Letzte Runde Rüstungsprojekte: Bis auf die Drohne alles durch (Nachtrag&Korrektur))

In seiner letzten regulären Sitzung vor der Sommerpause – und damit vor der Bundestagswahl – hat der Haushaltsausschuss des Bundestages am (heutigen) Mittwoch fast alle anstehenden Beschaffungsprojekte der Bundeswehr gebilligt, die vergangene Woche noch mal verschoben worden waren. Nur die ersten bewaffnungsfähigen Drohnen für die deutschen Streitkräfte wurden, wie schon am Vortag absehbar, für diese Legislaturperiode endgültig gestoppt – auch wenn es im Laufe des Mittwoch noch hektische Verhandlungen zwischen den Koalitionspartnern Union und SPD mit der Suche nach einer Kompromissformel gegeben hatte, um das Projekt doch noch zu retten. Das blieb aber erfolglos.

Die meisten Projekte der langen Liste waren vor einer Woche durchgegangen, am prominentesten die neuen Korvetten für die Deutsche Marine. In der letzten Sitzung wurden nach Angaben aus Ausschusskreisen gebilligt:• Digitalfunk: Die Ausstattung der Bundeswehr mit neuen digitalen Funkgeräten im Truppeneinsatz ist der Auftakt für das System MoTaKo (mobile taktische Kommunikation). Zunächst geht es dabei nur um die Einrüstung dieser neuen Systeme in 50 Führungsfahrzeuge der Typen Schützenpanzer Puma und Transportpanzer Boxer. Zunächst sind dafür 81 Millionen Euro vorgesehen – in dieser Summe, so ist zu hören, ist die eigentliche Integration in die Fahrzeuge noch nicht enthalten.

• unbewaffnete Drohnen: Das Leasing der bereits in Afghanistan und in Mali eingesetzten unbemannten Systeme des israelischen Typs Heron 1 wird verlängert, insbesondere für den Einsatz in Mali bis 2019. Dafür sind 35,55 Millionen Euro vorgesehen.

• Munition:  Patronen DM11 für den Kampfpanzer Leopard 2 für 45 Millionen Euro.

• Schützenpanzer Puma: Integration der Turmunabhängigen Sekundärwaffenanlage für 92,9 Millionen Euro.

• Transportflugzeug A400M: Bei den so genannten Einsatzsichernden Maßnahmen geht es unter anderem um die Bestellung von zehn dringend benötigten Ersatztriebwerken. Korrektur: Das Gesamtpaket umfasst rund 110 Millionen Euro. (dazu s.u.)

Logistik ZEBEL (Zentrales Bundeseigenes Lager) – 122,60 Millionen Euro.

So, ich hoffe, da ist mir jetzt nichts durchgegangen…

Nachtrag: Natürlich ist mir doch was durchgegangen, danach wird auch in den Kommentaren gefragt… also:

• Fennek Joint Fire Support Teams: Beschluss für das 3. Los wurde bereits am 21. Juni im Ausschuss gefasst. 30 Fennek sollen für 15 JSFT  umgerüstet werden; vorgesehen sind dafür 88,34 Millionen Euro.

• noch zum A400M: Zwei Vorlagen dazu, beide gebilligt:

„Anhebung des Systemzuschlags zur Durchführung einsatzsichernder Maßnahmen im Programm A400M und Optionsauslösung.“ Darin enthalten sind zehn Ersatztriebwerke für 100 Mio. Euro sowie  Anpassung von Bodenunterstützungsanlagen für 9 Mio. Euro.

Mit der zweiten Vorlage wurde die Auflage zum Verkauf der 13 über den vorgesehenen Bedarf von 40 Flugzeugen hinaus bestellten Maschinen aufgehoben.

Sieben weitere Einzelvorhaben, die in dem ursprünglichen Gesamtpaket von rund 300 Millionen enthalten waren, wurden aus der Haushaltsvorlage rausgenommen: Dafür lag entweder noch kein Vertrag vor – oder sie hatten ein Volumen von unter 25 Millionen Euro und mussten aus Sicht des Ausschusses nicht mehr zwingend im Systemzusammenhang behandelt werden.

