Wegen Verzögerung bei F126: Verteidigungsministerium will Meko-Fregatten als „Brückenlösung“
Die Deutsche Marine soll nun auf jeden Fall vier so genannte Meko-Fregatten des Herstellers TKMS (früher unter dem Namen Thyssen Krupp Marine Systems bekannt) bekommen – unabhängig von der geplanten und verzögerten Beschaffung der neuen F126-Fregatten. Mit einer Lieferung der Meko-Fregatten ab Ende 2029 als Brückenlösung soll vor allem die U-Boot-Jagd gestärkt werden.
Die parallele Beschaffung der beiden Schiffstypen hatte sich bereits abgezeichnet, da das ursprünglich an die niederländische Damen-Werft vergebene Projekt F126 offenkundig so nicht realisiert werden konnte und und absehbar von der deutschen NVL-Werftengruppe fortgeführt werden soll, die inzwischen zum Rüstungskonzern Rheinmetall gehört. Die Meko-Fregatten wurden bereits an mehrere Länder geliefert; Anfang Februar wurde ein Vorvertrag mit TKMS geschlossen.
Fürs Archiv die Mitteilung des Ministeriums vom (heutigen) Mittwoch:
Fähigkeiten zur U-Boot-Jagd werden gestärkt – BMVg plant Kauf von vier marktverfügbaren MEKO-Fregatten
Haushaltsausschuss genehmigt nächsten Schritt zur Beschaffung
Die Fähigkeiten zur U-Boot-Jagd haben eine hohe Bedeutung für die Landes- und Bündnisverteidigung. Die Lieferung der darauf spezialisierten Fregatten F126 wird sich absehbar verzögern. Daher strebt das Bundesministerium der Verteidigung, parallel zu den Verhandlungen zur Fortsetzung des Projektes F126 mit Naval Vessels Lürssen (NVL), die Beschaffung von vier marktverfügbaren Fregatten MEKO A-200 als Brückenlösung an. Die Lieferung dieser Fregatten ab Ende 2029 dient auch der zeitgerechten Erfüllung von NATO-Forderungen für die U-Boot-Jagd.
Dieser zweigleisige Ansatz (F126 und MEKO) dient in erster Linie der Sicherheits- und Risikovorsorge und stellt kein Präjudiz über die Fortführung der Beschaffung der F126 dar.
Der Haushaltsausschuss billigte heute dafür einen 1. Änderungsvertrag, der den am 28. Januar geschlossenen Vorvertrag verlängert. Es ermöglicht dem Hersteller weiterhin Fertigungskapazitäten bei Unterauftragnehmern und Lieferanten zu reservieren und darüber hinaus Material, Anlagen und Geräte zu bestellen. Die Verlängerung des Vorvertrags ist notwendig, weil die Vorbereitungen für einen endverhandelten Bauvertrag noch nicht abgeschlossen sind. Die notwendigen Zwischenschritte wie Angebotsaufforderung, Angebotsauswertung, Preisprüfung, formelle Vertragsgestaltung und Vorbereitung der parlamentarischen Befassung werden nun sorgfältig aber auch schnellstmöglich umgesetzt.
Zum Verständnis: Der Bau der Fregatten der Klasse F126 durch den niederländischen Generalunternehmer hat sich erheblich verzögert. Derzeit wird mit NVL als möglichen neuen Generalunternehmer für dieses Projekt verhandelt. Vor diesem Hintergrund wurden marktverfügbare Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU als Brückenlösung und Ergänzung gesichtet. Für diese wurde industrieseitig die Lieferung des ersten Schiffs bis Dezember 2029 in Aussicht gestellt. Um diesen Termin als Handlungsoption abzusichern und entsprechende Produktionskapazitäten bis zum Abschluss eines möglichen Bauvertrags reservieren zu können, war der Abschluss eines Vorvertrags im Januar 2026 Bedingung.
Das Kürzel MEKO steht für „Mehrzweck-Kombination“. Mit dem praxiserprobten, modularen Konzept lassen sich Patrouillenschiffe, Korvetten und Fregatten individuell konfigurieren. Schiffe der MEKO-Familie sind bei vielen Marinen weltweit im Einsatz.
(Archivbild Mai 2023: Die zu der Zeit noch nicht in Dienst gestellte Meko-200-Fregatte Al-Qahhar für Ägypten bei der magnetischen Vermessung an der Wilhelmshavener Wiesbadenbrücke – Ein Dahmer, AL-QAHHAR 4579, CC BY-SA 4.0)
Gute Entscheidung. Nur wie wird die Klassenbezeichnung?
