Personalstärke August 2026: Leichter Rückgang, mit über 186.000 weiter im „Zielkorridor“
Die Zahl der aktiven Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr ist im August 2026 im Vergleich zum Vormonat leicht um rund 350 zurückgegangen. Die Personalstärke von 186.356 liegt, das betonte das Verteidigungsministerium, aber weiterhin im so genannten Zielkorridor, den die Bundeswehr mit Freiwilligen in diesem Jahr erreichen soll. Den stärksten Rückgang verzeichnete die Truppe bei den Freiwillig Wehrdienstleistenden mit unter einem Jahr Dienstzeit.
Die Statistik für August 2026, am (heutigen) Freitag wie üblich unter dem immer gleichen Link veröffentlich; die Einschätzung des Ministeriums dazu unten.
(Der Vergleichbarkeit wegen bleibt die Darstellung der Zahlen auf Augen geradeaus! weiterhin bei dem seit Jahren verwendeten Schema):
Insgesamt leisten 186.356 Soldatinnen und Soldaten ihren Dienst bei der Bundeswehr
Bundesministerium der Verteidigung 1.067
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 3.888
Heer 64.697
Luftwaffe 28.577
Marine 15.961
Cyber- und Informationsraum 13.771
Unterstützungsbereich 48.035
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen 1.128
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung 1.933
Bereich Personal 7.299
davon bis zu 5.400 Studierende an Bundeswehr-Universitäten
Berufssoldat*innen 61.627
Soldat*innen auf Zeit lang (ab 2 Jahren Dienstzeit) 113.378
Soldat*innen auf Zeit kurz (12 bis 23 Monate) 5.796
Freiwillig Wehrdienstleistende (FWDL6 bis 11 Monate) 5.555
Dienstgradgruppen (gerundet)
Generale/Admirale 220
Stabsoffiziere 15.700
Offiziere 24.190
Unteroffiziere mit Portepee 62.280
Unteroffiziere ohne Portepee 29.260
Mannschaften 54.700
[In die Statistik hier zur Info neu aufgenommen – von den Mannschaften insgesamt aufgeschlüsselt:]
Mannschaften Kurzdiener bis 23 Monate 11.351
Mannschaften SaZ kurz 12-23 Monate 5.796
Mannschaften FWDL 6-11 Monate 5.555
Die Zahl der Frauen in den Streitkräften:
25.439 Soldatinnen sind aktuell bei der Bundeswehr; mehr als 13 Prozent (beträgt der) Anteil der Soldatinnen bei der Bundeswehr
Verteidigungsministerium 73
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 474
Heer 5.043
Luftwaffe 2.968
Marine 1.806
Cyber- und Informationsraum 1.427
Unterstützungsbereich 11.809
Personal 1.565
Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen 142
Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung 132
Laufbahngruppe/Laufbahnen (auch Anwärterinnen)
Offizierinnen 7.376
Unteroffizierinnen mit Portepee 9.212
Unteroffizierinnen ohne Portepee 3.410
Mannschaften 5.441
Status
Berufssoldatin 6.332
Zeitsoldatin lang 17.380
Zeitsoldatin kurz 868
Freiwilligen Wehrdienstleistende 859
Die gesonderte Statistik zu den Zivilbeschäftigten – analog zu den Soldat*innen nach Teilstreitkräften und Organisationsbereichen aufgeschlüsselt; zusätzlich werden Militärseelsorge und Rechtspflege ausgewiesen.
Beschäftigt sind 81.751 zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Bundesministerium der Verteidigung 1.852
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 1.611
Heer 2.475
Luftwaffe 4.667
Marine 1.818
Cyber- und Informationsraum 1.854
Unterstützungsbereich 11.358
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen 32.952
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung 11.573
Bereich Personal 11.014
Militärseelsorge 485
Rechtspflege 92
Der Anteil von Frauen am zivilen Personal wird nur nach Statusgruppen ausgewiesen:
Von den insgesamt 81.751 zivilen Beschäftigten sind 32.513 Frauen (rund 40 Prozent), die in allen Bereichen der Bundeswehr tätig sind.
Beamtinnen insgesamt 11.157
im höheren Dienst 2.330
im gehobenen Dienst 4.671
im mittleren Dienst 4.141
im einfachen Dienst 15
Arbeitnehmerinnen 19.313
im Vorbereitungsdienst, in einem Ausbildungs- oder Praktikantenverhältnis 2.043
(Stand 31. August 2026)
Die frühere ausführliche Statistik der Personalstärke in den Auslandseinsätzen und einsatzgleichen Verpflichtungen wurde durch die Gesamtzahl nur in den Auslandseinsätzen ersetzt. Der Stand vom 7. September 2026:
Insgesamt sind circa 750 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr unmittelbar bei Auslandseinsätzen eingesetzt.
Darüber hinaus gibt es noch die Anerkannten Missionen.
(Die diversen Anerkannten Missionen wie z.B. die NATO-Battlegroup oder auch die neue Panzerbrigade 45 Litauen sind eben damit nicht erfasst.)
Den Service von Augen geradeaus!, die Vergleichszahlen, gibt es auf einer gesonderten Übersichtsseite.
Zusätzlich abgefragt habe ich die Zahl der beorderten Reservist*innen: Sie betrug zum Stichtag 31. Juli 2026 rund 60.000. (Ich versuche das hier zu verstetigen, um eine Vergleichsbasis zu schaffen.)
Aus der Mitteilung des Verteidigungsministeriums zu den neuen Zahlen:
Zum Stichtag 31. August 2026 dienten in der Bundeswehr rund 186.400 aktive Soldatinnen und Soldaten. Damit liegt die personelle Stärke des militärischen Personals rund 4.000 Personen über dem Vorjahresstichtag und weiterhin im gesetzlich festgelegten Zielkorridor für den personellen Aufwuchs für das Jahr 2026.
Auch im Vergleich zum Ende des einstellungsstärksten Personalgewinnungsjahres 2025 ist der militärische Personalkörper bereits um mehr als 2.200 Soldatinnen und Soldaten gewachsen.
