Militärische Personalstärke der Bundeswehr: Leichte Steigerung im Juli

Mit dem Beginn des zweiten Halbjahres 2017 hat sich die militärische Stärke der Bundeswehr leicht erhöht – und die Zahl der Berufs- und Zeitsoldaten lag Ende Juli knapp unter den – vorerst – angestrebten 170.000. Insgesamt hatten die deutschen Streitkräfte zum Ende des vergangenen Monats 178.823 aktive Soldatinnen und Soldaten, fast 1.000 mehr als im Juni. Die Zahl der Berufs- und Zeitsoldaten stieg von 168.446 auf 169.856, während die Zahl der Freiwillig Wehrdienst Leistenden (FWDL) von 9.454 im Juni auf 8.967 im vergangenen Monat fiel.

Das Verteidigungsministerium wertete die neuen Zahlen als Beleg dafür, dass die Trendwende Personal greife. So gebe es inzwischen mehr als 170.000 Berufs- und Zeitsoldaten (mehr dazu unten).

Die Statistik, die die Bundeswehr am (heutigen) Dienstag – wie üblich unter dem immer gleichen Link – veröffentlichte:

178.823 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt:
Bundesministerium der Verteidigung: 1.007
diesem unmittelbar nachgeordnete Dienststellen: 1.977
Streitkräftebasis: 28.642
Zentraler Sanitätsdienst: 19.906
Heer: 60.863
Luftwaffe: 28.192
Marine: 16.414
CIR: 12.256
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen: 965
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung: 1.544
Bereich Personal: 7.057, davon 4.207 Studierende an den Bw-Universitäten

Die Bundeswehr umfasst aktuell 169.856 Berufs- und Zeitsoldaten und 8.967 Freiwillig Wehrdienstleistende (Durchschnitt Januar bis Juli: 9.838).

Zur Bundeswehr gehören 20.751 Soldatinnen.

Stand: 31. Juli 2017

Zeitgleich mit der Juli-Statistik veröffentlichte das Ministerium die Meldung, dass die Trendwende Personal voll im Soll liege:

Die Trendwende Personal entfaltet ihre Wirkung. Im Juli 2017 dienten erstmals seit dem Februar 2015 wieder mehr als 170.000 Beruf- und Zeitsoldaten in der Bundeswehr – ein Meilenstein beim Aufwuchs des militärischen Fachpersonals. Nach Erreichen des Meilensteins 170.000 sank der Bestand zwar zunächst wieder ab, da beispielsweise viele Altgediente planmäßig ausschieden. Bereits im August wurde die Marke 170.000 wieder durchbrochen. Der Trend zeigt deutlich nach oben.

Da diese Aussage nicht so recht mit der obigen Statistik in Einklang zu bringen ist, habe ich mal nachgefragt: Die Schwelle 170.000 Berufs- und Zeitsoldaten, so die Auskunft, sei im Laufe des Monats Juli überschritten worden, und auch im August liege diese Zahl wieder über dem angepeilten Schwellenwert. Allerdings wollte das Ministerium auch auf Nachfrage nicht mitteilen, wie hoch diese Zahl am (heutigen) 15. August, also zur Monatsmitte, genau ist.

Der Service von Augen geradeaus!, die Vergleichszahlen:

Juni 2017

Mai 2017

April 2017

März 2017

Februar 2017

Januar 2017

Dezember 2016

November 2016

Oktober 2016

September 2016

August 2016

Juli 2016

Juni 2016

Mai 2016

April 2016

März 2016

Februar 2016

Januar 2016

Januar 2013 bis Dezember 2015

(Archivbild August 2016: Soldatinnen und Soldaten des Wachbataillons sind zur Vereidigung von Offizieranwärtern an der Marineschule Mürwik angetreten – Bundeswehr/Björn Wilke)

31 Kommentare zu „Militärische Personalstärke der Bundeswehr: Leichte Steigerung im Juli“

  • Alarich   |   15. August 2017 - 18:30

    Liegt auch daran das viele Schüler mit der Schule fertig sind

    Okt wird wieder Interessanter

  • closius   |   15. August 2017 - 18:31

    Die Behauptung der BW, daß die Trendwende Personal voll im Soll sei von heute ist wohl eher Zahlenschwindel. Denn die Zahl am 31.07. weist 144 Berufs- und Zeitsoldaten zu wenig aus, um die 170.000 Soldaten zu erreichen.

