Zwei Jahre nach Übergabe an die Bundeswehr: Erster scharfer Schuss der Luftwaffe mit Iris-T SLM
Zwei Jahre nach der Übergabe des Luftverteidigungssystems Iris-T an die Bundeswehr hat die Luftwaffe auf Kreta den ersten scharfen Schuss mit dem System durchgeführt. Zugleich testeten die deutsche Luftwaffe, die schwedischen Streitkräfte und das Deutsche Heer auf der griechischen Insel die Einbindung von Iris-T, schwedischen Patriot-Einheiten und dem an das Heer übergebenen deutschen Leichten Flugabwehrsystem (LeFlaSys) in eine gemeinsame Flugabwehr-Steuerung.
Die Tests und Qualifizierungen im Rahmen der Übung Spartan Arrow teilten die beteiligten Unternehmen Diehl und Airbus Defence&Space sowie die Luftwaffe am (heutigen) Mittwoch mit. Kern war die Systemzertifizierung der Luftverteidigung mit Iris-T von Diehl Defence, die sich in den vergangenen Jahren bereits in der Ukraine bewährt hatte.
Aus der Mitteilung von Diehl:
Mitte Oktober absolvierte die deutsche Luftwaffe auf der NATO Firing Range NAMFI (NATO Missile Firing Installation) auf Kreta die erforderliche Systemzertifizierung des Luftverteidigungssystems IRIS-T SLM von Diehl Defence. Die Flugabwehrraketengruppe 61 trainierte dort das Zusammenspiel der verschiedenen Systemkomponenten wie dem Radar TRML-4D und dem Gefechtsstand CTOC (Common Tactical Operations Center) sowie dem Startgerät mit dem Lenkflugkörper IRIS-T SLM.
Neben Einheiten der Deutschen Luftwaffe nahmen die schwedischen Streitkräfte mit ihrem PATRIOT-System teil, welche sich im Jahr 2025 ebenfalls für die Beschaffung von IRIS-T SLM entschieden haben. Nach dem
erfolgreichen Erstschuss wurde das System IRIS-T SLM vollständig in das taktische Übungsszenario eingebunden und konnte gemeinsam mit den Systemen PATRIOT (DEU/SWE) und STINGER/LeFlaSys im Verbund seine Leistungsfähigkeit beweisen.
Laut Airbus wurden bei der Übung erstmals Iris-T SLM der Luftwaffe und Patriot der schwedischen Streitkräfte gemeinsam in einen deutschen SAMOC-Gefechtsstand (Surface to Air Missile Operations Center) eingebunden, zudem das LeFlaSys:
Durch die Integration in SAMOC koordinierte eine rein deutsche Besatzung IRIS-T SLM erstmals beim scharfen Schießen mit Gefechtsmunition – ein wichtiger Meilenstein für die offizielle NATO-Zertifizierung. Gleichzeitig absolvierte die schwedische Luftwaffe ihren ersten eigenständigen PATRIOT-Scharfschuss über das vernetzte System. Dies markiert die Zertifizierung und Validierung der schwedischen PATRIOT-Systeme durch die NATO und demonstriert die binationale Interoperabilität mit Deutschland. Zusätzlich integrierte Airbus das Leichte Flugabwehrsystem (LeFlaSys) des deutschen Heeres. So entstand eine durchgehende Schutzkette gegen Drohnen und Raketen – von der Nahbereichsabwehr bis hin zu mittleren und langen
Distanzen.
Nach Angaben der Luftwaffe hatte während der Übung Luftwaffeninspekteur Holger Neumann das LeFlaSys an Heeresinspekteur Christian Freuding übergeben. Bis zum Frühjahr 2027 soll diese bisher einzige Flugabwehr für den Nahbereich komplett übergeben werden. Das Leichte Flugabwehrsystem ist mit dem Flugkörper Stinger ausgerüstet, der auch schultergestützt verschossen werden kann.
Allerdings ist das betagte LeFlaSys faktisch ein Auslaufmodell – und auch das Deutsche Heer setzt künftig auf Iris-T, wie Freuding vergangene Woche mitgeteilt hatte:
Anfang Dezember werden wir das korallenrote Fahnenband der Heeresflugabwehrtruppe wieder ausrollen. Und das ist mehr als Symbolik: Dahinter steht ein klarer Fahrplan zum tatsächlichen Fähigkeitsaufwuchs. Der erste Schritt dazu erfolgt in der kommenden Woche, wenn wir mit einem gemeinsamen Schießen auf Kreta die Übernahme der leichten Flugabwehrsysteme von der Luftwaffe vollziehen.
