Bundeswehr-Personalstärke im November: Jahresziel noch nicht erreicht

20161014_ilue_idz

Die Bundeswehr hat am (heutigen) Freitag die Zahlen ihrer militärischen Personalstärke im November veröffentlicht – und es ist absehbar: Das Ziel, zum Jahresende die derzeit gültige Stärke von 170.000 Berufs- und Zeitsoldaten vorzuweisen, wird wohl nicht erreicht werden können. Ende November zählten die Streitkräfte insgesamt 177.308 aktive Soldaten und Soldatinnen, rund 600 mehr als im Oktober – und davon 167.940 Berufs- und Zeitsoldaten, gerade mal rund 200 mehr als im Monat zuvor.

Das Ziel von 170.000 Berufs- und Zeitsoldaten ist nicht nur deswegen relevant, weil es die bislang gültige Zahl ist. Sondern auch deswegen, weil alle Steigerungen der im Mai von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ausgerufenen Trendwende Personal mit bis zu 7.000 zusätzlichen Soldaten erst einmal auf dem Erreichen dieser Zahl aufbauen.

Die Details, von der Bundeswehr wie üblich unter dem immer gleichen und damit überschriebenen Seitenlink veröffentlicht:

177.308 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt:
Bundesministerium der Verteidigung: 964
diesem unmittelbar nachgeordnete Dienststellen: 1.446
Streitkräftebasis: 41.092
Zentraler Sanitätsdienst: 19.752
Heer: 59.631
Luftwaffe: 28.312
Marine: 16.137
Bereich Infrastruktur, Umweltschutz, Dienstleistungen: 951
Bereich Ausrüstung, Informationstechnik, Nutzung: 1.785
Bereich Personal: 7.238, davon 4.496 Studierende an den Bw-Universitäten

Die Bundeswehr umfasst aktuell 167.940 Berufs- und Zeitsoldaten und 9.368 Freiwillig Wehrdienstleistende (Durchschnitt Januar bis November: 9.686).

Zur Bundeswehr gehören 20.087 Soldatinnen.

Stand: 30. November 2016

Wie hier gewohnt, die Vergleichszahlen:

Oktober 2016

September 2016

August 2016

Juli 2016

Juni 2016

Mai 2016

April 2016

März 2016

Februar 2016

Januar 2016

Januar 2013 bis Dezember 2015

137 Gedanken zu „Bundeswehr-Personalstärke im November: Jahresziel noch nicht erreicht

  1. @KlausK | 19. Dezember 2016 – 15:03
    Ich hatte Ihren „Wortwitz“ und die „geschichtlichen Anspielungen“ bereits beim ersten Mal verstanden. Wenn ich das so sagen darf, besonders schwer zu verstehen war es ja nicht.

    Die Äußerung war allerdings soweit außerhalb des „Sehstreifens“, dass ich mich entschlossen hatte (und dabei bleibe ich) im Sinne der sachlichen Auseinandersetzung in diesem Faden nur den sachlichen und sachdienlichen Kern zu zitieren und die geschmacklosen Äußerungen zu ignorieren.

    Im übrigen nehme ich Ihren erneuten Versuch der Provokation/Beleidigung zum Anlass mich aus dieser Diskussion abzumelden. Offensichtlich geht es hier nicht (mehr) um Sachargumente, sondern nur (noch) um Emotionen.

  2. @ KlausK | 19. Dezember 2016 – 15:03

    Wir sprechen hier nicht von ‚rausschmeissen‘ sondern von der Einsatzbereitschaft eines Soldaten.
    Zunaechst ist zu unterscheiden oder untersuchen ob ein realistische Chance auf Heilung besteht. (Bei ‚Krankjheit‘ geht man bei Soldaten ind der Regel von einem vorubergehendem Zustand aus). In dem Falle ist Heilung und Reha angesagt.

    Es gibt auch permanente ‚Krankeiten‘ die man medikamentoes gut in den Griff bekommt, zB Bluthochdruck. Andere treten gelegentlich auf, zB Bandscheibenvorfall, auch das ist, in Grenzen, kurierbar, oder auch Gelenkersatz.
    Mir und sicherlich auch Herrn Koffer geht es darum, dass die Streitkraefte eben nicht zu einer Sozialstation umgebaut werden duerften.

    Chronisch ‚Kranke‘ welche nicht voll dienstfaehig sind, und dazu zaehle ich allerdings permanente Rollstuhlfahrer, gehoeren nicht in den militaerischen Teil der Streitkraefte. In der Bw-Verwaltung akzeptiert, Planungsamt der Stadt XY akzeptiert, aber irgendwo ist beim Soldaten der Grad einer Behinderung aus der Sicht der Einsatzbereitschaft nicht mehr zu tolerieren und spaetestens beim permanenten Rollstuhlfahrer. – Meine Meinung.

    Deshalb wird und soll niemand ‚aus der Bw geschmissen‘ (diesen Ausdruck haben nur rpt nur Sie benutzt) werden, sondern m E in eine Taetigkeit ausserhalb des militaerischen Teils der Streitkraefte umgesetz/eingesetzt werden wo seine Kenntnisse und Erfahrungen und auch seine Motivation dem Ganzen nutzen kann.

