USA arbeiten an Ad-hoc-Koalition für Geleitschutz im Persischen Golf

Der Plan der USA, Handelsschiffe und vor allem Tanker westlicher Nationen im Persischen Golf mit Kriegsschiffen Geleitschutz zu geben, nimmt Form an. Inzwischen fragte die Regierung in Washington offiziell bei den Niederlanden an, ob eine Beteiligung ihrer Marine infrage komme.

Ein entsprechendes Schreiben sei in Den Haag bereits am 9. Juli eingegangen, teilten der niederländische Außenminister Stef Blok und seine Verteidigungskollegin Ank Bijleveld-Schouten am (heutigen) Montag dem Parlament mit. Die Anfrage werde jetzt geprüft.

Die Unterrichtung des Parlaments in deutscher Übersetzung:

Mitteilung eines Antrags auf einen Beitrag zur Seeverkehrssicherheit in der Golfregion
Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
Wie im Bericht an die Kammer über das Treffen der NATO-Verteidigungsminister vom 26. und 27. Juni in Brüssel erwähnt, hat der neue US-Verteidigungsminister Esper auf dem Treffen die Sicherheitslage in der Straße von Hormuz erörtert. Er erwähnte die jüngsten Angriffe auf Öltanker in den Hoheitsgewässern der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Er wies darauf hin, dass die USA prüfen, wie die internationale Gemeinschaft das Recht auf freien Transit und die Sicherheit im Seeverkehr in dieser Region fördern kann, und er richtete einen allgemeinen Antrag an die Verbündeten, dazu beizutragen.
Am 9. Juli erhielten die Niederlande daraufhin einen schriftlichen Antrag der USA, in dem sie um einen Beitrag zur Gewährleistung der freien und sicheren Durchfahrt in der Straße von Hormuz und im Golf von Oman mit geeigneten Mitteln baten.
Wir möchten Sie darüber informieren, dass das Kabinett in Anbetracht dessen und in Übereinstimmung mit dem Bewertungsrahmen 2014* prüft, ob es wünschenswert und machbar ist, diesem Antrag nachzukommen, um zu einer Erhöhung der Sicherheit im Seeverkehr in der Golfregion beizutragen. Sobald die Untersuchung Anlass dazu gibt, werden wir Sie weiter informieren.
(Übersetzt mithilfe von www.DeepL.com/Translator)

Eine solche Koalition zum Schutz der Handelsschiffe hatte Esper beim genannten Ministertreffen offensichtlich nicht nur in der Runde der NATO-Ressortchefs, sondern auch beim Treffen mit der niederländischen Verteidigungsministerin ins Gespräch gebracht.

In Deutschland ist bislang offensichtlich keine solche Anfrage eingegangen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums lag dort am Montagnachmittag dazu noch nichts vor.

Nachtrag: Aus dem Auswärtigen Amt hieß es am Dienstag, es habe dazu informatorische Gespräche gegeben, bislang aber keine konkreten förmlichen Anfragen an Deutschland.

Eine Beteiligung an den Eskorten mit Kriegsschiffen im Persischen Golf wird auch in Japan debattiert – unter anderem vor dem Hintergrund der Beschränkungen, die die Verfassung den Streitkräften auferlegt.

*Der Bewertungsrahmen 2014 (Toetsingskader 2014) ist eine Matrix mit Kriterien für Auslandseinsätze der niederländischen Streitkräfte

(Archivbild März 2019: Der US-Lenkwaffenzerstörer Chung-Hoon eskortiert das Containerschiff Maersk Chicago im Golf von Aden während der Übung Lucky Mariner – Navy Petty Officer 2nd Class Logan C. Kellums/U.S. Navy)