    Am Ende dieser Meldung wird behauptet, gegenwärtig seien mehr als 170.000 Berufs- und Zeitsoldaten in der BW, ohne daß eine genau Zahl genannt wird, noch wird ein Datum genannt. Nur die Meldung stammt von heute.

    Und was nützt es, wenn die Berufs- und Zeitsoldatenzahl etwas ansteigt, was wegen mehr als 1.000 OA zum 1. Juli zu erwarten war, wenn jetzt den zweiten Monaten in Folge die Zahl der FWL einbricht, obwohl der Juli ein Quartalsmonat ist, wo die Zahl der FWL stärker steigen sollte, auch wenn man nicht nur zu den Quartalsbeginnen einsteigen kann? Die Zahl der FWL ist jetzt von 11.000 als Maximum wieder auf 8.900 zusammen gebrochen und es ist zu befürchten, daß die Zahlen der FWL in den nächsten Monaten, durch Abbrecher, weiter sinkt. Die Trendwende funktioniert also in Wirklichkeit gar nicht.

    Aber eine Niederlage oder ein scheitern einzugestehen, dazu ist die Ministerin wohl nicht in der Lage, deshalb müssen jetzt wohl Monatsanfangszahlen oder Monatsmittezahlen herhalten, bevor zum Monatsende regulär Soldaten in den Ruhestand gehen oder ausscheiden oder FWL kündigen.

  • LTCM   |   15. August 2017 - 18:47

    Klar greift die Trendwende Personal mit folgendem Zaubersatz: „Würden sie bitte noch 2-3 Jahre länger machen Herr OSF oder SH, ihr Regenerant wartet gern noch etwas auf ihren DP nebst Beförderung „

  • Stephan L.   |   15. August 2017 - 18:54

    Ah, dieses Mal ist dann auch der beim letzten Mal angekündigte Unterstellungswechsel von SKB zu CIR berücksichtigt worden:

    Juni:
    Streitkräftebasis: 40.669
    CIR: 201

    Juli:
    Streitkräftebasis: 28.642
    CIR: 12.256

    Dafür, dass die SKB eigentlich „nur“ das Führungsunterstützungskommando (jetzt Kommando IT) mit Schule, dem Zentrum für Cybersicherheit und sechs Bataillonen, das KSA mit Schule und vier Bataillonen und das Zentrum Operative Kommunikation abgegeben hat, sind es doch ganz schön viele Soldaten geworden.

  • Koffer   |   15. August 2017 - 19:18

    Grundsätzliche ein erfreuliche Nachricht finde ich.

    Auch das die Zahl der weiblichen Soldaten weiter gestiegen ist (wenn auch nur um 1,5% aber immerhin :), der Trend scheint hier zwar langsam, aber wenigstens stetig zu sein :)

  • MA   |   15. August 2017 - 20:03

    @ LTCM | 15. August 2017 – 18:47

    Volle Zustimmung.

    Das „würden Sie gerne noch 2 – 3 Jahre länger machen geht bist zum Oberst. Und die Halteprämie von 30000,- Euro + für einen SaZ Hauptmann (für 4 Jahre), haben ganz viele überzeugt.

  • Insider   |   15. August 2017 - 20:40

    Ja, ja die monatlichen Zahlen. Traue keiner Statistik die du nicht selber gefälscht hast.
    Für mich funktioniert die Trendwende erst, wenn wir einmal dauerhaft bei 175000+ liegen. Alles andere ist für mich eine normale Schwankungsbreite bei so einer großen Organisation wie der Bundeswehr.
    Mich würden andere Zahlen dazu viel mehr interessieren.
    Wie viele Berufssoldaten haben (freiwillig) verlängert?
    Wie entwickelt sich der Altersdurchschnitt der BS?
    Wie viele Zeitsoldaten wurden durch Prämien gelockt?
    Wie viele Soldaten sind uneingeschränkt einsatzfähig?
    Wie viele Soldaten sitzen vollumfänglich ausgebildet auf Ihrem Dienstposten und nicht erst in zwei oder drei Jahren und unter Voraussetzung das sie ihre Ausbildung auch schaffen?
    Wie viele Soldaten befinden sich in BFD Maßnahmen am DZE?
    Wie viele Soldaten befinden sich in Elternzeit?