  3. @ KlausK:

    Der Begriff „dienstunfähig“ ist doch selbsterklärend: er oder sie ist (gesundheitlich) nicht fähig, Dienst zu leisten. Es gibt nicht wenige, die auf einem Dienstposten sitzen, die Aufgaben aber nur teilweise bis gar nicht erfüllen können. Das dürfen dann andere mit übernehmen, was es nicht zwingend besser/einfacher macht.
    Bei einer Armee, die an Personalmangel leidet, muss man sich fragen, ob man sich dies leisten kann. Im Übrigen würde ich nicht sagen, dass man denjenigen dann „ins Leere“ fallen lassen sollte. Gleichwohl muss man auch sagen: Dienst- bzw. berufsunfähig zu werden, ist ein „Lebensrisiko“, auf das jeder eingestellt sein sollte. Und Koffer hat recht: Der Sinn von Streitkräften ist es, den verfassungsmäßigen Auftrag zu erfüllen und nicht, Menschen in Lohn und Brot zu bringen bzw. dort zu halten.
    Dass man dann aber wieder anfängt, irgendetwas von „rechts im politischen Spektrum“ zu faseln, zeigt schon recht deutlich, wie weit es mit der Meinungsvielfalt in Deutschland bestellt ist. Wer auf Gesetze, Verordnungen etc. hinweist, der ist ganz böse und „rechts“. Traurig.

  4. @ MikeMolto

    Ich verstehe den Teil des militärischen Teils der Streitkräfte nicht … Ist das die Kampftruppe ?
    Kämpft ein Org-Bereich Cyber nicht ? Kann ein Fernmelder überhaupt kämpfen ?
    Warum sind dann alle Beispiele Soldaten in Uniform ?

    Bitte mal um kurze Eingrenzung wer gemeint ist …

    @ Koffer

    Ich verstehe immer noch nicht was die Struktur einer Wehrmacht verändern soll in der Betrachtung der Erfordernisse einer „Einsatzarmee“ … war die Bw in den 80ern mehr Einsatzarmee ? Ich glaube kaum … Was ist denn der „Einsatz“ ? Bis dato eher lastiger zu den Enablern statt zur Kampftruppe … vielleicht auch ganz gut so …

  5. SER | 19. Dezember 2016 – 19:02

    @ MikeMolto
    „Bitte mal um kurze Eingrenzung wer gemeint ist …“

    Gerne, ich unterscheide zwischen der BwVerwaltung, die mK auch ein Teil der Streitkraefte ist, und dem militaerischen Teil (Soldaten).
    Und ja, Fernmelder muessen auch aktiv kaempfen koennen, ebenso wie Schiffstechniker oder Logistiker oder im CyberBereich um ihren Auftrag so lange wie moeglich auszufuehren und zur Selbstverteidigung.
    Gerade mit der Wahrscheinlichkeit einer hybriden Kriegsfuehrung oder per LLTruppen kann ein Fm Stab oder ein Depot genau so angegriffen werden wie ein Flugplatz, und in jedem Fall sollten die dort eingesetzten Soldaten sowohl die Liegenschaft (das Fm Center, den Tower) als auch die Durchfuehrung des eigenen Auftrags verteidigen.

    Gutes Beispiel war der Angriff aud das deutsche GK bei Kabul. Wenn dies eine militaerische Einrichtung gewesen waere haetten die Soldaten sie selber verteidigen muessen, auch Fernmelder und Verpflegungsdienste…

  6. @MikeMolto
    Mit Bandscheibenvorfall ist mit IGF ziemlich sicher aus- und dann?
    Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass die Forderung Kranke zu entfernen (besser?) Ziemlich weit rechts herkommt. Tatsächlich ist dies in D unrealistisch.

    @Hans Dampf
    Nun, eine sozialistische Ehrenurkunde gibt es aber sicher nicht.
    Und nein, auch Parteien der Mitte weisen auch auf Recht und Ordnung hin – deshalb ist dass deutlich weiter rechts und historisch gesehen schimmert es leicht bräunlich. Und nochmal – wer ist der Nächste?

  7. @ Mike Molto

    Zitat: „Gutes Beispiel war der Angriff aud das deutsche GK bei Kabul. Wenn dies eine militaerische Einrichtung gewesen waere haetten die Soldaten sie selber verteidigen muessen, auch Fernmelder und Verpflegungsdienste…“

    Dies glaube ich nicht !
    Wenn dies eine militärische Einrichtung gewesen wäre, dann wären Objektschutzsoldaten für die Bewachung der Anlage zuständig gewesen, der Fernmelder hätte die Fernschreiben, E-Mails und den Telefonverkehr verschlüsselt und gesendet und falls so etwas wie eine Feldküche mit soldatischen Köchen dabei gewesen wären, hätten die sich um die Verpflegung gekümmert.
    Natürlich hätten alle ihre Verwendung gemäß Dienstposten ausführen können müssen. Rollstuhlfahrer hätte man an so eine gefährliche Position auch nicht mit genommen und Personen die ein besonderes Gesundheitsrisiko tragen wären auch nicht in den Auslandseinsatz mitgenommen worden.

  8. @MikeMolto
    Natürlich ist klar, dass jemand mit einer künstlichen Hüfte oder einem Herzschrittmacher nicht in den Einsatz kann. Das lässt auch der Dienstherr gar nicht zu! Da gibt es sofort eine entsprechende Fehlerziffer um jedes Risiko auch für den Dienstherrn auszuschließen.
    Aber das ist doch etwas anderes, als die jahrzehntelange erarbeitete und erdiente Expertise in einem Fachgebiet nicht noch weiter zu nutzen.
    Wir brauchen doch auch Personal fürs Team H.

