Mal ein erfolgreiches Rüstungsprojekt: Alle H145M-Hubschrauber bei der Truppe angekommen

In diesen Zeiten ist es schon bemerkenswert, wenn ein neues Rüstungsprojekt der Bundeswehr schnell begonnen wird, im Zeitrahmen bleibt und auch noch pünktlich alles ausgeliefert wird. Deshalb im Kalender anstreichen: Die Luftwaffe hat am (heutigen) Montag wie geplant den 15. und letzten der neuen Hubschrauber vom Typ Airbus H145M für die Spezialkräfte erhalten.

Das Rüstungsprojekt mit dem sperrigen Kürzel H145M LUH SOF, Light Utility Helicopter Special Operations Forces, ist auch Beleg dafür, wie schnell wir es schaffen können, unsere Fähigkeiten zu verbessern und auszubauen, sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei der Übergabe der Maschine an das Hubschraubergeschwader 64 in Laupheim.

Damit wurde ein Rekord aufgestellt, der vermutlich vorläufig ungebrochen bleibt: Von den ersten Forderungen aus dem Parlament noch in der vorangegangenen Legislaturperiode, damals vorangetrieben vor allem von der damaligen FDP-Abgeordneten Elke Hoff, einen solchen neuen Helikopter für die Spezialkräfte zu beschaffen, bis zur Übergabe der ersten Maschinen im Dezember 2015 dauerte es keine fünf Jahre. Für ein fliegendes Waffensystem eine ziemliche Ausnahme.

Und die Auslieferung der weiteren Hubschrauber blieb ebenfalls im Zeitplan, wie die Ministerin betonte:

Bereits am 8. Dezember 2015, nicht mal zweieinhalb Jahre nach der Vertragsunterzeichnung, hat Airbus Helicopters die ersten beiden Hubschrauber an die Luftwaffe übergeben. Noch im Dezember erteilte das BAAINBw die Genehmigung zur Nutzung. Ab Januar 2016 wurden die ersten Luftfahrzeugführer in Donauwörth ausgebildet. Die letzte und 15. Maschine ist eben hinter mir gelandet, etwa vier Jahre, nachdem wir das Projekt auf den Weg gebracht haben.

Der Hersteller Airbus Helicopters Deutschland fand ebenfalls lobende Worte:  Mit dieser letzten Auslieferung hat Airbus Helicopters das gesamte Programm im vorgegebenen Zeit- und Kostenrahmen umgesetzt. Das LUH SOF Projekt ist ein hervorragendes Beispiel dafür, was eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr, Behörden und Industrie leisten kann, sagte Wolfgang Schoder, CEO von Airbus Helicopters Deutschland.

Das Personal für diese neuen Hubschrauber gehört übrigens zu den Spezialkräften und stellt damit die ersten Spezialkräfte der Luftwaffe.

Noch ein bisschen Technik-Aussagen von Airbus dazu:

Bei der H145M handelt es sich um die militärische Version des bewährten zweimotorigen Zivilhubschraubers H145, der 2014 erstmals ausgeliefert wurde. Inzwischen hat die gesamte H145-Flotte es auf über 50.000 Flugstunden gebracht. Mit einem maximalen Abfluggewicht von 3,7 Tonnen kann die agile H145M für ein breites Spektrum an Aufgaben in den Bereichen Transport, Versorgung, Überwachung, Luftrettung, bewaffnete Aufklärung und medizinische Evakuierung verwendet werden. Die H145M LUH SOF der Bundeswehr sind ausgestattet mit einem Abseilsystem zur Verbringung von Spezialkräften, einem Hochleistungskamerasystem zur Aufklärung sowie Vorrichtungen zur Feuerunterstützung im Einsatz und ermöglicht damit den Spezialkräften eine breite Vielfalt an neuen Einsatzmöglichkeiten.
Darüber hinaus bietet der neue Hubschrauber mit einem ballistischen Schutz sowie einer elektronischen Selbstschutzanalage ein hohes Maß an Sicherheit im Einsatz.
Der Hubschrauber wurde für Einsätze bei Tag und Nacht sowie unter widrigsten Umständen entwickelt. Der Antrieb erfolgt über zwei Turbomeca Arriel 2E Gasturbinen, die über das FADEC- System (full authority digital engine control) gesteuert werden können. Darüber hinaus ist der Hubschrauber mit der digitalen Avioniksuite Helionix ausgestattet und bietet damit neben einem innovativen Flugdatenmanagement auch einen leistungsfähigen 4-Achsen-Autopiloten, wodurch die Piloten in ihren Einsätzen erheblich entlastet werden. Ihre besonders niedrigen Geräuschemissionen machen die H145M zum leisesten Hubschrauber ihrer Klasse.
2015 hat Airbus Helicopters mit der Bundeswehr außerdem einen umfassenden, kooperativen Service Vertrag geschlossen, der die Unterstützung der Industrie bis mindestens ins Jahr 2021 regelt. Zu den Pflichten Airbus Helicopters‘ zählen dabei unter anderem die Organisation und Durchführung von Wartungs- und Reparaturarbeiten, die Versorgung mit Ersatzteilen und die Sicherung der Flugfähigkeit. Die bereits über 3.900 geleisteten Flugstunden sprechen für das gewählte Supportkonzept und die gute Kooperation sowie die Zuverlässigkeit der Maschinen.

