Vorsorglich zwei deutsche Kriegsschiffe für die Straße von Hormus (Nachtrag)
Die Bundeswehr hat vorsorglich zwei Kriegsschiffe in Marsch gesetzt, die für eine mögliche multinationale Mission in der Straße von Hormus bereitstehen sollen. Während das Minenjagdboot Fulda von Kiel aus Richtung Mittelmeer auslief, wurde der Tender Mosel aus der NATO-Mission in der Ägäis herausgenommen und einem Minenabwehrverband der Allianz unterstellt. Eine Entscheidung über einen Einsatz vor Iran wurde bislang aber noch nicht getroffen.
Die Bundesregierung hatte angekündigt, für eine gemeinsame Operation mit anderen Staaten zur Sicherung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus bereit zu stehen, allerdings erst nach einem Ende der Kampfhandlungen im Angriffskrieg der USA und Israels gegen Iran. Voraussetzung dafür sei zudem neben einer völkerrechtlichen Grundlage wie zum Beispiel einem UN-Mandat die Zustimmung des Bundestages. Um in diesem Fall aber schnell handeln zu können, sollten dafür vor allem Kapazitäten für die Minenjagd im Mittelmeer vorausstationiert werden.
Nach dem Auslaufen der Fulda am (heutigen) Montag gab das Verteidigungsministerium den Aufgabenwechsel für die Mosel bekannt und kündigte darüber hinaus die mögliche Entsendung weiterer Einheiten an:
Der Tender MOSEL der Deutschen Marine wird in den kommenden Tagen seine aktuelle Tätigkeit im Rahmen der NATO-Unterstützung in der Ägäis beenden. Anschließend wird er zusammen mit dem Minenjagdboot FULDA in den NATO-Minenabwehrverband 2 (SNMCMG2) im Mittelmeer wechseln. Durch diesen Unterstellungswechsel wird der deutsche Fähigkeitsbeitrag zur NATO-Aktivität in der Ägäis, bestehend aus dem Tender MOSEL und einem eingeschifften Führungsstab, temporär ausgesetzt. Zweck der Maßnahme ist es, potentielle deutsche Fähigkeitsbeiträge zu einer möglichen Operation in der Straße von Hormus in einer kürzeren geografischen Distanz zu stationieren und gemeinsam operative Vorbereitungen durchzuführen.
Die Bundesregierung ist gewillt, einen wesentlichen und sichtbaren Beitrag in einer internationalen Koalition zum Schutz der freien Seefahrt in der Straße von Hormus zu leisten. Ziel unserer Bemühungen ist, dass die Straße von Hormus als wichtiger See- und Handelsweg zeitnah wieder sicher befahrbar ist und die völkerrechtlich verbriefte Freiheit der Schifffahrt gewährleistet wird.
Um lageabhängig und bei Vorliegen der Voraussetzungen für einen Einsatz wichtige Fähigkeiten der Bundeswehr schnell in der Krisenregion einsetzen zu können, werden in den kommenden Wochen voraussichtlich ergänzende Fähigkeiten verlegt werden. Unabhängig vom Zeithorizont einer politischen Entscheidung und einer Mandatsbefassung im Deutschen Bundestag, befinden sich somit Einheiten und Fähigkeiten in hoher Bereitschaft in geografischer Nähe zur Straße von Hormus. Der mögliche Einsatz der Bundeswehr wird eng mit unseren Partnern und Verbündeten abgestimmt.
Formal ist der Abzug der Mosel aus der Ägäis kein Ende dieses Einsatzes – das Verteidigungsministerium erklärte, die Marine pausiert den deutschen Fähigkeitsbeitrag. Die seit nunmehr zehn Jahren laufende Mission an der Nahtstelle der beiden NATO-Mitglieder Türkei und Griechenland war noch von der Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel vereinbart worden und sollte zur Eindämmung der Migration über die Ägäis beitragen. Neben dem jeweils deutschen Flaggschiff sind dazu griechische und türkische Boote im Einsatz; ob die Mission unter diesen Umständen fortgeführt wird, dürfte fraglich sein.
Unterdessen bereitet sich die U.S. Navy darauf vor, Handelsschiffen die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu ermöglichen, ungeachtet einer eventuellen iranischen Blockade. Nach einer entsprechenden Ankündigung von US-Präsident Donald Trump erklärte das zuständige U.S. Central Command am (gestrigen) Sonntag den Beginn der Operation Project Freedom:
The mission, directed by the President, will support merchant vessels seeking to freely transit through the essential international trade corridor. A quarter of the world’s oil trade at sea and significant volumes of fuel and fertilizer products are transported through the strait. …
U.S. military support to Project Freedom will include guided-missile destroyers, over 100 land and sea-based aircraft, multi-domain unmanned platforms, and 15,000 service members.