  9. @ Georg | 19. Dezember 2016 – 19:48

    Wenn die Objektschuetzer ueberrannt werden, wie es in AFG offenbar war, muss jeder Soldat sich und seinen Auftrag selbst verteidigen koennen.
    Vielleicht haben Sie ja aber bessere Beispiele?

  10. Der Thread handelte glaube ich von der Unfähigkeit die vorhergesagte Planzahl von 170000 BS und SaZ bis zum Ende des Jahres zu erreichen. Über eine Einzelmeinung, dass alle OSFw und OTL zu dick sind und IGF nicht erfüllen, sind wir jetzt bei der Integration.
    Fazit: würden man konsequent die IGF Forderung anwenden, müssten wir noch ca 10000 Soldaten und Soldatinnen entfernen. Sei es drum. Dann stehen wir vor der Frage woher bekommen wir nicht 9000 zusätzlich, sondern 19000.
    Ich will damit sagen, dass die Frage IGF (ältere Soldaten wissen um die Entwicklung bis hin zur IGF als abhängig von den persönlichen Vorlieben mancher Spitzendienstgrade) völlig irrelevant für die Frage ist, warum schafft es die Bw nicht ausreichend Nachwuchs zu gewinnen und den gewonnenen Nachwuchs zu halten.
    Eine Teilantwort von mir:
    Die Bestandssoldaten werden unabhängig von ihrem BMI und IGF nicht gut behandelt und es gibt nicht genügend junge Menschen, denen es völlig egal ist, wo sie in Deutschland arbeiten.

  11. @MikeMolto

    Meine Frage war eigentlich betreffs des IGF ob es für die Fähigkeiten der BW ihren Auftrag zu erfüllen besser wäre z.B. Nelson und Blücher zu entlassen oder ob die Mängel Nelsons beim IGF nicht mehr als aufgewogen werden durch seine Fähigkeiten als Offizier also als Kapitän oder Admiral und Führer oder die Schwangerschaft Blüchers mit einem Elefanten wenn man sie gegen seine Fähigkeiten als Offizier und kommandierender General im Feld?

  12. @MikeMolto

    Es gibt DP in der Bw die besondere Fähigkeiten erfordern und wenn dieser mit der möglichst besten Person welche diese Fähigkeiten beherrscht besetzt ist, dann ist dies besser als ein unbesetzter DP. Ich lasse mich lieber von einem Menschen untersuchen, Pflegen der sein Fach versteht als von keinem oder einem Stümper und da ist mir wurscht ob er nur ein Bein, Auge oder Arm hat.

    Fragen sie in der Etappe (zB BwK, WaSysZtr uvm) nach unbesetzten DP nach.
    Uniform ist eben auch ein Schutz für den Menschen als Kombattant im Inlanda(Landesverteidigung).

    Wir können uns hier wund schreiben, doch der Trend ist klar, wir müssen die Ressourcen nutzen und sie werden nicht größer.

    Die Demographie schlägt erst noch zu.

    Bald werden wir Helfer haben, ohne ein Blutkörperchen im Leib…….und wir werden froh sein über jede Hand und jedes Hirn ;-)

  13. @ Koffer:
    „KlausK | 19. Dezember 2016 – 15:03 schrieb:
    Sorry, ohne jemanden beleidigen zu wollen, aber auch von einem jungen OTL – oK Fallschirmjäger, aber immerhin OTL – erwarte ich etwas mehr Denken, drücken, schreiben!“
    Mal Richtung Koffer gefragt – wenn auch nicht unbedingt Thema im Faden – wirklich OTL?
    Eher doch Olt – oder? Nix für ungut – ich will Ihnen trotz des vorangegangenen knatterhaften Disputes nicht zu nahe treten. Und vielleicht ist mir auch nur eine Veränderung in der Denke unserer StOffz entgangen.
    Ich hab Sie übrigens in der Annahme, Sie seien subalterner Offz, in einem vorangegangenen Kommentar mit „junger Kamerad“ angeschrieben. Sofern ich mich da geirrt habe, bitte ich um Vergebung.
    Hans Schommer

  14. T. Jungholt greift das Thema unter „Von der Leyen findet nicht genügend Soldaten“ in der heutigen „Die Welt“ auf. Er spricht u.a. von 15.670 Soldaten oder umgerechnet 28,3 Mio Arbeitsstunden, die bspw. im Heer fehlen. Im Kern geht es um das verfehlte Ziel „170.000 Plus“ bis Ende 2016 und streift dabei die SAZV sowie die PersStretegie.

  15. @Hans Schommer

    Und vielleicht ist mir auch nur eine Veränderung in der Denke unserer StOffz entgangen.

    DIE Denke _unserer_ StOffze gibt es nicht…

  16. @Kerveros

    Stimmt.
    Bin mir sicher, DIE DENKE zwischen z.B. einem StOffz Lw (Flieger) und einem solchen der Kampftruppen wird weiter voneinander entfernt sein als der Abstand Erde – Mond, was nichts Negatives zur Eignung/Leistung des Fliegers aussagen soll.
    Ganz konkret hatte ich im letzten dreiviertel Jahr mit einem Heeres-StOffz-Kameraden vom Verpflegungsamt Bw zu tun. Abgesehen von Äußerlichkeiten, die mangelnde IGF-Kompetenz nahegelegt haben, auch das mil Weltbild war mir fremd.

