Wegen Verzögerung bei F126: Verteidigungsministerium will Meko-Fregatten als „Brückenlösung“
Die Deutsche Marine soll nun auf jeden Fall vier so genannte Meko-Fregatten des Herstellers TKMS (früher unter dem Namen Thyssen Krupp Marine Systems bekannt) bekommen – unabhängig von der geplanten und verzögerten Beschaffung der neuen F126-Fregatten. Mit einer Lieferung der Meko-Fregatten ab Ende 2029 als Brückenlösung soll vor allem die U-Boot-Jagd gestärkt werden.
Die parallele Beschaffung der beiden Schiffstypen hatte sich bereits abgezeichnet, da das ursprünglich an die niederländische Damen-Werft vergebene Projekt F126 offenkundig so nicht realisiert werden konnte und und absehbar von der deutschen NVL-Werftengruppe fortgeführt werden soll, die inzwischen zum Rüstungskonzern Rheinmetall gehört. Die Meko-Fregatten wurden bereits an mehrere Länder geliefert; Anfang Februar wurde ein Vorvertrag mit TKMS geschlossen.
Fürs Archiv die Mitteilung des Ministeriums vom (heutigen) Mittwoch:
Fähigkeiten zur U-Boot-Jagd werden gestärkt – BMVg plant Kauf von vier marktverfügbaren MEKO-Fregatten
Haushaltsausschuss genehmigt nächsten Schritt zur Beschaffung
Die Fähigkeiten zur U-Boot-Jagd haben eine hohe Bedeutung für die Landes- und Bündnisverteidigung. Die Lieferung der darauf spezialisierten Fregatten F126 wird sich absehbar verzögern. Daher strebt das Bundesministerium der Verteidigung, parallel zu den Verhandlungen zur Fortsetzung des Projektes F126 mit Naval Vessels Lürssen (NVL), die Beschaffung von vier marktverfügbaren Fregatten MEKO A-200 als Brückenlösung an. Die Lieferung dieser Fregatten ab Ende 2029 dient auch der zeitgerechten Erfüllung von NATO-Forderungen für die U-Boot-Jagd.
Dieser zweigleisige Ansatz (F126 und MEKO) dient in erster Linie der Sicherheits- und Risikovorsorge und stellt kein Präjudiz über die Fortführung der Beschaffung der F126 dar.
Der Haushaltsausschuss billigte heute dafür einen 1. Änderungsvertrag, der den am 28. Januar geschlossenen Vorvertrag verlängert. Es ermöglicht dem Hersteller weiterhin Fertigungskapazitäten bei Unterauftragnehmern und Lieferanten zu reservieren und darüber hinaus Material, Anlagen und Geräte zu bestellen. Die Verlängerung des Vorvertrags ist notwendig, weil die Vorbereitungen für einen endverhandelten Bauvertrag noch nicht abgeschlossen sind. Die notwendigen Zwischenschritte wie Angebotsaufforderung, Angebotsauswertung, Preisprüfung, formelle Vertragsgestaltung und Vorbereitung der parlamentarischen Befassung werden nun sorgfältig aber auch schnellstmöglich umgesetzt.
Zum Verständnis: Der Bau der Fregatten der Klasse F126 durch den niederländischen Generalunternehmer hat sich erheblich verzögert. Derzeit wird mit NVL als möglichen neuen Generalunternehmer für dieses Projekt verhandelt. Vor diesem Hintergrund wurden marktverfügbare Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU als Brückenlösung und Ergänzung gesichtet. Für diese wurde industrieseitig die Lieferung des ersten Schiffs bis Dezember 2029 in Aussicht gestellt. Um diesen Termin als Handlungsoption abzusichern und entsprechende Produktionskapazitäten bis zum Abschluss eines möglichen Bauvertrags reservieren zu können, war der Abschluss eines Vorvertrags im Januar 2026 Bedingung.
Das Kürzel MEKO steht für „Mehrzweck-Kombination“. Mit dem praxiserprobten, modularen Konzept lassen sich Patrouillenschiffe, Korvetten und Fregatten individuell konfigurieren. Schiffe der MEKO-Familie sind bei vielen Marinen weltweit im Einsatz.
