Zehntausende BMVg-Beschäftigte „leisten keinen aktiven Dienst mehr“

Das wird jetzt hoffentlich nicht als Beamten-Bashing missverstanden – und die Überschrift erklärt sich auch gleich: In der vergangenen Woche hat das Verteidigungsministerium dem Grünen-Abgeordneten Tobias Lindner den angeforderten Bericht zur Verkleinerung des zivilen Personalkörpers der Bundeswehr vorgelegt. Der Parlamentarier ist Mitglied im Haushaltsausschuss und wollte aus seiner Haushälter-Sicht wissen, wie hoch die Zahl der Zivilbediensteten im Bereich des Verteidigungsministeriums derzeit über der von Minister Thomas de Maizière angepeilten Zahl von 55.000 Dienstposten liegt. Ich zitiere mal aus der Antwort:

Ausgehend von einer Inanspruchnahme von rd. 88.000 Haushaltsstellen (HH-Stellen) zum 31. Dezember 2011 ergibt sich gegenüber dem neuen Zielumfang von 55.000 ein haushalterischer Überhang von rd. 33.000 HH-Stellen. Davon werden rd. 21.000 HH-Stellen von Beschäftigten in Anspruch genommen, die Altersteilzeit oder die Härtefallregelung nach dem Tarifvertrag über sozialverträgliche Begleitmaßnahmen im Zusammenhang mit der Umgestaltung der Bundeswehr (TV UmbBW) in Anspruch nehmen und weit überwiegend keinen aktiven Dienst mehr leisten.
Da die Feinstrukturplanung für die Zielgröße von 55.000 noch nicht vorliegt und demzufolge ein genauer Abgleich mit dem bestehenden Personalkörper nicht möglich ist, können auch keine weitergehenden Aussagen zur Verteilung der erforderlichen Absenkungen auf Laufbahnen oder Altersbänder getroffen werden. Im Übrigen ist zu berücksichtigen, dass alle Instrumente des Personalabbaus antragsgebunden sind und sich ihre tatsächliche Wirkung nicht mit Sicherheit vorhersagen lässt.

(Der Rest des Berichts geht auf die verschiedenen geplanten oder vorhanden Möglichkeiten des Personalabbaus mit dem Reformbegleitgesetz oder dem Tarifvertrag ein.)

Die Zahlen, ich gestehe es, verblüffen mich ein wenig. Es gibt ja ohnehin eine gewisse Diskussion über die künftig nötige Zahl ziviler Mitarbeiter in Ministerium und Streitkräften. Aber rund 21.000 Stellen für Beschäftigte, die weit überwiegend keinen aktiven Dienst mehr leisten? Die müssen ja Geld haben…

Das Fazit des Haushälters:

Der Bericht liefert leider nicht die gewünschte Klarheit. Dies liegt wohl in erster Linie daran, dass sich das BMVg der Details des Umbaus des zivilen Personalkörpers immer noch nicht bewusst ist. Der Überhang beträgt derzeit 33 Tsd. Stellen. Davon verrichten 21 Tsd. keinen aktiven Dienst mehr.Die Bundeswehr kommt mit Ihrer Feinausplanung nicht hinterher. Sie kann immer noch keine konkreten Aussagen darüber treffen, in welchen Bereichen und Laufbahnen wie viel Personal abgebaut werden soll. Damit werden die Betroffenen weiterhin in der Schwebe gelassen. Die groben Strukturankündigungen fanden immerhin im Herbst 2011 (!) statt. Angesichts der weiter bestehenden Unklarheiten ist es nicht verwunderlich, dass sich immer mehr Zivilbedienstete der Bundeswehr nicht mitgenommen fühlen und sich große Sorgen über ihre berufliche Zukunft machen.

(Das Zitat von Lindner hatte ich zunächst verkürzt widergegeben; jetzt zur Klarheit ergänzt, dass er sich auf den zivilen Bereich bezieht.)