    Andererseits fällt immer wieder erfreulich auf, DIE DENKE innerhalb der Kampftruppen/Kampfunterstützer, ist weitgehend deckungsgleich, Haltung und Dienstauffassung stimmen.

  17. @FK 70

    Ich habe den Artikel mit sehr viel Erstaunen gelesen. Hat es das Kdo Heer wirklich mal gewagt Dinge langsam so anzusprechen wie sie sind?

    Bei all der Diskussion um Inklusion, IGF,… am Ende des Tages zählen die PS die die Streitkräfte auf die Straße bringen und da ist die Statistik sehr eindeutig.

    Jemand der nur halbtags arbeitet/dient besetzt trotzdem einen ganzen Dienstposten. Jemand der einen Teil seiner Dienstzeit über Jahre hinweg zur Behandlung muss, besetzt trotzdem einen vollen Dienstposten. Ich denke man versteht wohin die Argumentation führt.

    Unterm Strich bleibt die Frage wie viele Dienst-/Arbeitsstunden benötigen die Streitkräfte um die anliegenden Aufträge zu erfüllen? Wenn dann schon 170.000 Vollzeit-äquivalente auf Kante genäht sind, dann ist die Auftragsfülle nur dann zu erfüllen wenn jeder DIenstposten zu 100% einsatzfähig ist. (Und ja ich meine mit einsatzfähig auch die Fähigkeit und den Willen im Falle des Falles in den Einsatz zu gehen.)

    Ja es ist besser wenn ein Dienstposten mit einem erfahrenen Soldaten besetzt ist, der nicht oder nur bedingt einsatzbereit ist als das der Dienstposten nicht besetzt ist.

    Aber die Konsequenz daraus ist, dass dieser Dienstposten bis zum regulären Ausscheiden niemals mit einem einsatzbereiten Soldaten besetzt werden kann und er schafft weiterhin eine Hintertür für alle die diese Besetzung zum Anlass nehmen um auf ihre persönliche Situation hinzuweisen.

    Dies kann man in den Luftlandeverbänden der Bundeswehr sehr gut sehen, dort wurde irgendwann zugelassen bzw. geduldet, dass man auch ohne aktiven Springerschein in diesen Verbänden Dienst tun kann (schließlich sind es verdiente Kameraden), dies hat nun zur Folge, dass dort Soldaten Dienst tun dürfen die sich von Anfang an weigern auf den Springerlehrgang zu gehen. Dem Personalamt sind nun die Hände gebunden, wenn ich einen solchen Soldaten gegen seinen Willen versetze, dann wird er sich vor Gericht dagegen wehren und entweder er wird Recht bekommen oder ich werde dazu gezwungen alle mit so einem Status zu versetzen. Dann werde ich aber die Fallschirmjägerregimenter und die Brigade zumachen können.

    In diesem Fall gilt das Motto „wehret den Anfängen“, weil eben diese (zum Teil sogar gerechtfertigte Personalentscheidungen) in unserer aktuellen Rechtssituation sofort als Präzedenzfälle missbraucht werden.

  18. Ich möchte als persönlich betroffener StOffz a.D. Stellung nehmen; mein DU Verfahren wurde letztes Jahr erfolgreich beendet (nach gut 20 Jahren im Dienst).

    Wenn nicht ALLE an dem Verfahren beteiligten (mehr als eine Handvoll inklusive mir) mit Engagement und Wohlwollen mitgearbeitet hätten, wäre das DU Verfahren nur sehr schwer erfolgreich zu absolvieren. Alleine schon die OBJEKTIVE Prüfung, ob ich (als StOffz mit mehreren Vorverwendungen in Ämtern und Div) für keinen EINZIGEN DP innerhalb der Streitkräfte mehr in Frage komme, ist fast nicht mit eben dieser Feststellung zu beantworten.

    Hier ist also die Frage, was wollen wir (als SK und als Soldat)?

    Für die SK: ist der Maßstab das 90/5 Auslandsverwendungsfähigkeit, dann wird mein Personalproblem mit einem Schlag massiv größer und es geht auch viel Expertise verloren. Gerade diese Erfahrung ist bei DP in Ämtern oder an Schulen doch durch nichts zu ersetzen, als durch Erfahrung! Im Gegenzug bekomme ich eine Truppe, in der jeder Soldat grundsätzlich immer in den Einsatz kann. Die Frequenz wird sich aber dann aufgrund der dünnen Personaldecke deutlich erhöhen; adäquates Personal als Ersatz geht nicht auf die Schnelle! Ein erfahrener OTL für die Ops oder ein Prüfer im Lfz-Bereich (als Beispiele) fallen nicht vom Himmel.

