DroneWatch: Klar hätten wir die abschießen können, wir wollten aber gar nicht
Nachdem vor einer Woche mehre Stunden ein Drohnenschwarm über einem Bundeswehrgelände in Celle unterwegs war, hat sich nun auch die Bundeswehr dazu geäußert. Kurz gefasst: Die Truppe, so erklärt das Heer, hat zwar die unbemannten Systeme nicht abgeschossen – aber nur weil sie nicht wollte.
Die stundenlange Luftbeweglichkeit der unbemannten Systeme über dem Ausbildungs- und Übungszentrum Luftbeweglichkeit (Ausb/ÜbZLbwglk) hatten in der vergangenen Woche regionale Medien gemeldet. Die Cellesche Zeitung hatte den Kommandeur des Ausbildungszentrums, Oberst Sönke Schmuck, mit den Worten zitiert: Es waren bis zu 25 Drohnen im Einsatz, und die wurden offenbar in Formation mit einer künstlichen Intelligenz gesteuert. Das macht man nicht mal eben so, sondern da waren Profis am Werk.
Allerdings, erklärte das Deutsche Heer auf Anfrage eine Woche später am (heutigen) Donnerstag, sei das noch lange kein Grund gewesen, diese Drohnen abzuwehren:
Am 11. Dezember 2025 wurde die Immelmann-Kaserne in Celle-Wietzenbruch in den Abend- und Nachtstunden wiederholt und andauernd von Drohnen (Unmanned aerial vehicle, UAV) überflogen. Informationen zu den genauen Systemtypen oder Stückzahlen sind aus Gründen der militärischen Sicherheit nicht presseöffentlich. Der Einsatz kinetischer oder elektronischer Mittel sei in diesem konkreten Fall grundsätzlich möglich, aber unverhältnismäßig, gewesen. Die Flugobjekte stellten zu keiner Zeit eine Bedrohung für Menschen oder Material dar. Dazu der Kommandeur des Ausbildungszentrums, Oberst Sönke Schmuck: „Man hätte kinetische und elektronische Mittel einsetzen können. Wir haben uns aber gegen ein Eingreifen entschieden, da der Einsatz vorhandener Mittel in diesem konkreten Fall nicht verhältnismäßig gewesen wäre“. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir zu den aktuellen Ermittlungen keine Aussagen treffen können.
Abgesehen davon, dass die Stückzahlen aus Gründen der militärischen Sicherheit nicht presseöffentlich sind, von der örtlichen Polizei dem NDR aber mit mindestens 20 angegeben wurden: Wenn eine hoch spezialisierte Bundeswehr-Liegenschaft stundenlang mit Drohnen vermutlich von Profis überflogen wird und der Einsatz schon nur elektronischer Abwehrmaßnahmen als nicht verhältnismäßig eingestuft wird – wann will die Bundeswehr überhaupt gegen Drohnen vorgehen?
Eine Woche nach dem Überflug in Celle gab es inzwischen ganz in der Nähe einen weiteren Vorfall dieser Art: Provokationen gehen weiter: Unbekannte Drohnen jetzt auch beim Bundeswehr-Fliegerhorst Faßberg, meldete am (heutigen) Donnerstag wiederum die Cellesche Zeitung.
Recht und Gesetz werden also nur durchgesetzt, wenn das „verhältnismäßig“ erscheint. So kann man Unfähigkeit auch als strategische Ambiguität tarnen (die „multinationale“ Schutztruppe lässt grüßen). Nee, Maskirovka ist schon die Spezialität einer anderen Nation …
Wie kommt eigentlich die Einschätzung zustande dass die Dinger zur keiner Zeit eine Bedrohung darstellten? Stand da jemand mit dem Feldstecher und hat geschaut ob eine Handgranate drunterhängt oder nicht? Oder ist das eine Aussage, die beruhigen soll, aber in der Realität wohl keine plausible Erklärung enthält?
Im Ernst, ich muss nicht bei der Bundeswehr sein, um angesichts solcher Stories die Hände vor dem Kopf zusammen zu schlagen. Da wirkt ein „Teile dieser Antwort könnten die Bevölkerung verunsichern“ im Nachhinein ja schon beruhigende als das.
Ich bezweifle, dass ein „Wirken“ gegen die Drohnen wirklich eine Möglichkeit war, ausgenommen vielleicht Fliegerabwehrschießen mit P8 und G36. Die Fähigkeiten dazu befinden sich im Aufbau (wenn überhaupt), wieso sollten die vor Ort gewesen sein?
Versteh die Kommentare hier nicht ganz.
Wenn ich nen full blown Luftangriff abbekomme schalte ich ja auch nicht sofort all AA Assets auf, um nicht alle meine Mittel und Standorte aufzudecken oder?
