Erkundungsmission auf Grönland: Das war keine Übung
Im Januar dieses Jahres flogen Soldaten aus mehreren europäischen NATO-Ländern, darunter auch Deutsche, nach Grönland. Mitten in den immer lauteren US-Drohungen mit einer Annexion der zum Königreich Dänemark gehörenden Insel sollte mit der Erkundung für die Mission Arctic Sentry ein Zeichen gesetzt werden. Inzwischen, so berichtet der dänische Rundfunk, ist klar: Das war keine Übung. Die dänischen Soldaten, aber auch ihre europäischen Partner waren bereit, als Stolperdraht gegen einen amerikanischen Angriff zu dienen.
Die sehr ausführliche Geschichte veröffentlichte Danmarks Radio am (heutigen) Donnerstag. Aus urheberrechtlichen Gründen kann ich natürlich hier keine komplette Übersetzung einstellen (da sollte jeder die Übersetzungsmaschine seiner Wahl bemühen). Aber eine englische Zusammenfassung gibt es hier. Und als Zitat aus dem Bericht:
Als dänische Soldaten im Januar dieses Jahres in aller Eile nach Grönland geflogen wurden, hatten sie Sprengstoff dabei, um unter anderem die Landebahnen in Nuuk und Kangerlussuaq zu zerstören. Dies sollte verhindern, dass US-Militärflugzeuge Soldaten auf der Insel absetzen, falls Präsident Donald Trump im Extremfall beschließen sollte, Grönland mit Gewalt zu erobern. Mit an Bord war auch Blut aus dänischen Blutbanken, damit Verwundete im Falle eines Kampfes behandelt werden konnten. (…)
Das Ziel, Soldaten auf grönländischem Boden zu stationieren – mit so vielen verschiedenen Flaggen auf den Schultern wie möglich –, bestand laut sechs der Quellen darin, dass die Amerikaner zu einer größeren feindlichen Handlung gezwungen wären, sollte Donald Trump tatsächlich versuchen, Grönland militärisch zu besetzen. Das sollte die USA davon abhalten, es überhaupt zu versuchen.
(übersetzt mit deepl.com)
Auslöser für die sehr konkreten Planungen und das harte Vorgehen bis zum königlichen Befehl, sich mit Waffengewalt zu verteidigen, war laut Danmarks Radio der US-Schlag gegen Venezuela. Wenn Trump ohne Rücksicht auf das Völkerrecht agiere, so sei die damalige Einschätzung in Kopenhagen gewesen, werde ihn auch nichts von einem gewaltsamen Angriff auf ein NATO-Land abhalten.
(Archivbild: Ein Gebirgsjäger der Bundeswehr beobachtet das dänische Patrouillenschiff P 570 Knud Rasmussen beim Einlaufen in den Hafen während einer multinationalen Erkundung in Nuuk/Grönland, am 17.01.2026 – Marc Tessensohn/Bundeswehr)
Ich hoffe wir können irgendwann die Dokus anschauen und Bücher lesen über das, was da gerade (hoffentlich) haarscharf an uns vorbei geht.
Wir haben Eier…
Das ist von DK im Januar eigentlich schon so kommuniziert worden. Wenn man AG und die News auf forsvaret.dk verfolgt hat, überraschen die Details dazu jetzt nicht. Auf jeden Fall Respekt.
Unfassbar…
Die Ereiferungen aller möglichen europ. Politiker über den US-Atom-Schutzschirm incl. der Aussagen des dt. Bundeskanzlers kann man mithin nicht mehr ernst nehmen…
Man könnte sogar bezweifeln das die derzeit ja nicht mehr dort befindlichen A-Bomben in Büchel ( Komplett-Umbau derzeit der kompletten Airbase ) jemals zurückkommen.
Vorteil immerhin: Atombombenfreie Zone BRD…
Das war eine klare Kante der europäischen Staaten.
Natürlich hätte das Ganze siegreich für die USA geendet. Trotzdem wäre es wichtig gewesen, sich auf Grönland zu verteidigen. So hätte nachher keiner mehr, wie bei der gewaltsamen Besetzung der Krim 2014, sagen können, das Ganze wäre ja irgendwie nur eine rechtmäßige Befreiuung der Grönländer gewesen. Es wäre sehr deutlich geworden, dass die USA ein anderes NATO-Land und seine Verbündeten militärisch angegriffen hätten.
So konnte beim US-Regime kein Zweifel oder Irrtum über die Tragweite eines solchen Schrittes aufkommen.
@StMarc: Warum denken Sie, dass das siegreich für die USA war?
Also ja, kann man schon davon ausgehen, da die weiterhin recht effektiver hm… staatliche oder staatlich bezahlte „Influencer“ auf Grönland haben, bzw. dem Direktflug sei Dank immer wieder dort hin schicken. Das wird über kurz oder lang zu einer stärkeren Anbindung an die USA und vermutlich zu einer freundlichen Übernahme führen.
