Mehr A400M-Transportflieger sollen kriegstüchtig werden
Die Flotte der A400M-Transportflugzeuge der Luftwaffe ist zwar seit April dieses Jahres vollständig – aber noch lange nicht kriegstüchtig: Die Flugzeuge wurden sowohl in einer logistischen als auch in einer taktischen Variante beschafft, von denen den Logistik-Fliegern vor allem Schutzausstattung fehlt. Deshalb, so kündigte Verteidigungsminister Boris Pistorius an, sollen 16 der Flugzeuge durch neue Maschinen ersetzt werden.
Die Ankündigung machte Pistorius am (heutigen) Dienstag bei seinem Besuch bei Airbus in Bremen, wo Teile der Maschinen gefertigt werden. Abweichend von der üblichen Praxis gab es zu dem Besuch keine Informationen aus dem Ministerium, aber der NDR hat zugehört:
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will 16 neue Transportflugzeuge vom Typ A400M bei Airbus bestellen. (…)
Die neuen A400M-Flugzeuge sollen ältere Maschinen ersetzen, sagte der Verteidigungsminister am Dienstag in Bremen nach einem Besuch des dortigen Airbus-Werks. Man denke „sehr konkret aktuell darüber nach, logistische Flugzeuge schrittweise durch neue taktische zu ersetzen“, sagte Pistorius dazu. Es gebe dazu „sehr gute“ Gespräche mit Airbus.
Erste Meldungen dazu hatte es bereits in der vergangenen Woche gegeben – allerdings nur unter dem Aspekt Neu gegen Alt, die vor allem technischen Hintergründe blieben dabei ein bisschen wolkig. Denn der Begriff ältere Maschinen ist zwar korrekt, aber auch ein bisschen irreführend: Entscheidend ist nicht allein das Alter der Flugzeuge, sondern die Ausstattung. Und da der Unterschied zwischen der taktischen und der logistischen Variante.
Den hatte die Luftwaffe bereits 2019 erläutert, als die Aufrüstung der Flotte in Richtung Einsatzfähigkeit, oder wie es heute vermutlich heißen würde, in Richtung Kriegstüchtigkeit begonnen wurde:
In diesem Fähigkeitspaket sind das Landen auf unbefestigten Pisten, das Erweitern der Nachtsichtfähigkeit um Wüstengebiete, das Absetzen von Lasten mittels Schwerkraftverfahren, der Taktische Datenlink und eine Infrarot (IR)-Schutzausstattung enthalten. (…) Die Fähigkeiten sind grundsätzlich für alle A400M freigegeben. Für die Befähigung des taktischen Datenlinks sowie der IR-Schutzausstattung sind nur die taktischen A400M vorgesehen.
Der damalige Stand war, dass die Luftwaffe 18 Maschinen in der nur logistischen Variante übernommen hatte. Und vermutlich danach keine mehr, was auch die von Pistorius genannte Zahl von 16 neuen Maschinen erklärt.
Eine Entscheidung über den Neukauf muss allerdings der Haushaltsausschuss des Bundestages billigen. Und die Frage ist natürlich, ob ein offensichtlich geplanter Verkauf von 16 Maschinen ohne Schutzausstattung und ohne Datenlinks auf dem Weltmarkt klappt.
(Archivbild August 2017: Test der IR-Schutzausstattung des A400M bei der Wehrtechnischen Dienststelle 91 in Meppen – Johannes Heyn/Bundeswehr)
Die alten Flugzeuge könnte man als Löschflugzeuge einsetzen, in Europa und der Welt.
Könnte man nicht zwei oder drei Exemplare als „Katastrophenschutzreserve“ zur Brandbekämpfung zurückhalten ?
Soweit die Einlassung des BM.
Andere Quellen besagen, dass die Nachbestellung eine Forderung von Airbus war, damit die Produktionslinie, u.a. In Bremen zunächst offen bleibt.
16 neue Maschinen wären nochmal eine massive Investition. Seltsam das die alten Flugzeuge nicht mittels Upgrade auf einen verbesserten Stand gebracht werden können.
Zum Vergleich: Die ursprünglich beschafften Transall C-160 wurden mehrfach überarbeitet und angepasst (Eloka, neues Cockpit usw.)
