces that have been deployed to Iraq do not and will not have a combat mission.  They will support Iraqi forces on the ground as they fight for their own country against these terrorists.
As your Commander-in-Chief, I will not commit you and the rest of our Armed Forces to fighting another ground war in Iraq.  weiterlesen

Nicht zwingend mit Gewalt: Obama skizziert den Führungsanspruch der USA

Obama_Westpoint_28may2014

Die Rede von US-Präsident Barack Obama bei der traditionellen Abschlusszeremonie der Militärakademie West Point am (heutigen) Mittwoch legen wir uns am besten auf Wiedervorlage. Obama bekräftigte darin den Anspruch der Supermacht USA, als unverzichtbare Nation nicht nur im eigenen Interesse, sondern sozusagen im Weltinteresse ihre Ansprüche durchzusetzen. Aber eben auch, dabei nicht nur auf militärische Gewalt zu setzen – nach einem Jahrzehnt der Kriege, in denen sich die Supermacht engagiert hat.

Die Rede ist natürlich überwiegend nach innen gerichtet. Auch gegen den politischen Widerstand gegen die Absicht, auf internationale Institutionen zu setzen. Ebenso aber auch mit der Rechtfertigung von gezielten Tötungen mit Drohnen bei einer near certainty of no civilian casualties. Mit anderen Worten, auch aus der Rede: International opinion matters, but America should never ask permission to protect our people, our homeland, or our way of life.

Die komplette Rede zum Nachlesen beim Weißen Haus hier; einige Passagen nachfolgend:

In fact, by most measures, America has rarely been stronger relative to the rest of the world.  Those who argue otherwise — who suggest that America is in decline, or has seen its global leadership slip away — are either misreading history or engaged in partisan politics.  Think about it.  Our military has no peer.  The odds of a direct threat against us by any nation are low and do not come close to the dangers we faced during the Cold War.
Meanwhile, our economy remains the most dynamic on Earth; our businesses the most innovative.  Each year, we grow more energy independent.  From Europe to Asia, we are the hub of alliances unrivaled in the history of nations.  America continues to attract striving immigrants.  The values of our founding inspire leaders in parliaments and new movements in public squares around the globe.  And when a typhoon hits the Philippines, or schoolgirls are kidnapped in Nigeria, or masked men occupy a building in Ukraine, it is America that the world looks to for help.  (Applause.)  So the United States is and remains the one indispensable nation. weiterlesen

Telefonat Putin – Obama: Putin weist Vorwurf der Einmischung in der Ukraine zurück

Angesichts der eskalierenden Situation in der Ukraine haben am (heutigen) Montag US-Präsident Barack Obama und der russische Präsident Wladimir Putin (erneut) in einem Telefonat die Lage erörtert. Putin wies dabei den Vorwurf zurück, Russland mische sich im Südosten der Ukraine ein: solche Spekulationen basierten auf unzutreffender Information. Zugleich betonte der russische Präsident in der vom Kreml verbreiteten Meldung über das Gespräch, dass beide Seiten vereinbart hätten, die diplomatischen Bemühungen um eine Beilegung der Krise fortzusetzen.

Die russische Meldung dazu in der englischen, vom Kreml verbreiteten Fassung (vom Weißen Haus gab es bis 2300 MESZ noch keine Erklärung dazu):

Vladimir Putin had a telephone conversation with President of the United States of America Barack Obama.
The leaders discussed various aspects of the crisis in Ukraine, first and foremost in the southeastern regions engulfed by mass protests against the policies of the current authorities in Kiev. weiterlesen

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