Personalstärke August 2026: Leichter Rückgang, mit über 186.000 weiter im „Zielkorridor“
Die Zahl der aktiven Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr ist im August 2026 im Vergleich zum Vormonat leicht um rund 350 zurückgegangen. Die Personalstärke von 186.356 liegt, das betonte das Verteidigungsministerium, aber weiterhin im so genannten Zielkorridor, den die Bundeswehr mit Freiwilligen in diesem Jahr erreichen soll. Den stärksten Rückgang verzeichnete die Truppe bei den Freiwillig Wehrdienstleistenden mit unter einem Jahr Dienstzeit.
Die Statistik für August 2026, am (heutigen) Freitag wie üblich unter dem immer gleichen Link veröffentlich; die Einschätzung des Ministeriums dazu unten.
(Der Vergleichbarkeit wegen bleibt die Darstellung der Zahlen auf Augen geradeaus! weiterhin bei dem seit Jahren verwendeten Schema):
Insgesamt leisten 186.356 Soldatinnen und Soldaten ihren Dienst bei der Bundeswehr
Bundesministerium der Verteidigung 1.067
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 3.888
Heer 64.697
Luftwaffe 28.577
Marine 15.961
Cyber- und Informationsraum 13.771
Unterstützungsbereich 48.035
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen 1.128
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung 1.933
Bereich Personal 7.299
davon bis zu 5.400 Studierende an Bundeswehr-Universitäten
Berufssoldat*innen 61.627
Soldat*innen auf Zeit lang (ab 2 Jahren Dienstzeit) 113.378
Soldat*innen auf Zeit kurz (12 bis 23 Monate) 5.796
Freiwillig Wehrdienstleistende (FWDL6 bis 11 Monate) 5.555
Dienstgradgruppen (gerundet)
Generale/Admirale 220
Stabsoffiziere 15.700
Offiziere 24.190
Unteroffiziere mit Portepee 62.280
Unteroffiziere ohne Portepee 29.260
Mannschaften 54.700
[In die Statistik hier zur Info neu aufgenommen – von den Mannschaften insgesamt aufgeschlüsselt:]
Mannschaften Kurzdiener bis 23 Monate 11.351
Mannschaften SaZ kurz 12-23 Monate 5.796
Mannschaften FWDL 6-11 Monate 5.555
Die Zahl der Frauen in den Streitkräften:
25.439 Soldatinnen sind aktuell bei der Bundeswehr; mehr als 13 Prozent (beträgt der) Anteil der Soldatinnen bei der Bundeswehr
Verteidigungsministerium 73
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 474
Heer 5.043
Luftwaffe 2.968
Marine 1.806
Cyber- und Informationsraum 1.427
Unterstützungsbereich 11.809
Personal 1.565
Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen 142
Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung 132
Laufbahngruppe/Laufbahnen (auch Anwärterinnen)
Offizierinnen 7.376
Unteroffizierinnen mit Portepee 9.212
Unteroffizierinnen ohne Portepee 3.410
Mannschaften 5.441
Status
Berufssoldatin 6.332
Zeitsoldatin lang 17.380
Zeitsoldatin kurz 868
Freiwilligen Wehrdienstleistende 859
Die gesonderte Statistik zu den Zivilbeschäftigten – analog zu den Soldat*innen nach Teilstreitkräften und Organisationsbereichen aufgeschlüsselt; zusätzlich werden Militärseelsorge und Rechtspflege ausgewiesen.
Beschäftigt sind 81.751 zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Bundesministerium der Verteidigung 1.852
unmittelbar nachgeordnete Dienststellen 1.611
Heer 2.475
Luftwaffe 4.667
Marine 1.818
Cyber- und Informationsraum 1.854
Unterstützungsbereich 11.358
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen 32.952
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung 11.573
Bereich Personal 11.014
Militärseelsorge 485
Rechtspflege 92
Der Anteil von Frauen am zivilen Personal wird nur nach Statusgruppen ausgewiesen:
Von den insgesamt 81.751 zivilen Beschäftigten sind 32.513 Frauen (rund 40 Prozent), die in allen Bereichen der Bundeswehr tätig sind.
Beamtinnen insgesamt 11.157
im höheren Dienst 2.330
im gehobenen Dienst 4.671
im mittleren Dienst 4.141
im einfachen Dienst 15
Arbeitnehmerinnen 19.313
im Vorbereitungsdienst, in einem Ausbildungs- oder Praktikantenverhältnis 2.043
(Stand 31. August 2026)
Die frühere ausführliche Statistik der Personalstärke in den Auslandseinsätzen und einsatzgleichen Verpflichtungen wurde durch die Gesamtzahl nur in den Auslandseinsätzen ersetzt. Der Stand vom 7. September 2026:
Insgesamt sind circa 750 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr unmittelbar bei Auslandseinsätzen eingesetzt.
