Rüstungs-Startup Covenant bestätigt geplante Marschflugkörperproduktion in Leipzig (Nachtrag)
Das Rüstungs-Startup Covenant mit israelischen Wurzeln und US-Finanzierung hat Pläne für den Bau von Marschflugkörpern in großer Zahl in Sachsen bestätigt. Bei Leipzig sollen zunächst 1.000 und langfristig 5.000 dieser Waffensysteme im Jahr hergestellt werden, sagte das Unternehmen der Nachrichtenagentur Reuters.
Die Pläne hatten sich bereits abgezeichnet – bei der Produktion des Marschflugkörpers Anthem soll es darum gehen, ein kostengünstiges System in großer Zahl schnell herzustellen. Grund dafür ist nicht zuletzt, dass der US-Marschflugkörper Tomahawk der USA zuletzt im Krieg gegen Iran so viel eingesetzt wurde, dass die Bestände der US-Streitkräfte schrumpfen. Zudem soll das Covenant-Waffensystem unter einer Million US-Dollar pro Stück kosten und damit deutlich günstiger als der Tomahawk sein.
Die europäischen Streitkräfte und damit auch die Bundeswehr sind an einer raschen Beschaffung weitreichender Waffen interessiert – und damit rückt auch Anthem in den Fokus, auch wenn es bislang offiziell noch keine Aussagen zu einer möglichen Beschaffung gibt.
Mit der Fähigkeit zu weitreichenden präzisen Angriffen (Deep Precision Strike) soll eine Abschreckung gegenüber Russland aufgebaut werden, über die die europäischen NATO-Mitglieder bislang nur recht eingeschränkt verfügen. So ist die am weitesten reichende Waffe im Arsenal der Bundeswehr der Marschflugkörper Taurus, der aber von einem Flugzeug aus gestartet werden muss und – so weit öffentlich bekannt – eine Reichweite von nicht viel mehr als 500 Kilometern hat.
Aus der Reuters-Meldung:
U.S. defence startup Covenant plans to begin mass production of low-cost cruise missiles in Germany in early 2027 to meet demand from European countries looking to procure long-range weapons to counter what they see as a growing threat from Russia.
Covenant said it had secured one contract for its Anthem missile in Europe so far and is in talks with other potential customers, but declined to specify the countries. It expects first deliveries of the ground-launched missile in early 2027.
„Our aim is to reach 5,000 by 2028, or at least (a) run rate (of) 5,000 during 2028,“ Covenant co-founder and CEO Michael Kaufman told Reuters in an interview, referring to its production facility in the eastern German state of Saxony.
Dabei soll auch eine möglichst weitgehende Unabhängigkeit von internationalen Lieferketten erreicht werden. Nach den Worten von Kaufman betrage der Anteil außereuropäischer Zulieferteile weniger als fünf Prozent.
In einem weiteren Reuters-Bericht werden technische Dertails genannt:
Its missile, called Anthem, is a ground-launched cruise missile carrying a payload of more than 200 kg (441 pounds). In a fight, it would be used in high volumes to work alongside other long-range missiles like the 1,000-mile (1,609-km) range Tomahawk cruise missile produced by RTX’s Raytheon unit and the 600-mile Lockheed Martin Joint Air-to-Surface Standoff Missile-Extended Range (JASSM-ER).
Nachtrag: Am (heutigen) 10. September erhielt ich von der PR-Agentur des Unternehmens eine Pressemitteilung mit Sperrfrist 9. September 15.30 Uhr. Fürs Archiv hänge ich die hier an:
Covenant_Launch EU PM_Deutsch
(Foto: Screenshot der Covenant-Webseite mit dem Marschflugkörper Anthem)
Die obige Abbildung ähnelt doch arg an die Fieseler Fi 103 (der erste militärisch eingesetzte Marschflugkörper, aka V1. Siehe da:
https://de.wikipedia.org/wiki/Fieseler_Fi_103
South Park sagt: 09.09.2026 um 15:51 Uhr
„Die obige Abbildung ähnelt doch arg an die Fieseler Fi 103 (der erste militärisch eingesetzte Marschflugkörper, aka V1.“
Die hat ja auch funktioniert (wenn der Sprit gereicht hat). Mal abgesehen davon, die Gesetze der Physik und insbesondere der Aerodynamik haben sich in den letzten 100 Jahren nicht verändert. Die Technik ist nur etwas weiter.
