Zunehmend Cyber-Angriffe ausländischer Dienste auf deutsche Unternehmen

Deutsche Unternehmen werden häufiger Ziel von Cyber-Ausspähversuchen und Sabotage-Angriffen ausländischer Geheimdienste. Nach einer Umfrage des Branchenverbandes bitkom führten Unternehmen aktuell 37 Prozent solcher Angriffe auf ausländische Akteure zurück, 2023 waren es noch sieben Prozent. Allerdings machen Angriffe durch Organisierte Kriminalität weiterhin mehr als die Hälfte aus – auch wenn nicht immer klar ist, wo die Grenze zwischen beiden Arten von Akteuren liegt.

Die Zahlen nannte bitkom-Präsident Ralf Wintergerst bei der Vorstellung der jährlich zusammengestellten Wirtschaftsschutzstudie seines Verbandes am (heutigen) Mittwoch in Berlin. Bei den staatlichen Akteuren führe die Spur immer weiter nach Osten, sagte Wintergerst. Neben Angriffen vor allem aus China und Russland sei inzwischen Iran erstmals als ernsthafter Akteur in Erscheinung getreten, auf den neun Prozent der Unternehmen einen Angriff zurückführten.

Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Sinan Selen, bezeichnete die Zunahme staatlicher Angriffe auf Unternehmen in Deutschland als Besorgnis erregend. Inzwischen gehe es nicht mehr nur um Einzelangriffe, sondern um ganze Angriffsflächen. Dabei zeige sich eine Agenda, die Deutschland insgesamt bedrohe.

Informationen zur Wirtschaftsschutzstudie mit mehr Einzelheiten gibt es hier; außerdem zum Nachhören die komplette Pressekonferenz mit Wintergerst und Selen (bei Minute 00:31:25 stelle ich die Frage, ob künftig vielleicht zu befürchten ist, dass der Staat nicht mehr alle Schwachstellen in IT-Systemen offenlegt und ggf. einzelne für seine eigene Nutzung zurückhält – die Antwort von Selen ist interessant):

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(Foto: Sinan Selen, l., Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), und Ralf Wintergerst, Bitkom-Praesident, stellen in der Bundespressekonferenz die Wirtschaftsschutzstudie 2026 vor – Thomas Trutschel/photothek.de)