Die NATO-Speerspitze: Nutzlos jenseits der Oder?

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Die Speerspitze der NATO, die Very High Readiness Joint Task Force (VJTF), als schnelle Eingreiftruppe auf dem Gipfel der Allianz 2014 in Wales beschlossen, übt in diesen Tagen erneut ihre schnelle Verlegung. Die spanische Brigada de Infantería Ligera Brigada Ligera Aerotransportada (BRILAT) als Kern der VJTF hat es da etwas weiter als im Vorjahr der deutsche Gefechtsverband, der den VJTF-Kern stellte: Während die Deutschen vom Standort der Marienberger Jäger in Sachsen via Truppenübungsplatz Bergen vergleichsweise einfach zur Übung Noble Jump nach Zagan in Westpolen fahren konnten, müssen die Spanier für die Anreise zu Brilliant Jump am gleichen Ort ihr Material auf dem Seeweg transportieren, vor allem über den Hafen von Stettin.

Im Hinblick auf die VJTF-Übung und auf die neue NATO-Koordinierungseinheit, die NATO Force Integration Unit (NFIU) in Polen, waren in den vergangenen Tagen einige internationale Kollegen dort unterwegs. Und was der Kollege Sam Gad Jones von der Financial Times von seiner Reise nach Polen mitgebracht hat, dürfte der NATO gar nicht gefallen: Die Speerspitze, so berichtet er unter Berufung auf hochrangige Offiziere des Bündnisses, sei für die Abschreckung nach Osten quasi nutzlos:

Nato’s new “spearhead” rapid reaction force could not be deployed in eastern Europe if there was a war with Russia, according to the alliance’s own military assessments.

The “Very High Readiness Joint Task Force”, the 5,000-man centrepiece of the 2014 Nato summit and the package of measures it produced to counter Russian aggression, would be too vulnerable during its deployment phase to be used in Poland or the Baltic States, two senior Nato generals with close knowledge of the alliance’s logistical and military planning told the Financial Times. (…)
Russia’s decision to dramatically build up its forces in Kaliningrad — the Baltic enclave between Poland and Lithuania — and substantial military assets in its border territories mean the VJTF would be at risk of being overrun before it was even ready to fight if it tried to set up “east of the Oder [the line of Germany’s eastern border]”, says one of the generals.

Nun muss man dabei vermutlich auch im Auge halten, dass eine solche Einschätzung der VJTF ganz gut zu der polnischen Forderung passt, ständig und mehr NATO-Truppen dort und im Baltikum zu stationieren. Und es hat sicherlich auch mit der – hier ebenfalls diskutierten – Einschätzung zu tun, dass vergleichsweise wenig Soldaten der Allianz in diesen Ländern unterwegs sind, auch wenn ihre Zahl auf dem bevorstehenden NATO-Gipfel in Warschau im Juli voraussichtlich aufgestockt wird.

Ob die von der Financial Times berichtete Einschätzung für die weitere Entwicklung und Ausgestaltung der Speerspitze eine Rolle spielen wird, bleibt abzuwarten. Die Bundeswehr stellt sich ja auf die nicht so einfache Aufgabe ein, für 2019 als Beitrag zur VJTF nicht nur einen Gefechtsverband in verstärkter Bataillonsgröße mit rund 1.000 Soldatinnen und Soldaten, sondern eine ganze Brigade in Marsch setzen zu können.

Der Vollständigkeit halber noch die Mitteilung des NATO Joint Forces Command in Brunssum zur derzeit laufenden Übung der Speerspitze:

Exercise BRILLIANT JUMP 2016 phase II (Deployex – deployment exercise) will take place in the period 17-27 May 2016 in several locations in Poland, with the aim of training the Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) to quickly deploy to an assigned area of operations following the activation of the NATO Response Force (NRF).

The exercise, led by the Allied Joint Force Command in Brunssum, will see elements of the VJTF Land component for 2016, consisting of the Spanish Brigade ‘BRILAT’, supported by a UK Battalion and an Albanian Company, relocate from their permanent bases to the designated ports and airports of embarkation, in order to rapidly deploy where needed.

This exercise is designed to practice planning, coordination and execution of the deployment of VJTF-Land elements, from their home location in Spain to the Zagan Military Training Area in Poland, in a time-critical response manner, in order to be ready for employment in the shortest time. Therefore starting from 17 May NATO troops and vehicles will move from the Szczecin port and the Wroclaw airport (being the assigned port and airport of disembarkation, respectively), as well as across the South-eastern Polish borders, towards the assigned training area in Zagan.