72 Gedanken zu „USA arbeiten an Ad-hoc-Koalition für Geleitschutz im Persischen Golf

  1. Eine naheliegende Ad-hoc-Lösung wäre das Engagieren der Sicherheitsfirmen, die beriets vor Somalia für die Sicherheit der Schiffe gesorgt haben und die Tanker auf diesem Wege mit gut bewaffnetem hochprofessionellem Sicherheitspersonal auszustatten. Die Revolutionsgarden werden sehr schnell lernen, was es heißt, sich in den Feuerbereich von Ex-Spezialsoldaten zu begeben. Der Iran eskaliert bewußt (und aus seiner Sicht sicherlich rational). Die Sicherheitsfirmen sind kein staatlicher Akteur, so daß westlicherseits keine Eskalation hin zu einem militärischen Konflikt erfolgt. Den Revolutionsgarden wird die „leichte Beute“ ungeschützter Handelsschiffe verwehrt. Dann ist es an dem Iran, zu überdenken, ob er tatsächlich als solche sichtbare militärische Mittel gegen die Handelsschiffahrt einsetzen will und sich damit einer legitimen militärischen Gegenreaktion bzw. einem militärischen Konflikt mit den USA und UK aussetzen will oder lieber doch nicht…

    p.s.
    Unser Bundespräsident hat doch erst vor kurzem der iranischen Regierung „herzliche Glückwünsche“ zum Jahrestag der islamischen Revolution geschickt, „auch im Namen meiner Landsleute“. Kann ja keiner ahnen, daß man in Teheran derart über kreuz mit unseren westlichen Verbündeten ist und dann auch noch Exponenten der slamsichen Revolution westliche Bürger und Eigentum derselben angreifen. Nach Piratenart, in internationalen Gewässern. Wahrscheinlich macht die Mahnung unseres Außenmisters jetzt gerade einen tiefen Eindruck auf die Regierung in Teheran.

  2. @Klaus-Peter Kaikowsky sagt: 20.07.2019 um 21:57 Uhr
    „@Pete
    Nö, oder wieviel zehntausend Meilen liegen zwischen dem Kontinent und Britannien, heißt, wir sind so eng verbunden, mit/ohne Brexit, dass quasi Interessengleichheit besteht.“

    Ich bin mir nicht sicher, ob Sie das wirklich glauben. Wenn „quasi Interessengleichheit besteht“, ist der BREXIT ja überflüssig. Die Realität ist aber, dass es
    – trotz jahrelanger Verhandlungen – zwischen der EU und den Briten bis heute nicht einmal einen einvernehmlichen BREXIT – Vertrag gibt. Bei „“quasi Interessengleichheit“ sollte das ja kein Problem sein, oder?

  3. @Pete: Zwischen 1945 und 1990 war es für Die BRD auch „einfacher“, was Konfliktbeteiligung anging.
    Als souveräner Staat fehlen uns „Werte und Leitlinien“, wann wir uns wie beteiligen / Engagieren.
    Das liegt auch daran, dass der Bundestag zustimmen muss, was je nach dem Wahlausgang variiert.
    Warum man sich aus Lybien, Luftangriffe auf Giftgasfabriken in Syrien heraushält, im Kosovo und Afghanistan sogar mit Bodentruppen dabei ist, ist Ethisch und moralisch diskutabel.
    Rechtlich ist es zwar geregelt, aber mir fehlen doch die Werte (Demokratie, Menschenrechte…).
    Das ist wohl auch für unsere Soldaten schwer, die zum Beispiel in Afghanistan ausbilden sollen, das Mandat eine Ausbildung unter realen Bedingungen vor Ort aber verhindert.
    Ich bin nicht derjenige, der Einsätze weltweit unbedingt will, aber warum haben wir die Menschenrechte im Kosovo verteidigt, in Lybien, Ruanda, Syrien aber nicht?

  4. @ Klaus-Peter Kaikowsky sagt:
    20.07.2019 um 21:57 Uhr
    „Interessengleichheit bei Freiheit der Seefahrt“
    Ja!

    „Stop iranischer Bombe“
    Ja, weil auch GBR wollte bisher ja JCPOA aufrecht erhalten. Also Eindämmung nuklearer Aktivitäten von IRN im regelbasierten Rahmen. Wenn die GBR Administration aber hier ausscheren sollte, wird es zwangsläufig zu starken Differenzen mit EU kommen.

    „Stop bei Verhinderung von Ölexport an die schiitischen Assad-Clique“
    Nein, nicht auf die Art wie GBR das gemacht hat. Es gibt keine Grundlage für eine Blockade von SYR. Die EU-Sanktionen beziehen sich nur auf Handlungen durch EU-Staatsangehörige oder vom Hoheitsgebiet der EU-Mitgliedstaaten aus oder durch Schiffe oder Luftfahrzeuge ihrer Flagge. Siehe: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:02013D0255-20190304&rid=1 Art.1 Abs. 1. Trifft alles beim Festsetzen der Grace 1 nicht zu. Durchfahrt durch Meerengen im EU-Hoheitsgebiet zählt nicht, wg. Freedom of Navigation. Die EU kann eben nur sich selbst das Wirtschaften mit SYR untersagen, nicht Dritten wie IRN. Bei US-Sanktionen ist es das gleiche – das kann nur die UN. Das Festsetzen der Grace 1 samt Besatzung war sehr wahrscheinlich völkerrechtswidrig und damit konträr zur Haltung der EU.