Allerdings wollen die US-Streitkräfte ihre Blockade iranischer Häfen aufrecht erhalten und Schiffe auf dem Weg dorthin oder von dort stoppen. Wie die Aktivitäten der USA konkret aussehen werden, blieb zunächst offen.
Ein Nachtrag, danke für den Leserhinweis: Nach dem Auslaufen aus Kiel kam die Fulda am ersten Tag allerdings nur bis Eckernförde. Den Grund kenne ich noch nicht.
Nachtrag 2: Es sind div. vorbereitende Arbeiten vorgesehen, ehe die Fulda in den Nord-Ostsee-Kanal mit Kurs Mittelmeer geht, höre ich.
(Archivbild: Der Tender Mosel bei der Übung Northern Coasts 2024 in der Kieler Förde – Nico Theska/Bundeswehr; Karte: Marinetraffic)


Frage: der Tender ist ja i.d.R. kein Kriegsschiff i.e.S. sondern ein „fleet auxiliary“ / Hilfsschiff. Im Grundbetrieb wird er wohl auch von einer zivilen Besatzung gefahren ? Zumindest ist das bei den Tankern und den Schleppern der Fall.
Bewaffnung ? Und ein Heli oder eine Drohne ist auch nicht mit dabei. ‚mal schauen wie durchhaltefähig der verband dann ist. Was tun denn die Anrainerstaaten und die Hauptnutzer der Seestraße ?
[Warum sollte das kein Kriegsschiff sein? Zumal er nicht von einer zivilen Besatzung gefahren wird. Und die Bewaffnung definiert nicht, ob es ein Kriegsschiff ist. Diese Debatte also bitte nicht weiterführen. T.W.]
Bis zu 100 Luftfahrzeuge, mehrere Zerstörer, Fregatten und Minenräumer (?) mit einer Truppenstärke von 15.000 Soldaten sollen in der
Operation „Project Freedom“ (Trump)
freien Zugang durch die Strait gewährleisten.
Iran hat allerdings Widerstand angekündigt.
Von Teheran behauptete Meldungen über erfolgreiche Angriffe gegen U.S. Schiffe wurden seitens CENTCOM dementiert.
Aus VAE liegen Informationen vor, wonach Drohnenangriffe auf Hafenanlagen stattgefunden hätten. Von vier Drohnen seien drei abgefangen, eine in die See gestürzt sein.
Das Vorgehen der USA folgt dem einer thalassischen Macht innewohnenden Fahigkeitsspektrum. Eine thalassische Macht handelt im Bewusstsein der Fähigkeit ihrer Seestreitkräfte, ihrer Handelsmarine und Beherrschung der für die ökonomische Entwicklung entscheidenden Seestraßen im Operationsraum. Das Vorgehen basiert auf einer Ermattungsstrategie gegenüber dem Gegner, spart dessen heeresbasierte Fähigkeiten bewusst aus und zielt auf die ökonomischen und seeseitigen Ressourcen, soll den Gegner dadurch aufzehren und letztlich zur Aufgabe aus Einsicht zwingen, um staatlichen Zusammenbruch auszuschließen.
Klassisches Beispiel ist der Kampf Athen – Sparta im „Peloponnesischen Krieg“ zur Erweiterung der Hegemonie Athens über die Ägäis hinaus, beschrieben bei Thukydides.
Die evtl Operationsbeteiligung der beiden deutschen Kriegsschiffe (Minenjagdboot Fulda und Tender Mosel) kann an Bedeutung gewinnen, schließlich bleibt die Minenfrage in der SoH weiter unbeantwortet.
Edit/dass ein Tender der 🇩🇪 Marine zivil bemannt ist und kein Kriegsschiff darstellt, darauf muss man erstmal kommen.
[Nun ja, fairerweise sollte man dazu sagen: Dass ein Tanker, pardon, Betriebsstoffversorger der Deutschen Marine eine zivile Besatzung hat, das muss man auch erstmal verstehen – klingt komisch, ist aber so. T.W.]
@TW @KPK
Um das Thema abzuschließen, aber vielleicht ist das nicht uninteressant: an der Beflaggung kann man den Unterschied erkennen, ein militärisch bemanntes Schiff (Boot) bzw. unter militärischer Führung führt die Marineflagge bzw. Seekriegsflagge mit den zwei Spitzen (sog. Doppelstander, s. Photo), die zivil bemannten die Bundesdienstflagge.
[Jetzt ist gut, oder? T.W.]
Ob Kriegsschiff oder Tanker, ich meine ja, dass ist Verhandlungsmasse Richtung Trump. Im Sinne von, wir beteiligen uns ja doch irgendwie, irgendwann.