(Archivbild: A German Army Leopard II tank, assigned to 104th Panzer Battalion, moves through the Joint Multinational Readiness Center during Saber Junction 2012 in Hohenfels, Germany, Oct. 25 – U.S. Army Europe photo by Visual Information Specialist Markus Rauchenberger/released)

 

45 Kommentare zu „Letzte Runde Rüstungsprojekte: Bis auf die Drohne alles durch (Nachtrag&Korrektur))“

  • Schwermetaller   |   28. Juni 2017 - 19:14

    Endlich! Das war ja ein würdeloses Spektakel
    politischer Einzelinteressen.
    Wann werden Generalität und Politik verstehen, dass sie heute das von heute brauchen und nicht den Träumen von übermorgen hinterherrennen?
    MoTaKo ist das beste Beispiel: wenn jetzt nicht schnellstens mehr davon kommt, dann wird es Jahre dauern und wieder viel Gebastel geben.

  • Georg   |   28. Juni 2017 - 19:48

    Warum 50 Digitalfunkgeräte ohne die Integration in die Fahrzeuge 81 Mio Euro kosten sollen, das hätte ich gerne vom HHA erläutert gehabt.

    Ich vermute, da ist noch ein gehöriger Teil Entwicklungskosten dabei oder Vorseriengeräte zur Truppenerprobung mit intensiver industrieller Begleitung.
    Benötigt man für Digitalfunk nicht auch eine Infrastruktur, mit stationären Masten, Antennen, Repeater, Netzmanagementcomputer usw. wie bei der Handynetztechnologie?

  • Hans Schommer   |   28. Juni 2017 - 20:00

    Georg | 28. Juni 2017 – 19:48
    „Warum 50 Digitalfunkgeräte ohne die Integration in die Fahrzeuge 81 Mio Euro kosten sollen, das hätte ich gerne vom HHA erläutert gehabt.“
    Systempreis umgelegt?
    „Benötigt man für Digitalfunk nicht auch eine Infrastruktur, mit stationären Masten, Antennen, Repeater, Netzmanagementcomputer usw. wie bei der Handynetztechnologie?“
    Nein.
    Hans Schommer

  • Tobi   |   28. Juni 2017 - 20:19

    @Georg

    Es handelt sich dabei um SDR-Funkgeräte (Software Defined Radio), bei der Bundeswehr laufen die dann unter SVFuA (Streitkräftegemeinsame Verbundfähige FunkAusstattung), das ist ein System auf dem mehrere Linien gleichzeitig laufen und die jeweils per Software verschiedene Wellenformen darstellen können. UHF, VHF, HF (mit zusätzlicher Antennenanpassung und Leistungsverstärkung, quasi wie beim derzeitig verwendeten HRM7400 HF Funkgerät).

  • Retro   |   28. Juni 2017 - 20:23

    Guten Abend,
    gibt es Informtionen zum Los der Spähwagen Fennek?
    Dies sollten doch ebenfalls im HHA abgestimmt werden?
    Ich konnte dazu jedoch nichts finden.

  • T.Wiegold   |   28. Juni 2017 - 20:34

    @Retro

    Stimmt, das stand mal auf einer Liste… habe ich dann aber nicht weiter verfolgt. Muss ich noch mal nachfragen.

  • Tom   |   28. Juni 2017 - 20:35

    Weiß denn jemand was bzgl des LUH SAR welcher ja eigentlich auch noch vor der Sommerpause verabschiedet werden sollte?

  • Georg   |   28. Juni 2017 - 21:32

    Sind bei den Ausgaben für die 50 Funkgeräte der „MoTaKo“ eventl. die Anlaufkosten
    des Joint-Venture von Rheinmetall, EADS und R &S enthalten ?

    http://www.esut.de/esut/archiv/news-detail-view/artikel/joint-venture-rheinmetall-und-rohde-schwarz/

  • Hühnerschrecker   |   28. Juni 2017 - 21:48

    Der LUH „SAR“ ist scheinbar nicht behandelt worden. Warum, ist nicht klar. War es doch ursprünglich mal fest eingeplant und „auf Kurs“.