(Vor diesem Hintergrund ist es um so erstaunlicher, wie zurückhaltend Ministerium und Luftwaffe diese letzte Auslieferung öffentlich begleiteten: Medien wurden, jedenfalls überregional, gar nicht erst zur heutigen Übergabe eingeladen. Und Fotos der Bundeswehr von diesem Ereignis wird es vermutlich auch heute nicht mehr geben. Update: Airbus Helicopters hat mir ein Foto von der Übergabe geschickt, vielen Dank!)

(Foto oben: von der Leyen und der Kommodore des Hubschraubergeschwaders 64, Oberst Stefan Demps, bei der Übergabe – Foto Airbus/Marcus Schlaf; Foto unten: Archivbild Februar 2017: Kälteerprobung H145M in Nordschweden – Bundeswehr/Johannes Heyn)

71 Gedanken zu „Mal ein erfolgreiches Rüstungsprojekt: Alle H145M-Hubschrauber bei der Truppe angekommen

  1. Erstaunlicher umso mehr, dass die Ministerin und der Inspekteur Lw in getrennten Flugzeugen aus Berlin anreisen….

  2. Nunja, der H145 war ja auch schon lange marktverfügbar. Die Bw hat ausnahmsweise auf eine Goldrandlösung (wie sonst immer) verzichtet. Dann KANN das auch mal funktionieren.
    Dagegen kommen Projekte wie IdZ-ES und Beschaffung von Nachtsichtgeräten seit Jahren überhaupt nicht aus dem Quark….

  3. Gut für unsere Soldaten. Wenn jetzt neben den Miniguns und anderen schönen Teilen auch die „Evakuierungsausstattung SpzKr Bw“ an die Truppe übergeben wird (siehe wt/VI/2016, Seite 79, Interview mit Generalmajor Andreas Marlow) damit jene, die im Schlamm stecken, herausgeholt werden können, dann ist ein wichtiger Teil geschafft.

  4. Das Heer sollte darüber nachdenken, ebenfalls H145M zu beschaffen. Airbus Helicopters hat unter dem Marketing-Namen „HForce-System“ eine bewaffnungsfähige Variante dieses Helicopters im Angebot, welche derzeit 12,7mm MG, 20mm BK und 70mm Raketen unterstützt.
    M.E. eine sinnvolle Ergänzung (mit potentiell hoher Klarstandsrate) zu der kläglich geringen Anzahl einsatzbereiter Tiger-Kampfhubschrauber.

  5. Ein schönes Beispiel dafür, dass eben nicht Airbus das Problem ist. Solange man einfach die übliche militärische Produktpalette kauft und keine Bw/internationale Entwicklungen macht kann es ganz einfach uns zielführend sein.
    Sagt wieder mal viel über die Planer der Bw die Fähigkeitsforderungen und zugrunde liegende Systematiken und Abwägungen gerne gründlich verhauen.

  6. @Navales

    Wenn man für Minigun/M3M einfach die normalen Doorgunner Lafetten nutzt hat man dem Tiger sogar einiges voraus.

  7. Genau, Navales. Dann könnte in Rotte der zweite 145er vernünftig als Chase Deckung geben, da er auch zur Seite hin wirken kann.

  8. Wie ist der „ballistische Schutz“ konkret vorstellbar. Wo, gegen welche Wirkmittel verbaut?

  9. Tja.

    Willen ist können.
    Klappt auch beider Beschaffung. Wenig Beteiligte. Klare Ziele. Und keine reine Entwicklungslösung. Sondern Marktverfügbare Komponenten….

    So gehen erfolgreiche Projekte.

  10. @ Volker Niebergall

    Wieviele Sätze „Evakuierungsausstatrung SpezKr Bw“ haben Sie denn an die Bw verkauft, so dass diese an die Truppe übergeben werden kann?