Wir werden schneller als bisher geplant IRIS-T SLM gemeinsam mit der Luftwaffe einführen und betreiben. Die Luftwaffe überlässt dem Heer dafür vorgezogen ab 2028 zwei Feuereinheiten – als Anfangsbefähigung.
Damit revidierte der Heeresinspekteur die Planungen seines Vorgängers, der zwar vor zwei Jahren die Rückkehr der Heeresflugabwehr eingeleitet hatte – LeFlaSys hätte danach aber bei der Luftwaffe bleiben sollen.
(Foto: Erster scharfer Schuss des Iris-T SLM Systems der Luftwaffe auf Kreta – Foto Diehl)
Kamerad Freuding macht Nägel mit Köpfen: eigene Fla, eigene Deep-Strike-Fähigkeiten. Weiter so!
In 2027 wird in Lüneburg der erste – neue – Verband der Heeresflugabwehrtruppe (HFlaTr) in die Aufstellung gehen, der Aufstellungsstab arbeitet seit 01. Oktober 2025.
Mit dem Wechsel des LeFlaSys Ozelot – endlich – zurück zum Heer wird Ozelot seine Verwendung sicher wohl in der Heide finden, als Übergangslösung bis Skyranger 30 zuläuft.
Es fehlt noch eine Entscheidung zur künftigen „Schule der Heeresflugabwehrtruppe“. Lüneburg bietet zwar Platz genug, zu überlegen ist jedoch auch die neuerliche Anbindung an die PzTrS, wie zuletzt bis zur Auflösung.
Unbestreitbarer Vorteil wäre die direkte Zusammenarbeit in Doktrin und Taktik mit dem zu schützenden Partner: Die Kräfte des „Gefecht der verbundenen Waffen“. Zentral dabei PzTr, PzGrenTr, AufklTr (+Drohnenkampf), alle in Munster vorzeigbar vertreten.
Stichwort „Doktrin und Taktik“, @Hans Schommer, muss viel oder sehr viel neu gemacht werden?
@all
Ich würde ganz gerne dem möglichen Irrtum vorbeugen, dass sich dieser Eintrag und die darauf folgende Debatte um die Heeresflugabwehr drehen.
Gut dass es hier voran geht…
Und trotzdem verwunderlich dass es so lange gedauert hat
Hoffen wir auf einen zeitnahen Zulauf aller bestellten Systeme (gibt es einen Zeitplan??)
Und auf die schnelle Bestellung von den im Raum stehenden weiteren 40-50 Stück (auch Iris-t SLX)
Anderes Thema am Rande … da skyranger30 noch länger dauert soll wohl GARMR von Diehl beschafft werden…zeitnahe ein paar Systeme für <25 Mio (also ohne entsprechende Vorlage) um zu testen… und dann in 2027 direkt als Überbrückungslösung für die Brigade in Litauen…
Von welchem Startsystem wird das Heer die IRIS-T denn einsetzen? Es sollte ja im Rahmen des verbundenen Waffen bei den Pz/PzGren Verbänden eingegliedert werden können.
[Die Frage ist etwas irritierend – es ist ja nicht so, dass man bei einem Luftverteidigungssystem die Starter frei wählen könnte… Und ich erinnere noch mal dran, dass es an dieser Stelle nicht in erster Linie um die Heeresflugabwehr geht. T.W.]
Tja, wenn man bedenkt, dass da jetzt ohnehin mehr Army Organic Air Defence schießt als Air Force Ground Baseded Air Defence, braucht man hier nicht nochmal das Thema Heeresflugabwehr auszuwälzen.
Kann man so sehen. Und „Befehl ist Befehl!“
@TW: Naja, das System ROLAND wurde auch durch Heer und Luftwaffe betrieben. Luftwaffe auf Rad, Heer auf Kette. Ist dies bei IRIS-T auch vorgesehen?
Der Begriff „Startsystem“ war vielleicht unpräzise, es geht um das Transport- bzw. Startfahrzeug.
Gut dass das IRIS-T SLM System jetzt durch die Bundeswehr eingesetzt werden kann. Die Pressemitteilung von Diehl erklärt meiner Ansicht nach nicht, wie integriert das Schießen mit dem schwedischen Patriot-System und dem Leichten Flugabwehr System wirklich war. Ich vermute, dass jedes System mit seinem eigenen Radar und der eigenen Steuerung geschossen hat – allerdings halt übergeordnet koordiniert. Hoffentlich laufen jetzt auch bald die weiteren bestellten Systeme zügig zu. Hoffentlich werden auch genügend Starter für die SLS-Variante beschafft und in das System einbezogen. Das sollte den Eigenschutz deutlich stärken.