  • Thomas Melber   |   15. August 2017 - 21:34

    @Insider
    Interessant wäre auch die Zahl der Wiedereinsteller (nach Laufbahn / Verwendung). Diese werden ja grundsätzlich als SaZ eingestellt, nicht als BS.

  • MA   |   15. August 2017 - 21:44

    @ Insider | 15. August 2017 – 20:40

    „Autsch“ – So viele Fragen, auf die es unbequeme Antworten gäbe.

  • JSS Deutschland   |   15. August 2017 - 22:17

    @T.W.
    ich glaube, in der 3. Zeile müsste es heißen, dass die Personalabteilung damit unter den 180.000 angestrebten Soldaten liegt und nicht unter den 170.000.

  • T.Wiegold   |   15. August 2017 - 23:03

    @JSS Deutschland

    Nein.

  • ITOffz   |   16. August 2017 - 2:26

    Zum 30.09. wird die Bw dann wieder kleiner.
    Die Personalstärke der Bw wird sich zukünftig immer zum 31.03 und 30.09. verkleinern.

    Interessant wäre tatsächlich wie sich der Altersdurchschnitt zukünftig verändert.
    Herr Wiegold können Sie zukünftig den Altersdurchschnitt von den Bw-Soldaten (SAZ vs BS) mit veröffentlichen.

  • closius   |   16. August 2017 - 8:34

    @JSS Deutschland: Die BW hat als erstes Ziel der Trendwende ausgegeben, die Zahl der Berufs- und Zeitsoldaten auf 170.000 zu erhöhen, nachdem deren Zahl auf 166.000 gefallen war. Dieses Ziel sollte schon Ende letzten Jahres erreicht werden, wurde aber klar verfehlt und dann wurde das Ziel auf Mitte diesen Jahres verschoben.

    Ein spezielles Ziel, bis wann die Truppenstärke auf 180.000 oder die Zahl der Zeit- und Berufssoldaten auf 180.000 steigen soll gibt es nicht. Ansonsten hat die BW nur das Ziel herausgegeben, die Gesamtstärke der BW bis 2024 auf 198.000 Soldaten zu erhöhen. Davon sollen dann 182.000 Soldaten Berufs- und Zeitsoldaten sein, sowie 12.500 FWL und 3.500 Reservisten = 198.000.

  • Edgar Lefgrün   |   16. August 2017 - 10:21

    closius | 16. August 2017 – 8:34
    „Ein spezielles Ziel, bis wann die Truppenstärke auf 180.000 oder die Zahl der Zeit- und Berufssoldaten auf 180.000 steigen soll gibt es nicht. “

    Es wäre wohl auch nicht sinnvoll, solch einen Zeitpunkt anzugeben. Aus Erfahrung schon aus der Gründungsphase und Zeiten der Hochkonjunktur, der geringen Arbeitslosigkeit, ist der Bw bekannt, die Vorhaben/Wünsche erfüllen sich so nicht, sind nicht einstellbar. Und daran kann man nicht wirklich etwas machen.

  • audio001   |   16. August 2017 - 10:52

    Frage: Hat man/frau u.U. „die Statistik“ geändert?

  • T.Wiegold   |   16. August 2017 - 11:15

    @IT-Offz

    Ich veröffentliche die Zahlen, die die Bw rausgibt – und natürlich hätte auch ich das gerne detaillierter. Aber so einfach bekomme ich die auch nicht. Was da oben steht, ist alles, was die Bw bislang rausrückt.

