Mehr als 100 Tote bei Angriff auf afghanische Militärbasis in Nordafghanistan (neue Zahlen, Nachträge)

Bei einem Taliban-Angriff auf die Militärbasis Camp Shaheen bei Masar-i-Scharif in Nordafghanistan sind am (gestrigen) Freitag vermutlich mehr als 140 Soldaten der Afghanischen Nationalarmee (ANA) ums Leben gekommen. Eine Gruppe von Aufständischen drang nach den bisherigen Berichten in das Camp ein, das unter anderem das Hauptquartier des 209. ANA-Korps beherbergt. Soldaten der internationalen Resolute Support Mission, darunter auch Deutsche, die die afghanische Armee beraten, waren von dem Angriff nicht betroffen.

Die jüngsten Zahlen meldet Reuters:

As many 140 Afghan soldiers were killed on Friday by Taliban attackers apparently disguised in military uniforms in what would be the deadliest attack ever on an Afghan military base, officials said.
One official in the northern city of Mazar-i-Sharif, where the attack occurred, said on Saturday at least 140 soldiers were killed and many others wounded. Other officials said the toll was likely to be even higher.

(…)
As many as 10 Taliban fighters, dressed in Afghan army uniforms and driving military vehicles, talked their way onto the base and opened fire on soldiers eating dinner and leaving a mosque after Friday prayers, according to officials.

Der afghanische Sender TOLO News meldet ähnliche Zahlen:

An official told TOLOnews on Saturday morning that at least 135 soldiers were killed in Friday afternoon’s attack on the Afghan National Army’s 209 Shaheen Corps Headquarters in Balkh province.
The source, speaking on condition of anonymity as government has not officially released figures, said at least 60 soldiers were also wounded in the attack. He said some were in critical condition.
However, the ministry of defense and government last confirmed the death toll at 11. Nothing further has been officially disclosed to the media.

Das Einsatzführungskommando der Bundeswehr hatte am Freitag mitgeteilt, dass nach vorliegenden Informationen keine Bundeswehrsoldaten von dem Angriff betroffen waren. Auch die US-Streitkräfte gingen davon aus, dass keine Angehörigen der Resolute Support Mission Opfer der Taliban-Attacke wurden. Die internationalen Berater der afghanischen Armee verfügen innerhalb des Camps über einen gesonders geschützten eigenen Bereich.

In den vergangenen Wochen hatte es zahlreiche Angriffe der Taliban auf die afghanischen Sicherheitskräfte im Norden des Landes gegeben. Unter anderem war ein General bei dem Anschlag auf seinen Fahrzeugkonvoi getötet worden.

Nachtrag: Die Stellungnahme der Bundesregierung, genauer, des Auswärtigen Amtes, vom Freitagabend dazu:

Wir verurteilen den heutigen Angriff auf das afghanische Armeelager „Camp Shaheen“ in Masar-e Scharif, bei dem es ersten Meldungen zufolge über 50 Tote und viele Verletzte gegeben hat. Viele Opfer wurden offenbar beim Freitagsgebet in der Moschee überrascht und hatten so keine Chance, sich gegen den hinterhältigen Angriff zu wehren. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Toten, den Verletzten wünschen wir eine schnelle Genesung.
Dieser Angriff wird an unserer Entschlossenheit, die Unterstützung für Afghanistan fortzusetzen, nichts ändern. Die Taliban werden ihre Ziele durch derartige Aktionen nicht erreichen, sie sollten der Aufforderung der internationale Gemeinschaft folgen und zu Verhandlungen bereit sein, damit dem Blutvergießen in Afghanistan ein Ende gesetzt werden kann.

Nachtrag 2: Ungeachtet des Mediums… mal ein Video vom Freitagabend, in dem der afghanische Kollege Bilal Sarwary mehr Details zu dem Angriff berichtet:


(Direktlink: https://youtu.be/TldkVebdO6I)

Weitere Details hatte Sarwary bereits zuvor via Twitter gemeldet:

Nachtrag 3: Eine Analyse des Long War Journal:

Taliban ‘infiltrated’ Afghan Army to carry out deadly attack in north

75 Gedanken zu „Mehr als 100 Tote bei Angriff auf afghanische Militärbasis in Nordafghanistan (neue Zahlen, Nachträge)

  1. @Memoria & Koffer: Wir brauchen uns doch nichts vormachen, die deutsche Öffentlichkeit interessiert sich schon lange nicht mehr für den Einsatz in AFG und kein Journalist wird die Regierung fragen, ob die deutschen Soldaten den Afghanen hätten zu Hilfe hätten kommen können oder wollen.