„Die Bundesregierung hatte angekündigt, für eine gemeinsame Operation mit anderen Staaten zur Sicherung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus bereit zu stehen, allerdings erst nach einem Ende der Kampfhandlungen im Angriffskrieg der USA und Israels gegen Iran. Voraussetzung dafür sei zudem neben einer völkerrechtlichen Grundlage wie zum Beispiel einem UN-Mandat die Zustimmung des Bundestages. “
Und ich hoffe aber stark, dass es bei den Voraussetzungen bleibt. Denn so wie es gerade wieder losgeht, wird es wohl ein Desaster werden. Die ersten Raketen fliegen ja schon wieder.
Äh – warum fährt die Fulda nicht durch den Nord-Ostsee-Kanal?
Ist bei der FULDA wenigstens eine Bewaffnung gegen Speedboote o.ä. an Bord ? Rhetorische Frage.
@MS
Steht weiter oben. Vorbereitende Maßnahmen in Eckernförde. Vielleicht hat der Kapitän die Zigarren vergessen? Wer weiß das schon. Aktuell scheint die Fulda wieder Kurs auf Kiel zu nehmen und dann sicherlich bald im NOK zu sein.
Eckernförde ist ja nicht irgendein Hafen…. Rein spekulativ: Vielleicht nimmt die Fulda ja etwas oder jemanden mit an Bord. Ein Einsatz in der Straße von Hormus ist ja nicht einer Minenräumung in der Ostsee gleichzusetzen.
Ich finde übrigens den Ansatz, die beiden Schiffe in die SNMCMG2 hinein zu verlegen sehr geschickt. Das wäre ja sowieso der Verband, den die NATO am besten dorthin verlegen würde, wenn es zu einer NATO-Mission in der Straße von Hormus kommen würde. Mal sehen ob auch andere europäische Marinen diesen Ansatz wählen. Diesen Verband jetzt schlagkräftiger aufzustellen – auch durch gemeinsame Übungen – ist der richtige Ansatz in der Vorbereitung. Selbst wenn dann nur ein Teil des Verbandes final verlegen würde, wäre dies ein Gewinn.
@Thomas Melber
Wir hatten mal eine Ministerin, die erklärt hat, was ein Panzer ist. Bitte tun Sie uns nicht das gleiche an
Ziemlich mickriger Beitrag, aber wenigstens etwas.
Die BR hätte schon sehr viel früher wenigstens die „grundsätzliche Bereitschaft“ zu einem Beitrag zur Auflösung der Seeblockade des IRN erklären müssen. Ganz bestimmt nicht um Donald zu gefallen, sondern um diesem völkerechtswidrigen Vorgehen der Mullahs gegen die internationale, friedliche Schifffahrt klar die Stirn zu zeigen.
Da ja nun schon einige sehr große Schiffe die Straße von Hormuz ohne Minenberührung passiert haben, ist eigentlich nicht davon auszugehen, dass dort (insb. in der südlichen Verkehrstrennungszone nahe VAE Küste) tatsächlich Minen verlegt wurden.
Somit halte ich es für höchst wahrscheinlich, dass die FULDA im eigentlichen Schifffahrtsweg gar nicht erst zum scharfen Einsatz kommt und wünsche Kommandant und Besatzung eine gesunde Heimkehr.
@ Martin Schröder sagt: 05.05.2026 um 1:04 Uhr
Nachruesten von Minenabwehrmaterial aus Schulbestaenden.
Ich wünsche den Crews unserer Schiffe einen erholsamen Auffenthalt im Mittelmeer. Schließlich wird es diesen Einsatz auf lange Zeit nicht geben.
Aber zumindest sieht unsere Regierung jetzt nicht mehr völlig tatenlos aus.
Aber natürlich können wir nicht wirklich etwas zur Lösung des Problems beitragen. Eine diplomatische Lösung wird es nur mit Unterstützung von China und Russland möglich sein.
Ich fürchte, wir werden warten müssen, bis die Zeit das Problem „Trump“ löst. Sein nächster Schlaganfall könnte der letzte sein. Trumps Frontallappen-Demenz wird das Problem auch lösen, aber die braucht vermutlich noch ein bis zwei Jahre. Allerdings wird die Kollektion von Irren, Drogensüchtigen und Alkoholikern, die Trump in seinem Kabinett versammelt hat, bis zur allerletzten Minuten warten, bevor sie Trump auf Basis des 25. Amandment in den Ruhestand schicken.
Operation Epic Fury – und Operation Freedom, die heute von Hegseth als humanitäre Operation bezeichnet wurde.
In einem Newsletter der US-Garnison Rheinland-Pfalz, der letzte Woche versandt wurde, hieß es: „Sie sind nicht befugt, mit den Medien zu interagieren.“ Ein Sprecher der Garnison erklärte nunmehr, die Warnung sei nicht als generelles Verbot zu verstehen, das den Angehörigen der Streitkräfte ihre Rechte gemäß dem Ersten Verfassungszusatz verwehre.