  • Insider2   |   16. August 2017 - 11:34

    Die Trendwende Personal ist zunächst mal eine Trendwende Dienstposten. Diese neuen Dienstposten (DP) sind zwingend erforderlich, um die alten und neuen Aufgaben wahrnehmen zu können. Klar ist, dass angesichts der bereits bestehenden Vakanzen, nicht alle DP sofort besetzt werden können.
    Für eine Bewertung der Personallage ist der Gesamtumfang oder die Zahl der BS/SaZ nur bedingt aussagefähig. Das liegt u.a. daran, dass in diesen Zahlen auch SaZ mitgezählt werden, die noch nach alten Recht in der Dienstzeit ihren BFD in Anspruch nehmen. Viel interessanter wäre die Zahl aktiver ausgebildeter Soldaten auf DP.
    Da aber Organisation, Personal und Ausbildung im mBMVg in unterschiedlichen Abteilungen verantwortet werden, gibt es dazu keine Statistik.

    [Ups, hatte zunächst übersehen, dass Sie einen existierenden Kommentator-Nick gekapert haben. Bitte nicht… habe das jetzt mal geändert. T.W.]

  • Matthias Hake   |   16. August 2017 - 11:34

    Sehr geehrter Herr Wiegold, liebe Kameraden. so schön die Auflistung in sich auch ist, sagt sie jedoch nichts über den mittelfristigen Zustand, besser die mittelfristige Ausbildung und Kenntnisstand der Truppe in sich in allen fünf Teilstreitkräften aus. Je nach Verwendung, und das mal nur bezogen auf Mannschaften, von denen es vermutlich, auch im entsprechenden körperlichen Leistungsstand, zu wenig geben wird, kann von einem ausgebildeten Soldaten bei der Infanterie erst nach 15 Monaten gefechtsfähig (gv), auslandsverwendungsfähig (av) nach 18 Monaten, und bei anderen Kampftruppenteilen meist zwischen einem und zwei Quartalen weniger die Rede sein. Der Personalstand als monatliche Mengenangabe, gibt sorry hier wenig Einblick. Vielleicht würde es daher Sinn machen, eine gesplittete Abgängerquote (vor erfüllter Dienstzeit und mit erfüllter Dienstzeit) dagegen zu setzen. Die bisherige Aussage dazu war, das es einen hohen Anteil an frühzeitigen Abbrechern gibt, die ihre Verpflichtungszeit nicht erfüllen, und damit auch nicht als Reservisten für einen Aufwuchs zur Verfügung stehen.

    Mal abgesehen davon, das ein Reservist grundsätzlich, wenn er zivilberuflich Fuß gefasst hat, selten zum Dienst zu bewegen ist und spätestens 10 Jahren nach dem Dienst, zwar immer noch seine Kenntnisse hat, aber die Fertigkeiten dann doch meist geringer ausfallen, von der körperlichen Eignung, außer bei Offizieren und Portepees im Stabsdienst oder in entsprechender Verwendung wie sie im Zivilberuf wahrgenommen wird – und das ist selten – die körperliche Eignung nicht mehr für den Dienst geeignet macht.

    Das es überhaupt eine so hohe Abbrecherquote gibt lässt für mich zwar neben dann doch geänderten Lebensperspektiven auch darauf schließen das man den Wert Mensch immer noch nicht so ganz in der Truppe erkannt hat, führer in der Wehrpflicht kamen ja immer neue „….“ nach, das man aber auf der anderen Seite auch junge Soldaten für Dienstposten einsetzt, die auch von einem älteren, der auch versorgt sein will, wahrgenommen werden können. Mkf von 20 Jahren und dann auch weiblich, als Kommandeursfahrer in einem Verband oder Großverband, nun da scheint mir der Einsatz dann doch sehr fraglich, eine solche Aufgabe kann, bei mangelnder Deckung in der Truppe, auch ein 40 oder 50 jähriger wahrnehmen. Insbesondere da es früher üblich war für diesen Posten einen Zivilangestellten einzusetzen mit Vordienstzeit, der im V-Fall als Unteroffizier einberufen werden konnte. Aber das sind nur mal so ein paar Gedanken über den Umgangen sowohl mit Zahlen als auch über die Verwendung, und daraus resultierende Folgen. Und Videos von einem Großverbandkommandeur mit einer 20 jährigen Blonden geben mir zu denken, vielleicht auch irgendwann mal der IBuk. Im zivilen Bereich wäre ich dafür bei einem amerikanischen Unternehmen durch die Unternehmenskomplianzes gefeuert worden, und zwar fristlos, und ohne Einrede und Arbeitsgerichtsprozess.