Sollte hier insinuiert werden, dass die deutsche Militärdelegation, die im Anzug „wilde Wolke“ irgendwelche Erkundungen auf Grönland vornehmen durfte, bevor sie zügig wieder abreiste, ein Teil dieser Maßnahmen zur Abschreckung und Verteidigung gewesen sei: Mitnichten. Deutsche strategische Kommunikation ist stets ein „wasch‘ mich, aber mach‘ mich nicht nass“. Die Dänen haben in Wort und Tat glaubwürdig vermittelt („klein, aber gemein“), dass die eigene Truppe auf Grönland jeder Territorialverletzung mit Waffengewalt begegnen würde, Franzosen haben Präsenz zur Luft und zur See gezeigt und dabei Dänemark operativ real unterstützt. Deutschland schickte ein paar StOffze rund um einen Flaggoffizier, alle bewaffnet mit nem Tablet und nem Smartphone sowie nem Rucksack Wechselwäsche. Das Schneidigste war wohl tatsächlich eine Gebirgsjägermütze, die hier nicht ganz zufällig in der Bildsprache ihren Platz findet.
Die für mich offensichtlichste, aber nicht gestellte oder beantwortete Frage ist: Welchen Befehl hatten denn die nicht-dänischen Soldaten für den Fall eines Angriffes auf Grönland? Zurückschießen? Hoffentlich „sofort ergeben“ denn ihr Ziel wahr ja wohl nicht Grönland effektiv zu verteidigen sondern den Agressor klar benennen zu können?
[Leider haben Sie sich nicht die Mühe gemacht, den ganzen Text zu lesen bzw. übersetzen zu lassen. Wäre hilfreich statt solcher Spekulationen.
Aus der deepl.com-Übersetzung:
Die Soldaten wurden mit dem sogenannten königlichen Einsatzbefehl nach Grönland entsandt, der besagt, dass Dänemark im Falle eines Angriffs den Kampf aufnehmen muss.
Das ist keine Selbstverständlichkeit, da von der königlichen Einsatzanweisung oft abgewichen wird, um bedrohliche Situationen nicht zu eskalieren.
Diesmal gab es laut den Quellen von DR „nichts Deeskalierendes“ in dem Befehl an die dänischen Soldaten.
T.W.]
@T.W.
„Die Soldaten wurden mit dem sogenannten königlichen Einsatzbefehl nach Grönland entsandt, der besagt, dass Dänemark im Falle eines Angriffs den Kampf aufnehmen muss.
Das ist keine Selbstverständlichkeit, da von der königlichen Einsatzanweisung oft abgewichen wird, um bedrohliche Situationen nicht zu eskalieren.
Diesmal gab es laut den Quellen von DR „nichts Deeskalierendes“ in dem Befehl an die dänischen Soldaten.“
Die Frage von WielanddS war doch nach den Nichtdänischen Soldaten. Für mich wirkt es so, dass zumindest die deutschen Kräfte von der dänischen Bereitschaft Ernst zu machen überrascht waren und dann lieber eher zurückbeordert wurden.
Die Französische Reaktion finde ich interessant(und richtig):
„France alone was reportedly prepared to send several hundred troops to the Arctic island. “Would you like more soldiers? You could have them. Would you like more naval support? You could have that too. Would you like more air support? You could have that as well,” „
@TW: In dem Fall muss ich WielanddS doch in Schutz nehmen: Es wird ja explizit gefragt, was die nicht-dänischen Soldaten, also z.B. die deutschen Soldaten für Befehle hatten.
Der Bericht sagt dazu was im Allgemeinen – „It has not been possible for DR to get answers as to whether the European allies would fight if American soldiers had attacked Greenland. „This is a question that I am very happy that we didn’t have to answer,“ a German top official said.“, im Kern also: Niemand weiß es.
Zwischen den Zeilen liest sich das aber schon ein wenig, als ob Frankreich z.B. deutlich entschlossener war als Deutschland, so dass man annehmen könnte, dass die frz. Soldaten vielleicht auch robuster aufgetreten wären, als die Deutschen?
Und auch wenns im Interesse der nationalen Sicherheit usw. nicht bekannt werden wird, ist die Frage an sich ja keine schlechte. Ob man sich selbst und den Alliierten Dänemark mit Gewalt verteidigt hätte – oder auch nur hätte verteidigen können – ist denke ich durchaus von Interesse. Ich frage mich davon ab jetzt auch, ob wir sowas wie den „königlichen Einsatzbefehl“ eigentlich auch in Deutschland haben?
@Bongo, wenn die USA gewollt hätten, hätten die am Ende Grönland besetzt. Ggf zwar erst im zweiten Versuch mit mehr Kräften, denn mehr als dem ersten Transporter beim landen ein Loch in die Landebahn zu sprengen wäre mit den paar Leuten nicht an Wiederstand möglich gewesen.
@T.W., die Frage von WielanddS ist nicht ganz unberechtigt. Die Order an die dänischen Soldaten war eindeutig, erst schießen dann fragen. Nur wäre es mir neu das ein dänischer königlicher Einsatzbefehl auch für andere NATO Soldaten bindend ist.
Die deutsche Reaktion hätte u.a. eine nüchterne aber deutliche Aussage zur Zukunft der US-Basen im Falle eines Angriffs auf Dänemark sein müssen.
*Eigentlich* müsste man diese ggf. sogar als feindliche Kräfte ansehen, den V-Fall ausrufen, sie zur Kapitulation auffordern und internieren, aber das würde wohl niemand wirklich durchziehen. Sicherlich hätte es eine gewisse Wirkung, wenn man diese hypothetische Option öffentlich erörtern würde. Sehr diplomatisch wäre es natürlich nicht.
Leider sind wir an dem Punkt an dem man nicht umhin kommt festzustellen:
Die komplette europäische Militärplanung muss so aufgestellt sein, dass sie ohne die Amerikaner funktioniert und im schlimmsten Fall sogar gegen sie. Diese US-Administration ist zu allem fähig und ich bin jetzt schon gespannt welche sprachlichen Volten und Verrenkungen wir machen wenn der US-Griff nach Kuba kommt.