Warum da neue A400 gebraucht werden wo die alten nur maximal 15 Jahre alt sind ist mir unklar. Das z.B. Jets wie der Eurofighter durch neue Tranchen ersetzt werden ist durch die limitierte Stundenzahl der Zellen zu erklären.
Bei Transportflugzeugen hat das schon wieder so ein Geschmäckle von Airbussubvention durch die Hintertür. (sark)
Wenn man den Informationen im Netz z.B. „Sicherheit und Verteidigung“ trauen kann, werden derzeit nur 24 Flugzeuge der 37 der „taktischen“Variante mit DIRCM ausgerüstet. Mit 16 neuen Flugzeugen wären es dann 40 voll befähigte Flugzeuge und auch wieder 13 „Halbgare“. Verhökern wir dann in ein paar Jahren dann auch diese 13 halb-taktischen Maschinen für kleines Geld, und haben dann in Summe 29 moderne Transportmaschinen abgesteuert ? Das ist natürlich viel billiger als die Nachrüstung von Komponenten, macht sonst auch jeder.
Da die Zuwächse im Verteidigungshaushalt und das Sondervermögen im Wesentlichen „Schulden“ sind, wäre ich als Steuerzahler doch daran interessiert, wenn es denn schon sein muss, die wirklich nötigen Dinge voranzubringen, und nicht ausgewählten Industrie-Playern laufend den Arm aus der Sonne zu nehmen.
Ihr Bild zeigt den Ausstoß von IR Täuschkörpern (Flares), gemeint ist aber wohl DIRCM, (MUSIC von Elbit) ein System mit dem 24 taktische Varianten ausgerüstet werden sollten. Bei der T-Baureihe gibt es Untervarianten. Interessant, wäre, ob es neue Varianten geben wird, z.B. Jammer?
[Schon klar, es ist aber auch ein fast zehn Jahre altes Archivfoto, wie angegeben… T.W.]
Naja mal abgesehen davon daß die Flugzeuge noch verdammt Jung sind und es eigentlich nicht verständlich ist die Zellen komplett auszutauschen statt einfach nachzurüsten… wahrscheinlich will man hier aus Industriepolitischen Gründen Airbus noch einen Happen aus den BW Milliarden zukommen lassen.
Warum wird nicht wenigstens darüber nachgedacht die 16 Maschinen als zweites Geschwader in Lechfeld oder Hohn Weiterzuberreiben als Tanker, Löschflugzeug oder zum Stand Off Jammer umzurüsen. Rollen in denen die taktische Ausrüstung nicht benötigt wird. Könnte man ja als multinationalen Verband wie MMU oder AWACS betreiben.
Dann wär man ja wieder fast bei der ursprünglichen geplanten Anzahl von 70 Flugzeugen.
Macht Sinn!
sichert die Fertigungslinie und Arbeitsplätze.
Die 16 alten maschinen können dann dem europäischen Transportkommando unterstellt werden für:
Luftbetankung, Transport, Waldbrandbekämpfung, usw
Mein immer mal wieder geäußerten Credo ist ja, dass wir – wo immer möglich – zu regelmäßigen Material-Zuflüssen übergehen sollten. Damit meine ich, dass es mittelfristig sinnvoll wäre jedes Jahr 2 A400m in der jeweils neuesten Konfiguration geliefert zu bekommen. Parallel dazu 2 weitere 15 Jahre alte Modelle einem „Midlife Upgrade“ zu unterziehen und 2 jeweils 30 Jahre alte Modelle auszumustern. Diesen Modus sollte man so lange anstreben, bis der Zulauf eines Nachfolge-Musters startet.
Nun ist es natürlich so, dass wir noch keine 30 Jahren alten Maschinen haben. Dennoch könnte ich mir sehr gut den Einstieg in die Neubeschaffung von jeweils 2 Maschinen pro Jahr vorstellen. So wie ich das sehe ist ja das Potential des A400m in den unterschiedlichsten Rollen bei weitem noch nicht ausgereizt. Neben den bereits genannten Rollen kann ja auch noch die Verwendung als Träger von Marschflugkörpern oder Drohnen entwickelt werden.