Insgesamt ist der Weg noch sehr weit. Die Skyranger 30 Einführung ist gesetzt. Hoffentlich kommt auch bald die SLX-Variante zur technischen Einsatzreife. Für die Panzertruppe würde ich aber weiterhin zusätzlich Ausschau nach kettenbasierten Varianten für den Einsatz ganz vorne halten. Entweder Skyranger 35 auf Lynx KF41. Oder – weil als Basisfahrzeug schon eingeführt – eine Skyranger 35 Variante auf Puma-Fahrgestell. Oder die querschnittliche Einführung des Boxer-tracked mit Skyranger 30 und anderen noch fehlenden Varianten (z.B. Artillerie). Die Skyranger 30 Variante jeweils mit Lenkflugkörpern kurzer Reichweite. Mein Favorit wäre die Einführung des Boxer-tracked mit den identischen Modulen der Radboxer-Varianten. Das ist einfach von der Logistik her die einfachste Variante und schafft gleichzeitig die maximale Flexibilität bei der Ausstattung.
Ab IRIS-T SLS Reichweite aufwärts reicht meiner Ansicht nach auch eine radbasierte Variante für die Panzertruppe. Als letztes bleibt noch die Frage nach einem Flugabwehr-System, das sich mit den neuen Chinook-Hubschraubern verlegen lässt – also ein echtes Nachfolge-System für die Ozelots. Welche Flugkörper und Basis-Fahrzeuge wären da geeignet? Oder lieber doch ein luftbeweglicher Waffenträger mit CT-025-Turm von Rheinmetall mit Wirkung gegen alles mögliche?
Wie dem auch sei – die zügige und umfangreiche Einführung der vernetzten IRIS-T SLM Systeme ist ein extrem wichtiger Schritt zum Schutz aller Bodentruppen und sollte in aller Konsequenz nach der Erstqualifizierung umgesetzt werden.
Iris T ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Zeitenwende bei Teilen der BW noch nicht angekommen ist. Die WTD 81 hat 1 1/2 Jahre gebraucht, um das System Iris T zu zertifizieren. Ein System, was in der Ukraine seit 2022 im erfolgreichen Kriegseinsatz ist. Der 1. Schuss hätte schon vor 1 1/2 Jahren erfolgen müssen! Die Ukraine verwendet erfolgreich einen Kran zum nachladen, aber da dieser den dt. Sicherheitstandards nicht genügen soll, darf dieser bei der BW nicht verwendet werden. Die BW hätte noch schneller sein können, wenn sie die Zertifizierung gleich in der Ukraine gemacht hätte oder deren Zertifikate genügen lasse würde! Die Ukraine setzt von ihren Gefechtsstanden aus Iris T SLM & SLS gemeinsam ein. Dies kann die BW nicht, weil die zwar Iris T SLS auf Unimog für die Ukraine finanziert hat, aber nicht selbst bestellt hat. Die BW will wieder die Goldrandlösung, ein neuen Flugabwehrraketenpanzer für dessen Entwicklung mehr als 1 Milliarde Euro vorgesehen ist. Leider wird dessen Entwicklung mindestens bis 2030 dauern. Norwegen hat bereits einen Flugabwehrpanzer, der auch Iris T verschießen könnte, auf dt. Panzerfahrgestell von FFG. Die Schweden verschießen Iris T SLS von Hägglund. Vernünftig beim heutigen schießen ist, das ein Gefechtsstand Patriot,Iris T SLM und Ozelot steuert, so dass für jede Bedrohung die richtige Rakete verwendet werden kann und man nicht mit teuren Patriots auf Drohnen schießen muss, wenn dafür eine billige Stinger Rakete reicht. Allerdings glaube ich nicht, das Ozelot heute eingesetzt worden wäre, sondern Skyranger 30 stattdessen, wenn dieser nicht so große Lieferverzögerungen hätte.
mich wundert es dass so ewig dauert bis sowas eingeführt wird.. Und die Industrie sagt wir können auch iris t slx liefern.
@ORR
Das Heer wird 2 Einheiten Iris-T SLM bekommen, also baugleich mit der Luftwaffe auf LKW. Das war mir neu. Bisher hatte das Heer nur an Iris-T SLS gedacht, was aber noch dauert. Daher finde ich diese Lösung gut, da hier zeitgleich mehr Personal ausgebildet wird als es die Luftwaffe alleine könnte. Tempo, Tempo!
Man muss in den Presse-Meldungen ein wenig suchen um weitere Details zu erfahren. Die offiziellen Infos sind jedenfalls recht schwammig.
– Es wurde auf „ein Übungsziel“ gefeuert. Auf was genau ist unklar.
Aufgrund der publizierten Erfahrung der Ukraine mit Iris T bezweifelt aber keiner die Treffgenauigkeit des Systems.