Darüber hinaus ist das Interesse an einer der größten Arbeitgeberinnen Deutschlands weiterhin hoch. Die Bundeswehr verzeichnet zum Stichtag rund 85.000 Erstberatungen. Die daraus resultierenden Bewerbungen (rund 53.100, +28%) und Einstellungen (rund 17.000, + 13%) übertreffen die Vorjahreswerte deutlich.
Bis Ende August wurden über 451.400 Fragebögen zur Wehrerfassung verschickt. Die Assessments und Einplanungen von Interessierten konnten weiter gesteigert werden.
Vorrangig werden weiterhin diejenigen kontaktiert, die ein Interesse im Fragebogen angegeben haben. Zusätzlich hat entsprechend der gesetzlichen Vorgaben die Musterung der Wehrpflichtigen des Geburtsjahrgangs 2008 begonnen. Bisher wurden im Rahmen der Wehrerfassung fast 1.000 Musterungen von 18-jährigen Männern durchgeführt, die kein Interesse bekundet haben. (…)
Die Gesamtstärke ist im gesetzlich festgelegten Aufwuchskorridor geblieben und im Vergleich zum traditionell einstellungsstarken Vormonat Juli um rund 300 gesunken. Erfahrungsgemäß verlassen überdurchschnittlich viele Freiwillig Wehrdienstleistende im August die Bundeswehr, um anknüpfend ihre Ausbildung oder ihr Studium im Herbst zu beginnen.
Wir rechnen bis zum Jahresende weiter mit steigenden Zahlen der Personalgewinnung und werden zum Jahresende deutlich im Aufwuchskorridor liegen.
Die Pressemitteilung fürs Archiv:
20260918_PM51_Bundeswehr_Personal
Zum vollständigen Bild gehört auch dieser Punkt, der sich in Zukunft noch klären muss: Nach einer Statistik, die die Linke in einer Kleinen Anfrage an die Bundesregierung (Bundestagsdrucksache 21/7894) abgefragt hat, war der Anteil der Untauglichen im zweiten Quartal dieses Jahres erstaunlich hoch.
17. Wie viele Musterungen bzw. wehrmedizinische Untersuchungen wurden
im zweiten Quartal abgeschlossen, und wie viele Personen wurden je-
weils entsprechend der wehrmedizinischen Einstufungen wie eingestuft,
a) als voll wehrdienstfähig,
b) als verwendungsfähig mit Einschränkungen für bestimmte Tätigkei-
ten,
c) als vorübergehend nicht wehrdienstfähig und
d) als nicht wehrdienstfähig?
Die Fragen 17 bis 17 d) werden zusammen beantwortet.
Im zweiten Quartal 2026 wurden 1.131 der angeschriebenen Personen wehrdienstfähig (Tauglichkeitsgrade voll verwendungsfähig, verwendungsfähig mit Einschränkungen, eingeschränkt verwendungsfähig) gemustert. 359 Personen wurden wehrdienstunfähig gemustert.
Das entspricht einer Quote der Untauglichen von knapp einem Viertel (KORREKTUR: nicht knapp einem Drittel – mein Rechenfehler, die Zahl der wehrdienstunfähig Gemusterten muss sich auf die Gesamtzahl der Gemusterten beziehen; ich hatte das in Relation zur Zahl der tauglich Gemusterten gesetzt).
(Archivbild Juni 2026: Soldaten laufen durch das übernetzte Stellungssystem während der Übung des Panzergrenadierbataillons 33 auf dem Truppenübungsplatz Baumholder – Jana Neumann/Bundeswehr)
@Robert Sieger: Mit den Augustzahlen hat die Zahl der SaZ kurz erstmals die Zahl der kürzer dienenden FWDL überholt. Seit Februar ist die Zahl der SaZ kurz von 2.000 auf über 5.500 Soldaten angewachsen. Es scheinen also immer mehr Wehrdienstleistende sich länger zu verpflichten als früher. Können/dürfen Sie was dazu sagen, ob innerhalb der FWDL und der SaZ kurz sich auch die Dienstzeiten verlängert haben zwischen 6 – 11 Monaten oder 12 Monaten – 23 Monaten oder Zahlen dazu nennen? Der deutliche Rückgang der FWDL Zahlen hat leider die Zahl der Mannschaften diesen Monat deutlich schrumpfen lassen.
Wie bei der Brigade Litauen kommt man mit reiner Freiwilligkeit nicht weiter, wenn man die im Soldatengesetz vorgesehen Zahlen in den nächsten Jahren erreichen will.
Z.B. bei den SaZ-kurz/FWDL fehlen aktuell 8.649 zum Soll 20.000 für 2026.
Ja, noch wird die Zahl § 91 SG für 2026 gehalten, aber 2027 ist das Minimum schon bei 190.000…
Ohne eine Wehrpflicht ist nicht abzusehen, woher dieses Plus nur über Freiwilligkeit gewonnen werden soll.
Siehe das o.g. Delta bei den SaZ-kurz/FWDL zum Soll…
Und da reden wir ja erst mal nur von der reinen „Kopfzahl“… und nicht von Dienstgradstrukturen…
Es wird Zeit für die Wehrpflicht, um wenigstens die Kopfzahl zu erreichen.
Felix2 sagt: am 18.09.2026 um 14:36 Uhr:
„Wie bei der Brigade Litauen kommt man mit reiner Freiwilligkeit nicht weiter, wenn man die im Soldatengesetz vorgesehen Zahlen in den nächsten Jahren erreichen will….“
Ich bräuchte da mal Nachhilfe für den Bogenschlag zum Soldatengesetz.
[Es dürfte §91 SG gemeint sein:
https://www.gesetze-im-internet.de/sg/__91.html
T.W.]