Und günstig war sie auch, wenn man 5.000 Reichsmark zugrunde legt, dann wären das heute € 26.500.
Ich addiere „had secured one contract for its Anthem missile in Europe so far“ und „Standort Sachsen“ und schließe daraus, dass der ungenannte Besteller die Bundeswehr ist.
Angesichts dessen, was der russisch-ukrainische Krieg, aber auch der im Iran an Lehren bietet, frage ich mich aber auch: Wie ist geplant, die Produktionsanlage in Sachsen gegen fernwirkende Waffen des Gegners zu schützen?
Man ist sich ( hinter vorgehaltener Hand ? ) wohl einig das die 500 km Reichweite des Taurus heute eher peinlich sind.
Die drei Systeme die über lange Strecken ( 1500 km+ ) viel Sprengmittel auf ein Ziel bringen können sind:
– Raketen
– Marschflugkörper
– Flugzeuge
Die mit Abstand teuerste Variante sind Flugzeuge, zumidest bei suffizienter Flugabwehr. Die müssen von Piloten die laaaange Ausbildungen benötigen geflogen und auch noch zivil zugelassen werden da sie sich im Frieden den Luftraum ja mit allen teilen. Alleine das ist schweineteuer.
Raketen sind bekanntermassen auch nicht wirklich günstig herzustellen.
Bei Marschflugkörpern allerdings geht es mit dtl. weniger Geldeinsatz. Billig sind die auch nicht, aber ganz deutlich günstiger als Raketen, oder aber Bomber die incl. Piloten in der Luftabwehr hängenbleiben könnten.
Das teuerste Bauteil wäre das Triebwerk ( (Turbine). Das bekommt man aus Massenfertigung in der Flugzeugindustrie. Könnte man aber auch dtl. günstiger herstellen. Muss ja nur einen Flug halten im Gegensatz zur Lufttfahrt.
Der Rest sind Navigations- und Steuerelemente die heute keine „rocket science“ sind. So unfassbar schwer ist das alles nicht.
Man darf gespannt sein zu welchem Preis letztendlich geliefert wird.
Die Historiker sind heute übr. einhellig der Meinung das die Raketentechnik im 3. Reich viel zu viel Geld verbraucht hat. Die Wirkung wäre damals mit Bombern pro Reichsmark dtl. grösser gewesen.
Damals waren es riesige Bomberverbände die fast für die gesamte Zerstörung aller Seiten verantwortlich zeichneten.
Das ist bspw. im Ukraine-Krieg nicht mehr möglich. Was noch geht sind Gleitbomben, abgeworfen weit hinter der Front. Den verheerenden Grossangriff auf Kiew mit russischen Bombern wird es nicht geben.
Und noch zur Sprengkopfgrösse:
Um eine relevante militärische Wirkung zu erzielen nimmt man meist eine dreistellige Kilogramm-Masse. 200 kg „payload“ bei dem neuen Marschflugkörper würden natürlich auch für einen Nuklearsprengkopf reichen.
Das wird nicht geplant sein, trotzdem wird Russland wieder von „unfassbarer Eskalation“ sprechen…
Ein durchaus zweischneidiges Schwert:
Für eigene Verteidigungszwecke mögen preiswerte und in hoher Stückzahl produzierbare Marschflugkörper wünschenswert sein.
Wir sollten allerdings immer bedenken, dass künftig auch zweit- und drittklassige Aggressoren, vielleicht irgendwann sogar die Organisierte Kriminalität, selbige Technik gegen uns einsetzen können.
Daher sind wir gut beraten, möglichst zeitnah Konzepte zu entwickeln, wie wir diesem Bedrohungsszenario künftig begegnen können.
Warum war die Fi103 so günstig? Das kann man sich in Mittelbau-Dora ansehen.
Sehr interessant. (Bitte führen Sie eine automatische Übersetzung) durch.https://www.calcalist.co.il/calcalistech/article/hyh28oaufg?fbclid=IwY2xjawUOqPFwZG9mBWV4dG4DYWVtAjEwAGJyaWQRMU4yeW5sUXJ1aGtpVUFtUUxzcnRjBmFwcF9pZBAyMjIwMzkxNzg4MjAwODkyAAEeP1VkVjsfC7DZcailZLGO2yiqSxVrN9j8Burzb_fkkhRYmtI3RaF-BRYP-bg_aem_sNRLr383MFqQjP3Bop5oSA PS. Üblicherweise werden Standardgefechtsköpfe der 500-Pfund-Klasse – also über 200 kg – verwendet.