    Aber gerade dieses Projekt wäre wichtig gewesen und, auch unmittelbar vor der Wahl, politisch korrekt (In der Öffentlichkeit: SAR = gut). Wenn ich mir überlege, wie viel eine erneute Verlängerung der UH-1D den Steuerzahler kosten wird.

    Hoffentlich haben die Verantwortlichen alles im Griff.

  • Grashüpfer   |   28. Juni 2017 - 22:03

    @Georg

    Wie Tobi um 20:19 auch schrieb gehts um 50 Geräte des SVFuA, diese bilden einen Teil des Programm MoTaKo und sind zur Integration in 50 Führungsfahrzeuge vorgesehen.

    Internetrecherche nach SVFuA führt Sie u.a. zu einer Seite Bundeswehr-Journal, soweit ich es gesehen habe eine Seite von R&S. Dort können Sie mal lesen worum es bei SVFuA geht.

    Wie hoch der Stückpreis ist weiß ich nicht, aber wenn er bei 1,6Mio€ liegen würde, würde es mich nicht wundern. Einzelne gute für militärische zwecke geeignete Funkgeräte HF, VHF, UHF kosten vom niedrigen 5-stelligen Bereich bis zu 6-stellige Summen. Alles integriert un ein Gerät mit national Geheim Zertifikat lässt die Kosten exponentiell steigen.

  • Grashüpfer   |   28. Juni 2017 - 22:08

    Korrektur, die Seite Bundeswehr-journal.de scheint nicht von R&S, mir ginge nur darum schnell mal nach öffentlichen Infos zu das suchen die SVFuA darstellen.

  • Lotzenge   |   28. Juni 2017 - 23:25

    Interessant wäre auch das Ergebnis zu Tagesordnungspunkt 36:
    Beschaffungsvorhaben A400M, Auflagen des Haushaltsausschusses im Zusammenhang mit der Fortsetzung des Programms A400M.
    Könnte ggf. die Aufhebung der Auflage des Haushaltsausschuss aus 2011 zum Weiterverkauf von 13 der 53 A400M bedeuten.

  • Crewchief   |   29. Juni 2017 - 8:30

    @ Hühnerschrecker

    Sicherlich wäre ein Weiterbetrieb mit der RUAG-Lösung um 1-2 Jahre weitaus billiger als jegliches Nachfolgemuster vom Hauslieferanteren Airbus.
    Seit der Übernahme durch RUAG hoher Klarstand der verbliebenen Huey’s, sämtliche Flugvorhaben konnten im geforderten Umfang bedient werden. (und das mit ca. 20 Mann vor Ort im Vergleich zu vorher über 1000 Mann Regimentstärke)

  • Schnallendorf   |   29. Juni 2017 - 10:46

    @ Lotzenge | 28. Juni 2017 – 23:25

    Laut Augsburger Allgemeine online, die sich aus „Kreise“ aus der nichtöffentlichen Sitzung bezieht, gibt es „offenbar“ die Entscheidung, die 13 A400M abzunehmen, aber noch kein Stationierungskonzept. Lechfeld soll ebenso im Spiel sein wie der Erhalt von Penzing.

  • Andreas   |   29. Juni 2017 - 14:56

    Wie viele 120mm Murmeln bekommt man denn heutzutage für 45mio €?

  • Labacco   |   29. Juni 2017 - 15:54

    @Andreas
    5.000 Geschosse

  • Hans Dampf   |   29. Juni 2017 - 16:21

    @ Schnallendorf:

    Aber ob da nicht der Wunsch Vater des Gedankens ist ;-)?