30 Gedanken zu „Zehntausende BMVg-Beschäftigte „leisten keinen aktiven Dienst mehr“

  1. „Sie kann immer noch keine konkreten Aussagen darüber treffen, in welchen Bereichen und Laufbahnen wie viel Personal abgebaut werden soll. Damit werden die Betroffenen weiterhin in der Schwebe gelassen. Die groben Strukturankündigungen fanden immerhin im Herbst 2011 (!) statt.“

    Ehrlich gesagt halte ich die Aussage von Herrn Lindner für entweder stümperhaft oder polemisch.

    Denn nur die Tatsache, dass die Strukturankündigungen jetzt ca. 6 Monate alt sind sagen ja noch nichts darüber aus wie schwierig ein komplexes und interdependentes Umstrukturierungsprojekt in einem Großunternehmen von (noch) über 300.000 Mitarbeitern ist.

    In der Tat sollten jetzt mal langsam die Personalentscheidungen getroffen werden, aber was man so hört wird das ja nun auch tatsächlich in den nächsten Monaten erfolgen, also von daher liegen sowohl Militärs, als auch BAWV und Co. doch eigentlich (gerade) noch im Zeitplan.

    Was mich viel mehr interessiert ist, ob es die zivile Seite DIESMAL schafft ihre Vorgaben einzuhalten! Denn beim letzten Mal haben sie es ja in 9 Jahren Personalabbau um ca. 20.000 verfehlt :(

  2. Zitat “ 21000 HH-Stellen für freigestellte Zivilbeschäftigte “

    In erster Linie TV-Beschäftigte, keine Beamte, zusätzlich die outgesourcten zivilen Mitarbeiter in BWI, MC, LHD usw. Wen wundert dies ?
    15 Jahre sozialverträglicher Abbau eben !

  3. @Koffer
    Und gerade dieses bereits mehrfache Nichtbeachten von Vorgaben ist das wirkliche Problem: die sitzen das einfach aus. Im militärischen Bereich bezeichnen wir das schlicht als Ungehorsam. Allerdings wird niemand dafür bestraft, weil ein ernsthafter Abbau der über 30.000 strukturell Arbeitslosen nicht wirklich erwünscht ist. Die werden ja aus dem Verteidigungshaushalt bezahlt, der bekanntlich noch Reserven hat. Und einem zivilen Mitarbeiter ist ein Umzug von Flensburg in einen Bereich südlich der Elbe nun wirklich nicht zumutbar.

  4. @Koffer:
    Die Entscheidungen zum PSM 185 sollten aber nicht nochmal „einige Monate“ brauchen. Die Verzögerungen sind wohl vorallem auf Nichtentscheidungen (wer bekommt noch weniger Pers als gefordert?) zurückzuführen. In alter Tradition sitzt man das jetzt aus.

  5. Nicht nachvollziehbar sind in diesem Zusammenhang aktuell Stellenausschreibungen BAWV für Architekten und Bauing. Anstatt Personalûberhang im bautechnischen Verwaltungsdienst bei IUD oder überzähliges mil. Infrastrukturpersonal (Bauingenieure u. Bautechniker) einzusetzen, wird neues zusätzliches Personal von aussen rekrutiert. Die gleiche Problematik wie bei mil. ausgebildeten IT- Spezialisten. Eine zentrale Personalführung (87a + 87b) ist i. Ansatz nicht erkennbar. Tradierte Verwaltungsverfahren sind halt unschlagbar.

  6. Als derzeit beurlaubter Angestellter des BMVg darf ich mir die Bemerkung erlauben: Man hat sich jahrzehntelang aufgrund gewerkschaftlichen Drucks und wegen des unflexiblen Arbeitsrechts genoetigt gesehen, Zivilbeschaeftigten in der Wehrverwaltung Arbeitsplatzgarantien zu geben. Alle Reformminister seit Volker Ruehe sind an dieser Huerde gescheitert. Die Lage ist so fest abgebunden, dass man nun zehntausende Karteileichen mit durchschleppen muss. Wieder ein kleines aber typisches Beispiel dafuer, wie gutgemeinte Grosszuegigkeit und mangelnde Konfliktbereitschaft die Reformfaehigkeit eines Systems zum Erliegen gebracht haben.