Die Garnison ist Teil der weitläufigen Militärgemeinde Kaiserslautern. Dutzende Angehörige und Zivilisten, die kürzlich aus Bahrain evakuiert wurden, halten sich vorübergehend in der Region Kaiserslautern auf, sind dort mit wenigen Habseligkeiten weiterhin provisorisch untergebracht. An eine Rückkehr an den Golf ist vorläufig nicht zu denken.
Eine Einschränkung bei der Erörterung operativer Details gilt als rechtmäßig. Selbstverständlich muss OpSec auch nach Verlassen des Operationsraumes greifen.
Wenn Stars&Stripes dies zum Thema macht, muss es Anlass gegeben haben, Neugierige zu warnen?
Source – Stars and Stripes.
Read more at: https://www.stripes.com/branches/army/2026-05-05/army-kaiserslautern-chilling-effect-free-speech-21571566.html
@Überragend
Ich muß mich korrigieren: zum einen ist es der Tender MOSEL (die FULDA ist das Minenjagdboot) und der Tender ist tatsächlich ausreichend bewaffnet.
Den Wünschen für die Besatzung und dem Schiff auf gute Heimkehr schließe ich mich an.
Bewaffnung hin und her, ist wichtig! Das Klima im Sommer, im Persischen Golf, ist ebenso brutal!!! Man kann nur hoffen, dass die Besatzung deswegen zusätzliche Klimaanlagen bekommen.
@Lucky Sailor
„Da ja nun schon einige sehr große Schiffe die Straße von Hormuz ohne Minenberührung passiert haben, ist eigentlich nicht davon auszugehen, dass dort (insb. in der südlichen Verkehrstrennungszone nahe VAE Küste) tatsächlich Minen verlegt wurden“
Oder sie wurden verlegt, aber nicht scharf geschalten. Und Besatzungen mit Speedbooten könnten über Nacht noch sehr viele aussetzen. Lassen sich Seemienen per Artillerie verlegen? Oder per Drohne? Ich wüsste nichts, was technisch dagegen spricht.
Das einzige was ein Internationaler Konvoi bewirken kann, ist vielleicht mehr Zurückhaltung auf Iranischer Seite. Aber die Blockierung der Straße von Hormus ist deren einziger Trumpf, die stehen sonst mit dem Rücken zur Wand, die können sie nicht öffnen, ohne praktisch aufzugeben. Und die Zeit scheint auf ihrer Seite.
Und ich glaube kaum, dass man die Passage sichern kann, ohne mit Brachialgewalt auf den Küstenstreifen zu besetzen. Und der ist ein Gebirge und die Iraner dort eingegraben. Viel Spaß die da herauszubekommen. Das geht nicht ohne Massive Verluste und dazu sind die USA nicht willens.
Was hat es denn mit dem Wechsel „in den NATO-Minenabwehrverband 2 (SNMCMG2) im Mittelmeer“ auf sich? Als Ziel wird angegeben, „gemeinsam operative Vorbereitungen durchzuführen.“ Ein Einsatz in der SoH kann doch aber, wegen der territorialen Beschränkung des NATO-Einsatzgebietes, kein NATO-Einsatz sein. Oder hat man das im Kontext des Afghanistan-Einsatzes schon gelöst?
Und aktuell ist das „Project Freedom“ ja gerade gestoppt, weil laut Trump „die Verhandlungen Fortschritte machen“. Das übersetze ich mal frei: Nachdem der Iran nicht nachgegeben hat, als die ersten US-Kriegsschiffe die Passage angetestet haben, und stattdessen Raketen abgefeuert hat, hat Trump die Realität akzeptiert, dass es so einfach wohl nicht geht.
So bleibt das Ganze in einem Deadlock. Denn die Verhandlungen gehen, glaube ich, nicht wirklich voran; dafür sind die Positionen zu unterschiedlich. Die Gefahr sehe ich darin, dass Trump unter zu viel Druck gerät und etwas wirklich Dummes tut. Denn es ist wohl auch für eingefleischte MAGA-Fans schwer zu verstehen, wie der Iran besiegt sein soll, aber immer noch die Islamisten an der Macht sind, weiterhin Uran anreichern und nach wie vor Raketen haben und bauen – und damit ihr Drohpotenzial erhalten haben. Kurz: Es wurde nichts erreicht, außer alles für alle teurer zu machen.
@lukan: So langsam bin ich mir nicht so sicher, ob das nicht der eigentliche Auftrag und Zweck der Veranstaltung gewesen ist.