    Für den Soldaten: Wie schaut der Dienst in den nächsten 20 Jahren bis zur Pensionierung aus, wenn per 90/5 kein Aussendienst und damit kein Einsatz mehr möglich ist?
    Perspektive auf Karriere –> Null
    Interessante DP, ja möglich, aber die Masse der Verwendungen ist ein Schreibtisch auf der Rheinschiene oder in Berlin, wobei mir keine sichere Perspektive über 3 Jahre hinaus angeboten werden konnte, so dass ein Umzug (mit Verkauf des Hauses und Wechsel des Bundeslandes mit schulpflichtigen Kindern) in den Großraum Köln/Bonn/Koblenz für mich nicht infrage kam.
    Möglichkeit, an den geforderten allgemein militärischen Ausbildungen freiwillig teilzunehmen (war in meinen persönlichen Interesse, da ich mich als Soldat fühlte!) –> Tanz auf dem Drahtseil, wer haftet, wenn was passiert? Die Fehlerziffer ist nun mal ein Faktum…

    Für mich und die Personalführung war letztendlich die Entscheidung, den Weg des DU, der mit vielen formalen Hidernissen gespickt war, zu gehen.

    Noch eine kurze Ergänzung zur finanziellen Situation, damit das auch jedem klar ist: bei DU gilt nicht die 120% Regel, sondern es ist schon bei der allgemeinen Grenze von 71,75% Schluss. Das reicht für einen lebensälteren Kameraden einfacher, als für einen Familienvater, dessen Kinder noch viele Jahre mit Schule/Ausbildung/Uni beschäftigt sein werden. Der Wegfall von knapp 40% des Einkommens sind in dieser Lebensphase nicht so leicht zu verkraften, wenn man nur sehr begrenzt dazuverdienen darf. Wir kompensieren das mit einem Rollenwechsel, so dass ich hauptsächlich Rolle des Hausmannes übernommen habe, das geht aber auch nur, da meine Frau sich über Jahre an einem Wohnort (ich war Pendler) ein funktionierenes Netzwerk auf dem Arbeitsmarkt aufgebaut hat und auch über ein hohe Qualifikation und damit einen gut dotierten Arbeitsplatz verfügt.

    Wenn der Maßstab für DU geändert wird, muss ich mir auch über die Versorgung der Soldaten a.D. Gedanken machen; eine Änderung der Grenze für den Zuverdienst kostet die Bw zum Beispiel nichts, macht aber die Entscheidung zu gehen, wahrscheinlicher!

  19. @Hans Schommer | 20. Dezember 2016 – 2:33
    Eigentlich hatte ich mich ja aus diesem Faden angesichts der zunehmend unsachlichen Tonlage bereits abgemeldet, aber da Sie mich persönlich ansprechen. Ja, ich bin Stabsoffizier.

    „Und vielleicht ist mir auch nur eine Veränderung in der Denke unserer StOffz entgangen.“

    In der Tat verändert sich nach meiner Wahrnehmung durch die Einsätze in den letzten Jahren das Denken bei den (jüngeren) StOffz.

    Das ist übrigens auch einer der Gründe, warum ich hier so argumentiert habe. Ich kann es nicht mehr unwidersprochen akzeptieren, dass manche „Altvorderen“ aus ihrer bequemen Wahrnehmung der „stabilen“ 80er bzw. „friedlichen“ 90er Dinge propagieren, die schon lange nicht mehr zutreffen, bzw. die die Kampfkraft der Bundeswehr nachhaltig schaden und die am Ende die Truppe dann wieder ausbaden muss.

    Alleine die hier begonnene Inklusionsdebatte ist ein Beispiel für eine Denke, die sich mit meinen dienstlichen Erfahrungen einer schlagkräftigen Armee unter gleichmäßiger Verteilung der „Lasten“ auf alle Schultern nicht verbinden lässt. Es mag berechtigt Ausnahmen geben (die hat es übrigens schon immer und zu allen Zeiten gegeben), aber die generellen Forderungen, die hier gestellt wurden und die polit-philosophischen Grundsatzbehauptungen, die hier aufgestellt werden erschrecken mich.

    Wenn man (die bewussten Altvorderen und die politische Leitung), dann wenigstens zulassen würde dass man unterscheidet zwischen „der einen und der anderen Bundeswehr“. Aber das ist dann natürlich auch wieder nicht opportun! Bei Ausrüstung, Dienstvorschriften, Ausbildungsvorschriften, ja selbst bei der SAZV werden wir dann doch wieder alle über einen Kamm geschoren.

    Die Soldaten sollen also ihren Auftrag mit den Werkzeugen der Verwaltungsbeamten in Uniform erfüllen und müssen sich dann auch noch dafür rechtfertigen im Herzen Soldaten geblieben zu sein…

    Am allerschönsten finde ich es dann, wenn mich ein End-50er aus einem fliegenden Verband der Lw (oder wahlweise wenn er Heeresoffizier ist aus dem rheinländischen Bermudadreieck) über die richtige „Menschenführung“ weiter bilden möchte (dieser Absatz nimmt ausdrücklich NICHT Bezug auf @Tiefflieger).

    Selbst nie außerhalb eines Lagers eingesetzt gewesen und das letzte Mal Anfang der 90er einen Helm aufgehabt, aber die soldatische Welt erklären können :(

    Im Rahmen der Nachwuchsgewinnung und Personalstruktur wirken sich dann diese „philosophischen“ Ansätze fatal aus!

    Wir nehmen Soldaten, die
    – wir körperlich oder charakterlich nicht brauchen können,
    – wir behalten Soldaten, die uns nicht mehr weiter bringen und die ihren Auftrag nicht mehr umfänglich erfüllen können und/oder wollen,
    – wir lassen Soldaten ziehen, die wir dringen bräuchten.