  5. @Pete
    Interessengleichheit am Golf, freie Schifffahrt, Ausschluss schiitische Terrorförderung etc.
    Brexit hat mit Hormus per se nichts gemein.

  6. @ Landmatrose3000 sagt:
    21.07.2019 um 11:42 Uhr

    +1!

    Eine Freigabe des iranischen Schiffes würde wahrscheinlich sehr rasch deeskalierend wirken. Allerdings wurde gerade erst eine Verlängerung der Internierung um 30 Tage beschlossen. Man könnte meinen, daß die Briten es nachgerade auf eine Konfrontation mit dem Iran anlegen und den Iran zum Einsatz militärischer Mittel verleiten möchten…

  7. @ Klaus-Peter Kaikowsky sagt: 21.07.2019 um 12:14 Uhr
    „@Pete
    Interessengleichheit am Golf, freie Schifffahrt, Ausschluss schiitische Terrorförderung etc.
    Brexit hat mit Hormus per se nichts gemein.“

    – OK, ich hatte Ihre folgende Aussage kommentiert:
    „Nö, oder wieviel zehntausend Meilen liegen zwischen dem Kontinent und Britannien, heißt, wir sind so eng verbunden, mit/ohne Brexit, dass quasi Interessengleichheit besteht.“ War mir nicht klar, dass Sie sich nur auf den Golf bezogen haben, da die obige Aussage eher allgemeiner Art ist.

    – Bezüglich der „Interessengleichheit“ am Golf stimme ich dem Beitrag von @Landmatrose3000 zu.

  8. @ Mitleser sagt:
    21.07.2019 um 12:46 Uhr

    Ja. Man darf da auch nicht vergessen, dass GBR in IRN immer noch die Bezeichnung “kleiner Satan” weg hat, und, gerade auch bei demokratie-affinen Iranern, kein gutes Standing hat. Weil GBR, nachdem die letzte demokratisch gewählte Regierung des IRN (nenne ich jetzt mal weiter so, hiess damals noch Persien) die 1951 die Anglo-Iranian Oil Company (daraus ist dann BP entstanden) verstaatlich hatte, mit MI6 und CIA-Support diese demokratische Regierung regime-changen wollte, was, wenn auch nicht völlig auf dem geplanten Weg, im Ergebnis auch funktioniert hatte. (Operation Ajax https://de.m.wikipedia.org/wiki/Operation_Ajax). Danach kam der Schah als US/GBR-Protegée, das war es dann endgültig mit Demokratie im IRN. IRN war vorher gefrustet weil AOIC nur 20% der Ölerlöse IRN gelassen hatte, basierend auf einem Vertrag aus 1933. 1941 war allerdings GBR (simultan auch RUS) in IRN einmarschiert, um sich dessen Ölvorkommen zu sichern, hat das Land besetzt, und AOIC bekam eine Monopolstellung, das Land blutete wirtschaftlich aus. Seit 1941 hatte IRN die Verstaatlichung angekündigt. Nach der Verstaatlichung von AOIC 1951 boykottierte GBR sogleich IRN, was IRN an den Rand des völligen Zusammenbruchs brachte, und – leider – dazu führte dass der demokratisch gewählte Präsident Mossadegh am Parlament vorbei zu regieren begann. Nach dem Sturz von Mossadegh betrachtete GBR dann IRN bis zur Revolution von 1979 als seinen Hinterhof – und hat dann nach der Revolution, als US und GBR plötzlich abgemeldet waren, 1980 Saddam in seinem Angriff auf IRN mit Waffen, Tech, Intel etc. unterstützt, bis zur Förderung der Chemiewaffenproduktion (siehe z.B.: https://www.theguardian.com/politics/2003/mar/06/uk.iraq – da war damals leider auch DEU vorne dabei…)