  • T.Wiegold   |   16. August 2017 - 12:12

    Leute, noch mal: Ich würde mir auch eine detailliertere Statistik wünschen. Aber die obige ist die, die es gibt – und da könnt ihr mich noch so oft auffordern, doch mal alle BS in Norddeutschland der Verwendungsreihe xx im Altersband yy rauszurechnen und die Zahl der Reservisten für diesen Dienstposten anzugeben: Ich habe diese Zahlen nicht.

  • Insider   |   16. August 2017 - 12:23

    @TW
    Gibt es den Benutzer Insider jetzt nochmal?
    Der Beitrag vom 16.08. 11:34 ist nicht von mir.

    [Mein Fehler, hatte das übersehen und ihn jetzt in Insider2 geändert. T.W.]

  • Pio-Fritz   |   16. August 2017 - 16:15

    @Matthias Hake und @all

    Man muss sich ins Gedächtnis rufen, was diese Zahlen darstellen, nämlich eine Stärkemeldung. Und zwar eine für die Öffentlichkeit.

    Da liegt es auf der Hand, dass der Detailierungsgrad für geneigte Leser zu wünschen übrig lässt. Für den Großteil der Öffentlichkeit inkl. der Presse reicht das auch völlig, was uns geboten wird.

    Und wie wir alle wissen, eine Stärkemeldung beinhaltet nur gezählte Köpfe. Wie alt diese sind, was die können etc. pp. interessiert da gar nicht.

  • Insider   |   16. August 2017 - 18:36

    @Pio-Fritz
    Das ist aber genau das was hier viele aufregt. Da werden kernige Aussagen gemacht und Erfolge dargestellt, die bei näherer Betrachtung gar keine sind. Wenn man sich die Welt immer schön redet, wird sich auch nichts substantielles ändern, weil man das irgenwann auch glaubt was man da erzählt.
    Etwas mehr Selbstkritik und Ehrlichkeit würden verlorenes Vertrauen bei den aktiven Soldaten zurück gewinnen.

  • TBR   |   17. August 2017 - 0:18

    Wie schon im Thread erwähnt haben am 01.07. die neuen OA’s ihren Dienst angetreten. Heute fallen alle formal von Anfang an in die „BS/SaZ“ Kategorie. Doch bis zum 31.12. diesen Jahres ist dort mit ca. 20% freiwiligem Abbruch zu rechnen. Seit 1997 gibt es die Möglichkeit des freiwilligem Abbruchs der OA Laufbahn (zunächst nur wenn man sich „auf Widerruf“ verpflichtete und damit rechtlich zunächst Wehrpflichtiger war, heute gibt es diese Möglichkleit grundsätzlich für alle Freiwilligen und neuverpflichteten SaZ).

    Strukturell bedeutet dies das wir im Juli regelmässig ca. 400+ „BS/SaZ“ mehr in den Büchern haben als im Januar. Ähnliches gilt für den anderen grossen Einstell-Quartalsbeginn im Oktober (die meisten Berufsausbildungen enden im August oder September), hier überlagert sich der Effekt mit den OA von denen die ersten bereits abgebrochen haben.

    Man hat diesen Effekt m.W.n. in der Marine zumindest bei den Offizieranwärtern teilweise dadurch ausgeglichen dass die Reserveoffizieranwärterausbildung nun in den ersten 6 Monaten völlig parallel mit der der „regulären“ OA läuft. Dann kann man den ROA regelmässig „großzügig“ die Studienplätze der Abbrecher anbieten wenn sie zum OA umwandeln.