    Wählen Sie ein Thema im Personalmanagement und ich kann Ihnen Ursache und Wirkung schildern:
    – Struktur der Personalführung –> immer mehr in den Moloch KÖLN und immer weniger Entscheidungen vor Ort), dadurch Entmachtung der militärischen Führung (Kp/Btl-Ebene) bei gleichzeitiger Schaffung von riesigen Strukturen im Rheinland
    – Verfahren für BS-Entscheidungen –> immer weniger entscheiden die Chefs/Kdr/TrS immer mehr wird nach willenlosen Punktefolgen entschieden, damit wird eine Justiziabilität vorgegaukelt, die in Wahrheit aber Ungerechtigkeit erzeugt
    – Verlängerung vs. Entlassung –> immer weniger dürfen Chefs (bei Landsern) bzw. Kdr (bei Fw) mitentscheiden wen sie brauchen und behalten wollen, immer mehr gilt nur noch länger, länger, länger
    – Versetzungen –> immer mehr macht sich ein Anspruchsdenken deutlich, das besagt „ich diene treu, aber nur wenn ich dort bleiben kann wo ich möchte, wenn ich versetzt werde obstruiere ich, lasse mich in Gremien wählen, schreibe Briefe und mache solange Wind bis es jemand anderes trifft
    – Dienstzeiten –> ich habe mal gelernt ein Soldat ist 24/7 Soldat (nicht wörtlich zu verstehen, Freizeit war ja immer vorhanden, eher als (Selbst)-Anspruch zu verstehen), heute muss man sich ja tatsächlich rechtfertigen, wenn man seine Aufgaben außerhalb vollkommen sinnfreier Dienstzeitvorgaben erfüllen möchte
    – Beföderungszeiten –> statt Leistung mit Beförderung zu belohnen, wird jeder Landser, jeder UoP, nahezu jeder UmP und alle Offz (egal ob Subaltern oder StOffz) zeitnah in ihr jeweiliges, allgemeines Laufbahnziel geführt, d.h. Beförderung wird nicht mehr verdient, sondern nur noch „ersessen“
    – Dienstgradstrukturen –> Entwertung der Dienstgrade, Schaffung von holen Strukturen (nur Kopf, keinen Körper) und das auf allen Ebenen, zu viele OStGefr, zu viele Fw-BS, zu viele StOffz, zu viele Generale etc. etc.

    Und statt unsere Armee im PSM 185 zu optimieren (ggf. vielleicht sogar auf 165 zu verschlanken und sich dabei deutlich von der Kopflast zu befreien) gehen wir jetzt noch höher, aber nicht bei der Kampfkraft, sondern nur bei der Kopflastigkeit.

    Und dann wundern wir uns auch noch, dass wir diese Zahlen nicht erfüllen können?!?!

    Auch wenn wir Anfang nächsten Jahres die 170.000 schaffen sollten, wäre das m.E.n. kein Erfolg, denn wir hätten sie teilweise mit den falschen geschaffen und zudem wäre es vermutlich auch nur ein kurzer Sieg und würde bald wieder in Staub zerfallen.

    Von der mittelfristig eintreten, demographischen Falle möchte ich da noch gar nicht sprechen.

    Und warum das alles? Weil für viele die Bundeswehr nicht mehr eine Armee ist (mit der obersten Forderung nach Kampfkraft), sondern nur noch ein „Versorgungsladen“. Fast schon würde ich sagen „Pfründe, die es zu verteilen gilt.“

    „Sofern ich mich da geirrt habe, bitte ich um Vergebung.“

    Alles i.O., Wasser unter den Brücken ;)

  20. @WA-GE | 20. Dezember 2016 – 8:53
    +1
    Leider :(

    Ich kann mich gut daran erinnern, wie ich mich vor einigen Jahren vor meinem Kommandeur rechtfertigen musste, nur weil ich sprunguntaugliche konsequent abversetzt habe…

    @NoName | 20. Dezember 2016 – 9:06
    Danke für Ihren Beitrag. Insbesondere der Hinweis auf die leichte Veränderung der Nebenverdienstproblematik zugunsten der frühpensionierten ist aus meiner Sicht überzeugend und müsste bei einer schärferen Anwendung der DU-Bestimmungen zwingend berücksichtigt werden.

  21. Bundeswehr-Personalstärke im November: Jahresziel noch nicht erreicht

    …..und was kann man tun um es in der Zukunft zu erreichen und die Schlagkraft zu erhöhen?

    Es müssen mehr Menschen mit den geforderten Fähigkeiten zur Bw => attraktiver werden => Ressource nutzen.

    Nur noch DP mit Soldaten/Uniformierten besetzen welche für die Schlagkraft und denn Kombattantenstatus entscheidend sind.

  22. @Klaus-Peter Kaikowsky  

    Danke

    Betreffs des Offiziers vom Verpflegungsamt, mkn war ein traditionelles Problem des deutschen Heeres eine Betrachtung von Logistik/Nachschub als „hat zu funktionieren und liefern“ Dienstleisters mit entsprechenden Folgen.

    Kann es daher sein, das dieses Mindset einfach zur Erfüllung der Aufgabe die richtige war?

