Marine will neue SeaLion-Hubschrauber vorerst nicht fliegen

Die Deutsche Marine wird mit ihren neu gelieferten Hubschraubern vom Typ NH90 SeaLion vorerst nicht den Flugbetrieb beginnen. Als Grund nannte das Verteidigungsministerium erhebliche Fehler in der technischen Dokumentation der Maschinen. Die Herstellerfirma Airbus Helicopters sicherte zu, an der zeitnahen Behebung der Defizite werde gearbeitet.

Die geplanten 18 SeaLion-Helikopter sollen die betagten SeaKing-Hubschrauber der Marine ablösen, unter anderem im Such- und Rettungsdienst über Nord- und Ostsee. Die erste Maschine hatte Airbus im Oktober ausgeliefert – allerdings war sie nur an das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) übergeben worden; die Marine selbst hat den Hubschrauber bislang nicht übernommen. In diesem Jahr will der Hersteller insgesamt drei der Maschinen ausliefern.

Das Verteidigungsministerium erklärte in einer Mitteilung am (heutigen) Mittwoch, die Ansprüche der Streitkräfte an Sicherheit und Qualität des Gesamtsystems seien bislang nicht erfüllt:

Wir sind zwar grundsätzlich von der Leistungsfähigkeit des Hubschraubers NH 90 SEA LION überzeugt. Aber aufgrund der unzureichenden und lückenhaften technischen Dokumentation kann jedoch zum jetzigen Zeitpunkt ein Flugbetrieb durch die Frauen und Männer der Marine nicht verantwortet werden.
Eine akribische und lückenlose Dokumentation ist die Grundlage für strukturiertes und damit sicheres Handeln, ob im Grundbetrieb oder im Einsatz. Daher verzichten wir auf einen vorschnellen Beginn des Ausbildungsflugbetriebes noch in diesem Jahr. Der Hersteller hat zugesagt, die noch erheblichen Fehler in der Dokumentation schnellstmöglich zu beheben. Diese Verzögerung hat aber aktuell keine Auswirkungen auf die Herstellung der vollen Einsatzreife des Hubschraubers, die ab 2023 vorgesehen ist.

Konkret nannte das Ministerium das elektronische Handbuch, die Interaktive Elektronische Technische Dokumentation (IETD), als Problem: In diesem Manual hätten sich in deutlich mehr als 150 Positionen Unregelmäßigkeiten gezeigt. Beispiele dafür seien fehlende Informationen zum Abschmieren beweglicher Bauteile oder fehlende Verlinkungen für die Abbildung von Wartungsschritten.

Airbus Helicopters erklärte dazu lediglich: Die vom Ministerium genannten Punkte sind seit längerem bekannt und wir arbeiten bereits mit allen beteiligten Partnern an deren zeitnaher Behebung. Allerdings hatte sich schon zuvor abgezeichnet, dass die Marine aus mehreren Gründen mit der Übernahme der Maschinen zögert – es fehle, so hieß es, nicht nur an der nötigen Infrastruktur für den neuen Hubschrauber. Auch die Ausrüstung der Maschinen scheint noch nicht komplett, ebenso der Bedarf an Ersatzteilen.

(Foto: Ankunft des ersten SeaLion bei den Marinefliegern in Nordholz am 6. November 2019 – mit freundlicher Genehmigung von Pierre Reich via ETMN-Planespotting)

73 Gedanken zu „Marine will neue SeaLion-Hubschrauber vorerst nicht fliegen

  1. @ Sierra Romeo

    Ich war selbst dabei wie der damalige Vizepräsident von Airbus Military 2002 in Hamburg auf dem Werksflughafen vor 40 Soldaten das Versprechen abgegeben hat, wenn der A400M von der Bw bestellt wird, dann steht er 67 Monate nach Vertragsabschluss auf dem Flugplatz der Bw.
    Der Vertragsabschluss war dann 2003 und wann die ersten Maschinen in welchen Fähigkeitszustand dann bei der Bw in Wunstorf standen, das können Sie selber nachschauen.

    Das die Bw keine alte Technologie kaufen will, liegt doch im Interesse der Industrie. Wer hat denn bei Eurocopter die Kohlenfaserproduktionsentwicklung (Stichwort Autoenklaven) in Donauwörth bezahlt ? Wer hat die Fly-by-wire Technologie bei der Entwicklung von Flugzeugen bezahlt ? Natürlich die Bw mit der Entwicklung des NH-90, des Tigers und vorher des Tornados.

    Tatsächlich ist es aber auch das BwB, bzw jetzt das BAAINBw, das lieber eine Neuentwicklung als ein Produkt von der Stange haben will (wenn es dieses Produkt überhaupt im militärischen Markt gibt). Zum Einen ist das Produkt sowieso 10 Jahre alt wenn es fertig entwickelt, gebaut und in der Truppe eingeführt ist, also veralten tut eine Neuentwicklung von alleine und zum Anderen sichert eine Neuentwicklung Jobs und deren entsprechend hohe Dotierung beim BAAINBw.