  • Sommerbiwak   |   29. Juni 2017 - 17:06

    @Schanllendorf: „Entscheidung“ die dreizehn A400M abzunehmen? Niemand will die Vögel haben und der Vertrag zum Kauf ist schon vor Jahren unterzechnet worden. da ist nichts mehr zu entscheiden. Nur noch abzunehmen und irgendwo zu parken oder sogar (verrückte Idee) die Transportflieger bestimmungsgemäß zu benutzen. „Nicht kaufen“ steht gar nicht mehr zur Debatte.

  • Sommerbiwak   |   29. Juni 2017 - 17:12

    Rheinmetall vermeldet ein paar IdZ-ES Sätze für 68 Infanteriezüge an die Bundeswehr zu liefern bis 2020. War das schon erwähnt worden? In den Haushaltseinträgen hier im Blog habe Ich es nicht gefunden. Falls doch bitte ignorieren. ;-)

    https://www.rheinmetall-defence.com/de/rheinmetall_defence/public_relations/news/latest_news/index_13888.php

    [War in der Gesamtübersicht hier:

    http://augengeradeaus.net/2017/06/korvetten-drohnen-raketen-alles-muss-rein/

    T.W.]

  • Hühnerschrecker   |   29. Juni 2017 - 19:15

    @ Crewchief:

    Wenn der Klarstand so gut ist, brauchen wir das Projekt ja nicht mehr. (Kleiner Spaß!)

    Die neuen Luftfahrzeuge werden anders betreut als die alten. Bei einer Verfügbarkeitsgarantie gibt es z.B. keine kostenintensive „technisch – logistische Betreuung“ oder „Musterbefundung“ mehr. Der Hersteller eines zivil zugelassenen Musters, ist gegenüber der zivilen Zulassungsbehörde für die Continued Airworthiness verantwortlich, -und das unentgeltlich. Das können wir beim LUH-SAR nutzen.

    Die Kosten werden zwischen den LUH-SAR und den UH-1D in keinem Verhältnis stehen.

    Die Investitionsmittel sind für das Projekt jetzt vorhanden. Die Mittel konnten jetzt an das Projekt gebunden werden. Eine Verzögerung tut aber morgen erst weh. Mit sparen hat das nichts mehr zu tun.

    Hat jemand schon eine Abschätzung vorgenommen, wieviel Geld das BMVg dieses Jahr zurückgibt?

  • T.Wiegold   |   29. Juni 2017 - 21:52

    @all

    Habe zu den Punkten Fennek/JFST und A400M oben was nachgetragen.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   29. Juni 2017 - 22:11

    Joint Fire Support Team auf FENNEK.
    Habe noch (ältere?) Aussagen in Erinnerung:
    GTK Boxer (mechanisierte Kräfte), Fennek (radbewegliche Kräfte), der Wiesel 2 (luftbewegliche Kräfte) und der Bv206S (Gebirgsjäger) vorgesehen.
    Inzwischen alles ausschließlich auf FENNEK?
    Wer weiß mehr, das Zutreffende?

  • DF   |   30. Juni 2017 - 2:30

    @Labacco & Andreas
    9000 EUR pro Schuss für die Panzermunition … Geht das nur mir als Zivilist so, oder ist das tatsächlich extrem teuer? So mit jedem Schuss einen Kleinwagen verballern hört sich für mich als Steuerzahler nach Verschwendung von Steuermitteln an. Nach kurzer Recherche habe ich gelesen, dass due US Regierung im Fiskaljahr 2015 6600 Schuss Multi Purpose Trainingsmunition für den M1A1 für 26, 65 Mio USD eingekauft hat, laut einem Regierungsbericht. Das ist grob die Hälfte für mehr Geschosse. Gut, Übungsmunition, aber dennoch ein erstaunlicher? Unterschied.
    MfG
    P.S. Link zum Dokument wurde extrem lang, hab ihn daher nicht gepostet. Erster Hit „Procurement Ammunition M1A1“ auf G.