Also participating in the exercise with key-roles in command and control as well as in coordination and support: NATO Rapid Deployable Corps (Spain), Multinational Corps North-East (Poland), NATO Force Integration Unit (Poland) and several military Headquarters and units within Spain, Poland, the United Kingdom and Albania. (…)

The Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) is composed of a land brigade – supported by air, sea and Special Forces – and is capable of deploying at very short notice when the sovereignty of any member of the Alliance is under threat. The VJTF is established on a rotational basis and throughout 2016 it will be led by Spain with the 7th Light Infantry Brigade “Galicia” being its core.

(Foto: Seetransport des Geräts der spanischen BRILAT – Foto BRILAT/Ministerio de Defensa)

 

99 Gedanken zu „Die NATO-Speerspitze: Nutzlos jenseits der Oder?

  1. @ADLAS-Doe
    Wenn man von einer nicht Handlungsfähigkeit der EU und der NATO ausgeht wenn es darum geht zu verhindern, dass Russland in einem Zeitraum von 3 bis 5 Tagen die für ihre Zwecke nötigen Voraussetzungen zu schafft sind die Kosten sehr gering.

    Das macht das ganze attraktiv und erst eine glaubwürdige Abschreckung mit der Fähigkeit dies zu verhindern lässt die Kosten steigern.
    Im Nachhinein den Angriff in besetztes Gebiet zu führen traut wohl keiner der NATO zu also ist das alles was geschafft werden muss während wir uns mit der Ungewissheit hybrider Kriegsführung beschäftigen.

  2. @chris | 17. Mai 2016 – 13:04

    Naja, den Sturz des Putin Regimes und die Vernichtung der russischen Streitkräfte würde ich nicht als „die Kosten sind sehr gering“ bezeichnen.

    Jeder Angriff auf die Nato ist ein Selbstmord. Und die Hoffnung das „der schwache Westen“ nicht eingreift – tja diese Hoffnung hatte Hitler auch. Und genau so wird Putin enden.

  3. @mittgard
    das sind ja mal sehr normative Ansagen wollen Sie die nicht wenn schon nicht belegen dann doch zumindest Argumentativ begründen?

    Aspekte wie die verbreitete Ablehnung der Bündnisverteidigung in Teilen der NATO Bevölkerung müsste man ja irgendwie weg diskutieren. Genau diese Bevölkerung ist es ja die nach einer Besetzung des Baltikums an der Grenze ihre Verfügungsräume beziehen würden um den Gegenstoß in Russisches Territorium zu führen. Und das ist nur ein Beispiel von vielen.

  4. chris | 17. Mai 2016 – 13:26
    Aspekte wie die verbreitete Ablehnung der Bündnisverteidigung in Teilen der NATO Bevölkerung müsste man ja irgendwie weg diskutieren.

    Das meinen Sie weil es im Westen Pressefreiheit und kritische Stimmen gibt. Diese kritischen Stimmen gibt es auch in Russland, man hört sich nur nicht (keine Pressefreiheit).
    Im persönlichen Gespräch haben mir Russen gesagt: Für Putin und seine Oligarchen würden sie auf keinen Fall kämpfen. Dann lieber zu den Amerikanern überlaufen und nach dem Sturz der milliardenschweren Oligarchen ein neues, freies Russland aufbauen.

  5. @mittgard

    Da steckt schon mehr dahinter, als nur „vereinzelte kritische Stimmen, die sich der Pressefreiheit bedienen“:

    http://augengeradeaus.net/2015/06/deutscher-sonderweg-mehrheit-gegen-buendnisverteidigung/

    @Adlas-Doe
    Nun ja, als Zielsetzung würde ich der russischen Führung unterstellen, eine Spaltung „des Westens“ in Form von NATO und EU im Sinn zu haben.

    Mögliche Szenarien, die in diese Richtung zielen, wurden unter anderem in einem hier vor kurzem Artikel auf warontherocks.com aufgezeigt, zusammenfassend:

    A smarter approach for Moscow, and one conceptually demonstrated in Crimea, is to create a crisis in which NATO’s credibility is tested on the choice of whether or not to attack Russia first.

    Ziel wäre also, eine Situation zu schaffen, in der wir als erste Schießen müssten oder als Alternative jegliche Glaubwürdigkeit verlieren. Biespiel: Russland „verschiebt“ die Grenze zu einem der baltischen Staaten um ein vergleichsweise kleines Stück. Wie reagieren wir?