Blöd gesagt, wenn da wer mit dem Feldstecher bestätigt hat, das keine Granate dran hängt und nichts ausspioniert wird was schützenswert ist, dann kann man schon auch sagen „juckt mich nicht“. Vor allem wenns teuer wäre die Drohne(n) runter zu holen.
„…Wenn eine hoch spezialisierte Bundeswehr-Liegenschaft stundenlang mit Drohnen vermutlich von Profis überflogen wird und der Einsatz schon nur elektronischer Abwehrmaßnahmen als nicht verhältnismäßig eingestuft wird – wann will die Bundeswehr überhaupt gegen Drohnen vorgehen?“
Ich vermute die Aussage stammt vom Hausherrn T.W.
Und trifft den Nagel auf den Kopf.
Völliges Verständnis für den Nichteinsatz von Schusswaffen ( die Munition muss ja irgrndwo wieder runterkommen, auch ausserhalb des militär. Geländes ).
Aber der verbal bestätigte Nichteinsatz selbst von Störsendern um nicht einmal eine einzige Drohne beweismässig sicherzustellen ?
Was meines Wissens selbst bundesweit noch nicht der Fall war ?
Da muss sich die BW Fragen gefallen lassen in der nächsten Pressekonferenz…
Auch, wenn man nicht All-In geht, sollte die BW zumindest ein paar runterholen, um A) der Bevölkerung zu zeigen, dass sie es können und B) vielleicht etwas Intelligence über die Herkunft zu bekommen.
Nichts Tun ist auf so vielen Ebenen so peinlich.
Wie steht es eigentlich um die Ermittlung der Täter?
Das fände ich viel interessanter als die Vernichtung der Drohnen.
Ich kann durchaus verstehen, dass man bei einer Risikoabwägung zu dem Schluss kommen kann, Drohnen nicht abzuschießen. Aber was sollte einen davon abhalten, die Drohnenpiloten ausfindig zu machen?
Ich muss ehrlich sagen, dass ich ziemlich baff bin.
Wollen die wirklich warten, bis die Drohnen Waffen oder Munition einsetzen?
Ich bin auch der Meinung, dass da Interesse sein muss, mal eine sicher zu stellen, um die Verursacher zu ermitteln.
Ich kann nur den Kopf schütteln, in so einer Welt aktuell zu leben, ist schon hart.
Die Russen müssen sich kaputt lachen über die BW. Zur Verteidigung & zur Übung der Drohnenabwehr müssen alle Drohnen abgeschossen oder elektronisch bekämpft werden. Kollateralschäden müssen in Kauf genommen werden. Nur so wird die Bevölkerung den Ernst der Lage, die russische Bedrohung verstehen. D.h. jeder Kommandeur, der nicht schießen oder stören lässt muss sofort abgelöst werden, sonst wird die BW zur Lachnummer der ganzen Nato.
(google) Hmm… Wie sieht es mit Raketenabwehrstellungen aus, oder ist das ein rein israelisches Problem? Normalerweise sie UAV-Kommandostellen an Land und auf See zerstören…
Aus mil. Erkenntnisinteresse und zur möglichen Ermittlung der Verursacher wäre es selbstverständlich schlau gewesen, einige Drohnen sicherzustellen.
Aber was soll der Kdr denn in einem Statement sagen?
Bekannt ist, dass reichlich Drohnen über eine lange Zeit über die mil. Liegenschaft der Immelmann-Kaserne geflogen sind. Bekannt ist auch, dass zumindest nichts Offensichtliches (z.B. Gegenmaßnahmen) passiert ist.
Soll der Kdr sich hinreißen lassen zu:“Wir waren uns einer Gefahr bewußt, hätten auch gerne etwas gemacht, aber das haben wir nicht drauf.“ Dann hätte er kurz vor Weihnachten noch ein unangenehmes „Date“ auf höherer Ebene gehabt. => Total abwegig.
Da ist die „Nummer“ mit „NULL Gefahr, daher Unverhältnismäßig“ schon clever, weil zumindest formaljuristisch uneingeschränkt richtig.
Und ja, egal, wie groß die Straftat, die Reaktion hat immer im Verhältnis zur Tat zu stehen. Das ist aber nicht neu.
Wenn die Wache eine unbekannte Person aus der Kaserne fliehen sieht, wir ja auch nicht hinterhergeschossen, wenn von dieser Person keine konkrete Gefahr ausgeht.
Comedy pur!
„Wir hätten können, wenn wir gewollt hätten“ ohne je gezeigt zu haben, dass sie es wirklich gekonnt hätten und die Ergebnisse der mengenmäßigen Erhebng sind „nicht presseöffentlich“, weil es mangels Erkenntnissen nicht mal was zu vermelden gäbe….