@Felix2: Die Politik traut sich nicht, die Wehrpflicht einzuführen, weil es ein Zwangsdienst ist. Ich glaube nicht, dass die Jugend auswandern würde um sich der Wehr-oder Dienstpflicht zu entziehen, wie ein User in einem anderen Beitrag geschrieben hat, aber einige Parteien werden noch Jahre versuchen die Wehrpflicht zu verhindern. In der alten. BRD konnte man sich der Wehrpflicht durch Umzug nach Berlin entziehen, dies haben ein paar Leute gemacht, aber es waren keine Massen. Diejenigen die keine Wehrpflicht wollen, würden sich durch Kriegsdienstverweigerung entziehen. Dass der neue Wehrdienst scheitert, ist wahrscheinlich, weil die meisten Fragebögen der BW mit „0“ Interesse beantwortet werden und nur 4 % der Frauen den Fragebogen zurück reichen. Aber erst jetzt sind die saisonalen Ausreden abgelaufen, da Ferien zu Ende sind bzw im September ausgelaufen sind so dass ab September stark steigenden Soldatenzahlen kommen müssten, wenn das Personalamt Recht hätte, mit den vielen Bewerbungen. Der Zielkorridor mit 190.000 Soldaten wurde nach unten korrigiert, um nicht so schnell über Wehrpflicht diskutieren zu müssen. Aussagekräftiger ist, dass die Zahl der FWDL & SaZ kurz bis Ende dieses Jahres auf 20.000 steigen müsste, aktuell damit 8.600 zu wenig! Bis zur BW-Reform 2011 hatte die BW noch 190.00 Berufs-und Zeitsoldaten. Auch von dieser Zahl sind wir weit weg, schaffen dies nicht Mal als Gesamtstärke. Denn nur mehr Wehrpflichtige allein reichen nicht, sie sind entscheidend für die Mannschaften, die in einer gesunden Armee die größte Gruppe sein müssten, statt den Unteroffizieren wie aktuell. Aber die Bundeswehr braucht deutlich mehr Zeitsoldaten lang. Woher sollen diese kommen? Ich würde bisherigen dienstfähigen Reservisten einen roten Teppich ausrollen, um möglichst viele in die BW zurück zu holen anstatt rückkehrwillige Reservisten durch Bürokratie zu vergraulen wie bisher. Aber ich sehe niemanden im Ministerium oder im Personalamt, der Anstrengungen unternimmt, die Reservisten zurück zu holen. Dabei wäre es einfach, per HP, alle Reservisten per Fragebogen zu ihrer RückkehrBereitschaft zu befragen & entsprechend auf Diensttauglichkeit zu untersuchen. Oder direkt anzuschreiben.
Danke für den konkreten Hinweis zum SG. Mir war dessen Inhalt gänzlich unbekannt.
Sehr informativer Hinweis oben:
https://www.gesetze-im-internet.de/sg/__91.html
Wenn ich das richtig verstanden habe sind die Zahlen in der Tabelle Richtziele, deren Umsetzung dann Bestand einer politischen Diskussion ist sollten sie nicht erreicht werden.
Und die Regierung kann, muss aber nicht zwingend, mit einer Wehrpflicht reagieren sollten ebenjene Ziele verfehlt werden.
Wieviel „Fehlbestand“ da in Zukunft toleriert wird kann wohl noch keiner sicher sagen.
Schau’n mer mal…
Aus der kleinen Anfrage der Linken:
„15. Wie werden Bußgelder nach wiederholter Verhängung erhöht, und welche Eskalationsstufen sieht das BAPersBW bzw. das BMVg vor?
Die allgemeine Verwaltungsvorschrift zu Bußgeldverfahren gemäß § 45 Absatz 1 WPflG wird derzeit noch abgestimmt.“
Naja das es in der deutschen Verwaltung oft länger dauert ist mir schon klar, aber sollte nicht nach über 9 Monaten ein solches Verfahren dennoch irgendwann mal stehen?
@Closius 18.09.2026 um 15:32 Uhr
> Die Politik traut sich nicht, die Wehrpflicht einzuführen, weil es ein Zwangsdienst ist.
Nein, darum geht es nicht. Bei den Regierenden und vereinzelt darüber hinaus, ist es angekommen, dass Abschreckung mit militärischen Erfordernissen unterfüttert werden muss, die sich auch in Personalzahlen ausdrücken lassen.
Es geht nicht mehr um Erkenntnisgewinn oder mangelnden Wille, sondern um die Umsetzung. Wehrpflicht bedeutet, dass Unterbringung und Ausbildung skaliert werden muss. Das muss vorbereitet werden, und wird betrieben.
Ich traue den Verantwortlichen in Politik und Bw zu, das sowohl zu stemmen als auch die Wehrpflicht dann zu aktivieren, wenn es sinnvoll und/oder erforderlich ist.
Wer sich gerne Sorgen machen will, dann bitte um die Mehrheitsverhältnisse im Deutschen Bundestag bezügl. Sperrminorität. Gott schütze uns vor Sturm und Wind, und Deutschen, die im Parlament Russland-Fähnchen schwenken. Nach der berühmten 5. Kolonne Moskaus gibt es jetzt auch noch eine sechste.
@Sorgenfalter: „Ich traue den Verantwortlichen in Politik und Bw zu, das sowohl zu stemmen als auch die Wehrpflicht dann zu aktivieren, wenn es sinnvoll und/oder erforderlich ist.“
Abgesehen davon, dass es in der Politik niemanden gibt, der tatsächlich persönlich „Verantwortung“ für falsches Handeln übernimmt, vertraue ich lieber nicht darauf, dass die Wehrpflicht aktiviert wird, „wenn es sinnvoll und/oder erforderlich ist.“
Wir gehen unaufhaltsam dem Jahresende 2026 entgegen bis zu dem laut § 91 SG die Zielstärke 190.000 erreicht sein muss. Mit der aktuellen Personalstärke befindet sich die Bw im Januar 2026 und bis 2029 („RUS könnte NATO angreifen“) ist ja auch nicht mehr lange hin.
Demnach wäre „sinnvoll und/oder erforderlich“ für die Erreichung der selbstgesteckten Ziele JETZT.
Schließlich wurde der ursprünglich schonmal für 2025 geplante Aufwuchs auf 203.000 bereits schon einmal (mehr oder weniger stillschweigend) verschoben und schließlich dauert es ja auch einige Zeit, aus neuen Rekruten wirklich kampffähige Soldaten zu machen.
Nein, im BMVg wird die Lage weiter dreist beschönigt und die Bevölkerung mit Falschmeldungen bzw. Falschbewertungen weiter – wie schon seit Jahren – ruhig gestellt.