  11. @chris, @Volker Niebergall

    Das Bewaffnungskonzept „HForce-System“ sieht – wie man es z.T. auch vom deutschen Tiger kennt – starr montierte sMG- bzw. BK-Behälter sowie 70mm Raketenbehälter vor, letztere ggf. mit laser-guided Rockets aufrüstbar: „guided light attack“.

    Siehe auch http://www.helicopters.airbus.com/website/en/ref/HForce_342.html

    Meines Erachtens wäre das für viele aktuelle (Auslands-)Missionen ausreichend, und entsprechen beispielsweise dem „Armed Scout Helicopter“ Ansatz der US Army. Vergleichsweise geringe Anschaffungs- und Unterhaltskosten würden es jedenfalls erheblich leichter machen, ausreichend viele Maschinen bereit zu halten.

  12. @Navales
    HForce schließt aber ja die Nutzung bereits in der Zertifizierung befindlicher/zertifizierter Waffenhalterungen nicht aus.

    Starre Bewaffnung mit kleinem Kaliber ist bei einem Hubschrauber wie dem Tiger schon fehl am platz aber bei einem Hubschrauber mit dem Profil eines H145 und niedrigerem Schutzniveau für die Bw wohl unbrauchbar.

    Das Armed Scout Helicopter Konzept liegt ja heute auch eher im Bereich Hellfire, Spike APKWS. Die Kiowa Zeiten sich ja vorbei; aus gutem Grund.

  13. Sehe das auch so dass weitere lose dieser Erfolgsgeschichte Sinn machen würden…
    man stelle sich mal vor man hat in 10 Jahren 60 Stück H145M als light armed scout und noch zusätzlich ch47f ER :-)
    Die Hubschrauber wären zu 90% verfügbar zu günstigsten anschaffungs und Betriebskosten … unvorstellbar ;-)
    Außerdem ist der h145m ein gutes Zwischending zwischen Tiger und nh90 bzgl seiner Aufgaben und kann beide entlasten!

  14. @Obibiber

    Genau der Punkt, dass H145M mit etwa 50 bis 70 Stück bei niedrigen Kosten und hoher Verfügbarkeit sowohl den teuren Tiger als auch den teuren NH90 entlasten/ergänzen könnte und dabei auch noch die SAR Aufgabe in Deutschland machen wo man ja eh eine Lösung braucht.

  15. Hat dieser Hubschrauber vielleicht auch etwas mit dem LUH SAR zu tun? Ist das nur der Name? Sollten nicht auch für SAR neue Hubschrauber – jetzt vom HEER – gekauft werden?

  16. @MIDAS

    Schon lange marktverfügbar?

    Ein Auftraggeber, ein Auftragnehmer und nicht prozessorientiert, sondern ergebnisorientiert war der Schlüssel zum Erfolg.

  17. @ Navales

    Genau genommen wurde aber das „Armed Scout program“ der US-Army OHNE Nachfolger eingestellt. „The Armed Aerial Scout program ended in late 2013 with no alternative scout helicopter being selected for procurement.“
    und die „günstigen“ Kiowa’s (OH-58) wurden durch „teuere“ Apachen ersetzt.
    „Army’s Last Kiowa Scout Helicopter Squadron Switching to Apaches“
    Die UH-72A ( EC 145T1) wird nicht im „Auslands-Einsatz“ eingesetzt.
    „Based on the EC 145 multirole helicopter, the UH-72A serves the army principally for logistics and support missions within the US. It is also used by the Army National Guard for homeland security and disaster-response missions and medical evacuations.“

    https://en.wikipedia.org/wiki/Armed_Aerial_Scout

    http://www.military.com/daily-news/2016/09/19/armys-last-kiowa-scout-helicopter-squadron-switching-to-apaches.html

    http://www.army-technology.com/projects/uh-72a-lakota/

  18. für die kenner, was sind das für Dosen an den Kufen. außen grün innen hänchenrosa? die Zivilversion hat sowas nicht.

  19. @markus d.Ä.
    Die „Dosen“ sind vermutlich Teil des Selbstschutzsystems.
    „Als elektronisches Selbstschutzsystem wird das MILDS (Raketenwarner AN/AAR-60) verbaut, kombiniert mit vier Tauschkörperwerfern seitlich des Rumpfs.“

  20. Hier hat der Erfolg genau einen Vater , das Kommando Spezialkräfte!!!
    Das KSK hat auch hier mal wieder gezeigt wie es geht. Von Anfang an auf eine Marktverfügbare HAP gesetzt und im direkten richten mit der Grp. WE KSK und Airbus einen LUH für SOF entwickelt der auch bei anderen TIER 1 Einheiten auf dem Wunschzettel steht.

