Eurofighter als „Rückgrat der Luftwaffe“, US-Modell F-18 als „Brückenlösung“ (Zusammenfassung)

Die Bundeswehr soll als Ersatz für ihre betagten Tornado-Kampfflugzeuge sowohl neue Maschinen des Typs Eurofighter als auch US-Flugzeuge des Typs F-18 von Boeing erhalten. Mit dieser – erwarteten – Entscheidung setzte das Verteidigungsministerium das Verfahren für die Beschaffung der neuen Kampfjets in Gang, die ab der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts der Luftwaffe zur Verfügung stehen sollen. Mit den US-Flugzeugen soll dabei sowohl die so genannte Nukleare Teilhabe als auch die elektronische Kampfführung aus der Luft sichergestellt werden.

Nach Planung des Wehrressorts soll der Eurofighter, ein europäisches Kampfflugzeug aus Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien langfristig weiterhin das Rückgrat der Luftwaffe bilden. Die F-18 aus den USA seien dagegen als Brückenlösung gedacht, bis das gemeinsame Future Combat Air System (FCAS) von Deutschland, Frankreich und Spanien eine gemeinsame europäische Lösung dafür bereitstellt.

Über die Ablösung der 85 betagten Tornado-Kampfjets der Luftwaffe wurde bereits seit langem diskutiert. Die frühere Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte im Januar vergangenen Jahres entschieden, dass als Nachfolgemodelle der Eurofighter und die F-18 untersucht werden sollten. Dabei ging es nicht zuletzt um die Fähigkeit, in Deutschland stationierte US-Atomwaffen mit deutschen Kampfjets ins Ziel zu bringen. Eine Beschaffung der F-35, des modernsten US-Kampfjets, hatte die Ministerin dagegen ausgeschlossen.

Von der Leyens Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer informierte die Abgeordneten von Verteidigungs- und Haushaltsausschuss am (heutigen) Dienstag über die Entscheidung, welche neuen Flugzeuge künftig den Tornado ersetzen sollen:

• Zusätzlich zu den vorhanden 141 Eurofightern sollen 93 neue Flugzeuge dieses Typs beschafft werden:
– 38 Eurofighter der so genannten Tranche 4 als Ersatz für die Eurofighter der ersten Generation, der so genannten Tranche 1
– 40 weitere Eurofighter, die den Tornado in der Rolle als Jagdbomber ablösen sollen und
– zunächst nur als Option vorgesehene weitere 15 Eurofighter, die für den elektronischen Kampf ausgelegt sind.

• 30 Kampfjets des US-Typs F/A-18 F Super Hornet Block III, die modernste Version, auf die auch die U.S. Navy ihre F-18-Maschinen aufrüstet, vor allem für die Nukleare Teilhabe. Diese Flugzeuge sind bislang zwar nicht für den Einsatz von Atomwaffen zertifiziert. Da aber eine frühere Variante der F-18 dafür von den US-Behörden freigegeben war, geht das deutsche Verteidigungsministerium davon aus, dass der Zertifizierungsprozess nicht bei Null beginnt und damit schneller und kostengünstiger möglich ist als bei einem anderen Flugzeug.

• 15 Kampfjets des US-Typs E/A-18 Growler, die für die so genannte luftgestützte elektronische Kampfführung ausgerüstet sind und damit unter anderem die bislang für den Tornado vorgesehene Bekämpfung der gegnerischen Luftabwehr (Suppression of Enemy Air Defense, SEAD) übernehmen.

Nach den Worten von Kramp-Karrenbauer folgt Deutschland mit der Beschaffung eines US-Flugzeugs für den Atomwaffeneinsatz vor allem seiner Zusage in der NATO, weiterhin mit der Nuklearen Teilhabe an der atomaren Abschreckung im Bündnis teilzunehmen:

Ich habe innerhalb der Bundesregierung bislang keine andere Festlegung gehört. Es gibt auch keine Passage im Koalitionsvertrag, die das meines Wissens infrage stellt. Die konkrete Entscheidung über die Tornado-Nachfolge im Parlament wird in der nächsten Legislaturperiode fallen. Das heißt, dass in der vorangehenden Bundestagswahl und den anschließend zu führenden Koalitionsverhandlungen Raum für eine solche Debatte sein wird.

sagte die Ministerin der Süddeutschen Zeitung (Link aus bekannten Gründen nicht, ohnehin hinter Paywall).

Und sie machte damit deutlich, dass das jetzt eingeleitete Verfahren noch keine Beschaffungsentscheidung ist. Die soll nach den Plänen des Ministeriums für die US-Flugzeuge, aber auch für die zusätzlichen Eurofighter über die 38 Ersatzmaschinen hinaus, erst Ende 2022 oder Anfang 2023 dem Bundestag zur Billigung vorgelegt werden – nach der nächsten Bundestagswahl. (Eine Parlamentsentscheidung über die 38 Eurofighter der Tranche 4 soll noch in diesem Jahr fallen.)