Verantwortung wird dafür am Ende keiner übernehmen.
@Apollo 11 sagt:
18.09.2026 um 16:40 Uhr
„…Schau’n mer mal…“
Spannend wird ja sein … wie die transparent die Regierung dies umsetzen wird….
https://www.gesetze-im-internet.de/sg/__91a.html
…denn anhand dieser Zahlen (die idealerweise die Realität wiedergeben) müsste die politische und (!!) gesellschaftliche Diskussion über die Notwendigkeit einer Wehrpflicht geführt werden.
Aber vermutlich wird das dann als „Geheim“ eingestuft… weil RU ja nicht wissen darf wie es um den Personalbestand der Bw steht… 😉
Nur… so könnte man insbesondere keine sachgerechte gesellschaftliche Diskussion führen… und von der zwingenden Notwendigkeit der Wehrpflicht überzeugen (!)….
@LuckySailor, 19.09.2026 um 7:44 Uhr:
Ich stimme voll zu. Ich kann weder in der Gesellschaft, noch in der Politik den Willen erkennen, die Wehrpflicht zu reaktivieren.
@Apollo 11:
Grundsätzlich haben Sie mit Ihrer Bewertung recht „…deren Umsetzung dann Bestand einer politischen Diskussion ist sollten sie nicht erreicht werden….“
Aber gesetzliche Vorgaben sind, so scheint es mir, bessere Diskussionsgrundlagen. Wenn ich mir nur die Alimentation der Beamten anschaue, hier gibt es seit Jahren Handlungsdruck, seit 2025 sogar durch das Verfassungsgericht und passiert ist wenig bis nix. (@TW: Sry für OT)
@LuckySailor
Vielen Dank für Ihre Antwort. Mit „Verantwortlichen in Politik und Bw“ habe ich an die institutionelle Verantwortung gedacht, wonach Rechenschaft abzulegen ist z.B. gegenüber dem Parlament. Sie denken möglicherweise an die persönliche Verantwortung, wie private Haftung oder rechtliche Verantwortung? Falls Sie in diese Richtung denken, würden Sie mich erfreuen, wenn Sie beispielhaft darlegen könnten, wo es das – Ihren Vorstellungen entsprechend – so gibt.
Also aktuell wird der Zielkorridor gemäß §91 SG um ganze 356 Soldaten erfüllt das ist das untere ⅒ des Korridors. Bei den Reservisten ist man ganze 10.000 im Minus oder ~14,3% unter dem Mindest Soll.
Läuft wirklich gut bei der Bundeswehr. Zahlen auf die jeder Personalchef so richtig stolz wäre 🤣
Closius, 18.09.2026,15:32 Uhr:
„…Ich würde bisherigen dienstfähigen Reservisten einen roten Teppich ausrollen, um möglichst viele in die BW zurück zu holen…“
Grundsätzlich eine gute Idee. Dann muss man sich aber auch auf eine ausgeprägte interne „Neiddebatte“ gefasst machen.
Es wird reichlich Reservisten geben, die als Reservisten sehr gut beurteilt wurden und sich mit exakt diesen Beurteilungen dann in der Förderungs-/Beförderungsreihenfolge vorstellen.
Das werden viele aktive Unteroffiziere bzw. Offiziere nicht lustig finden.
Laut NTV 19.09 Uhr Ticker „Zwangsmusterung“ in Berlin.
[Das kursiert inzwischen in einigen Medien und hat den Hintergrund, dass in der – oben ja auch eingestellten – Pressemitteilung steht
Verpflichtende Musterungen:
Bereits seit Juli dieses Jahres wurden entsprechend der gesetzlichen Vorgaben und im Rahmen freier Kapazitäten bei den Karrierecentern der Bundeswehr fast 1.000 18-jährige Männer gemustert, die mit dem Fragebogen kein Interesse an einer Verwendung bei der Bundeswehr bekundet haben. Wir werden diese Musterungen kontinuierlich entlang der sich stetig erweiterten Musterungskapazitäten weiter erhöhen. Die flächendeckende Musterung aller 18-jährigen Männer beginnend mit dem Geburtsjahrgang 2008, zum Zwecke der Wehrerfassung wird nach dem Aufbau der flächendeckenden Musterungsorganisation mit 24 Musterungszentren ab Juli 2027 sichergestellt.
Also inhaltlich die Nachricht vom Dezember vergangenen Jahres, dass ein Gesetz verabschiedet wurde, dass alle Männer mit deutscher Staatsbürgerschaft ab einem bestimmten Alter gemustert werden sollen/müssen. Die Meldung „Bei der Bundeswehr kommt es überraschend zu ersten Zwangsmusterungen“ scheint mir da ein bisschen spät dran. T.W.]
@T.W: Dann hoffe ich dass die Leitmedien bei ihnen vorbeischauen noch bevor irgendwo dann steht „Zwangsrekrutierung“ o.Ä in Folge von „Zwangsmusterung“
Nennt sich dann glaube ich Wehrerfassung, Musterung, ggf. Wehrpflicht usw. /SCNR
Ich empfinde die dauerhafte Diskussion darüber ob sich die Regierung traut die Wehrpflicht zu reaktivieren und durchzusetzen zu aktuell als dumm. Warum sollte die Regierung zum aktuellen Zeitpunkt eine Diskussion eröffnen, bei der sie nur Sympathien verlieren kann und den Parteien, die sich als Alternative zu Deutschland das russische Modell vorstellen, Munition liefern? Beliebt war die Wehrpflicht zu keinem Zeitpunkt das sollte jedem klar sein, auch wenn manche ihren Dienst und ihre Motivation da nachträglich verklären.
Persönlich erkenne ich, dass die Bundeswehr eine Trendwende eingeleitet hat. Man baut neue Kasernen und reaktiviert alte Standorte. Das tut man sicherlich nicht um dort Orts- und Häuserkampf zu üben, sondern um dort neue Soldaten unterzubringen. Ob die dann mit Freiwilligen gefüllt werden, weil ein patriotischer Ruck durch die Gesellschaft geht oder mit Zwangsrekrutierten ist erst mal nebensächlich. Irgendwann, aber eben nicht heute wird die Politik dazu klar Stellung beziehen müssen. Ich kann es abwarten.