– Zitat: „Wie viele Flugkörper bei der Übung verschossen werden, wollte ein Sprecher auf Nachfrage von NDR Schleswig-Holstein nicht mitteilen – aus Gründen der militärischen Sicherheit, wie es heisst“
Ich vermute jetzt mal eine einzige Rakete.
Preis nach Schätzungen pro Rakete etwa 500.000 bis 600.000 Euro. Problem hier ist aktuell ausnahmsweise nicht primär der Preis sondern die Verfügbarkeit. Die Raketen werden in der Ukraine viel, viel schneller verschossen als produziert. Und am persischen Golf braucht man die auch…
Wie in der Ukraine zu sehen bringen eingesetzte Raketenabwehrsysteme in vielen Einzelfällen einen echten Vorteil, sprich Abschuss. Das Problem ist der böse Feind der mit Ablenkundsdrohnen, Übersättigungsangriffen, ballistischen Raketen und Marschflugkörpern aus allen Richtungen gleichzeitig angreift. Die Gesamtsituation ist hier unbefriedigend. Denn irgendwas kommt immer durch.
Das wird in jedem „Konflikt“ irgendwo auf der Welt nicht anders sein. Und im Gegensatz zu früher schaffen das nun auch Staaten mit begrenzten Mitteln oder sogar nur Gruppierungen wie die Huthis…
Das sollte man immer bedenken wenn man einen solchen „Konflikt“ beginnt. Wirklich gewinnen wird da niemand, egal wie toll die Luftabwehr auch sein mag…
Unabhängig davon: Glückwunsch an die Bundeswehr zum erfolgreichen Test.
Vielen Dank an den Hausherrn, dass er die Debatte hier nicht ganz durch das Heer übernehmen lässt (bei vollen Verständnis für die Freude)! Einige Luftwaffen/Flugabwehr-Kommentatoren sind mutmaßlich gestern nicht mehr zum Schreiben hier gekommen. Es war ein langer Tag… ;)
Das Taktische Schießen 2026 auf Kreta in seiner Gesamtheit kann aus Sicht der NATO sicherlich als historisch bewertet werden. Der deutsche Erstschuss IRIS-T SLM ist ein Meilenstein für Luftwaffe und wie jüngst bekanntgegeben auch fürs Heer. Ein modernes, hochmobiles und vor allem deutsch/europäisches Luftverteidigungssystem, dass seine Einsatzbereitschaft bewiesen hat, ist ein wichtige Botschaft an die deutsche Bevölkerung, unsere Verbündeten (Stichwort: ESSI/European Sky Shield Initiative) und auch an potentielle Gegner, die teilweise die Stärke des Systems täglich vorgeführt bekommen.
Meine Glückwünsche auch an die Schweden! Als jüngstes NATO-Mitglied haben sie außerordentliches in den letzten beiden Jahren geleistet. In knapp zwei Jahren haben Sie nun ihre PATRIOT-Systeme eingeführt (IOC/Initial Operational Capability), Personal ausgebildet, am Anfang des Jahres die operative Einsatzbereitschaft bestätigt und dies nun mit der NATO-Zertifizierung auf Kreta bestätigt. Bereits im Dezember gehen sie nach Rzeszow in Polen (Kennen wir Deutschen ja noch gut von 2025) und schützen dort den NATO-Loghub. Vorbildliche Verbündete mit der richtigen Mentalität!
Missile Away!
Schön das es voran geht, dürfte aber gerne noch flotter gehen.
Als nicht ganz sachkundiger, weiß ich aktuell nicht, wer in Zukunft, zumindest in den vorläufigen Planungen, ( nennt man das Layer), mit welchen System, was abdecken soll?
Es gibt doch, Arrow ( gegen ballistische Atom? Raketen) Patriot, Iris T in den versch. Ausführungen Skyranger, das alte Ozelot, die Stinger- Fliegerfaust.
Was gibt es noch?
Gibt es irgendwo einen Link, wo man nachlesen kann, was in Zukunft, mit welchen System geplant ist, bzw. Von welcher Teilstreitkraft betrieben wird?