Da bekommt Nackenschmerzen vom ganzen Kopfgeschüttel.
Ich brauche dringend mehr Popcorn!
@Closius
„Kollateralschäden müssen in Kauf genommen werden“
Kopfloses herumschießen wo vielleicht wirklich noch jemand zu schaden kommt, dürfte aber wirklich mehr Schaden anrichten als es zu ignorieren, wenn man nichts anderes machen kann.
Das man nichts anderes machen kann, ist natürlich ein Armutszeugnis bei all den Milliarden die die BS bekommt und Drohnen gibt es wirklich nicht erst seit Gestern.
Eine positive Annahme wäre, sie haben nichts (elektronisch) gemacht, weil im Hintergrund andere Dienste drann waren die ganze Aktion aufzuklären, also woher kommen die Drohnen, wer steuert sie, usw.
Ich glaube nur nicht ganz drann. Und Schrotgewehre wäre ja zu unkonventionell. Also lieber so tun, als sei alles unter Kontrolle?
puh ha…, ich erhielt den Artikel eben als link weitergeleitet. Meine Empfindung, es ist zum Fremdschämen. Wie kann man sich so Vorführen lassen?
Schon damals bei den Drohnen die über Brunsbüttels kritischer Infrastruktur flogen. Das ist schon eine Weile her und man hat nichts draus gelernt und womöglich fehlt ein gerüttelt Maß an couragierter Handlungsbereitschaft.
Mit 15 Jahren Bundeswehrlaufbahn und anschlleßend 25 Jahren Zivilberuf folgender Kommentar:
Dieses Denken, diese Wurstigkeit und dieser Fatalismus sind zivil und offensichtlich auch militärisch immanent.
Ich bin mit 71 Jahren alt genug, allen Bemühungen darum, diese Entwicklung zu drehen, mit Hoffnung zu begegnen.
Ich fürchte bloss, es dauert bis zu meinem 85-sten.
Aber: Es tut sich wenigstens was !
Es wäre spannend gewesen herauszufinden, wie der Kommandeur glaubt wirksam gegen die Drohnen werden zu können….
P8, G36 und MG3 fallen aufgrund des großen Gefahrenbereichs ja aus und sind an sich auch nicht für diese Ziele geeignet.
Schrotflinten mit passenden Chokes gibt es soweit ich weiß auch nicht (außer denen zum aufbrechen von Türen)…
Und flächendeckend sind keine elektronischen Gegenmaßnahmen in der Bundeswehr eingeführt.
Von daher, Herr Kommandeur,… nein, ich glaube sie hätten nicht gegen die Drohnen wirken können.
Bin ich eigentlich der Einzige, der in der möglichen Vorbereitung einer geheimdienstlichen Aktion eine Gefahr im Verzug sieht?
Der Schaden an Material oder Personal mag ja nicht unmittelbar eintreten, aber mit verzögerten Wirkung tritt er schon ein.
In Relation dazu ist der Abschluß einer 1000€ – Drohne definitiv verhältnismäßig.
Kirche bitte im Dorf lassen. Wenn es nicht opportun war, die Drohnen abzuschießen, dann darum, weil der Informationsgewinn daraus, sie fliegen zu lassen, Steuersignale aufzuklären, usw. das Interesse an einem Abschuss überwogen haben dürfte. Krieg ist zwar kein Skat, aber selbst da zeigt man seine Trümpfe den anderen Spielern ja nicht ohne Not.
Und mal ehrlich: Wie hätte denn hier die Kommentarspalte den Nachbrenner gezündet, wenn die auf die Drohnen geschossen und nur einen Bruchteil davon wirksam getroffen hätten? Dann wäre hier doch sofort wieder die Verzweiflung ausgebrochen, nach dem Motto: „Oh neim! Alle lachen über ums, wir sind 1 Armee vong Nixkönnern!!!11EINSELF“.
Nach der Entschlüsselung von Enigma musste die britische Admiralität bewusst Konvois opfern, damit die Kriegsmarine weiter auf die Sicherheit ihrer Verschlüsselung vertrauen würde.
[Nur als Hinweis: „nicht opportun“ und „nicht verhältnismäßig“ sind nicht das gleiche. T.W.]
Vielleicht dient diese Aussage auch dazu zu verschleiern, dass man auf diese Weise Herkunft und Zuständigen für diese Aktion besser verorten konnte/könnte/wollte? Vielleicht mal in einem halben Jahr nachfragen, ob etwas zu den Verantwortlichen dieser Aktion herausgefunden werden konnte? Wenn dazu dann keine Erkenntnisse vorliegen, ist das Verhalten der Bundeswehr so wie es dargestellt wurde, nicht nachzuvollziehen.