Wofür braucht Russland 20.000 Krankenbetten gegenüber Baltikum? Oder was soll ein Ausgangsverbot in Russland gegenüber Narva, wenn nicht für zumindest hybride Angriffe? Man kann nur hoffen, dass die Nato, die Esten und die britischen Soldaten dort wachsam sind! Oder sollten diese Meldungen nicht ein Fall für den Nationalen Sicherheitsrat sein? Wenn das so weitergeht, kommt die Wehrpflicht schneller, als die Berliner Zeitung gegen angebliche Zwangsmusterungen hetzen kann(wobei man wissen muß, dass der Eigentümer der Berliner Zeitung Stasi IM war & gerne in der russischen Botschaft feiert).
zum Bild: Wofür bzw. wogegen dient dieses Netz denn?
@Alex
Leicht die Zeitenwende verpasst.. gegen Drohnen!
Vorweggestellt: Truppe wächst deutlich, auch im Bereich der Mannschaften. Im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt hatten wir am 31.08.2026 knapp 2.200 mehr Mannschaftssoldatinnen und -soldaten in der Bundeswehr. Der Rückgang bei FWDL ist eigentlich kein Rückgang. Der frühere FWDL von 7 bis 23 Monaten teilt sich seit Inkrafttreten des Wehrdienstmodernisierungsgesetzes (01.01.2026) auf. Eine Verpflichtung als FWDL erfolgt zwischen 6 und 11 Monaten Verpflichtungszeit. Möchte man sich zwischen 12 und 23 Monaten verpflichten, tritt man als SaZ „kurz“ in die Bundeswehr ein.
Auf die konkrete Frage bezogen, verhält es sich mit der aktuellen Verteilung der Verpflichtungsdauern von FWDL und SaZ „kurz“ sehr ähnlich zum Vorjahresstichtag. Der Schwerpunkt lag damals wie heute klar auf den Verpflichtungsdauern ab 12 Monaten aufwärts. Insgesamt verzeichnen wir derzeit im Bereich der Mannschaften (also für FWDL, SaZ „kurz“ und Msch SaZ „lang“) den größten Anstieg bei der Bewerbungslage. Deshalb wird der Aufwuchs der Bundeswehr zum Ende des Jahres gerade auch im Bereich der Mannschaften erfolgen.
Das „Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaftliche Forschung der Bundeswehr“ hat eine neue Studie mit überraschend positiven Auffassungen zu Militärdienst, Verteidigung und Sicherheit vor und gegen Russland vorgelegt.
https://zms.bundeswehr.de/de/publikationen-ueberblick/bevoelkerungsbefragung-2026-wehrbereitschaft-deutschland-6150566
Bei geringen Unterschieden Ost – West wird überzeugend herausgearbeitet, die aktuelle Sicherheitspolitik der BuReg, die Rüstung der Bundeswehr und die Unterstützung der Ukraïne werden nicht mehrheitlich abgelehnt, der Wunsch nach sofortigem Friedensschluss um jeden Preis besteht nicht.
„Zentrales Ergebnis: Niemand sollte die wehrbereite Gesellschaft unterschätzen – nicht Russland, nicht Deutschlands Verbündete und vor allem nicht die Deutschen selbst … Genauso robust ist der öffentliche Zuspruch zum personellen Aufwuchs der Bundeswehr“.
Wann zeigen die Monatszahlen das auf?
@F. Gahl
Die Granaten der „Dropper“-Drohnen bleiben dann auf Kopfhöhe liegen. Und die Drohnen mit „Schnurrbart“-Drahtzündung explodieren trotzdem beim Aufprall.
@Klaus-Peter Kaikowsky (KPK) sagt:
21.09.2026 um 18:21 Uhr
„Wann zeigen die Monatszahlen das auf?“
Das wird dauern …
Aus der Studie: „Persönliches Interesse am Soldatenberuf: Junge Männer 20% und Frauen 5%“
@KPK:So positiv wie Sie kann ich die Studie des Zentrums für Militärgeschichte nicht zu sehen. Sicher ist, das Ansehen der Bundeswehr in der Bevölkerung ist seit 1983(Nachrüstungsdebatte) gewaltig gestiegen, damals waren öffentliche Gelöbnisse der BW nicht mehr möglich. Ich hätte erwartet, dass die Bundeswehr in Ostdeutschland am schlechtesten dasteht, was Ansehen und WehrBereitschaft angeht, aber statt dessen, sind 28 % der Westdeutschen(NRW, RP, Saarland) Männer bereit selbst mit Waffe zu kämpfen, 27 % der Norddeutschen, 24 % der Ostdeutschen, aber nur 14 % der Süddeutschen(BY,Ba-Wü). Auch die Bereitschaft im Kriegsfalle im Zivilschutz zu helfen ist in Süddeutschland an geringsten. Bayern & CSU gibt sich gerne Bundeswehrfreundlich, Heimatliebend, aber die wollen am wenigsten ihre Heimat verteidigen, ist schon komisch. Zuviel Wohlstand, denn Ba-Wü und Bayern sind die reichsten Länder, die am meisten in den Länderfinanzausgleich einzahlen?
@ Robert Sieger, 21.09.2026, 17:53 Uhr:
„Vorweggestellt: Truppe wächst deutlich, auch im Bereich der Mannschaften….“
Um Ihren Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt zu ergänzen (@TW danke für den Service): Die Anzahl der BS stieg von 58630 auf 61627 (+2997) od. von 32 % auf 33% (gerundet).
Wieviel Prozent betrachtet die Personalführung noch als „gesund“?
Aus dem eigenen Bekanntenkreis wurden drei SaZ zu BS übernommen. Alle drei über 40, BMI knapp unter 30, seit Jahren in Stäben oder Kommandos eingesetzt. Echte Truppe haben diese Herren seit Jahren nicht mehr von „innen“ gesehen. Alle drei nette Menschen, aber ganz gewiß keine Leistungsträger. Zu meiner aktiven Zeit (vor ca. 12 Jahren) hätten sie keine Chance auf BS gehabt. Ist hier ein Plan zu erkennen? Bedarf schafft Eignung? SCNR
Habe wie immer die Zahlen mit interesse gelesen, aber so ausführlich waren sie lange nicht. Die BW hat 186.3569 Soldaten , 220 Admirale und Generale und 81751 zivile Beschäftigte.