    Angesichts der nicht nur in DEU verbreiteten Unlust, militärische Auseinandersetzungen selbst zu beginnen und dem Unwillen sich an der Verteidigung eines Bündnispartners zu beteiligen, halte ich das durchaus für ein Szenario, an dem NATO und EU (dort gitb es ja mittlerweile auch einen Beistandsartikel, sogar weitergehender als bei der NATO) im worst case zerbrechen könnten.

    http://warontherocks.com/2016/05/fixing-nato-deterrence-in-the-east-or-how-i-learned-to-stop-worrying-and-love-natos-crushing-defeat-by-russia/

  6. @mittgard
    viele Menschen sagen vieles und in meinem sozialen Umfeld wird auch Bündnisverteidigung groß geschrieben.

    Die Frage ist wie und nach welchen Maximen die entsprechenden Stellen zu ihrem Entschluss kommen und dann nochmal ob die Bevölkerung bereit ist zu folgen oder was sie bereit sind zu tun um nicht zu folgen.

    Der große Vaterländische ist dabei wohl eher unrealistisch weil es dann bei der Beteiligung von Atommächten auf beiden Seiten bevor eine Seite unter Einsatz von Atomwaffen alle zu verlieren werden.

    Das im Moment wesentliche Szenario ist nicht das des Kalte Krieges, sondern hybride Kriegsführung. Dabei geht es um Information, Entschlussfähigkeit und ganz besonders der guten alten und aus der BdL bekannten Verfügbarkeit nach Raum und Zeit von professionellen und Einsatzbereiten Kräften.

  7. @Chris: „Kosten“ würden ja selbst dann entstehen, wenn es nicht zum großen Krieg käme – denn eine irgendwie geartete Zusammenarbeit mit RUS wäre dann kaum noch zu vermitteln, wirtschaftliche Zusammenarbeit etc. inklusive. In einem Szenario, wo selbst die halbherzigen Sanktionen und die Politik gegenüber RUS im Zuge der Ukraine-Krise mittelfristig für RUS kaum zu schultern sind, stelle ich mir die Frage, was RUS angesichts deutlich höherer Folgekosten mit einer Annexion der baltischen Staaten gewinnen würde – zumal das ja absehbar Unruheprovinzen bleiben würden, denn die RUS Streitkräfte können das Baltikum zwar vlt. einnehmen – sichern aber können sie es kaum.

    Ich frage also nochmal: Was kann RUS mit einer wie auch immer gearteten Annexion der baltische Staaten gewinnen? Ich sehe da nicht viel, was die zu erwartenden Kosten (selbst im Idealfall) rechtfertigen würde.

    @Jungchen

    Naja, derselbe Autor (guter Beitrag übrigens) schreibt weiter vorn zur grundlegenden Annahme russischer Motivlagen der kritisierten RAND-Studie:

    „It makes little sense that Russia would invade and conquer the Baltic states to demonstrate NATO’s weakness. There is no logical connection between the strategic objective and the operation simulated. Moscow can handily demonstrate the alliance’s weakness without invasion and occupation, as I discuss in more detail below. Invading and conquering entire countries is not commonly done for purposes of demonstration, just as Russia did not annex Crimea for demonstrative effect. This is problem one both for RAND’s wargame and the wider debate — no one can intelligently articulate the benefits of such potential actions for the Russians.“

    und zu „Ziel wäre also, eine Situation zu schaffen, in der wir als erste Schießen müssten oder als Alternative jegliche Glaubwürdigkeit verlieren. Biespiel: Russland „verschiebt“ die Grenze zu einem der baltischen Staaten um ein vergleichsweise kleines Stück. Wie reagieren wir?“

    haben die baltischen Staaten schon gesagt, dass sie solche Aktionen umgehend so eskalieren würden, dass die Russen entweder den Schwanz einziehen oder so hart gegeneskalieren müssten, dass dann Art. 5 greifen würde.

    Das Ukraine-Szenar taugt m.M.n. für einen NATO-Staat wenig, da, anders als in der UKR, durchaus auch frühzeitig andere Optionen auf dem Tisch liegen.

  8. @ADLAS-Doe

    Zustimmung – und wir wollen eines nicht vergessen: in USA ist Wahlkampf und so, wie es im Moment ausschaut, ist „alles“ drin: Trump, Clinton und selbst Sanders ist noch nicht „abgeschlagen“. Eines haben übrigens alle 3 gemeinsam: mehr Geld/Truppen für die „Sicherheit“ der Europäer in Sachen Rußland wird keiner in die Hand nehmen als Präsident. Man wird in Warschau einen gesichtswahrenden Minimalkonsens finden, Putin wird sich angemessen empören und ein paar Divisionen hin und her schieben und die Grenzzaunbauindustrie wird ein paar Aufträge mehr bekommen/SCNR
    Einen konventionellen (Welt)Krieg muß man sich „leisten“ können, und das können weder Rußland, noch die EU/NATO und auch nicht die USA.