(Archivbild Mai 2023: Die zu der Zeit noch nicht in Dienst gestellte Meko-200-Fregatte Al-Qahhar für Ägypten bei der magnetischen Vermessung an der Wilhelmshavener Wiesbadenbrücke – Ein Dahmer, AL-QAHHAR 4579, CC BY-SA 4.0)
C-152 sagt:
22.03.2026 um 19:16 Uhr
„Ob die SM-Familie jemals aus einem SYLVER eingesetzt wird, glaube ich nicht.“
Zustimmung, wird wohl nicht passieren. Glauben wir aber wirklich, dass wir uns weiter in Abhängigkeit von US-Lieferungen und der Gnade von Trump oder dessen Nachfolger begeben sollten, wenn ein brauchbares EUR-Produkt verfügbar ist? F-128 brauch auch keine SM.
„Und die Briten haben sich von SYLVER verabschiedet.“
Mit der Folge, dass jetzt schon feststeht, dass zumindest die ersten beiden Type31-Fregattenneubauten nur „fitted for but not with“ Mk.41 werden können. GBR wollte ja die „Special Relationship“ mit USA betonen, was auch in Beschaffungsemtscheidungen nach Brexit einfloss. War bisher nicht wirklich von Erfolg gekrönt.
@Anonym: Ich habe nur den Punkt aufgegriffen, den JCR gemacht hat. Ich würde auch kein Bestellung abwürgen, nur weil dort ein MK41 VLS drin wäre. Sehr langfristig betrachtet sollten wir jedoch unsere Abhängigkeit reduzieren. Entweder so wie Sie es vorschlagen über Lizenzbau und Integration eigener Lenkflugkörper. Oder falls dies nicht gut genug funktioniert, eben über eine Eigenentwicklung.
Sollte eine Eigenentwicklung notwendig oder sinnvoll werden, könnte man sich ja an dem Bauraum und den Schnittstellen für das MK41 orientieren. Dann kann man später auch bei existierenden Einheiten, d.h. F126 aufwärts, im Rahmen von Wartungsintervallen nachrüsten.
Bezüglich der Briten, die können damit leben, da ja bei den Fregatten Mk 41 eh nur Tomahawks und zukünftige Flugkörper gedacht ist.
Für Luftverteidigung haben die CAMM/Sea Ceptor mit einem eigenen „cold launch“ VLS, die auch bei den Type 45 Zerstörern eingebaut wird.
Die Frage nach der nächsten Generation von schiffsgestützter Luftabwehr mit großer Reichweite stellt sich erst für die Ablösung der 45er, die noch nicht definiert sind.
@ Nachhaltig sagt: 20.03.2026 um 19:58 Uhr
Die Logistik der „NATO-Heere“ an der Ostgrenze wird immer aus dem atlantischen Raum kommen, per Schiff.
1. Die USofA werden demnaechst ihre Politik einfangen,
2. Selbst wenn 1 nicht sugar waere, verkaufen weren sie uns alles was wir brauchen, aber es muss ueber den Atlantik kommen.
3. bei den schwachen Zustand der RN und der FR, bleibt ein erheblicher deutscher Beitrag am Konvoidienst notwendig.
4. Ich war letztens in Kaliningrad. was da an Marineeinheiten stationiert ist muss man als bewachten Schrott klassifizieren. Die russische Marine ist in Kronstadt stationiert und die Finnen, Balten und Schweden haben die Moeglichkeit den Zugang zu sperren.
Die Ostsee ist jetzt praktisch ein NATO-Binnenmeer.
Cheers
@all
Ups: es scheint, ich habe mit einem Schwung Spam-Kommentare auch einen legitimen Kommentar in diesem Thread irrtümlich gelöscht. Sorry, bitte noch mal schicken.
@Mike Molto:
Punkt 1 lasse ich außen vor, da glaube ich nicht (mehr) dran. Der Prozess ist meiner Ansicht nach zu weit vorgeschritten, um noch komplett umgedreht zu werden.