Jedenfalls sollte man die finanziellen Transaktionen im Vorfeld und im Nachgang von besonders irrwitzigen Trump-Gehirnflatulenzen und Exekutiventscheidungen genau analysieren. Vielleicht zeigt sich ja dann, dass es eigentlich um Insiderhandel geht. So oder so wird Donald J. Trump wohl als der korrupteste und verantwortungsloseste Präsident der USA überhaupt in die Geschichtsbücher eingehen.
@Ökonom sagt: 06.05.2026 um 9:52 Uhr
„Ein Einsatz in der SoH kann doch aber, wegen der territorialen Beschränkung des NATO-Einsatzgebietes, kein NATO-Einsatz sein.“
Die territoriale Frage ist doch nicht das eigentliche Problem,
„Article 6
For the purpose of Article 5, an armed attack on one or more of the Parties is deemed to include an armed attack:
– on the territory of any of the Parties in Europe or North America, on the Algerian Departments of France 2, on the territory of Turkey or on the Islands under the jurisdiction of any of the Parties in the North Atlantic area north of the Tropic of Cancer; „.
Das ist die Beschränkung, wo ein Angriff auf einen NATO-Partner stattfinden muss, damit Artikel 5 greift. Und nicht die Beschränkung des Einsatzgebietes.
Man muss den Angreifer eben dort schlagen, wo er her kommt.
Der casus knacktus ist doch, das kein NATO-Partner angegriffen wurde und sich verteidigen muss, auch wenn Trump das anders sieht. Das war eben 2001 bei den Terrorangriffen von Al-Kaida in den USA anders, und die hatten ihre Stützpunkte eben in Afghanistan. Die NATO ist kein Angriffsbündnis. Von daher braucht zumindest Deutschland ein UN-Mandat und die Zustimmung des Bundestages. Denn auch eine Begründung àla Kosovo wegen R2P kann es im Iran nicht geben.
Das wird schwierig gesetzeskonform hinzukriegen sein, von daher sehe ich auf absehbare Zeit keinen EInsatz.
@ lukan King Donald und seine Vasallen Hegseth, Vance und Rubio werden via Karoline Leavitt (Wäre die Pinocchio, müßte man aufpassen, wo die ihre Nase hinhält, wenn sie den Mund aufmacht.) den Amerikanern schon eine schöne Geschichte über den größten Sieg, denn es jemals gab, verkünden. Und wir werden schuld sein, dass der Sieg nicht noch größer ausgefallen ist.
@all
Mir scheint, da werden paar Dinge durcheinandergeworfen. Von einem NATO-Einsatz in der Straße von Hormus redet niemand, ich habe jedenfalls nichts gesehen. (Und dass Trump sich dauernd beklagt, die NATO würde ihm nicht helfen, ist was anderes). Dass div. Einheiten vorübergehend in eine NATO-Zusammenstellung gehen, ja selbst ein Einsatz dieser Schiffe in der Region muss ja ebenfalls nicht einen Einsatz unter dem Dach der Allianz bedeuten.
Paris/Verteidigungsministerium.
Der Flugzeugträger Charles de Gaulle ist mit Südkurs durch den Suezkanal unterwegs, um im Roten Meer und im Golf von Aden für die zuvor angekündigte UK-Frankreich-Mission in der Straße von Hormus stationiert zu werden.
Die bei Verlegungsbeginn zur „de Gaulle“ dazugestoße NLD Luftverteidigungsfregatte „Evertsen“ hatte Den Haag letzte Woche, ohne Ersatzgestellung, zurückgezogen. Zur oben aufgekommenen Frage „NATO-Vertragsgebiet“, hier handeln angekündigt zwei Bündnispartner in bi-nationaler Absprache. Mit NATO hat das nichts zu tun.
An der als „rein defensiv“ apostrophierten Operation, werden sich auch Deutschland und Italien beteiligen, so zumindest kann Macron verstanden werden.
Der weitere Weg des „Minenjagdboot FULDA“ und vom Tender Mosel nach Erreichen der Gewässer Ostmittelmeer wird spannend sein, zumal DJT „Operation Freedom“ ja beendet hat.
Sehr interessant für Minenjagdboot-Fans:
https://www.bundeswehr.de/de/meldungen/erdmagnetfeldsimulator-minenjagdboote-unsichtbar-fuer-seeminen-5405702
Da wird unterschiedlich entmagnetisiert je nach Einsatzgebiet. War mir neu.
Die üblichen Minen scheinen ja passive Sensoren zu verwenden, also Geräusch und Magnetfeldstörung.
Wenn man leise vorbeischleicht und keine nennenswerte Magnetfeld-Änderung erzeugt geht’s wohl…
Was natürlich nur funktioniert wenn der Feind sich ruhig verhält. Denn Unterstützungsschiffe sind ja dann weiter weg um keine Mine auszulösen. Und selbst Gas geben bei nem Angriff ist nicht…
Ich schliesse mich der Mehrheitsmeinung an:
– Einsatz ja wenn die Kampfhandlungen sicher eingestellt sind.