125 1/2?
Es wäre spannend zu wissen, ob diese 4 MEKO dann das erste Los der K130 ersetzen wird, sobald die f126 zuläuft.
Aber es tut sich was. Sehen wir es positiv!
Also werden es vier MEKO-Fregatten. Es bleibt also spannend. Mit dieser Entscheidung steigt der Druck auf Damen und Rheinmetall.
Ich bleibe bei meinen Zweifeln, dass die erste MEKO-Fregatte vor der ersten F126 der Marine zur Verfügung stehen wird.
Grundsätzlich kann ich gut damit leben, dass es zwei parallele Beschaffungen geben wird. Schließlich unterscheiden sich die beiden Schiffstypen doch deutlich und können daher auch unterschiedliche Einsatzprofile abdecken.
Ich habe seit den 80iger Jahren nie verstanden, dass BRD Meko Fregatten in alle Welt verkauft hat, aber die Bundeswehr nie welche erhalten hat. Für die Bundeswehr mussten ständig neue Fregattenklassen entwickelt werden, anstatt Mal marktverfügbare Meko Fregatten zu kaufen. Die Entscheidung für 4 Meko Fregatten ist mehr als überfällig und zu begrüßen, weil schon öfter gebaut(Algerien & Ägypten zuletzt), so dass hier nichts neu konstruiert werden muss und nur die Bewaffnung ggf. angepasst werden muss. Hoffen wir, dass diese Schiffe tatsächlich ab 2029 zulaufen. In der Vergangenheit konnten Meko 200 Fregatten in 2 Jahren gebaut werden! Denn für die F 126 Fregatten hat die Übertragung der Baupläne an NVL mehrere Jahre gedauert, die das Projekt im Verzug ist. Ob NVL dieses Projekt stemmen kann, mit fremden Bauplänen, weiß ich nicht?? Rheinmetall, welche NVL gerade übernommen hat, würde ich mehr zutrauen grundsätzlich, aber Rheinmetall hat bisher keine Erfahrung mit Marineschiffbau! Eine offene Frage scheint mir zu sein, wie viele F 126 sollen noch gebaut werden? 2 oder 4, weiss dies jemand hier? Klar dürfte nur sein, sollte es keine Einigung zwischen NVL & Regierung geben auf Fortsetzung des Projektes, dann gibt es sicher weitere Meko Fregatten als Ersatz.
(google): Ein weiterer Erfolg für TKMS! Schade, dass sie unter Zeitdruck arbeiten, aber sie konnten potenziellen Kunden die Variante MEKO A-200 Mk II anbieten. Diese könnte als Grundlage für die Entwicklung und den Bau der weltweit besten leichten Fregatte (4.800–5.000 Tonnen) dienen, ähnlich der Korvette SAAR-6 (2.000–2.200 Tonnen). Offenbar wird die israelische Marine solche Schiffe bald benötigen. Regards. https://youtu.be/iy3tVW1JcA0?si=g5_xN1nUlz4NhzaI 2:05…
Gabs schon Aussagen darüber ob dann weniger F126 bestellt werden?
Prinzipiell ist das ja erstmal gut und die Marine bekommt Stahl ins Wasser.
Die deutlich kleineren Schiffe werden gerade beim Thema Ostsee durchaus hilfreich oder hilfreicher sein als die großen Pötte der F126.
Im Atlantik allerdings wird man sehen wie sie sich machen.
Die Frage ist nur was macht man mit denen wenn die F126 doch kommen und funktionieren?
– kürzt man die F126 auf 4 Schiffe zusammen und betreibt beide Klassen parallel?
– stellt man die MEKO außer Betrieb und verkauft diese an NATO Staaten die sonst nicht das Geld haben? Z.B. Baltikum? Polen? Oder Schwarzes Meer z.B. Rumänien oder Balkan?
– oder kürzt man bei der F127 dann die Stückzahlen (hat einen anderen Einsatzzweck i know)? Fände ich fatal…
– schmeißt man die F125 raus?
– oder gibt man die Korvetten des Los 1 komplett ab (evtl. Auch an NATO Staaten z.B. Baltikum?) und betriebt die vier MEKO anstatt
Klar ist denke ich allen, dass die Marine kaum Personal haben wir für 4 MEKO, 6 F126, 6-7? F127 und noch 3-4 F125 und nochmal. 5-8 K130. (Zahlen aus’m Kopf vom Zielbild Marine)
Btw. hat mal irgendwer was zur Ausrüstung der MEKO 200 DEU gehört?
