(Nicht nur) Trump-Fallout: Neue Debatte über den deutschen Verteidigungsetat

Der NATO-Gipfel in dieser Woche stand ganz im Zeichen der Debatte über die Verteidigungsausgaben der Mitgliedsländer und der ein wenig, nun, erratischen Äußerungen von US-Präsident Donald Trump (zu Unrecht, weil in der Gipfelerklärung weit mehr und weitreichenderes drinsteht). Das hat auch Auswirkungen auf die Debatte in Deutschland.

Unter anderem, weil die Aussagen von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Brüssel von einigen als Ankündigung verstanden wurden, schneller als bisher vorgesehen den deutschen Wehretat zu erhöhen. Die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag hat das ganz konkret als Ziel ausgegeben, zur Verärgerung des Koalitionspartners SPD.

Die innenpolitische Debatte nimmt gerade erst Fahrt auf; als Merkposten ein kurzer Überblick:

Kauder pocht auf Militäretat von 1,5 Prozent schon 2021

Unions-Fraktionschef Volker Kauder pocht auf eine schnellere Anhebung der Verteidigungsausgaben.
“Wir müssen das 1,5-Prozent-Ziel am besten noch in dieser Wahlperiode erreichen”, sagte Kauder der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (Freitagausgabe). Der Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion stellte sich damit gegen die Bundesregierung, die erst 2024 auf 1,5 Prozent der Wirtschaftsleistung kommen will.

Unterstützung bekam die Union vom früheren CDU-Verteidigungsminister Volker Rühe am Freitag im Deutschlandfunk:

Das heißt, es ist schon lange klar, auch bei seinen Vorgängern, die viel eleganter waren wie Obama, dass wir Europäer mehr eigene Verantwortung für unsere Sicherheit übernehmen müssen, um auch in diesem Jahrhundert ein angemessener Partner für die USA zu sein. Deswegen liegt das eigentliche Versagen in der deutschen Politik und das muss sich ändern, und es gibt ja auch Initiativen des stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion, Herrn Wadephul, der deutlich gemacht hat, dass man noch in dieser Legislaturperiode, um ein Minimum für die Bundeswehr zu erreichen, 1,5 Prozent braucht, und das muss durchgesetzt werden. (…)
Aber realistisch ist es, noch in dieser Legislaturperiode – und das ist ganz konkret bis 2021 – zu 1,5 Prozent zu kommen. Das ist noch nicht die Politik der Regierung, aber schon die Politik der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, und das muss die Politik Deutschlands werden. Das ist eine Summe, die man vernünftig investieren kann, ohne sich zu überfordern, und das wäre wirklich auch ein entscheidender Schritt, um der Bundeswehr wieder die Chance zu geben, den Weg in die Zukunft zu finden und dass sie eine leistungsfähige Armee ist.

(Nachtrag zur Erläuterung: Die von Rühe genannte Position des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Johannes Wadephul hatte der bereits am 5. Juli, nach dem Beschluss des Bundeskabinetts zum Haushalt und eine Woche vor dem Gipfel, in einem Interview ebenfalls im Deutschlandfunk deutlich gemacht – allerdings mit der von den Gipfelbeschlüssen nicht gedeckten Aussage, es seien genau 2,0 zugesagt:

Innerhalb der Koalition war für die Bundesregierung derzeit nicht mehr möglich als zu sagen, 1,5 bis 2024, aber bis 2024 sind genau 2,0 zugesagt. Deswegen sagt die CDU/CSU-Fraktion, wir brauchen 1,5 Ende dieser Legislaturperiode. Das wäre 2021 und das ist auch erreichbar.

Die Gegenstimmen dazu kommen aus der Regierungskoalition selbst, von den Sozialdemokraten:

SPD lehnt schnellere Erhöhung des Wehretats ab

Finanzminister Scholz erteilt Trump-Militärziel Absage

Deutschland wird bei der von US-Präsident Donald Trump geforderten schnellen Steigerung der Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent der Wirtschaftskraft nicht mitmachen.
Deutschland habe beim Nato-Gipfel am Mittwoch und Donnerstag nur zugesagt, was auch öffentlich bekannt sei, sagte Scholz am Freitag in Brüssel. (…) Die Höhe der Ausgaben ließe sich auch gar nicht so schnell ändern, da es dafür ein festgelegtes Prozedere gebe.

Ein wenig vermittelnder äußerte sich Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU)  am Donnerstagabend in den ARD-Tagesthemen:

Frage: Sie müssten sich doch als Verteidigungsministerin auch darüber freuen, dass da mehr Geld kommen könnte. Warum sagen Sie Kanzlerin Merkel nicht, lass uns das Ziel schneller erreichen, das hilft auch der Bundeswehr und nicht nur der NATO?
Antwort: Weil wir einen guten Plan ausgearbeitet haben innerhalb der Bundeswehr. Ich hatte eben geschildert die Lücken die wir haben, den Aufholprozess, den wir leisten müssen, und dies gemeinsam mit dem Parlament. Beispiel: Wenn die Bundeswehr wachsen soll – und das tut sie -, wieder mehr Soldatinnen und Soldaten, dann müssen diese Männer und Frauen ausgebildet werden. Das bedeutet Investitionen in die Fähigkeiten, die sie entwickeln müssen. Das braucht seine Zeit.
Wenn Sie neues Gerät brauchen – auch das braucht seine Zeit. Kasernen, die wieder modernisiert werden müssen, die ganze Digitalisierung, die nach vorne getrieben werden muss in der Bundeswehr, das braucht viele Investitionen. Deshalb ist es auch so wichtig, dass jedes Jahr der Haushalt steigt, so wie wir es verabredet haben. Aber man kann das eben auch nicht übers Knie brechen, sondern man muss das mit Bedacht und sinnvoll investiertem Geld dann auch auf den Weg bringen.

Weiter dann vermutlich nach Entwicklung, vielleicht auch am Wochenende.

(Foto: Schützenpanzer Marder bei einer Vorführung am Tag der Bundeswehr am 9. Juni 2018 in Holzdorf – Bundeswehr/Johannes Heyn)

70 Kommentare zu „(Nicht nur) Trump-Fallout: Neue Debatte über den deutschen Verteidigungsetat“

  • PM   |   13. Juli 2018 - 14:23

    Es wäre ja auch unerhöhrt wenn wir nicht bis 2028 brauchen würden um wieder 3 vollausgestattete Brigarden zu haben. Es muss ja nicht immer Grossgerät sein, aber Munition, Ersatzteile und persönlich Ausrüstung sollte man mit wenig Aufwand in Personal kaufen können ohne das die Welt untergeht. Wenn das nicht flexibel einplanbar ist dann sollte man es wohl besser nie auf den V-Fall ankommen lassen.

  • Dante   |   13. Juli 2018 - 14:29

    Zumindest dass mit dem nichts übers Knie brechen zumindest im Sinne den Materials ist doch relativ. Ich denke es gibt da sehr viele Dinge die bereits an Fahrzeugen, Ausrüstung und ähnlichem bestellt wurden. Aber schlicht zu wenig. Stichwort Mörsermun, gechützte Fahrzeuge, usw. Dinge die sofort ohne neuausschreibung nachbestellbar sind. Z.b.aufrüstung der restlichen Füchse auf a8.

