DroneWatch: Klar hätten wir die abschießen können, wir wollten aber gar nicht

Nachdem vor einer Woche mehre Stunden ein Drohnenschwarm über einem Bundeswehrgelände in Celle unterwegs war, hat sich nun auch die Bundeswehr dazu geäußert. Kurz gefasst: Die Truppe, so erklärt das Heer, hat zwar die unbemannten Systeme nicht abgeschossen – aber nur weil sie nicht wollte.

Die stundenlange Luftbeweglichkeit der unbemannten Systeme über dem Ausbildungs- und Übungszentrum Luftbeweglichkeit (Ausb/ÜbZLbwglk) hatten in der vergangenen Woche regionale Medien gemeldet. Die Cellesche Zeitung hatte den Kommandeur des Ausbildungszentrums, Oberst Sönke Schmuck, mit den Worten zitiertEs waren bis zu 25 Drohnen im Einsatz, und die wurden offenbar in Formation mit einer künstlichen Intelligenz gesteuert. Das macht man nicht mal eben so, sondern da waren Profis am Werk.

Allerdings, erklärte das Deutsche Heer auf Anfrage eine Woche später am (heutigen) Donnerstag, sei das noch lange kein Grund gewesen, diese Drohnen abzuwehren:

Am 11. Dezember 2025 wurde die Immelmann-Kaserne in Celle-Wietzenbruch in den Abend- und Nachtstunden wiederholt und andauernd von Drohnen (Unmanned aerial vehicle, UAV) überflogen. Informationen zu den genauen Systemtypen oder Stückzahlen sind aus Gründen der militärischen Sicherheit nicht presseöffentlich. Der Einsatz kinetischer oder elektronischer Mittel sei in diesem konkreten Fall grundsätzlich möglich, aber unverhältnismäßig, gewesen. Die Flugobjekte stellten zu keiner Zeit eine Bedrohung für Menschen oder Material dar. Dazu der Kommandeur des Ausbildungszentrums, Oberst Sönke Schmuck: „Man hätte kinetische und elektronische Mittel einsetzen können. Wir haben uns aber gegen ein Eingreifen entschieden, da der Einsatz vorhandener Mittel in diesem konkreten Fall nicht verhältnismäßig gewesen wäre“. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir zu den aktuellen Ermittlungen keine Aussagen treffen können.

Abgesehen davon, dass die Stückzahlen aus Gründen der militärischen Sicherheit nicht presseöffentlich sind, von der örtlichen Polizei dem NDR aber mit mindestens 20 angegeben wurden: Wenn eine hoch spezialisierte Bundeswehr-Liegenschaft stundenlang mit Drohnen vermutlich von Profis überflogen wird und der Einsatz schon nur elektronischer Abwehrmaßnahmen als nicht verhältnismäßig eingestuft wird – wann will die Bundeswehr überhaupt gegen Drohnen vorgehen?

Eine Woche nach dem Überflug in Celle gab es inzwischen ganz in der Nähe einen weiteren Vorfall dieser Art: Provokationen gehen weiter: Unbekannte Drohnen jetzt auch beim Bundeswehr-Fliegerhorst Faßberg, meldete am (heutigen) Donnerstag wiederum die Cellesche Zeitung.