Welche Radare kommen? Welches FüWes? Welches VLS mit wie vielen Zellen? Welche Seezielflugkörper? RAM oder SeaRAM?
Und Bugsonar ja oder nein? Die alte F126 Debatte lässt grüßen! :D Und nein die will ich nicht wieder aufmachen ;)
Und wie sehr DEU wird das Dingen. Nicht das wir durch Anpassungen auf Goldstand wieder Zeitprobleme bekommen.
Fragen über fragen…
@Closius
F-123, F-124 und F-125 sind doch MEKO-Varianten….
@Closius: mit F123, F124, F125 und K130 hat die Deutsche Marine in den letzten 30 Jahren nur Fregatten und Korvetten nach Mekobauart erhalten. Leider waren das am Anfang alle kein Erfolgsprojekte.
Ich bin gespannt, ob TKMS die vollmundigen Versprechen von der Ablieferung ab 2029 halten kann, oder ob es dann, wie bei K130 2. Los plötzlich 2 Jahre Aufschlag für IT-Probleme braucht.
Es bleibt zu hoffen, daß die Marine das Schiff so „off the shelf“ wie möglich bestellt und es nicht so ein Fiasko gibt wie bei der Constellation-Klasse, wo die US Navy so viele Extrawürste wollte daß das Projekt scheiterte.
Außerdem fiel mir gerade auf, dass die Deutsche Marine ein leichtes Namensproblem bekommt.
Es werden (hoffentlich!) in den 30ern mehr als 16 Fregatten da sein, also gehen uns die Bundesländer aus.
Es ist ja die Rede von einer MEKO-A200 DEU. Weiß jemand, was sich hinter den drei Buchstaben an Anpassungen verbirgt?
(google): Das auf der MEKO A-100 basierende SAAR-6-Flugzeug (wie die K-130) hat sich von Anfang an als äußerst erfolgreiches Projekt erwiesen. Zur Erweiterung seiner Einsatzmöglichkeiten werden noch in diesem Jahr SH60I Seahawk-Hubschrauber ausgeliefert. Alter, du bist zu hart zu dir selbst. (smiley)
@ Oleg Olkha
Ich hoffe sehr, dass sich Israel in Zukunft einen anderen Lieferanten sucht und wir diese Regierung nicht weiter militärisch unterstützen.
@ JCR
Bei TKMS laufen die Schiffe als F128-Klasse.
Und das erscheint mir sinnvoll, wenn wir nicht alle Namen der geplanten Klassen ändern möchten.
Die wichtigsten Fragen sind noch offen :
– Welche Radar Sensoren? (Im Gespräch war : Identisch zum F-123 Upgrade = SAAB Radar und FÜWES.
– Welche AAW,?… MK41 tactical oder strike Länge oder doch nur „Billig MICA VLS “ wie bei den Afrika Drittwelt Variante.
-Gibt es RAM? Und wenn ja 2 wie üblich oder nur 1?
– Welches Sonar (Bug und TAS, oder nur TAS?)
– Welche Geschütze?
Drohnen Abwehr erfordert viele davon 57mm / 76mm Haupt Geschütz? Oder doch das unnötige 127mm Groß Geschütz wie beinF-127 ? (Ich tippe auf 76mm wie die K-130 Korvetten)
– Wie geht man mit den an sich geltenden neuen Marine Bau Vorschriften für Redundanz /Feuerschutz/Evakuierung /Kabinen Größe etc um, (denn diese kann A200 wegen der geringen Größe nicht umsetzen ) ?Werden diese per BMVg Anordnung ignoriert?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die deutsche Marine ein Drittwelt Schiff akzeptiert…. Also muss TKMS die letzten 18 Monate seit Bekanntwerden des DAMEN Desaster irgendwie genutzt haben, um Verbesserungen in der weapon suite der A200 einzubauen (ggf das, Australien Angebot anzupassen und baufertig zu machen)
Tatsache ist, dass es noch kein offizielles Bild Material der A200DEU (= F-128?) gibt.
Bin gespannt, wann das endlich veröffentlicht wird und welche Der oberen Fragen dann beantwortet werden.
Macht auf jeden Fall Sinn hier parallel vorzugehen…
man erkauft sich so maximale Flexibilität!