    Dass IRN nun GBR-Tanker festsetzt, ist wohl seerechtswidrig und ist Muskelspiel-Blödsinn, egal ob GBR dass vorher auch gemacht hat. Das war nach der Grace1-Geschichte andererseits abzusehen und mit Ansage. Die grossen GBR-Schiffahrts-Rechtsanwaltskanzleien haben direkt nach Grace 1-Festsetzung auch davor explizit gewarnt, siehe z.b Crowell Morning: https://m.crowell.com/NewsEvents/AlertsNewsletters/all/Boarding-of-the-Grace-1-Exposes-British-Tankers-to-Action-by-Iran
    Bei Kanzlei Taylor und anderen sind die Klienten auch in der Form hingewiesen worden. Tja, und dann IRN mit Stena Impero genau das dann umgesetzt – was ich aber trotzdem für falsch halte.

    Man könnte geneigt sein die Frage zu stellen, ob man vielleicht heute einen demokratischen und prosperierenden IRN als Stabilitätsanker in der Region hätte, wenn GBR mit AIOC dem IRN nach Ende WK2 die 50%-Beteiligung an den Ölerlösen zugestanden hätte, die alle möglichen anderen Staaten bei Fremdexploration auch bekamen.“

    Man sieht aber daran dass die Sichtweise „Wir gut und im Recht-die böse und im Unrecht“ etwas zu kurz greift.

  9. @ Mitleser
    gebe ich noch zu bedenken zu Ihrem Post 21.07.2019 um 11:27 Uhr:
    – „Piraterie“ : GBR und IRN sind da gerade bei Grace 1 und Stena Impero auf ziemlich gleichem Level. GBR redet sich gerade damit heraus, am Vortag des Boardings von Grace 1 ein Spezialgesetz herausgebracht zu haben, bei dem die Grace1 als Verdachtsfall gelistet ist und eine Pflicht zum Festsetzen beim Eintritt in GBR Hoheitsgewässer definiert wird. Reichlich absurd, siehe der obige Link zu Crowell.com
    – „internationale Gewässer“: Gibt es weder in der Strasse von Hormus noch in der Strasse von Gibraltar. Wo genau die Schiffe aufgebracht wurden weiss irgendwie gerade keiner.
    – Ex-SOF auf Schiffen: Stellen Sie sich vor IRN hätte die gleiche Idee und stellt ein paar Ex-Al-Quds- SOF auf Grace 1 etc, die es dann mal den Royal Marines richtig zeigen-ich fürchte, das geht nicht gut aus….Sie können sowas bei nicht-staatlichen Adversaries gut machen, vergessen Sie es bei staatlichen.

  10. @ Landmatrose3000 sagt:
    21.07.2019 um 15:21 Uhr

    Danke, daß Sie sich die Mühe gemacht haben, für alle noch einmal die iranische(-britische) Vorgeschichte zu umreißen. Als Wargamer habe ich mich bereits damit beschäftigt. Der Iran hat übrigens 2010 eine sehr interessante Reorganisation seiner Streitkräftestruktur eingeleitet und inzwischen abgeschlossen.

    Tauschen Sie meinethalben „internationale Gewässer“ gegen „internationale Seewege“ aus. Ich bin kein Jurist, sowenig wie die meisten hier. Die Aussage sollte aber verständlich sein. Jetzt stellen wir uns mal vor, der Iran würde seinen Handelsschiffen auch das Recht auf freie Seewege mit eigenen Kriegsschiffen ermöglichen. Iranische Zerstörer waren schon mal im Atlantik. Könnte interessant werden. Der den Einsatz von bewaffneten Wachleuten auf Handelsschiffen ist dagegen internationaler Usus in Gegenden, wo mit widerrechtlicher Wegnahme gerechnet werden muß.

    Letztendlich wird aber aus zwei „falsch“ immer noch kein „richtig“; es läßt sich nur besser mit dem Finger auf andere zeigen. Wenigstens zeigen die Amerikaner etwas Fingerspitzengefühl und haben auf ad-hoc Luftangriffe verzichtet. Man scheint amerikanischerseits, zumindest seitens des Weißen Hauses, wohl an einer nicht-militärischen Lösung interessiert zu sein, auch wenn man (oder gerade weil) man einen gewissen Druck auf den Iran aufbaut. Aber man schießt nicht, zumindest vorerst. Unbenommen davon, daß es in US-Regierungskreisen oder nahe darum auch Akteure gibt, die eine militärische Lösung bevorzugen.