[Servicehinweis: Dieser Kommentator, der die Drohnensichtungen der vergangenen Monate insgesamt als Hinrgespinst abtun will, tritt hier erstmals in Erscheinung. T.W.]
Zitat: „Das macht man nicht mal eben so, sondern da waren Profis am Werk.“
Ja, außerirdische Profis waren da am Werk. Googelt mal nach Phantomluftschiffwelle 1896/97. Da gibt es schon einige Gemeinsamkeiten, sind immer Nachts geflogen, mit hellen Lichtern und Suchscheinwerfern um „Ja auch gesehen zu werden!“, sahen ziemlich seltsam aus. Zum Beispiel mit Schaufelrädern an den Seiten wie bei alten Missisippidampfern und mit großen Fledermaus/Drachenartigenflügeln, machmal haben diese Flügel sich sogar bewegt wie bei Vögeln.
Und sie Besitzer der Phantomluftschiffe konnten nie ermittelt werden. Einen Unterschied gab es jedoch: es kam auch zu Landungen und Zeugenberichten dieser Landungen, meistens waren es Menschen, eigentlich fast immer. Sie machten verschiedene Angaben vorher sie kamen, manchmal aus einem fremden Land weit, weit weg, manchmal aus Übersee oder halt USA wo diese Sichtungswelle stattfand. In der heutigen UFO Forschung geht man davon aus das diese Luftschiffe genau das gleiche wie heutige UFOs/UAPs waren nur eben an den damaligen Zeitgeist angepasst. 1946 waren es dann die sogenannten Geisterraketen über Schweden und umliegenden Ländern. Es ist wirklich interessant was da passiert denn 2019 gab auch schon so eine Drohnenwelle allerdings über den USA, mittendrin in Nebraska und Colorado. Und das waren bestimmt keine Russen!
Eine Kette von Kameraden sollten hier vernommen werden. Ganz klar der WO, KaSo und der Kasernen-Kdt. Eine unzureichende Haltung, von der Einstellung ganz zu schweigen.
Was für mich nicht zusammen passt ist das „es waren Profis“ und „es bestand keine Gefahr“.
Natürlich gibt es zig Dinge zu bedenken, von möglichen Schäden an Unbeteiligten wenn man die Dinger abschießt über die Möglichkeit des Informationsgewinns wenn man sie beobachtet.
Daraus ergibt dich eine Frage: warum werden nicht BW-Standorte die als wichtig eingestuft werden mit Drohnenverfolgungsdrohnen ausgestattet? Also fliegenden Drohnen die aus der Kaserne gestartet werden und dann den sich zurückziehenden Drohnenschwarm dahin verfolgen wo er her kam? Und dabei schön petzen wo sie rumfliegen.
Generell muss aber was passieren und das nicht einfach zugelassen werden. Das wäre wirklich schön.
Der Vorfall mit dem Drohnenschwarm über dem Bundeswehrgelände in Celle wirft weniger technische als kulturelle Fragen auf. Das Verhalten der Verantwortlichen wirkt wie ein Beispiel dafür, dass deutsche Behörden häufig stärker auf Fehlervermeidung als auf ein klares Ergebnis ausgerichtet sind.
Wenn im Nachhinein betont wird, man hätte die Drohnen abschießen können, es aber lediglich nicht gewollt, entsteht der Eindruck, dass hier vor allem keine persönliche Verantwortung übernommen werden sollte – möglicherweise aus Sorge um Karrierefolgen im Fall eines Fehlers. Dieses Muster erinnert an Aesops Fabel vom Fuchs und den Trauben: Was man nicht erreicht oder nicht beherrscht, wird im Nachgang zur nebensächlichen oder sogar unklugen Option umgedeutet.
Hinzu kommt die Frage, ob tatsächlich alle nötigen Mittel und klaren Einsatzregeln verfügbar waren, um in einer solchen Lage entschlossen reagieren zu können. Wenn Fähigkeiten und Ausstattung fehlen oder unzureichend sind, wird aus einem Problem des Systems schnell ein angeblich bewusstes „Nicht-Handeln“. Genau hier wäre mehr Transparenz notwendig, wenn Vertrauen in die Handlungsfähigkeit von Bundeswehr und Behörden gestärkt werden soll.
Ah, Bundeswehr jetzt auch im 3D-Schach angekommen – wie viele erfolgreiche Operationen sollte man den Feind durchführen lassen, um ihn „verhältnismäßig“ in trügerischer Sicherheit zu wiegen? Wie weit darf er gehen: Spionage, Sabotage, Attacken …?
Der glorreiche „Infomationsbeginn“ besteht nach wie vor darin, bisher keinen einzigen Akteur zu schnappen. Vielleicht sollte man für die „Steuersignale“ mal CCC und Co einladen – Zeit genug für eine Anreise wäre in diesem Fall ja gewesen.