@MrDiversity: Ursprünglich wollte die BW Iris T SLM mit 40 km Reichweite nur an die Luftwaffe geben und Iris T SLS mit 12 im Reichweite nur an Heer geben. Die Ukraine hat aber beide Systeme verbunden mit einem Gefechtsstand, was sich als überlegen erwiesen hat, weil für nahe Ziele oder Drohnen reicht SLS, deren Raketen billiger sind. Ist das Ziel weiter weg, braucht man SLM. Z.B. war zu lesen, dass die Russen auf die Idee gekommen sind, ihre Kampfhubschrauber aus 15 km Entfernung feiern zu lassen, weil sie damit außerhalb der Reichweite von SLS sind. Kombiniert man beide Systeme, kann der russische Hubschrauber doch abgeschossen werden. Deshalb auch SLM jetzt für das Heer. Diehl arbeitet auch an einem Startgerät, was beide Raketen wahlweise in Zukunft verschießen kann. Das Problem der BW aber ist, dass die BW zwar SLS Raketen bestellt hat, aber noch keine Startgeräte für SLS, weil der neue Flugabwehrraketenpanzer für SLS Raketen erst entwickelt werden soll. Die BW teilt heute zum Besuch von Pistorius auf Kreta mit, dass auch das leichte Flugabwehrsystem Ozelot geschossen hat, den letzten Schuss für die Luftwaffe und den ersten Schuss fürs Heer, sowie dass jetzt das Heer das System Ozelot zurück übernommen hat, bis Iris T bzw Skyranger zulaufen. Die begonnene Wiederaufstellung der Heeresflugabwehr wird als Streitkräftegemeinsame Aufgabe bezeichnet, um Truppen, Infrastruktur & militärische Einrichtungen zu schützen.
Kann man 4 SLS nicht auf das Fahrgestell Wiesel 2 vom Ozelot packen?
Oder ist das zu viel für das Panzerchen?
@ Closius. Ihre Forderung wie schnell Dinge zu passieren haben ist etwas unfair. Zertifizierung bedeutet Zulassung, mit viel Papierkram, denn das System muss im Fridensbetrieb wartbar, sicher, bezahlbar, lagerbar usw sein.
Ich bin sehr sicher, wenn wir hier Krieg wie in der UKR haben, 10.000 Granaten und 1000 Drohnen und 100 Marschflugkörper am Tag herunterhageln, dann geht das bei uns auch genauso schnell, oder schneller… Was denken Sie wie die Motivation von Zulassern, Soldaten und Ingenieuern zunimmt, wenn ihre eigenen Familien von Systemen wie IRIST geschützt werden sollen. Ich weiß, das ist unvorstellbar, wenn man seit 80 Jahre im Frieden(sbetrieb) lebt.
Seit 2022 in der Ukraine im Einsatz und wir testen jetzt? Ein deutsches Produkt?
@JCR: Zu viel Gewicht und vor allem zu lang. Es sei denn, Sie wollen mit fest verschweißter Werferanlage mittels Richtbewegungen des Fahrgestells auf Drohnen in Schützengräben schießen.
Nur mal so.
@ WielanddS:
IRIS-T SL ist in der Version S vielleicht noch gegen Geran/Shahed vertretbar. Wenn man grade nix anderes zur Hand hat. Ansonsten zur Schwarm-Bekämpfung – mit viel Geschick des Operators.
Mal zum Vergleich: Ein IRIS-T LFK kostet den Kunden mindestens 300.000 € (etwa das fünffache der Herstellungskosten). Eine Stinger, die als MANPADS von Jedermann verschossen werden kann, kostet maximal 150.000 € . Wenn sie aus dem Vg-Vorrat kommt – nix.
Und noch ein anderer Vergleich: Eine Patriot PAC 2 bringt etwa 90 kg Sprengmasse ins bzw ans Ziel. Eine IRIS-T (SLS wie SLM) etwa 10 kg. Da kann sich jetzt jeder mal ausrechnen, was das für die TBM-Abwehr bedeutet.
@Sven
Skyranger kommt mit der DefendAir (Enforcer des Heeres in einer SAM Variante).
Das Arrow 3 System kann nur Mittelstreckenraketen abfangen.
Da kommt noch was dazu:
„Bundeswehr bereitet offenbar eine größere Beschaffung des Drohnenabwehrsystems GARMR vor“
Das kommt von Diehl und hat eine Waffenstation mit MG 6 Minigun und Diehl’s Abfangdrohnen vom Typ Cicada. Die Einrüstung von Destinus Hornet Block 2 ist auch angedacht oder in Arbeit. Ob das auch bestellt wird, ist dann eine andere Sache.
–
Das mit dem Kran bei den IRIS-T SLM Systemen ist ärgerlich, aber die Software insgesamt für die Vernetzung der weiteren Systeme ist das, was mir mehr Sorgen bereitet.
@SvD: bzgl GARMR da sollen ja sehr zeitnahe Testmuster bestellt werden und in 2027 wohl eine größere Menge zur Überbrückung bis skyranger zuläuft, aber auch danach zur weiteren Verwendung. Vorteil ist dass das System recht flexibel ist und auch in den Iris-t SLM Verbund eingebunden wird (ist ja auch von Diehl) bedeutet für mich dass die Iris-t SLM FE dann durch Diehl GARMR im Nahbereich geschützt werden…. Sind das vermutlich schon direkt ab 2027/2028 wenn die erste FE vermutlich in der Litauen Brigade in den Einsatz geht!