Variante 1) man beschafft 4 x Meko A200 und die F126 kommt trotzdem wie geplant in Spur, dann kann die Meko A200 ab Mitte der 2030er das 1. Los der K130 ablösen (die sich dann ein teures MLU sparen)
Variante 2) es wird nix mit F126… dann kann man flexibel aus einem heißen Bauslot noch 2-4 weitere Meko A200 bestellen…
bzgl Ausrüstung der Meko A200 DEU Variante bin ich gespannt… aber folgendes sollte machbar sein:
Radar und Sensor Suite der F123B (von SAAB)
16 x MK41 mit ESSM Block2 (ggf. in Zukunft auch Iris-t SLM/X)
76mm Geschütz
2 x RAM
2 x 30mm Geschütz mit ABM (gegen Drohnen)
8-12 x NSM
Bugsonar/Schleppsonar
2×3 Torpedos
1 x MH90 + 1 UAV im Hangar
-> das wäre mein Wunschbild und meiner Meinung nach auch als maximal Ausbau machbar…
mit überschaubarem Risiko da die F123B aktuell ähnlich ausgestattet werden (Synergieeffekte auch bei Ausbildung)
Mal sehen, wer die fahren und bedienen soll?
Ist dafür überhaupt genügend geeignetes Personal verfügbar?
In welchen Unterkünften soll die Besatzung unter kommen und wo werden sie stationiert?
Es wird schon eine Herausforderung genug sein, eine 123 SLH, nach ihrer jahrelangen Werftliegezeit, wieder mit erfahrenem Personal in den Betrieb zu bekommen!
Wer weiß, ob all die Änderungen und Instandsetzungen oder die jahrelange nicht Nutzung die Kosten nicht noch weiter hoch treiben werden?
Naja, immerhin wäre die Meko von ihrer Möglichkeit eine kleine Alternative, wenn man sich dann nicht wieder eine Goldrandlösung wünscht und gerne noch dies und das haben möchte, auch nicht nachträglich.
Die Anzahl 4 finde ich immer noch erstaunlich, da doch die Marine vom Mehrbesatzungskonzept der F125 abgerückt ist und das 3er-Konzept propagiert. Ich interpretiere dies als die berühmte Umlaufreserve, wie sie eigentlich beim Heer diskutiert wurde.
Ansonsten sollte die Marine meiner Ansicht nach ihre 76mm-Geschütze auf STRALES-Standard bringen. Das sollte eigentlich eine sehr attraktive Abwehr von Shahed-Drohnen und auch wahrscheinlich Seedrohnen ermöglichen.
Ebenso sollte man alle MLGs auf Drohnenabwehrfähigkeit a la Skyranger 30 oder so trimmen.
@ der Realist: Deutschland wird Israel immer zuverlässig mit allem beliefern. Und das ist auch sehr gut so!
Zurück zum Thema: Ich bin auch sehr gespannt, wie die technische Ausstattung der Schiffe aussehen wird.
Ich verstehe diesen Wunsch hier und in anderen Foren nicht, die ersten 5 Korvetten abzulösen.
Wir brauchen für die Ostsee kompakte Schiffe. Und zwar mehr als 5.
Dass man über die eine oder andere Maßnahme zur Kampfwertsteigerung sprechen kann, ist nachvollziehbar.
Aber sie dann gleich durch eine deutlich größere Fregatte abzulösen, passt nicht zum erweiterten NATO-Gebiet in der Ostsee, wo eher kompakte Schiffe von Vorteil sind.
Wir haben eher bei den Fregatten das Problem, dass zum einen die alten F-123 bis F-125 in Umrüstungen stecken und die neuen F126 und F127 noch nicht in der Flotte sind.
Darum denke ich, dass die (F128) eine sehr wichtige Rolle spielen wird und sie nicht zum Ersatz der alten Korvetten werden.
zur einleitenden Frage von JCR siehe den Bericht über die TKMS HV auf CPM, demnach F-128:
https://defence-network.com/tkms-stellt-erster-hauptversammlung-weichen/
Für die F 126 Fregatten hat die Übertragung der Baupläne an NVL mehrere Jahre gedauert.
Das mag an dem hängen der diese Daten sendete, also Damen, oder aber an dem der sie empfangen hat, dann NVL.
Was mich wirklich erstaunt ist die Tatsache, dass just zu dem Zeitpunkt wo klar war, wenn die 126 nicht stirbt, dann darf NVL sie bauen aber nicht mehr unter Damen, sondern in eigener Regie, also genau dann gibt es bei NVL den Durchbruch. Und zwar nachdem es jahrelang nicht geklappt hat, dann plötzlich in einem Zeitfenster von ein paar Wochen.