Darüber hinaus gibt es noch die Anerkannten Missionen.
(Die diversen Anerkannten Missionen wie z.B. die NATO-Battlegroup oder auch die neue Panzerbrigade 45 Litauen sind eben damit nicht erfasst.)
Den Service von Augen geradeaus!, die Vergleichszahlen, gibt es auf einer gesonderten Übersichtsseite.
Zusätzlich abgefragt habe ich die Zahl der beorderten Reservist*innen: Sie betrug zum Stichtag 31. Juli 2026 rund 60.000. (Ich versuche das hier zu verstetigen, um eine Vergleichsbasis zu schaffen.)
Aus der Mitteilung des Verteidigungsministeriums zu den neuen Zahlen:
Zum Stichtag 31. August 2026 dienten in der Bundeswehr rund 186.400 aktive Soldatinnen und Soldaten. Damit liegt die personelle Stärke des militärischen Personals rund 4.000 Personen über dem Vorjahresstichtag und weiterhin im gesetzlich festgelegten Zielkorridor für den personellen Aufwuchs für das Jahr 2026.
Auch im Vergleich zum Ende des einstellungsstärksten Personalgewinnungsjahres 2025 ist der militärische Personalkörper bereits um mehr als 2.200 Soldatinnen und Soldaten gewachsen.
Darüber hinaus ist das Interesse an einer der größten Arbeitgeberinnen Deutschlands weiterhin hoch. Die Bundeswehr verzeichnet zum Stichtag rund 85.000 Erstberatungen. Die daraus resultierenden Bewerbungen (rund 53.100, +28%) und Einstellungen (rund 17.000, + 13%) übertreffen die Vorjahreswerte deutlich.
Bis Ende August wurden über 451.400 Fragebögen zur Wehrerfassung verschickt. Die Assessments und Einplanungen von Interessierten konnten weiter gesteigert werden.
Vorrangig werden weiterhin diejenigen kontaktiert, die ein Interesse im Fragebogen angegeben haben. Zusätzlich hat entsprechend der gesetzlichen Vorgaben die Musterung der Wehrpflichtigen des Geburtsjahrgangs 2008 begonnen. Bisher wurden im Rahmen der Wehrerfassung fast 1.000 Musterungen von 18-jährigen Männern durchgeführt, die kein Interesse bekundet haben. (…)
Die Gesamtstärke ist im gesetzlich festgelegten Aufwuchskorridor geblieben und im Vergleich zum traditionell einstellungsstarken Vormonat Juli um rund 300 gesunken. Erfahrungsgemäß verlassen überdurchschnittlich viele Freiwillig Wehrdienstleistende im August die Bundeswehr, um anknüpfend ihre Ausbildung oder ihr Studium im Herbst zu beginnen.
Wir rechnen bis zum Jahresende weiter mit steigenden Zahlen der Personalgewinnung und werden zum Jahresende deutlich im Aufwuchskorridor liegen.
Die Pressemitteilung fürs Archiv:
20260918_PM51_Bundeswehr_Personal
Zum vollständigen Bild gehört auch dieser Punkt, der sich in Zukunft noch klären muss: Nach einer Statistik, die die Linke in einer Kleinen Anfrage an die Bundesregierung (Bundestagsdrucksache 21/7894) abgefragt hat, war der Anteil der Untauglichen im zweiten Quartal dieses Jahres erstaunlich hoch.
17. Wie viele Musterungen bzw. wehrmedizinische Untersuchungen wurden
im zweiten Quartal abgeschlossen, und wie viele Personen wurden je-
weils entsprechend der wehrmedizinischen Einstufungen wie eingestuft,
a) als voll wehrdienstfähig,
b) als verwendungsfähig mit Einschränkungen für bestimmte Tätigkei-
ten,
c) als vorübergehend nicht wehrdienstfähig und
d) als nicht wehrdienstfähig?
Die Fragen 17 bis 17 d) werden zusammen beantwortet.
Im zweiten Quartal 2026 wurden 1.131 der angeschriebenen Personen wehrdienstfähig (Tauglichkeitsgrade voll verwendungsfähig, verwendungsfähig mit Einschränkungen, eingeschränkt verwendungsfähig) gemustert. 359 Personen wurden wehrdienstunfähig gemustert.
Das entspricht einer Quote der Untauglichen von knapp einem Drittel.
(Archivbild Juni 2026: Soldaten laufen durch das übernetzte Stellungssystem während der Übung des Panzergrenadierbataillons 33 auf dem Truppenübungsplatz Baumholder – Jana Neumann/Bundeswehr)