Allerdings müssen aus Sicht des Wehrressorts die Gespräche sowohl mit der US-Regierung, die den Kauf der F-18 als Foreign Military Sales freigeben muss, als auch mit der Industrie in den USA und in Europa möglichst bald beginnen. Das Ziel ist aus Sicht des Verteidigungsministeriums und der Luftwaffe, die Ablösung der Tornados bis 2030 hinzubekommen – dafür müssten die ersten der neuen Maschinen, ob Eurofighter oder F-18-Varianten, in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts zulaufen.

Deswegen hatte Kramp-Karrenbauer nach ihren Angaben am (gestrigen) Montag mit ihrem US-Kollegen Mark Esper telefoniert: Die amerikanische Seite ist sich über das Verfahren sehr bewusst und weiß daher, dass mögliche Gespräche jetzt kein Präjudiz sind. Eine formale Anfrage Deutschlands steht allerdings noch aus.

Mit der Planung werde, so heißt es aus dem Ministerium, auch technisches und industrielles Know-How in Deutschland erhalten und gefördert. Vor allem sei die deutsche wehrtechnische Industrie mit dem geplanten Kauf weiterer Eurofighter als auch der Entwicklung des FCAS-Projekts perspektivisch ausgelastet. Zudem würden auch hierzulande Arbeitsplätze gesichert – eine Aussage Richtung Airbus und IG Metall, die bei einer Entscheidung für den Kauf von US-Kampfjets ein Ende des militärischen Flugzeugbaus in Deutschland prognostiziert hatten.

Offen bleibt dabei, wie der Bundestag in gut zwei Jahren die Bedeutung der nuklearen Teilhabe einschätzt – die NDR-Sendung Streitkräfte und Strategien hatte kürzlich darauf verwiesen, das neue seegestützte Nuklearwaffen der USA die von Flugzeugen ins Ziel gebrachten US-Atomwaffen in Europa praktisch überflüssig machen könnten.

Aus der Opposition reagierte der Grünen-Verteidigungsexperte und Haushälter Tobias Lindner ablehnend auf den Vorschlag aus dem Ministerium:

Ob die Zahlen, die jetzt für Eurofighter und F-18 genannt werden, wirklich aus dem Auftrag der Bundeswehr abgeleitet sind oder nicht vielmehr einem sachfremden koalitionsinternen und industriepolitischem Rational entspringen, bleibt das Geheimnis der Verteidigungsministerin. Mich überzeugt diese Lösung nicht. (…)  Die Beschaffung der F18 jetzt primär mit der antiquierten und sicherheitspolitisch äußerst fragwürdigen nuklearen Teilhabe zu begründen, zeigt, dass dies die falsche Kaufentscheidung ist.
Wer wie Annegret Kramp-Karrenbauer die Beschaffung der F18 mit der nuklearen Teilhabe begründet, gleichzeitig aber seit jeher jegliche Debatte über die Nuklearstrategie der NATO im Verteidigungsausschuss vermeidet, entzieht einer solchen Beschaffung die parlamentarische Grundlage. Die heutige Ankündigung über die geplante Beschaffung der Tornado-Nachfolge ist eine persönliche Präferenz der Verteidigungsministerin, mehr auch nicht.

(Archivbild August 2019: Lt. Cmdr. Benjamin Orloff, assigned to the „Blue Blasters“ of Strike Fighter Squadron 34, conducts a supersonic pass in an F/A-18E Super Hornet next to the guided-missile destroyer USS Gridley during a training exercise – U.S. Navy photo by Mass Communication Specialist 2nd Class Cameron Stoner)

128 Gedanken zu „Eurofighter als „Rückgrat der Luftwaffe“, US-Modell F-18 als „Brückenlösung“ (Zusammenfassung)

  1. @Koffer:
    Die Folgeschritte sind verschiedene formale Hürden in Deutschland und in den USA.

    Es muss in den USA ein FMS Case durchlaufen werden:
    https://www.dsca.mil/foreign-customer-guide/fms-what-happens-first

    In Deutschland sind die notwendigen Dokumente im Rahmen des CPM zu erstellen, dann wird wohl nächstes Jahr eine Angebotsaufforderung erfolgen.
    Hierfür braucht es übrigens schon eine Einplanung im Haushalt, genau diese könnte die SPD noch verwehren.

    Vielleicht verstehen sie nun etwas besser, warum es vielleicht dich keine so tolle Idee war die SPD vor den Kopf zu stoßen.

    Es ist eben nicht nur die 25-Mio-Vorlage.

  2. @Georg

    Ich habe schon gesehen das die spanische Luftwaffe ihren Anteil daran hatte. Man hat sicher eine Liste aufgestellt um Obsoleszenzen abzustellen und einige Kleinigkeiten zu verbessern. Das meinte ich mit „gefordert“. Die Auflistung ist vielleicht nicht abschließend. Es war auch die Rede davon das die E-Scan Radare für die gesamte Flotte kommen sollen. Bei der F-15, F-16 und F-18 ging der Wechsel von PESA auf AESA auch problemlos.
    Das von Ihnen angesprochene Problem, der zu tief integrierten Avionik, ließe sich lösen. Dafür müsste man Tabu Rasa machen. Die Frage, was das genau kostet, kann man hier schlecht beantworten, dafür fehlen dann doch die Einblicke. Mal davon ab, wenn man nur 15 Jahre alte Tranche 1 Vögel wieder auf einen Stand bringt, der noch 10 Jahre oder länger vertretbar ist, lohnt sich das. Damit hätte man eine Lebensdauer von 25 Jahren oder mehr erreicht. Sollten die T2 und T3 noch Upgrades erhalten, vielen die älteren Teile als Reserve für die T1 ab. In den Avionik Komponenten dürften ja wohl haltbare Feststoffkondensatoren verbaut sein und nicht die billigen Elektrolyt Dinger, die nach x Jahren einfach versterben. Und selbst das wäre kein Problem, es gibt Firmen die elektrische Baugruppen wieder aufarbeiten können.

