Mehr A400M-Transportflieger sollen kriegstüchtig werden

Die Flotte der A400M-Transportflugzeuge der Luftwaffe ist zwar seit April dieses Jahres vollständig – aber noch lange nicht kriegstüchtig: Die Flugzeuge wurden sowohl in einer logistischen als auch in einer taktischen Variante beschafft, von denen den Logistik-Fliegern vor allem Schutzausstattung fehlt. Deshalb, so kündigte Verteidigungsminister Boris Pistorius an, sollen 16 der Flugzeuge durch neue Maschinen ersetzt werden.

Die Ankündigung machte Pistorius am (heutigen) Dienstag bei seinem Besuch bei Airbus in Bremen, wo Teile der Maschinen gefertigt werden. Abweichend von der üblichen Praxis gab es zu dem Besuch keine Informationen aus dem Ministerium, aber der NDR hat zugehört:

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will 16 neue Transportflugzeuge vom Typ A400M bei Airbus bestellen. (…) 
Die neuen A400M-Flugzeuge sollen ältere Maschinen ersetzen, sagte der Verteidigungsminister am Dienstag in Bremen nach einem Besuch des dortigen Airbus-Werks. Man denke „sehr konkret aktuell darüber nach, logistische Flugzeuge schrittweise durch neue taktische zu ersetzen“, sagte Pistorius dazu. Es gebe dazu „sehr gute“ Gespräche mit Airbus.

Erste Meldungen dazu hatte es bereits in der vergangenen Woche gegeben – allerdings nur unter dem Aspekt Neu gegen Alt, die vor allem technischen Hintergründe blieben dabei ein bisschen wolkig. Denn der Begriff ältere Maschinen ist zwar korrekt, aber auch ein bisschen irreführend: Entscheidend ist nicht allein das Alter der Flugzeuge, sondern die Ausstattung. Und da der Unterschied zwischen der taktischen und der logistischen Variante.

Den hatte die Luftwaffe bereits 2019 erläutert, als die Aufrüstung der Flotte in Richtung Einsatzfähigkeit, oder wie es heute vermutlich heißen würde, in Richtung Kriegstüchtigkeit begonnen wurde:

In diesem Fähigkeitspaket sind das Landen auf unbefestigten Pisten, das Erweitern der Nachtsichtfähigkeit um Wüstengebiete, das Absetzen von Lasten mittels Schwerkraftverfahren, der Taktische Datenlink und eine Infrarot (IR)-Schutzausstattung enthalten. (…) Die Fähigkeiten sind grundsätzlich für alle A400M freigegeben. Für die Befähigung des taktischen Datenlinks sowie der IR-Schutzausstattung sind nur die taktischen A400M vorgesehen.

Der damalige Stand war, dass die Luftwaffe 18 Maschinen in der nur logistischen Variante übernommen hatte. Und vermutlich danach keine mehr, was auch die von Pistorius genannte Zahl von 16 neuen Maschinen erklärt.

Eine Entscheidung über den Neukauf muss allerdings der Haushaltsausschuss des Bundestages billigen. Und die Frage ist natürlich, ob ein offensichtlich geplanter Verkauf von 16 Maschinen ohne Schutzausstattung und ohne Datenlinks auf dem Weltmarkt klappt.

(Archivbild August 2017: Test der IR-Schutzausstattung des A400M bei der Wehrtechnischen Dienststelle 91 in Meppen – Johannes Heyn/Bundeswehr)