  9. klabautermann | 17. Mai 2016 – 13:13

    Glauben Sie das noch
    Jan schrieben die das er schon bei den Vorwahlen weg ist

    Er ist der Außenseiter der US Wahl deshalb rechne ich mit ihm als neuer

  10. Momentan hat der Baltikum und die NATO in meinen Augen kaum etwas zu befürchten, sollte sich aber die politischen Rahmenbedingungen deutlich verändern, sehe ich aber eine beträchtliche Gefahr.
    Mit Präsidentin LePen, einem Britischen EU-Austritt mit folgendem Chaos wäre Europa völlig gelähmt und handlungsunfähig, man müsste fast hoffen das Frankreich sich nicht zumindest indirekt an Aktionen gegen die Balten beteiligt.

    Im Endeffekt hängt es aber an den USA ab, ohne diese verschlechtert sich die Sicherheitslage in Europa dramatisch und mit einem Trump als Präsident wäre dies nicht mehr fern. in diesem Szenario käme es darauf an inwieweit er „Kompromisse“ mit den traditionellen Republikanern schließt /schließen muss.
    Das von ihm geforderte 2%-Ziel bei den Militärausgaben erfüllen zumindest Estland und Polen.
    Litauen und Lettland müssten sich aber noch anstrengen…

    PS: ich frage mich was bei uns los wäre, wenn wir den Verteidigungshaushalt verdoppeln müssten

  11. @ADLAS-Doe
    Was hätte Russland davon?
    Das selbe wie von dem Krieg gegen Georgien und die Ukraine.

    -Innenpolitische Stärkung durch gemeinsam Feind dem auch die Schuld an Misständen gegeben werden kann
    -Revanchiste Nostalgie
    -Schwächung der NATO
    -Stärkung der eigenen Macht und des Einfluss in der Welt
    -Austesten des Westens
    -Destabilisierung Europas

    Das es dabei um das Baltikum geht ist eher zweitrangig hier kommen nur Aspekte hinzu wie:
    -sehr kleine Staaten
    -Süden ist schon destabilisiert
    -große russiche Anteile an der Bevölkerung
    -ex UDSSR
    -Nähe zur RUS Exklave
    -schwer für NATO zu erreichen
    -deutlich besserer taktischer Zugang zur Ostsee als nur über die Bucht vor st Petersburg

  12. Das akute Risiko halte ich selber auch für gering. Das war bei der Ukraine aber genauso. So funktioniert ja hybride Kriegsführung.

  13. Nur leider hat die Weltgeschichte gezeigt, dass Entscheidungen über Krieg und Frieden zumeist nicht rein rational sind. Hinzukommt die in weiten Teilen sicherlich irrationale Angst der Polen und der baltischen Staaten vor Rußland.

    Aber gerade die Deutschen sollten hier nicht erneut als Oberlehrer auftreten, sondern diese Staaten unterstützen.

    Denn wir haben es über Jahrzehnte für selbstverständlich angesehen, dass Amerikaner, Briten, Franzosen, Kanadier, Belgier, Niederländer, etc sich uns gegenüber solidarisch zeigen.

    Nun muss man „nur“ noch Material und Personal finden für die politisch gewollte Rotation eines Bataillons.

  14. @klabautermann

    Sie haben sich anscheinend nicht mit der Meinung von Frau Clinton ausseinander gesetzt, die pro NATO ist.

  15. @snowparrot

    Die Meinung von Frau Clinton ist so relevant und flexibel wie der Flummy meiner Tochter 1987 ;-)

  16. @klabautermann

    Also, ein Allerweltsspruch täuscht nicht die Tatsache hinweg, was über Clintons Meinungen bekannt ist, noch gibt es keinerlei Anzeichen, dass diese ihre ändern wird. (vorallem, im Vergleich zu Trump oder Sanders)

  17. Bei Trump käme es darauf an, wer ihm in Sachen Außen- und Sicherheitspolitik beraten würde. Der Berater wird Trumps Meinung formen. Clinton will wohl komplett an Obama anknüpfen. Mit Obamas Außenpolitik kann man sicher keine US Wahlen gewinnen. Man denke nur an Obamas teurer Kampf gegen den IS, wo man wie beim Kampf gegen die Taliban mal wieder kein Ende sieht.