    Auch die Probleme mit britischer Nietkunst an der Zelle scheinen Spanien nicht groß zu beeindrucken.

    Aus logistischer Sicht mag es vorteilhaft sein die Tranche 1 loszuwerden, das könnte aber auch den Export gen Osteuropa bedeuten. Obsoleszenzen kann man aber schlecht exportieren. Es ist ein Problem die T1 einfach als Schrott abzuschreiben, während andere Länder nach günstigen F-16 suchen aber keine finden oder von den USA geblockt werden (modifizierte Israelische F-16 gen Kroatien geblockt).

    spontane Strategie sagt:
    25.04.2020 um 18:51 Uhr
    „Die F-35 befindet sich am Anfang ihrer Nutzungsphase. Fairerweise würde man die derzeitigen F-35 Probleme zum Beispiel mit denen der Anfangsphase Eurofighter vergleichen. Da wären wir auf alle Fälle auf Augenhöhe ;-).“

    Wäre mir neu das die Tranche 1 fast auseinander fällt. Unvergessen sind die Beschädigungen an einigen F-35 im Flugbetrieb, die Risse in fast allen Baugruppen und am besten der Selbstmord eines Triebwerks beim Abflug zu einer Flugshow. Es hatte halt die hohen Fliehkräfte (>6G) bei einem Testflug nicht vertragen. Das die F-35B jetzt schon ganz ganz knapp unter ihrem maximalen Abfluggewicht liegt, wird so schnell auch niemand vergessen. Das wird für Aufrüstungen und Mängelbeseitigungen im Block 4 Upgrade/Fix noch sehr interessant. Block 4 sollte einem eigentlich schon klar machen, das ist nicht mehr mit der Situation um die Eurofighter der Tranche 1 vergleichbar. Die drei F-35 sind schon durch wesentlich mehr Versionen gegangen.

    Memoria sagt:
    25.04.2020 um 21:31 Uhr
    „@Koffer:
    Die Folgeschritte sind verschiedene formale Hürden in Deutschland und in den USA.

    Es muss in den USA ein FMS Case durchlaufen werden:
    https://www.dsca.mil/foreign-customer-guide/fms-what-happens-first

    FMS ist generell kein MUSS.

    @Klaus-Peter Kaikowsky (KPK)
    Ich habe mich nur darüber beklagt, das Sie die ausgelieferten F-18 als „Trägervariante“ betitelt haben… wo es eben nur diese gibt.

  3. @ spontane Strategie

    Der Plan bei der F-35 war in 3, oder eigentlich 4 Versionen inklusive der F-35I, die folgenden Flugzeuge abzulösen:

    A-10
    Harrier
    F-16
    F-15C
    Tornado
    F-18C
    F-18E/F

    Welche dieser Typen, außer Harrier und F-18C, wurden wirklich abgelöst?

    Keine.

    Stattdessen übernimmt die F-35 die Aufgaben der F-4 in 2 Staaten…

    Die USAF bekommt neue F-15, die F-16 wird weiterproduziert und weiterentwickelt und bekommt für die indische Ausschreibung sogar einen neuen Namen.

    Die Nutzung der F-18 SH wird verlängert. Der Tornado wird nur in den Ländern mit der F-35 ersetzt, die am Bau beteiligt sind und dies auch hauptsächlich, weil man gleichzeitig ein Trägerflugzeug brauchte.

    Das Flugzeug hat sich nicht so durchgesetzt, wie erwartet, weil die Stealth Auslegung viele Kompromisse an anderen Stellen fordert und der Preis extrem hoch ist.

    Eine gute Ergänzung ja, aber ein Flugzeug, was das Rückgrat einer Luftstreitkraft bildet, eher bei kleinen Nationen.

    Ja, die F-35 steht am Anfang der Karriere. Aber da sowohl die USAF, als auch die US Navy ein weiteres, neues Kampfflugzeug planen, was einmal F-15, F-22 und die SH ablöst, müsste noch sehr viel in die F-35 investiert werden, um wirklich flächendeckend Kampfflugzeuge der Generation 4, oder 4+ zu ersetzen.

    Die F-35 scheint etwas den F-117-Weg zu gehen.

    Der aktuellen Generation in manchem voraus, aber am Ende im Westen das einzige Flugzeug der Generation 5.

    Während es von der 6. Generation mindestens 3, vermutlich sogar 4 Flugzeuge geben wird.

    Ich halte die Entscheidung, jetzt in bewährte Flugzeuge zu investieren, für richtig. Die F-35 wird schneller veraltet und im Vergleich weniger leistungsfähig sein, wenn in Europa NGF und Tempest verfügbar sind.

