ISAF: Ende 2014 ‚ist Dienstschluss‘

Da jetzt auch im Koalitionsvertrag für das geplante Bündnis von Union und SPD Abzug aus Afghanistan steht, darf man das ja auch sagen (und muss nicht immer von Rückverlegung reden). Wie der Abzug gemanagt wird, haben am (heutigen) Mittwoch der zuständige (deutsche) NATO-General und der Inspekteur der Streitkräftebasis (SKB) der Bundeswehr erläutert.

General Hans-Lothar Domröse, als Chef des Joint Forces Command Brunssum der NATO mit den Planungen befasst, zeigte sich zwar weiterhin hoffnungsvoll für eine Nachfolgemission für die Afghanistan-Schutztruppe ISAF, machte aber auch klar: Für ISAF sei Ende 2014 Dienstschluss – was auch immer danach komme. Und die derzeitige Unklarheit, wann ein Sicherheitsabkommen von USA und Afghanistan in Kraft trete, Voraussetzung für weitere Anwesenheit von US-Soldaten wie dann auch anderen Nationen (auch Deutschland) am Hindukusch, trage eben immer noch nicht die Unterschrift von Afghanistans Präsident Hamid Karzai: Der Präsident unterschreibt immer nächsten Montag. Allerdings, das sagte Domröse auch: endgültige Klarheit brauche er im Mai – um gegebenenfalls die Zahl der ausländischen Soldaten in Afghanistan auf Null herunterfahren zu können. 

Was Domröse und SKB-Chef Vizeadmiral Manfred Nielson bei der Handelsblatt-Konferenz Sicherheitspolitik und Verteidigungsindustrie in Berlin dazu vortrugen, hier zum Nachhören:

General Lothar Domröse, Kommandeur Joint Forces Command Brunssum

Domroese_04dec2013.mp3     

Vizeadmiral Manfred Nielson, Inspekteur Streitkräftebasis

Nielson_04dec2013.mp3     

 

(Foto: Domröse mit NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen – Foto NATO via Flickr)

 

6 Gedanken zu „ISAF: Ende 2014 ‚ist Dienstschluss‘

  1. Ich lerne gerade dass Samsung und das Wischen über Smartphones die Welt dort verändern wird, währenddessen eine der wesentlichen eigenen Leistungen die unfallfreie Durchführung der Loja Dschirga war.

    Da hätten wir wohl besser daran getan, schon Anfang 2002 auch die damals noch teure Technik da rüber zu schaffen, und die 2004 Loja Dschirga wäre ein noch größerer Erfolg geworden.

    Offenbar ist die Inflation bei der Verwendung englischer Wörter in höheren KdoBeh weiter angestiegen. Zu einer besseren Verständlichkeit trägt dass bei allgemeinerklärlichen Wörtern jedoch nicht bei.

  2. Zum Domröse-Vortrag:
    Nochmal deutlich die Zukunft bei RSM ist „in the wire“.
    Dass „enable“ bei Partnern wie de ANSF nicht geht, weil man das halt in der NATO nicht macht ist natürlich wieder ganz toll. Man fragt nicht was gebraucht wird, sondern man macht es halt so wie man es in der NATO halt so macht.

    Auch die Ehrlichkeit, dass man jetzt rein „time-based“ ist, finde ich überraschend.

    Und nun endlich will man dem K.G. der ANA-Korps jeweils einen General zur Seite stellen.
    Da bin ich mal gespannt wie sich unsere Generale da rausreden – schon jetzt hat man ja Probleme A16 für MeS zu finden.

    Und was „modern warfare“ für ihn ist, wäre auch interessant gewesen.

    Ulm bekam ja auch ordentlich sein Fett ab. Waren die das mit der Flugverbotszone?

    NATO – nur noch ein bürokratisches Monster.

  3. Zum Dienstschluss die Bilanz von NGOSafety (ehem. ANSO):
    „With a total of 11,180 by the end of the Q3, AOG initiated attacks have grown by 42% over 2012 confirming that the 2011-2012 US surge failed to affect the oppositions operational capability.“

    Aber derlei will man ja nicht mal zur Kenntnis nehmen (siehe Aussagen Domröse, Dunford, Vollmer, etc).

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