Nichts für Ungut, aber der von Ihnen befürchtete Eindruck ist bereits enstanden und wird mit solchen erfolgreichen (Psy?)Ops verfestigt und ausgebaut.
@Pham Nuwen: Vielleicht, vielleicht auch nicht. Aber das schönste daran, ständig unterschätzt zu werden, ist, andere überraschen zu können.
@T.W.: Natürlich ist „nicht opportun“ nicht dasselbe wie „nicht verhältnismäßig“. Aber ist eine offizielle Sprachregelung auch immer die volle Offenbarung? Ich glaube, eher nicht.
[„Nicht verhältnismäßig“ ist eine juristische Aussage, die sich auf die Anwendbarkeit gesetzlich normierter Regelungen bezieht. Sie können natürlich vermuten, dass die Bundeswehr an der Stelle eine rechtlich relevante Falschaussage getroffen hat, ich bitte dann aber darum, das als Ihre Vermutung/Behauptung zu kennzeichnen. T.W.]
Fazit: „wir wollten nicht weil wir nicht konnten“
Faßberg hätte nach Celle nicht mehr passieren dürfen. Irgendwo müssen sich doch die Pilotenin der Nähe rumtreiben.
Wir haben hier zu viel kritisch militärische/zivile Infrastruktur, um sich weiter an der Nase herum führen zu lassen. Ich kann ja verstehen, dass Rheinmetall-Unterluß als ziviles Unternehmen nicht gegen Drohnen vorgehen darf, obwohl sie es könnten. Dort ist die Landespolizei zuständig. Aber über unsere militärischen Anlagen Drohnenflüge zuzulassen, hat nix mehr mit „Verhältnissmäßigkeit der Mittel“ zu tun.
Zumal der Kenntnislage! In Faßberg hätte ein vermeindlicher Pilot nicht viele unbemerkte Fluchtwege gehabt, um aus dem Gebiet zu verschwinden, nachdem er die Drohnen unbemerkt starten konnte ist , aber das Landen und wieder einsammeln der Dinger, braucht schon eine gewisse Zeit. Der Drohnenschwarm soll in östlicher Richtung verschwunden sein. (CZ Zeitung Bericht) . Von dort aber gibt es auch in Dunkelheit nicht viele Möglichkeiten, um unbemerkt zu entkommen. Aber leider ist die nächste Polizeiinspektion viel Kilometer entfernt, um effektiv regarieren zu können, hätte man etwas bemerkt.
Ich glaube hier waren Insider aus der Gegend am Werk, mit was für einer Motivation oder Auftraggeber auch immer. Ein erfolgreiches elektronisches Bekämpfen der Drohnen, durch militärische Bereitschaftskräfte, hätte bestimmt mehr Licht ins Dunkle gebracht.
Bewohner in umliegenden Orten müssen dringend die Augen und Ohren offen halten und alles verdächtige den Behörden melden.
Bei allen mehr oder weniger nachvollziehbaren Kommentaren…
wie soll denn eine „Verteidigung“ stattfinden und aussehen?
Eine Drohne wird gesichtet. Bis die Info von der sichtenden Person an der Wache ankommt dauert es schonmal ein paar Minuten (wer hat schon die Nummer im privaten Handy dabei, Laufwege etc.). Dann müsste das entsprechende Wirkmittel schnell zur Verfügung stehen samt dem Personal, das selbiges bedient. Der Hauptfeld wird das aber nicht einfach so sbschießen, da braucht es einer gewisse Entscheidungsfindung. Und zack, sind wir in einem Zeitbereich in dem wir hoffen müssen, dass das Ding immer noch an Ort und Stelle ist.
Einige Kommentatoren scheinen ein etwas sci fi geprägtes Bild zu haben, dass auf jedenm Kaserendach ein Flugabwehrgeschütz steht.
Die Kosten für ein 24/7 vorhalten eines Drohnenabwehrtrupps will ja auch geplant und durchgesetzt werden.
Das sind alles Dinge, die scheinen mir bei den „schießt es einfach runter“- Fans etwas zu kurz zu kommen.
Es waren warscheinlich BW Drohnen, von einer anderen Einheit.
Und irgendwer hat bei der Anmeldung geschlampt.
Deshalb keine Abwehrmaßnahmen und auch keine Stellungnahme.
Das passiert häufig wenn kein smarter Range Master vor Ort ist 😁
[Klar doch, über vier Stunden lang. Ich finde, auch PsyOps wie Ihre sollten eine gewissen minimale intellektuelle Qualität haben. T.W.]
@T.W.: Vielen Dank, ich bin selbst Jurist. Die Verwendung des Begriffs ist jedoch durchaus etwas quer in diesem Fall.