    Das mit der Ukraine wird das bis November sicher auch immer schlechter werden. Poroschenko bekommt keine Reformen umgesetzt, wenn er überhaupt Mehrheiten dafür bekommt. Poroschenko oder der US Botschafter in Kiew preisen die Ukraine schon als Agrarstaat an, wo die Preise für Agrargüter schon wegen sehr großen Überangeboten richtig im Keller sind. Die Ukrainische Industrie dürfte in weiten Teilen den Russischen Markt für immer verloren haben, während man kein Geld hat um Produkte für West Märkte zu Entwickeln. Die Finanzielle Pleite wird nur aufgeschoben, bis Obama seine Präsidentschaft beendet hat. Obamas Anti Russland Show soll sicher nur sein Scheitern in der Ukraine verdecken.

  18. Im Focus steht das Trump angebliches Buch geschrieben hat und von Aufrüsten Spricht

    Das denke ich auch schon eher von seiner art her eher Inspricht

  19. „Jeder Angriff auf die Nato ist ein Selbstmord. “

    Klar, dass weiß Putin auch. Abwarten, Destabilisieren und Einsickern ist da die Strategie. Ich glaube nicht, dass es in Europa politisch durchsetzbar wäre, wegen dem Baltikum einen Waffengang zu wacken. Wenn der BREXIT kommt ist sowieso Kernschmelze angesagt.

  20. TomCat | 18. Mai 2016 – 20:09

    da bin ich nicht überzeugt den NATO ist ein Haufen und kein Bündnis
    und schau nur die Diskussion mal an
    West mehr für USA
    Ost mehr für Russland
    Wenn BRD ein sicherer Garant ist wie andere Staaten Litauen fast 40 % der Bev Russen

    und schau die Diskussion über Europa an
    da gehen die Leute fast an die Gurkel da kann man Leicht ein Bürgerkrieg aufbauen

  21. Verstehe nicht warum man um die paar Alibitruppen, welche keine militärische Bedeutung haben, so eine Schau macht. Natürlich will Frau von der Leyen diese show, das ändert aber nichts. Die Menschenrechtsshow kann auch keiner mehr hören.
    Endscheidend ist die 3rd infanterie divison der Amerikaner in Polen.
    Die ist schnell durch die 101 und 82 verstärkt.
    Worüber keiner redet, sind wieder einmal die französischen Mittelstrecken- Raketen mit den atomaren Sprengköpfen.
    Falls im Osten irgend ein General durchdreht und die Angriffswellen der Ostarmeen bis
    an die französische Grenze durchschlagen, machen die Franzosen dann davor alles atomar platt? Wer weiß das? Wer trifft die Endscheidungen?
    Was bringt dann den Ost-Generalen der Angriff? Atomare Wüste?

  22. Die Angriffwellen bis an die französische Grenze?…
    Habe mal nachgemessen: 1600 Kilometer ist die kürzeste Entfernung (Kaliningrad mal außen vor) von Festland Russland bis Frankreich (Rheingrenze)
    Was soll bis dahin kommen?

  23. kar_arsch | 19. Mai 2016 – 20:27

    Die Napolische Armee ist Geschichte

    Heute sind das moderne Motorisierte Armeen die sind in 4 Wochen schon in Berlin 2 Wochen Später in Paris und Niemand kann Russland China aufhalten

    Weil wir schon V sind

  24. Das glaubt ihr doch nicht im Ernst oder?
    Also vielleicht auf dem Papier (wage ich aber auch zu bezweifeln und ich weiß in welch jämmerlicher Verfassung unsere Bundeswehr ist) beim Panzerzählen, aber doch nicht im realen bis zum Ende durchdachten Fall.

  25. BREXIT und so….
    Irgendwie verschließt sich mir der Zusammenhang mit dem BREXIT, der Kernschmelze und so weiter…in der Speerspitzendebatte hier!

    Ganz ehrlich….wenn die Briten (wer da auch immer!) austreten wollen, dann sollen Sie es machen! Meiner Ansicht nach ist das ganze BREXIT Gerede nur wieder diese britische Masche irgendwelche Vorteile aus der EU Mitgliedschaft herauszupressen.
    Ich sehe nichts vernünftiges an Wirtschaftskraft was da auf der Insel noch richtig vorwärts geht….und so richtige britische Produkte sehe ich auf dem Marktplatz Europa auch nicht…mit ein paar Ausnahmen wie „RollsRoyce Triebwerken“ oder anderen Kleinigkeiten. Bisher habe ich immer nur Forderungen der „Insel“ wahrgenommen und stumpfe Pressberichterstattung der dortigen Medien…

  26. „Die spanische Brigada Ligera Aerotransportada (BRILAT) als Kern der VJTF hat es da etwas weiter als im Vorjahr der deutsche Gefechtsverband, der den VJTF-Kern stellte: Während die Deutschen vom Standort der Marienberger Jäger in Sachsen via Truppenübungsplatz Bergen vergleichsweise einfach zur Übung Noble Jump nach Zagan in Westpolen fahren konnten, müssen die Spanier für die Anreise zu Brilliant Jump am gleichen Ort ihr Material auf dem Seeweg transportieren, vor allem über den Hafen von Stettin.“

    ???