Denn nur weil die USA sich grade in ein Iran-Abenteuer gestürzt haben heißt das nicht, dass Kuba „off the table“ ist.
Der Mann im Weißen Haus ist komplett in der Lage zu sagen „lassen wir Iran Iran sein, alles nach Kuba“. Seine Entourage ist nicht Willens oder in der Lage ihn einzuhegen, er hat keine langfristige Strategie und die Komplexität von Problemen versteht er nicht.
Sehr interessant die Unterschiede zwischen den Nationen abseits Dänemarks (Frankreich!). So sieht europäische Souveränität aus – die Merz zwar hin und wieder in Worten bemüht, allerdings dann noch nicht einmal in Worten eben deren Verteidigung hinbekommt, wenn es hart auf hart kommt (siehe den Umgang mit Spanien bei Merz‘ USA-Besuch).
Zu dieser windelweichen Standhaftigkeit passt auch, dass zu Beginn der Woche diverse politische Hochkaräter einen Iran-Einsatz entschieden ausschließen, um dann am Ende der Woche das „Ja, vielleicht doch … wenn … dann“-Spiel zu spielen.
Ich finde es sehr sinnvoll von dänischer Seite nochmal klar zu sagen – für uns war das alles andere als lustig, wir sind erstlich davon ausgegangen, dass die Vereinigten Staaten uns angreifen, wir gehen nicht davon aus, dass die Messe damit gelesen ist… denn so viel Scheiße wie in 2026 schon passiert ist fällt das schnell unter den Tisch.
Ich bin ja selten voll des Lobes für die Franzosen, aber in diesem Fall muss man ihnen wirklich lassen – sie haben gemacht! Sie kamen an Land, auf See und in der Luft und zwar nicht mit 10 Mann für 2 Tage…
Den Dänen kaufe ich sofort ab, dass sie Grönland mit Waffengewalt verteidigt hätten – nicht erfolgreich zwar – aber sie hätten damit ihren Anspruch untermauert. Ganz im Gegensatz zu dem was die Bundesregierung für angemessen gehalten hat. Klar ist für ein Tripwire egal ob da 10 oder 200 Mann stehen, aber zu sagen wir machen eh nur 2 Tage Aufklärung, dann kommt eine Wirtschaftsdrohung des US Präsidenten und dann fliegt man mit dem Hinweis – wir haben zwar unseren Auftrag nicht umfassend erfüllt, aber jetzt sind zwei Tage vorbei und deswegen fliegen wir wieder heim – und das in einer Lage in der dir der Gegenüber öffentlich sagt, dass er dich für verweichlicht und feige hält, sei mir nicht böse aber so sieht Abschreckung für mich nicht aus.
So wie ich es verstehe, besteht für dänische Soldaten bei Verletzung dänischen Staatsgebietes eine Pflicht zum bewaffneten Widerstand.
Dies ist eine Lehre aus der (fast) kampflosen Besetzung Dänemarks durch die Wehrmacht im April 1940 im Gegensatz zum Widerstand der Norweger.
@ AoR
… bestenfalls Wachteleier, falls „Wir“ die deutsche Beteiligung bezeichnen sollte! Mit was hätte das deutsche Kontingent denn mitkämpfen wollen? Die landenden Amerikaner mit ihren Tagesrucksäcken bewerfen? Die hatten ja nicht mal Wechselwäsche geschweige denn – offiziell – Waffen dabei. „Grande cojones“ hat vor allem und wieder mal die dänische PM Mette Frederiksen bewiesen, und sicher auch noch der französische Präsident Emanuel Macron.
Es bleiben ja einige Fragen zu dem jetzt kolportierten Narrativ, dass Dänemark et al. kampfbereit waren, die bald vielleicht Journalisten, auf längere Sicht ggf. Historiker beantworten werden. Wenn man einen Stolperdraht einziehen möchte, fliegt man mit militärischem Transport, um das zu signalisieren, ggf. von/mit Verbündeten, wenn eigene Kapazitäten nicht reichen, aber doch nicht mit einer polnischen Charterlinie? Man bootet in DK kurzfristig aus einem A 400M aus, um den dann trotzdem bis nach Island nachzuziehen, warum? Man entsendet Soldaten in eine potentielle Krisen- bzw. Kriegssituation, wie ja von DK und F so bewertet, ohne sie so auszurüsten, dass sie sich zumindest verteidigen können, fahrlässig? Und wenn das Narrativ tatsächlich so stimmt, dass dies eine konzertierte Aktion der beteiligten Nationen einschließlich D war, in Kenntnis der dänischen Haltung und Einsatzbefehle (siehe TW oben), dann hat die Merz-Regierung ihre Exekutivkompetenzen bis hart an den Rand der Legalität ausgereizt, wahrscheinlich?
Würde auch gerne mehr wissen du den Befehlen die die Deutschen erhalten haben. Ich finde es toll dass Dänemark so Zähne gezeigt hat. Bei Deutschland habe ich da leise Zweifel ob wir so etwas tun würden.
@all
sorry, da habe ich die Frage nach dem Einsatzbefehl falsch verstanden; nämlich dass sie sich auf die Dänen beziehe. Mein Fehler.
