Fürs Archiv: Erste Fregatten-Kommandantin der Deutschen Marine
Erstmals wird eine Fregatte der Deutschen Marine von einer Frau kommandiert. Fregattenkapitän Ute Niklas übernahm am (gestrigen) Dienstag das Kommando über die Fregatte Rheinland-Pfalz.
Die Mitteilung der Marine* vom 11. September mit der Ankündigung im Wortlaut:
Erstmals eine Frau an der Spitze einer Fregatte der Deutschen Marine
Wilhelmshaven – Am Dienstag, den 15. September 2026 um 11 Uhr, übergibt der Kommandeur des 4. Fregattengeschwaders, Kapitän zur See Volker Kübsch, das Kommando über die Fregatte „Rheinland-Pfalz“ von Fregattenkapitän Benedikt Eichhorn an Fregattenkapitän Ute Niklas. Mit dieser Übergabe übernimmt erstmals in der Geschichte der Deutschen Marine eine Frau das Kommando über eine Fregatte.
Für Fregattenkapitän Niklas beginnt mit der Übernahme eine anspruchsvolle Phase. Nach dem Werftaufenthalt gilt es, die „Rheinland-Pfalz“ über die Einsatzausbildung zurück in die volle Einsatzbereitschaft zu führen.
„Ich übernehme das Kommando in einer ebenso spannenden wie anspruchsvollen Phase. Vor uns liegt die Aufgabe, die Fregatte „Rheinland-Pfalz“ aus der Werft über die Einsatzausbildung zurück in die volle Einsatzbereitschaft zu führen. Das wird der gesamten Besatzung viel abverlangen. Ich freue mich darauf, diesen Weg gemeinsam mit ihr zu gehen, das Schiff wieder in See zu bringen und uns auf die kommenden Aufträge vorzubereiten“, sagt Fregattenkapitän Niklas.
Die neue Kommandantin bringt umfassende Erfahrung auf der Fregattenklasse F125 mit. Als ehemalige Erste Offizierin ist sie mit Schiff, Besatzungsstruktur und Aufgabenprofil bestens vertraut. Zuletzt war sie als Einsatzstabsoffizier im Operativen Führungskommando in Schwielowsee eingesetzt. Darüber hinaus absolvierte sie den Admiralstabsdienstlehrgang am Joint Services Command and Staff College der Defence Academy of the United Kingdom in Shrivenham.
Der scheidende Kommandant, Fregattenkapitän Benedikt Eichhorn, bleibt dem 4. Fregattengeschwader erhalten und übernimmt das Kommando über die „Sachsen-Anhalt“. Seine Zeit an Bord der „Rheinland-Pfalz“ war insbesondere durch den Werftaufenthalt und die Instandsetzung des Schiffes geprägt.
„Das zurückliegende Jahr hat der Besatzung viel abverlangt. Die Professionalität und Ausdauer des gesamten Teams sowie aller Beteiligten haben entscheidend dazu beigetragen, die materielle Einsatzbereitschaft des Schiffes wiederherzustellen. Dafür danke ich allen Beteiligten. Meiner Nachfolgerin, Fregattenkapitän Ute Niklas, und der Besatzung wünsche ich für die bevorstehende Einsatzausbildung und die kommenden Aufträge viel Erfolg und stets eine sichere Fahrt“, erklärt Fregattenkapitän Eichhorn.
Zur feierlichen Zeremonie wird der Innenminister des Landes Rheinland-Pfalz, Achim Schwickert, erwartet.
*Die Aussendung der Pressemitteilung hatte die Marine auf die regionalen Medien in Wilhelmshaven und Umgebung beschränkt. Da dazu auch dpa und die ARD-Anstalt NDR gehören, fand diese Nachricht entgegen der militärischen Planung auch Verbreitung in überregionalen Medien wie dem Spiegel oder der tagesschau und wird folgerichtig auch hier im Original dokumentiert.
(Foto: Niklas, r., und ihr Vorgänger Eichhorn vor dem Rumpf der Fregatte Rheinland-Pfalz – Bundeswehr/Krogmann)
Da kann man Fregattenkapitän Ute Niklas und der Besatzung nur allzeit gute Fahrt und immer mindestens eine Handbreit Wasser unter den Kiel wünschen!
@ Left Blank: Volle Zustimmung. Da die F125 jetzt ja zum Experimentieren verwendet werden darf man auf das nächste „First of“ durch die Rheinland-Pfalz gespannt sein.
@Nachhaltig: Könnten Sie „Experimentieren“ näher erläutern? Da FKpt Niklas die dritte mir bekannte Kommandantin einer Kampfeinheit ist, sehe ich da kein Experiment?
Ich denke er meint die LORA-Schüsse und die Aufstellung IRIS-T, nicht Fregattenkapitän Niklas. Als ehemaliger 1O das Schiff als Kommandantin zu übernehmen ist das Gegenteil von Experimentieren
Ich wünsche immer eine Handbreit wasser unterm Kiel :)
Ich bin irritiert, dass das noch eine Meldung wert ist. Sogar in der Tagesschau zur prime time.
Das sollte doch der Normalfall sein.
Beeindruckende Backspier.
[Vielleicht für die Laien erklären? T.W.]
Natürlich meinte ich mit dem Experimentieren die F125 – nicht Frau Niklas. Die F125 als Drohnenmutterschiff beispielsweise: 2 der 4 seitlichen Ausbringpunkte könnte man ja für UUVs oder USVs verwenden….
Der Test mit Iris-T SLM war ja offensichtlich so erfolgreich, dass es da jetzt eine 25 Mio. Vorlage gibt.