Zu diesem Zeitpunkt hat Damen doch eigentlich kein Interesse mehr daran gehabt , dass die Daten verwendbar sind für NVL.
Sieht für mich nach einem Move aus , der den Auftrag nach Deutschland bringen sollte.
Ich bin gespannt , ob Damen sich da nicht noch mal mit ein paar Fragen zu Wort meldet.
Der zeitliche Ablauf dieses Dramas sieht jedenfalls aus als wäre es ein Drehbuch gewesen.
@Der Realist
Die MEKO 200 ist ja relativ kompakt für eine Fregatte.
Außerdem haben die Korvetten des 1. Loses dringend eine Modernisierung nötig, die schon mehrfach als wahrscheinlich unwirtschaftlich angesehen wurde.
Und wie man zukünftig 3 F125, 6 126, 8 127, 4 128 und 10 K130 besetzen will, ist umso mehr fraglich.
Von daher würde die Ausflottung des 1. Loses schon Sinn machen. Schon 9 U-Boote werden eine Herausforderung in dieser Hinsicht werden.
@ Wachsambleiben Natürlich werden wir, egal, was Israel anstellt, weiter in Nibelungentreue liefern.
Israelische Völkerrechtsverstöße sind ja auch was ganz anderes.
Mal an die Genies hier:
F123 – 125 und K130 sind MEKO-Plattformen.
TKMS kann, sobald die Verträge unterzeichnet wurden und das Material da ist, die 200er, innerhalb von wenigen Monaten fertig haben.
[Da war was mit dem Umgangston… T.W.]
@Wolfgang Blau
da interpretieren Sie aber einiges in den Vorgang hinein…
Damen hat es ganz einfach nicht geschafft die notwendige Konstruktionstiefe bereitzustellen, um die Fertigung fristgerecht durchführen zu können.
Dass es darüber hinaus zu Problemen bei der Übertragung vom CATIA der Niederländer zum CAD-Programm von NVL kam kann ich durchaus glauben, halte ich in diesem Ausmaß aber vor allem für eine Schutzbehauptung. (zumal selbst der unfähigste Projektleiter solche Fallstricke noch vor dem Kick-off ausfindig machen sollte)
DAMEN wird exakt gar nichts mehr tun, weil die extrem froh seien können diesen Stunt überlebt zu haben. Wäre der Kunde nicht die Bundesregierung gewesen sondern ein wirtschaftlicher Akteur, dann gäbe es den Laden jetzt nicht mehr.
@ Wachsambleiben
Nein, es ist nicht gut, einen Aggressor mit Waffen zu versorgen.
Also aus Resilienzsicht finde ich das sehr gut.
Klar ist nicht ganz günstig, aber ich denke hier auch noch ein par Schiffe in der Hinterhand zu haben wenn/falls die F126 doch noch kommt ist doch super. Die MEKOs kann man im Notfall einmotten oder weiterverkaufen oä oä. Ist auf jeden Fall Material, dass lange im Zulauf benötigt und dann da ist.
Sollte wirklich Krieg sein sind wir denke ich um jedes Schiff mehr froh, dass da ist. Hoffen wir nur, dass wir nicht vorher schon einen Krieg haben, wo wir die dringend benötigen…
@Der Realist
Ihre Feindschaft ggü. Israel ist ihre eigene und auch nicht relevant für das Thema hier, also würde ich vorschlagen bei selbigem zu bleiben.
@JCR
Die Constellation-Klasse war ganz gewollt so ein Reinfall. Die US-Navy wollte nie ein bereits bestehendes Schiff- oder Konzept haben, hätte man das gewollt, dann hätte man die britischen- oder spanischen Angebote genommen. Die Navy wollte von Anfang an ihr eigenes Schiff designen; das wollte der Kongress aber nach den Katastrophen Zumwalt und LCS nicht mehr bewilligen. Also hat man sich seitens der Navy ein bestehendes ausländisches Design gesucht und dabei spezifisch dasjenige mit der geringsten Integration für amerikanische Systeme und Waffen gewählt, weil einem das die größte Handhabe für Designänderungen gab. Es ist dann gekommen, wie es kommen musste: Die Navy hat den Designprozess wieder vermasselt und diesmal noch schlimmer, weil man von ziviler- und industrieller Seite vom Zeitplan und den Kosten eines bereits bestehenden Designs ausging. Dass sie jetzt ein effektiv unbewaffnetes Küstenwachenschiff als U-Jagd-Fregatte bekommen ist da eigentlich nur Karma.