  • Hans Dampf   |   30. Juni 2017 - 8:26

    @ KPK

    Die vorgesehene Anzahl von JFST-Fenneks dürfte kaum ausreichend sein, um den strukturellen Bedarf zu decken. Dem Vernehmen nach besteht nach wie vor der Bedarf an „JFST, schwer“ für die Zusammenarbeit mit den PzTr (für die ja die Artillerie zuständig ist, mit ihren lächerlichen paar JFS-Zügen), da geistert mir auch der Boxer im Kopf herum, aber konkretes dazu habe ich nicht vernommen. Es wäre auch in meinen Augen blanker Unsinn, wenn inmitten von 14 Leopard 2 und Marder/Puma zwei Boxer mit ganz vielen Antennen rumeiern…

    @ DF:

    Stimmt, das klingt teuer. Zum US-Vergleich: Die Amis nutzen für Ihre KE-Munition abgereichertes Uran, wir Wolfram, da letzteres teurer ist, erklärt sich auch der Kostenunterschied. Grundsätzlich: Wenn man dem 9.000 Euro-Schuss gegenüber stellt, was ein Kampfpanzer kostet (i.d.R. mehrere Millionen), dann richtet man damit mehr Schaden an, als er kostet. Das Verhältnis ist hier recht respektabel, wenn Sie allerdings über Panzerabwehrlenkwaffen sprechen, dann wird das Verhältnis ungleich schlechter…

  • DF   |   30. Juni 2017 - 11:01

    @Hans Dampf
    Vielen Dank für die Antwort und Erklärung. So gesehen geht dann natürlich die Rechnung wieder auf. Ich bin nur immer wieder erstaunt über die Summen, die für Rüstungsgüter aufgerufen werden; und der Bundesrechnungshof erwähnt ja auch nicht selten die überboardenden Kosten, wie jüngst beim K130-Deal. Nochmals danke für die Einordung der Kosten für die Munition.

  • Mackiavelli   |   30. Juni 2017 - 11:30

    @ Hans Dampf und DF:
    Wenn ich das richtig gelesen habe, geht es hier um die DM11 Munition und das ist die neue, tempierbare Munition zum Einsatz gegen weiche und leicht gepanzerte Ziele. Ich glaube nicht, dass dort Wolfram verbaut wurde. Aber sicher hat Rheinmetall andere Gründe, warum die Munition trotzdem so teuer ist.

  • FF   |   30. Juni 2017 - 16:19

    @Hühnerschrecker
    [blockquote]
    Die neuen Luftfahrzeuge werden anders betreut als die alten. Bei einer Verfügbarkeitsgarantie gibt es z.B. keine kostenintensive „technisch – logistische Betreuung“ oder „Musterbefundung“ mehr. Der Hersteller eines zivil zugelassenen Musters, ist gegenüber der zivilen Zulassungsbehörde für die Continued Airworthiness verantwortlich, -und das unentgeltlich. Das können wir beim LUH-SAR nutzen.
    [/blockquote]

    Diese Argumentation erschließt sich mir nicht.
    Gerade zur Sicherstellung der Verfügbarkeit ist es notwendig die logistisch technische Betreuung und Musterbefundung durchzuführen. Es ändern sich beim Verfügbarkeitsvertrag doch nur die Verantwortlichkeiten. Der Aufwand muss also trotzdem betrieben werden.
    Und da die Industrie sicher nichts freiwillig herschenkt, werden die Kosten vernünftig im Gesamtpreis umgelegt. Es werden aus mehreren Einzelverträgen jetzt große Verfügbarkeitsverträge geschnitzt. Also weniger Bindung der eigenen Ressourcen, dafür mehr Geld an den Auftragnehmer. Billiger wird da nix, aber man selber bekommt hoffentlich mehr Luft zum atmen.

  • STEK   |   30. Juni 2017 - 16:51

    @ Mackiavelli

    “ … Ich glaube nicht, dass dort Wolfram verbaut wurde ..“

    Doch in Form von Kugeln („Tungsten Balls“), siehe hier:

    http://dtic.mil/ndia/2012/armaments/Tuesday14105ewert.pdf

    Aber sicher deutlich weniger, wie für einen APFSDS-Penetrator benötigt wird

    Ich denke mal, der programmierbare Zünder, der bei einer Beschleunigung > 10000 g ? noch exakt funktionieren muss, dürfte nicht billig sein

    Außerdem wahrscheinlich derzeit einziger Anbieter?