Für die anderen Nationen und insbesondere für die Bundeswehr habe ich da aber auch keine Antwort…
@BundeswehrBW sagt: 20.03.2026 um 0:07 Uhr
> Ich schäme mich dafür, dass in diesem Mensch deutsches Blut in den Adern fließt!
Ist schon arg völkisch, dieses Geraune von „deutschem Blut in den Adern“.
@TW der Nickname „BundeswehrBW“ grenzt an Amtsanmaßung und beschädigt das Ansehen der Bundeswehr.
[Danke für den Hinweis – der Kommentar ist mir durchgerutscht und jetzt entfernt. Und nicht wg Beschädigung des Ansehens der Bundeswehr oder Amtsanmaßung – auch wenn so ein Unsinn in der Tat nicht sein muss. T.W.]
@Flo:
Das ist ziemlich klar. Die USA haben hier die militärische Überlegenheit ziemlich klar. Insb auch mehr Soldaten die für den arktischen Kampf geschult sind. Und trotzdem gibt es ja genügend Beispiele, in denen ein erstmal als eher unterlegen angesehener Gegner den Kampf über eine längere Zeit führt. Wenn wir halt sofort aufgeben, dann geht das nicht.
Bzgl Einsatzbefehl usw. das stimmt, der königliche Einsatzbefehl gilt nicht für die Bundeswehr. Die Beistandsverpflichtung über die EU aber schon ;)
@sakrileg, ich tippe der königliche Einsatzbefehl nennt sich anderswo Rules of Engagement. Zumindest klingt ein „erst schießen, dann fragen und nicht auf Deeskalation setzen“ für mich danach.
@Bongo, die klar kann David auch länger gehen Goliath bestehen. Frage wäre halt nur wie gut hätte man die Soldaten mit nötigem Nachschub versorgen können. Einfach in den nächsten Supermarkt gehen wäre ja eher nicht gegangen.
Und ja auch wenn eine Unterstützung der Dänen über EU Beistandsverpflichtungen oder Artikel 5 der NATO läuft, Frage ja trotzdem hatten die deutschen Soldaten Order zum mit schießen oder hätte man warten müssen bis das Einsatzführungskommando vom Minister nach Rücksprache mit dem Bundeskanzler grünes Licht bekommt
@ Flo
Sorry, aber Ihr Ansatz ist doch Quark – was sollen die Dänen (bzw. die Verteidiger allgemein) denn sonst auch machen? Erstmal alles schön bei Kaffee und Kuchen deeskalierend durchsprechen, ob man auch richtig verstanden hätte, ob Grönland handstreichartig genommen werden solle und dass dies einen traurig und wütend machen würde? Und „shoot first, ask later“ ist eindeutig amerikanisch, wir erinnern uns beispielsweise an den Flughafen von Pristina 1999 und Wesley Clark – dem Herrgott sei Dank waren da Briten im Loop.
Auszug:
„…Das Ziel, Soldaten in Grönland zu stationieren – mit möglichst vielen verschiedenen Flaggen auf den Schultern –, bestand laut sechs der Quellen darin, die Amerikaner zu einer größeren feindlichen Aktion zu zwingen, falls Donald Trump Grönland tatsächlich militärisch besetzen wollte.
Das sollte die USA davon abhalten, es überhaupt zu versuchen…“
Erwähnt wird auch das bei „Übungen“ normalerweise weder Blutkonserven noch Sprengstoff mitgeführt werden.
Und das es längere Diskussionen im Führungsstab gab bzgl. der Reaktion.
Da verblasst meine Anfrage via eMail incl. Videos die ich gerade an die Flug-Hotline der Bundeswehr geschickt habe.
Tiefflug ( vermutlich dtl. unter 150m ) mit NH 90 Transporthubschraubern der BW über den Feldern bei Mainz-Hechtsheim.
In diesem Fall direkt über die ausreitende Schwester. Die Pferde sind da meist nicht amüsiert…
Solche Tiefflüge unterhalb des Flugbeschränkungsgebiets Frankfurter Flughafen gab es ewig nicht mehr.
Die Zeiten ändern sich…
@ Flo
Das ist eine seit 06.03.1952 permanent bestehende „Vorsorgliche Anordnung zur militärischen Verteidigung im Falle eines Angriffs auf das Land und während eines Krieges“ von König Frederik IX. und gilt so lange für das ganze Militär, bis der Regent als Oberbefehlshaber de jure diese ändert.
Also eine Permanent ROE, wenn man so will.
Bei Angriff sofortige Kampfaufnahme mit allen verfügbaren Mitteln, ohne auf Befehle zu warten oder diese einzuholen, selbst wenn den betreffenden Befehlshabern keine Kriegserklärung oder kein Kriegszustand bekannt ist. Jeder Angriff gilt als Mobilmachungsbefehl, Gebietsaufgabe oder Kapitulation nur, wenn sie unausweichlich ist. Abweichung davon nur wenn völlige Gewissheit besteht, dass ein entsprechender Befehl autorisiert ist.
Viking Spirit.
Langtext hier: https://www.retsinformation.dk/eli/lta/1952/63#:~:text=5.,Harald%20Petersen.
Da die Anordnung auch für „eine dänische Militäreinheit außerhalb dänischen Gebiets“ gilt, hat man Anpassungen bei Auslandseinsätzen vielfach vorgenommen. Mir ist aber für Szenario „eines Angriffs auf dänisches Gebiet“ keine jemals vorgenommene Abweichung bekannt.
Diese Anordnung ist nur für DNK Streitkräfte gültig. Verbündete könnten Ihre eigenen ROE daran anpassen wenn sie wollen, sie haben aber immer eigene ROE.