  4. @Memoria sagt: 25.04.2020 um 21:31 Uhr
    „Die Folgeschritte sind verschiedene formale Hürden in Deutschland und in den USA.

    Es muss in den USA ein FMS Case durchlaufen werden:
    https://www.dsca.mil/foreign-customer-guide/fms-what-happens-first

    +1

    Wie lange dauert das nach Ihrer Erfahrung üblicherweise? Ist das bis nächstes Jahr im Winter (also bis wir nach der BT-Wahl wieder eine Regierung haben) machbar?

    Spielt da der US-Wahlkampf eine Rolle und ist die Legislative umfangreich beteiligt oder ist das eine reine exekutive Aufgabe?

    „Vielleicht verstehen sie nun etwas besser, warum es vielleicht dich keine so tolle Idee war die SPD vor den Kopf zu stoßen.“

    Nein, verstehe ich nicht. Meine Meinung dazu habe ich bereits dargestellt. 1. Die SPD wurde nicht vor den Kopf gestoßen, sondern bestimmte Teile nutzen derzeit nur die Lage um ihre (bereits vorher vorhandene und gefestigte Position) öffentlichkeitswirksam darzustellen. 2. Es gab keine andere Alternative, da die betreffenden Spieler (Friedenspolitiker auf der einen Seite und Industriepolitiker/Gewerkschafter auf der anderen Seite) so oder so nicht positiv einzubinden gewesen wären. Versuche gab es genug.

  5. @Koffer:
    Das Verfahren zeitlich jeweils schwer prognostzierbar, aber der genannte Zeitraum scheint möglich. Lediglich kürzere Zeiten sind oft nicht machbar. Wie weiter oben beschrieben wird auch der Kongress informiert, der eine Art Veto-Recht hat, dies jedoch fast nie ausübt.

    Die FMS-Verfahren werden oftmals auch schon zur Marktsichtung verwendet, also administrative Tätigkeit ohne Einbindung von Ministern.

    Nachdem die FMS-Genehmigung vorliegt, kann dann ja erstmal ein Vergabeverfahren beginnen. In dem Fall ja bei NT mit Entwicklungsanteil.

    Da sehe ich, wenn überhaupt, vor Ende 2023 keinen endverhandelten Vertrag. Dann noch die 25 Mio-Vorlage.

  6. SvD sagt: 25.04.2020

    „Bei der F-15, F-16 und F-18 ging der Wechsel von PESA auf AESA auch problemlos“

    Es war mir nicht bewusst, dass F-15, F-16 und F-18 vor dem AESA (Active Electronically Scanned Array) mit einem PESA (Passive Electronically Scanned Array) Radar ausgerüstet waren. Wissen Sie zufällig wie diese PESA Radare bei der F-15, F-16 und F-18 heißen?
    Warum wurde beim Wechsel von den klassischen mechanischen geschwenkten Radar Geräten nicht gleich auf AESA mit TRM gewechselt?

  7. Eine kritische Bewertung. Insbesondere die Rolle des – Britischen – Typhoon, der bereits alle Rollen des Tornado außer NT übernimmt, gibt Denkanstöße.
    Tornado-Nachfolge: sind F/A-18 Super Hornet & EA-18 Growler also wirklich eine optimale Lösung?

    Eine Analyse von @Konflikt_Sicher via @wordpressdotcom.
    „Die von der Bundesregierung favorisierte Nachfolge des Tornado Kampfflugzeuges u.a. durch ein F/A-18 & EA-18 Tandem ist nicht unbedingt die optimale Lösung für die Weiterführung der verteidigungspolitisch wichtigen Nuklearen Teilhabe sowie der Elektronischen Kampfführung. Die Beschaffung der US-amerikanischen F-15E (X) für NT nebst der britischen Eurofighter-Typhoon in der ECR/SEAD-Variante würde zu größeren Synergieeffekten für die Luftwaffe und ihre NATO-Partner führen“.
    https://konflikteundsicherheit.wordpress.com/2020/04/26/tornado-nachfolge-sind-f-a-18-super-hornet-ea-18-growler-wirklich-eine-optimale-loesung/amp/?__twitter_impression=true

  8. Moin Moin sagt:
    26.04.2020 um 17:11 Uhr
    „Es war mir nicht bewusst…“

    Mir auch nicht :D Ich habe da zwei Beispiele vermischt.
    Einfache Pulse Doppler Radare sollte da stehen. Der Technologiewechsel war damit noch wesentlich anspruchsvoller.
    Den Wechsel von PESA zu AESA hat z.B. die Rafale vollzogen. Die US Bomber B-1 und B-2 ebenso.

    Die Nachrüstradare für die F-16 erfordern keine Änderung an der Stromversorgung oder der Kühlung. Auch das Radar der F-18 Super Hornet kann, in geschrumpfter Form, ohne große Probleme in die F-18 Hornet eingerüstet werden. Für die F-18 Hornet steht auch das AESA Radar der F-16 zur Verfügung.