  • Klauspeterkaikowsky   |   30. Juni 2017 - 17:46

    Und auch Export läuft. Drei weitere U-Boote Dolphin-Klasse, nuklearfähig, gehen an Israel. DEU Finanzierungshilfe. Israel wird dann acht Boote des Typs fahren.
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundesregierung-genehmigt-u-boot-deal-mit-israel-a-1155229.html

    [Ich habe mir erlaubt, das mal durch die Originalquelle zu ersetzen. T.W.]

  • es-will-merr-net-in-mei-Kopp-enei   |   02. Juli 2017 - 21:46

    Nochmal eine Frage zur K130. Eine Passage aus der Rede von Konteradmiral Jean Martens zum 6. Maritimen Kolloquium Wilhelmshaven am 15. Juni 2017 fiel mir auf:

    „Und schließlich werden wir in 2018 die ersten Drohnen an Bord unserer Korvette haben, die den Waffensystemen einen enormen operativen Mehrwert geben werden.“
    (letzter Absatz von S.7 der PDF / S.6 der Rede auf https://dmkn.de/seefestigkeit-des-maritimen-6-maritimes-kolloquium-wilhelmshaven/ )

    Das wäre ja, im Vergleich mit den üblichen Beschaffungs-Zeitberarf, quasi dann schon Übermorgen. Es müsste damit wohl eine „Off-the-Shelf“ Lösung gemeint sein, so wie sie bei der niederländischen Marine, betrieben mit einem handelsüblichen Muster, von Herrn Wiegold etwa Ende letzten Jahres in einem Beitrag beschrieben wurde. Oder sollte damit eine Drohne gemeint sein, die der ursprünglichen Leistungsanforderung entspräche? Das würde mich sehr überraschen – oder habe ich da etwas verpasst?

    (Und neue Flottendienstboote sollen 2023 in Dienst gestellt werden, das ist doch schon erschreckend schnell.)

  • Hans   |   02. Juli 2017 - 22:30

    @KPK

    Fünf Boote aktuell in Israel, ein sechstes im Bau und drei neue, ergibt neun.
    Ganz schön viel für ein solch kleines Land, verglichen mit der Abschreckung bspw von FRA oder UK. Und allzu viele konventionelle Ziele dürfte es nicht im Mittelmeer geben.

  • Memoria   |   03. Juli 2017 - 0:37

    @es-will-merr-net-in-mei-Kopp-enei:
    Die Ausschreibung hat gerade erst begonnen:
    http://ted.europa.eu/udl?uri=TED:NOTICE:250772-2017:TEXT:DE:HTML&src=0

    Mir scheint eine Lieferung 2018 durchaus realistisch.

  • STEK   |   03. Juli 2017 - 7:15

    @ Hans Dampf | 30. Juni 2017 – 8:26

    zu JFST (schwer)

    … da geistert mir auch der Boxer im Kopf herum, aber konkretes dazu habe ich nicht vernommen…

    Lt. Infobrief Heer 6/17

    “ … Die Beschaffung des ersten Loses des JFST (schwer) mit zehn Teams auf Basis des GTK Boxer im Zeitraum 2021 – 2024 ist ebenfalls sichergestellt. …“

    http://www.fkhev.de/fileadmin/user_upload/daten/infobriefheer/InfobriefHeer__3_2017.pdf

  • Frank   |   03. Juli 2017 - 11:35

    https://goo.gl/9rRiqb

    Das sieht man auch selten; auf der Internetseite der Bundeswehr/ nicht der des VtgM, ist eine recht ausführliche „Dokumentation“ der Standpunkte von Parteien und Bundeswehr zum gescheiterten Heron TP Beschaffungsvorhaben online.

    der Titel
    Heron TP: Beschaffung gescheitert
    Man könnte meinen die Autoren haben sich „bemüht“ neutral zu berichten.
    (jedenfalls im Vergleich zum üblichen Bundeswehr-Webpräsenz Niveau)

  • es-will-merr-net-in-mei-Kopp-enei   |   03. Juli 2017 - 12:13

    @ Memoria – Danke für den Hinweis.