Endlich scheint Realitätssinn in die Planung einzukehren. Dass man bei der F126 nicht ewig auf ein Wunder hoffen kann, war nach den Verzögerungen der letzten Monate fast klar. Die MEKO A-200 als ‚Brückenlösung‘ zu bezeichnen, ist bei vier Einheiten fast schon untertrieben – das ist eine handfeste Flottenvergrößerung, um die NATO-Zusagen bei der U-Boot-Jagd überhaupt noch halten zu können. Bleibt zu hoffen, dass der Zeitplan bis 2029 hält, sonst brennt bei der Marine bald die Hütte.
Es ist müßig, hier über Details „fachmännisch“ zu spekulieren oder in die Glaskugel zu schauen. Einen gewissen Unterhaltungswert beim Lesen hat es aber doch.
Fakt ist jedoch, dass keine der Teilstreitkräfte der Bundeswehr vor Ablauf der nächsten 10 Jahre in einem verteidigungsbereiten Zustand sein werden, weder personell noch materiell, ganz gleich, wieviel Geld man noch in die Hand nimmt.
@ Ulrich Kaiser: Ich finde, dass Begriff verteidigungsbereiter Zustand sehr unspezifisch ist. Wir sind beispielsweise jederzeit bereit uns mit dem zu verteidigen, was wir haben und was wir können. Wenn Sie auf die Bedrohung durch Russland schauen, so können Sie genauso wenig wie ich vorhersehen, welche Bedrohung von dort in 10 Jahren ausgehen wird. Ansonsten muss man natürlich auch die Bündnispartner berücksichtigen, mit denen wir uns zusammen verteidigen.
Seis drum. Das was wir tun können ist die Bedrohungslage regelmäßig zu beurteilen und dann entsprechende Maßnahmen einleiten. Es liegt bei den Fregatten in der Natur der Sache, dass dort jedesmal ein ganzes Jahrzehnt vergeht, bis sie dann voll einsatzfähig sind. Es gibt aber zum Beispiel bei der Munitionsbeschaffung und anderen Themen die Möglichkeit wesentlich schneller zu sein.
Ansonsten befürworte ich aber ja auch seit Jahren, dass man eigentlich überall eine Lieferung auf niedrigem Niveau aufrechterhalten sollte um dann schneller anpassungsfähig zu sein. Wenn wir jährlich langfristig geregelt 8 Kampfflugzeuge im Zulauf hätten, wäre eine Skalierung nach oben wesentlich einfacher. Wie lange haben wir jetzt gebraucht, die Eurofighter-Produktion wieder anzuwerfen?
@ Othinus
Ich habe keinerlei Feindschaft gegenüber Israel. Ganz im Gegenteil.
Ich unterstütze aber generell keine Waffenlieferungen, an Länder, die Verteidigung so verstehen, ein Land anzugreifen, anstatt sich defensiv auszurüsten.
Zurück zum Thema:
Ich unterstütze die Entscheidung pro F128 . Denn am Ende ist unsere aktuelle Fregattensituation kritisch, da wir keine einzige Klasse haben, die komplett verfügbar ODER entsprechend der Anforderungen ausgerüstet ist.
Vorab:
Nachdem Schweden, Polen und Finland auch in der NATO sind, sollten wir unsere Planungen fuer die Ostsee reduzieren. Die dortigen Kameraden sind viel naeher am „Feind“.
Zu den Neubauten:
1. Wir haben ein Personalproblem, das muss geloest werden, sonst werden das „Pierlieger“.
2. Die Konstruktionen die ich bisher „gesehen“ habe sind reine „Patrouillenfahrzeuge“ fuer den Friedenseinsatz.
Bei den geringen Besatzungsstaerken ist kaum Personal fuer Gefechtsdienst, Schiffsicherung und Notinstandsetzung vorhanden und wer versucht zu verkaufen das dies alles durch redundante „Infrastruktur“ ersetzt werden kann, hat noch nie einen Gefehts-oder Kollisionsschaden begutachtet.
3. Ich erkenne den Zusammenhang bzw scheinbaren Widerspruch zwischen 1) und 2)
@MikeMolto: „Vorab: Nachdem Schweden, Polen und Finland auch in der NATO sind, sollten wir unsere Planungen fuer die Ostsee reduzieren. Die dortigen Kameraden sind viel naeher am „Feind“.“
Man könnte auch genau anders herum argumentieren: Was benötigen wir noch Fregatten zur Absicherung der Nachschubwege aus den USA, wenn von dort in Zukunft sowieso nichts mehr kommen wird? In der gleichen Logik kann man auch fragen, warum so viel in U-Boot Jäger (Poseidons, Sea Guardian, Sea Tiger, F126, F128, U212CD) investiert wird, wenn die russischen U-Boote gar nichts mehr zum Versenken haben.