    F-16: https://news.northropgrumman.com/news/releases/united-states-air-force-selects-the-northrop-grumman-apg-83-sabr-for-f-16-aesa-radar-upgrade

    F-18: https://www.janes.com/article/95142/usmc-begins-aesa-upgrade-for-classic-hornets
    https://news.northropgrumman.com/news/releases/northrop-grumman-performs-successful-sabr-fit-check-on-fa-18c-fighter-at-marine-corps-air-station-miramar

    Die genauen Leistungsdaten der Eurofighter Stromversorgung und Kühlung kenne ich zwar auch nicht aber es zeigt sich, wo ein Wille ist, ist auch Weg.
    Die Tranche 1 kann, mit dem spanischen Upgrade und einem AESA Radar noch lange fliegen. Da viele Staaten im Osten der EU gebrauchte Flieger suchen, wäre das eine sinnvolle Sache.

  9. @ KPK

    Der Artikel ist lesenwert, aber die Analyse ist in machen Bereichen falsch.

    Die F-15EX ist keine reine Weiterentwicklung der F-15E, sondern hat neben vielen Änderungen sogar neue Triebwerke bekommen.
    Sie ist noch nicht einmal in der Flugerprobung, also mehrere Jahre hinter der Super Hornet Block 3, was den möglichen Einsatz angeht.

    Außerdem sind die Betriebskosten einer F-15 weit über denen einer F-18 angesiedelt.

    Der EF, auch als britische Variante, kann momentan die ECR-Rolle nicht erfüllen. Über den zeitlichen Horizont bis zur Inbetriebnahme einer solchen EF-Version haben wir hier oft diskutiert und festgestellt, dass einzig die Growler das Lastenheft und vor allem die zeitliche Komponente erfüllt.

    Wir kommen an einer 2-Musterstrategie nicht vorbei. Und auch die Briten setzen neben dem EF auf die F-35.

  10. Allgemein ist auffällig, wie schnell das Diskussionsniveau sinkt, wenn es um Kampfflugzeugbeschaffungen geht. In offenen Foren oder Blogs ist das ja noch nachvollziehbar, wenn die fanboys getriggert werden. Da kennt man halt seine (guten) Kommentatoren und versucht, manch anderes zu ignorieren.
    Aber wenn selbst Christoph Prössl (NDR) einen technisch fragwürdigen Kommentar abgibt und – wie von KPK verlinkt – andere Blogbetreiber ziemlich fehlerhafte Beiträge abliefern, die weit geteilt werden, dann sehe ich das – nicht zuletzt mit Blick auf die öffentliche Meinungsbildung – kritisch.
    Es geht halt um ziemlich viel Geld, da kann seriöse Informationspolitik schwierig werden. Eine Lösung dafür habe ich auch nicht, wollte es nurmal geschrieben haben.

    Aber zur Sache:

    – Bei den Statements nach der Sitzung des Verteidigungsausschusses sind vor allem zwei Punkte von Tobias Pflüger (Die Linke) beachtenswert:
    1. „Eine Brückenlösung wohin eigentlich?“ Das konnten weder AKK noch Staatssekretär Zimmer beantworten.
    Sprachliche Nebelkerzen…
    2. „Wir haben gefragt, was die finanzielle Dimension des gesamten Projektes ist. Dazu gab es keine Information.“
    Das ist insbesondere deswegen interessant, weil für den Weiterbetrieb des Tornados konkrete Zahlen in den Raum gestellt worden sind, um seine möglichst frühe Ablösung wirtschaftlich lohnenswert erscheinen zu lassen. Da sollten fairerweise auf gleichen Berechnungsgrundlagen die Modelle für den Ersatz durchgerechnet werden.
    Videolink: https://www.youtube.com/watch?v=2kvmIqNCxJI

    – Da NT mit Freifallbomben grundsätzlich militärisch fragwürdig ist, ist es auch von untergeordneter Bedeutung, dass die F-18 dafür von den möglichen Kandidatinnen (F-35 / F-15) die ungeeignetste ist, Aber NT ist nunmal politisch gesetzt.
    Viel bedeutender für die Auswahl der F-18 für NT ist doch die EA-Version: „Die Bundeswehr setzt auf das US-Modell nicht allein wegen der so genannten Nuklearen Teilhabe, der Fähigkeit, US-Atombomben einzusetzen: Es geht den deutschen Streitkräften vor allem darum, möglichst schnell Kampfjets für Electronic Attack, die Fähigkeit zur elektronischen Kriegführung aus der Luft, zu bekommen und dafür die so genannte Growler-Variante der F-18 zu beschaffen.“ ( https://augengeradeaus.net/2020/03/tornado-nachfolge-wohl-split-eurofighter-und-us-modell/ )
    Und genau deshalb macht die Rüstungslobby (im Twitteruniversum z.B. @WachterBDI) Stimmung gegen die SH/Growler-Pläne. Eine funktionierende Growler in der Luftwaffe ist der tot für den ECR-EF – auch wenn die Regierung eine wolkige Option dafür in die Pläne reingeschrieben hat.
    Natürlich ist bei der EA-18 die BlackBox-Frage kritisch, und welches EW-Wissen die USA bereit sind zu teilen. Die Luftwaffe scheint da jedenfalls keine Zweifel zu haben, dass es für ihre Zwecke ausreicht.