Was die Anzahl anbelangt, so finde ich es weise, eine substantielle Lufttransport-Möglichkeit zu allen Staaten an den nördlichen, östliche und südlichen NATO-Flanken zur Verfügung zu stellen. Kanada, Grönland, Island, Norwegen, Finnland, Zypern, Kreta, die Balearen, Sizilien, Malta, die Türkei. Wer weiß schon, wo wir mal sehr schnell eine substantielle militärische Schlagkraft aufbauen müssen. Wenn wir schon 1000 Caracals bekommen, sollte man die (und diverse andere luftverlastbare Systeme) auch entsprechend schnell verlegen können.
Zur Standort-Frage: Ich halte es aus Sicherheitsgründen für sinnvoll mindestens einen zweiten Standort in Deutschland aufzubauen. Nimmt man die Start- und Landebahn in Wunstorf aus dem Spiel hat man gleich die ganze Flotte stillgelegt. Wenn es auch grundsätzlich effizient ist, jeweils ein Muster an einem Standort zu konzentrieren, so ist dieses Konzept jedoch auch sehr anfällig (Das sehe ich übrigens bei der Marine ebenso).
Eigentlich ist es nicht wirklich nötig, Airbus zu pampern. OK, es gibt verschiedene Sparten dort, aber als notleidendes Unternehmen kann man Airbus nicht bezeichnen.
Löschflugzeuge gibt es im übrigen auch woanders besser …die A400 muss nach jedem Löschflug wieder auf einem richtigen Airport betankt werden. Hat in der Gironde nicht so wirklich viel gebracht.
Man kann nie genug Transportflugzeuge haben … auch ohne Selbstschutz Equipment sollten wir die Flieger behalten.
Es geht ja nicht nur um den Erhalt der Arbeitsplätze oder den Umsatz von Airbus.
Viel wichtiger ist, dass die Produktionslinie am Laufen gehalten wird, denn momentan ist der A400M das größte in Produktion stehende Transportflugzeug der NATO.
Der Verkauf der 16 reinen Transporter an andere Nationen, die sich keine nagelneuen Flugzeuge leisten können, sehe ich als sinnvoll an, solange diese auch NATO-Partner sind.
Interessant, dass die Idee hier schon von Anderen genannt wurde. Ich würde es auch überlegenswert finden, die 16 „logistischen“ Maschinen, zumindest teilweise ans BMI (THW, BBK…) abgeben, um sie dort in Zivilschutz bzw. Katastrophenhilfe (evtl. nach Aufrüstung auch bei Waldbränden) einzusetzen. Das könnte die Bundeswehr-Flotte von Amtshilfe-Einsätzen entlasten. Infrastruktur und Personal könnten von der Luftwaffe mitgenutzt bzw. übernommen werden. Alles nicht ohne Hürden, könnte aber Startschuss für den Aufbau echter, umfangreicher Kapazitäten in der Zivilverteidigung sein.
Dass man die A400m-Linie offen halten will und – in meinen Augen – auch sollte, ist nachvollziehbar.
Die Maschinen aber auszusondern/abzugeben, statt sie als Aufwuchs und Umlaufreserve zu nutzen, erschließt sich mir nicht.
Offenbar ist die Kapazität von Wunsdorf der limitierende Faktor, denn man scheint sich ja mit Krallen und Zähnen gegen einen zweiten Standort für ein Lufttransportgeschwader zu wehren.
Die Maschinen selbst dürften ja noch mit einem Mid-life-Update in 5 Jahren locker weiterfliegen können. hier jetzt Geld rauszuwerfen, verstehe ich nicht, denn eine Abgabe wäre sicher deutlich unter Restwert, wenn nicht kostenlos.
Gerade vor dem Hintergrund, dass wir keinen generischen SAL haben und die Antonovs von SALIS auch schon Probleme mit der Klarlage haben (Alter, Ersatzteile, Techniker…) – siehe FlugRevue vom 21.09. – wäre ein „Mehr“ an taktischen Transportoptionen ein wichtiger Entlastungspunkt.
Dass bei PESCO diesbezüglich (SAL) was Zählbares herauskommt, darf nach über 7 Jahren sicher verneint werden.
Sollte eine höhere Logik dahinter stehen, möge man mich erleuchten.