@JCR: Genau so.
Ich bin erstaunt, dass einige Foristen, mit den vorliegenden Informationen, so eindeutige Schlüsse ziehen und sich so klar in ihrer Bewertung gut/schlecht; richtig/falsch bzw. zu wenig/genau richtig festlegen.
Die Situation damals empfand ich als sehr dynamisch und die Aussagen der US Administration waren sehr schwierig. Es wurde unverhohlen geäußert, Grönland sollte unter dem Einfluss der USA stehen. Und man ist bereit diesen Anspruch militärisch durchzusetzen.
Gleichzeitig fehlte aber in der medialen Erzählung die wirkliche Rechtfertigung.
USA hatten bereits das Recht Truppen zu stationieren. Keine Aktivitäten von russischem oder chinesischem Militär. Kaum militärische Fähigkeiten im Bereich arktische Klimazonen usw.
Deutschland hat eventuell gesetzlich andere Regelungen, wenn es um das entsenden von Kampftruppen geht, als Frankreich. Parlamentsvorbehalt, ggf. 2/3 Mehrheit wobei mit Linke und AfD zwei Parteien sind, die zusammen über 1/3 der Stimmen im Bundestag haben und einer Entsendung nicht zugestimmt hätten.
Deutschland ist auch nicht heimlich hingeflogen und wer weiß, was bereits in Bereitschaft versetzt wurde etc.
Dazu war Deutschland vor Ort sehr hochrangig vertreten.
Trotzdem wurde die Situation nicht von Europa eskaliert, mit USA als klarem Gegner, damit eventuell die US Administration darauf aufsetzten kann und dann behauptet, sie würden vertrieben aus ihrer Basis auf Grönland und müssten eingreifen.
Ich bin sehr froh, dass die Situation glimpflich abgelaufen ist und das viele europäische Staaten schnell Truppen an „die Front“ geschickt haben.
Das ist nicht selbstverständlich, denn wenn dort ein Konflikt eskaliert wäre, wäre man sofort involviert gewesen, mit den USA als Gegner, die einige tausend Kampftruppensoldaten in Deutschland stationiert haben.
Ich glaube, dass war damals jedem klar, der zwischen den Zeilen lesen konnte. Oder?Selbst D. T. hatte die Botschaft verstanden :-) Immerhin hatte die USA schon ihre Artiskämpfer in Alaska mobilisiert. Wer hat denn wirklich geglaubt, diese sollten in Minesota eingesetzt werden? Mir war klar, wo die hinfliegen würden. Deshalb fand ich die Situation ja so besorgniserregend. Und ich denke: Der Spuk ist noch lange nicht vorbei! Die Dänen sollten lieber ein paar kampfbereite Einheiten dort oben belassen, und Europa tut gut daran, sie dabei zu unterstützen. Für die derzeitige US-Regierung ist die NATO bereits Geschichte, das würde ich denken. Aber zum Glück haben da in den USA auch noch andere mitzureden, die das anders sehen. Wenn sie auch im Moment etwas machtlos sind. Aber das kann sich bald wieder ändern.
@ Alfred Maynard sagt:
20.03.2026 um 19:20 Uhr
„USA hatten bereits das Recht Truppen zu stationieren.“
Allerdings nur für die Verteidigung Grönlands im Sinne des USA-DNK Agreements vom 27.04.1951 (https://www.worldlii.org/int/other/treaties/UNTSer/1951/327.pdf) und in Abstimmung mit DNK und Nato. Die früher bestehende völlige Bewegungsfreiheit der US-Truppen in Grönland wurde mit dem Zusatzvertrag vom 06.08.2004 (https://www.state.gov/wp-content/uploads/2019/02/04-806-Denmark-Defense.done_.pdf) schon eingeschränkt, nachdem dort festgelegt wurde, dass Thule Air Base die einzige verbleibende „Defence area“ der US-Truppen ist.
Es bestand nie die Freiheit der USA in Grönland zu machen was man will.
Die Gefahr für Grönland ist nicht vorbei. Heute Nacht um 2.00 Uhr hat Trump auf Twitter wieder mit Grönland Invasion gedroht, weil NATO ihm nicht im Persischen Golf hilft! Die Angriffsziele wechseln, Mal Iran, Mal Venezuela, dann Kuba oder doch wieder Grönland! Man kann nur hoffen, das Trump jetzt die Truppen und Kriegsschiffe fehlen, um Grönland zu erobern. Aber sicher ist Grönland erst, wenn Trump gestürzt ist oder Amtszeit vorbei. Insoweit ist die Bundeswehr zu kritisieren, dass diese nicht in der Lage oder Willens ist, ein Bataillon Gebirgsjäger oder Fallschirmjäger dort zu stationieren oder wenigstens regelmäßig dort üben zu lassen. Man muss sich natürlich fragen, ob ein US Präsident nachts im Krieg mit dem Iran nichts besseres zu tun haben sollte, als über Grönland zu twittern!
@Closius
Wenn jemand/etwas „insoweit zu kritisieren“ wäre, Bewertung außen vor, dann ist das Regierung und Parlament, nicht die Bundeswehr. Primat der Politik, IBuK und so!
Und wenn man das machen wollte gehörte dazu eine umfassenden Verteidigungsplanung mit DK und Allierten. Einfach ein Bataillon zum Verheizen auszuwerfen springt schon arg zu kurz. Und das führt zu der Frage: Ist eigentlich irgend etwas diesbezüglich auf den Weg gebracht worden nach Abflauen der letzten „Grönlandkrise“? Oder haben es sich alle wieder gemütlich gemacht?