    Es wäre sicher interessant zu wissen, ob die BW sich zur Selbstverteidigung nur bereit gemacht hat oder ob BW-Soldaten zum ausrücken bereits standen, aber keine Anforderung oder kein Befehl dazu kam oder ob es den deutschen Soldaten an geschützen, einsatzbereiten Fahrzeugen für einen Gegenstoß gefehlt hätte?

    Ob die Afghanen das Vertrauen in die Deutschen und die USA verlieren, als ihre Ausbilder, weil offensichtlich beide den Afghanen nicht zur Hilfe geeilt sind wird in Deutschland niemand interessieren.

  2. @closius | 23. April 2017 – 16:42
    „Es wäre sicher interessant zu wissen, ob die BW sich zur Selbstverteidigung nur bereit gemacht hat oder ob BW-Soldaten zum ausrücken bereits standen, aber keine Anforderung oder kein Befehl dazu kam oder ob es den deutschen Soldaten an geschützen, einsatzbereiten Fahrzeugen für einen Gegenstoß gefehlt hätte?“

    In der Tat eine interessante Frage. Allerdings meiner Bewertung nach nur ein Gedankenspiel, denn es gibt m.W.n. ja keine DEU operativen Kräfte im Bereich TAAC-N mehr, die die ANSF hätten wirkungsvoll unterstützen können!

    Im Camp Shaheen hat das 209. ANA Korps über eine Brigade Infanterie. Was hätte da bitte schöne die Kp(-), die DEU hätte max. senden können geholfen?

    Im Bereich San vielleicht für die MASCAL Situation und die Ebene der Folgeversorgung. Aber im Bereich der Kämpfer? Da können wir glaube ich nur noch aus der Luft unterstützen (bzw. die Amis, denn wir ja sowieso nicht).

    Die hinter ihren Aussagen stehende Grundsatzfrage sehe ich allerdings auch! Allerdings stellt sie sich eben praktisch gar nicht.

  3. @closius:
    Es geht nicht „nur“ um das deutsche Kontingent, sondern um TAAC-N.

    Zudem waren wohl internationale Soldaten im Camp Shaheen:
    „A U.S. Navy spokesman tells NPR’s Tom Bowman, while there were more than two dozen Coalition forces at the base at the time of the attack, they sheltered in place and there were no Coalition casualties.“
    http://www.npr.org/sections/thetwo-way/2017/04/22/525226395/more-than-100-dead-in-taliban-attack-on-afghan-army-base

    Diese Coalition Forces müssen natürlich auch kein RS-Personal sein, trotzdem interessant.

    Und ob das nun hier viele Leute interessiert oder nicht finde ich weniger wichtig. Zunächst mal geht es darum was warum passiert ist.

  4. Nach Angaben der Taleban ist es also ein Racheakt für die Tötung zweier Anführer. Würde fast darauf hinweisen, dass die Taleban die Lage halten wollen, wie sie ist. Zwischen den Zeilen bestätigt sich @Koffer: a) geht noch, aber mehr ist net drin?

  5. @Memoria

    Es würde mich ja auch nicht überraschen, wenn die Bundeswehr Tage später mitteilt, dass deutsche Hubschrauber MedEvac geflogen sind… Aber es ist ja Wochenende.

  6. Zusatz zu @Memoria.
    Die drei NLD SanSold sind originärer Teil der RSM-Trupp vor Ort. Nach Erster Hilfe wurden MedEvac-HubSchr zum Abtransport eingesetzt.
    Herkunft der HubSchr und Zielort der Flüge sind nicht benannt.

  7. @T.W.:
    Das würde mich auch nicht überraschen – wäre naheliegend und auch die niederländische Meldung legt dies nahe.

    Mal sehen ob es dazu kommende Woche etwas Klarheit gibt.

    Die Pressearbeit wäre dann wieder ein Thema für sich.
    AA, BPA, BMVg, EinsFüKdo machen da auf mich keinenbesonders

  8. @T.Wiegold: Theoretisch ist die Regierung schon in der Lage sich am WE zu äußern:). Die Rettung von 1.181 Menschen durch den Tender Rhein letzten Sonntag wurde noch am Sonntag vom Verteidigungsministerium auf der BW Homepage gemeldet und zum Tode des OSZE Beobachters aus den USA hat das Außenministerium heute auch eine Presseerklärung heute veröffentlicht am Sonntag!