    Ein Grund für die Erfolgsgeschichte war mit Sicherheit die Begleitung durch Kommandosoldaten , die von Anfang an im direkten richten mit Airbus ihre Erfahrungen in das Projekt einfließen lassen konnten.

    So kanns gehen wenn der Anwender mitentwickelt / sagt was er will und das ungefiltert und direkt.
    Der Wille entscheidet , Glückwunsch in den Schwarzwald.

  21. @markus d.Ä.

    das sind leere Flare-Dispenser-Gehäuse. Im Einsatz kommen da dann die Flare-Kanister rein. Da Flares aber im Handling als Munition gelten, werden sie auch tatsächlich nur bei Einsätzen eingerüstet.

  22. @ Hühnerschrecker
    Ja, es wäre sinnvoll den LUH Heer für die SAR Aufgabe analog zu beschaffen. Es besteht aber die Gefahr, dass wegen vermeintlicher Synergien das System und damit die Aufgabe an die Luftwaffe geht. Wer weiß, ob das Heer das möchte?

  23. @ Schleppi

    Die Aufgabe SAR mittels Bell UH 1 D war ja bis vor ein paar Jahren bei der Lw und ist erst mit dem Fähigkeitstransfer 2012/13 an Heer gewandert, oder sehe ich das verkehrt ?

  24. Super dass das Projekt geklappt hat.
    Eine Frage stellt sich mir: Warum genau 15 Stück? Besteht eine Staffel nicht aus Schwärmen zu je 4 Lfz? Bedarf? Pooling / Mangelverwaltung?

    Ansonsten schließe ich mich den anderen Kommentatoren an, die einen LUH im Sinne Kampfhubschrauber (leicht) fordern. Die Infra in Roth steht ja noch, man könnte mit Tiger mischen und Piloten sind auch da.
    Wie sollen auch 120 Piloten in einem Regiment fliegen (180 h pro Jahr können)? Ist das normal, auch ähnlich bei den NH90 Regimentern bzw bei Marine und Luftwaffe?

  25. @Navales:
    „Meines Erachtens wäre das [HForce] für viele aktuelle (Auslands-)Missionen ausreichend, und entsprechen beispielsweise dem „Armed Scout Helicopter“ Ansatz der US Army.“

    Sie wissen schon, dass die US Army alle „Armed Scout Helicopter“ außer Dienst gestellt hat?

  26. @ Hühnerschrecker & schleppi
    Ja, für den neuen SAR-Hubschrauber wäre der H-145 besser geeignet, aber es war ja immer der H-135 als Kandidat genannt worden, was für mich recht unverständlich ist. Die meisten zivilen Rettungshubschrauber sind mittlerweile H-145 – der H-135 fliegt in der Rolle nur noch als Restposten, da er zu beengt ist um kritisch Verletzte optimal zu versorgen. Als Argument des Heeres mag dienen dass man den 135er schon als Schulhubschrauber hat; wenn aber beide Muster durch Airbus gewartet und betreut werden ist der Vorteil dadurch relativ irrelevant. Bei einer einheitlichen H-145 Flotte könnte man hingegen durch personelle wie materielle Kombinationsmöglichkeiten von SAR und Spezialkräften Vorteile erwarten.

  27. Naja für einen VBH sind aber 11 Millionen ganz schön teuer, aber gut, für Generäle durch die Republik zu fliegen und fleißig Lärmbeschwerden zu sammeln ist dieser Helikopter genial.

    Mal gucken, wie lange es dauert, bis er endgültig zum VIP Hubschrauber wird, weil man mit dieser Nutzlast anfangen kann. Ein hoch auf Airbus und ein so „super“ Rüstungsprojekt….

  28. @K.B.
    Korrekt, die US Army hat alle alten „Armed Scout Helicopter“ außer Dienst gestellt. Meine Anmerkung sollte sich auf das „Armed Aerial Scout“ Programm beziehen, bei dem sich Airbus Helicopters ja große Hoffnungen auf den Zuschlag gemacht hatte mit H145M alias AAS-72x – bevor das Vorhaben aus Eis gelegt wurde:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Armed_Aerial_Scout

    Offenbar werden diese Helis jedenfalls derzeit schmerzlich vermisst:
    http://tinyurl.com/kvqk2sx

  29. @K.B.