    Deutschland sitzt aber nur an der Seitenlinie. Wir haben keine Kräfte und Mittel außer politischen Appellen, um auf die beiden Seiten einzuwirken.

    BTW, der Verlust der Drohne neulich (egal, ob es nun eine iranische oder einen eigene amerikanische war) belegt noch etwas:
    Das USMC hat seine Tiefflieger-Abwehr respektive die entsprechenden Einheiten reaktiviert und eine Fähigkeitslücke wieder geschlossen. Und die Abwehr funktioniert! Damit sind sie der Bundeswehr ein großes Stück voraus.

  11. Da bei den schnellen Abläufen der vergangenen Tage Details oft übersehen werden können:
    https://www.consilium.europa.eu/de/policies/sanctions/iran/
    Restriktive Maßnahmen der EU gegen Iran, als Teil eines politischen Gesamtkonzepts, … u.a. „Einschränkungen des Handels mit mehreren Arten von Waren … petrochemische Erzeugnisse und Erdölprodukte …“
    Ankündigung für morgen:
    „The British government is expected to announce its next steps in a speech to parliament on Monday, …“ in
    https://www.reuters.com/article/us-mideast-iran-tanker/britain-weighs-response-to-iran-gulf-crisis-with-few-good-options-idUSKCN1UG05M
    Wer führt eigentlich in Nr.10? May nicht mehr, Johnson hoffentlich nie, – Jeremy Hunt?

  12. Die Durchfahrt für Schiffe durch die Straße von Hormus erfolgt gemäß int. Seerechtskonvention. Internationale Gewässer gibt es nicht, nur omanische und iranische. Der Luftraum ist in die Seerechtskonvention nicht einbezogen, es gibt diesbezüglich nur Hoheitsgebiete vom Oman und dem Iran. Soweit ich es verstanden habe, passieren die normalen Schiffahrtsrouten sowohl Iranische als auch omanische Hoheitsgebiete. Die Passage von Kriegsschiffen ist an Bedingungen geknüpft, insbesondere friedliches Verhalten gegenüber dem hoheitlichen Subjekt. Wenn jetzt also iranische Drohnen da herumfliegen, um die passierende USS Boxer oder wen auch immer vom iranischen Luftraum aus zu überwachen (und die Einhaltung dieser Bedingungen), so ist das deren völliges Recht und kein passierendes Kriegsschiff hat das Recht die deswegen abzuschießen, bzw. würde, wenn es das tut, sofort das Recht der Passage verlustig gehen und zum legitimen Ziel werden. Stellen Sie sich vor, ein Schiff, das den Bosporus passiert, schießt die Fotografen auf den Brücken weg, weil zu dicht am Schiff. Absurd, nicht? Dass der Iran mit Drohnen durch den omanischen Luftraum fliegt, kann man wohl ausschließen, denn das wurde nirgend betont und es gab auch keine Beschwerden wegen Luftraumverletzung durch den Oman.
    Beim Entern der Impero wurde übrigens von iranischer Seite geltend gemacht, dass es einen Zusammenstoß mit einem iranischen Fischerboot gegeben habe, worauf hin der Tanker auf den Notruf des Unfallpartners nicht reagiert habe und die iranische Seite zudem in Sorge war, dass es durch den Unfall zu einer ökologischen Katastrophe kommen könne (Ölleck) und das geprüft werden müsse. Klar, ein Vorwand, aber ein deutlich plausiblerer als der, der für das Entern der Grace 1 vorgebracht wurde.

  13. @justanick

    Allerdings hat der Iran UNCLOS nicht ratifiziert, somit gelten die Genfer Seerechtskonventionen.

  14. @ Klaus-Peter Kaikowsky sagt:
    21.07.2019 um 19:43 Uhr

    Hm? Schauen Sie mal genau hin: Ihr erster Link ist historisch, der beinhaltet den Hinweis der EU, dass diese damaligen restriktiven Maßnahmen der EU gegen IRN am 16.01.2016 nach in Kraft treten von JCPOA eben alle aufgehoben wurden.