Punkte 2 & 3: Verkaufen: ja. Aber ob wir tatsächlich eine umfangreiche Logistik über den Atlantik benötigen, wage ich inzwischen zu bezweifeln. Rollende Achse in allen Variationen wird in großem Maßstab in Europa ausgebaut, der Bedarf ex USA wird selbst in einem großen Szenario eher überschaubar sein. Wenn, dann werden es primär Spezialfahrzeuge und -equipment sein, und ggfs. Munition. Das lässt sich aber alles fliegen. Und in Europa sind heute schlicht erheblich mehr zivile Frachter stationiert, die diese Nachschubrolle leisten können. Schneller, und deutlich besser zu schützen. Daher stelle ich mir durchaus die Frage, ob die Rolle der „Konvoifregatte“ noch so benötigt wird.
Punkt 4: Und Polen, Schweden etc. haben alle massiv in Anti-Schiffs-Batterien investiert. Was aus Kaliningrad ausläuft, wird keine lange Überlebensdauer haben. Was dann auch die Frage aufwirft, wofür wir eigentlich unsere K-Klasse benötigen.
@ Flying-Tiger
Kaliningrad ist ja nur ein kleiner Teil Russlands in der Ostsee.
Man vergisst schnell, dass der ganze Bereich um St. Petersburg herum direkt an Finnland und das Baltikum angrenzt.
Und auch dort befinden sich Marineschiffe und Militärbasen.
@Der Realist 26.03.2026 um 8:26 Uhr:
der Finnische Meerbusen ist 40 – 50 km breit, einige Inseln in der Mitte gehören zu Finnland/Estland.
Da sind Minenleger, Drohnenmutterschiffe und Ideen zur Minenlegen von Land aus gefragt (Abwurf von Flug-Drohnen, Verbringen mit Unter-/Überwaserdrohnen)
Der russische Hafen Primorsk ist 50 km von Finnland entfernt.
Der russische Hafen Wyborg ist 30 km von Finnland entfernt.
Das ist eine Aufgabe der Artillerie.
Die einzige realistische Fortsetzung der Entscheidung pro A-200 ist die Streichung der F126. Allein die Baubetreuung zweier Fregattenprojekte parallel ist personell doch gar nicht darstellbar. Nebenher laufen ja noch F123-Modernisierung, F127-Konzeptionierung, Flottendienstboote, etc.
Und die großspurigen Versprechungen von NVL, die erste F126-Fregatte 2031 auszuliefern, wenn sie diesen Sommer als Generalunternehmer das Projekt übernehmen dürfen, dürften genau das sein. Versprechungen.
NVL braucht sieben (!) Jahre für den Bau der Klasse 707. Und da sollen sie jetzt in Rekordgeschwindigkeit eine einsatzbereite Fregatte auf den Hof stellen?
These: Der Hauptgrund für das Fortführen der F126 ist das Herzblut vieler Marine(stabs)offiziere, das in dieser Schiffsklasse steckt. Man hat doch nicht jahrelang Einsatzkonzepte diskutiert, Fähigkeitslücken analysiert und Funktionale Forderungen formuliert, damit jetzt Knall auf Fall ein Schiff beschafft wird, das sonst nur in Afrika fährt.
(Quelle zur Bauzeit der 707-Tanker: Kieler Nachrichten: Neubau von Marinetankern wird zum Desaster)
Wir haben bisher noch nie eine Standard Meko Fregatte gekauft.
Was reichlich dumm ist, weil es TKMS die Exportchancen verhagelt.
Auch die F125 ist weit weg von dem A400 Design, das TKMS damals vorgeschlagen hatte.
Dass es die 200er wird, ist aber logisch, da die A100 zu klein ist und die A210 und A300 noch nie gebaut wurden. Tragisch ist, dass hier wohl das Konzept für die deutlich längeren Einsatzzeiten nicht umgesetzt werden wird.
Und ohne US Technik kommen wir nicht zurecht. Erst recht nicht bei so einer schnellen Beschaffung.
Ein VLS für IRIS-T SLM SLX und Hydef hat man ja noch nicht mal angefangen. Bisher würden diese Schiffe mit dem VLS aus Südafrika für Umkhonto LFK und dem extra günstigen aus Frankreich für die MICA LFK gebaut.
MK41 passt da rein, zumindest die kurze Variante, die ESSM aufnehmen kann.
Japan hat auch eigene Waffen im MK41. Bei Taiwan war auch mal zu lesen, das SkyBow 3 LFK ins MK41 sollten. Da wurde aber auch an was Eigenem gearbeitet. Wie bereits erwähnt, ist Lockheed extrem langsam mit der Produktion des MK41. Das RAM-System können wir auch nicht so einfach ersetzen.