  11. @ Klaus-Peter Kaikowsky (KPK), 26.04.2020 um 20:03 Uhr

    Interessanter Artikel, aber angesichts der aktuellen Lage und der bereits frühzeitig erfolgten Ausschließung der F-15 ist das alles „spilled milk“. Man kann es ggf. in ein paar Jahren wieder hervorkramen und dann entweder in die Rubrik „hab ich es euch nicht damals schon gesagt…?!?!“ oder „oh, da hab ich wohl nicht Recht gehabt…“ einsortieren.

  12. @ SvD

    Zitat: „Das von Ihnen angesprochene Problem, der zu tief integrierten Avionik, ließe sich lösen. Dafür müsste man Tabu Rasa machen. Die Frage, was das genau kostet, kann man hier schlecht beantworten, dafür fehlen dann doch die Einblicke. Mal davon ab, wenn man nur 15 Jahre alte Tranche 1 Vögel wieder auf einen Stand bringt, der noch 10 Jahre oder länger vertretbar ist, lohnt sich das. Damit hätte man eine Lebensdauer von 25 Jahren oder mehr erreicht. “

    Die Eurofighter Tranche 1 sind vielleicht nur 15 Jahre alt, deren Elektronik ist aber 30 Jahre alt, denn das sind alles noch die Komponenten die für den früheren „Jäger 90“ entwickelt wurden. Die Elektronikkomponenten basieren auf dem 68030 Mikroprozessor von dem Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Da geht es nicht um Elektrolytkondensatoren, die bei normalen PC-Mainboards nach 5 Jahren den Geist aufgeben, sondern um eine Prozessortechnologie, die seit 20 Jahren nicht mehr produziert wird.

    Aber nochmal, es geht bei dem Ersatz von der Tranche 1 um die Programmierarbeit, die bei dem Ersatz bzw. der Erweiterung der Avionik–Module (LRUs) aufgewendet werden müsste und die immer wieder in eine Sackgasse führt, weil man bei jeder Erweiterung wieder von vorne anfangen müsste.

    Bei der Radarentwicklung für den Eurofighter geht es nicht darum ob es ein Passiv oder Aktiv geschwenktes Electronical Scanned Array-Radar ist. Das in der Tranche 1 eingerüstete, damals 1995 neu entwickelte EuroRadar CAPTOR-C ist schon ziemlich gut und kann auch noch eine Weile die Anforderungen erfüllen.
    Es war ein Übergangsradar indem man die mechanische Schwenkung der planaren Antenne absolut perfektioniert hat. Diese Technologie kann heute durch die aktive Strahlschwenkung AESA, mittels vieler kleiner Sende-/Empfängermodule statt einer großen Wanderfeldröhre, leichter und verläßlicher generiert werden.

    https://de.wikipedia.org/wiki/EuroRADAR_CAPTOR

    https://de.wikipedia.org/wiki/Active_Electronically_Scanned_Array

  13. @ K.B.

    Zustimmung in weiten Teilen. Electronic Attack ist wichtiger als Nukleare Teilhabe.

    Man darf aber nicht vergesssen die FA-18 F ist auch konventionell ein hervorragender Jagdbomber, den wir dringend als Nachfolge für den Tornado benötigen. Der Eurofighter in der deutschen Ausführung ist da bei weitem noch nicht so weit, den Rückstand kann man bestimmt in vielen Jahren bemessen.

    Zu der Frage welche Infos teilen die Amerikaner für die Growler. Die Growler soll im Rahmen der Nato eingesetzt werden. Wenn die Nato also beschließt einen Luftschlag auszuführen, dann soll sich DEU mit den Attack Jammern beteiligen. Es ist davon auszugehen, dass die USA aber auch die Nato insgesamt, auch befreundete Nationen wie die Schweden die Nato bei der Primäraufklärung von russischen Waffenssystemen unterstützen. Also ich erwarte nicht zu wenig Info-Weitergabe an die deutsche Luftwaffe.
    Auch bei den Black-Box Gedanken sehe ich wenig Probleme. Wenn es US-amerikanische Vorbehalte in der Elektronikausstattung der Growler geben sollte, dann werden diese Black Boxes eben durch einen US-Contractor gewartet und instandgesetzt. Hauptsache die funktionieren und erfüllen ihren Zweck !

  14. @Georg

    Sofern sie nicht Amerikanische Waffen für die F-18 mitkaufen ist der Abstand eigentlich genauso groß. Bisher hat die Luftwaffe den Eurofighter nicht als Jagdbomber oder Tornado Ersatz gesehen, dass dürfte nun anders aussehen.

  15. Der Realist sagt: 25.04.2020 um 22:37 Uhr
    „Die F-35 scheint etwas den F-117-Weg zu gehen.
    Der aktuellen Generation in manchem voraus, aber am Ende im Westen das einzige Flugzeug der Generation 5.“

    Ich wusste nicht, dass es im Westen nur ein Flugzeug der Generation 5 gibt. Wissen Sie welcher Generation die F-22 angehört?

  16. @ Moin Moin

    Ja, ich hatte die zwei Wörter „in Produktion“ vergessen.

    1:0 für Sie.