    Die Komplizierheit des Ausschreibungsverfahren haben die Politiker die die Gesetze machten zu verantworten. Das hält aber Politiker nicht davon ab, die eigenen Regeln zu brechen, wenn es ihrem Wahlkreis zu gute kommt. (Siehe die nicht erfolgte Ausschreibung zur Beschaffung der neuen Korvetten, die vermutlich baulich nicht mehr viel gemeinsam haben werden mit der ersten Serie, die dann 15 Jahre alt sein wird und gemeinhin als 1. Los bezeichnet werden.)

    Zitat:
    „Natürlich muss man auch sagen, dass die Systeme in den letzten 50 Jahren exponentiell komplexer geworden sind, sowohl technisch als auch organisatorisch über die vielen Lieferanten der Systemkomponenten. “

    EADS, vorher DASA, vorher Telefunken System Technik in Ulm hat fast 20 Jahre benötigt um ein Nachfolgeradar für die Flugplätze der Bw zu entwickeln. (ASR-S als Nachfolger für das ASR 910). In der Zwischenzeit hätte man viele fertige Flugplatzumgebungsradare, auch in digitalisierter Form, von den Konkurrenten z.B. Thales kaufen können. Dieses Produkt unterscheidet sich wenig von den Anforderung an ein Radar für einen zivilen Verkehrsflughafen.
    An der Radarentwicklung ist verglichen mit anderen Rüstungsprojekten nichts besonders komplexes dran. EADS wollte nur jede Komponente des Radargerätes neu entwickeln und hat sich dies von der Bw 15 – 20 Jahre lang bezahlen lassen.

  2. Der Realist sagt:
    29.11.2019 um 8:40 Uhr
    „Manche Entscheidungen dauern aber auch unnötig lang.
    Ein gutes Beispiel ist das STH-Projekt.
    Es wird seit mehreren Jahren darüber diskutiert, welchen der beiden einzigen in Frage kommenden Helikopter man bestellen möchte.
    Es hat sich aber seit Entscheidung für einen der beiden Kandidaten technisch nichts an den Mustern geändert. Auch das Einsatzprofil ist gleich geblieben. Man hätte also schon lange eine Entscheidung treffen können.“

    Es gibt nur ein Modell.
    Der CH-53K ist nicht mal fertig. Der CH-47F wird dagegen bereits mit den Triebwerken des CH-53K getestet. Die US Army will das Geld dafür und die Block 2 Aufrüstungen nicht ausgeben und spinnert von irgendwelchen Sciencefiction Helis rum. Es würde keinen Sinn machen Ch-53K zu kaufen, wenn diese Hubschrauber extrem mängelbehaftet sind, es keinen Großserienstandard für die Produktion gibt und die Basispreise (ohne Nachrüstungen und Mängelbeseitigung) schon exorbitant hoch sind.
    Beim CH-47F ist jetzt das Dilemma, dass entsprechende Triebwerke zur Verfügung stehen, mit denen man die Leistungslücke zum CH-53K verkleinern kann.
    Das braucht aber noch Zeit und die US Army weigert sich eben auch zuzuschlagen.

    Bei den Marinehubschrauber gab es Alternativen und bei den für den SAR Dienst vorgesehen sogar mehr als genug Auswahl.

  3. @ Left Blank

    Event. liegen Sie mit ihren Autovergleichen falsch. Wie Sie ja richtig beschreiben arbeitet die Bw nach einer anderen Methode.

    Die S1000D Norm ist gut geeignet die Waffensysteme der Bw technisch zu dokumentieren. Das ist nicht das Problem. Wohl aber das spezielle Fachwissen der technischen Redakteure, die diese Prozesse beschreiben sollen.

    Wir können ja in einer ruhigen Stunde (eher Tage) mal aufarbeiten was bei der Einführung des Eurofighters in die Lw von 2003 bis 2012 alles falsch lief und wie hilflos die Industrie bei vielen Prozessen gewesen wäre, ohne die militärischen Fachberater für die jeweilige Flugzeugfachrichtungen.

    Das beginnt bei der Erstellung und Korrektur der IETD, geht weiter über die Ausbildung von technischen Personal (insbesondere bei der Ausbildung der östereichischen soldatischen Techniker wäre EADS ziemlich verloren gewesen, wenn die miltärischen Ausbilder der Lw nicht unterstützend, z.T. auch korrigierend geholfen hätten) und beim Aufbau einer Logistik und Bauzustandsmanagementsystem, das praxisgerecht ist und funktioniert (und nicht eine Baugruppe mit dem PKW von Rostock nach Manching fahren und dann über das „hole in the wall“ (eine Erfindung von EADS) zu tauschen.

    Und bitte erzählen Sie mir nicht welche Kompetenzen ein guter technischer Redakteur haben muss, das weiß ich selber. Im Gegensatz zu manch anderen Redakteur habe ich aber 30 Jahre Praxiserfahrung über die Thematik über die ich eine Technische Dokumentation erstelle !