Wir haben schon in den siebziger Jahren im Bereich Nachschub / dezentrale Beschaffung viele Probleme mit Herren Zivilisten der StoV der gute Mann war Oberinspektor und der wichtigste Mann im Geschwader. Von Januar bis Oktober hieß es die dezentrale Beschaffung muss gekürzt es ist keine Geld da. Dabei ging es eigentlich um wichtige Dinge wie Plottpapier , Plottstifte und Büromaterial. Ganz extrem war es wenn ich Entwicklerflüßigkeit und das Fotopapier bestellen musste. Fotokopien waren ja im Prinzip wie Fotos entwickeln. Das Zeug war teuer. Bin Mehr als einmal zum S4 rein weil der Herr Zivilist mal wieder auf dem Geld saß. Aber ab Anfang November geriet der in Panik, dann stand der bei mir im Büro und erwartet das ich mir noch Betstellungen für durchaus mal 2000 DM und mehr aus dem Ärmel schüttelte. Alles aus Angst dass dads Buget sonst im nächsten Jahr gekürzt wurde. Hatte dann aus Erfahrung schon eine Liste im Schreibtisch liegen. Aber Fakt ist die Bürokratie bei der BW ist viel zu groß. Da wird zu viel gebremst.
@Robert Sieger: Hat sich die Abbrecherquote in der Probezeit durch die 14tägige Kündigungsfrist und/oder den höheren Sold reduziert? Denn die ca 25 % Abbrecherquote in der Vergangenheit, verursacht Kosten & fehlende Soldaten. Und hat das Personalamt mal daran gedacht, eine Prämie zu zahlen, wenn Soldaten die Probezeit verstreichen lassen oder ein Buddy System einzuführen, das ältere Soldaten den Rekruten helfen, damit diese nicht so leicht abbrechen? Oder eine Prämie oder Gruppenurlaub zu zahlen, wenn aus einer Stube oder einen Zug keiner abbricht als Buddy System? Um Gruppendynamik zu nutzen.
@Closius, 22.09.2026, 18:31 Uhr:
„… Oder eine Prämie oder Gruppenurlaub zu zahlen, wenn aus einer Stube oder einen Zug keiner abbricht…“
Gute Ideen. Vielleicht demnächst auch eine Prämie für fünfmaliges fehlerfreies Essen mit Messer und Gabel? Und eine Prämie für den ersten erfolgreichen Marsch und die erste erfolgreiche Schießübung?SCNR
@Closius sagt:
22.09.2026 um 18:31 Uhr
„Und hat das Personalamt mal daran gedacht, eine Prämie zu zahlen, wenn Soldaten die Probezeit verstreichen lassen…“
1. Das BAPersBw hat keine Befugnis eigenständig Prämien festzulegen…
2. Irgendwo muss auch mal Schluss sein beim Geld…
Ein FWDL bekommt ab dem ersten Tag 2600 €/Brutto, wovon nur die Steuern abgehen.
SaZ-kurz fangen mit 2866 €/Brutto an, wovon auch nur die Steuern und ggf. der Betrag nach § 39 (2) BBesG abgehen.
Und bei den SaZ-kurz ab 12 Monaten Dienstzeit gibt es dann ja noch die Führerscheinzuschüsse
nach § 31b SG (3.500 €) und § 31c SG (5.000 €)…
Immer nur nach mehr Geld zu rufen macht es nicht besser…
Denn das Problem ist nicht der Mangel an Geld, sondern das Mindset vieler Jugendlichen.
Z.B. verzogen von Helikoptereltern, mit dem Glauben das sich doch bitte der Dienst nach ihren Vorstellungen
richten muss und nicht umgekehrt, unfähig auch mal berechtigte Kritik auszuhalten und sich selbst zu
reflektieren… All das ist Truppenalltag den ich selbst immer wieder erlebe… Daran ändert Geld nichts…
Fragen Sie doch mal Herrn General Sieger nicht nur nach der Anzahl der freiwilligen Abbrecher,
sondern nach den in den ersten 1…2 Jahren auf Grund von Dienstvergehen, oder Leistungsmängeln
vorzeitig Entlassenen… Sie werden überrascht sein… Davon redet aber niemand…
@Closius:
Da würde ich widersprechen – ein murrender „Soldat“ ist dauerhaft ein größeres Problem, als einer, der rechtzeitig abbricht.
Und auch dieses „Buddy“-System haben wir schon: Man nennt es Kompanie oder Zug (oder analog, je nach Truppengattung), in dem der Rekrut (jedeweden Geschlechts – oder auch nicht) mitschwimmt und mitgetragen wird.
Sollte sich das geändert haben, haben wir ein noch größeres Problem.
@Felix2:
Volle Zustimmung: Mit der ganzen Prämierei wurde jetzt schon das komplett dysfunktionale Sold-System überdehnt.
Am Geld kann es nicht liegen. Im Zweifel ist es eher eine Frage des Lohnabstands und das ist ein Problem, das man eher mit Senkungen an andere Stelle beheben könnte.
Grundsätzlich bleibt das gleiche Problem:
SaZ -> BS: Hier schafft Bedarf eindeutig Eignung.
FWDL -> SaZ: Wer nur den Führerschein abgreifen will, hat seinen „Deal“ dann ja gemacht.
Aufwuchs Mannschaften: Für die einen ist es keine erstrebenswerte Laufbahn. Die entscheiden sich für die Feldwebel- oder Offizierslaufbahn, wenn sie ihre Zukunft in der Bw sehen.
Für die anderen ist entweder die Tätigkeit an sich nicht soo verlockend (Lohnabstand, Dislozierung, ..) oder sie sind einfach nicht geeignet.
Wir sollten alle nicht vergessen, dass die Bw allgemein weiter technisiert wurde. Da gibt es nicht mehr so viele Jobs wie „Bongo“ (Feldkabelbau-Soldat) oder Ladeschütze, bei der körperliche Robustheit deutlich vor geistiger Wendigkeit rangiert.