Anders als andere gehen wir in die entgegengesetzte Richtung, weil die F127 ja ein AEGIS Schiff werden wird.
Und Lockheeds CMS 330 wird das Standard-Kampfmanagement-System der deutschen Marine.
Dadurch werden Anpassungen von Tacticos (Thales NL) und TKMS‘ ANCS langsam zu Grabe getragen.
Bei den U-Booten kommt ein System von Kongsberg zum Einsatz.
Selbst wenn wir die IRIS-T in einem VLS hätten, haben wir halt keine ordentlich funktionierende Software.
Bei uns ist ja jede Schiffsklasse anders. Andere Radare, andere LFK usw. Das macht es auch schwer, da mal auf Kurs zu kommen.
Bei den Arleigh Burkes gibt es das nicht in dem Maße und selbst da hat Lockheed Probleme, so dass AEGIS von dem monolithischen Design abrücken muss.
Wenn auf den A200 jetzt die gleiche Kombination wie bei der F123 Modernisierung zum Einsatz kommen soll, ist das okay.
Das Konzept der Konvoi-Fregatte ist vor 10 oder 15 Jahren gestorben, als die US-Logistikflotte anfing zu großen Teilen auszufallen. Diese Schiffe sind oft aus den frühen 70ern. Vieles fährt da noch mit Dampfturbinenantrieb.
Wir haben seit den F123 immer auf spezualisierte Kleinserien mit Beschaffungslücken dazwischen gesetzt. Mittlerweile ist die Beschaffungsgrösse auf 6 Einheiten gestiegen aber leider auch gehöriger Zeitdruck dazu gekommen. Verzögerungen bei den F126 werden jetzt durch eine weitere Beschaffung aufgefangen. Soweit so gut. Was ich aber komplett vermisse ist eine echte nachhaltige Strategie, wie sie beispielsweise mit Kongsberg/Norwegen zusammen bei den U-Booten läuft. Da liegt die Serie mittlerweile bei 12 Booten. Wenn Kanada aufspringen sollte noch viel mehr. Ist es wirklich nicht möglich strategische Allianzen im Fregattenbau zu schmieden? Stattdessen steuern wir jetzt auf den parallelen Bau von 3 Fregattentypen zu.
@K.B
(Quelle zur Bauzeit der 707-Tanker: Kieler Nachrichten: Neubau von Marinetankern wird zum Desaster)
Was ist denn so marine-spezifisch an diesen Schiffen ? Für mich als Landratte sind es einfach grau-gepönte Tanker mit einer Einrichtung für RAS. Sollte noch ein Heli dazukommen gibt es auch dafür bewährte Lösungen.
Klar, ggf. Bewaffnung und FüSys müssen eingerüstet werden, aber der Schiffskörper selbst sollte doch konstruktiv kein Problem sein.
[Oh weh. Bitte nicht an dieser Stelle die Debatte über die Tanker, äh, Betriebsstofftransporter und ihre militärischen Eigenschaften erneut anfangen. Hatten wir hier alles auführlich, bitte nachlesen. T.W.]
@SvD:
„Wenn auf den A200 jetzt die gleiche Kombination wie bei der F123 Modernisierung zum Einsatz kommen soll, ist das okay.“
Davon würde ich ausgehen. Für Australien hatte TKMS schon mit Saab zusammengearbeitet.
Ob das System dann eher an die modernisierten F123 angelehnt sein wird oder an die finnischen Pohjanmaa-Korvetten, dürfte dann zweitrangig sein.
Wenn CMS330 jetzt nicht direkt auf F126 oder F128 kommt, ist das IMHO unkritisch. Dann können die Kapazitäten erstmal auf F125 und K130 konzentriert werden, bevor eine neue Klasse drankommt.