„Verhältnismäßig“ bedeutet
1. Geeignetheit
2. Erforderlichkeit
3. kein Verstoß gegen das Übermaßverbot
Geeignet wäre ein Waffeneinsatz durchaus gewesen. Drohnen unten, Ausspähversuch beendet. Erforderlich wäre er vermutlich auch gewesen. Denn ein milderes Mittel, die Tätigkeit von Drohnen ebenso wirksam zu beenden, dürfte es nicht gegeben haben. Bliebe noch der dritte Punkt. Umgangssprachlich die abwgende Frage: „Schießen wir praktisch mit Kanonen auf Spatzen?“ Dies hat der zitierte Kamerad ja für sich und die Bundeswehr hier zwar beantwortet, aber dabei auch ein kleines ablenkendes Rauchsignal gezündet, weil er auf die Bedrohung von Mensch und Material abstellte. Das eigentlich hier nachhaltig betroffene Schutzgut aber, nämlich die Wahrung militärischer Geheimhaltung und das Bewahren vor Ausspähung und Überwachung, wird so in den Hintergrund gedrängt.
Man kann nämlich durchaus auf den Gedanken kommen, dass bei einer durchaus noch üblichen Beschilderung „Militärischer Sicherheitsbereich – Unbefugtes Betreten verboten! Vorsicht Schusswaffengebrauch! der Kasernenkommandant“ die Abwägung im Einzelnen auch sehr vertretbar anders argumentiert werden könnte. Ohne dass man im Umkehrschluss gleich alles wegballern müsste, was den Kopf durch einen Kasernenzaun steckt, oder drüber hinwegfliegt.
Und ja, natürlich ist das weiter oben meine Vermutung oder Spekulation. Es ist ja auch Spekulatiussaison, aber vielleicht habe ich es auch einfach nicht hinreichend klar gemacht.
„Informationen zu den genauen Systemtypen oder Stückzahlen sind aus Gründen der militärischen Sicherheit nicht presseöffentlich.“
Ich bin ketzerisch und behaupte: man äußert sich nicht weil man es nicht weiß. Eine allgemeingehaltene Verlautbarung legt ja noch keine militärischen Geheimnisse offen (z.B.: „etwas zwanzig kleine Quadrocopter …“usw. usf. Gibt es denn Bilddokumente zu den Fluggeräten ? Zumindest der Presseoffizier dort hat doch sicher eine gute Kamera.
Alles recht nebulös, hier sollte man in die Informationsoffensive gehen, aber mit Pressearbeit tut sich die Bw leider oftmals schwer.
@berufspessimist:
Sie mögen mit ihrem Szenario ja recht haben. Aber die Aussage war ja gerade nicht „gib alles so schnell wir konnten nicht rechtzeitig reagieren“, sondern ein ‚Wir hätten gekonnt wenn wir gewollt hätten‘. Und die Aussage deckt sich mit ihrem Szenario dann nicht mehr. Eins von beidem muss dann also falsch sein. Und mein Verständnis der meisten Kommentare hier ist, dass auf diese Diskrepanz abgezielt wird.
Hmhhh. Seltsames Ding. Die vom Hausherrn benannten 4h sind schon ziemlich „Strange“. Das es 25 in Formation waren ist schon kein Hobby-Thema, aber auf der anderen Seite macht das doch selbst für den GRU/SVR recht wenig Sinn, so etwas non-clandestin einzusetzen. SIGINT-Aufklärung durch den Feind Russland geht doch auch dicke mit weniger Anzahl Drohnen- Spekulation/Exotisch: ggf. hat man auch EW probiert, aber es war ein Proof-of-Concept der Russen eines autonomen („AI“-ish) Schwarms und wie die BW reagier – Ist aber auch weit hergeholt. Und als „Show of Force“ hat es defintiv zu wenig medialen Impact (auch in der Theorie) – aber – ich sage nur „SIM“ („Die SIMs“) Fiaskos der Russen – who knows? Aktuell würde ich den Kollegen zustimmen, die sagen das war ein „unannounced Test“ (würde man dann aber ggf. auch anders PRen). Stranges Ding.
@all:
Drohnen können ja grundsätzlich entweder von einem Boden-Piloten gesteuert werden oder aber es ist bereits vorher ein Flugpfad einprogrammiert der sich am GPS-Signal orientiert ( Im Gegensatz zu Polen und auch dem Baltikum in Deutschland im Grunde noch flächendeckend ungestört ).
Sollte an jeweils betroffenen Standorten einer dieser kombinierten GPS/ Steuersignal-Jammer verfügbar sein könnte man durchaus versuchen einzele Drohnen mit dieser Schulter-„Waffe“ zu stören.
Was nicht klar ist wie diese Drohnen dann reagieren. Return to home klappt ja nicht da GPS gestört.