[So weit ich das sehe, steht das alles bereits in den auch hier verlinkten Quellen? T.W.]
google: Dies ist meine erste Begegnung mit dem wirtschaftlichen und finanziellen Teil dieses Programms. Calcalist ist eine führende Wirtschaftspublikation. Regards…
@Mike Sierra:
Da reicht schon Kreisklasse. Daniel V. hat mit Eigenbau-Silvesterraketen und dünnen leitfähigen Schnüren seine Angriffe auf die Energieinfrastruktur verübt. Gegen solche Figuren hilft auch kein Raketenschirm, sondern nur eine ständige Bestreifung der neuralgischen Einrichtungen, unterstützt durch Wärmebildaufklärung. Aber auch das ist flächendeckend nicht abbildbar.
Es hilft aber ungemein, die Limitationen und Schwächen dieser Systeme aus eigener erster Hand zu kennen, wenn man sich dagegen irgendwie behelfen können möchte. Eine Waffe selbst zu haben, heißt auch immer, sich Gedanken drüber zu machen, wie diese möglicherweise gekontert werden könnte.
Was Sie da anmerken ist also durchaus richtig, aber doch eine gewisse Binsenweisheit. Wenn die kriminelle Energie oder der Wille, andere zu schädigen nur ausreichend groß sind, kann man sich per se nicht gegen die menschliche Kreativität schützen. Messer zu verbieten führt halt vermutlich auch nur dazu, dass die wirklich überzeugten Fanatiker irgendwann mit Schraubendrehern oder spitzen Stöcken kommen.
„… günstiger als Tomahawk“
Bei gleichen oder vergleichbaren technischen Parametern? Es geht ja da schon um mehr, als nur Reichweite und Payload. D.h. die Ladung sollte bestenfalls präzise, schnell und schwer aufklärbar ins Ziel rauschen … Gibt es dazu Einschätzungen?
@Metallkopf: Nix Wärmebild – der Helikopter fand nix beim Überflug. Zwei aufmerksame Polizisten folgten einer unscheinbaren Spur aus platt getretenem Gras. Das Zelt des Aktivisten war gut getarnt und konnte offenbar aus der Luft nicht aufgeklärt werden.
Sieht teuer aus.
Man sollte parallel dazu an der Entwicklung von Gleitbomben arbeiten – und ich meine Gleit- und nicht guided, wie in GBU,
Dass der Bundeswehr weitreichende Waffen fehlen ist ihre eigene Schuld! Der Taurus Hersteller hatte damals eine ganze Familie von Marschflugkörpern vorgeschlagen! Die BW hat deren Entwicklung aber nie beauftragt oder bestellt und nur wenige erprobt! Unter den vielen Varianten wurden Varianten mit Sub Munition gegen Rollfelder vorgeschlagen, mit Doppelsprengkopf mit Vor- Hohlladung & Hauptspurenkopf, mit elektronischen Störsender, eine Variante zum Start von LKWs & Schiffen & eine Variante mit größerer Reichweite! Jetzt testet die Marine Lora, obwohl wir seit 20 Jahren Marschflugkörper haben könnten zum Start von Kriegsschiffen! Auch eine Variante extra zum Start aus dem A 400 m wurde schon vor langer Zeit vorgeschlagen. Warum sollen jetzt andere Raketen oder Marschflugkörper entwickelt oder in BRD gebaut werden? Warum bauen wir nicht jetzt endlich die ganzen Varianten des Taurus in Deutschland statt zu meinen jetzt bei USA & Israel kaufen zu müssen??
Es gibt da auch noch ein Interview mit so einen Experten, wie hieß der noch gleich, ah ja Thomas Wiegold, in der Englischen Deutschen Welle. https://www.youtube.com/watch?v=U0TEWTJy0O0 (Why a US startup wants to start mass production of cruise missiles in Germany | DW News)
Gabs ein Embargo oder wieso nicht gleich ein Link dazu?
[Embargo für was? Das Deutsche Welle-Interview habe ich als Aufzeichnung gemacht; wann die das veröffentlichen weiß ich naturgemäß nicht. Die PR-Firma von Covenant hat tatsächlich was mit Embargo/Sperrfrist rausgeschickt – heute morgen mit Sperrfrist gestern Nachmittag. Füge ich fürs Archiv oben an. T.W.]