Eins beherrscht Hr. Trump: Er hält ein Stöckchen hin und alle dazu sich berufen fühlenden Akteure springen mit Inbrunst darüber. Sei es in der großen Politik oder gerade auch hier. Meine bescheidenen privaten Kontakte in den USA – sowohl erklärte Republikaner als auch bekennende Demokraten – stuften alle die Aussagen als Versuch, einerseits Druck ggü Europa aufzubauen und andererseits als Bestreben, Aufmerksamkeit zu erzeugen, ein, aber nicht als konkrete Handlungsabsicht. Mag sein, daß die Dänen bessere Informationen hatten und die US Marines schon auf dem Weg waren.
@ FriedFisch sagt:
21.03.2026 um 17:04 Uhr
Die BW selbst kann ohne BuReg Einbindung problemlos Truppe jetzt schon mit scharfer Ausrüstung in GRL „üben“ lassen, wenn DNK dem zustimmt und ROE vorbereiten (ausser wenn der BM sich dagegen stellt…). Und Handlungsdruck „intern“ aufbauen sollte BW-Führung auch können. Wäre tatsächlich auch besser. Und Tripwire-Truppen haben hier viel Sinn. Daher hier @Closius: Klare Zustimmung.
Wir müssen uns langsam von dem Gedanken wohl frei machen, dass morally bankrupt USA-Admin inkl. der Militärführung dort noch Verbündeter ist oder sich weite Teile der Politik oder Bevölkerung noch als solche verstehen.
@Landmatrose3000
Ich denke, es ist einigermaßen naiv zu unterstellen, bezüglich Grönland konnte und könnte die Truppe selbst initiativ werden, ohne dass das dem ein Politik-Vorbehalt engste Grenzen setzt. Nichts zu Grönland, nicht die kleinste Vorlage, nicht mal der Druck von Grönlandkarten wird zurzeit im BMVg nicht über mindestens fünf Schreibtische gehen, und im Zweifel bei einem Staatssekretär oder gar beim Minister landen. Grönland-Entscheidungen im militärischen wie außenpolitischen Bereich sind, wenn die Hintergrundberichte auf die wir hier rekurieren stimmen, im Zweifel sogar im Kanzleramt aufgehängt. Fehlentscheidungen können zurzeit für D und NATO von existentieller Natur sein. Die Vorstellung, Bw-/Heeres-Führung erkennt „Handlungsdruck“ (jessessnee?), Brigadekommandeur Gebirgsjäger denkt sich ’ne Übungsreihe auf Battaillonsebene in Grönland aus, lässt sich vom Stab ROE basteln, und ab geht die Sause ist doch absurd, mit Verlaub!
Ich habe eine Frahe, die nur indirekt zum Thema passt. Der Iran hat ja offenbar Raketen abgefeuert, die auch Deutschland oder unsere Nachbarn erreichen können. Ist das neue deutache Arrow 3 System in Brandenburg schon jetzt in der Lage solche Rakten abzufangen?
@ FriedFisch sagt:
22.03.2026 um 9:58 Uhr
Ich habe ja oben geschrieben „ausser wenn der BM sich dagegen stellt“.
Wenn die Haltung bei sowas nur passiv, nix proaktiv, alles Top-Down, null Eigeninitiative ist, dann grüsst General Schnarchnase.
@AoR
„Wir haben Eier…“
Wir haben was? Den Sprengstoff haben die Dänen mitgebracht. Andere machen die Drecksarbeit und wir haben Eier? Hören Sie doch bitte auf!
@FriedFisch, E. Ried: Oh, dachte das wäre meine 🐣 Ostern-Chatgruppe 🐰, Wrong Chat, sorry / SARC
Im Ernst, mal sehen ob @T.W die Einsatzbefehle noch zu sehen kriegt, bzw. mehr Einsicht in die Vorgänge erhält. Er wird es uns nicht vorenthalten, sollte er um Ostern fündig werden 🪺
Auch wenn der Schauplatz ein paar Meilen von Grönland weg ist, aber ein NATO „Tripwire“ wäre vermutlich fast besser noch nahe der heute noch im Staatsgebiet des NATO Partners Estland liegenden „Volksrepublik Narva“ angebracht. Auch wenn es da nicht gegen die USA, sondern gegen den eigentlichen Gegner im Osten geht. Und in der Gegend hat die Bundeswehr nicht nur Schlipsträger rumlaufen, sondern kürzlich sogar einen Verband aufgestellt. Da frage ich mich viel mehr, wie entschlossen man dort handeln würde …
Den gefährlichen Unsinn, den Trump da ständig verzapft, kann man eigentlich nur noch durch Verballhornung und noch größeren Unsinn kontern.
Wenn er aktuell mit einer Invasion von Grönland droht, dann kündigt halt der Luxemburgische Verteidigungsminister im Gegenzug die handstreichartige Annexion von Disney World Orlando oder sowas ähliches an. Oder die Bundesregierung fordert die Übergabe des Hollywood-Schilds und erklärt, dass sonst auf den U.S.-Basen in Deutschland ab nächsten Monat Hamburger verboten werden und ein Bratwursttag in der Woche Pflicht wird. Nächste Woche Mittwoch wäre ja genau der richtige Tag für derartige „Neuigkeiten“.