Wenn die alle im Schwarm trotzdem problemlos weiterfliegen würden dann gäbe es wohl Nav-Unterstützung von den ungestörten Drohnen über „unübliche“ Frequenzen.
Aber selbst das ist unklar, da ja anscheinend kein Versuch unternommen wurde.
Extrem wahrscheinlich ist aber das die Drohnen Sensoren an Bord hatten und diese Aufklärungsdaten auch abgeflossen sind.
Wohin bleibt ein Mysterium.
Ebenso wie die (Nicht-) Reaktion der BW…
@ oozlefinch
Schrotflinten mit passenden Chokes gibt es soweit ich weiß auch nicht (außer denen zum aufbrechen von Türen)…
Die Reichweite einer (selbst Buckshot) Schrotladung gegen die Schwerkraft ist nicht ausreichend bei ca. 100m Hoehe.
Cheers
Da fliegen 25 Drohnen stundenlang ! über eine Liegenschaft und es gibt nicht ein einziges Foto oder Video von irgendeinem Handy? Bin ich der einzige der das komisch findet?
Ich finde das Vorgehen und die Aussagen vom Herrn Oberst Schmuck durchaus okay. Das „Profis“ am Werk waren, wird sich doch sicherlich auf den Formationsflug und die KI beziehen. Nicht jeder Hobby Drohnenpilot wird sowas hinbekommen.
Das man hätte Wirken können, sich aber dagegen entschieden hat ist auch nachvollziehbar. Sowohl in Celle als auch in Fassberg gibt es nichts, was nicht auch auf Wikipedia steht. Also Aufklärungsergebnisse des Drohnenpiloten gehen wohl gegen Null. Und ja man hätte die Drohnen mit G36 in 100m Höhe wegschießen können oder mit was auch immer, aber die Kaserne in Celle ist auch IN Celle. Was hoch fliegt, fliegt auch wieder runter. Die Nachrichte über Einschusslöcher im 1km entfernten Kindergarten, sind wahrscheinlich eher das was der Drohnenpilot wollte als „Aufklärungsergebnisse“.
Ich stimme jedoch allen zu, dass es nicht kinetische Wirkmittel gegen Drohnen, in den Liegenschaften braucht.
Naja, muss halt erstmal son Ding in irgendeine Radarbox knallen bis man hier wieder aufwacht. Vielleicht gehts schneller mit Personenschaden. Deutschland ist und bleibt träge bis einem schlecht wird.
@Insider
Allerdings sind mir keine Kleindrohnen bekannt, die vier Stunden (zzgl. Hin- und Rückflug) Steh- / Flugzeit haben, i.d.R. liegt diese bei 45 Minuten +/- max.
Welcher Grundtyp war es denn nun: Quadrocopter oder fixed wing ? Wie wurde denn geflogen: Sensorstreifen oder „wild“ im Schwarm ? Ein paar Informationen sollte die Bw schon freigeben.
Jedes Geschoss kommt irgendwo wieder herunter. Warum sollte man Drohnen abschließen, wenn von ihnen keine Gefahr ausgeht? Ich halte die Lageeinschätzung von Oberst Schmuck und die ergriffenen Maßnahmen (beobachten und Strafverfolgung einleiten) anhand der geschilderten Fakten tatsächlich für absolut plausibel Auch halte ich es nicht für ratsam, ohne Kenntnis der genauen Umstände vor Ort eine weitergehende Bewertung vorzunehmen.
Bei allem Respekt, wenn Drohnen stundenlang konzentriert über militärischem Gelände kreisen und selbst der zuständige Kommandeur davon spricht „Das da Profis am Werk waren“, dann gibt es nur eine einzige Möglichkeit: Den sofortigen und konsequenten Abschuss. Wenn das die viel zitierte Abschreckungsfähigkeit sein soll, dann hängen wir am besten gleich die weißen Fahnen raus.
Modifizierte Sichtweise nachdem man dem oben verlinkten Zitat von Oberst Schmuck sowie von Zeitungen gefolgt ist:
„…Dutzende große Drohnen kreisten stundenlang über dem Gelände, während Soldat:innen ihre Weihnachtsfeier begingen…“
Nachdem man das gelesen hat kann man die Nichtbekämpfung eher verstehen würde ich meinen.
Überflüge genau während einer Weihnachtsfeier legen doch eine Störaktion nahe und keine Spionage.
Und eine zeitnahe aktive Reaktion hätte wohl den Charakter der Feier gestört.
In jedem Fall waren dies aber nicht Einzelpersonen mit Hobbydrohnen, gerade da von grossen bis sehr grossen Drohnen teils im Schwarm die Rede ist.