    ;-)

  17. @ Pmichael

    Die 600 eigenen Taurus Marschflugkörper und falls wir die HARM AGM-88 noch im Bestand haben, sind mit der FA-18 F sofort einsetzbar. Wieviel Jahre wird deren Integration in den Eurofighter wohl noch dauern ?

  18. @Georg

    Da die angedachten Super Hornets nicht den selben Waffen und Missioncomputer mit den spanischen F/A-18 teilen wäre die Taurus halt nicht sofort einsetzbar. Die Super Hornets wie auch die Eurofighter müssten durch den selben Prozess gehen. Es gab also keine Integration der Taurus weder für die deutschen noch spanischen Eurofighters, da beide Luftwaffen keine Luft-Boden Bewaffnung für den Eurofighter vorsehen bzw. vorgesehen haben.

  19. @Georg
    „Die Eurofighter Tranche 1 sind vielleicht nur 15 Jahre alt, deren Elektronik ist aber 30 Jahre alt, denn das sind alles noch die Komponenten die für den früheren „Jäger 90“ entwickelt wurden. Die Elektronikkomponenten basieren auf dem 68030 Mikroprozessor von dem Ende der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Da geht es nicht um Elektrolytkondensatoren, die bei normalen PC-Mainboards nach 5 Jahren den Geist aufgeben, sondern um eine Prozessortechnologie, die seit 20 Jahren nicht mehr produziert wird.“

    Prozessoren sterben in der Regel nur durch Überhitzung oder Überspannung. Ob die noch produziert werden ist auch relativ, solange man sie noch kaufen kann. Und es gibt immer noch Lagerbestände. Diverse Kleinteile könnten allerdings fehlen. Neben dem Alter der Elektronik sind die Fliehkräfte ihr ärgster Feind. Nichts hält ewig.

    „Aber nochmal, es geht bei dem Ersatz von der Tranche 1 um die Programmierarbeit, die bei dem Ersatz bzw. der Erweiterung der Avionik–Module (LRUs) aufgewendet werden müsste und die immer wieder in eine Sackgasse führt, weil man bei jeder Erweiterung wieder von vorne anfangen müsste.“

    Das müsste man eben nicht, wenn man die Maschinen jetzt für einen fest definierten Nutzungszeitraum modernisiert oder eben mit open-end versucht die Technik so lange wie möglich am Leben zu halten. Von stetigen Upgrades war keine Rede. Selbst in den USA fliegen ja so einige F-15 und F-16 mit einer sehr ‚bewährter‘ Avionik rum. So wird das wohl auch mit den T1 in Spanien laufen.
    Darüber hinaus steht die Frage im Raum, was Tabula Rasa nun kosten würde.
    Bei der F-18 Super Hornet hat man Anfang auch den alten Plunder F-18 Hornet genutzt, weil das ja für den US Kongress kein neues Flugzeug sein sollte. Daher mussten die Kosten für neue Avionik deutlich später und leicht versteckt durchs Budget laufen. Das war zwar, im Gegensatz zum Eurofighter, so geplant, dennoch… Ich sehe hier einen möglichen Interessenkonflikt bei Airbus. An Neubauten verdient man mehr und die drücken die Kosten für Exporte.

    Die Aufarbeitung von Flugzellen kostet in den Werften der US und Israel Air Force fast nix… Die Israelis sind Meister darin die Avionik zu modernisieren.
    Und wir wollen 15 Jahre alte Flieger entsorgen?
    Den T1 könnte man sicher zukunftssicher machen, nur kostet das eben Geld und die Variante ist ja über 5 Länder verteilt. 4 von den 5wollen dazu auch noch die Produktion erhalten…

    Ja man kann mit dem PESA Radar arbeiten aber wenn die Röhre(n) ausfällt, ist das Radar komplett tot. Sollten sich alle Länder, außer Spanien von dem T1 abwenden, ist die Versorgbarkeit des Radars wohl auch bald Geschichte.

  20. Pmichael sagt: 27.04.2020 um 15:44 Uhr
    „Es gab also keine Integration der Taurus weder für die deutschen noch spanischen Eurofighters, da beide Luftwaffen keine Luft-Boden Bewaffnung für den Eurofighter vorsehen bzw. vorgesehen haben.“

    Nutzen nicht beide Luftwaffen (Spanien und Deutschland) die GBU-48 als Luft-Boden Bewaffnung für den Eurofighter?

  21. @Moin Moin

    Ja, GBU-48 Komptabilität ist gegeben aber es war mehr Machbarkeitsstudie für den Exportmarkt, dass der Eurofighter halt ‚multi-role‘ ist – abhängig was der Kunde genau haben will. Es ist halt immer abhängig was die jeweiligen Luftwaffen genau wollen, Rafale hat ja das gegenteilige Problem in Frankreich und hat im Prinzip bis Heute keine State of the Art Luft-Luft Bewaffnung.