  • Trevor Faith   |   13. Juli 2018 - 14:45

    Die Erhöhungen des Wehretat sind erst einmal gute Nachrichten …. wenn ein Konzept dahinter steht, was mit dem Geld sinnvoll und effizient gemacht werden soll.

    Man hat in den letzten Monaten ja viel davon gelesen, was alles nicht funktioniert, was fehlt und was zusammengebettelt werden muß, damit die aktiven Verbände überhaupt einsatzbereit werden können, aber die Frage, die sich mir dabei aufdrängt ist:

    Wenn jetzt schon die Aktiven nicht genug und ausreichendes Material vorfinden, womit soll die Reserve arbeiten, falls es jemals notwendig werden sollte?

    Man kann sich einfach nicht dem Eindruck entziehen, daß es kein funktionierendes Gesamtkonzept für die Bundeswehr gibt, auf das die militärische und politische Führung hinarbeitet.

    Wenn es keine Ziele gibt, dann gibt es auch keinen Weg.

  • BG   |   13. Juli 2018 - 14:54

    Ich kann jedem interessierten nur das Interview im Deutschlandfunk mit Volker Rühe empfehlen.
    Er hat konkrete Vorschläge, welche Massnahmen und MIttel nötig sind, um die BW fit zu machen, und das Vertrauen in die BW zu stärken.
    Es trägt den Titel : „Deutsche Politik hat Bundeswehr zum Stiefkind gemacht“

    [Das genannte Interview ist oben verlinkt und in Auszügen zitiert. Das wollten Sie bestimmt nur noch mal verdeutlichen, für diejenigen, die hier nicht lesen, sondern nur Kommentare absondern? T.W.]

  • Hohenstaufen   |   13. Juli 2018 - 15:37

    Welches strategische Konzept verfolgt die SPD ? Hauptsache nicht 2% vom BIP – ist das schon ausreichende Sicherheitspolitik ?
    Noch vor nicht einmal einem Jahr wollte der SPD-Spitzenkandidat Schulz der Bundeswehr zwar nicht 2% vom BIP aber immerhin bis zu 5 Milliarden Euro mehr pro Jahr zugestehen, so Schulz laut Deutschlandfunk:
    “ Im Rahmen der Sicherheitskooperation in der EU sei er aber jederzeit bereit der Bundeswehr mehr Geld zu geben, sagte Schulz. Dafür seien aber lediglich bis zu fünf Milliarden Euro mehr pro Jahr ausreichend.“

    DLF 17.8.2017 „Schulz fordert bis zu fünf Milliarden Euro mehr für die Bundeswehr“

  • obibiber   |   13. Juli 2018 - 15:53

    @TW: Danke für den Beitrag.

    wie gesagt… vieles braucht eine gewisse Detailplanung und Vorlaufzeit bei der Beschaffung…3 bis 5 Jahre sind da schnell vergangen.
    Eine „Einkaufsliste“ für eine vollausgestattete VJTF Brigade im Jahre 2023 sollte aber bereits vorliegen und sollte schnell abgearbeitet werden…
    bis die Projekte mit längerer Vorlaufzeit dann zum tragen kommen kann man mit Sicherheit aber auch sinnvoll Geld für kleinere Beschaffungen oder KWS Maßnahmen ausgeben…

    Beispiele für „leeres Lager auffüllen, oder kurzfristige KWS, oder weitere Lose von bewährtem Material“:
    – weitere Gewehre
    – Schutzwesten
    – Kleidung
    – Nachtsichtgeräte
    => letztendlich weitere Sätze IDZ 2.0

    – zusätzliche SPIKE LR inkl. Werfer
    – Beschaffung weitere Waffenstationen FLW100,FLW200, FLW200+, FLW500
    – Beschaffung Munition 5,56mm, 7,62mm, 12,7mm, 20mm, 30mm, 120mm (Leo2), 120mm Mörser, 155mm (PZH),
    – Beschaffung weitere RAM Block2
    – Beschaffung zusätzliche PAC3MSE FK für Patriot (macht ja die halbe NATO weshalb die Produktion hochgefahren wird)
    – Beschaffung und Integration METEOR für EF

    – Ersatzteile, Ersatzteile, Ersatzteile,…

    => bis hier alles mit Sicherheit kurzfristig machbar und Kostet auch schon > 2-3 Mrd €

    – KWS weitere 200 MARDER auf Stand 1A5 inkl Integration MELLS
    – KWS alle Leo2 auf Stand 1A8 (inkl. Integration APS)
    – KWS weitere 600 Stück Fuchs auf Stand 1A8 inkl FLW200/200+
    – KWS für alle PUMAs inkl Integration APS
    – weiteres Los GFF1 LAPV 6.1-
    – weiteres Los Boxer
    – KWS Eurofighter auf Stand Tranche 3
    – weitere H145M (Vorzeigeprojekt was schnelle Beschaffung angeht) + Integration und Beschaffung H-Force
    – Beschaffung NSM für alle Überwassereinheiten als Ersatz Harpoon/Exocet und Ergänzung auf RBS15 Korvetten… Neuentwicklung kann im Nachgang erfolgen
    – 3. Los K130 (denke Werftkappa von den 3 beteiligten Werften kann hier 5 Schiffe zusätzlich bis 2025 liefern)

    => diese Maßnahmen kosten gut Geld sind aber auch mittelfristig machbar und bringen große Mehrwerte, schnelle Umsetzung da Aufbau auf bewährtem

    sonstige Ideen:
    – sofortiges Leasing CH47F (24 Stück) aus US Beständen… Außerdienststellung der CH53 in 2 Jahren (wenn Ausbildung abgeschlossen)… Beschaffungsauftrag für eigene CH47F Block2 kann dann im Nachgang folgen.
    – Marder, Füchse und Leos kann man ja in 10-15 Jahren einlagern für die Reserve, falls man bis dahin Nachfolger auf dem Hof stehen hat. die Reserve könnte man ja auch auf 20.000/30.000 Mann anheben..

    wenn man will kann man auch schnell kurz- bis mittelfristig in den nächsten 1-5 Jahren zusätzlich gut 10 Mrd € ausgeben und hat so schnell mehr von allem verfügbar

  • Teute   |   13. Juli 2018 - 16:35

    @obibiber

    ….hatten wir ja alles eingelagert. Allein es ist ein typisches Merkmsl der typischen strategischen Kurzsichtigkeit Deutschlands, in den ersten Momenten eines Ereignisses globalen oder kontinentalen Ausmaßes mit überhastetem Enthusiasmus Entscheidungen zu treffen, die hinterher, wenn die Realität langsam wieder Einzug hält, mühsam und aufwendig revidiert oder zumindest korrigiert werden müssen. Ganz gleich ob Verteidigungspolitik, Sicherheitspolitik oder Flüchtligspolitik. In alle Feldern hat die deutsche Politik in den vergangenen 20 Jahren total versagt. Konrad Adenauer hat der NATO 1956 12 Divisionen bis zur Mitte der 60er Jahre versprochen – und geliefert. Und heute diskutieren wir über die Ausrüstung einer Brigade binnen 5 Jahre, mit einem Verteidigungsetat der an Umfang beispiellos in der bundesdeutschen Geschichte ist. Ganz zu schweigen davon, wo man ohne die Wehrpflicht eigentlich das Personal herbekommen möchte. Die Möglichkeiten Altersgrenzen anzugeben oder Wiedereinsteller zu rekrutieren haben sich bald erschöpft. Und insbesondere die Marine mit ihren Beschaffungshaben muss sich überlegen, wenn sie eigentlich hat, um all die seegehenden Einheiten auch besetzen zu können.