Wir haben also das alte Problem, das sich bei steigendem Bedarf und sinkender Geburtenraten deutlich verschärft hat:
Die, die die Bw sucht, haben genug andere Optionen in ihrem Leben – die, die kommen, sind nicht immer geeignet.
@Closius
Geld. Noch mehr?
Der Begriff „Soldat“ leitet sich im Ursprung zwar vom Sold ab, den er bezieht, ist aber scharf gegen den Söldner abzugrenzen, der privat für Geld ohne feste Bindung an offizielle Streitkräfte kämpft.
Wir dürfen Unwilligen, physisch und psychisch Ungeeigneten nicht weiter Geld hinterherschmeißen, das sie nicht wert sind. Anständige Besoldung hat zweifellos Bedeutung, gerade im Bereich der Einsteller sind aber Grenzen erreicht.
(Unseriöse) Behauptung: Zahlt Deutschland jedem Rekruten 5000€ Einstiegsgehalt, finden sich zweifellos ausreichend Freiwillige – mit reichlich Unterqualifikation. Brauchen wir nicht.
Von der Praxis der Eignungsfeststellungsverfahren erwarte ich mir härteres Vorgehen.
Um Zweifel auszuschließen: Ein Blick zu den Eignungstest der „La Légion“ gibt Hinweise. Es müssen keinesfalls die drei Wochen im Hauptauswahlzentrum von Aubagne sein.
Illusion sind aber zu nehmen, womit beiden Seiten gedient wäre.
Insofern stimme ich Felix2 unbedingt zu.
Wehrpflichtige früher hatten keine Wahl oder Probezeit und müssten durchziehen, selbst wenn diese ungeeignet wären, deshalb sehe ich WiderSpruch, wenn man ungeeignete nicht haben will. Die Kritiker hier meines Buddy Vorschlages scheinen für Wehrpflicht zu sein. Aber die Politik traut sich nicht zu diesem Zwangsdienst. Solange wir keine Dienst- oder Wehrpflicht haben, sollten wir die Abbruchzahlen senken. Hat jemand bessere Vorschläge? Natürlich werden viele lieber Feldwebel oder Offizier, als nur Mannschaftssoldat. Dafür gäbe es die Möglichkeit zu sagen, niemand darf Offizier oder Feldwebel werden, der nicht zuvor Wehrdienst geleistet hat.
@all
Ich verstehe Ihre Punkte und ich lese gerne mit. Nach der schwarzen Null in 2024, hatten wir einen deutlichen Aufwuchs im letzten Jahr, den wir in diesem Jahr vermutlich toppen werden. Zur derzeitigen Lage gehört auch, fehlende Infrastruktur und eine beschränkte Ausbildungskapazität. Mehr Abgänge führen zu mehr Regenerationsbedarf und Expertiseverlust, Ebenso gibt es Wechselwirkungen zwischen Kurzdienern und Reserve und Aufbau einer höheren Ausbildungskapazität. Nehmen Sie x45 dazu, wird die Komplexität zwischen Aufwuchs und Einsatzfähigkeit nochmal klarer. Ich konzentriere mich deshalb im SP auf Dienstverhältnisse größer zwei Jahre,
@ Robert Sieger:
„Zur derzeitigen Lage gehört auch, fehlende Infrastruktur und eine beschränkte Ausbildungskapazität“
So what? Schöne Ausreden, um sich noch ein paar Jahre damit abzufinden „dass es zum notwendigen halt nicht gereicht hat“??
ENTWEDER ist die Bedrohungssituation so konkret, dass die Bw 2029 die vom ehemaligen InspH genannte Sollstärke im Heer erreichen muss. DANN sind Ausreden à la „wir haben nicht genug schöne Kasernen“ inakzeptabel. DANN muss schlicht geliefert werden, notfalls mit von der Generalität zu fordernden Wehrpflicht und des Ausbildens unter widrigen Umständen.
ODER es ist alles nicht so wild, DANN sollten die Forderungen der NATO hinsichtlich des Fähigkeitsprofils LV und BV nicht akzeptiert werden.
Ich vermisse die nötige Klarheit in unserer Sicherheitspolitik. IMHO schmeissen wir derzeit mit Geld um uns, verpassen aber die personelle Unterfütterung. Wenn das so bleibt, ist das Verschwendung von Geld, das wir eigentlich nicht haben.,
Ostdeutsche im Deutschen Heer überrepräsentiert! Hartpunkt de berichtet heute, das 33 % der Soldaten des dt. Heeres aus Ostdeutschland stammen, aber nur 20 % der dt. in Ostdeutschland geboren seien. Die Zahlen stammen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des Linkenpolitikers Ulrich Thoden laut Hartpunkt(die Antworten auf die kleine Anfrage scheinen noch nicht öffentlich zu sein). Ich hätte bei den Zahlen eine Pyramide erwartet, besonders viele Mannschaften und am Ende wenig Stabsoffiziere. Aber es ist genau andersherum, außer bei Generale, die nur zu 2 % aus Ostdeutschland stammen. Dagegen stammen 35 % der Stabsoffiziere aus Ostdeutschland, 27 % der Subaltern Offiziere, 34 % der Feldwebel, 29 % der Unteroffiziere ohne Portepee und 27 % der Mannschaften stammen aus Ostdeutschland. 36 Jahre nach der Einheit müsste es von Heeresgenerälen aus Ostdeutschland nur so wimmeln, wenn diese 35 % der Stabsoffiziere stellen. Gerade bei Durchsucht der Lebensläufe mit Geburtsdatum & Eintrittsdatum in die BW. Aber selbst KI könnte keinen der 2 % Heeresgeneräle namentlich benennen! Gerd Gawellek war der erste Bundeswehrgeneral aus der NVA, leider bereits letztes Jahr früh verstorbenen. Der zweite General aus der NVA dient noch als Brigadegeneral in der Luftwaffe. Damit sind nur 2 von 10.800 aus der NVA dauerhaft übernommen Soldaten zum General aufgestiegen. Alle Ostdeutschen, die seit 1990 in die BW eingetreten sind, ohne in der NVA gedient zu haben, müssten nun wirklich die gleichen Chancen haben General zu werden, was offensichtlich nicht der Fall ist. Der Überrepräsentiertheit von Ostdeutschen im Heer müsste eigentlich dazu führen, dass die BW bzw das Heer besonders in Ostdeutschland nach Nachwuchs sucht, was aber offensichtlich nicht der Fall ist. Die Luftwaffe stellt zum 1. Oktober ein zweites Luftwaffenausbildungsbataillon auf, mit vier neuen Standorten zur Ausbildung auf, aber Luftwaffensoldat kann man weiterhin nur in Westdeutschland werden. Das Heer will 8 frühere Kasernen wieder in Betrieb nehmen, aber keine davon ist im Osten. Wenn die Bundeswehr den Osten weiterhin so diskriminiert, Ostdeutschen nicht die Möglichkeit gibt heimatnah zu dienen, ist die mangelnde Truppenstärke selbst verschuldet.