  22. K.B. sagt: 27.04.2020 um 9:43 Uhr

    +1 sehr guter Beitrag und Diskussionspunkte, insbesondere die beiden aus dem Verteidigungsausschuss

    Rüstungslobby:
    Grundsätzlich kein Problem damit, wenn Airbus mit dem ECR EF nach vorne Denkt und ein Angebot macht. Aber das Timing für ein Konzept, dass letztendlich nur aus einer Hochglanzbroschüre besteht war aus meiner Sicht unprofessionell. Einfach verschlafen. Selbst bei wohlwollender Betrachtung wäre der propagierte ECR EF nicht vor 10 Jahren Einsatzbereit. Die Warnrufe mit Untergangsstimmung aus dem Betriebsrat für den Fall, dass man sich bei der Tornado Nachfolge nicht für EF entscheidet fand ich dann komplett daneben. Auch wenn der EF in vielen Teilen ein industriepolitisches Projekt ist und wir natürlich unsere Industrie erhalten und unterstützen wollen, sollte das die Industrie nicht davon entbinden etwas Brauchbares zum benötigten Zeitpunkt zu liefern. Schafft sie das nicht, darf sie auch nicht jammern wenn der Zug abgefahren ist.

  23. Pmichael sagt: 27.04.2020 um 17:44 Uhr
    „Ja, GBU-48 Komptabilität ist gegeben aber es war mehr Machbarkeitsstudie für den Exportmarkt, dass der Eurofighter halt ‚multi-role‘ ist – abhängig was der Kunde genau haben will. Es ist halt immer abhängig was die jeweiligen Luftwaffen genau wollen, Rafale hat ja das gegenteilige Problem in Frankreich und hat im Prinzip bis Heute keine State of the Art Luft-Luft Bewaffnung“

    Welche Eurofighter Export Nation nutzt GBU-48?

    Durch die medienwirksame mehrfache Teilnahme der Luftwaffe an internationalen Großübungen (z.B. RedFrag 2020 in Las Vegas) in der Multi Role Variante, einschließlich scharfer Abwürfe von GBU-48, hatte ich den Eindruck die Luftwaffe legt großen Wert auf ein Multi Role Training seiner Piloten. Ist das Teil der Machbarkeitsstudie für den Exportmarkt?

    Welche Luft-Luft Bewaffnung neben der METEOR braucht Frankreich auf der Rafale um State of the Art zu werden?

  24. @ Navales:

    „Was uns aus meiner Sicht vor allem fehlt ist die Fähigkeit zur Luftnahunterstützung.“

    Luftnahunterstützung steht und fällt ja nicht mit der Brimstone. Der EF hat ja auch eine Bordkanone und laut Bw-webseite soll er in Zukunft auch die GBU-54 einsetzen können. Und auch der Einsatz einer GBU-48 ist ja bei CAS nicht ausgeschlossen. (Aber ja: eine Brimstone würde sicherlich eine Lücke zwischen Bk und 500lbs-Bombe schliessen)

    Aber tatsächlich hoffe ich, dass die Super Hornet nicht auf die NT beschränkt wird und auch ihre Stärke als konventioneller Jagdbomber ausspielen darf. Allerdings habe ich da so meine Befürchtungen…wir erinnern uns: die „Übergangslösung“ F-4F kam seinerzeit OHNE Sparrow-Fähigkeit daher. AMRAAMs kamen dann erst in den 90ern.

  25. Wenn die US.Navy 650 Stück F-18 E/F als „Brückenlösung“ bis die F-35 alle Aufträge erfüllen kann gekauft hat, kann das Flugzeug so schlecht nicht sein. Und für den Preis von 3 F-18 F bekommt man eine F-35 inkl. der katastrophalen Software und den Umstand, das die F-35 mit einem Triebwerk wohl kaum die Ladung einer F-18-F in die Luft und ans Ziel bekommt. Zumindest nicht „Stealth“. Daran zu glauben, dass Donauwörth Produktionsanteile bekäme ist Unsinn, dass wurde schon vor 10 Jahren ausgehandelt, wer welchen Anteil bekommt.

  26. Luftnahunterstützung:
    Wie gehabt, da sind noch 2 Dinge in der Pipeline:
    Es gibt das Projekt LaGS (Laser guided Sidewinder von Diehl) alte Sidewinder 9L zu CAS LFK umzurüsten. Der Infrarotsucher wird dabei durch einen Lasersuchkopf ersetzt. Diese Sidewinder können Problemlos auch an der F-18 genutzt werden, beim Eurofighter sollte es da auch keine Probleme geben.
    Diehl und Safran arbeitet dazu noch an der Kleingleitbombe HUSSAR, das wird aber noch dauern.

    In anderen Nachrichten:
    Saabs Gripen C/D bekommen nun die Option auf ein itarfreies, schwedisches AESA Radar umzusteigen:
    http://www.airrecognition.com/index.php/news/defense-aviation-news/2020/april/6179-saab-completed-first-air-trials-with-its-new-fighter-x-band-aesa-radar.html

  27. Falls Sie die Debatte hier noch weiterführen wollen, empfehle ich den Beitrag der Forscher und Forscherinnen des IFSH im Spiegel (Link z. K., können Sie gern wieder entfernen: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/f-18-welchen-sinn-haben-deutsche-atombomber-a-63ccf36e-afb6-499e-97bc-c33bc9360ec6)
    Mal sehen ob die Argumente politischen Widerhall erfahren. Im Kern empfehlen sie ebenfalls einen Mittelweg und sich vorbehaltlos und offen die (technische) NT zu überdenken.

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