  4. Left Blank sagt:
    29.11.2019 um 12:56 Uhr
    „Die V-Industrie ist zur Parallelwirtschaft geworden. Musste sie auch, da die Bw eigene Verfahren, Methoden und Prozesse hat (MOTS). Daran wird festgehalten, egal wie alt. Nun will man aber auch die neuen Informationsdarstellungen haben (COTS). Nun werden die MOTS Methoden auf die COTS Methoden angewandt und man handelt sich etliche Fehler ein.“

    In meiner Welt steht COTS für Commercial off the shelf und MOTS für Military of the Shelf. Sprich zivil bzw. militärisch marktverfügbare Lösungen.
    Die Bundeswehr hat damit nicht viel am Hut. Eselsbrücke dafür, einfach motz und kotz aussprechen.
    Daher verwirrt mich das jetzt etwas. Zumal sie später selbst darauf hinweisen das einige Rüstungsunternehmen zivile Lösungen von der Stange in militärische umgießen. Entsprechende Dokumentationen in elfisch umschreiben und sich über den Reibach freuen.

    Das von Ihnen Beschriebene Chaos um die Management ist nichts neues. Der Staat arbeitet überall so. Er bildet seine Leute nach Methoden und Prozessen aus, die schon vor 40 Jahren totale Scheiße waren. Viele davon sind noch an die Zettelwirtschaft in den Ämter und Behörden angepasst. Die Möglichkeiten der digitalen Verwaltung werden oft gänzlich außen vor gelassen. Bei vielen Digitalisierungen wurde nur das physische Papier gegen digitales getauscht.
    PC werden oft als Zugriffspunkt zu einem digitalen Aktenarchiv genutzt und um dieses mit noch mehr Mist zu befüllen. Das ist der Stand der 1980er.
    Wenn dann Anwendungen entwickelt werden sollen, die einige Dinge zusammenfassen und Datenbestände tatsächlich nutzbar machen könnten, endet das in Katastrophen. Siehe SASPF… wer braucht schon APIs wenn Soldaten Daten von Hand übertragen können.

    Der Flughafen BER ist so ein Beispiel. Dort wurde ein Bauzustandsüberwachung ähnliches Verfahren genutzt. Gestartet ist das aber mit Unterstützung privater Firmen, die nie irgendwas zu Stande gebracht haben. Chaos in den Unterabteilungen der Bauplanung und Überwachung führten dazu, dass man am Ende immer mit dem heiligen Zentraldokument hinterher hing und es irgendwann sogar aufgab. Selbst wenn das nicht passiert wäre, die Erstellung der zentralen Dokumentation dauert zu lange und verhindert Absprachen zwischen allen Beteiligten. Eine ordentliche IT Lösung setzt dieses Dokument in Windeseile zusammen und kann auf Konflikte hinweisen. Obendrein hat man den Brandschutz, ein fundamentales Element der Planung, oft erstmal außen vor gelassen und sehr komplizierte Lösungen dafür angestrebt. Interessanterweise haben sich andere an diese Schluderei angepasst. Es ist nicht zu erklären warum die Türsteuerungen schon Softwaremäßig aussetzten. Spiegel TV dürfte das in Bild und Ton festhalten. Vorführeffekt nannten die Herrschaften das.
    Es wurden Jahre darauf verwendet zehntausende Mängel zu beseitigen, ohne dabei neue zu schaffen.
    Am 31. Oktober 2020, mit rund 9 Jahren Verspätung, soll der zu kleine und nur schlecht erweiterbare Flughafen öffnen.

  5. Da der Thread zur Ausrüstung zu ist, hier ein Beitrag von Streitkräfte und Strategien zum Thema Beschaffung :

    https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast2998.html

    [Hm, einfach nur den Link hier reinwerfen „zum Thema Beschaffung“ ist nicht gar so hilfreich… Außerdem gibt’s die Möglichkeit, das Sendemanuskript anzusehen, das ist dann bei einer Radiosendung mit mehreren Thmen auch sinnvoller:

    https://www.ndr.de/nachrichten/info/sendungen/streitkraefte_und_strategien/streitkraeftesendemanuskript760.pdf

    T.W.]

  6. @Left Blank: Wow!
    Wow & Danke! Ihr umfassender Beitrag hat mir sehr gefallen! Fachlich kompetent, konkret auf verschiedene Vor-Poster bzw. andere Meinungen eingehend, dabei jedoch nicht verletzend wirkend, aber dennoch mit großer Vehemenz formuliert – und auch mit Herzblut und vielleicht sogar mit einer klitzekleinen Portion Unzufriedenheit (Oder sogar mehr? Wut?) geschrieben. Auf alle Fälle Dankeschön für diesen sehr informativen Beitrag!