Hier scheint mir noch die Info zu fehlen, daß zwei verschiedene Selbstschutzsysteme für die deutschen A 400 m existieren. Die BW hat einst die Fehlentscheidung getroffen, nur für einen Teil der Transportflugzeuge A 400 m ein Selbsschutzsystem namens DASS zu beschaffen, welches wie bei der Transall früher, anfliegende Lenkflugkörper erkennen kann und zur Abwehr Täuschkörper ausstoßen kann bzw. die Maschine Ausweichmanöver fliegen kann. 37 A 400 m von 53 wurden mit diesem System ausgeliefert bzw. dieses nachgerüstet. Diese 37 Maschinen werden bisher als taktische Maschinen bezeichnet, während 16 Maschinen ohne Selbstschutz als logistische Maschinen bezeichnet werden, weil für Kriseneinsätzen mangels Selbstschutzsysteme nicht geeignet. Jahrelang hat meiner Meinung nach die BW der Öffentlichkeit & dem Parlament vorgeschwindelt, daß man auch nur logistische Maschinen brauchen könnte, statt zuzugeben, daß es eine peinliche Sparmaßnahme war. Schon aus Gründen von Ausbildung & Wartung ist es sinnvoller alle Maschinen im gleichen Rüststand zu haben. Zumal es immer das Risiko gibt, daß nur logistische A 400 m in der Nähe einer (plötzlichen) Krisenregion sind und die Maschinen nicht eingesetzt werden können, sondern erst taktische A 400 m aus Deutschland eingeflogen werden müssen, ein unnötiger Zeitverlust. Die Maschine mit der taktischen Nummer 35 ist die erste und einzige A 400 m Maschine, die über die 2. Selbstschutzanlage DIRCM von der Firma Elbit verfügt. Diese Maschine hatte ihren Erstflug 2020, sollte als Erprobungsträger für DIRCM dienen, welche mit Lasern das Flugzeug rundherum überwacht und den Infrarotsuchkopf von anfliegenden Lenkflugkörpern selbst blenden und ablecken können soll. Das System soll insbesondere auch Manpads, also z.B. Stinger Raketen, abwehren können. Die Erprobung des DIRCM mit dem Flugzeug Nr. 35 sollte 2023 fertig werden, hat sich aber zwei Jahre bis 2025 verzögert. Die BW hat nach dem Nr. 35 Erstflug 2020 noch 18 weitere A 400 m erhalten, aber alle ohne dieses System! Selbst die letzten drei A 400 m, die nach der Übergabe der Nr. 35 an die BW im September 2025 ausgeliefert wurden, haben das DIRCM System nicht bekommen! Wie die Zeitschrift Es&T sehe ich dies als eine ganz klare Fehlbeschaffung der Bundeswehr. Jetzt sollen 23 Maschinen bis 2032, für 260 Millionen Euro, mit dem System DIRCM nachgerüstet werden. Aber dies ist so aufwendig, daß dies nur im Rahmen einer großen Wartung Sinn macht. Wenn die Bundeswehr jetzt 16 Maschinen neu nachkauft, kann sie diese gleich mit beiden Selbstschutzsystemen ausliefern lassen, ohne dass die Maschinen Wochen- oder Monatelang wg der Nachrüstung der Truppe fehlen. Aber wie @Brainstormer schon geschrieben hat, wird die Bundeswehr – weil nur noch 23 Maschinen nachgerüstet werden – , 16 Maschinen neu kommen, eine vorhanden ist, dann wieder 13 „halbgare“ Maschinen besitzen von 53, die nur über ein statt zwei Selbstschutzsysteme verfügen! Da die BW durch die Zeitenwende genug Geld hat, eine erneute völlig Fehlplanung. Und natürlich könnte man alle Maschinen nachrüsten, man müsste keine einzige neu kaufen, nur hätte man längere Fehlzeiten im verfügbaren Bestand. Aber ich bin mir nicht sicher, ob der Minister den wahren Grund angegeben hat und nicht die Zeitung mit den 4 Buchstaben Recht hat, daß der Weiterverkauf der 16 Maschinen vor allem erfolgt, weil in Wunstorf kein Platz für 16 weitere Maschinen ist. Aus Gründen von Resilienz und weil die Luftlandeschulde in Altenstadt ganz in der Nähe vom Lechfeld ist, wäre ein zweiter A 400 m Standort in Lechfeld am Besten, aber ohne daß ich etwas gegen die Alternative Hohn als 2. Standort hätte. Mit der vorgeschobenen Begründung des Ministers kann dieser einer Standortdiskussion für einen zweiten Standort entgehen. Würde es dem Minister wirklich um Kriegsfähigkeit gehen, dann würde er alle 53 A 400 m mit DIRCM aufrüsten lassen.