Bzg. Fi 103 und Kosten:
Walzstahl statt aluminium, Das Pulsstrahltriebwerk hat kaum bewegliche Teile.
Das teuerste an dem Ding war der Kreiselkompass.
In Mittelbau-Dora wurden V2/A4 gebaut. Die waren jede in etwa so teuer wie ein viermotoriger Bomber bei geringerer Nutzlast.
Allerdings war es für die dt. Luftwaffe schon 1944 kaum noch möglich, schwere Bomber selbst nachts ohne empfindliche Verluste gegen England einzusetzen, so dass die Wahl zwischen 50% Chance Totalverlust Bomber und Besatzung ohne Garantie eines Bombenabwurfes im Prinzip teurer war als die 100% Verlustrate der V2 mit Garantie, daß das Ding irgendwo im Großraum London einschlägt.
Natürlich war der Vergeltungsgedanke als solcher Irrsinn und man hätte sich lieber 100% auf Luftverteidigung konzentrieren und die Raketentechnologie für Flugabwehr nutzen sollen….
Das Problem ist halt, wie man heute sieht, daß praktisch jedes Land, das über eine gewisse Fähigkeit zur Herstellung von Kunstoff bzw Leichtmetallteilen verfügt, gelenkte Abstandswaffen herstellen kann.
Mangelteile wie Elektronik gibts aus China, und da ist dual use praktisch unbegrenzt.
Da hat Generalleutnant Marlow schnell einen neuen Job gefunden. Vom StV. Heeresinspektor zum Rüstungsberater. Nachdem Convenant angibt, schon Verträge mit mehreren europäischen Regierungen zu haben, und in BRD produzieren will, ist natürlich die Frage, gibt es schon einen Vertrag mit der Bundeswehr – was WG 25 Millionen Vorlagen- schwierig sein könnte bzw sonst mit der Bundesregierung? Denn Kriegswaffeln dürfen ohne Erlaubnis gar nicht produziert werden in Deutschland. Und Waffen werden in BRD normalerweise nicht auf Vorrat produziert, was hier wohl beabsichtigt ist?
@Closius:
Bleiben wir fair. Als der TAURUS die Bühne betrat, waren 500km (offiziell !) mehr als ausreichend.
Man dachte nur noch an OoA-Einsätze und da war alle über 100km schon fast überdimensioniert und eine Long-Range-Variante des TAURUS in dem Falle eindeutig eine gewisse „Verwunderung“ in Russland ausgelöst hätte. In diesem Falle sogar verständlich.
Das einzige verbündete (!) Land, das Marschflugkörper dieser Reichweite dauerhaft benötigte/benötigt hätte war Israel, die aber – selbst wenn sie sich für einen TAURUS LR interessiert hätten – spätestens am Bundessicherheitsrat gescheitert wären.
Dass wir mal mit Russland derart aneinander geraten würden und wieder Waffen dieser Reichweite gebrauchen würden, hätte damals niemand gedacht.
Jetzt MBDA vorzuwerfen sie würden keine neuen Versionen bereitstellen ist schon daher hahnebüchen, weil MBDA so ziemlich alles, was in Europa verschossen wird – von welcher Plattform auch immer – herstellt.
Die Langstrecken-Version vom TAURUS heißt übrigens STORM-SHADOW und ist seit 20 Jahren auf dem Markt, mit einer offiziellen (!) Reichweite von 500km und startet von See (Frankreich), dem Boden und aus der Luft.
Es ist wie überall: Toller Name, aber gleiche Technik.
Ein MB Sprinter, ist halt auch nur ein VW Crafter, ein MAN TGE, ein Dodge Sprinter, ein Frightliner Sprinter…..
Ich lese hier immer wieder, „es ist die Schuld der Bundeswehr, dass…..!“ Ist die Bundeswehr der Auftraggeber oder ist es das Parlament? Das sollte sich jeder mal hinterfragen. Die Bundeswehr kämpft im schlimmsten Fall für unser Land, die Politik ist für die Beschaffung der Ausrüstung und der Bewaffnung sowie den Unterhalt unserer Bundeswehr verantwortlich.