    1.) Eine Außerdienststellung innerhalb der US-Streitkräfte ist ja bisweilen kein Verbot jenes o.ä. in der Bundeswehr einzuführen

    2.) Gibt es bestimmte Gründe, die gegen die Armed Scout Helicopter gesprochen haben? Ich denke einfach mal, dass die USA mehr als genug Muster haben, die den Job übernehmen könnten, bei uns wäre so ein Helikopter-Typ aber bisweilen notwendig, da wir kaum andere einsatzfähige/moderne Helis haben

  30. @Hans

    Infra Roth?

    Das wird der InspLw verhindern, da er seinen falsche Entscheidung aufrecht erhält.

    Auch macht die Konzentrierung von Hubschraubern in einem Standort wenig Sinn.
    Weder der ADAC noch andere Hubschrauberbetreiber tun dies. Das Lfz steht beim Nutzer und das ist gut so.

  31. 1.) Das KSK gehört zum Heer.
    2.) Der „Fähigkeitstransfer Hubschrauber“ hatte den Zweck, wenn ich das richtig verstanden habe, den taktisch-operativen Lufttransport bei der Luftwaffe zu bündeln, also gingen die „dicken Pötte“ (CH-53) zur Ergänzung unterhalb der C-160D/A-400M zur Lw und das „Kleinzeugs“ (NH-90) zum Heer, um es bewusst flapsig zu formulieren.

    Wie nun aus den beiden Punkten folgen kann, dass die 15 H145 zum HTG 64 der Luftwaffe gehören, wird vermutlich einer andersartigen Logik folgen ;-).

  32. @Hans Dampf

    Da gibt es keine Logik!

    Der InspLw sich durchgesetzt und in Laupheim waren Hallen und Personal der Bo105 über.

    Die Personalprobleme -Schnittstelle zum KSK- beginnen erst noch.

    Beides am falschen Ort -KSK und H145-.

  33. Die Luftwaffe berichtet gerade ziemlich groß und mit vielen Bildern von der Übergabe.

    Sieht gut aus, das Gerät. Soweit meine „technische“ Expertise. Wollen wir hoffen, dass es hält, was es verspricht.

  34. Das hat vermutlich damit zu tun, dass die ehemalige „SOF-Staffel“ in Laupheim aufgehangen war-und mit dem Fähigkeitstransfer das komplette Regiment (inklusive SOF-Schwarm) bei der Luftwaffe gelandet ist….denn zu den „Special Forces“ im Bereich Drehflügler gehörten ja nicht nur die BO105 „Swooper“, sondern auch mehrere CH53…

  35. @Hans Dampf

    Grundsätzlich gibt es da keine nachvollziehbare fachliche Logik. Vielmehr ist es das Ergebnis einer (verworenen und ichwill, ichwill, ichwill) sogenannten paritätischen Verteilung von Generalssternen über das Kommandogebiet unserer Republik. Und dann kommt eben so etwas dabei heraus.

    Die Aufgaben die die Hubschrauber der Bundeswehr von Heer, Luftwaffe und Marine übernehmen sind ebenso diversifiziert. Die Luftwaffe fliegt das KSK, das Heer die Kampfschwimmer, die Marine ist (leider) fast am Ende und kann noch nicht einmal SAR-See abdecken (siehe regelmäßig die aktuellen NOTAMs).

    Kommen wir doch noch einmal zurück zum Sinn:
    Zusammenfassung aller Hubschrauberkräfte unter ein Komando und einer haushalterischen Oberhand; verfügbar gemacht für die Aufgaben die in unserer Bundeswehr anfallen!
    Klar wird es dabei eine interne Spezialisierung geben, aber die Beschaffung, wie auch die Ausbildung und der Einsatz werden verschlankt, effektiver und wahrscheinlich deutlich billiger.
    Hört man dann noch den „Hubschrauber“-Fachleuten zu und trennt sich von der Hörigkeit zu Airbus, dann stärkt das den Wettbewerb und unsere Armee erhält anständiges Material zu vertretbaren Preisen, in annehmbaren Zeiträumen. Die Steuerzahler, die Soldatinnen und Soldaten und die Heli-Community wird dankbar sein.

  36. Ich würd‘ mir ja gerne anschauen, was die Luftwaffe dazu zu berichten weiß. Leider komme ich über die Startseite von luftwaffe.de nicht hinaus, auf dem Mac is tnix zu öffnen. Haben die denn was Neues mitzuteilen?