    Da muss mir wohl doch etwas in eine schwer zugängliche dunkle Ecke in der Datenablage geraten sein. Eine Suchmaschinen-Anfrage verwies mich u.a. auf diese exotische aber gut informierte Quelle:
    http://augengeradeaus.net/2016/02/entscheidung-fuer-marinedrohne-marktverfuegbarer-hubschrauber-ab-ende-2021/

    Ach ja, das AlmEG für die K130 (hatte ich wohl unter alpiner Landwirtschaft gespeichert) kommt dann doch schneller als zwischenzeitlich gedacht. Schön dass die Marine immer mal wieder positiv überraschen kann.

    [Mache dazu jetzt eigenen Thread auf, mit bisschen Verspätung. T.W.]

  • Hubi   |   04. Juli 2017 - 13:01

    Hat jemand bei den LUH-SAR etwa was anderes erwartet? Hauen und Stechen der Anbieter im Hintergrund, bis einer rausfällt. Da waren es nur noch zwei. Mit einem eindeutigen Ergebnis in der Bewertung. Das aber passt dem Unterlegenen nicht. Und der geht in die Vollen.

    Genauso wie bei den BSHS:
    Jetzt kann jeder sagen, der Haus- und Hoflieferant stellt nicht den hauseigenen Hubschrauber. Der kommt von der Konkurrenz. Wer aber hat den Vertrag? Eigentlich der Haus- und Hoflieferant.

    Die Lösung:
    LUH-SAR nicht vom Haus- und Hoflieferanten, aber ein Wartungskonzept losgelöst von Bückeburg und Laupheim gesondert mit einem Vertragspartner. Und der könnte durchaus wieder zumindest indirekt etwas mit dem Haus- und Hoflieferanten zu tun haben.

    Fest steht jedenfalls, dass die Ausgabemittel zur Verfügung stehen und „nur“ noch die Vergabeentscheidung offen ist.

    Und die Zeit rennt dahin. RUAG wird es freuen.

  • Obibiber   |   06. Juli 2017 - 10:46

    die FAZ berichtet dass Airbus jetzt doch große Stücke vom STH (Nachfolger CH53) Kuchen abhaben will… und das obwohl man aktuell kein passendes Produkt im Angebot hat… schließlich geht es wohl um ein Gesamtvolumen von 3,8 Mrd € beim STH und natürlich um wertvolle Arbeitsplätze in Deutschland und Know-How das ja verloren geht wenn man den Auftrag nicht bekommt… :-(
    ich hoffe dass sich das BMVG nicht auf dieses gejammer einlässt… sonst gibt es das nächste Rüstungsdebakel… und zig Mrd werden wieder für Industrieförderung verbrannt…und die BW erhält dafür kein einsatzbereites Gerät.

    Beim STH kann die Antwort nur heißen das man CH47F ER beschafft … die ESUT sieht das mittlerweile ähnlich… weil der „Mehrwert“ den eine CH53K bietet niemals den 3-fachen Anschaffungspreis rechtfertigen kann… mittlerweile geht man davon aus das eine CH53K mehr kosten wird als eine F35… und eine Airbus Eigenentwicklung wird da mit Sicherheit nicht besser werden… abgesehen von noch mehr Verzögerungen.
    Airbus soll das liefern was sie können… und das sind weitere H145M…

  • Hans Dampf   |   06. Juli 2017 - 11:40

    Wie sieht es denn mit einer Lizenzfertigung eines US-Musters in Deutschland aus? War ja bei der UH-1D und der CH-53G auch der Fall. Würde sich „der Ami“ bestimmt etwas kosten lassen, aber so würde man immerhin zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen (markverfügbares Muster ohne Entwicklungskosten und Sicherung der Arbeitsplätze/Transfer von Know-How in Deutschland).