@closius
Taurus NEO kann das alles
https://www.mbda-systems.com/de/mbda-joint-venture-erhaelt-taurus-neo-auftrag-zur-staerkung-der-deep-strike-faehigkeit
@Mike Sierra: Treffer 10 Mitte
Ein Artikel mit ner Karte die eine Distanz zeigt und ein BIld eine Technologie. Auch wenn es ein Triebwerk hat, es ist keine „Raketenwissenschaft“ dahinter. Kaum eier wird größere Schwierigkeiten haben, das herzustelllen, viele können das im Masse abbilden. Kaum einer bis keiner hat ein Gegengift, dass ich für ausreichend effizient und effektiv zugleich einstufe ( vgl @Pio-Fritz )
@ sagt, 10.09.2026, 10:42 Uhr:
„Da hat Generalleutnant Marlow schnell einen neuen Job gefunden. Vom StV. Heeresinspektor zum Rüstungsberater….“
Da ist er grundsätzlich in guter Gesellschaft. Nicht wenige „Hochkaräter“ bleiben dem Metier in irgendeiner Weise treu als Sicherheits- oder Rüstungsberater, als Lobbyisten oder TV-Experten, oder, oder, oder.
@Pham Nuwen: Richtig, ich meinte aber eher die Phase des Sabotageangriffs auf die Objekte an sich. In seinem Zelt war er sicher gut getarnt. Gegen Wärmebildaufklärung kann schon ein guter Schirm ganz gut helfen (https://youtube.com/shorts/SZ8eKUrsWEU?si=sM9FBSbrnI_cGVLb).
Aber beim Angriff muss man sich ja bewegen, und als wandelndes Zelt fällt man dann doch irgendwie auf.
@Metallkopf @Pham Nuwen
„Gegen Wärmebildaufklärung kann schon ein guter Schirm ganz gut helfen“.
Nein
(Der Schirm zeichnet sich in seinen charakteristischen Konturen, in der Natur nicht vorkommend, im WBG Bild ab).
Es kommt auf den Temperaturausgleich innen/außen an. Dazu bedarf es ständiger vorsichtiger Benässung der Zeltaußenbeschichtung bzw Verwendung wärmeabsorbierender Materalien. Aber auch bei Feuchtigkeitszufuhr ist des Guten meist zuviel, da die getarnte Fläche in der Polarität regelmäßig von der Umgebung auffällig abweicht. Obendrein hat der Nutzer sicher kaum gewusst/beachtet, Natur kennt keine Geraden. D.h., die klare Zeltsignatur muss „weggenommen“ werden.
Die Zelttarnung mit natürlichen Tarnmittel verliert an Wirksamkeit in dem Maße, wie das
verwendete Material vertrocknet, muss also regelmäßig ersetzt werden. Erfahrungswert, bei Nacht alle 6 Std spätestens.
Zur Sicherstellung der Wirksamkeit von Entdeckung gegen WBG Aufklärung muss schließlich noch das Objekt regelmäßig aus „Feindsicht“ beobachtet werden.
Conclusio: Der Täter hatte diesbezüglich keine Chance.
google: Stimmt es, dass in Leipzig Massenproteste gegen diese Produktion geplant sind? Es würde mich nicht wundern… Schönes Wochenende.
@T.N., 10.09.2026, 11:33 Uhr:
„Ich lese hier immer wieder, „es ist die Schuld der Bundeswehr, dass…..!“ Ist die Bundeswehr der Auftraggeber oder ist es das Parlament? Das sollte sich jeder mal hinterfragen. Die Bundeswehr kämpft im schlimmsten Fall für unser Land, die Politik ist für die Beschaffung der Ausrüstung und der Bewaffnung sowie den Unterhalt unserer Bundeswehr verantwortlich.“
Na das ist aber ein bißchen sehr einfach schwarz/weiß gemalt.
Zu meiner aktiven Zeit haben am Beispiel Heer die TSK zusammen mit dem Amt für Heeresentwicklung (= eine Dienststelle der Bw) die entsprechenden begründenden Papiere geschrieben, damit am Ende etwas beschafft werden konnte.
Sicherlich soll es schon vorgekommen sein, dass Abgeordnete sich außergewöhnlich für den Kauf von z.B. Korvetten eingesetzt haben. Der Fakt, dass der Produzent seine Produktionsstätte im Wahlkreis dieses Abgeordneten hatte, war selbstverständlich rein zufällig und hatte nichts mit dem Engagement zu tun. SARC.