  37. Heute Morgen war die BW HP wg Wartung teilweise nicht erreichbar. Anbei der heutige Bericht der Luftwaffe hier reinkopiert:

    Großer Empfang für den letzten H145M LUH SOF

    Laupheim, 27.06.2017.
    Er ist wendig, einfach zu fliegen, sicher zu handhaben und gut getarnt. Doch nicht nur bei den Piloten hinterlässt der H145M LUH SOF einen guten Eindruck. Bei der Übergabe des 15. Hubschraubers auf dem Flugplatz Laupheim wertete selbst die Bundesministerin der Verteidigung das teilstreitkraftübergreifende Projekt als großen Erfolg.

    Gut 20 Kameras richteten sich auf die vier Punkte am Himmel, die schnell näher kamen. Vorne eine CH-53 GA, dahinter der neue und letzte ausgelieferte Light Utility Helicopter – Special Operation Forces (H145M LUH SOF) mit der Nummer 76+15 begleitet von zwei weiteren Mehrzweckhubschraubern. Die Bundesministerin der Verteidigung, Ursula von der Leyen, der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner, und rund 100 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Militär verfolgten gebannt den Anflug der außergewöhnlichen Formation. Der neue Hubschrauber für das Geschwader landete in der Nähe des Rednerpultes, die anderen Maschinen drehten ab.Rüstungsprojekt im vorgegebenen Zeitrahmen

    Nur vier Jahre nach der Vertragsunterzeichnung hat damit Airbus Helicopters alle leichten Mehrzweckhubschrauber „pünktlich auf den Hof gestellt“, sagte die Ministerin. „Das Rüstungsprojekt mit dem sperrigen Kürzel H145M LUH SOF lief genau nach Plan, und ist ein Gewinn für die Bundeswehr, aber auch für dieses Geschwader“, unterstrich sie vor der angetretenen Truppe. Denn mit diesen neuen Hubschraubern und mit Weisung des Generalinspekteurs vom April 2017 zählen die Angehörigen der neu aufgestellten 4. Fliegenden Staffel des Hubschraubergeschwaders 64 (HSG 64) zu den Spezialkräften der Bundeswehr.Das Geschwader hat das Projekt aktiv mitgestaltet

    „Das Projekt H145M LUH SOF war für uns eine einmalige Chance. Dafür wurde in Laupheim bereits zu Beginn eine Planungszelle aufgestellt, in der Experten aus der gesamten Luftwaffe ihre Ideen und Erfahrungen einbrachten. Der neue Hubschrauber wurde genau für die Bedürfnisse der Spezialkräfte entwickelt. Wir hatten die einmalige Gelegenheit, an den Konzeptpapieren mitzuarbeiten und die Strukturen mitzugestalten. Personal aus allen Bereichen der Bundeswehr hatte sich für dieses zukunftsträchtige Projekt beworben. Da herrscht schon ein ganz besonderer Spirit im Team, auf das man stolz sein kann“, erklärt der Kommodore, Oberst Stefan Demps.Ausgereifte Technik erleichtert die Wartung

    Eine große Verantwortung für den Flugbetrieb des neuen Hubschraubers trägt auch Hauptmann Florian Knittlmeier. Der 31-Jährige ist Technischer Offizier und koordiniert die Wartung und Instandhaltung der H145M LUH SOF. „Man merkt, dass der Hubschrauber ein ausgereiftes System ist und schon lange erfolgreich im zivilen Luftverkehr fliegt. Er hat keine Kinderkrankheiten mehr, funktioniert einfach und ist extrem wartungsfreundlich“, bringt es der Diplomingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik auf den Punkt.„Es geht darum, im scharfen Einsatz zu bestehen“ber bei dem neuen Drehflügler der Luftwaffe geht es um weit mehr als das reine Fliegen. Er wird die Einsätze von allen Spezialkräften bei Heer, Marine und Luftwaffe unterstützen. „Wir sind stolz auf unsere Soldatinnen und Soldaten, die jetzt das Schwert im Staffelwappen führen. Die Messlatte liegt allerdings hoch, denn der Einsatz der Spezialkräfte der Bundeswehr ist von einem besonderen Mindset geprägt“, erklärt der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müllner. „Die Qualität und Verlässlichkeit in der Auftragserfüllung – zumeist mit geringer Vorwarnzeit, um im globalen Rahmen sprechen für sich. …Es geht darum, im scharfen Einsatz zu bestehen und das große Potential vollends zu nutzen, um in letzter Konsequenz Leben zu retten.“

  38. Mir ist es seit über 20 Jahren ein Rätsel, dass man funktionale Jointness auf der taktischen Ebene immer noch unter den Aspekten der TSK-Aufbauorganisation diskutiert, so nach dem Motto: KSK „gehört“ zum Heer, also muß alles, was das KSK zur Auftragserfüllung benötigt auch zum Heer „gehören“ ? Ich bekomm schon wieder Kopfschmerzen vom schütteln ;-)

  39. @closius

    Danke (sonst finde ich ja komplette Texte rüberkopieren nicht sinnvoll, in diesem Fall schon).