    Sauberer wäre natürlich wenn man ehrlich den „Schwund“ in der Ausbildung bei der Einstellung mit anrechnete und in der Statistik „Schülerstellen“ (zumindest vor Einnahme des ersten Regeldienstposten in der Laufbahn) getrennt auswiese. Das würde aber das Fehl in den Truppendienstposten transparenter machen…

  • Klauspeterkaikowsky   |   17. August 2017 - 10:12

    Zeitgleich Ermittlungen gegen KSK-Kräfte wegen möglicherweise nazistischen Verhaltens.
    http://www.tagesschau.de/inland/bundeswehr-rechtsextremismus-105.html
    Der Traditionsworkshop in HH wird zusätzlich beschäftigt sein.

  • closius   |   17. August 2017 - 12:20

    @KPK: Der nächste BW-Skandal, und dann auch noch in der Elitetruppe, darauf haben gewissen Medien nur gewartet und kriegen hier gleich Sex & Crime geliefert. Allerdings könnte es der Personalgewinnung des KSK dienen, wenn jetzt bekannt wird, daß mache Frauen auf Sex mit KSK-Kriegern stehen!

    Streitig ist wohl nur der Rechtsrock und die Hitlergrüße. Beim Hitlergruß hört der Spaß auf. Den zu zeigen wäre selten dämlich von den Beteiligten, selbst wenn diese vermutlich besoffen waren.

    Sehr dämlich finde ich auch, daß die Party auf einer Schießanlage der BW passiert sein soll, statt dies privat zu veranstalten und eine professionelle Dame gegen Geld kommen zu lassen. Dann wäre vermutlich nichts herausgekommen.

  • T.Wiegold   |   17. August 2017 - 15:16

    @all

    Hier ist nicht der Ort, die neuen Vorwürfe gegen das KSK zu debattieren. Zu dem Thema gibt’s einen neuen Thread (im Zusammenhang mit dem Workshop Traditionserlass).

    Und div. Aussagen, die außer Empörung nichts beinhalten, bringen hier auch keinen weiter. Danke.

  • 0815   |   17. August 2017 - 18:46

    Trendwende Personal…Gelächter!
    40+ jährige „kurzeittaugliche“ Gestalten werden eingestellt die teilweise „nebenher“ noch so ihr Süppchen kochen um im Falle eines Falles durch die Bw finanziell abgesichert zu sein!
    Irgendwelche „wichtigen“ Dauerwehrübungsleistenden Offiziere die aus Langeweile, Joblosigkeit oder sonstigen Gründen herumoxidieren.
    (Ich möchte vorsorglich darauf hinweisen das dies nicht auf alle genannten Gruppen anwendbar ist! Abweichungen gibt es)
    Ist das die Trendwende? Hin zum Sozialsystem Arbeitgebermarke Bundewehr?

    Tolle Befragungen zum Thema „Nachwuchsgewinnung“ im Cyberraum helfen gar nicht weiter. Viele deutsche sind nicht „patriotisch genug“ um ihre Fähigkeiten dem Land zur Verfügung zu stellen wenn andererorts der dickere Gehaltszettel winkt.
    Damit könnte man ja noch leben aber gänzlich eine Verteidigung der Souveränität Deutschlands in Frage zu stellen nicht. Immer die selben Aussagen die aber keinerlei Unrechtsgefühl erzeugen wenn die Frage entsteht ob man sich nicht schlecht fühlt Nachts unter dem Schutz von Freiheit und Demokratie in Ruhe zu schlafen.

    Der Schwamm am Kopf saugt sich Dienstposten an währendessen Teile der Truppe nicht mal mehr mit „Schwimmflügeln“ überleben könnten und dort spezielle Dienstposten gut zu gebrauchen wären.

    Beim (Sport)test der Berufsfeuerwehr durchgefallen, weil auch keinerlei Ergeiz und Vorbereitung trotz offiziellen Anschreiben erkennbar war. Aussage nach Eröffnung“ Dann gehe ich zur Bundeswehr“ nehmen ja ohnehin jeden.
    Im täglichen Dienst immer die selben „Knäckebrotmeldungen“ die mich nur noch an Augenwischerei und Durchhalteparolen erinnern.