  • Klauspeterkaikowsky   |   13. Juli 2018 - 16:41

    https://t.co/9p4IRKVpSZ?amp=1
    J. D. Wadephul, CDU, stv Fraktionsvorsitzender: EP 14 muss schneller steigen.
    Da gibt’s offenbar in der Unionsfraktion Absprachen, nach Kauder gestern (s.o.) bleibt die Spitze am Ball. Gut so, wenn nicht jetzt, wann dann.

  • T.Wiegold   |   13. Juli 2018 - 16:44

    Ich wäre schon dankbar, wenn wir die Debatte auf die Verteidigungs- und Sicherheitspolitik beschränken könnten (und wenn das Narrativ „die deutsche Politik hat in den vergangenen 20 Jahren in allem versagt“ nicht zum bestimmenden Thema hier würde – mal ganz davon abgesehen, dass es div. Fortschritte auf etlichen anderen Feldern ausblendet. Wer das anders sieht, kann gerne auf das Gehalts- und Renteniveau von 1998 zurückgehen und mir den Rest spenden, seine Lebenserwartung will er ja ohnehin auf den damaligen Stand zurückfahren…)

  • Teute   |   13. Juli 2018 - 16:53

    @TW „…versagt“ bezog sich auf die von mir 3 vorher genannten Politikfelder. Insbesondere hier AS-Politik. Konzepte werden in Deutschland in diesen Bereichen nicht (mehr) vorausschauend geplant, sondern reaktiv und überhastet „über‘s Knie gebrochen (um es mal salopp auszudrücken) und dann doch nicht zuende geführt, weil sich die geopolitische Lage schon wieder geändert hat.

  • DeltaR95   |   13. Juli 2018 - 16:54

    @ obibiber

    Ich bitte Sie ernsthaft, bleiben Sie beim Thema! Ihre Wunschliste gerade was die Marine betrifft zeigt nur, dass sie den Integrations- und Qualifizierungsaufwand enorm unterschätzen! Mit „einfach kaufen“ ist hier gar nichts getan, denn es fehlen die Menschen, die das ganze auch bearbeiten und integrieren können!

  • obibiber   |   13. Juli 2018 - 17:17

    @DeltaR95

    sehe ich anders…
    bei den aktuellen Verfügbarkeitsquoten von einsatzfähigen Einheiten macht es meiner Meinung nach Sinn für sagen wir mal für 10 Korvetten Besatzungen 15 Schiffe vorzuhalten…außerdem werden/wurden gerade hier 8 Fregatten mit 250 Mann Besatzung außer Dienst gestellt…mit einer F122 Besatzung kann ich theoretisch 4 Korvetten bemannen
    durch moderne Einheiten/modernes Material Spar ich also sogar Personal ein
    Gleiches gilt für Haubitzen o.ä.
    früher hatten diese 5-10 Mann Besatzung…ein Boxer 155mm RCH braucht nur 2 Mann

  • Felix   |   13. Juli 2018 - 17:34

    Mich interessiert besonders die Zeit-Achse. Es gibt ja jetzt die Möglichkeit in sehr begrenztem Umfang Rückstellungen zu bilden für Investitionsprojekte. Bei einer Baustelle wie der Bundeswehr wäre es extrem wünschenswert, wenn man die anstehenden Vorhaben noch stärker von der Notwendigkeit entkoppeln könnte das Geld bis 31.12. ausgegeben zu haben. Das könnte die Gelegenheit für eine etwas langfristiger ausgerichtete Budgetbewirtschaftung auf Bundesebene sein. Anders kriegt man diese Monsterkatastrophe nicht in den Griff. Vielleicht ließe sich ein Deal zwischen Bundestag und BMVg machen: Mehr Flexibilität im Tausch für mehr Transparenz und Ausgabenkontrolle.

    Oder man sucht (siehe frühere Diskussion) nach Möglichkeiten den Haushalt schnell aufzublähen aber ohne große Konsequenzen (Stichwort Miete).

  • Felix   |   13. Juli 2018 - 17:52

    @Obibiber
    Das mit der Verfügbarkeit ist natürlich eine launige Argumentation. Wäre es nicht etwas sinniger die Verfügbarkeitsquoten zu erhöhen?
    Was den Rest angeht, ich bin nun kein Soldat und wenig vertraut mit dem Innenleben unserer geliebten Streitkräfte, aber es gibt sowas wie Laufbahnplanungen und Ausbildungszyklen/Zertifizierungen als Besatzung zu berücksichtigen. Man kann die Leute nicht einfach umtopfen.
    Und mit bearbeiten und integrieren war sicher auch das Personal, die Logistik und die Prozesse drum rum gemeint. Ich weiß nicht wie viele Soldaten, BW-Zivilbeschäftigte und Behördenmitarbeiter auf einen Soldaten in einer Einsatz-Einheit kommen, aber eines weiß ich: es sind viele.

  • Trevor Faith   |   13. Juli 2018 - 18:04

    @obibiber Das sind aber nur Rechenbeispiele.

    Korvetten haben eine andere Stehzeiten im Einsatzgebiet als Fregatten (vom Aufgabenspektrum mal ganz abgesehen). Und zum Haubitzenbeispiel. Wer soll die 155 mm RCH beladen, wenn die Munition verschossen ist=

  • Realist...   |   13. Juli 2018 - 18:55

    Felix | 13. Juli 2018 – 17:34
    Oder man sucht (siehe frühere Diskussion) nach Möglichkeiten den Haushalt schnell aufzublähen aber ohne große Konsequenzen (Stichwort Miete).

    Sry, aber das würde mit Sicherheit nicht funktionieren, sondern bestenfalls noch als heimtückischer Betrug oder natürlich auch als Vortäuschung nicht vorhandener Sicherheit dargestellt werden, siehe das Dieseldrama…also erneut ein WW Gelächter.
    Ich gehe davon aus, das man uns sehr genau auf die Finger schauen wird und auch kann…
    Najaa.. die Angeklagten wären dann Andere… aber trotzdem wenig lohnenswert.