    Unter „schneller Verlegung“ aus Spanien hätte ich mir, seit das Land normalspurig erreichbar ist, eher so etwas vorgestellt:
    http://zierke.com/tmp/fast_container_trains.mp4

    Gemütlich durch den Nord-Ostsee-Kanal zu schippern, wirkt auf mich so, als sei das ganze nicht wirklich ernst gemeint.

    =====

    „The “Very High Readiness Joint Task Force”, the 5,000-man centrepiece of the 2014 Nato summit and the package of measures it produced to counter Russian aggression, would be too vulnerable during its deployment phase to be used in Poland or the Baltic States, two senior Nato generals with close knowledge of the alliance’s logistical and military planning told the Financial Times.“

    Falls sich Rußland vorher entschlossen hätte, großflächig einen Krieg mit der NATO führen zu wollen, stimmt das natürlich. Das allerdings war allgemein bekannt, bevor die Truppe überhaupt aufgestellt wurde.

    Wenn das Szenario nicht mehr „hybride Kriegführung“ lautet, sollten die Herren dies auch so kommunizieren, optimalerweise mit logisch nachvollziehbaren Gründen, warum sie nunmehr einen offenen militärischen Angriff Rußlands auf Polen für realistisch halten.

  27. @Hans-Joachim Zierke

    Wer sagte noch einmal: „NATO is to keep the US in, the Russians out of and the Germans down in Europe“ Nun wollen aber die US raus, zumindest wollen sie ihren foot-print deutlich reduzieren, die Briten auch – die Russen aus Europa raus zu halten wird immer schwieriger, also müssen die „Germans to the front“. In Wales hat man sich mit VJTF den deutschen Finger geholt und bis Warschau muß man nun daran arbeiten, dass Deutschland eine ganze Hand gibt – unter OPCON SACEUR, versteht sich……oder so ;-)

  28. @Klabautermann
    Ich lese Ihre fundierten Kommentare immer gern, vorsichtig wäre ich allerdings bei „Germans to the front“. Ich kenne in den sogenannten neuen Ländern eine Menge von 90 bis Enkel 8! Jahre alt, die würden die Russen hier gern wiedersehen, Weil, es war sicher, planbar, einfach strukturiert.
    Deren „Feindbild“ sind die „pösen Polen“ oder andere „Ausländer“, die „alles klauen“ und einem die „Schwarzarbeit“ wegnehmen.
    Wie soll ich denn nur von H4 meinen SU(V) (ff)bezahlen?
    Volkshochschulkurse um russisch zu lernen oder aufzufrischen boomen gerade in z.B. hier bei mir in der Nähe einer Landeshauptstadt.
    ALDI verkauft Büchsenbrot – noch fragen?;-)
    Hier besteht erhebliches Bürgerkriegspotential, schon heute „national befreite Zonen“- obwohl, gibt es gar nicht, weil,darf nicht sein, also ist es auch nicht.

  29. @Les Grossmann

    Mir ist schon klar, dass in Deutschland die Ost-West-Verteilung in Sachen Rußland und USA sehr zwiespältig, um nicht zu sagen „gespalten“ ist. Und deshalb wird Berlin diesem Ruf aus dem Westen in Sachen „Germans to the (baltic/polish) front“ sehr vorsichtig händeln, insbesondere auch aus innenpolitischen Gründen.

  30. @Les Grossmann:

    Welche Gegend soll das sein? Ich tippe mal Ost-Sachsen/Dresden??? Würde mich nicht wundern ;)))

    Also ich stamme aus Neufünfland und bin auch regelmäßig in der alten Heimat, aber dass man dort begierig darauf ist, dass ausgerechnet die Russen wiederkommen, kann ich nicht bestätigen.