    Was die vergessen haben zu erwähnen: Vor 20 Kameras von Bundeswehr, Herstellerfirma und Lokalpresse… ;-)

  40. @ Huey:

    Gut, wenn es auch CH-53 (-Besatzungen) gibt, die für die Zusammenarbeit mit dem KSK „geearmarkt“ sind, dann wäre das ein halbwegs nachvollziehbares Argument!

    @ fliteidle:

    Mir scheint, dass es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten gibt, bezüglich Hubschraubern und TSK:
    1.) Ein TSK-übergreifendes Konstrukt, wie beim britischen „Joint helicopter command“. Alles in einer Hand, dieses Kommando unterstützt die TSK. Hat Vor- und Nachteile.
    2.) Jede TSK hat seine eigenen Drehflügler zur Erfüllung des eigenen Auftrages und unterstützt, gewissermaßen im Rahmen freier Kapazitäten, die anderen TSK. Wenn allerdings Mittel der einen TSK elementar für die Kräfte der anderen sind, dann kann man sich schon fragen, wo da der tiefere Sinn liegt, dass man die Mittel nicht bei der TSK verortet, wo sie auch benötigt werden. Die Existenz der Heeresflieger ist ja nicht die Unterstützung der Marine, sondern des Heeres, gleichwohl mag dies im Ausnahmefall erfolgen.

  41. @T.Wiegold „Leider komme ich über die Startseite von luftwaffe.de nicht hinaus, auf dem Mac is tnix zu öffnen.“:

    Das ist kein Mac-Problem. Ich habe das hier auch unter Windows.

    Workaround: Die Links auf der Archivseite für Juni funktionieren.

  42. Die Luftwaffe hat technische Probleme auf ihrer HP. Ich kann den Bericht über die 15 Hubschrauber und dessen Übergabe zwar weiterhin öffnen, aber ein paar andere Bericht auf der Luftwaffenseite kann ich im Moment nicht öffnen.

  43. @ klabautermann

    Ich zitiere da mal aus dem Wiki Eintrag (der sich im Übrigen mit der Analyse Sieverts in –
    Kommandounternehmen. Spezialeinheiten im weltweiten Einsatz – deckt) zur Operation Eagle Claw:

    „Auf der militärischen Ebene führte das Scheitern der Operation zur Schaffung des 160th SOAR (Nightstalkers), in dem u. a. Piloten dafür ausgebildet werden, schwierige Missionen zu jeder Zeit und bei jedem Wetter auszuführen. Auch die Schaffung des United States Special Operations Command war eine Folge der gescheiterten Aktion, um zukünftig ein besseres Zusammenspiel der Spezialeinheiten der Teilstreitkräfte zu gewährleisten.“

    Das Prinzip Einheitliche Kräfte brauchen eine Einheitliche Führung sollte ab Spezialkräfteeinsätzen (geprägt durch extremen Zeitdruck) sollte nicht außer acht gelassen werden. Dabei ist es egal ob man den Weg der Amis folgt und einen eigenen Organisationsbereich schafft oder die Kräfte in einer TSK bündelt (egal ob Heer, Luftwaffe oder Marine).

    Unterm Strich haben diese Kräfte, insbesondere im Bereich „gemeinsamer Zeichenvorrat“ mehr Gemeinsamkeiten mit einem Angehörigen der SOCOM als mit einem Heeres-, Luftwaffen- oder Marinesoldaten.

    In einem FschJgBtl/Rgt konnte man diesen „Clash of Cultures“ Tag täglich zwischen EGB und klassischen Luftlandekräften wahrnehmen. Und damit meine ich nicht Basecap oder Hosengummi Diskussionen sondern elementare Unterschiede in der Auffassung wie militärische Operationen zu planen und zu führen sind.

  44. Wer will kann den Bericht über die Übergabezermonie (laut Augsburger Allgemeine Zeitung „filmreif“ inszeniert) im Internet googlen unter:

    Augsburger Allgemeine „Airbus liefert von der Leyens Lieblings Hubschrauber“ und einen Kommentar dazu unter dem Titel „Airbus kann es doch“.