@christian Bühring: Nach 4 Jahren etwas zu testen, was kriegsbewährt ist, gilt bei der BW leider als schnell. Die BW beauftragt normalerweise Goldrandlösungen an Waffen, die nur für die BW entwickelt werden. Wenn die dt. Rüstungsindustrie eigene Waffen entwickelt, werden diese Waffensysteme von der BW völlig ignoriert. Iris T SLS & SLM hat Diel auf eigenes Risiko genauso entwickelt, wie Rheinmetall den Skyranger. Schweden & Ägypten kauften Iris T. Bis zur Zeitenwende war die BW an diesen Waffensystemen nicht interessant und zu arrogant, um diese zu testen. Erst mit der Zeitenwende und der Regierung Scholz die nur Defensive Waffen an die Ukraine liefern wollte, wurden diese privaten Rüstungsentwicklungen zum Null plus Ultra und zur Rettung der Regierung. Jetzt konnte die BW nicht mehr erklären, warum sie diese wichtigen Waffen nicht für die BW beschafft. Ganz im Gegenteil es gibt in dt. entwickelte Waffensysteme, in anderen NATO Staaten bereits eingeführt, die die BW weder testet( meines Wissens) noch bestellt, sondern die BW beauftragt eine Neuentwicklung eines identischen Systems, bei einem bekannteren Rüstungskonzern, bestellt auch gleich 44 Systeme, deren Auslieferung seit Jahren in Verzug sein soll. So geht die Rüstungsbeschaffung der BW!
Die BW scheint irgendwie besessen davon zu sein, den Enforcer irgendwie unterzubringen.
Ok LWM will keiner mehr, weil für den letzten Krieg entwickelt, aber warum man das Ding nicht einfach einstampft und stattdessen auf Biegen und Brechen eine Anti-Drohnenrakete draus machen muß ist mir ein Rätsel.
Frage an die Kenner:
Kann man auf einen Starter von IRIS- T SLS auch SLM packen und umgekehrt oder vielleicht sogar mischbestücken?
Wenn ichs richtig verstehe kann der Gefechtsstand und das Feuerleitradar beides führen, wäre daher ja sehr sinnvoll für beides des gleichen Starter zu verwenden…
@Closius:
Das Thema Goldrandlösung liegt aber auch daran, dass wir Deutschen auch einfach nur Hähme dafür haben, wenn etwas nicht super funktioniert. Dann wird gleich alles verrissen und lächerlich gemacht. Angefangen vom Puma bis hin zur HX-2. Komischerweise nur bei deutschen Produkten. Bei SpaceX ist es plötzlich total beeindruckend, dass man einfach mal macht und wenn was explodiert, dann ist es auch noch cool. Aber beim Puma, da war es nur peinlich, jeder hätte es besser gemacht, usw….. Klar, war der Puma am Anfang mit Kinderkrankheiten geplagt. Vermutlich mehr als nötig gewesen wäre auf Grund von Sparmaßnahme. Aber auf der anderen Seite, sind wie eins der wenigen Länder, das einen IFV der neuesten Generation in die Serienproduktion gebracht haben. HX-2 würde zerrissen. Nur 40% Erfolgsquote in der Ukraine, am besten gleich auf den Müll damit. Jetzt sind alle voll des Lobes. Zurück zum IRIS-T Kran. Ja, natürlich klingt es erstmal etwas seltsam. Aber wenn dann doch was passiert, was würden alle schreien: „Wie kann das sein!“ Die Ukraine geht im Zweifelsfall Risiken ein, die wir im Friedensbetrieb nicht müssen. Ich glaube jeder hier will einen sicheren Arbeitsplatz, egal ob im Büro, in der Produktion oder als Soldat. Es ist immer einfach zu sagen: Was soll’s, dann verletzt sich mal jemand… solange man es nicht selber ist.
PapierSchwab sagt: am 16.10.2026 um 11:39 Uhr:
„Kann man auf einen Starter von IRIS- T SLS auch SLM packen und umgekehrt oder vielleicht sogar mischbestücken? …“
Nein – und was wollten Sie damit denn erreichen?
Was die Integration von IRIS-T SLS anbelangt: Warum nicht direkt das von Diehl beworbene IRIS-T SLS MK4 kaufen. Das kann dann integriert verwendet werden. Oder eben eigenständig als Konvoi-Schutz.
@Hans Schommer
Die Stinger hat vor 20 Jahren mal 150.000 Euro gekostet.
Manpads gehen bald auf die 1 Million Euro Marke zu.
@PapierSchwab
Es gibt mehrere Starter für die SLS, von denen aber bisher keiner die SLM verschießen kann.