Die Amerikaner müssen doch irgendwann merken, dass Ihr Clown in Chief da mitunter richtig derben Schwachsinn vom Stapel lässt. Wie soll denn das funktionieren? „Wenn Ihr mir nicht bei meinen geopolitischen Hasardspielchen helft, dann marschiere ich in Euer Territorium ein“!? Aber wie man die amerikanischen Medien kennt, nehmen die das am Ende wirklich Ernst und finden den Mumpitz Klasse…
@Metallkopf: Disney World Paris wäre einfacher, da hätten wir sogar eine reelle Chance … :-) Und in Rammstein gibt es nur noch … vegan – dann schießt beim Kriegsminister Dampf aus den Ohren :-)
@Apollo 11
@Die Ereiferungen aller möglichen europ. Politiker über den US-Atom-Schutzschirm incl. der Aussagen des dt. Bundeskanzlers kann man mithin nicht mehr ernst nehmen…
Von US-Seite ist der ATOM-Schutzschirm nie in Frage gestellt werden.
@Man könnte sogar bezweifeln das die derzeit ja nicht mehr dort befindlichen A-Bomben in Büchel ( Komplett-Umbau derzeit der kompletten Airbase ) jemals zurückkommen.
Woher kommt diese Info?
Der Flugplatz Büchel ist trotz Großbaustelle weiterhin (eingeschränkt) nutzbar!
@Metallkopf sagt:
23.03.2026 um 6:46 Uhr
„[….]Die Amerikaner müssen doch irgendwann merken, dass Ihr Clown in Chief da mitunter richtig derben Schwachsinn vom Stapel lässt. Wie soll denn das funktionieren? „Wenn Ihr mir nicht bei meinen geopolitischen Hasardspielchen helft, dann marschiere ich in Euer Territorium ein“!? Aber wie man die amerikanischen Medien kennt, nehmen die das am Ende wirklich Ernst und finden den Mumpitz Klasse…“
Die Amerikaner gibt es halt nicht. Viele merken, dass Trump eine Katastrophe nach der anderen verzapft, aber viele halt auch nicht. Homeschooling, medialer Fokus auf die eigene Scholle, Bildungsmisere, evangelikale Strömungen – all das und noch mehr spielt zusammen.
Die MAGA-Bewegung ist mittlerweile keine politische mehr, sondern ehr eine quasi-religiöse und Trump die Heilandsfigur. Zwar zeigen sich auch dort Risse, allein es reicht nicht. Das politische System der USA ging nie davon aus, dass jemand wie er in das höchste Staatsamt kommt. Daher gibt es nur drei Möglichkeiten ihn da raus zu bekommen.
1. 25th: Der 25 Zusatzartikel zur Verfassung. Der bedingt, dass der Vizepräsident und ein Großteil des Kabinetts feststellen das the Donald nicht mehr in der Lage ist sein Amt auszuüben.
2. Der Kongress durchläuft das Impeachment-Verfahren und impeacht ihn mit einfacher Mehrheit (das kann klappen) und verurteilt ihn dann und enthebt ihn seines Amtes mit absoluter Mehrheit.
3. Gewalt
Zu 1 & 2: hier stehen die republikanischen Politiker zu fest hinter ihm, Zum einen aus eigenem Machtstreben und Überzeugen, zum anderen aus Angst vor den ultraradikalen Trump-Fans. Denn die schrecken weder vor Bedrohung noch Gewalt zurück
Zu 3.: Das verbietet sich von ganz alleine (zumindest für jeden einigermaßen normal denkenden Menschen)
Wir können also alle nur darauf hoffen, dass der alte Mann im Weißen Haus irgendwann von Mutter Natur aus dem Spiel genommen wird und er bis dahin nicht noch schlimmeres Unheil anrichtet als eh schon.
Dennoch sollten wir uns darauf vorbereiten, dass wir ggf. den Amerikaner gegenüber stehen. Mit Waffen.
Wenn Dänemark dazu Willens war, dann sollten wir das auch hinbekommen können.
Wenn man sich Erinnert, wofür Präsident Clinton impeacht werden sollte…
Nach dem Maßstäben reicht es bei Trump schon für mehrere Verfahren.
Wieder einmal wird frech die Behauptung aufgestellt, dass Trump/die USA sich nicht an Völkerrecht halten würden.
Die von mir gehörten Vorlesungen zum Völkerrecht liegen ein paar Jahrzehnte zurück. So viel wird sich m.E. nicht geändert haben.
Nach meinem daraus abgeleitetem Verständnis des Völkerrechts ist dies bilateral und „kooperativ“. Es kann nur angewandt werden, wenn sich beide Seiten daran halten.
Weder beim Iran noch bei Venezuela sehe ich eine Anerkenntnis des Völkerrechts insbesondere gegenüber der USA und entsprechende außenpolitische Ausrichtungen.
Auf welcher Basis oder welchen international anerkannten und allseits ratifizierten Dokumenten basieren also solche Behauptungen?
[Wieder mal wird frech behauptet, das Völkerrecht sei eine nicht weiter zu berücksichtigende Größe und eine Art bilaterale Vertragsgestaltung. Ihr Verständnis des Völkerrechts sollte nun nicht als Norm verstanden werden. T.W.]
@WarAuchDabei (24.03., 13:48): Ihrem Beitrag kann hier wohl kaum jemand etwas abgewinnen. Schauen Sie einfach mal hier rein: https://unric.org/de/charta/ .