    @Koffer

    „– wir behalten Soldaten, die uns nicht mehr weiter bringen und die ihren Auftrag nicht mehr umfänglich erfüllen können “

    Die BW hat Personalmangel, könnte es sinnvoll sein solche Soldaten in Funktionen einzusetzen, die sie ausfüllen können?

    „heute muss man sich ja tatsächlich rechtfertigen, wenn man seine Aufgaben außerhalb vollkommen sinnfreier Dienstzeitvorgaben erfüllen möchte“
    Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit der Aufgaben?
    Flaschenhälse erfordern Priorisierung.

    Ich habe den Eindruck, das Sie alles was gewünscht ist als unbedingt zu erfüllen ansehen, und das bei Einhaltung vernünftiger Westeuropäischer Arbeitszeiten nicht möglich ist.

    Der Sold eines Soldaten mag angemessen sein, gilt das auch noch wenn man die Stunden Arbeitszeit mit äquivalenten Zivilen vergleicht und die zusätzlichen Belastungen mit einbezieht?

    24/7 Ja, aber damit geht die Verpflichtung einher damit Respektvoll und angemessen umzugehen.

    @WA-GE  

    „Jemand der nur halbtags arbeitet/dient besetzt trotzdem einen ganzen Dienstposten. Jemand der einen Teil seiner Dienstzeit über Jahre hinweg zur Behandlung muss, besetzt trotzdem einen vollen Dienstposten. Ich denke man versteht wohin die Argumentation führt.“

    Mit anderen die Personalverwaltung erfüllt ihre Aufgabe nicht ordentlich?

  23. @ Koffer | 20. Dezember 2016 – 9:34
    + 1!
    (Auch, wenn wir bei manchen Dingen trotz gleichem Alter und DG ein wenig auseinanderliegen, aber das liegt wohl bei einem an zu wenig, beim anderen zu viel Druck…)

  24. @ Mike Molto 19:57 Uhr

    Bei dem Beispiel mit der deutschen Botschaft in Mazar meinte ich mit den Objektschützern nicht den äußeren Ring der Verteidigung, die wohl die Afghanen leisten hätten sollen, sondern die Bundespolizisten die mit G36 und Pistole das Konsulat verteidigt haben. Und Soldaten in der Rolle der Bundespolizisten als Objektschützer für die Botschaft, wären eben auch nicht gleichzeitig Fernmelder, IT-Spezialisten oder Köche gewesen, wie sie in ihrem Kommentar um 19:21 Uhr dargestellt haben.

    @ Wa-Ge

    Zustimmung was ihr Beispiel mit den Springerschein angeht. Ein Soldat der nicht mehr Pilot sein kann wird früher oder später aus einem fliegenden Verband versetzt werden.

    Es ist ja nicht so, dass die Bw nur aus Invaliden bestehen würde. Man muss dies prozentual in der richtigen Relation setzen.

    Mal ein Beispiel aus einem reinen Einsatzverband (ohne Inlandsauftrag). Es gibt zwei Kompanien eines Spezial Pinonierbatallions in der Lw, die ein mobiles Tanklager im Ausland aufbauen und betreiben können. Dies ist für die Kraftstoffversorgung von Flugzeugen vorgesehen. Die Arbeitsmuskel sind SaZ 8 StUffze, die nach ihrer Ausbildung vom ersten bis zum letzten Tag für Auslandseinsätze im gleichen Dienstgrad zur Verfügung stehen müssen. Zugführer sind Hauptleute FDOffz und natürlich gibt es noch HFw/StFw als Teileinheitsführer. Verliert einer von ihnen die Auslandstauglichkeit werden sie relativ schnell aus dieser Kompanie versetzt. Der Zugfüher beispielsweise kann aber als erfahrener Hptm FD trotz Bluthochdruck oder Zucker noch auf einen Inlandsdienstposten produktiv arbeiten.
    Ehrlich gesagt würde ich eine sofortige Entfernung aus dem Dienst, bei diesen oftmals altersbedingten Krankheiten, als völlig übertrieben und als Vergeudung von wertvollen personellen Ressourcen ansehen.

  25. @Koffer: auch wenn wir in manchen Punkten sicher nie einer Meinung sein werden (sui generis lässt grüßen), aber Ihren letzten Kommentar (09:34) stütze ich zu 95% !!

    Bei einem, muss ich aber eine süffisante Bemerkung loswerden, das sehe ich mit 33 Dienstjahren genau umgekehrt:

    „heute muss man sich ja tatsächlich rechtfertigen, wenn man seine Aufgaben außerhalb vollkommen sinnfreier Dienstzeitvorgaben erfüllen möchte“

    Meine Variante: man muss sich rechtfertigen, wenn man vollkommen sinnfreie Aufgaben nicht außerhalb der Dienstzeitvorgaben erfüllen möchte.

  26. Ich habe meinen Standpunkt ausreichend und nachvollziehbar klar gemacht,und hoffe nur, dass Stabsoffiziere wie Hr ‚Koffer‘ demnaechst die Fuehrung und die Mehrzahl der Truppenfuehrer in der Bw stellen moegen.

    Dann wird sicherlich auch eine entsprechene Personalentwicklung einsetzen, vielleicht nur mit 150k ‚Mann‘ aber effizient und ohne Ballast.

    @ WA-GE | 20. Dezember 2016 – 8:53
    Richtig erkannt.