DAs BKK selber hat keine eigenen Einheiten.
Und dem THW eine Flugzeugflotte zu geben?
Dann doch lieber dem Transportkommando/NATO unterstellen, als dem BMI. Und auf Anforderung eben dann einsetzen. Als 99% der Zeit rumzustehen.
Am Standort Wunstorf entsteht ein Wartungszentrum von Airbus für den A400M.
Es macht also Sinn, diesen Standort als Hauptstandort zu betreiben und keine zweite Logistik an einem festen zweiten Flugplatz aufzubauen.
Abstellflächen, die man militarisieren könnte, gibt es am Flughafen Hannover im westlichen Vorfeld genug. Und die Entfernung beträgt nur gute 10km.
Ist der Neukauf hier wirklich kostengünstiger, als die ganzen Features nachzurüsten? Die Rechnung aus dem BMVg würde ich gerne mal sehen…
@Der Realist: Es wurde von Anfang an Wunstorf als Hauptstützpunkt für den A 400 m vorgesehen. Und dies hat bis heute niemand in Frage gestellt. Damals wollte die BW aber auch nur noch 40 A 400 m betreiben. Der Fliegerhorst Penzing war räumlich zu klein, um dort viele A 400 m zu stationieren. Die Startbahn wäre nicht zu klein gewesen. Der Fliegerhorst Hohn ist hoch im Norden in SH, so dass ich vermute, es wurde Wunstorf ausgewählt, als einziger Standort, weil dieser bei Hannover zentraler liegt als Hohn. Nur seitdem wurden dann doch 53 Maschinen behalten, jetzt sollen nochmals 16 Maschinen gekauft werden. Damit könnte man mühelos 3 Standorte betreiben, zumal mehrfach behauptet wurde, Wunstorf habe eigentlich nur Platz für 40 Maschinen. Es war länger geplant 13 Maschinen in Lechfeld zu stationieren, bis Ministerin Lambrecht diesen Plan überraschend gestrichen hat. Sie wollte damit angeblich 200 – 300 Millionen Euro einsparen. Diese Entscheidung war vor der Zeitenwende. nur Lechfeld hat Platz & vor allem ist die Luftlandeschule Altenstadt um die Ecke. Altenstadt hat für die Fallschirmsprünge früher Penzing mit Transall genutzt. Penzing wird jetzt privatisiert, aber Lechfeld könnte ihn ersetzen. Weil A 400 m bei Altenstadt fehlen, werden gemietete M 28 Flugzeuge genutzt für die Sprünge, die man mit 2. Standort Lechfeld einsparen könnte. Deshalb wäre logisch, die 13 Maschinen nach Lechfeld zu verlegen & die 16 neuen Maschinen in Hohn stationieren. Diese Reihenfolge macht Sinn, weil in Hohn scheint schon länger nicht mehr investiert worden zu sein scheint, weil nur noch Ausweichflughafen. Damit könnte man die LTG 61 & 63 wieder aufstellen. Stattdessen hat die BW die beiden Geschwader zu früh aufgelöst & als Trost nur die Nummerierung der A 400 m geändert, denn zur Erinnerung an die Geschwader wurden die drei letzten A 400 m mit den Nummern 61, 62 und 63 nummeriert, der drei alten LTG anstatt die Reihenfolge der Maschinen mit 51 – 53 fortzusetzen. Das LufttransportGeschwader 62 existiert noch, weil es den A 400 m in Wunstorf betreibt. Ich hoffe, der Verkauf der logistischen A 400 m gelingt nicht bzw, dass die Abgeordneten im Verteidigungsausschuss Druck machen die Maschinen zu behalten & einen 2. Standort zu schaffen.
Die Nutzung Hannover-Langenhagen ist fast schon Routine.