Ich finde, dass gerade wir durch unsere Marine und Luftwaffe maßgeblich für den sicheren See- und Lufttransport von Deutschland ins Baltikum beitragen sollten – Kaliningrad zum Trotz. Viele kleine aber kampfkräftige Überwasser-Einheiten (Sa’ar 6 o.ä.) könnten da doch das Mittel der Wahl sein. 76mm STRALES, 4 NSM, 8er VLS für ESSM2, 2 RAM, 2 Sea Snake 30, Sea Spider zur Torpedoabwehr, 5 Reliant Drohnen und 50 HX2-Drohnen. Eine Woche Standzeit, keine schiffsvergrößernden Redundanzen bei der Auslegung. Das ist in einer typischen Korvettengröße realisierbar. Kleine Nebenbemerkung: Solche Einheiten wären auch ein optimaler Konvoi-Schutz, wenn weder Minen noch ballistische Raketen im Spiel sind.
@Nachaltig:
Die Eurofighter Serien Produktion in Manching läuft seit ca. 26 Jahren UNUNTERBROCHEN… Und wird mit Tranche 5 und EK und den Umrüstungen der Vor Varianten auf Tranche 5 noch minimum weitere 10 Jahre laufen.
Zur A200.
Die A200 wird erwas kleiner als eine F-123… Aber vermutlich ähnlich bewaffnet.
Wer behauptet, daß die A200 nicht groß genug wäre für den Atlantik ignoriert, dass die wesentlich See untüchtigere F-122 genau das 30 Jahre lang ohne Murren getan hat.
Wer behauptet, dass die A200 zu groß für die Ostsee ist, ignoriert, dass bei BALTOPS Zerstörer bis US „Arleigh Burke“ problemlos dort agieren… Punkt!
Sie könnte somit auch nach 2035 K-130 Los 1 ablösen und liefert damjtz Medium Range AAW (ESSM oder später IRIS-T) und native ASW, Sensoren in die Ostsee, die die K-130 weder in Sensoren und Waffen noch in See Ausdauer liefern kann.!
Zudem baut Finnland ähnlich große MEGA Korvetten… Und auch Schweden spielt mit dem Gedanken.
Einzig Arktis kann A200 nicht… Aber das machen dann eben immer die F-126.
Ich würde mich sehr wundern, wenn die deutsche Marine eine 10 (Design) Jahre alte “ Afrika Drittwelt Variante“ bekommt, die bei AAW ein System fährt, dass ein für Deutschland ein nicht in Frage kommender Exot ist (MICA) und das ohne RAM fährt (nichts fährt in der deutschen Marine oberhalb Korvette ohne RAM!!)
Sollte die A200….= F-128(?)… so kommen, wie ich hoffe, wäre es eine F-123B MIT NH90 HUBSCHRAUBER (der ja in
F-123B nicht rein passt.) und mit nem guten, seetüchtigen „halb stealth“ Rumpf und aktuellen Schiffs Systemen sowie guten Sensoren, die in ihrer Klasse state of the art sind.
(auf F-123 gab es zB noch Disketten Laufwerke für Maschinen Updates (!) … Es musste extra eine Migrations Ausschreibung für ein kompatibles Programmier Gerät gesetzt werden, was nativ USB oder CD „spricht“)
Ich bin gespannt auf die erste offizielle TMKS oder BMVg Zeichnung der A200DEU = F-128
@Nachhaltig (google) Und ein 11 Tonnen schwerer U-Boot-Abwehrhubschrauber mit fortschrittlichen Fähigkeiten, nicht wahr?
@Oleg Olkha: Nein! Auf den Korvetten reichen Drohnen.
@ Der_Picard: Und warum wurde dann letztes Jahr nicht vertragsmäßig der erste Quadriga-Eurofighter ausgeliefert, obwohl der Vertrag bereits 2020 geschlossen wurde?
@JCR : „Außerdem fiel mir gerade auf, dass die Deutsche Marine ein leichtes Namensproblem bekommt.
Es werden (hoffentlich!) in den 30ern mehr als 16 Fregatten da sein, also gehen uns die Bundesländer aus.“
Das ist eigentlich kein Problem. Dann löst man einfach die Bindestrichnamen auf und es gibt dann wie bei der kaiserlichen Marine die Schiffe Rheinland, Westfalen, Baden, Württemberg usw.