  45. „Gut, wenn es auch CH-53 (-Besatzungen) gibt, die für die Zusammenarbeit mit dem KSK „geearmarkt“ sind, dann wäre das ein halbwegs nachvollziehbares Argument!“

    So WAR es mal…..aber leider war man in der Luftwaffe der Meinung, dass die eigenen Leute das „besser“ können würden, und man hat sehr viele ehemalige Heeresflieger entweder nicht übernommen, fliegerisch entpflichtet oder einfach so lange ignoriert, bis diese aus lauter Frust gekündigt haben….

    Es wurde nur sehr, sehr wenig Expertise übernommen…man (Luftwaffe) wollte das Rad lieber neu erfinden-was auch der Grund dafür ist, dass die CH53 nur noch so wenig eingesetzt wird-man hat schlicht und einfach nicht genug erfahrenes und ausgebildetes Personal.

  46. Die Euphorie über den Beschaffungsprozess des H145M kann ich nicht ganz folgen.

    Bekanntlich steht dieser Helikopter Typ Seit 1982 in der Serienproduktion, die Interne Bezeichnung lautet MBB/Kawasaki BK117D-2 und wird / wurde auch als EC145 oder EC645 bezeichnet. Also eine Simple 08/15 Beschaffung, vergleichbar mit der Beschaffung eines A319 für die Flugbereitschaft !

    https://www.easa.europa.eu/system/files/dfu/EASA-TCDS-R010-BK117-Issue%205-05052014.pdf

    Der Beschaffungsprozess war wieder einmal nur eine Schein Ausschreibung die von Vorteilnahme und Verschwendung von Ressourcen geprägt wurde !
    Aus einem fairen Wettbewerb wäre mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit der MD 902 Explorer hervorgegangen. Der innovative Explorer hat eine sehr geringe Geräusch Kulisse, eine kleine Silhouette und hat das beste Kosten / Nutzen Verhältnis in seiner Kasse.
    Die Flugleistungen des MD 902E liegen klar über dem des H145M. Dies resultiert aus dem besseren Leistungsgewicht, aus dem besseren Wirkungsgrad des NOTAR Systems gegenüber dem Fenestron.

    @ schleppi | 26. Juni 2017 – 21:51

    „Ja, es wäre sinnvoll den LUH Heer für die SAR Aufgabe analog zu beschaffen. Es besteht aber die Gefahr, dass wegen vermeintlicher Synergien das System und damit die Aufgabe an die Luftwaffe geht. Wer weiß, ob das Heer das möchte?“

    In dem Teilnahmewettbewerb der BAAINBw für ein Mehrzweckhubschraubern für den Such- und Rettungsdienst würde ich einfach 15 Stück MD 902E bestellen.

    Der vorgelegte Zeit- und Kostenrahmen des H145M wird sicherlich problemlos unterbrochen!

    In einen zweiten Schritt würde ich einen Hubschraubertausch durchführen und jeder hat einen für seine Aufgaben Bestens geeigneten Hubschrauber!

    Persönlich gehe ich davon aus dass der H145M „ausgewählt“ wird und dass der SAR Dienst von der Luftwaffe übernommen wird.

  47. @ es-will-merr-net-in-mei-Kopp-enei
    Bei einer einheitlichen H-145 Flotte könnte man hingegen durch personelle wie materielle Kombinationsmöglichkeiten von SAR und Spezialkräften Vorteile erwarten.

    Nö. SOF und SAR sind meilenweit auseinander. Das Internationale Hubschrauberausbildungszentrum ( hier werden keine Hubschrauber ausgebildet sondern Besatzungen) in Bückeburg nutzt mittlerweile Bell 206 als Basisschulungshubschrauber.

    Die Idee „Alles unter einem Dach“ wurde vor 5 Jahren schon erschöpfend diskutiert. Ergebnis: sehr gut. Machen wir nicht.

    Es sind sehr viele, sehr erfahrene Heeresflieger zur Luftwaffe nach Laupheim und auch einige nach Holzdorf gewechselt. Viele haben aber auch die Möglichkeit genutzt zu gehen, wenn sie diese hatten. Das CH 53 Desaster der Luftwaffe liegt aber nicht im wesentlichen am fehlenden Personal sondern an der Zerschlagung der Instandsetzungskapazitäten. Habe selten einen Inspekteur gesehen, der so schlecht beraten wurde. Mangels vernünftiger Perspektive scheint man sich jetzt dort auf die Integration des SysZ in das HSG zu konzentrieren. Kostet zwar weitere Kapazitäten, bringt aber ne B3 Stelle für den Geschwaderkommodore und eine A16 Stelle zusätzlich für Fliegende oder Technik. Was gibt es Wichtigeres? (Ist vermutlich hier etwas OT)

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