Wenn Organisierte Kriminalität die äußere Sicherheit bedroht
Erst vor wenigen Tagen hatte die deutsche Wirtschaft über Spionage, Sabotage und Ausspähversuche sowohl durch die Organisierte Kriminalität als auch durch ausländische Nachrichtendienste beklagt. Wie nahe das alles beeinander liegen kann, zeigt die Entwicklung im Fall des Cyberangriffs auf die Verwaltung des Landes Berlin: Da geht es nach zunächst offensichtlich kriminellen Aktionen jetzt auch um die äußere Sicherheit Deutschlands.
Das Netz der Verwaltung der Hauptstadt war schon vor einiger Zeit gehackt worden, und die Täter hatten Lösegeld gefordert – was offensichtlich nicht gezahlt wurde. Als Reaktion darauf sollen jetzt, so berichtet der Berlier Tagesspiegel* am (heutigen) Freitag, erbeutete Daten im so genannten Darknet gelandet sein. Und da wird es dann auch aus militärischer Sicht interessant:
Unter den abrufbaren Daten befinden sich auch Inhalte, die für die Sicherheit der Bundesrepublik und der Hauptstadt relevant sind. Darunter sind Daten zum Zivilschutz und Listen mit Objekten, Immobilien, Betrieben und Einrichtungen, die im Verteidigungsfall besonders geschützt werden müssen. Unter den Objekten mit „Bedeutung für die zivile Verteidigung“ sind Heizkraftwerke für Krankenhäuser, Tanklager, Notstromanlagen und Umspannwerke. Zu finden sind auch geheime Dokumente zu Rüstungsunternehmen, die besonders gefährdet sind.
Mit anderen Worten: Das betrifft längst nicht mehr nur das Land Berlin. Mal schauen, wie das weitergeht.
*Deutsche Verlagswebseiten werden hier i.d.R. nicht verlinkt; in diesem Fall scheint – erneut – eine Ausnahme gerechtfertigt.
Ob die Organisierte Kriminalität, ein anderer Geheimdienst oder eine sonstige geartete Gruppe in unsere DV-Systeme einbricht, sollte erstmal zweitrangig sein.
Viel eher ist zu fragen:
– wieso konnte die Gruppe unbemerkt einbrechen
– wieso wurde der Abfluß von 5,8! Terabyte Daten nicht bemerkt
– wieso weiß man immer noch nicht ob die Grppe noch Zugriff hat
Wenn man liest, daß die Passwörter in einem .doc- File gespeichert wurden fällt einem ein Draht aus der Mütze. Passwortsafes die übergreifend funktionieren und synchronisiert werden können gibt es schon lange. Die können sogar ein 18-stelliges Passwort generieren und kennen auch Passkeys. Sogar Open Source.
Das klingt leider immer noch wie digitaler Analphabetismus. Und das 2026!
Nein, das Darknet ist nicht böse. Es ist für Whistleblower und Oppositionelle in Diktaturen die einzige Möglichkeit sich zu schützen. Ja es wird auch durch Kriminelle genutzt.
Die Behörden (alle in DE) sollten mal in sich gehen und sich fragen, wieso anerkannte Experten wie Lillith Wittmann, Bianca Kastl, Mike Kuketz und der CCC ungern bis gar nicht mit ihnen zusammen arbeiten wollen. Vielleicht weil sie lösungsorientiert arbeiten und keine Lust auf Kompetenzgerangel und Verantwortungsdiffunsion haben?
@T.W. Im Link zum Berliner Tagesspiegel fehlen 2 Buchstaben
[Link funktioniert bei mir. T.W.]