  9. Nun, dass am vergangenen Wochenende nach dem Anschlag südwestlich von Timbuktu deutsche MedEvac-Hubschrauber verwundete malische Soldaten nach Gao geflogen haben, wurde ja auch erst eher beiläufig am Montag mitgeteilt, wenn ich mich richtig erinnere.

  10. Ich kann mir nicht vorstellen, dass RSM-Soldaten nicht unterstützt haben. Zumal das Camp fast täglich von Beratern (mit+zivilen) besucht wird und somit dauerhaft Sicherungskräfte vor Ort sein müssen. Außerdem wird der afghanische General sicherlich bei seinem deutschen „Freund“ mal nachgefragt haben.
    Die Frage ist wer fliegt dann vom RS-Camp rüber? RSM oder OFS (Operation Freedom Sentinel)? Der Zweite in der Rangfolge ist ja nicht umsonst ein US-Oberst.

    Ein zweites Fass: Wie kam es zu so vielen Opfern? Lag es an mangelnder Sicherung, da Freitag oder mangelnder Ausrüstung (zu wenig Waffen, weil nicht vorhanden Oberhaus Angst vor Innentätern nicht ausgegeben)?

  11. Das sieht nach der politischen Folge des Anschlags aus – mal sehen, was dazu heute noch kommt:

    /edit: Von diesem Autor für die New York Times eine aktualisierte Geschichte: Viele der Opfer sind Rekruten, die niemals im Gefecht waren. Und in MeS werden die Särge knapp:

    Afghan Base Massacre Adds New Uncertainty to Fight Against Taliban

  12. @ FlaOffz | 22. April 2017 – 20:18
    Die Taliban behaupten in ihrer Darstelllung, daß sie vier der Angreifer langfristig in HQ eingeschleust hatten (“four of these martyrdom seekers were infiltrated Mujahideen that were performing their duties in headquarter as soldiers for a long period of time in order to conduct this type of attack“ zitiert bei Longwarjournal). Würde demnach dafür plädieren, daß der Angriff als ‚insider attack‘ eingestuft wird. Genau wie in anderen Fällen wird die Vorbereitung maßgeblich durch die ‚Schläfer‘ ermöglicht. Ein infiltrtierter Talib soll sogar ein Explosivdepot in der messhall eingerichtet haben. Wozu? Es dreht sich um die stark vernachlässigte Aufgabe der Sicherheitsüberprüung von ANA-Rekruten, nicht nur um die Frage wie gut das Tor geschützt wird.

    @ Klaus-Peter Kaikowsky | 22. April 2017 – 19:44
    Ich stimme Ihnen ja in so vielem zu. Nur zu dem ersten Anglo-Afghanischen Krieg würde ich Ihnen die Lektüre von Dalrymple’s ‚The Return of the King‘ ans Herz legen. Benutzt ausgiebig afghanische und indische Quellen. Die Indus-Armee hatte sich in Kämpfen in Parwan und um Kabul Stadt herum die entscheidenden Niederlagen geholt, hatte sich wiederholt ihrer Fürher im Handstreich berauben lassen, und war dann unter Zurücklassung von Munition und schwerem Gerät im Vertrauen auf ein Angebot des afghanischen Kommandanten Wazir Akbar Khan abgezogen. Dieser selbst hat dann danach die Vernichtung der abziehenden Kolonne koodiniert. Ziviles und militärisches Kommandeursversagen auf britischer Seite waren die Ursache. Wo solches nicht vorkam (Kandahar und Jalalabad) haben bei weitem kleinere Garnison erfolgreich ausgehalten. Selbst das von Anfang an eingeschlossene Kontingent in Ghazni hat sich länger gewehrt als Kabul.