  7. Das Thema des aktuellen Faden lautet: Marine will neue SeaLion-Hubschrauber vorerst nicht fliegen. Die Marine kann ihn nicht fliegen, weil sie ihn nicht betreiben kann. Leider ist es nicht nur die IETD. Es fehlen auch die notwendigen Bodenprüfgeräte. Klar die Ersatzteile fehlen auch und es fehlt auch die Bodenstation und einiges mehr. Auch das weiß Airbus.
    Das Verteidigungsministerium erklärte in einer Mitteilung am (heutigen) Mittwoch, die Ansprüche der Streitkräfte an Sicherheit und Qualität des Gesamtsystems seien bislang nicht erfüllt…. Warum wurde er dann am 24.10.2019 übernommen? Das was jetzt beanstandet wird, ist seit Monaten bekannt. Die IETD gehört übrigens zum Aufgabenbereich der gleichen Abteilung (BAAINBw L8), die den NGEN übernommen hat. Sie ist auch Inhaber der Musterzulassung.
    Aber wie schon geschrieben, alles eine große Show. Dass die Marine den NGEN nicht betreiben kann, belastet lediglich die Marine, Airbus weniger. Für jeden nicht abgeholten NGEN entstehen jeden Tag lukrative Parkgebühren.

  8. In Ermangelung maritimer und fliegerischer Kenntnis, an dieser Stelle nur der Hinweis, andernorts fliegt die NH 90 zuverlässig.
    Von der NLD Homepage/Marine zum Einsatz der Fregatte „Zr. Ms. De Ruyter“ in der Straße von Hormus ab 01/20:
    „Speciaal voor de missie krijgt het fregat een NH90- maritieme gevechtshelikopter“ = Speziell für die Mission erhält die Fregatte einen NH90-Seekampfhubschrauber.
    Was stimmt bei uns nicht?
    @NGEN
    Am 24.10.2019 hat das BAAINBw die erste Maschine erhalten, gut, dass es nicht Truppe war.

  9. @ Werner

    Es scheint sich alles zu wiederholen. Vor 10 Jahren verzögerte sich die Einführung des NH-90 um mehrere Jahre, weil von über 100 verschiedenen Bodendienstgeräten nur 3 beschafft waren. Damals war das die Reaktion des Präsidenten des BwB auf die erzwungene Personalreduzierung im BwB um 1000 Stellen. Nachdem der damalige Präsident des BwB dies nicht mitmachen wollte und das Personal halten wollte, hat ihm das BMVg die Haushaltskarten für die 1000 Stellen nach und nach entzogen, er konnte sie also nicht mehr nachbesetzen.
    Durch die nicht vorhandenen Bodendienstgeräte konnte die Ausbildung für den NH-90 in Faßberg nicht starten, als Resultat gab es kein ausgebildetes technisches Personal in den NH-90 Geschwadern. Als mittelbares Resultat gab es zu wenig Fachleute, die die 1. Version der IETD, von der Industrie erstellt, prüfen konnte, ob sie praxistauglich ist.

    Man sieht, Geschichte wiederholt sich doch, vor allem wenn man aus den begangenen Fehlern nichts lernt.

    Heute will man verstärkt Stellen im BAAINBw besetzen und findet keine Bewerber mehr. Ja, so ändern sich die Zeiten. In meiner Heimatstadt gibt es einen mittelständischen High-Tech Unternehmer mit 600 Beschäftigten, davon 60 Auszubildende. Alle 60 werden beim Bestehen der Prüfung übernommen und dies seit Jahren. Lt. eigener Aussage muss er selber ausbilden, sonst bekommt er sein Personal nicht in der geforderten Menge und Qualität !

    Mittelständische Familienunternehmer wissen eben was nachhaltige Personalentwicklung bedeutet, entgegen der Methode die die Bw seit 10 Jahren anwendet mit dem „atmenden Personalkörper“, nach der man kann jedes benötigte Personal am Markt aktuell einfach einkaufen kann!

    Der neue Sea Lion wurde sicher aus haushalterischen Gründen übernommen, damit die bereitgestellten Gelder im Haushalt 2019 für den Hubschrauber noch abfließen können. Das man ihn nicht einsetzen kann, interessiert dann keinen auf der Beschaffungsseite.

    Es liegt eben nicht wie manch ziviler Kommentator vermutet, an einer „Logistic Support Analysis“, die als Studie wohl ein Haufen Geld gekostet hat. Wenn man die Fachleute fragt, dann sagen die einem schon was man alles benötigt um den Sea Lion zu betreiben. Außerdem weiß dies Airbus alles selber. Interessant ist, dass jetzt das BAAINBw der Inhaber der Musterzulassung ist und nicht mehr die WTD 61 in Manching. Hoffentlich weiß der entsprechende Beamte im Amt was er als „Nutzungsleiter Sea Lion“ für eine Verantwortung trägt (oder ist es gar ein Soldat als OTL ?).

  10. Was stimmt bei uns nicht?

    Hat das BMVg doch offiziell verkündet:

    […] erhebliche Fehler in der technischen Dokumentation der Maschinen.