@Glosius: Aus eigenen Beobachtungen die folgenden Thesen zur „Generalslücke Ost“ – ohne Anspruch auf Richtigkeit! 1. Ostdeutsche (StOffz) sind eher an der Auftragserfüllung und weniger am Netzwerken interessiert. Positives Jobdenken 2. Ostdeutsche (StOffz) mit Studium sind eher soziale Aufsteiger in der 1. oder 2. Generation und daher ohne den typischen Stallgeruch höherer Kreise unterwegs. 3. In einer kleiner werdenden Bundeswehr nach 1990 und erst Recht nach den 2010ern, haben sich die Reihen der klassischen Familien geschlossen und dadurch sind westdeutsche Offiziers- /Generalsfamilien deutlich im Vorteil. Netzwerke, die schon zu Schulzeiten in einer Deutschen Schule in Frankreich oder Belgien begonnen haben, während die Väter in einer Auslandsverwendung waren… Kann jemand hier diese Thesen mit Zahlen belegen oder widerlegen? Dieser Effekt war schon in der Weimarer Republik zu sehen: Der Anteil adeliger Offiziere in der winzigen Reichswehr war höher, als im Kaiserreich…. Die Wirksamkeit dieser Thesen hängt natürlich auch daran, dass das wesentliche Auswahlkriterium bei deutschen Offizieren / Generalen nicht greift: Sieg in einem Gefecht.
Im Rennen um neue Bundeswehrstandorte gibt es einen Sieger. Heute haben sich die BW & Stadt Sigmaringen auf eine Wiederinbetriebnahme der Kaserne in Sigmaringen geeinigt, wie SWR & Tagesschau online meldet. Ab 1. Oktober sollen erste Soldaten dort Dienst tun und die Gebäude weiter prüfen. Ab 1. April 2027 soll die Grundausbildung von Rekruten in Sigmaringen starten. Damit hat es die BW endlich geschafft, Mal über eine von 8 Kasernenwiederinbetriebnahme zu entscheiden. Eigentlich sollte es diesen Monat auch Letter of Intent geben in Kusel und Speyer, aber von den dortigen Kasernenstandorten habe ich noch keine Einigung mit Bundeswehr gehört. Unter Zeitenwende würde ich ein ganz anderes Tempo erwarten. Zumal die wichtigste Frage, welche neuen BW Einheiten nach Sigmaringen kommen,noch völlig offen ist. Aber die Frage nach der zukünftigen Stationierung ist die wichtigste Frage vor Ort, um die Zukunftschancen des Standortes beurteilen zu können.
[Aber das war doch erwartbar?
https://augengeradeaus.net/2026/07/reaktivierung-von-kasernen-zum-beispiel-sigmaringen/
T.W.]
SIGMARINGEN wird auch Heimat des HSchBtl 112, welches eigentlich diese Woche in Dienst gestellt werden sollte. Aber egal, Hauptsache es kommt.
@Wiegold: Sigmaringen schien schon durch zu sein, dann fehlte aber das Heimatschutzbataillon 112 plötzlich in der Karte der Heimatschutzbataillone, die wieder aufgestellt werden. Dessen Aufstellung scheint sich zu verzögern, denn wie @ThomasMelber richtig schreibt, sollte es ja eigentlich schon morgen losgehen mit dem neuen Bataillon. Und der Streit um das Flüchtlingszentrum auf dem Kasernengeländer wurde plötzlich Thema zwischen Land Ba-Wü & Stadt Sigmaringen, aber mit dem Letter of Intent ist ein Kompromiss zum Flüchtlingszentrum gefunden worden, dass dieses in Sigmaringen bleibt auf dem Kasernengeländer, aber deutlich verkleinert wird. Heute wird von Regionalzeitungen gemeldet, dass auch die Letter of Intent in Kusel und Speyer abgeschlossen worden sind. Zum 1. April beginnt die Ausbildung der Rekruten in Kusel in der Windhof Kaserne, wie auch der SWR bestätigt. In Speyer soll es Vorauskommando geben, dann ein BataillonsStab von 200 Mann und ab Oktober 2027 zwei Ausbildungskompanien in der Kurpfalzkaserne in Speyer. Zu Soest und Friedberg konnte ich noch keine Entscheidung finden. Bei Soest wurde nur gemeldet zuletzt, dass das Flüchtlingszentrum dort im Frühjahr 2027 endet und der Vertrag nicht verlängert wird. Zu Mönchengladbach, Cuxhaven und Boostedt war nur zu finden, dass diese 3 Standorte angeblich zurück gestellt seien. Erwartet wurde auch, dass der Rückkauf des ehemaligen Gelände MfG 5 von Kiel durchgeht, aber jetzt gibt es Probleme, weil die Marine keine Wohnboote auf dem Gelände mehr dulden will & die Anwohner sind gegen die Verlegung der Wohnboote & diskutieren ein EnteignungVerfahren, was die BW, Jahre kosten würde, bis die Gerichte entschieden haben. Aber die Stadt Kiel kann auch gegen den Willen der Anwohner verkaufen….Deshalb scheint mir fast jeder Fall einer Kasernenwiederinbetriebnahme spannend zu sein.