Wo SLM drauf sitzt, kann wohl auch die SLX genutzt werden. Ich hoffe, das wird bei der Marine auch so sein.
Das System, das wir nun von Diehl kaufen, kann alle Iris-T verschießen, SLS, SLM, SLX. Die Hydef ist ’ne andere Sache.
Das Nachbereichssystem mit der SLS wird aber was Eigenes.
@Nachhaltig
IRIS-T SLS MK4 soll 2028 fertig sein.
@nachhaltig: Die Bundeswehr kauft niemals ein überlegenes System zur Flugabwehr, was die Industrie entwickelt hat. Iris T SLS MK4 ist ein neues SLS System auf LKW, was erstmals aus der Fahrt feuern kann, also nicht anhalten muss, um Raketen verschießen zu können. Das System wird wie immer bei neuen dt. Waffen zuerst von einem arabischen Land gekauft werden. Die Luftwaffe hat 2015 festgestellt, dass die BW eine Fähigkeitslücke im Nah- und Nächstbereich der Flugabwehr hat(NNbS). Dann passierte jahrelang faktisch nichts. Erst 2021 wurde eine ARGE NNbS Konsortium von Rheinmetall, Hensoldt und Diel gebildet, um ein Konzept zu entwickeln. Trotz russischem Überfall auf Ukraine 2022 hat der Haushaltsausschuss erst im Jahre 2024 1,23 Milliarden Euro für die Entwicklung eines Raketenflugabwehrpanzers auf Basis Boxer mit Iris T SLS freigegeben. Ein Prototyp soll bis 2028 entwickelt werden. Eine Serienfertigung ist damit nie vor 2030 möglich. Wie soll die BW es hinbekommen, SLS MK4 auf LKW zu bestellen, wenn schon 1,23 Milliarden Euro für einen neuen Raketenflugabwehrpanzer verschwendet werden, der dieselben Iris T SLS Raketen nutzen soll? Verschwendung, weil ein Raketenflugabwehrpanzer auf Kette, das norwegische System NOMADS auf dt. ACSV Panzerfahrgestell von FFG existiert bereits. Auch die Niederlande sollen sich für das System interessieren. Die BW ist einfach nicht in der Lage oder willig, schnell neue Systeme zu kaufen. Ausnahme jetzt, weil Skyranger verspätet ist und man der NATO Drohnenabwehr versprochen hat für Division 25 und Litauen Brigade 45, sollen laut Hartpunkt.de in höchster Not, das Drohnenabwehrsystem GARMR von Diel Defence, auf Mercedes Benz G Fahrgestell, mit MG und Abwehrdrohnen gekauft werden.
Ja…das hatte ich auch schon häufiger erwähnt dass Iris-t SLS MK4 die perfekte Lösung im Nahbereich wäre…
man stelle sich mal vor…
gepanzerte, mobile Basis auf LKW
Effektoren:
8 x neuer SLS mk4 zum Verschluss aus der Fahrt
15 x cUAS Cicada o.ä.
1 x Waffenstation für Nahbereich (auch gegen Drohnen)
und vermutlich bekommt man 3-5 dieser Fahrzeuge für den Preis eines NNBS Boxers mit 4 x SLS
Finde das Konzept SLS Mk4 auch besser als einen neuen Roland auf Boxer-Basis. LKW wäre ok für Luftwaffe; bei Pz/Spz fände ich Kette sinnvoller (wie Norwegen und Niederlande). Besser noch: aufteilen auf zwei kleinere Fahrzeuge (Radar, Cicada und MG auf Nr. 1, SLS und MG auf Nr. 2), sonst fällt nach einem Treffer das ganz System komplett aus.
@ MrDiversity: zu SLS auf Kette: Ich denke, dass jetzt erst einmal darum gehen, sollte die radbasierten Varianten aufzustellen. Zur Unterstützung der SLM-Einheiten und dem Konvoi-Schutz ist dies ideal. Außerdem kommen wir so auch zu einer echten Ausstattung für die mittleren Kräfte.
Was die Panzertruppen anbelangt, habe ich schon kommentiert, dass ich dort ein Boxer-tracked Basismodul bevorzugen würde, auf dem dann alle anderen Module montiert würden. In dem Sinne wäre natürlich ein FlaRak-Modul für Boxer – aber dann bitte auch mit der gleichen Funktionalität wie beim SLS MK4 – durchaus sinnvoll.
NNBS mit 4 x SLS auf Boxer ist halt suboptimal…
man kombiniert eine sehr teure Grundplatform, mit eingeschränkter Mobilität und wenig Effektoren und keine sekundärem Effektor!