Wann genau dies der Fall ist definiert ein Herr Trump aber gerne mal selbst . Das wird noch für Differenzen sorgen…
Zur Info: Derzeit befindet „Fulda“ sich noch in der magnetischen Vermessung in der WTD 71-Außenstelle Schirnau am Nord-Ostsee-Kanal.
Danke den beiden vorangegangenen Kommentatoren für die Hinweise zur Entmagnetisierung und den Link!
(Es hätte ja nicht weh getan, wenn die Marine das mit der Auslauf-Meldung auch gleich so erläutert hätte. OpSec spricht offensichtlich nicht dagegen, sonst hätte es den Bericht auf der Bundeswehrseite nicht gegeben.)
@LuckySailor
„[…] sondern um diesem völkerechtswidrigen Vorgehen der Mullahs gegen die internationale, friedliche Schifffahrt klar die Stirn zu zeigen. […]“
Donnerwetter – jetzt ausgerechnet dem Iran völkerrechtswidriges Verhalten vorzuwerfen, halte ich für ein starkes Stück! Mullahs hin oder her! Und man möge mir etwas offtopic nachsehen: es war richtig, die russische Invasion der Ukraine als völkerrechtswidrigen Angriffskrieg zu bezeichnen – dann aber bitte auch den Angriff auf den Iran! Ein Völkerrecht, das nicht für alle gilt, gilt für niemanden!
@Gunner Who?
Die Blockade der Straße von Hormuz ist in der vorliegenden Form eindeutig völkerrechtswidrig:
https://guide-humanitarian-law.org/content/article/3/blockade/
Aber wie an anderer Stelle schon gesagt wurde, ist die strategische Dimension des Geschehens entscheidend und nicht die völkerrechtliche. Aus deutscher Perspektive wäre das Verhalten der iranischen Regierung auch dann inakzeptabel, wenn es nicht gegen das Völkerrecht verstieße.
@Gunner Who
„Ein Völkerrecht, das nicht für alle gilt, gilt für niemanden!“
Das stimmt schon, aber gleichsetzen mag ich beide Kriege Trotzdem nicht.
Denn anders als von der Ukraine, ging und geht Aggression vom Iran aus.
Mein Lieblingsbeispiel, weil ich auch gerade wieder das Buch etwas gelesen habe:
https://en.wikipedia.org/wiki/Satanic_Verses_controversy
Ein Todesurteil was der Iranische oberste Führer gegen einen Menschen ausgesprochen hat (und was mehrfach fast durchgesetzt wurde), der nie im Iran war. Einfach weil er ein Buch geschrieben hat, was ihnen nicht gefällt.
Die Nuancen hier sind aber, dass zwischenzeitlich es quasi aufgehoben war, also auch mit Islamisten kann man unter Umständen verhandeln und umgehen, aber seit 2017 ist es wieder offiziell in Kraft.
Und die Unterstützung für die Hamas – nicht die Menschen in Gaza, sondern gezielt Terroristen ist auch etwas reales und sehr wahrscheinlich waren sie auch mindestens in die Planung der Oktoberattacke einbezogen.
Und dazu kommen dann die „inneren Angelegenheiten“ wie todprügeln von Mädchen die kein Kopftuch tragen und massenhaftes Abschlachten von Demonstranten.
Was als Verbrechen gegen die Menschlichkeit bewertet werden könnte und internationales Eingreifen unter Umständen legitimieren kann.
Nur, dass alles ist ja Trump und co völlig egal. Ihnen geht es nicht ums Völkerrecht oder die Menschen. Einzig um Macht und Kontrolle geht es hier. Und ich denke schon, dass es wenig nach Plan lief.
Das Insidertrading mag gut gelaufen sein, aber darum alleine wird es kaum gegangen sein. Ein Trump der Älter wird, weniger die Dinge unter Kontrolle hat und dann impulsiv meint etwas tun zu müssen .. halte ich aber leider für noch gefährlicher als die Mullahs.
Also sich an einer internationalen Koalition beteiligen, die rein Defensiv mit Minen- und Flugabwehr Schiffe eskortiert macht Sinn für mich, aber ich kann es mir nur schwer vorstellen, dass das Zustande kommt, ohne sich auf US Israel Seite zu beteiligen. Und das wäre wohl ein großer Fehler.
@@Gunner Who
„Ein Völkerrecht, das nicht für alle gilt, gilt für niemanden!“
Das Völkerrecht gilt im Sinne einer Entfaltung realer Wirkung faktisch nur für diejenigen, die es anerkennen, sowie für diejenigen, gegen die ein Staat bereit und in der Lage ist, es durchzusetzen. Ergo gilt das Völkerrecht in weiten Teilen für die USA faktisch nicht.