  13. Mich würde interesieren weßhalb die Kommadeure 203.,205. und 207. Corps auch ihren Hut nehmen mußten.

  14. @Wunduk @Boots On The Ground
    Sie hatten sich beide bezüglich der Indus-Armee vergleichbar eingebracht, was ich nicht in Abrede stellen kann und will.
    Am Ende wurde allerdings eine westliche Streitmacht von Afghanen geschlagen und zwar in der von mir sinngemäß zitierten Definition der Stufe 3c eines Partisanen/Guerillakrieges nach Mao/General Giap.
    Deutlich muss allein bestehen bleiben, dies Stufe hatten die Taliban zeitweise inne, seit längerem aber nicht mehr. Im Gegenteil sie fielen auf die Anfänge jeder Guerilla/asymmetrischen Kriegführung zurück: der Kleinkrieg, Handstreich/Hinterhalt wie ich es sehr kurz 22. April 2017 – 19:44 versucht hatte darzustellen.
    Es fehlt an Kampfkraft vom flachen Land her in urbane Regionen nachhaltig vorzustoßen. Anschläge wie der jüngste sind unangenehme Nadelstiche, aber auch nicht mehr. Neben hinreichend Kampfkraft fehlt wesentlich zum durchschlagenden Erfolg: (Nach Mao) Schwimmen in der Masse des Volkes. Dies wird nach meiner Überzeugung niemals gelingen, Grund: die Stammes – Diversität am Hindukusch.
    Einzige Taliban-Hoffnung: Zermürbung der IC, besonders in Westeuropa, mit dem Mittel pressewirksamer, spektakulärer Anschläge.

  15. Bei allen Fragen zur Unterstützung aus Camp Marmal werden m.M.n. ein paar Dinge dann doch außer Acht gelassen.
    ANA Freitag = low Level auf allen Ebenen, diejenigen die in der entsprechenden Position sind, nehmen ihren Ranger und fahren nach Hause. Ich vermute das gilt ebenso für den ANA General. Der Rest der Soldaten (die aus allen Landesteilen kommen) verbringt seinen „Sonntag“ im Camp und …“chillt“. Waffen sind in den entsprechenden Depots verschlossen und man kommt eben nicht so einfach über den „Depot-Guy“ daran.
    Der erste Zugang („äußerer Ring“) stellt nicht wirklich ein grosses Hindernis dar. Ob denen die Zeit blieb, das 2.Gate („innerer Ring“) zu informieren, wage ich zu bezweifeln.
    Beim 2.Gate wird gesprengt(gem.Bericht) und danach geht es nur noch geradeaus, einmal links/rechts und 500mtr später hat man links die unbewaffnet Essenden und rechts die Betenden.
    Das Ganze gepaart mit Innentätern ….siehe Ergebnis.
    Desweiteren stumpfen täglich wiederkehrende Thread-Warnings doch auch da ziemlich ab. Wenn ich mich an vollbesetzte Ranger erinnere …beim Raus- als auch Reinfahren ins Camp …wundert mich das nicht wirklich.
    Zur Unterstützung aus Camp Marmal: 1. Freitags ist in der Regel kein Mentorentag
    2. bis die Kräfte (wer immer das sein mag) mit Lagebild(wer sollte das erstellen/übermitteln) und Befehl plus Fahrzeit vor Ort sind, ist/war die Nummer vorbei

  16. Im Zusammenhang mit jüngster Attacke, BrigGen D.A. Sims,Cmdr TF Forge, Helmand –
    „.. wir haben nicht alle Antworten hier …“
    As @USMC heads to Helmand replacing @USArmy unit, BG Sims reflects on the #TrainAdviseAssist mission with the #Afghan 215th Corps. #ForAFG pic.twitter.com/1eBnme0h4o

  17. Moskau versorgt Taliban mit Gewehren, leMG und sMG, unter dem Vorwand der Stützung des Kampfes gegen Daesh. Dabei soll der Kreml mit dem Iran arbeitsteilig kooperieren, begünstigt durch die gemeinsame Grenze im Westen.
    https://www.washingtonpost.com/news/checkpoint/wp/2017/04/24/russia-is-sending-weapons-to-taliban-top-u-s-general-confirms/?tid=ss_tw&utm_term=.d3e7b2efbae9
    Ins Haus steht eine Truppenverstärkung um 3.000 der derzeit 8.400 GIs, die das Mittel sein könnten, das ausschließliche TAA und die SOF-raids zu erweitern.
    Das gerade begonnene Jahr wird zumindest nicht weniger aufwe3ndig werden als 2016. Sofern Trump seiner Linie der Einforderung fairer Lastenteilung treu bleibt, was als sicher gelten muss, wird auf dem NATO_Mai_Gipfel eine klare Sprache hinsichtlich Truppenverstärkungen an den Tag gelegt werden. Unter Truppe muss aufgrund jüngster Vorfälle Kampftruppe und deren offensive Verwendung verstanden werden.
    https://www.washingtonpost.com/world/asia_pacific/with-us-policy-in-flux-russia-and-iran-challenge-american-power-in-afghanistan/2017/04/12/f8c768bc-1eb8-11e7-bb59-a74ccaf1d02f_story.html?tid=a_inl&utm_term=.f13142fba39d