Die Bundeswehr hat mit der Luftwaffe in den letzten Jahren mehrfach am zivilen Flughafen Hannover (Langenhagen) geübt, darunter die historische Luftwaffen-Übung „Hannover Shield“ im November 2023 sowie Einbindung bei Großübungen wie „CIMIC Quadriga 2026“ und NATO-Übung „Steadfast Dart“.
Vorübergehend wurden drei Eurofighter vom Taktischen Luftwaffengeschwader 71 „Richthofen“ im November ’23 auf dem Hannover Airport stationiert. Das Geschwader in Wittmund nutzt den Flughafen Hannover schon seit einigen Jahren als Ausweichflugplatz.
@Der Realist dazu:
„Es macht also Sinn, diesen Standort (Winstorf) als Hauptstandort zu betreiben und keine zweite Logistik an einem festen zweiten Flugplatz aufzubauen“.
Es macht Sinn aus friedensmäßig finanziellen und logistisch-organisatorischen Erwägungen, wenn #Kriegstüchtigkeit nur in Haushaltsmitteln gedacht wird. Operativ betrachtet ist EIN Zentrum für alle 53 A400M ziemlich sinnfrei. Es sollten nicht nur zwei A400M-Plätze sein, sondern besser drei: Landsberg/Lech (Penzing) und ein weiterer im Osten.
Kostet das? Ja natürlich.
Einsatzgeschichte: In 90ern/00 Jahren bot Penzing bei UNPROFOR/IFOR/SFOR hinsichtlich der Entfernung nach Sarajevo/Skopje unschlagbare Vorteile gegenüber Wunstorf. Bin mehrfach von beiden Plätzen geflogen.
Da sehen wir jetzt das große Risiko des Geldsegens: Es wird ausgegeben, was das Zeug hält, aber kaum ein Gedanke daran verschwendet, ob die heutigen Entscheidungen auch in einer Zukunft mit wieder sinkenden Haushaltsmitteln noch durchhaltbar sein werden.
Das Problem des einen Standorts wird hier zu national betrachtet.
Es gibt in Europa diverse A400-Stützpunkte, da müssen wir keinen weiteren aufmachen, der über ähnliche Fähigkeiten wie Wunstorf verfügt.
Vielleicht eher eine Orientierung an den Stützpunkten der Nato-Tanker?
Ein fester Hauptstützpunkt und zwei vorgelagerte Basen.
@Der Realist
Europäische A400M Nutzerstaaten neben Deutschland:
FRA, ESP, GBR, BEL – LUX (gemeinsame bi-nationale Flotte mit 8 Maschinen) und TUR.
Mit wem bitte den Hauptstützpunkt betreiben, und wo?
Ein Hauptstützpunkt für ganz NATO Europa? TUR macht sein eigenes Ding mit dem Schwerpunkt im Interessenbereich Ost-Mittelmeer und MENA.
Zwei vorgelagerte Basen, wo? Was ist vorgelagert? Aus FRA und ESP Sicht geht der Blick Richtung Afrika. Beide haben btw erst ca 50% ihrer Bestellungen realisiert.
BEL-LUX darben an finanzieller Schwäche, haben zu wenig Maschinen. Bliebe GBR mit 22 Flugzeugen, wenn man denn unterstellte, die Briten ließen sich ihren Luftwaffenstützpunkt „RAF Brize Norton“ in Oxfordshire wegnehmen/operativ herabsetzen. (Machen sie nicht!)
Aus derzeitiger Bedrohungssicht an der Ostflanke wäre „vorgelagert“ die Balten, Polen, Slowaken und Tschechen, vielleicht auch die Finnen, aber: Alles keine A400M-Nutzer.
Hinzukommt, je dichter am Operationsraum Mittelost-Europa, desto verwundbarer sind „ein Hauptstützpunkt … zwei vorgelagerte“!
Andere Vorschläge bitte.
Bzgl. von Ausweichplätzen möchte ich das Stichwort Finnland aufnehmen. Im östlichen Mitteleuropa wird ja immer Polen als A400M Interessent genannt. Polen hat im Sommer bereits gemeinsam mit Spanien A330MRTT bestellt. D.h. Polen wird demnächst einen Stützpunkt für größere Airbus-Modelle bekommen. Da gäbe es bereits rein national sicherlich Synergien. Weiter im Norden kommt in Jütland demnächst ein weiterer A330MRTT Stützpunkt hinzu, da gilt das gleiche. Die Rolle Deutschlands im Bereich des JFC Brunssum als log. Drehscheibe soll für den Bereich des JFC Norfolk Schweden übernehmen, die erst seit 2 Jahren in der NATO sind. Da wird ggf. auch nich Infrastruktur entstehen. Und im finanziellen klammeren Rumänien im Bereich JFC Neapel investieren NATO Partner unter anderem stark in den Flughafen Constanta. (MK Air Base) Das sieht man schon deutlich bei Google Maps in der Sat. Ansicht.