    Und das ist durchaus wörtlich zu verstehen, scheinbar hat es sämtliche Datenmodule zur Durchführung von Wartungsmaßnahmen bei der Konvertierung nach IETP-X zerschossen. Sie können also die Wartung planen, aber sobald sie die erste Maßnahme durchführen müssen steht die Maschine.

  11. Andere Nutzer NH 90 arbeiten mit gleicher Dokumentation, und kommen damit zurecht.

    Die Form ist aber eine andere, da nur die Bundeswehr IETP-X nutzt. Und es hilft eben nicht, wenn diese Dokumentation in einer völlig zerstörten Form der Bundeswehr zur Verfügung gestellt wird.
    Das wäre vergleichbar mit einem zerrissenem und verbranntem Buch, in dem wichtige Seite fehlen. Da spielt auch keine Rolle woher Sie sich das besorgt haben, wenn die Form einfach nicht zum Arbeiten damit taugt.

  12. @ BG

    In dem von Ihnen verlinkten Podcast des NDR beklagt der Geschäftsführer des Verbandes der Werften, dass die Geschäfte mit der Bw so schwierig geworden sind, weil aufgrund der fehlenden Vertrauensbasis der Bw, die Bw vorab schon so viele, möglichst alle Details eines neuen Schiffes genauestens festlegen will. Das hat sich aufgrund der Erfahrung beim Bau der Korvetten 130 und F 125 so vermindert, dass die Ausschreibungsunterlagen für die MKS 180 Schiffe jetzt mehr als 100 000 Seiten umfassen und aufgrund von Geheimhaltungsvorschriften als Papierkopie im Kleintransporter zu den Interessenten transportiert werden mussten.

    Was der Geschäftsführer jedoch nicht erwähnt, warum die Vertrauensbasis der Beschaffer der Bw in die Werftindustrie seit dem Korvettenauftrag abgeschmolzen ist. Anfang der 2000 er Jahre hatte man unter Scharping das Modell der CPM-Beschaffung entwickelt. Danach sollte die Bw die Vorgaben zur Entwicklung machen und sich erst um das Produkt, die Korvette wieder kümmern müssen, wenn man sie fertig produziert wäre und von der Industrie zu übernehmen ist. Dieses Konzept ging grandios in die Hose !

    Die Probleme der K 130 Beschaffung kann man alle im Internet nachlesen. Seitdem hat sich das Beschaffungskonzept der Bw wieder geändert und es gibt wieder „Integrierte Projekt Teams“, also militärische Experten, die zur Industrie abgestellt werden und bei der Entwicklung und bei dem Bau von Schiffen und Booten wieder von Anfang bis zum Schluss dabei sind.
    Dies macht übrigens auch die Lufthansa so. Wenn die bei Airbus neue Flugzeugmodelle bestellen entsenden die ein Ingenieurteam zu Airbus, die beim Bau von A bis Z dabei sind.

    Um auf die Hubschrauber „Sea Lion“ zurückzukommen. Die werden ja in Donauwörth gebaut. Dort gibt es eine militärische Dienststelle, das „Systemunterstützungszentrum Hubschrauber“. Inwieweit die bei der Entwicklung und Produktion der Sea Lion integriert waren, weiß ich allerdings nicht.

  13. @ Singulativ

    IETD-X ist bei der Bw s0weit ich weiß nur der Browser um IETD Datenmodule anzuschauen. Wie kann ein Browser die vorhandenen Datenmodule so weit zerstören, dass sie mit einem anderen Browser, z.B dem IETDpublisher und IETDview von Rohde & Schwarz nicht mehr lesbar wären ?

  14. […] es gibt wieder „Integrierte Projekt Teams“, also militärische Experten, die zur Industrie abgestellt werden und bei der Entwicklung und bei dem Bau von Schiffen und Booten wieder von Anfang bis zum Schluss dabei sind.

    Die Mitglieder des IPT werden nicht zur Industrie abgestellt, sondern betreiben das Projektmanagement der Bundeswehr, also des Auftraggebers, und bringen alle Stakeholder der Bundeswehr an den Tisch. Die Industrie sitzt nur in bestimmten Phasen mit dabei und ist von allen Interna sowieso ausgeschlossen.

    IETD-X ist bei der Bw s0weit ich weiß nur der Browser um IETD Datenmodule anzuschauen. Wie kann ein Browser die vorhandenen Datenmodule so weit zerstören, dass sie mit einem anderen Browser, z.B dem IETDpublisher und IETDview von Rohde & Schwarz nicht mehr lesbar wären ?

    Nicht der Browser hat die DM zerstört, sondern die Konvertierung in das notwendige Dateiformat (Die Industrie nutzt ein anderes und da war vermutlich alles noch okay).

  15. @ Singulativ

    Danke für die Info bezüglich der Datenmodule. Trotzdem passt da etwas nicht zusammen. Die Datenmodule für den NH-90 für das Heer kann Airbus anscheinend konvertieren auf Bw-Standard, die Datenmodule für den Sea Lion anscheinend nicht.