  27. @ Georg | 20. Dezember 2016 – 11:12
    „. Der Zugfüher beispielsweise kann aber als erfahrener Hptm FD trotz Bluthochdruck oder Zucker noch auf einen Inlandsdienstposten produktiv arbeiten.
    Ehrlich gesagt würde ich eine sofortige Entfernung aus dem Dienst, bei diesen oftmals altersbedingten Krankheiten, als völlig übertrieben und als Vergeudung von wertvollen personellen Ressourcen ansehen.“

    Nichts Anderes habe ich geschrieben.

  28. MikeMolto | 19. Dezember 2016 – 19:21

    Zitat: Gerne, ich unterscheide zwischen der BwVerwaltung, die mK auch ein Teil der
    Streitkraefte ist, und dem militaerischen Teil (Soldaten).

    Sorry für die Schlaumeierei, jedoch ist die Bundeswehrverwaltung kein Teil der Streitkräfte, sondern ein Teil der Bundeswehr.

  29. @KPK

    einem StOffz Lw (Flieger) und einem solchen der Kampftruppen wird weiter voneinander entfernt sein als der Abstand Erde – Mond, was nichts Negatives zur Eignung/Leistung des Fliegers aussagen soll.

    Das ist immer noch um Längen zu kurz und zu falsch gedacht. Der StOffz (Flieger) der Luftwaffe, der als ASFAO mit der taktischen Luftunterstützung zu tun hatte, respektive der StOffz Luftwaffe (Flieger) der als Transporter in Gefahrenzonen landen musste… vs bestimmste HeeresStOffz Genst, die nie wirklichen Truppendienst geleistet haben…

    Und selbst dann gibt es in dem verein nun einmal keine Gleichschaltung…

  30. @Koffer 0934 Uhr
    Diese Aussagen gefallen mir fast alle deutlich besser als bisher, aber bedenke:

    – die Altvorderen haben -wie ich- in den 80ern in Brigaden gedient, die tatsächlich einsatzbereit waren,
    – mit Anfang 40 bin ich auch noch wie ein junges Reh durch den Wald gelaufen.

  31. @ MikeMolto:

    Ohne eine massive Aufrüstung, einen neuerlichen, sau-teuren, großangelegten „Goldenen Handschlag“ oder eine radikale Abänderung des BS-Status (ebenfalls teuer) wird sich an der Wasserkopf-Problematik nichts ändern. Selbst die Reduzierung der BS-Übernahmen hat sich als Illusion erwiesen, da der ganze „Mittelbau“ sehr personalintensiv ist. An all dem ändern auch 100 Koffer nichts ;-).

  32. @ Hans Dampf

    Geld scheint zumindest zur Zeit eher eine untergeordnete Rolle zu spielen. Wenn es gewollt werden würde, würde man die dafür benötigten Mittel auch finden. Denn im Gegensatz zur Aufrüstung / Modernisierung / Personalgewinnung ist man hier auf keine externen Faktoren angewiesen. (Zeit ausgenommen, jede Veränderung braucht schließlich Zeit um wieder zusammenzuwachsen.)

    Man darf nicht übersehen, dass die Bundesrepublik der NATO einiges an „Kästchen“ für deren Verpflichtungen zugesagt hat, diese Kästchen müssen nun befüllt werden. Koste es was es wolle.

  33. @KlausK | 20. Dezember 2016 – 14:21
    „Diese Aussagen gefallen mir fast alle deutlich besser als bisher, aber bedenke:“

    Ich wüsste nicht, das ich auch nur in einem Detail meine Position verändert hätte. Lesen heisst offensichtlich nicht immer auch verstehen.

    „die Altvorderen haben -wie ich- in den 80ern in Brigaden gedient, die tatsächlich einsatzbereit waren,“

    Die „Einsatzbereitschaft“ der 80er hat nichts mit den heutigen Anforderungen zu tun. Einige Dinge waren damals sicherlich besser, aber Struktur, Aufgaben, Szenare alles anders.

  34. @Koffer ….. Szenario alles anders.

    NEIN – die D und EU Landesverteidigung wird wenn überhaupt u.a. ein beweglich geführtes Gefecht mechanisierter Verbände sein.

    Da können Sie Ihre Bilder aus AFG, auf einer Höhe sitzen, gleich wieder vergessen.

  35. @KlausK | 21. Dezember 2016 – 13:00
    Wie ich schon sagte, Altvordere, die uns die Welt erklären wollen :(

    Also: Natürlich ist durch Putin die Wahrscheinlichkeit einer klassischen (hoffentlich nur konventionelle und nicht auch atomaren) Kriegsführung wieder gestiegen. Natürlich müssen wir deswegen in unseren personellen Strukturen auch (verstärkt) die Landes- und Bündnisverteidiung berücksichtigen.

    Das darf aber nicht von der Tatsache ablenken, das wir im „Tagesgeschäft“ weiterhin Einsätze à la AFG, Mali, etc. etc. bewältigen müssen. Dies wiederum führt zur zwingenden Notwendigkeit überwiegend junger und einsatzbarer Verbände (vor allem bei Heer/SKB und bei Marine, bei Lw und ZSan liegt der Fall etwas anders).

    Also wieder zurück zum Anfang: Mehr BS ist nicht die Lösung unserer Probleme (Ausnahmen bei bestimmten Spezialisten ausgenommen).

Kommentare sind geschlossen.