  7. @Holsteiner Jung
    „Man hat sich jahrzehntelang aufgrund gewerkschaftlichen Drucks und wegen des unflexiblen Arbeitsrechts genoetigt gesehen, Zivilbeschaeftigten in der Wehrverwaltung Arbeitsplatzgarantien zu geben.“

    Naja, aber das ist im öffentlichen Dienst normal, also von daher würde ich es als inakzeptabel ansehen, wenn man außerhalb des Geschäftsbereichs BMVg allen angestellten im öffentlichen Dienst eine Beschäftigungsgarantie gibt, aber in der Bw nicht.

    Das Problem ist doch nicht die Arbeitsplatzgarantie, sondern der Verzicht auf die Bundesweite und Geschäftsbereichs übergreifende Versetzung.

    ICH habe kein Problem damit einem zivilen Angestellten den selben „Kündigungsschutz“ zu gewähren wie uns BS, aber dann muß er halt auch regelmäßig umziehen (gleiches gilt für die Beamten).

    Und diejenigen, die das dann nicht mitmachen wollen (z.B. wegen Familie oder Fußballverein), die gehen dann schon freiwillig ;)

    @Sailor 1995
    „Und gerade dieses bereits mehrfache Nichtbeachten von Vorgaben ist das wirkliche Problem: die sitzen das einfach aus. Im militärischen Bereich bezeichnen wir das schlicht als Ungehorsam.“

    Stimme Ihnen vollkommen zu. Da müßte man mal wirklich zuschlagen. Aber die Beamten fassen sich und ihresgleichen ja nur mit Samthandschuhen an… :(

  8. Klingt doch garnicht sooo tragisch: Der Großteil sind Personen, die in Altersteilzeit sind (ist doch nicht verwerflich, in der freien Wirtschaft doch nicht unüblich!) sowie Angestellte (wohl meist niedrig vergütete), die bereits den TV UmBw in Anspruch nehmen…dafür ist er doch ausgehandelt worden, oder nicht???

    Und mit der Umzieherei:
    Bundesbeamte sind bundesweit versetzbar. Da hilft auch eine Mitgliedschaft im lokalen Schützenverein nichts.

  9. @Bauklo
    Dann Fragen Sie mal den durchschnittlichen Beamten im mittleren oder gehobenen Dienst wie häufig er in seinem Leben umgezogen ist und vergleichen dies mit der Umzugsstatistik eines SaZ oder BS!

    Ich kenne lediglich einige wenige Karriere-Beamte und Spezialisten (RB/Rechtslehrer) die häufiger mal umziehen. Für den Rest gilt hier eine ewige Schonzeit.

    Das wäre nun ja gar nicht schlimm, wenn diese erhöhte tatsächliche (!) Flexibilität sich bei uns in einer um 10, 15 oder 25% gesteigerten Besoldung widerspiegeln würde, aber hier gilt FEHLANZEIGE.

    Wir haben die gleichen Regeln wie die Beamten, aber bei uns werden sie „anders“ angewandt.

    Und von den Angestellten im öffentlichen Dienst (also dem klassischen alten „StOV“-Mitarbeiter) will ich gar nicht reden. Die haben zwar lebenslange Beschäftigungsgarantie werden aber im Regelfall NIEMALS versetzt.

  10. @koffer

    Bundesbeamte sind bundesweit versetzbar. Punkt.