  • Klauspeterkaikowsky   |   13. Juli 2018 - 19:16

    DeltaR95   |   13. Juli 2018 – 16:54
    @ obibiber
    Durchaus darf angenommen werden, dass durchkalkulierte Beschaffungsabsichten zu Papier gebracht wurden. In Abhängigkeit von industriellen Kapazitäten ist umgehend das GO auszusprechen. Verzögerungen aus bürokratischen Gründen darf es nicht geben, zunächst konzentriere man sich auf die VJTF.
    Für das weitere gilt aber Quantität bedeutet nicht Qualität und Masse ist nicht gleich Klasse.
    Wer das Personal vergisst, hat am Ende des Tages Kampfkraft aber eben keinen Gefechtswert.

  • Hier und da   |   13. Juli 2018 - 19:38

    Vor einiger Zeit gab es in der ZDF Mediathek (genauen Link habe ich leider nicht mehr) einen Bericht zum Thema Datenschutz, offene Systeme und Windows etc. in dem erwähnt wurde, dass das ital. Militär mit dem Gedanken spielt Linux einzusetzen.

    Ohne jetzt die Details zu kennen, klingt dies doch noch einer sehr interessanten Sache.
    Sehr interessant deshalb, weil sich Aufwändungen diese Art auch sehr gut der Bevölkerung sprich dem Wähler vermitteln lassen. Der große Vorteil für die BW wäre eine ausgesprochene gute Chance das allg. Interesse der Bevölkerung „ungefährlich“ zu steigern. Wieder mehr positiv im allg. Verständnis sein.
    Wenn das Projekt tatsächlich liefern sollte, sollten doch auch spill-over Effekte für die zivile Verwaltung drin sein, noch mehr allg sichtbarer return of invest.
    Das erscheint mir sehr wichtig.

    Was sicherlich auch vermittelbar wäre, wenn sich die BW neben der Logistikdrehscheibe auch (nicht lachen) zur Werkstatt der Nato entwickeln würde. Instandsetzung und Logistik waren seinerzeit (Wehrpflichtzeiten) in meiner Beobachtung sehr beliebt, sprich Chancen als Arbeitgeber.

    Klar, das klingt nicht spektakulär und entspricht sicherlich nicht den Wünschen des einen oder anderen Präsidenten und ist auch eher mittelfristig. Es soll wirklich notwendige Investitionen ja nicht ersetzen.
    Aber dies erscheint mir „ganz einfach“ machbar, insbesondere für D.

  • Versorger   |   13. Juli 2018 - 20:06

    @obibiber

    Warum gleich mit den großen Dingen anfangen?
    In meinem Bereich fehlen so alltägliche DInge wie:
    – Umschlaggeräte jeder Art (Manitou, Gablehubwagen),
    – Verpackungshilfsmittel (Umreifungsmaschinen,Akkuschauber, div. Sägen)
    – Fachboxpaltten und andere Lagerhilfsmittel,
    – die Einführung von Handscannern zieht sich hin,
    – Spezialcontainer,
    -Fahrzeuge können durch die HIL im Ausland nicht gewartet werden, weil die Dongel zum
    Auslesen der Fehler eine dauernde Onlineverbindung benötigen,
    – usw.

    In Anbetracht Deiner „Wunschliste“ erscheinen diese Dinge nicht wichtig, aber welcher Panzer oder welches Fahrzeug fährt ohne Betriebsstoff? Welcher Panzer oder welche Waffe schießt ohne Munition?

    Kurzum, auch bei der Logistiktruppe fehlt es an allen Ecken und Enden. Viele von diese Missständen könnte man schon mit relativ wenig Geld und relativ schnell beheben, wenn ich in vielen Bereichen „Bremser“ sitzen würden.

  • Eisenstein   |   13. Juli 2018 - 21:54

    obibiber Der Eurofighter Tranche1 u. 2 kann leider nicht auf den Stand von Tranche 3 hochgerüstet werden. Anders bei der Dassault Rafale, hier ist es möglich alle Serienmaschinen hochzurüsten. In der Tranche 1 ist es jetzt schon schwierig Ersatzteile zu bekommen, die Tranche3, Nase verstärkt kannst du mit dem digital Radar nachrüsten, die Avionikfächer der Version 2 und 3 sind unterschiedlich da ist nicht mehr viel machbar „Airbus“. Die Tranche 1 spricht nach meinen Wissenstand die IRIS-T analog an, selbige kannst du erst in der Tranche 2 voll digital nutzen. Außerdem ist hier auch die Leistung der Rechner größer. In der Tranche 1 sind auch einige der Waffen und Systeme eingeschränkt.

    Bleibt nur die Möglichkeit die Tranche 1,33 Maschinen, durch Tranche 3 zu ersetzen.

    Voll einsetzen kannst die Meteor durch den 2 Daten- Link auch erst in der Tranche 3.Und es gibt noch mehr Unterschiede…

  • Mackiavelli   |   13. Juli 2018 - 22:02

    Wäre ich Verteidigungsminister würde ich (mal ganz davon ab, dass dann so ziemlich alles anders laufen würde…) als allererstes die persönliche Ausrüstung der Soldaten modernisieren und mit höchster Priorität beschaffen, einschließlich pers Schutzweste für jeden.
    Das sind doch finanziell gesehen Peanuts, mit denen ich mich aber bei der großen Masse der Soldaten sofort beliebt mache, weil das Verbesserungen sind, die jeder sofort spürt.

    Ich verstehe nicht, warum dieses Thema nicht angegangen wird. Es ist so schön einfach, günstig, schnell umzusetzen und bringt Popularität.

  • Wait&C   |   13. Juli 2018 - 22:44

    Trump rempelt zwar alle an aber aus den falschen Gründen.

    Das Problem ist nicht ob Deutschland 1,2 oder 1,3 oder 1,4 oder 1,45% in die Verteidigung steckt. Denn rein nach Zahlen ist Deutschland damit immer noch Nummer zwei in der NATO.

    Das Problem ist dass manche Truppenteile nur zu 20% einsatzbereit sind. Neuanschaffungen bei derartigen Verfügbarkeitszahlen sind reine Verschwendung.

  • Shock   |   13. Juli 2018 - 23:42

    Ich finde es lustig: 1,5% und ansonsten wettet man wohl darauf, dass Trump spätestens bei der nächsten regulären Präsidentschaftswahl der USA am 3. November 2020 abgewählt wird…

    Na ja!

  • Wtf   |   14. Juli 2018 - 8:13

    2% wurden zuletzt noch bei Bestehen der Sowjetunion 1991 im Haushalt verplant. Wenn man sich diesen Zustand nun seitens der Union wieder herbeiwünscht könnte dies eine erneute Spirale des Wettrüstens auslösen. Weit über 1 Billion Dollar NATO-Rüstungsetat stünden ca 90 Milliarden Dollar auf russischer Seite gegenüber.