  18. Hm, Vorsicht. Reuters formuliert da deutlich zurückhaltender als die Washington Post:

    Top U.S. general in Afghanistan sees Russia sending weapons to Taliban
    The head of U.S. and international forces in Afghanistan said on Monday he was „not refuting“ reports that Russia was providing support, including weapons, to the Taliban.
    General John Nicholson was speaking in Kabul during a visit by U.S. Defense Secretary Jim Mattis.
    For some time, American officials have complained of what Nicholson once called „malign influence“ by Russia in Afghanistan, but Monday’s comments are among the strongest suggestions yet that Moscow is providing arms to the Taliban.
    Asked about reports that Russia was providing a range of help, including weapons, to the Taliban, who control large areas of Afghanistan, Nicholson replied: „Oh no, I am not refuting that.“

    Das ist nicht wirklich das confirm, das die WaPo verwendet.

  19. @T.W.:

    Aus der heutigen RegPK:

    „FRAGE JUNG: Ich wollte zum Thema Afghanistan kommen. Bei einem Taliban-Angriff am Freitag in Masar-e-Scharif sind vermutlich mehr als 140 Soldaten der afghanischen Armee ums Leben gekommen. Das war der wahrscheinlich schlimmste Angriff der Taliban seit 2001. Was bedeutet dieser Angriff für das weitere Vorgehen der Bundeswehr und der Bundesregierung in Afghanistan, Herr Nannt?

    Der Vollständigkeit halber: War die Bundeswehr in irgendeiner Form an der Hilfe für die Afghanen beteiligt, so zum Beispiel mit Rettungshubschraubern oder Sanitätern?

    NANNT: Ich fange vielleicht mit der zweiten Frage an. Deutsche Soldaten waren zu keinem Zeitpunkt beteiligt oder dort betroffen. Am Freitag war es so, dass wir keine Ausbildung vor Ort geleistet haben, und insofern war der Angriff, der dort stattgefunden hat, ein ganz klarer Angriff gegen die afghanischen Streitkräfte.“

    @Mentor:
    Angeblich war die Lage nach 6h bereinigt und auch danach gab es offensichtlich erhebliche sanitätsdienstliche Bedarfe.

    Zumindest nach den Angaben des BMVg (s.o.) gab es jedoch keine derartige Unterstützung.

  20. @memoria
    Viel Fantasie um von “ erhebliche sanitätsdienstliche Bedarfe“ braucht es da auch sicherlich nicht. An solch einem „Sonntag“ läuft die Masse ja in „univil“ rum, des weiteren ist ja unser Standard (jeder Soldat EH A, persönliche SanAS etc) nicht eingeführt.
    Hätte wir ja gerne gemacht…..wenn man uns Zeit gelassen hätte.
    Aus Erfahrung heraus ist der Support aus Camp Marmal schon immer schwierig (und das zu Zeiten,in denen wir Kr vorgehalten haben). Bis dort ein Package zusammengestellt war, war meistens der Drops gelutscht. Dies lag aber weniger an der Bereitschaft der Soldaten, sondern vielmehr an mangelnden Infos auf Ebene Verbindungsoffiziere RC-N.

  21. Die hoch offiziell unbestätigte logistische Unterstützung der Taliban durch die Achse Moskau-Teheran bleibt Thema in U.S. Medien, desgleichen die Truppenaufstockung um 3.000 Soldaten, bis dato 8.400.
    http://www.stuff.co.nz/world/middle-east/91896291/russia-is-sending-weapons-to-taliban-top-us-general-confirms

    [Langsam ist es nicht mehr lustig. Die Washington Post hatten Sie doch gestern schon verlinkt; den WaPo-Text im Nachdruck auf einer neuseeländischen Webseite zu verlinken und das als „bleibt Thema in U.S. Medien“ hier zu posten, ist wenig zielführend. T.W.]

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