@Thomas Melber:
Alles ziemlich nebulös von NVL. Ohne Thomas Wiegold verärgern zu wollen, hier zur Information (und nicht zur Diskussion) kurz die genannten Eckpunkte für die Schwierigkeiten, die alle keine rocket science sind:
„… spezifische Einsatzfähigkeiten wie eine Krankenstation mit direktem Zugang zum Flugdeck sowie ein modulares Container-System für unterschiedlichste Anwendungen. […]“
Darüber hinaus „spezielle militärische Anforderungen wie „Betankungen von beispielsweise zwei Fregatten in Fahrt“ und „die geschützte Kommunikation an Bord zur Teilnahme an operativen Einsätzen im Verbund mit Nato-Partnern“.
@ SvD
„ Das Konzept der Konvoi-Fregatte ist vor 10 oder 15 Jahren gestorben, als die US-Logistikflotte anfing zu großen Teilen auszufallen.“
Viel wichtiger als die eingemotteten Uralt-Frachter der US-Reserveflotte war Zugriff auf zivilen Frachtschiffsraum. Für europäischen Nato-Teil auf dem Papier zumindest kein Problem wegen grosser Frachtschiffsflotten in FRA, DEU, DNK, HEL, ITA, Es zählt der Besitz, nicht die Flagge. Real würde das Stellen von Besatzungen ggf. schwierig, falls die ganzen Fillipinos abheuern, wenn es heiss wird, darum hat man sich nicht gekümmert. Für USA ist das nahezu völlig weggebrochen, da gibt es nichts relevantes mehr an Frachtschiffen.
Konvoi-Schutz und U-Jagd war eigentlich immer die wichtigste Rolle der DEU Fregatten. Richtig ernst genommen wurde das seitens BW- und Marineführung aber irgendwie nie, siehe bis heute fehlende Schleppsonare, F125 ohne jede ASW-Fähigkeit oder Sich-nicht-kümmern um organische Ujagd-Helo-Fähigkeit der F123 nach Ausphasung der Sea Lynx. Es wäre so einfach, 6-10 Stk Wildcat kaufen und gut ist, aber nein. Man teilkastriert sich so gerne. Ist eigentlich erbärmlich dass die richtige Entscheidung für F128 der Marineführung geradezu aufgezwungen wurde, die sich so gerne immer noch in Goldrandlösungs-Traumtänzereien und Emotionen verliert.
@Nachhaltig
Wir kaufen halt Radarsysteme, Lenkflugkörper, Startanlagen und Teile der Software aus den USA. Das verkauft sich im Moment nicht so besonders gut. Obendrauf kommt dann Software aus Kanada.
Schlüsselindustrie sieht anders aus.
@Landmatrose3000
Der Jones-Act hat halt da nicht geholfen. Es gibt noch eine Handvoll RoRo Schiffe unter US Flagge mit US Besatzung.
Die Military Sealift Command Flotte ist nicht die Reserveflotte. Teile der MSC Flotte sind auch neu, wie zum Beispiel die Tanker und Versorger für die US Navy Einsätze. Die Transporteinheiten für die US Armee sind aber 30 bis 40 Jahre alt. Die Schiffe in der Ready Reserve Force, aus der die MSC Flotte dann wachsen soll, sind noch älter.
Von dem zivilen Teil der National Defense Reserve Fleet wollen wir lieber gar nicht reden. Dieser sah lange Zeit eher wie ein Schiffsfriedhof aus. Da sind auch keine 100 Schiffe mehr übrig.
Auf dem Papier muss die militärische Flotte binnen 4 bis 20 Tagen einsatzbereit sein. Die Schiffe sind da in Kategorien einsortiert. Die zivile Flotte kommt dann mit 20 bis zu 120 Tagen.
Das Problem ist, die überhaupt in Gang zu setzen, weil heute kaum noch jemand weiß, wie ein Dampfturbinenantrieb funktioniert. Und die Menge an Personal wird man auch nicht mehr so einfach zusammenkriegen.
30 jahre alte RoRo und Containerschiffe kosten quasi nix und laufen alle mit Dieselmotoren. Aber statt davon mal welche zu kaufen, behütet man seine 50 Jahre alten Seegurken oder verschrottet sie.
In den 90ern hat man sogar Schiffe aus der ehemaligen Sowjetunion gekauft, um Lücken zu stopfen. Und heute? Lässt man die Flotte vergammeln. Das hätte uns in Europa zu denken geben müssen.
Statt Konvoisicherung brauchen wir eher Schiffe zur Sicherung der europäischen Gewässer.