Bundeswehr schickt Erkundungsmission nach Grönland
Im Zuge der gemeinsamen Bemühungen einiger NATO-Länder, die Sicherheitsanstrengungen für die Arktis zu verstärken, will die Bundeswehr eine Erkundungsmission nach Grönland schicken. Das teilte das Verteidigungsministerium in Berlin am (heutigen) Mittwochabend mit, ohne auf die zuvor stattgefundenen Verhandlungen zwischen Dänemark, Grönland und den USA einzugehen.
Die Mitteilung des Ministeriums:
Auf Einladung Dänemarks wird sich Deutschland vom 15. bis 17. Januar 2026 gemeinsam mit weiteren europäischen Nationen an einer Erkundung in Grönland beteiligen. Ziel ist, die Rahmenbedingungen für mögliche militärische Beiträge zur Unterstützung Dänemarks bei der Gewährleistung der Sicherheit in der Region zu erkunden, beispielsweise für Fähigkeiten zur Seeraumüberwachung.
Die Bundeswehr wird dazu morgen früh mit einem Airbus A400M Transportflugzeug ein Erkundungsteam mit 13 Bundeswehrangehörigen nach Nuuk in Grönland entsenden. Die Erkundung vor Ort wird zusammen mit Vertretern weiterer Partnernationen stattfinden.
(wird ggf ergänzt)
Wenn die Bundeswehr Truppen nach Grönland schickt, dann doch hoffentlich mit einem robustem Mandat.
@Schlammstapfer
Noch kann das ja zudem unter „Übung“ laufen, unsere ARCTIC WARRIOR oder ARCTIC FORGE, quasi.
Man kann nur hoffen, dass diesmal bei den zweifelsohne folgenden Pressekonferenzen das richtige „wording“ gewählt wird. „Truppe IN“ bedeutet etwas völlig anderes, als „Truppe FÜR“.
In Litauen hat das ja nicht so richtig funktioniert.
Die hohe Abhängigkeit der Bundeswehr im maritimen Bereich von den USA führt jetzt natürlich zu reichlich absurden Gedankenspielen.
Wenn ich den Wink mit dem Zaunpfahl aus der PE richtig deute, denkt man ja offenbar an eine P-8-Stationierung in Grönland.
Müssen wir den Bestand daran noch weiter aufstocken, wenn jetzt noch zusätzliche Missionen besetzt werden müssen?
Die Strategie, von den USA Flugzeuge zur Abschreckung ihrer selbst zu kaufen, dürfte sich jedenfalls als nicht nachhaltig erweisen.
Lang lebe MAWS, Untote leben offensichtlich länger…
@Schlammstapfer
Wenn wir ein „robustes Mandat“ brauchen um uns gegen einen NATO-Verbündeten, wenn sich sogar gegen DEN NATO-Verbündeten durchzusetzen, dann können wir den Verein auch direkt beerdigen.
Das Problem ist die Rest-NATO ist so massiv von den USA abhängig (das wissen auch die im WhiteHouse) das wir ohne selbige Handlungsunfähig sind, die USA hat noch die Alternative FiveEyes, wir haben nix.
Eine EU-Armee wird genauso kriegstüchtig sein wie die KuK-Armee in WK 1, einfach weil sie die identischen Probleme hätte.
Abgesehen vom militärischen, glaubt jemand wenn wir „robust“ die Stirn bieten, das wir weiterhin durch die Partnerdienste vor Anschlägen gewarnt werden? Wie sähe wohl unsere Innenpolitik aus, wenn die alleine letztes Jahr aufgedeckten (Dank CIA/FBI) Anschläge erfolgreich gewesen wären?
Um mich richtig zu verstehen ich bin kein Fan der Situation nur haben wir uns die zu einem guten Teil selber zuzuschreiben, hätten wir uns früher vorbereitet aus Trump 2.0, auf Krieg in Europa, auf eine Weltmacht im Niedergang (mit all den Konsequenzen aus der Geschichte) dann wären wir nicht so abhängig wie wir es sind.
Habe ich einen Lösungsvorschlag? Eindeutig nein, zum Realismus gehört auch zu erkennen das das Kind gerade im Brunnen ersoffen ist.
@ Thomas Melber
Das war nicht ganz ernst gemeint. Allerdings gibt es in der Arktis zunehmend ein Problem mit Eisbären, die auf dem schrumpfenden Meereis immer weniger Nahrung finden und deshalb näher an menschliche Siedlungen herankommen. Die Situation auf Grönland kenne ich zwar nicht genau, aber wenn sie so ähnlich ist wie auf Spitzbergen, dann ist sie ernst.