Rüstungs-Startup Covenant bestätigt geplante Marschflugkörperproduktion in Leipzig (m. Ergänzung)

Das Rüstungs-Startup Covenant mit israelischen Wurzeln und US-Finanzierung hat Pläne für den Bau von Marschflugkörpern in großer Zahl in Sachsen bestätigt. Bei Leipzig sollen zunächst 1.000 und langfristig 5.000 dieser Waffensysteme im Jahr hergestellt werden, sagte das Unternehmen der Nachrichtenagentur Reuters.

Die Pläne hatten sich bereits abgezeichnet – bei der Produktion des Marschflugkörpers Anthem soll es darum gehen, ein kostengünstiges System in großer Zahl schnell herzustellen. Grund dafür ist nicht zuletzt, dass der US-Marschflugkörper Tomahawk der USA zuletzt im Krieg gegen Iran so viel eingesetzt wurde, dass die Bestände der US-Streitkräfte schrumpfen. Zudem soll das Covenant-Waffensystem unter einer Million US-Dollar pro Stück kosten und damit deutlich günstiger als der Tomahawk sein.

Die europäischen Streitkräfte und damit auch die Bundeswehr sind an einer raschen Beschaffung weitreichender Waffen interessiert – und damit rückt auch Anthem in den Fokus, auch wenn es bislang offiziell noch keine Aussagen zu einer möglichen Beschaffung gibt.

Mit der Fähigkeit zu weitreichenden präzisen Angriffen (Deep Precision Strike) soll eine Abschreckung gegenüber Russland aufgebaut werden, über die die europäischen NATO-Mitglieder bislang nur recht eingeschränkt verfügen. So ist die am weitesten reichende Waffe im Arsenal der Bundeswehr der Marschflugkörper Taurus, der aber von einem Flugzeug aus gestartet werden muss und – so weit öffentlich bekannt – eine Reichweite von nicht viel mehr als 500 Kilometern hat.

Aus der Reuters-Meldung:

U.S. defence startup Covenant plans ‌to begin mass production of low-cost cruise missiles in Germany in early 2027 to meet demand from European countries looking to procure long-range weapons to counter what they see as a growing threat from Russia.
Covenant said it had secured one contract for its Anthem missile in Europe ​so far and is in talks with other potential customers, but declined to specify the countries. It expects first ​deliveries of the ground-launched missile in early 2027.
„Our aim is to reach 5,000 by 2028, ⁠or at least (a) run rate (of) 5,000 during 2028,“ Covenant co-founder and CEO Michael Kaufman told Reuters in an interview, referring ​to its production facility in the eastern German state of Saxony.

Dabei soll auch eine möglichst weitgehende Unabhängigkeit von internationalen Lieferketten erreicht werden. Nach den Worten von Kaufmann betrage der Anteil außereuropäischer Zulieferteile weniger als fünf Prozent.

In einem weiteren Reuters-Bericht werden technische Dertails genannt:

Its missile, called Anthem, is a ground-launched cruise missile carrying a ​payload of more than 200 kg (441 pounds). In a fight, it would be used in high volumes ⁠to work alongside other long-range missiles like the 1,000-mile (1,609-km) range Tomahawk cruise missile produced by RTX’s Raytheon unit and the ​600-mile Lockheed Martin Joint Air-to-Surface Standoff Missile-Extended Range (JASSM-ER).

(Foto: Screenshot der Covenant-Webseite mit dem Marschflugkörper Anthem)