    Mein Neffe (Berufsfeuerwehr) fragte mich ob die Bundeswehr tatsächlich solche Leute nimmt. Er fragte zudem: wie sollen solche Leute unsere Heimat verteidigen wenn sie bereits hier versagen? Ich will solche Leute im Brandeinsatz nicht bei mir haben…“
    Soldaten und Berufsfeuerwehren haben wohl eins gemeinsam. Kein „Beruf“ wie jeder andere eben…

    Warten wir mal auf die neuen Zahlen und deren langfristige Tendenz. Alles andere sind, wie bereits gesagt Momentaufnahmen.

  • Thomas Melber   |   17. August 2017 - 19:10

    @0815
    Seien Sie versichert, die Truppe nimmt nur Personal, das auch einen Mehrwert bietet. Und wenn sich eine WIN-WIN Situation ergibt, um so besser.

  • AoR   |   25. August 2017 - 20:09

    RP Online schreibt von 21000 Rekruten. ( Link aus bekannten Gründen nicht.) IBuK unterstreicht Trendwende.

  • Zimdarsen   |   26. August 2017 - 10:11

    @Thomas Melber

    „Seien Sie versichert, die Truppe nimmt nur Personal, das auch einen Mehrwert bietet.“

    ……und wenn es die verschönerung der Statistik ist.

    Im Moment werden in den hohen Altersbändern Verbreiterungen erzeugt die uns in einigen Jahren bitter auf die Füße fallen.

    Die Menschen werden in der Truppe an ihren Fähigkeiten und der Verfügbarkeit gemässen und da geht der Trend steil bergab.

    Hauptsache die Zahlen stimmen. Es ist unverantwortlich!

  • Koffer   |   26. August 2017 - 10:45

    @AoR | 25. August 2017 – 20:09
    „RP Online schreibt von 21000 Rekruten. ( Link aus bekannten Gründen nicht.) IBuK unterstreicht Trendwende.“

    Hmm, das wäre in der Tat ein Recht bemerkenswerte Zahl (wenn es tatsächlich REKRUTEN waren, also nur Soldaten und nicht auch zusätzlich Beamte/Angestellte). In einem Gesamtjahr werden ja ca. 25.000 eingestellt und wenn bis inkl. August schon 21.000 den Dienst angetreten haben sollten, dann wäre das eine gute Zahl.

    Selbst wenn natürlich der SP im 1. HJ liegt und man September-Dezember noch nicht einmal annähernd sinngemäß hochrechnen kann, lässt das doch hoffen :)

    Ich muss allerdings sagen, ich bin nur vorsichtig optimistisch. Einerseits erscheint mir die Zahl fast zu gut und andererseits habe ich deutlich negative Rückmeldung hinsichtlich der Qualität der Eingestellten.

    Trotzdem: nur wenig Essig und viel Wein :)

    @Zimdarsen | 26. August 2017 – 10:11
    „……und wenn es die verschönerung der Statistik ist.“

    Naja, das ist ja bei Reservisten (und um die ging es doch in der konkreten Aussagen, oder?) eher selten. Meine Erfahrung da ist, dass man tatsächlich überwiegend einfach nur die nimmt (erst recht für die „tagefressenden“ Langzeit Reservedienstleistungen), die man wirklich möchte/braucht…

    „Im Moment werden in den hohen Altersbändern Verbreiterungen erzeugt die uns in einigen Jahren bitter auf die Füße fallen.“

    Da bin ich absolut bei Ihnen. Das erzeugt ja fast zwangsläufig einen Beföderungsstau im Bereich der mittleren Altersbänder. Zudem leistet es der weiteren Vergreisung der Streitkräfte Vorschub :(

    Das einhergehend mit der (leider) wieder deutlich erhöhten BS-Quote wird zu katastrophalen Ergebnissen in 5/10/20 Jahren führen (je nach zu betrachtender Fragestellung).