Von daher sollte ein Platz in DEU reichen, zur Not kann man ja auch noch auf Köln-Bonn ausweichen.
Klingt ja fast so, als hätten wir so unfassbar viele Transportflugzeuge, dass wir damit um uns schmeißen können.
Auch im Kriegsfall wird es Aufträge für die Dinger geben, wo keine Gegenmaßnahmen notwendig sind, weil tief im NATO Gebiet außerhalb der Reichweite von Wirkmitteln. Deswegen 10 Jahre alte Flugzeuge auszumustern ist ja völlig absurd. Wer sich sowas leisten kann, sollte vielleicht doch nicht so viel Steuergeld zum verschwenden bekommen.
Kleiner Fun-Fact am Rande bezüglich der Idee, diese als Löschflugzeuge umzubauen: Zwei ehemalige Bw-Transalls werden aktuell in Deutschland zu einem solchen umgebaut
Der Satz „Entscheidend ist nicht allein das Alter der Flugzeuge, sondern die Ausstattung.“ wirft für mich die Frage nach einer Nachrüstung auf. Was spricht technisch dagegen, die 16 logistischen Maschinen mit Schutzausstattung und Datenlink auszurüsten? Das wäre für die Bewertung des geplanten Austauschs hilfreicher als die Einordnung als ältere Maschinen.
@Julian: Löschkits für den A 400 m könnte man schon kaufen, aber ich fürchte, die BW wird keine Löschflugzeuge kaufen, allein wg Streit zwischen Innenministerium & Verteidigungsministerium über Zuständigkeit und Kosten. Da müssen erst ein paar Orte abbrennen, würde ich zynisch behaupten, bis die BW sich von ihrer alleinigen Hubschrauberlöschtaktik verabschiedet. Dabei wäre es einfach, z.B. in Holzdorf ein paar A 400 m mit Löschkits stationieren und dann immer gezielt entscheiden, reichen Hubschrauber oder brauche ich Löschflugzeuge oder beides. In Holzdorf könnte man ein Löschzentrum betreiben und Holzdorf in Brandenburg wäre auch deshalb sinnvoll, weil es gerade in Brandenburg sehr häufig brennt & es dort auch viele ehemalige russische Kasernen gibt, wo die Feuerwehr wg Munitionsrückständen im Boden nur eingeschränkt vom Boden aus löschen kann. Selbst das kleine Österreicht war schon so intelligent, zwei Löschkits für seine neuen 4 KC 390 Embraer Transportflugzeuge zu bestellen. Das private Unternehmer auf die Idee gekommen sind, alte Transall Flugzeuge zu Löschflugzeugen umzubauen, aber nicht die Bundeswehr zeigt, wie unflexibel die Bundeswehr ist und dies muss Sorgen machen, wenn man sieht, wie schnell das Kriegsbild sich in der Ukraine wandelt!
Daß nur ein Standort für A 400 m den Nato Forderungen widerspricht, zeigen die eigenen Ausführungen der Bundeswehr über „Dispersed Operations“ Bereits am 13.04.2026 hatte die Luftwaffe angekündigt, daß im Rahmen dieses Konzeptes, die Luftwaffe zivile Flughäfen für ihre Kampfflugzeuge nutzen würde, um durch ein zerstreuen der Flugplätze die Luftwaffe weniger angreifbar zu machen im Ernstfall. Eurofighter & Tornados wurden seitdem von den Flughäfen mindestens in Hamburg und Nürnberg eingesetzt. Dazu gehört sicher auch, daß der entwidmete Fliegerhorst Schortens wieder von der Luftwaffe genutzt wird mit A 400 m, Super Hercules und Eurofighter. Zu dieser Zerstreuungstaktik, um sich weniger verwundbar zu machen, passt es gar nicht, in Wunstorf einen einzigen Fliegerhorst für Transportflugzeuge zu haben und mit 53 Maschinen zu überfüllen. Ein mindestens zweiter A 400 m Standort, wo auch gewartet werden könnte, wäre auch aus diesem Grunde sinnvoll. Das einzige Backup, was Wunstorf aufweist, im Gegensatz zu Hohn oder Lechfeld ist, daß der Fliegerhorst über zwei Startbahnen verfügt. Dies könnte ein Grund gewesen sein, warum die BW sich mal für Wunstorf als einzigen A 400 m Standort entschieden hat.