Zu grundsätzlichen Möglichkeiten der Minenräumung:
Wenn man in den Tiefen von Wikipedia zum letzten ganz grossen Minenlege-Event zurückgeht ( 2..Weltkrieg ) dann gibt es dort oft keine „Friedensversion“ mit Minensuchbooten die auf stark reduzierte Magnetsignatur setzt, Minen detektiert und dann u.a. mit Minentauchern räumt. Dauert alles…
Die „Kriegsversion“ war damals die schnelle Variante mit extrem vergrösserter Magnet-Sgnatur, teils mit über 2000 kg Eisenschrott im Bug und Spezial-Magnetspulen um VOR dem Schiff ( ca. 40 bis 60 m ) eine maximale Magnetfeldänderung zu induzieren. Sprich langsam durchfahren und in einem Schritt die Minen direkt zum Detonieren zu bringen. Das nannte sich damals Blockadebrecher.
Die Version kannte ich noch nicht.
Aber die Zeiten ändern sich…
@ Apollo 11 sagt: 06.05.2026 um 19:53 Uhr
Der (fast) Vollstaendigkeit halber: Es gibt auch Sensoren in Minen, welche die Wasserdruckwelle, die ein fahrendes, eingetauchtes Wasserfahrzeug „vor sich hin schiebt“ aufnehmen und „nutzen“. Diese Druckwelle ist nicht wegzumanipulieren….
Cheers
@ lukan sagt: 07.05.2026 um 17:48 Uhr
„Denn anders als von der Ukraine, ging und geht Aggression vom Iran aus.“
Waren da nicht vor einer Weile irgendwelche USofA-Truppen, die den Iran „stoerten“?
So kurz kann Ihr Gedaechtnis doch nicht sein? Oder Trumpist-Troll?
@Apollo 11
Schon im WK 2 hat man „aus der Luft“ Magnetminen geräumt und später dann die USA mit CH-53 u.a.:
https://de.wikipedia.org/wiki/Minensuchgruppe_Mausi (die RAF hatte Vergleichbares)
https://en.wikipedia.org/wiki/Operation_End_Sweep
Nachtrag:
ein 100% sicheres Ergebnis liefert diese Räummethode natürlich nicht, ebenso wenig wie eine flächige Räumung per Schiff, es sind ja keine klassischen Ankertauminen (die alten mit den „Hörnern“).
Die Herausforderung ist, daß man die Auslösung parametrieren kann, z.B. Stärke Magnetfeld aber erst nach einer bestimmten Zahl von Überläufen. Oder in Verbindung mit einer akustischen Signatur.
@Thomas Melber:
Stimmt, vor allem kann man heute mit der Messtechnik nicht nur einen Schwellenwert festlegen. sondern viel genauer/länger Messen und damit z.B. die Geschwindigkeit des Ziels bestimmen. Sprich beim räumen aus der Luft bewegt sich das Magnetfeld zu schnell. Dazu noch Sensorfussion z.B. mit den akustischen Sensoren den Hubschrauber raus hören der den Magnetgenerator zieht. Und dann statt der See-Mine eine Mine mit einer IDAS auslösen die den Heli aufs Ziel nimmt.
@“Mike Molto“
Mein Gedächtnis, bzw. genauer gesagt meine Geschichtskenntnisse reichen sogar noch weiter zurück, etwa zu Mosaddegh der mit westlicher Hilfe 1953 gestürzt wurde, weil er Ölfelder im Iran Nationalisieren wollte. Und vorher gab es, man glaube es kaum, auch Geschichte.
Die gegenseitigen Feindseligkeiten reichen also durchaus schon länger zurück, aber das ändert nichts daran dass im Iran Islamisten an der Macht sind, die offen Terroristen unterstützen oder selbst beteiligt sind und Menschen international bedrohen, die einfach nur Bücher schreiben. Das bezeichne ich als Aggression und ein solches Regime verteidige ich nicht, unabhängig davon dass ich auch die USA und Israel des Staatsterrorismus verdächtige bzw. bezichtige. Wie mich das zum „Trumpist-Troll“ macht, darf aber ihr Geheimnis bleiben. Ich dachte klar gemacht zu haben, dass meine Position ist, sich von dem Konflikt möglichst fern zu halten und sich nicht auf einer Seite aktiv zu beteiligen.
@lukan:
Dass die Iraner keine Helden sind, sollte gesetzt sein. Aber auch gegen Länder, die sich ihrerseits nicht korrekt verhalten darf man nicht einfach so einen Angriffskrieg führen.