Da war zumindest professionelles Equipment unterwegs. Das auch einen gewissen Wert hat.
Was man aber wirklich bemängeln muss ist die Gesamtsituation:
In ganz Deutschland wurde bisher keine einzige Drohne oder dazugehöriger Pilot verhaftet die nicht der üblichen Kaufhausware oder dem üblichen Hobbypiloten entsprach. Oder ?
Alles nicht einfach, zugegeben.
Drohnen steigen 5 km entfernt auf ohne Licht.
Fliegen pilotengesteuert oder via GPS zum Ziel. Treiben beleuchtet Schabernack und fliegen dann 5 km unbeleuchtet wieder zurück. Wieder rein in den harmlosen PKW und tschüss…
Das Problem gibts ja im Grunde weltweit über allen Militärbasen und auch Flughäfen.
In Russland und China natürlich besser kontrollierbar.
Und nur in Nordkorea im Grunde unmöglich.
Aber trotzdem:
Könnte man hierzulande nicht mal einen einzigen echten Fall wirklich aufklären.. ?
Wir warten einfach, bis die erste Drohne eine Mumpel auf den Ex-Platz fallen lässt….vorher rührt sich der Michel nicht.
Zitat: „[Servicehinweis: Dieser Kommentator, der die Drohnensichtungen der vergangenen Monate insgesamt als Hinrgespinst abtun will, tritt hier erstmals in Erscheinung. T.W.]“
Ich tue die Drohnensichtungen durchaus nicht als Hirngespinst ab. Ich stelle nur folgende Fragen: wenn diese Drohnen von den Russen sind, woher waren sie dann als sie im US-amerikanischen Kernland aufgetauscht sind wie 2019 in Nebraska und Colorado. Oder wie schaffen es die „Drohnen“ immer Nachts an ihrem Zielort zu erscheinen ohne auf dem Weg dahin am Tage beobachtet oder von Radarsystemen erfasst zu werden?
Selbst wenn die Drohnen über Europa die z.b. über dem Flughafen München erschienen sind von der Ostsee kamen, brauchen die doch eine gewisse Zeit um in München anzukommen. Wie geht das ohne am Tage gesehen oder mit Radar erfasst zu werden? Stellt sich denn wirklich keiner diese Fragen? Ich tue die Drohnen nicht einfach als Hirngespinst ab, ich stelle nur in Frage das sie aus Russland kommen. Zumal es ja letztens noch die Meldung gab das Russland Spionage Satelliten mehrmals am Tag über Deutschland fliegen. Also warum dann noch Drohnen?
Handelsblatt: Deutsche Drohnenwaffe ist komplett – Gefechtskopf getestet
Die Bundeswehr kann, wenn sie will. Sie eskaliert aber nicht ohne Not.
[Da werden ein paar Dinge sehr leichtfertig vermischt. Eine Unternehmensmeldung zu Loitering Munition sagt ziemlich exakt Null über die Fähigkeiten der Bundeswehr bei der Drohnenabwehr. So was machen wir hier bitte nicht.
Zudem finden, wie bekannt, Links zu deutschen Verlagswebseiten hier i.d.R. nicht statt – Link deshalb entfernt.
Zu dem angesprochenen Thema Loitering Munition kommt noch ein gesonderter Beitrag hier. T.W.]
@Lovecraft1897:
Die Identifizierung von Drohnen im Überlandflug ist nicht ganz einfach, solange sie nicht eindeutig schneller sind als ein Vogelschwarm oder größer als Gänse – ein aktuelles Überwachungsradar filtert sowas bisher automatisch weg.
Anders sieht es aus, wenn das Objekt.(oder die Objekte) über einem bestimmten Gebiet ungewöhnliche Flugmuster durchführt, z.B. gleichmäßige Kreise zu ziehen oder Streifenraster abzufliegen.
Und was das heimliche Auftauchen betrifft: Wenn es die Ukraine schafft, in einem feindlichen Überwachungsstaat Drohnenschwärme zu starten und damit Bomberbasen anzugreifen, sollte es ein seit langem in einem freiheitlichen Lande etablierter Geheimdienst schaffen, sowas auch aufzuziehen..
@Langnase
Die Drohnen um die es geht sind doch größer als Gänse, es sind Starrflügel-Drohnen ähnlich wie eine Reapermilitär-Drohne, in der Größenordnung. In New Jersey gab es Größenangaben von Auto bzw. SUV Groß bis sogar Bus-groß. Das wurde auch von verschiedenen Zeugen hier in Deutschland so gesagt. Ich weiß nicht mehr welcher Flughafen es gewesen ist oder ob jetzt wirklich in Deutschland aber eine dieser Drohnen ist direkt am Flughafentower vorbei geflogen und die Aussage der Fluglotsen war Starrflügel-Drohne.