    Dies schaut stark danach aus, als würde Airbus mittlerweile ein Upgrade ihres Erstellungsprogrammes verwenden, das mit dem Bw-Standard nicht mehr kompatibel ist. Dies ist natürlich schlecht, wenn man genau das Zielsystem des Kunden mit seinem Entwicklungssystem nicht mehr bespielen kann.

    Aber auch so eine Pleite wäre kein Novum in diesem Konzern. Die Verkabelungsprobleme beim A380 sind maßgebend dadurch ausgelöst worden, weil die beiden Werke Toulouse und Hamburg mit einer unterschiedlichen Version der gleichen CAD-Software gearbeitet haben. Die Leute in Toulouse hatten die Version 5 in Hamburg hatte ein Manager entschieden, die Version 4 zu behalten um Kosten zu sparen. Die Toulouser Daten wurden konvertiert auf die Hamburger Version. Das Problem war nur, das dabei das Feld für „Bemerkungen“ zu jedem Kabelstrang der fast 500 km Kabel im A380, nicht mit konvertiert wurde. Die Hamburger wussten also nicht was sich die Toulouser bei jedem der vielen Kabelbäume gerade gedacht hatten und für Randbedingungen festgelegt hatten.

    Die Kabelproblematik kostete Airbus weit über 1 Mrd Euro. Es war bestimmt die teuerste Einsparmaßnahme die dort je getroffen wurde.

    So scheint mir dies jetzt auch mit den geschredderten Datenbankmodulen gegangen zu sein. Vielleicht sollte man sich doch auf einheitliche Softwarestandards zwischen Hersteller und Kunden einigen.

  16. Als Laie , aber immer Technikinteressierter , verstehe ich das Gerangel um den Natohubschrauber 90 nicht.
    Was da von statten geht spottet doch jeder Beschreibung. Diverse Marineversionen des genannten Modells fliegen schon seit Jahren in vielen andren Marinen . Nur in Deutschland scheint es , sucht man das Haar in der Suppe. Aber es scheint symptomatisch für die deutsche Gesellschaft zu sein, die sich bis in die kleinste soziale Zelle zerfleischt.
    Ich frage mich , wie lange sich die Genannte das noch leisten kann ?

  17. Moin Zusammen.
    Hoffe gutes WE gehabt zu haben.

    Verteidigungsamtmann2 sagt:
    29.11.2019 um 13:06 Uhr
    Einigen Kommentatoren ist offenbar nicht bewußt, daß die Dokumentation bzw. die „Musterunterlagen“ Bestandteil der MUSTERZULASSUNG sind!
    Ja, den meisten Leuten ist auch nicht bewusst, dass die Anleitung Teil des Produktes ist. Ist die Anleitung fehlerhaft, ist das Produkt auch fehlerhaft. Dann hab ich einen Anspruch auf Nachbesserung bzw. Wandlung.

    Georg sagt:
    29.11.2019 um 13:45 Uhr
    @ Left Blank
    Event. liegen Sie mit ihren Autovergleichen falsch. Wie Sie ja richtig beschreiben arbeitet die Bw nach einer anderen Methode.
    Ich glaube nicht das ich falsch liege. Die Methoden sind in allen Redaktionen weltweit gleich. Informationen sammeln, einordnen, zielgruppengerecht und gesetzeskonform neu publizieren. Redaktion halt. Die Bw benutzt eigene Werkzeuge (S1000D, S2000M….). Leider alle zu aufgemotzt und nicht zielführend. Die S1000D ist weder Norm noch Standard. Wie auf dem Titelblatt der S1000D geschrieben ist sie eine Spezifikation. Bitte Norm, Standard, Spezifikation nochmal eruieren.

    SvD sagt:
    29.11.2019 um 15:07 Uhr
    …….Der Staat arbeitet überall so. Er bildet seine Leute nach Methoden und Prozessen aus, die schon vor 40 Jahren totale Scheiße waren…..
    Haben wir dann nicht das falsche Spitzenpersonal? Wie soll das dann mit der Digitalisierung klappen? Man träumt von KI, ich fände eine Nutzung der natürlichen Intelligenz schon toll.

    Militärökonom sagt:
    30.11.2019 um 9:13 Uhr
    … Wow & Danke!…
    Mein Dank zurück!

    Georg sagt:
    30.11.2019 um 16:30 Uhr
    … Man sieht, Geschichte wiederholt sich doch, vor allem wenn man aus den begangenen Fehlern nichts lernt…
    Sind es wirklich Fehler, oder ist es so gewollt (s.u.)?
    Georg sagt:
    Es liegt eben nicht wie manch ziviler Kommentator vermutet, an einer „Logistic Support Analysis“,…
    Mir sind auch die anderen Randbedingungen bewusst. Woher nehmen Sie die Erkenntnis „zivil“? An diesen Prozessen sind bedeutend mehr Leute beteiligt als Sie denken s.u. In fachlich, sachlichen Diskussionen führen Ausgrenzungen, wie Zivilist, Rechter, Linker, Frau, nicht zum Ziel. Sie zeigen nur 2 Dinge:
    1) Ich will mich mit deinen Argumenten nicht auseinandersetzen
    2) Ich will folglich nicht lernen