    @ STEK:

    Bedankt! 10 Teams, also 20 Autos, das dürfte für ein Bataillon reichen.

  • Zimdarsen   |   06. Juli 2017 - 11:52

    @Obibiber

    Es geht nicht um den Bau eines neuen STH, sondern im Wesentlichen um log Unterstützung und Subsysteme. Da sind AH und alle genannten Frimengut und notwendig.

  • Obibiber   |   06. Juli 2017 - 12:34

    @Zimdarsen:

    kann man aber durchaus auch so verstehen das man das Ganze Stück vom Kuchen haben will… also Entwicklung eines eigenen Produktes…
    aber klar… es kann natürlich auch um Serienfertigung in DE oder nur Support/Instandhaltung gehen…

  • uli   |   06. Juli 2017 - 14:53

    Heutige Pressemitteilung von Rheinmetall zu LKW Familie UTF 5t und 15t:
    https://www.rheinmetall.com/de/rheinmetall_ag/press/news/latest_news/index_12032.php

  • Obibiber   |   06. Juli 2017 - 15:14

    https://www.hartpunkt.de/festlegung-der-beschaffungszahlen-fuer-juli-geplant/#more-2748

    auch zum Thema STH.
    Sehr ausführlich beschrieben:
    es soll bis 2018 zwischen 2 Szenarien entschieden werden
    „Für die „Minimallösung“ mit 41 Maschinen sei das notwendige Geld in einer mittelfristigen Planung bereitgestellt worden, erläuterte der Offizier. Bedarfsdeckend sei jedoch die „große Lösung“ mit 60 Hubschraubern. Wie es aus gut informierten Kreisen heißt, wurden bislang 3,84 Mrd EUR für die neuen Hubschrauber eingeplant.“
    erstmal ohne sich auf ein Produkt festzulegen…
    dahinter stehen auch anzahlen an Flugstunden.
    Bis 2022, realistisch 2023 soll die erste Maschine zulaufen…

    bzgl Finzanzrahmen… da denke ich dass man für die 3,84 Mrd keine 41 CH53K bekommen wird… auch der Zulauf ab 2022/2023 wäre für die CH53K sehr optimistisch…
    vor allem wenn diese gleich 300 Flugstunden pro Jahr bringen sollen…
    für die 3,84 Mrd könnte man jedoch die „große Lösung“ mit 60 Stück CH47F ER bestimmt verwirklichen…
    aber abwarten… wenigstens sind die nächsten Schritte mal aufgezeichnet und auch ein bisschen nachvollziehbar
    der Nachfolger des Wiesels soll übrigens anhand des neuen STH bzgl Abmessungen und Zuladung designed werden… ;-)

  • Hans Dampf   |   06. Juli 2017 - 15:52

    40 – scheint die neue magische Zahl für Lfz zu sein: 40 Tiger, 40 A-400M, 2×40 NH-90, nun 40 CH-??…

  • Hubi   |   06. Juli 2017 - 16:46

    Für den neuen HS gibt es ja noch nicht mal ein abschließendes Lastenheft, die einsatztaktischen Forderungen en detail. Klar, dass sich die EU-Hubschrauberindustrie positioniert.
    Und im Augenblick ist die Stückzahl 40 (-60) nicht relevant genug für eine Lizenzfertigung.
    Aber in 2016 finden sich schon etliche Infos:
    http://www.esut.de/esut/archiv/news-detail-view/artikel/neuer-schwerer-transporthubschrauber-sth-der-bundeswehr/ (wenn nicht erlaubt, bitte löschen!)

  • Hubi   |   06. Juli 2017 - 20:13

    Und aus dem Ministerium gibt es zum Firmenstatement schon das Kontra in Richtung: Kein Freibrief für irgendjemanden, sondern Wettbewerb.