Die SLS MK4 Variante auf Zetros macht hier fast alles besser…
Und ja… später die gleiche Ausrüstung auf eine tracked Variante packen würde viel Sinn machen…
@Anonym: Eben. Der Begriff „Entwicklung“ hat ja auch worthistorisch was damit zu tun, dass man etwas, was mit Problemen eingewickelt ist, von diesen befreit.
Fehlende Fehlerkultur ist inzwischen aber ein gesamtgesellschaftliches Problem. Das Publikum erwartet in allen Lebenslagen perfekt aus dem Stand eingesprungene Sitzpirouetten und wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden, ist eben gleich alles Mist. Wer keine 1 schafft, kriegt gleich die 6!
Dabei zeigen Fehler nur, was fehlt. Und was nicht funktioniert, wird verbessert oder gestrichen. Wenn man keine Fehler machen darf, erzieht man sich die Menschen zu risikoaversen Duckmäusern, die lieber nix tun, als was anzupacken. Und die Verantwortung möglichst breit auf viele Köpfe verschmieren, damit keiner wirklich unter Handlungsdruck steht.
@SVD und Hans Schommer
Erstmal vielen Dank für die Antworten!
Wenn ich es richtig verstanden hatte sind alle IRIS T Starter eh auf 20 Fuß Basis um auf verschiedenen Trägerfahrzeugen montiert werden zu können. Der potentielle Vorteil von kompatiblen Starter ist der einer jeden Standartisierung – ich hab weniger Logistikaufwand da ich nicht für jeden LFK einen eigenen Starter vorhalten muss sondern immer den gleichen verwende und einfach nur hinten was anderes draufpacke. Ich hätte es als naheliegend empfunden zumindest einen SLM Starter abwärtskompatibel zu machen um ne nach erwarteter Bedrohungslage in der Feuereinheit zum Beispiel 2 SLM und 1 SLS Starter zu haben oder eben umgekehrt….
@ Obibiber
Der zweite Effektor soll/wird ein „Flugabwehrmaschinengewehr“ (nicht Fliegerabwehr-MG!) im Kal 7,62 sein; voraussichtlich das gleiche, mit dem auch der Garmr ausgerüstet ist. Flugabwehrmaschinengewehr, weil es in die Richt- und Fla-Feuerleitanlage integriert ist. Dient primär dem Selbstschutz Luft/Boden im Nächstbereich.
@ PapierSchwab
SLM und SLS haben zwei unterschiedliche Start- und Steuerverfahren.
Das Maschinengewehr MG6 ist ein Minigun. Also ein bisschen schwerer als das übliche MG3 oder so
GARMR von Diehl scheint mir auch ein guter Einstieg in die Verteidigung der kleinen Drohnen zu sein.
Wenn jetzt auch noch der TYTAN Drone Defender dazu kommt, erhöhen sich die Möglichkeiten. Und die Mercedes G-Klasse kommt ja als Basis-Fahrzeug sowieso in großer Anzahl.
@ Nachhaltig:
Beim GARMR wie auch beim TYTAN überzeugt uns – die IG NNbS H – zunächst mal das vergleichsweise kurze Beschaffungsverfahren. Beide Systeme sind m.E. auch zukunftsfähig – insbesondere bezüglich der Sensorik. Die C-UAS – Drohnen sind Stand der Technik und sicher auch gegen die NATO-Class 2 Bedrohungen hochwirksam. Notwendig, um dies auch auszunutzen, ist die Einbindung in den Aufklärungsverbund eines LVS NNbS (zukünftiges Luftverteidigungssystem Nah- und Nächstbereichsschutz von H und Lw). Dabei ist es u.E. zwingend erforderlich, dem Heer (auch mit Blick auf das WaSys IRIS-T SLM – aber nicht nur) ein TRML-4D mit 12 m Antennemast zuzugestehen. Die IG NNbS H hat versucht, dessen Notwendigkeit argumentativ begründet mit dem Thema „Geländestrukturen und Geländebedeckungen außerhalb S-H, M-V und NAMFI/Kreta und deren Auswirkungen“ zu vermitteln. Bleibt zu hoffen, dass das gefruchtet hat.
Währenddessen machte Polen bei Patriot Boden gut.
@hartpunkt
„Die US-Regierung hat entschieden, ein europäisches Wartungs- und Servicezentrum für Patriot-Abfangflugkörper des Typs PAC-3 in Polen zu errichten. Neben 🇵🇱 hatte sich auch 🇩🇪 Hoffnungen gemacht, als Standort für das neue Zentrum ausgewählt zu werden“.
Erster Schritt hin zu einer Produktion der Flugkörper in Polen?
Über notwendige Lieferketten werden sich Vorteile für DEU, NLD und auch SWE ergeben.