Die Völkerrechtswidrigkeit halte ich persönlich auch für diskussionswürdig, weil sich durch neue Technologien in den Waffenarsenalen auch die Grundlagen für die Bewertung dessen, was Selbstverteidigung umfassen darf (z.B. Prävention zum Selbsterhalt), verändert haben. Analogien finden Sie in der Fortentwicklung des Asylrechts, das in den letzten Jahrzehnten der Lebenswirklichkeit angepasst werden musste. Diese Anpassung(en) steht beim Völkerrecht noch aus, wird aber durch den Artikel 108 der UN-Charta (Änderungen) nahezu unmöglich. Daran würde übrigens auch eine Abschaffung des quasi-Vetorechts (ist ja eigentlich ein Zustimmungserfordernis) der fünf ständigen Mitglieder des SR bzw. deren Status als solche scheitern.
Auch Iran und Venezuela haben die UN-Charta unterzeichnet – nur mal so.
@WarAuchDabei:
Bei den Vorlesungen waren Sie vielleicht dabei; aufgepasst zu haben, scheinen Sie allerdings wohl eher nicht.
Sowohl die USA, als auch Venezuela und der Iran sind Gründungsmitglieder der Vereinten Nationen und haben die Charta auf der Konferenz von San Franciso unterzeichnet und später ratifiziert. Der Iran hat auch nach der Islamischen Revolution die Geltung der VN-Charta und die Mitgliedschaft des Landes nie grundsätzlich in Frage gestellt. Gleiches gilt für Venezuela unter dem Chavismus.
Die USA halten sich somit nicht an das von Ihnen eigentlich akzeptierte und ratifizierte Völkerrecht. Dass der Iran und Venezuela das womöglich auch tun, macht einen Rechtsbruch durch weitere nicht ungeschehen.
@T.W.:
Lassen wir Wunschdenken jetzt mal außen vor und wenden uns der Realität zu:
1. Wo behaupte ich, dass das Völkerrecht keine nicht weiter zu berücksichtigende Größe wäre?
2. Das Völkerrecht gilt zwischen Nationen, Was anderes als eine bilaterale Vertragsgestaltung kann es letztendlich realistischerweise sein?
3. Wer legt ihrer Meinung nach eine Norm hier fest? Wer ratifiziert diese Norm auf welcher Grundlage?
4. Wo ist (von der einen Seite für alle Ewigkeit ratifiziert) festgelegt, dass sich diese Seite an das Völkerrecht halten muss, auch, wenn es die Gegenseite jahrzehntelang aktiv mißachtet und mißbraucht?
Für eine realistische Analyse bringt es m.E. nichts, sich an eine Wunschvorstellung zu klammern, wenn sich die Realität seit Jahrzehnten davon entfernt. Falls sich die Realität überhaupt jemals in Richtung dieser Wunschvorstellung bewegt haben sollte.
[Siehe den Kommentar davor – natürlich können Sie die Vereinten Nationen als dümmliche Wünsch-Dir-was-Veranstaltung abqualifizieren. Spricht dann für sich. T.W.]
@WarAuchDabei (25.03., 10:40): Sie schreiben „… Für eine realistische Analyse bringt es m.E. nichts, sich an eine Wunschvorstellung zu klammern, wenn sich die Realität seit Jahrzehnten davon entfernt. …“
Könnte man so sehen. Man kann jedoch auch einen Schluss daraus ziehen, und zwar ohne den Leitgedanken des VR und seine grundsätzlichen Vorgaben zum Zusammenleben der Völker in Frage zu stellen. M.E. bedarf es schlichtweg einer Reform der UN-Charta. Wegen des Hemmschuhs Artikel 108 wird da aber leider nur ein Weg hinführen: Auflösung (auf rechtssichere Weise – da gäbe es mehrere Möglichkeiten) und Neugründung mit zeitgemäßen Regeln (Zweck der Auflösung).
Hoffe, dass der Chef diesen (meinen letzten) Ausflug zum OT noch durchgehen lässt.
Internationales Recht, Völkerrecht, UN Charta: nichts Wert ohne die entsprechende Macht dahinter.
Ein Recht, dass die UNO als Abhängige des Vetorechts der fünf Privilegierten nicht ausüben kann. Ausgangspunkt ist die schon im August 1941 von Roosevelt und Churchill ausgehandelte „Atlantik-Charta“ zur Etablierung einer friedlichen Nachkriegsordnung.
Die späteren Sieger, die mit üppigen Vorrechten selbst ausgestatteten Vetomächte, waren zu dem Zeitpunkt nicht absehbar. Dass mit Frankreich und Großbritannien zwei Staaten reingelassen wurden, die bei Kriegsende nur unwesentlich besser dastanden als das damalige Deutsche Reich, muss aus heutiger Sicht als Glücksfall betrachtet werden. Gerade mit Blick auf Ukraïne und den Iran, was wäre Europa derzeit ohne zwei Veto-Mächte, jenseits deren nationaler Interessenlagen.
Die notorische Schwäche der UN ist absichtsvoll und systembedingt. Zwar sollte es vom Grundgedanken her ein Club der Gleichen sein, Tendenz „Weltregierung“, dennoch waren und sind einige gleicher als andere: Die besitzenden Fünf. Ihre Veto-Privilegien werden sie sich nicht nehmen lassen.
Die „Reform der UN Charta“, @Hans Schommer, es wird keine geben.
Das „Internationale Recht“ hat (derzeit) keinen eigenständigen Muskel.