    Singulativ sagt:
    30.11.2019 um 19:00 Uhr
    Und das ist durchaus wörtlich zu verstehen, scheinbar hat es sämtliche Datenmodule zur Durchführung von Wartungsmaßnahmen bei der Konvertierung nach IETP-X zerschossen. Sie können also die Wartung planen, aber sobald sie die erste Maßnahme durchführen müssen steht die Maschine.
    Die Datenmodule können nicht zerschossen werden. Sie haben eine Common Source Database (CSDB) auf Bw wie auf Zulieferseite. Die Datenmodule liegen aus einer CSDB noch vollständig vor. Was ich mir vorstellen kann ist, dass die Scheduled-Datenmodule mit Information Code (InCode) 000, mit den Datenmodulen für die entsprechenden Bildtafeln (InCode 911) nicht zusammen passen. Dies sind beim SeaLion jeweils wahrscheinlich mehrere 100 Datenmodule. Diese müssen zusätzlich mit den Daten aus der S2000M zusammenpassen (InCode 941). Könnten die Nutzer mit der IETD umgehen, wüssten sie das Wartungsarbeiten in anderen Datenmodulen beschrieben sind. Der Zeitpunkt wann eine Wartung ansteht und was benötigt wird, kommt aus der IETD oder Stammdatenblatt (SDB) oder 2000M oder NMCRL (ein herrlicher Wirrwar). Auch Ihre Vermutung im späteren Kommentar der verschiedenen Formate kann so nicht stimmen. Wie sie richtig schreiben Konvertierung IETP-X. Heißt Interaktive Technische Publikation nach XML. Also Format ist XML.
    Ihr Kommentar zum IPT aus der CPM ist richtig.

    Ich kürze das mal ab und antworte auf verschiedene Kommentare.
    Der Arbeitskreis Beschreibende Technische Dokumentation (akbtd) kann Ihnen bei der Problematik nicht helfen. Die S1000D ist eine „international“ entwickelte Spezifikation. Der akbtd ist das nationale Gremium, das Änderungswüsche weiterleitet. Die 2000M (Ersatzteildokumentation) hat ein ähnliches Gremium. Änderungswünsche können auch, unter Einhaltung der Vorgehensweise, an http://www.specring.org direkt an das internationale Gremium gestellt werden.
    Also halten wir fest, die Bw nutzt eine „internationale“ Spezifikation (S1000D). Die Anwendung dieser Spezifikation wird vom akbtd auf nationale Anwendung beschränkt. Veröffentlicht im National Style Guide (NSG). Dieser wird weiter eingeschränkt durch das Guidance Dokument (GD) für die verschiedenen Projekte. Also die S1000D ist ein Werkzeugkasten mit allen möglichen Werkzeugen. Durch den NSG werden die Nationalen Werkzeuge festgelegt. Im GD werden die Werkzeuge für das Projekt festgelegt. Ist ein Werkzeug nicht vorhanden. Änderungswunsch an akbtd oder specring, mit entsprechenden Wartezeiten. Dies wird in ein von der V-Industrie gebasteltes Anzeigesystem mit eigenem Browser! angezeigt. Bisschen viel abgegeben von den Prozessen (Verantwortungsdiffusion).
    Wäre ich die Bw: ALLE Daten lägen bei mir. ICH wäre Herr der Prozesse. Ein neues Teil im Projekt, und damit eine Konstruktionsänderung/-erweiterung würde durch mich frei gegeben. Alle Daten der Teile lägen bei mir. Alle Zulieferer arbeiteten auf meiner „Mainframe/Datenbanken“ Hätte auch den Vorteil, dass zukünftige Algorithmen die Datenanalyse durchführen, von mir erkannt würden. Und nicht von der V-Industrie, die mich dann verhonepipeln kann. Also andere Vorgehensweise und andere Werkzeuge. Das will die Bw nicht.
    Vielleicht erkennt die Bw auch nicht, dass sie eine „internationale“ Spezifikation mitentwickelt (und der deutsche Steuerzahler mitbezahlt) und evtl. Teil eines Formatkrieges ist.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Formatkrieg
    Lange Rede kurzer Sinn. Alles nur Show!
    And
    The Show must go on:
    Schauen Sie hier:
    https://augengeradeaus.net/2019/10/merkposten-das-deutsche-heer-und-der-einsatz-kuenstlicher-intelligenz-auf-dem-gefechtsfeld/
    Laden Sie sich die Broschüre herunter und lesen auf Seite 16 wie mit einem gemeinnützigen Verein die KI gemeistert wird. Auch hier gibt es ein Gremium (wie sind die Eintrittsbedingungen für den Verein?) das erst mal im Verborgenen tagt. Wir erinnern uns S1000D und S2000M waren auch zu Anfang VS. Ist dann der „Point of no Return“ erreicht, werden „Standards“ veröffentlicht.
    Alles Gut. Die Bw bastelt sich eigene Formate und Spezifikationen. Die Bw kann auf die V-Industrie meckern und vice versa. Die Experten können sich für Experten halten. Material wird nicht zeitnah und richtig geliefert. Der Steuerzahler wundert sich.
    Wofür hatten wir noch Universitäten?
    @Bow hat die Antwort auf die Fragen erkannt!
    Bow sagt:
    29.11.2019 um 13:20 Uhr
    Warum akzeptieren das dann viele hier bei Hightech für Millionen (!) von Euro?!
    Weil viele mit in der Kette stehen?
    Schöne Woche.