  31. Ausser von den nach der Wende abgestürzten Polit-Kadern hab ich hier (in M-V, seit 1994) keine Stimmen gehört, die sich die Russen zurückwünschen würden. Da herrscht doch eher die Meinung vor, dass die SU über Jahrzehnte die Sahnehäubchen der DDR-Wirtschaft abgeschöpft habe. Und von meinen Offizieren und Feldwebeln – ehem. NVA – hatten so ziemlich alle nach einem Studium in Moskau bzw. Kiew oder nach einem Schießplatzaufenthalt in Kasachstan (Bahn-Verlegung mit zahlreichen Halten einmal quer durch die SU) vom propagandagepriesenen Bruderstaat „den Plan im Sack“.
    Hans Schommer

  32. @Ziethen
    Ziethen liegt ja irgendwo nahe Berlin, die waren, ich möchte nicht despektierlich sein, immer anders, war halt „Honn(y)ies Land“;-)
    Und nein, SA/SH ist es nicht.
    Ist aber auch egal, jeder hat seine „Erfahrungen“.
    Begierig und gern sind für mich noch unterschiedlich belegt – Tenor generell ist jedoch: schlimmer wird es nimmer.

  33. @Hans Schommer
    Das mit den Studien in Moskau, Kiew verstehe ich nicht.
    Wer? Jetzige Bundeswehr, welche Feldwebel?
    Bitte um kurze Erklärung.
    @All
    wenn alles so gut ist, dann ist eben Alles gut, muss mich nicht weiter produzieren,
    Oft ist meine Wahrnehmung ja anders, lasse mich gern belehren und fühle mich jetzt auch aufgeklärt.

  34. @ Les Grossmann | 20. Mai 2016 – 14:27:
    Ausgewählte Offiziere und Stabsoffiziere das Flugabwehrraketenregiment 5 (FRR-5) der NVA durften zu Zeiten des WP u.a. an den Miitärakademien in Moskau und Kiew studieren. Die Familie zog dann dorthin um. Die Studierenden hatten über die Jahre auch Gelegenheit, sich über die von der SED stets als vorbildlich gepriesenen „Errungenschaften des Sozialismus“ des großen Bruderstaates ein Bild zu machen. Und da klafften Anspruch und Wirklichkeit weit, weit auseinander. Zudem verlegte das FRR-5 zu insgesamt sieben Truppenübungen auf den sowjetischen Schießplatz „Staatspolygon Ascheluk“. Ein Teil der der Offiziere und Feldwebel des Verbandes wurden 1990 mit der Umgliederung des Verbandes in das Flugabwehrregiment 80 übernommen.
    Dies zur Erläuterung, in welchen Personenkreisen sich die anerzogene „Vorbildfigur SU“ durch eigene Wahrnehmung des real existierenden Sozialismus in der SU rasch verflüchtigt hat. Und eben diese Kameraden weinten den Russen in meiner Wahrnehmung keine Träne nach.
    Hans Schommer

  35. @Hans Schommer
    Verlegung im Bahntransport …Schießplatz „Staatspolygon Aschuluk“….mit Personenwagen oder im altbekannten „Viehwaggon mit Bollerofen“ ?
    Wie lange dauerte dies? 2 Wochen…?
    Rein Interresse halber ;-)

  36. @Hans-Joachim Zierke

    Ist dieser Verband vielleicht für ein anderes Theater gedacht?
    Mal übers Mittelmeer einen Blick nach Lybien, Syrien etc. werfend

  37. @ThoDan @Hans-Joachim Zierke
    Der Anmarschweg der Spanier war hier bereits dargestellt.
    http://augengeradeaus.net/2016/05/lesestoff-fuers-wochenende-closing-natos-baltic-gap/#comment-235614
    Und Libyen bzw Syrien, -nicht mal im schlechten Albtraum-, ohne UN-Mandat. Und selbst dann wird Berlin wohlfeile Argumente in der BPK verkünden lassen, warum wir „die politische Lösung“ favorisieren (und wie „traditionsgeübt“ andere den Schmutz auf unserem Fußabtreter beseitigen lassen).

  38. @ThoDan
    VJTF, egal vom wem gestellt, bleibt NRF-Instrument.
    Den Zusammenhang erkennt der Wohlmeinende bei
    @Hans-Joachim Zierke | 20. Mai 2016 – 11:38
    „Die spanische Brigada Ligera Aerotransportada (BRILAT) als Kern der VJTF hat es da etwas weiter als im Vorjahr der deutsche Gefechtsverband, …“.