  • Elahan   |   14. Juli 2018 - 8:16

    @Hier und da

    „Was sicherlich auch vermittelbar wäre, wenn sich die BW neben der Logistikdrehscheibe auch (nicht lachen) zur Werkstatt der Nato entwickeln würde. Instandsetzung und Logistik waren seinerzeit (Wehrpflichtzeiten) in meiner Beobachtung sehr beliebt, sprich Chancen als Arbeitgeber.“

    Das wäre in der Tat ein richtiger Schritt. Viele Probleme in der Ersatzteilbeschaffung sind darin Begründet, dass die Bw trotz Kapazität, diese oft nicht produzieren oder reparieren darf. Dies hat zur Folge, dass im Moment auf Grund von Wirtschaftlichkeitsberechnungen genau diese Fähigkeiten abgebaut werde. Das bedeutet, dass die Versorgung noch schlimmer wird und das Personal steht nicht auf dem Hof und wartet bis die Bw kommt.

  • Pio-Fritz   |   14. Juli 2018 - 9:19

    @Wait&C | 13. Juli 2018 – 22:44

    Das Problem ist dass manche Truppenteile nur zu 20% einsatzbereit sind. Neuanschaffungen bei derartigen Verfügbarkeitszahlen sind reine Verschwendung.

    Die Frage ist doch, warum das so ist. Liegt es am Personal oder am Material.
    M.E. führt kein Weg daran vorbei, das dynamische Verfügbarkeitsmanagement sofort aufzugeben und alle Verbände mit Vollausstattung zu versehen. Und zwar umgehend und so, dass diese auch einsatzfähig sind.
    Ich bin davon überzeugt, wenn die Horrormeldungen über die Materiallage der Bundeswehr aufhören, dann entspannt sich die Personallage auch. Arbeitszufriedenheit steigert die Attraktivität mehr als irgendwelche Gehaltszulagen.

    Das man daneben noch andere ebenso dringende Baustellen hat, die schnell bewirtschaftet werden müssen, ist klar. Allen voran Instandsetzungsmanagement, Funkausstattung, Munition und persönliche Ausrüstung.

    Wünschenswert wäre auch eine mit Geld hinterlegte Beschaffungsplanung, die detailliert die nächsten 10 Jahre umfasst und perspektivisch die nächsten 20 Jahre, so dass der Ersatz eines alten Waffensystems am Ende seines Lebenszyklus auch reibungslos stattfinden kann. Nicht, das man ständig so ein Gewürge wie mit dem A400M, Puma oder Boxer (Stückzahl!) hat.

  • Klauspeterkaikowsky   |   14. Juli 2018 - 9:36

    U.S.-Budget fließt nicht 1:1 in die Nato, sondern zum Teil in rein amerikanische Militär-Interessen, wie das Engagement der USA im Pazifikraum, wird häufig gegen Trumps Ansinnen ins Feld geführt.
    Zwar ist insbesondere die NAVY im Pazifik umfangreicher als im Atlantik/angrenzende Gewässer vertreten, dies als spezifisch U.S.-driven zu verkaufen, greift aber deutlich zu kurz.
    Im Pazifik setzen allein die USA die Freiheit der Meere durch, grenzen Xi und Putin ein, was letztlich EU und DEU Handelsinteressen zugute kommt.
    Ein Aufrechnen sollten alle besser unterlassen.

  • Memoria   |   14. Juli 2018 - 10:07

    “Wir müssen das 1,5-Prozent-Ziel am besten noch in dieser Wahlperiode erreichen”

    Der beste Beweis für das Reden ist das Tun.
    Das Haushaltsgesetz und der Finanzplan bis 2022 liegt nun beim Parlament. Nun kann Herr Kauder bis zum November 2018 zeigen, ob es der Unionsfraktion um die Sache geht oder doch um die mediale Abgrenzung zur SPD.

    Am Ende entscheiden die Zahlen im Haushaltsgesetz.

  • Koffer   |   14. Juli 2018 - 10:22

    @Wtf | 14. Juli 2018 – 8:13
    „2% wurden zuletzt noch bei Bestehen der Sowjetunion 1991 im Haushalt verplant.“

    Jepp, allerdings damals auch noch mehr.

    Und außerdem hat RUS seit damals auch keine europäischen Staaten überfallen und bedroht weiterhin EUR…

  • Pirat77   |   14. Juli 2018 - 10:23

    Bei einer möglichst schnellen Erhöhung des Etats schreie ich auch HURRA, weil:

    … es nocht nicht mal um Schiffe, Panzer, Kanonen, usw. geht.
    Die Gebirgstruppe ist ja in selbst auferlegter Demut ganz bescheiden:
    Ich hätte gerne wieder für jeden Soldaten im Batallion 1PA Skier, 1SE Kletteraustattung, ein Gewehr und ein Nachtsichtgerät. Viel mehr eigentlich nicht. Gibt es nämlich derzeit nicht. Daher wird mir derzeit immer irgendwie schlecht, wenn ich den Herrn Scholz sehe.

  • Pete   |   14. Juli 2018 - 10:29

    Ich werde nicht müde es zu wiederholen:

    1.Streitkräfteplanung, ohne den klaren Zweck dieser Streitkräftplanung definiert zu haben, ist eine Planung ins Blaue. Das ist das was wir zur Zeit haben. Und es ist eben keine übermäßige Kritik an der Kanzlerin, festzustellen, dass die „Richtlininienkompetenz“ für die deutsche Sicherheitspolitik seit 13 Jahren bei Angela Maerkel liegt. In ihre Amtszeit fielen so weitreichende Entscheidungen wie der Wegfall der Wehrpflicht.

    2. Trump hat mit seinem Poltern viele Ungereimtheiten der NATO offengelegt. Z.B.

    Wenn von Russland tatsächlich eine Bedrohung gegen Europa ausgeht, warum gibt Europa dann nicht mehr für Rüstung aus?
    Wenn Deutschland Russland tatsächlich als große Bedrohung ansieht wieso kann es sich dann in so große Abhängigkeiten wie den Gaslieferungen von Russland bringen?

    3. Die simple Wahrheit ist: Europa fühlt sich nicht wirklich von Russland bedroht, sonst könnte man nicht bis 2032 abwarten bis man verteidigungsbereit ist. Das die Krim – die immer wieder als Begründung herangezogen wird- nicht aus heiterem Himmel in die Russische Föderation integriert wurde, sondern nachdem es einen gewalttätigen Regierungswechsel eines gewählten Präsidenten gab, kann man auf Dauer nicht ausblenden. Insbesondere da die Menschen die auf der Krim wohnen ja glücklich und zufrieden damit sind. Dieser Fakt sollte ja auch eine Bedeutung in einem „werteorientierten“ Europa haben.

    4. Die NATO geht den Weg jeder anderen Organisation. Wenn die Organisation eigentlich überflüssig ist – das ist sie seit 1992- sucht sie verzweifelt nach neuen Aufgaben, um den Apparat zu erhalten. Terrorismus war das erste Narrativ nach dem Kalten Krieg, die angebliche russische Bedrohung ist nun das neue Narrativ, um die NATO am Leben zu erhalten.