T.N. sagte am 10.09.2026 um 11:33 Uhr:
„Ich lese hier immer wieder, „es ist die Schuld der Bundeswehr, dass…..!“ Ist die Bundeswehr der Auftraggeber oder ist es das Parlament? Das sollte sich jeder mal hinterfragen. Die Bundeswehr kämpft im schlimmsten Fall für unser Land, die Politik ist für die Beschaffung der Ausrüstung und der Bewaffnung sowie den Unterhalt unserer Bundeswehr verantwortlich.“
Danke! Ich dachte schon ich haette das Prinzip nicht verstanden. @Oleg – ja sicher, da wird sich schon der ein oder andere AP drum kuemmern…
@Bow: Die haben mich missverstanden. Ich habe in keinster Weise MBDA kritisiert, welche viele Varianten vom Taurus angeboten haben, sondern die BW, welche die vielen anderen Varianten nicht beschafft hat. Nicht korrekt sind ihre Angaben zum britisch-Französischen Storm Shadow, dass dieser eine Langstrecken-Version von Taurus wäre. Vielmehr ist der Storm Shadow eine Parallelentwicklung zum deutschen-schwedischen Taurus. Die Reichweite beider Marschflugkörper ist mit jeweils ca 500 km gleich. Nur dass die Franzosen eine Langstrecken-Version des Storm Shadow für die Marine mit 1.000 km haben bauen lassen.
Die Vernachlässigung des Taurus durch die BW zeigt sich auch daran, dass die BW weniger Taurus besitzt, als der NATO zugesagt. Denn ein Argument gegen die Taurus Lieferung an die Ukraine war, dass die BW der NATO 900 Taurus Marschflugkörper zugesagt habe, aber nie 900 beschafft hat, sondern nur 600 Stück und die NATO Verpflichtungen noch weniger eingehalten würden, wenn man abgeben würde(anstatt nachzubestellen).
Mit Schuld der Bundeswehr meine ich, dass die BW kaum Mal Waffensysteme verlangt, oder noch schlimmer, selbst die Abschaffung der Roland & Gebhard Flugabwehrsysteme betrieben hat oder die Abgabe der Heeresflugabwehr an die Luftwaffe oder der Abschaffung der Wehrpflicht nicht bekämpft hat. Wir haben das Primat der Politik, aber seit 2007)2008 war Russland wieder böse, so dass es die Pflicht der Generalität gewesen wäre, sich der Abschaffung der Wehrpflicht zu widersetzen , auf weiteren Taurus zu bestehen oder die Heeresflugabwehr zu verteidigen nötigenfalls mit dem Rücktritt!
In der Nebendebatte um den Objektschutz wird wieder deutlich, dass es im Spannungs- und Verteidigungsfall ohne sehr umfangreiche Ressourcen im „Heimatkriegsgebiet“ nicht gehen wird. Auf der Allgemeinen Dienstpflicht beruhende HSchRgt und zusätzlich noch unzählige ortsfeste Objektschutzeinheiten (Kompanie/Staffel) und zusätzlich Flugabwehreinheiten….. Um Schichtfähigkeit bzw. personelle Durchhaltefähigkeit zu schaffen, mindestens 400.000 Mann/Frau.
Noch mal zu den Kosten der Fi 103: Das Gerät war so günstig, weil Häftlinge, die wie Verbrauchs-material behandelt wurden, die Tunnel in Mittelbau-Dora in den Berg getrieben haben und die Waffen produziert haben. Dabei starben sie wie die Fliegen. Die Produktion der Fi 103 und der A4 hat mehr Häftlingen das Leben gekostet als der Feindseite beim Einsatz der Waffen. Für den Mindestlohn wird wohl keiner bei uns Marschflugkörper zusammenschrauben.
Die deutsche Pressemitteilung hinterlässt bei mir Fragen…
Das fängt mit offensichtlich automatischen Übersetzungen („Präzise Langstrecken-Tiefschläge“) an und hört damit auf, dass der angegebene Medienkontakt nicht zur Firma, sondern zu einer (in Berlin ansässigen) Agentur gehört (Lukas.Kuite@rudpedersen.com). Vielleicht nicht unüblich, für mich aber bemerkenswert.
Wenn etwas so gut klingt (Fähigkeit und Verfügbarkeit zum günstigen Preis), dann meldet sich mein Magengeschwür…