Trennung:
@KPK: Das Wording der Aufforderung, sich Pressestatements zu enthalten, wirkt auf mich völlig normal und ist auch auf Statements mit operativem Bezug oder die als generell für die US-Streitkräfte gültig verstanden werden könnten.
Für Pressearbeit gibt es ja eigens geschulte Presseoffiziere und -stellen, damit der Soldat auf die man verweisen kann. Und, dass man auch mit Fremden, die man nicht gut kennt, nicht über operative Dinge spricht, dürfte eigentlich selbstverständlich sein.
A propos: „thalassische Macht“ als Beschreibung für ein Land mit hoher Marinekompetenz klingt natürlich großartig. Wie auch „Thalassotherapie“ das Baden in Salzwasser begrifflich enorm aufwertet. Aber warum denn nicht einfach schlicht „Seemacht“ oder „Marinemacht“? :-)
Die Minensituation in der Strasse von Hormuz interessiert indirekt im Grunde jeden Bürger. Es sind ja auch Lieferketten betroffen, bspw. Kunstdünger.
Ein „Vorteil“ der Minensituation in der Meerenge:
Es wurden wahrscheinlich entweder gar keine oder zumindest nicht extrem viele verlegt.
Die Variante „aktive“ Räumung in einem Schritt wie früher mal mit minenauslösenden Blockadebrecher-Schiffen ( WW 2 ) oder aus der Luft mit magnetfelderzeugenden Flugzeugen braucht es also nicht ( wobei mich interessieren würde ob die USA diese Fähigkeit noch haben… ) Ist zudem nicht zuverlässig genug aufgrund der vielen möglichen Zünderarten.
Ergo gibt es mit Sicherheit irgendwann einen Punkt an dem irgendeiner da rein muss zum Minensuchen.
Und da könnte die Fähigkeit der dt. Marine wirklich hilfreich sein.
Die Frage ist nur WANN ?
@Metallkopf
„Aber auch gegen Länder, die sich ihrerseits nicht korrekt verhalten darf man nicht einfach so einen Angriffskrieg führen.“
Nein, einfach so nicht. Und in dem Kontext hier und in der Form schon gar nicht. Aber wenn ein Land Feindseligkeiten nach außen begeht, ist es irgendwann kein Angriffskrieg mehr, sondern ein Verteidigungskrieg, diese Feindseligkeiten zu stoppen. Mein Punkt war oben eigentlich hauptsächlich, dass ich den Ukrainekrieg in einer anderen Kategorie sehe.
Alle sprechen über Minen und Minenräumung. Aber würden nicht schon faktisch Drohnen und Raketen ausreichen. Die Golfküste des Irans misst nach meinem Wissen ungefähr 2.400 Kilometer.
Kleiner nautischer bzw. meteorologischer Hinweis (ggf. alternativ im aktuellen Thread „Schutzkräfte“): In Kürze beginnt der Indische Sommermonsun und spätestens ab Juni kann es im östlichen Golf von Aden und westlichen Arabischen Meer mit hohen Windgeschwindigkeiten und starken Regenfällen ordentlich kacheln. Im Ausgang Golf von Aden ins Arabische Meer entstehen gegenläufige Oberflächenströmungen (diverse „Eddies“). Erst im Golf von Oman schwächt sich das wieder ab. Insbesondere für kleine bzw. untermotorisierte Einheiten ist das keine perfekte Zeit, da durch zu fahren. „Fulda“ hat nur ~650 t, immerhin zwei Antriebswellen, „Mosel“ nur eine Welle mit 15 kn max. (Wiki); ein Antriebsversagen kann in der Zeit dort verhängnisvoll sein. Wenn die nicht bald aus dem Mittelmehr verlegen, kann das ein sehr ungemütlicher Anmarsch werden. Von Dschibuti bis Muscat sind’s bummelig 1.500 sm, 4-5 Tage reine Dampfzeit in dem Seegebiet, mit eigentlich nur Salalah en route als Ausweichhafen. Die Monsun-Monate werden sicher ohnehin das militärische Treiben dort verändern, insbesondere von Einheiten, die im Arabischen Meer stehen. Flugbetrieb auf Trägern wird nicht immer möglich sein, 2000 kotzende Marines auf amphibischen Angriffsschiffen sind eher nicht einsatzförderlich, und auch 9.000 t Zerstörer sind nicht unverwundbar; von allg. Einschränkungen bei Sensorik; Einsatz von UAVs, UUVs ab. Vor diesem Hintergrund wäre es vermutlich vernünftig gewesen, die dt. Einheiten frühzeitig im nördlichen Oman vorzupositionieren. Dass das politisch nicht gewollt ist, um kein Präjudiz für einen Einsatz zu setzen, ist klar. Die Marine wird wissen was sie macht und kann.