    5. Wie immer in Situationen in denen der eigentliche Zweck einer Organisation weggefallen ist, wird verzweifelt versucht von Fakten abzulenken und diese durch unbewiesene Behauptungen zu ersetzen. Die NATO-Gipfelerklärung ist voll davon. Wenn sogar der bizarre Skripal-Zwischenfall als Begründung für eine russische Bedrohung und eine Aufrüstung der NATO herangezogen wird, dann muss man wirklich fragen, inwieweit diese Organisation noch ernst zu nehmen sind. Das ich mit dieser Einschätzung nicht ganz alleine liege wird durch diesen Artikel aus den USA belegt:

    https://usa.spectator.co.uk/2018/07/the-western-alliance-is-dead/

    6. Was bedeutet das für die Bundeswehr:
    Ja, die Bundeswehr ist schlicht entkernt und nicht einsatzfähing. Milliarden wurden in den letzten Jahrzehnten sinnlos und orientierungslos ausgegeben. Mit noch mehr Geld wird die Orientierungslosigkeit nicht beseitigt. Das Parlament sollte einer höheren Verteidigungsausgabe nur dann zustimmen wenn die Verteidigungsministerin ganz konkrete Einsatzszenarien und Bedrohungspotenzieale, basierend auf Fakten, vorlegen kann. Der Skripal-Zwischenfalls im NATO Dokumunt ist doch nun wahrhaftig keine Begründung dafür mehr Panzer, Flugzeuge und Kriegsschiffe anzuschaffen.

    Fazit:
    Die deutsche Regierung muß endlich ihre Hausaufgaben bezüglich der sicherheitspolitischen Lagebeurteilung machen und sich nicht mit wolkigen „Trendwendenpapieren“ der harten Kärnerarbeit einer strategisch sauber abgeleiteten sicherheitspolitischen Planung entziehen. Sie kann sich auch nicht ständig nur mit der NATO und der EU rausreden, weill alle Staaten an der Meinungsbildung in NATO und EU mit einer eigenen Position teilhaben. Diese Position der Bundesrepublik Deutschland möchte ich als deutscher Steuerzahler kennen und diesbezüglich Parlamentsdebatten verfolgen können.

    Dank Trump ist offensichtlich geworden, dass nichts aber auch garnichts in der europäischen und deutschen Verteidigungspolitik stimmig ist.

  • KlausKörper   |   14. Juli 2018 - 10:46

    Interessant finde ich vorallem die Aussage der Ministerin. Sie ist diejenige, die die Verantwortung für die Streitkräfte innehat und mittlerweile wohl aller Grünmelderei zum Trotz verstanden haben wird, wie katastrophal die Lage in den Verbänden ist. Sie hat selbst bei den Haushaltsverhandlungen im Kabinett noch gegen die Pläne des Finanzministers protestiert, weil das Geld für bestimmte Großvorhaben dann nicht reichen kann. Von den Investitionen in den „Kleckerkram“, der der Truppe sofort erheblich helfen würde ganz zu schweigen.
    Nun wo sich in der Unionsfraktion der Wind langsam dreht, nutzt sie die Chance nicht hier noch mehr benötigtes Geld für ihr Ressort herauszuholen. Inzwischen keine allzu neue Erkenntnis, aber hier doch noch mal ganz gut ersichtlich: Die Loyalität zur Kanzlerin und damit das eigene Fortkommen abzusichern ist UvdL um Längen wichtiger, als die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr.

  • Obibiber   |   14. Juli 2018 - 11:08

    Wünschenswert wäre dass man die Waffensysteme nicht immer bis zum allerletzten ihrer Laufzeit ausreizt (siehe Helikopter, c160, Marder, f122)
    Irgendwann ist es deutlich günstiger einen Nachfolger zu beschaffen…und meiner Meinung mach ist das eher nach 20-30 als nach 40+ Jahren…
    man sollte schauen dass man beim Heer in den Rhythmus rein kommt eine Brigade innerhalb von 2 Jahren komplett neu auszustatten…mit allem was dazu gehört…
    dann die nächste Brigade…bis man alle angestrebten 10 Brigaden durch hat…
    nach 20 Jahre beginnt man von vorne…altes Material wird eingelagert…für weitere 20 Jahre…dann wird das eingelagerte auch wieder komplett abgelöst…
    Die Ausstattung einer Brigade kostet laut dem Hausherren ja ca 4,5 Mrd €…was auf 2 Jahre verteilt ja machbar sein sollte…
    Auf solch ein rotierendes System können sich alle Seiten sehr gut einstellen und das mach vieles auch planbarer

    bzgl der Kommentare oben: EF tranche 2 lässt sich auf tranche 3 upgraden…tranche 1 nicht… korrekt! Die Engländer planen ihre tranche 1 EF nur für die Luft Luft Rolle ein…was sie ja auch noch die nächsten 10-15 Jahre gut leisten können…
    bzgl Automatisierung und Einsparung von Personal…denke ich dass dies ein wesentlicher Faktor sein wird…

  • SER   |   14. Juli 2018 - 12:15

    @Pio Fritz
    „Ich bin davon überzeugt, wenn die Horrormeldungen über die Materiallage der Bundeswehr aufhören, dann entspannt sich die Personallage auch.“

    Da bin ich im Grundsatz dabei , aber eben nicht vollständig !
    Denn wenn wir sooo lange brauchen für das MAT, dann folgt ein noch wesentlich längerer Zeitraum des Wartens auf das PERS in dieser Logik !
    Aber ich teile die Auffassung des Zusammenhanges zwischen Ausstattung und Verfügbarkeit und personeller Zufriedenheit und Bedarfsdeckung …

    Wenn wir in der Bw gutes und qualifiziertes Personal haben wollen und auch noch zu dem alten bewährten Muster der „Bestenauswahl“ zurück wollen, dann hat der Arbeitgeber ein tüchtiges Programm der Aufarbeitung zu leisten … es wurden viele Dinge in der Vergangenheit geändert welche nicht zur Attraktivität beitrugen wie z.B. eine Ruhegehaltsfähigkeit von Zulagen und vieles mehr … auch die vielzitierte WLAN-Debatte ist bestimmt einer der Faktoren …

    In meinem dienstlichen Umfeld kann man auch deutlich einen Rückgang der „Qualität“ der jungen Soldaten erkennen, und es scheint weder nur ein subjektiver Eindruck zu sein (das stützen StOffze aus verschiedensten Org-Bereichen bis zur OSH) noch eine zeitliche Delle …

    Vielen Soldaten würde es als erstem Schritt reichen eine vernünftige Bewirtschaftung der pers Ausrüstung zu erleben, eine vernünftig schnelle IT und die Fragen des Funk auf taktischer Ebene oder auch mal wieder Feldküche statt Catering !!!

    Wir haben sooo viel verloren … da geht es weniger um ein paar Leos sondern das „militärische Netzwerk“ aka „Gefecht der verbundenen Waffen“ … wir sind gegenwärtig OHNE jegliche schlüssige Konzeption zur LV/BV !!!