  39. und ich habe nur sagen wollen, vielleicht war das Baltikum nicht DER Grund für diese Einheit,

  40. @ThoDan
    OK soweit.
    Das Baltikum ist jedoch zu kurz gegriffen. Ursachen sind Ukraine, Donbas etc, Reaktion also auf Putin und Annexion der Ukraine.
    Dass im Baltikum, Polen und den Višegrad-Staaten überhaupt die – wenn auch mühselig, unzureichenden – Anstrengungen des Bündnisses gern angenommen werden, bleibt unbestritten.
    Bei den Planungen zur NRF/VJTF bestand z.B. Libyen in jetziger Dimension (Daesh in Sirte) noch gar nicht, denn
    „Berlin, 16.10.2014.
    NATO-General Hans-Lothar Domröse hat auf der Handelsblatt Konferenz „Sicherheitspolitik und Verteidigungsindustrie“ am 15. Oktober 2014 in Berlin die Maßnahmen der Allianz vor dem Hintergrund der Krise in der Ukraine vorgestellt. …“ S. BMVg.de“

  41. @Klaus-Peter Kaikowsky

    Ich habe im Umfeld einiger NATO – Übungen über AG gelesen, das einige Mittelmeeranrainer mehr von IS etc. befürchten sollen als von Putin,

    Man mag es nicht so auf dem Schirm gehabt haben und bei uns noch immer nicht haben, aber gilt das auch für Spanien, Italien, Frankreich usw.?

  42. @ThoDan
    Berechtigte Fragen, da unsere südlichen Partner natürlich näher dran sind und an Algarve, Costa del Sol, auch Côte d’Azur oder an der Amalfiküste die Überlegungen zum Schutz der baltischen Ostseeanrainer deutlich entspannt in Bezug auf ihre eigene nordafrikanische Gegenküsten gesehen werden.
    Derzeitige NATO-policy und deren operative Umsetzung unterliegt allerdings auch den Grundsätzen des „small war“, was bedeutet, keine konventionelle Truppe.
    Unter Führung des https://de.m.wikipedia.org/wiki/United_States_Special_Operations_Command hat Obama Dunford freie Hand zum weiteren Einsatz von TAA, IntelSupport, Recce und auch Special Operations Forces gegen Daesh und auch al-Quaeda gegeben. (War hier im BÄLLEBAD bereits Thema.) Deutlich wird dies auch im Fall Libyen:
    https://www.washingtonpost.com/news/checkpoint/wp/2016/05/19/top-general-agreement-to-send-u-s-troops-to-libya-could-be-reached-any-day/
    FRA und GBR gehen dazu abgestimmt mit den U.S. SOF vor.
    Die erforderliche Zusammenarbeit der jeweiligen Dienste zur Aufkl im Einsatzland findet nach Verbot des BKA – wie gewohnt – ohne den BND statt. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Defense_Intelligence_Agency und UK/FRA Partner werden DEU Enthaltung „zu schätzen wissen‘.
    Zusammengefasst, auch meiner Sicht bildet die Lage in MENA für die VJTF absolut KEIN Thema.

  43. @ 0815 | 20. Mai 2016 – 15:20
    Zunächst ging es mal vier Tage in Personenreisewagen der Reichsbahn bis Brest. Dort wurden die Materialtransporte und Küchenwagen umgespurt. Die Truppe stieg auf sow. Personenwagen (mit Bollerofen und jeweils einer Zugbegleiterin = Bollerofenheizerin) um. Das dauerte wohl meist einen Tag. Teile der Truppe hatten durch die Vorgesetzten angeleiteten Ausgang in der Stadt. Dann ging die Reise noch fünf bis sechs Tage weiter, oft mit mehreren Unterbrechungen an kleineren und größeren Stationen. Meist zur Wasserergänzung. Da ein Regiment in drei bis vier Transporten verlegte, waren meist erst nach ein paar Tagen alle Teile auf dem Platz verfügbar.
    Hans Schommer

  44. Die baltischen Verteidigungsminister stellen sehr klar heraus, was sie vom Warschauer Gipfel im Juli erwarten, Stationierung von je einem vstkBtl in jedem baltischen Staat und Polen.
    Überraschenderweise legen sich die Balten vehement für Georgien ins Zeug. Der Gipfel soll die Euro-Atlantische Integration Georgiens beschließen sowie ein NATO-Georgien-Paket auf den Weg bringen und NATO-Übungen im Kaukasus abhalten. Zumindest haben litauische Ausbilder schon einmal Wochenkurse durchgeführt.
    Putin wird genau zuhören und aufmerksam beobachten.
    http://www.kam.lt/en/news_1098/current_issues/baltic_defence_ministers_agreed_to_join_efforts_as_their_countries_prepare_to_host_enhanced_allied_forward_presence_in_the_region.html?c=1

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