  18. @ Jürgen König

    Deutschland ist das Land der Nörgler, Kritiker und Bedenkenträger.

    Es wird so lange gesucht, bis man auch das letzte Haar in der Suppe gefunden hat.

    Merkwürdigerweise sind wir immer die letzten, die ein bestimmtes Muster einsetzen, während es alle anderen Besteller sogar schon im Einsatz erprobt haben…

    Und das wird so weitergehen, weil der Deutsche an sich sehr enge Vorschriften braucht, hinter denen er sich sicher fühlt… so wie in diesem Fall…

    Innovativ oder pragmatisch war einmal.

  19. @ Left Blank

    Entgegegen ihrer Vermutung bin ich sehr lernwillig und bereit micht mit Argumenten auseinander zusetzen. Also danke für ihren ausführlichen Beitrag.

    Wenn die Bw Teil eines „Formatkrieges“ werden sollte, dann liegt es doch an der Bw dem Lieferanten zu sagen in welchen Format ich meine Dokumentation wünsche. Es kann doch nicht sein, dass der Lieferant eine Erweiterung der Spezifikation macht und dann läuft meine bis dahin gekaufte Dokumentation nicht mehr (wer bezahlt der bestimmt, oder ? ). Dies kann sich vielleicht Mikrosoft mit ihren Generationen von Betriebsystemen leisten, das vorhandene Software auf neuen BS-Versionen nicht mehr läuft, weil sie eine Marktmacht fast wie ein Monopolist haben, aber wenn Airbus eine Dokumentation für die Bw erstellen muss, dann muss sie dies nach der gewünschten Spezifikation des Kunden leisten, oder ?

    Mit den heilen Datenmodulen auf der Common Source Datenbank, das sehe ich auch aus. Irgendwo ist immer eine Datensicherung der Originaldaten vorhanden, mit denen man eine erneute Konvertierung machen kann.

    Eine ganz andere Frage aber ist es, ob das von der Bw gewünschte Format, die gewünschte Spezifikation der IETD immer noch sinnvoll ist.
    Als Beispiel sei der Eurofighter genannt, wo auf Biegen und Brechen das Betriebsführungssystem auf SAP umgestellt wurde, aber der Hersteller, Airbus immer noch sein eigenes, proprietäres Betriebsführungssystem verwendet. Entsprechend kompliziert ist es wenn ein Eurofighter an die Truppe ausgeliefert wird und die begleitende Dokumentation mit Prüfnachweisen usw. in das Bw SAP Instandhaltungsprogramm eingefügt werden soll.

    Nun ist ja nicht so, dass nur ein Hersteller für die Bw technische Dokumentation in Form von IETD herstellt. Was sagen denn die anderen Hersteller wenn Airbus der Bw ein neues Format aufzwängen will ? Ich könnte mir vorstellen, dass dies Rohde & Schwarz, die ein eigenes hervorragendes Produkt für IETD-Nutzung entwickelt hat, das noch dazu verschiedene Formate lesen und integrieren kann, ganz und gar nicht begeistert über den Vorstoß von Airbus ist, oder ?

  20. @ der Realist
    In einem engen Geflecht aus Gesetzen und Vorgaben ist jedes flexibles handeln unterbunden. Gegen alles gibt es eine Vorschrift. Eine gute Idee (kantige) wird durch den nächsten Jurist sofort rechts und verwaltungssicher so rundgelutscht, dass lediglich ein Wattebällchen übrig bleibt. Nach 74 Jahren Nachkriegsdeutschland ist ein verkrusteter Mehltau über die gesamte Gesellschaft gelegt.
    Das lässt sich von einzelnen Bundesbehörden in irgendwelchen nachgeordneten Bereichen der übergeordneten Ministeriakbürokratie nicht mehr ändern.
    AKK hat in Ihrer Rede als Parteivorsitzende das ein oder andere anklingen lassen über diese Zustände in ganz Deutschland. Anhand der hier beschriebenen (und lediglich oberflächlich angekratzten) Verantwortungs und Vorschriften Diffusion kann man ja erahnen in welche Sackgasse die gesamte Überregulierung geführt hat. Früher war mal ein einfaches Handbuch im Ringordner …. und heute?!? Eine gute Idee hat sich durch Überregulierung und Komplexität der Vorgaben, die kaum mehr jemand überblicken und handhaben, ins Gegenteil verkehrt.

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