  • fragezeichen   |   14. Juli 2018 - 13:20

    Nur mal so nebenbei zum Erwartungsmanagement für die nächten Monate:

    Das Bundeskabinett beschließt den Regierungsentwurf zum Haushaltgesetz und den Finanzplan für die vier folgenden Jahre – und das jedes Jahr neu und zuletzt am 6. Juli 2018 für den Haushalt 2019.

    Der Bundestag befasst sich dann nur noch mit dem Entwurf des Haushaltsgesetzes. Der Finanzplan ist nicht Gegenstand parlamentarischer Verhandlungen.

    Selbstverständlich könnte das Bundeskabinett einen weiteren Regierungsentwurf für den Haushalt 2019 und den 52. Finanzplan beschließen – z.B. nach Vorliegen der Herbstprognose im November. Das würde allerdings mit großer Wahrscheinlichkeit bedeuten, dass das Haushaltsgesetz 2019 nicht mehr 2018 verabschiedet werden kann.

    Die nächste Gelegenheit, Worten Taten folgen zu lassen, ergibt sich für die Bundesregierung bei der Verabschiedung der Eckwerte für die Haushaltsaufstellung 2020 und den 53. Finanzplan bis 2024 im Frühjahr 2019.

  • 0815   |   14. Juli 2018 - 15:24

    @Pio-Fritz | 14. Juli 2018 – 9:19
    „…das dynamische Verfügbarkeitsmanagement sofort aufzugeben und alle Verbände mit Vollausstattung zu versehen. Und zwar umgehend und so, dass diese auch einsatzfähig sind“
    dazu +1

    @KlausKörper | 14. Juli 2018 – 10:46
    Volle Zustimmung. Insbesondere zum letzten Absatz ;-)

    @SER | 14. Juli 2018 – 12:15
    „In meinem dienstlichen Umfeld kann man auch deutlich einen Rückgang der „Qualität“ der jungen Soldaten erkennen, und es scheint weder nur ein subjektiver Eindruck zu sein (das stützen StOffze aus verschiedensten Org-Bereichen bis zur OSH) noch eine zeitliche Delle “

    Dem kann ich leider auch aus eigener Erfahrung nur Zustimmen. Und, es sind nicht nur die Mannschaftsdienstgrade denen es an Einstellung und Qualität fehlt.
    Die Quantitative Schwemme an UmP und Offz ist mit Qualität nicht zu vergleichen!
    Die einigen wenigen (wirklich guten) gehen leider oftmals in der Masse unter…mit ein paar Ausnahmen.

  • Zimdarsen   |   14. Juli 2018 - 16:23

    @Pete

    Ist wohl leider so.

    Dass jedoch an der deutschen Politik bzgl Bw fast alles schief läuft ist seit Rühe (EF Desaster) bekannt, doch es ist den meisten Bürgern egal für die sind Streitkräfte Geldverschwendung und bei dieser geringen Schlagkraft haben diese leider recht.

  • Koffet   |   14. Juli 2018 - 17:45

    @Pete | 14. Juli 2018 – 10:29
    „Die simple Wahrheit ist: Europa fühlt sich nicht wirklich von Russland bedroht, sonst könnte man nicht bis 2032 abwarten bis man verteidigungsbereit ist.“

    Ich denke nicht, dass das eine saubere Analyse ist.

    Ich denke vielmehr, dass West(!)Europa nur eingeschränkt eine Bedrohung empfindet, weil es ja die NATO und die USA gibt.

    Genau hier sind wir halt Schmarotzer und Trumps Kritik ist in soweit leider berechtigt…

  • Pete   |   14. Juli 2018 - 19:32

    @Koffet
    „Ich denke vielmehr, dass West(!)Europa nur eingeschränkt eine Bedrohung empfindet, weil es ja die NATO und die USA gibt.“

    Könnten Sie sich vorstellen, dass Russland sich bedroht fühlen kann durch die beabsichtigte massive Aufrüstung eines Büdnisses, dessen Mitglieder bereits jetzt 1 Billion Euro an Rüstungsausgaben ausgeben? Oder liegt das außerhalb Ihres Vorstellungsvermögens?

    Und könnten Sie sich vorstellen, dass man aus russischer Sicht die NATO NICHT als ein Verteidigungsbündnis wahrnimmt, sondern als ein Bündnis, dass seine Interessen mit militärischer Gewalt durchsetzen will?

  • Thomas Melber   |   14. Juli 2018 - 19:46

    @Koffer
    Hoffen wir, daß es nicht zu einer „self-fulfilling prophecy“ kommt, wenn jeder mit einem möglichen bewaffneten Konflikt rechnet.

    Der kalte krieg ist auch deswegen nicht heiß geworden weil die beiden Supermächte ihre claims abgesteckt hatten und sie sich über ihre Einflußsphären meist einig waren.

  • Couthon   |   14. Juli 2018 - 19:53

    Salve,

    @Pete 1+ außer Krimeinschätzung

    Sicher isk klar, daß sich RUS die Krim wiederzuholen versuchte, aber sie haben nun mal dabei Verträge gebrochen. Wie wäre es wohö gewesen, wenn die Ukraine noch Atomwaffen gehabt hätten?
    Und der Bevölkerung der Krim wurde vor die Wahl gestellt, entweder einen RUS Pass anzunehmen, oder später ohne RUS Pass niemals mehr Arbeit zu erhalten! Wie hätten Sie selbst entschieden?
    Und in den Territorien der alten SU und sogar des zaristischen RUS sagte man dort auf eine Frage niemals die Wahrheit, wenn einem sein Leben lieb war.

    @T.W. Entschuldigung für etwas OT. Kann das aber so nicht stehenlassen.

  • ZULU313   |   14. Juli 2018 - 20:57

    Ich glaube die Bundeswehr kann ohne Probleme einen Haushalt von 1,5% BIP vertragen. Wenn man sich allein anschaut wieviele Konzepte der Bundeswehr nur auf dem Papier existieren, materiell allerdings nicht hinterlegt sind.
    Wieviel infrastrukturell gemacht werden muss damit auch die Trainingsmöglichkeiten auf einen Stand gebracht werden der diesem Jahrtausend entspricht, und allen Truppengattungen gerecht wird.
    Wieviel allein in die persönliche Ausrüstung innerhalb kürzester Zeit investiert werden könnte.
    Wenn man sich allein anschaut wieviele Projekte und Beschaffungsvorhaben auf Grund von Geldmangel nach hinten verschoben wurden.
    Ein gutes Beispiel dafür ist die Einführung eines neuen Sprungfallschirm welcher wenn ich mich richtig erinnere 2014 truppenerprobt wurde und dann wegen der Beschaffung von h145 verschoben und dann wegen Vergabefehlern gecancelt wurde.
    In der Truppe muss weiterhin ein Schirm aus der Mitte des letzten Jahrhunderts gesprungen werden. In dieser Zeit haben andere Nationen 3-4 neue schirmsysteme eingeführt (DDR).
    Ich bin mir sicher dies lässt sich bei vielen Projekten so weiterführen und mit den 1,5% die ein oder andere Entwicklung beschleunigen(Pistolen SpezKr/BW, Sturmgewehr, Nachtsehkonzept..).
    Also wie man es auch dreht und wendet die Bundeswehr und die in ihr bereits dienenden Soldaten hätten dieses Geld mehr als nötig und verdient um endlich wieder ihrem Schwerpunkt nachgehen zu können und nicht Tage und Wochen von ausbildungszeit damit zu verschwenden das notwendige Material zu besorgen.
    Mit freundlichen Grüßen und Allzeit Glück Ab