@free invoice Generator: Technisch spricht nichts gegen eine Nachrüstung. Natürlich könnten die weiteren 29 Maschinen ohne DIRCM Laserschutzsystem & die 16 Maschinen ohne DASS System Selbstschutz System nachgerüstet werden statt Ersatzbeschaffung. Der einzige Nachteil wäre, dass die Nachrüstung längere Zeit dauert, wo die Maschinen nicht zur Verfügung stehen. Der Ersatzkauf soll nach Presseberichten ca 3,6 Milliarden Euro kosten. Das Internet kann nicht die Frage beantworten, wie lange eine Nachrüstung tatsächlich dauern würde. Wir wissen nur, die Nachrüstung von 23 oder 24
Maschinen soll 260 Millionen kosten und insgesamt 6 Jahre dauern, wobei die Nachrüstung nur bei vorgesehenen Wartungen erfolgen soll. Dagegen ist die mit der Rüstungsagentur Occar vereinbarte Produktionsrate genau 8 Maschinen pro Jahr. Es ist deshalb kein Zufall, dass die BW genau 16 Maschinen
kaufen will, weil dies die Bandstraße des A 400 m genau 2 Jahre am Leben erhält, weil zu wenige Länder bis jetzt den A 400 m gekauft haben bzw. viele Länder ihre ursprüngliche AbnahmeMenge reduziert haben. Weil die BW keine PR kann & Pistorius denkt, das Parlament winkt bei der Zeitenwende jede Industrie Subvention durch, gibt man sich nicht die Mühe, die Ersatzbeschaffung mit zusätzlichen Aufgaben als Löschflugzeug, Gun-Ship, Eloka Störflugzeug oder Taurus Waffenträger abzusichern und sinnvoll zu machen!
Die Luftwaffe will die Fähigkeiten des Störflugzeuges/LuWES(Luftgestützte Wirkung im Elektromagnetischen Spektrum) nicht oder nicht mehr auf der Basis der A 400 realisieren. Airbus hatte dafür mit Hensoldt, IBM usw ein Konsortium gebildet. Stattdessen will die Luftwaffe die LuWES Fähigkeiten durch Bombardier Flugzeuge als Plattform erreichen. Drei Anbieter wollen jetzt den Auftrag erhalten, nachdem das Airbus Konsortium zerfallen ist mangels A 400 m als Trägerplattform. Hensoldt tut sich mit Bombardier zusammen, Airbus mit Saab und neu will Rheinmetall zusammen mit der israelischen Firma Elta den Auftrag bekommen(Quelle Hartpunkt.de) Klingt nach einem interessanten Wettbewerb, aber für den Steuerzahler nachteilig, weil A 400 m Flugzeuge schon vorhanden sind & sowieso nachbestellt werden sollen.
Derlei Vorgänge gab es in der Bw-Historie immer wieder. Man erinnere sich an die F-104G-Nachbeschaffung Anfang der 70er, vorgeblich um abgestürzte Maschinen zu ersetzen. War aber rein zum Aufrechterhalten der deutschen Produktionslinie, Flugzeuge hatte die Luftwaffe damals genug.
Industriepolitik ist allen Unkenrufen zum Trotz aber legitim, sofern sie nicht aus dem Ruder läuft, sprich das Aufwands-/Ertragsverhältnis nicht mehr passt. Wenn am Ende eine homogene, einheitlich einsetzbare Flotte mit taktischen Fähigkeiten dabei rumkommt, ist der Ertrag für die Bundeswehr auf jeden Fall da. Ob das nun rein fiskalisch günstiger als eine Nachrüstung der Bestandsflotte kommt, sei dahingestellt.