@nachhaltig
Sub surface combat (sagt man das so ?) wird verstärkt durch unbemannte Systeme erfolgen, zum einen aufgrund der Systemkosten, zum anderen wegen der hohen Einsatzdauer „in waiting“ auf dem Meeresgrund und zum dritten aufgrund des fehlenden seefahrenden und U-Boot-tauglichen und willigen Personals.
Dies betrifft insbesondere die Binnenmeere wie die Ostsee. Davon ab wird die RUS Baltische Flotte eine kurze Überlebenszeit haben.
https://x.com/Q0MT6pFmbVqynsM/status/2035375109758751009 google: U-Boot-Angriff auf den Iran von der Küste Nordzyperns aus.
@ Thomas Melber:
Ich stimme Ihnen zu, dass unter Wasser zunehmend unbemannte Systeme zum Einsatz kommen werden. Die haben allerdings derzeit noch ein anderes Profil. Mir ist nicht bekannt, dass es dort bereits „Torpedoträger“ gibt, die ein schnelles Schiff, wie eine Korvetten angreifen könnten.
Die NATO-Schiffe in der Ostsee müssen nicht nur gegen die baltische Flotte durchsetzungsfähig sein. Luft- oder landgestützte Seezielflugkörper oder eben Drohnen müssten ebenfalls abgewehrt werden.
Davon abgesehen, hätte der von mir beschriebene Schiffstype auch entlang anderer europäischer Küstenlinien einen hohen Einsatzwert.
Ich fände es jedenfalls gut, wenn wir im Anschluss an die MEKO-Bestellung dahin kämen, einen Zulauf von einer schlagkräftigen Korvette alle 2 Jahre ab Anfang der 2030er Jahre zu organisieren.
@Nachhaltig
Ich verweise einmal auf diesen Artikel zur LAMPREY:
https://www.telepolis.de/article/Der-lautlose-Umbruch-Autonome-Unterwasserdrohnen-gegen-die-alte-Marinewelt-11180405.html
Die Bw testet aktuell ja den GREYSHARK, der allerdings in erster Linie ein Sensorträger ist, den ich aber als Einstieg in die UUV-Welt sehe. Gerade auch im Aufgabengebiet Minenjagd bietet sich das an, überwasser hat man ja mit den Hohlstab-Lenkbooten bereits Erfahrung gesammelt, jetzt kommt eben noch die dritte Dimension hinzu.
Gut dass diese Entscheidung für A-200/F 128 nun getroffen wurde.
@ Der_Picard sagt:
21.03.2026 um 0:14 Uhr
Zustimmung. Und hins Seetauglichkeit war F122 ja schon weit besser als F120 oder Z101…
Nur ist Mk41 VLS keine wirklich gute Lösung mehr. Jetzt schon starke Lieferengpässe, völlig überteuert, keine Versorgungssicherheit durch USA im derzeitigen Umfeld. FRA ITA und GBR kommen ja auch ohne aus. Sylver wäre auch für DEU auf lange Sicht besser, Triple-oder Quad-Packing von Short-/Mid-Range Flugabwehr FK ist da ja auch möglich. Für schnelle Lösung meinetwegen für A200 die schon verbauten VLS von Denel für Umkhonto, der Umkhonto-FK wurde mit FIN woptimiert und ist gut.
@ Marinero sagt:
21.03.2026 um 11:06 Uhr
Hey, wir können uns bis zu 294 Fregatten anschaffen wenn wir einfach auf Landkreisebene bei der Namensfindung gehen ;-)
@Thomas Melber:
Greyshark und Blue Whale sind mir bekannt. Die sind auch nützlich aber bisher weder schnell noch Torpedoträger.
LAMPREY ist ein interessantes Konzept. Das Videos ist aber eher ein Werbevideo. Die echte Leistungsfähigkeit wird man dann beurteilen können, wenn technische Daten vorliegen. Grundsätzlich kann ich mir aber ein UUV mit Torpedos oder Drohnen als vorgeschobene Einheiten sehr gut vorstellen.
@Landmatrose3000:
Sylver VLS einzusetzen ist eher eine schlechte Option. Da das System closed source ist und man immer für die Integration auf Frankreich angewiesen ist. Da man die französische Industriepolitik kennt, weiß man, was passiert, wenn eine deutsche Werft und eine französische Werft um den gleichen Exportauftrag sich bewerben. Ich meine, dieses ist bereits den Briten schon passiert – finde aber die entsprechende Quelle gerade nicht.