  • Koffer   |   14. Juli 2018 - 21:37

    @Pete | 14. Juli 2018 – 19:32
    „Könnten Sie sich vorstellen, dass Russland sich bedroht fühlen kann durch die beabsichtigte massive Aufrüstung eines Büdnisses“

    1. hier wird objektiv gar nichts „massiv“ aufgerüstet
    2. natürlich kann ich mir vorstellen, dass eine solche „subjektive“ Fehlwahrnehmung im Kremel entsteht
    3. selbst schuld: wenn RUS die Krim und die Ostukraine faktisch besetzt und das Baltikum massiv bedroht…

  • klabautermann   |   14. Juli 2018 - 22:26

    Vorsicht, nicht so ganz ernst gemeint ;-)
    ………..aber seit Tagen stelle ich mir das Gesicht eines spezialisierten Infanteristen – wie z.Bsp. Falli oder Gebirgsjäger – vor, wenn man ihm einen 20 Fuß Container vor die Stubentür stellt, in dem alle persönlichen, funktionalen Ausrüstungsgegnstände – natürlich maßgeschneidert inkl. Fallschirm, Skier, dioprinangepasste Nachtsichtbrille, Polarkreisunterwäsche etc – für alle denkbaren Einsatzszenarien – also vom Nordkap bis Wüste Gobi – fein säuberlich gestapelt sind……….und ein „Provider“ hält ihm ein Touchpad hin und sagt: bitte quittieren.
    Das wäre doch einmal eine Maßnahme: da kann man jede Menge Geld raus hauen und die Truppe wäre unglaublich happy, denn endlich kann sie als universal dressman ganz tolle Selfies verschicken./SARC.
    Sorry @T.W., aber ich kann diesen „I want it all, and I want it now“-Sch… nicht mehr lesen.

  • Pete   |   14. Juli 2018 - 22:30

    @Couthon
    „Sicher isk klar, daß sich RUS die Krim wiederzuholen versuchte, aber sie haben nun mal dabei Verträge gebrochen. Wie wäre es wohö gewesen, wenn die Ukraine noch Atomwaffen gehabt hätten?“

    Das mit der Krim lasse ich so stehen und kommentiere nicht weil ich weiß das wäre nicht gewünscht in diesem Faden.

    Es ist aber ein sehr komplexes Thema, dass früher oder später diskutiert werden wird weil ohne die Lösung dieses Konfliktes kein dauerhafter Frieden in Europa möglich ist. Möglicherweise öffnet Trump gerade eine Tür. Mal sehen.

  • Thomas Melber   |   14. Juli 2018 - 22:35

    @Koffer

    ad 2. – eine Fehlwahrnehmung könnte vielleicht auch durch uns erfolgen (?)

    ad 3. – dies sehen höhere KdoBeh so nun gerade nicht

    Man darf sich von den Partnern im Baltikum und in Polen nicht instrumentalisieren lassen. RUS weiß, daß es mit einer Aktion wie auf der Krim ausgespielt hätte.

    Sicher wird gestichelt, aber die letzten „fake news“ Kampagnen waren doch eher amateurhaft.

  • Pete   |   14. Juli 2018 - 22:47

    @Thomas Melber
    „Der kalte krieg ist auch deswegen nicht heiß geworden weil die beiden Supermächte ihre claims abgesteckt hatten und sie sich über ihre Einflußsphären meist einig waren.“

    Sie haben Recht! Erlauben Sie mir hinzuzufügen, dass im Kalten Krieg beide Seiten auch auf der militärischen Seite wußten, dass es keinen Gewinner in einem Krieg geben kann. Meine Sorge ist, dass diese Erkenntnis bei einigen Militärs verloren gegangen ist und Krieg mit einer Nuklearmacht bei einigen Militärs als wieder führbar bewertet wird. In dem Moment wo er ausbricht ist es zu spät den Fehler noch zu korrigieren.

    Der Harmelplan aus dem Kalten Krieg ist aktueller denn je!

  • Thomas Melber   |   14. Juli 2018 - 23:17

    @Pete
    „Harmel-Plan“ – Sie meinen:

    https://www.nato.int/cps/en/natohq/80830.htm

    https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1992_2_2_haftendorn.pdf

    (?)

    Die „mini-nukes“ als taktisches „Wirkmittel des Gefechtsfeldes“ geht ja in diese Richtung, wie auch „seinerzeit“ die sog. „Neutronenbombe“.

    U.a. Spiegell, „Was wurde aus der Neutronenbombe?“

  • ZULU313   |   15. Juli 2018 - 0:19

    @klabautermann
    Es geht hier nicht um i want it all
    Es geht hier darum der Truppe das zu geben was sie benötigt für ihren Auftrag gem Grundgesetz
    Ich weiß nicht ob es so schwer vorstellbar ist wie frustrierend es ist wenn in einem Verband auf Rgt oder Btl Ebene nur 10 Nachtsichtgerät für Fahrausbildung zur Verfügung stehen, eigentlich aber in jedem Zug jeder Kraftfahrer eine haben sollte.
    Wenn man hier von wünsch dir was spricht, kann ich nur Unkenntnis oder Unwille die Wahrheit anzuerkennen sehen. Genau die gleiche schönfärberei mit der Führungs-Meldungen von Verbänden in regelmäßigen Abständen „abgewatscht“ werden.
    Denn diese Umstände können der Führung bekannt sein wenn sie sich um ihr Meldewesen kümmert. Sie sind weniger Medienwirksam als die neue Stubenausstattung oder das jeder Soldat WLAN bekommt aber würden genau den Soldaten zu gute kommen. Denn das ist es was wir benötigen und Arbeit in den Streitkräften attraktiv macht eine moderne Ausrüstung und zwar jetzt und nicht 2024.
    Nicht alles geht sofort das ist schon klar, aber mit Wille und dem gleichen Einsatz mit dem Tagtäglich auf den unteren Ebenen in den Bataillonen und Regimentern alles möglich gemacht wird wäre hier auch ein sinnvoller Einsatz eines höheren Etat möglich.
    Glück Ab

  • Reizzentrum   |   15. Juli 2018 - 10:47

    Trump will Ansagen machen? OK, ich gebe zu ich bin ein „Hacker“, deshalb:

    Verteidigungsausgaben erhöhen? OK. Als ersten ein paar Sanitätsschiffe bauen. Dann massive Investitionen in Bundeswehrkrankenhäuser und den SAN-Dienst. Parallel dazu alle – die USA unterstützenden – BW-Einsätze beenden.
    Bring our boys back home!