  15. @ Klaus-Peter Kaikowsky sagt:
    21.07.2019 um 12:14 Uhr

    Zu „schiitische Terrorförderung“: Da muss man differenzieren. ALLE Gruppen, die wir hier als islamistische Terroristen landauf landab verstehen, Al-Qaida, Boko Haram, ISIS/Daesh, also die ganzen wirklich üblen Spinner und Wahnsinnigen, sind wirklich bisher ALLE sunnitisch, die sehen sogar die Schiiten als Ungläubige an, und haben Ihre besten Kontakte nach KSA, VAE, PAK, zu den US-Buddys.
    Unbestritten fördert IRN die Hisbollah im Libanon und verschiedene schiitische Milizen im IRK, bei den Huthi-Milizen im Jemen besteht der sehr starke Verdacht. Diese tragen aber sehr regional begrenzt Konflikte aus, bedienen sich (bei Hisbollah eher bedienten) allerdings teilweise recht grausamen Methoden gegenüber der gegnerischen Zivilbevölkerung. Mit dem was wir hier unter „klassischem“ islamistischem Terrorismus verstehen hat das allerdings nicht wirklich was zu tun. Al-Quds als IRN SOF macht dabei ziemlich das gleiche wie die US Special Forces in langer und übler Tradition in extralegaler Steuerung und Unterstützung ausländischer Milizen.

  16. In Ergänzung an @ Klaus-Peter Kaikowsky sagt:
    21.07.2019 um 12:14 Uhr:

    WAS allerdings Übel bei IRN ist, ist das Verneinen des Existenzrechts Israels, und in diesem Zusammenhang die schon traditionelle Unterstützung aller Akteure von Bedeutung, die gegen ISR kämpfen, auch sunnitischer (=Hamas). DAS ist auch wirklich der wunde Punkt bei IRN. Und da, in ISR, wir dann IRN auch – zu Recht – als Terrorismusunterstützend empfunden.

  17. @Mitleser sagt: 21.07.2019 um 19:28 Uhr
    „Deutschland sitzt aber nur an der Seitenlinie. Wir haben keine Kräfte und Mittel außer politischen Appellen, um auf die beiden Seiten einzuwirken.“

    Das sehe ich anders, man hätte schon Kräfte und Mittel, möchte aber nicht. Die BuReg hat zu dem gekündigten Atomabkommen klar Position bezogen, eine Beteiligung würde diese konterkarieren.
    Außerdem kann es nicht schaden, wenn man noch als diplomatischer Gesprächspartner in Frage kommt, der sich nicht durch militärischen Aktionismus verbrannt hat.

    Und dabei darf man nicht vergessen, die europäische Resonanz auf Trumps Aufruf zur Bildung einer Koalition ist sehr verhalten.

  18. Ein Blick in die Geschichte:
    https://history.state.gov/historicaldocuments/frus1943v04/d893
    „For purposes of implementing the authority conferred upon you as Lend-Lease Administrator by Executive Order No. 8926, dated October 28, 1941, and in order to enable you to arrange for Lend-Lease aid to the Government of Saudi Arabia, I hereby find that the defense of Saudi Arabia is vital to the defense of the United States.

    Sincerely yours,

    Franklin D. Roosevelt“
    Aufgehoben wurde diese Feststellung mit Gesetzeskraft nie.
    Ging es in 1943 zunächst ausschließlich um die Rohölversorgung der Alliierten, blieb nach dem II. WK die westliche Abhängigkeit ungebrochen. Mit dem OPEC-Lieferstopp in 1973 wurde die Macht des KSA eindeutig herausgestellt.
    Obwohl die USA auf arabisches Öl absehbar nicht zurückgreifen müssen, bleibt der Roosevelt’sche Erlass unbestritten zutreffend in dem Sinn, dass ein Ausfall arabischen Öls die Weltökonomie gefährdet und ff die Sicherheit der Vereinigten Staaten.
    Was also zu beiden Seiten des Persischen Golfs passiert, wer dort regiert, wird sich immer besonderer Aufmerksamkeit der USA gewiss sein.

  19. EU-Mission, U.S.- geführte, nichts Genaues weiß man nicht.
    @AmichaiStein1
    #BREAKING: Centcom official tells me „senior representatives from allies and partner nations discussed in Florida a new maritime security initiative in the Gulf „Operation Sentinel“
    Operationsbeginn 29. July?

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