    Wenn der Dienstherr darauf nicht zurückgreifen muss: gut. Bei den Soldaten scheint das aus verschiedenen Gründen anders zu sein.
    Deshalb höhere Besoldung? Erschließt sich mir logisch nicht, denn flexibel muss der zivile Beamte ebenso sein, wenn der Dienstherr das fordert. Mann könnte sicherlich darüber reden, Zulagen zu gewähren, wenn man heimatfern eingesetzt werden soll.
    Ähnliches gibt es in Form von Trennungsgeld bereits, denke ich.
    Und wenn wir schon dabei sind:
    Wie sieht es aus mit freier Heilfürsorge? Manch ein Beamter hat 15-25% weniger netto vom Brutto als ein Soldat gleicher Besoldungsstufe.
    Und Renteneintrittsalter: Wie wäre es, wenn man das von der Zeit im Auslandseinsatz abhängig macht.
    Rente mit 67 für alle, auch die BS. Zeit im Ausland zählt als Zeit, die man früher in Pension darf, möglichst gestaffelt nach Erschwernis, d.h. es sollte einen Unterschied machen, ob man in einem NATO-Stab in Holland sitzt, oder mehr oder weniger sicher im Lager einerseits, oder Kühlschränke auf dem Kabuler Markt kauft oder paschtunisches Bergland erkundet andererseits.

    Wollen wir wirklich eine Neid-Debatte starten?
    :-)

  11. Nebenbei, das PSM 170 liegt bei de Maizière. Die durchschnittlichen Beförderugnszeiten bei Soldaten sollen um 1,5 bis 2,5 Jahre nach oben. Eigentlich wollte man den Einweisungs- und Beförderungsstau beseitigen. Nun wird nach oben geschoben. Das ist ganz im Sinne der Attraktivität. Man munkelt, dass de Maizière nochmal mit dem Rasenmäher an die Laufbahngruppen will. Dann könnten die milOrgBer erneut in die Ausplanung der Feinstrukturen gehen. Eine schnelle Entscheidung bzw. Bekanntgabe der Realisierungspläne (Stationierung) wäre dann wohl vor Juni undenkbar. Warten wir ab, was der oberste Notar der Bundeswehr so tut. Und warten wir die Nachbesserungen des Reformbegleitgesetzes ab. Dann werden wir wissen, wie lange die Bw überaltert sein wird. Klasse Reform!

  12. es soll Soldaten geben, die nach dem Uffz-Lehrgang zur SDL versetzt wurden und später als OStFw bei der Auskleidung das Grünzeug mit der Original-Bügelfalte abgegeben haben. Und das mit 53 Jahren, da hat der Beamte noch locker 12 – 13 Jahre vor sich.
    Also: die Neiddebatte etwas runterfahren, sachlich bleiben.

  13. @Bauklo und @skiffle

    Wie bitte „Neiddebatte“?! Ich glaube ich bin im falschen Film…

    Wenn wir hier SACHLICH bleiben wollen, dann reden wir mal über Auslandseinsätze (an denen die Beamten nur äußerst selten teilnehmen) oder über Scheidungsraten oder über VersetzungHÄUFIGKEIT (Ausnahmen gibt es natürlich auf beiden Seiten immer, aber das Gesetz der großen Zahl lügt nicht) oder über die Zulagen die seit JAHREN nicht gestiegen sind (und Trommelwirbel welche sind das wohl –> genau, diejenigen die Beamte nicht bekommen können, wie z.B. die Springerzulage und die Außendienstzulage).

    Es gibt EIN einziges SACHLICHES Argument zu Lasten der Soldaten und das ist die unentgeltliche truppenärztliche Versorgung.

    Alles andere ist doch Augenwischerei…

    Neiddebatte, also sowas :(

    Ich melde hiermit aus diesem thread ab, das ist mir zu blöd

  14. Dann bin ich wohl einer der wenigen „Karrierebeamten/Spezialisten“: seit 1998 dabei (GWD), dann drei Jahre Vorbereitungsdienst in drei Bundeslaendern, zwei im Norden, eins im Sueden, dreimal umgezogen. Danach ca alle zwei bis vier Jahre Umzug mit mindestens 150km Entfernung, der letzte von Niedersachsen nach BaWü. Dazwischen Auslandseinsatz, derzeit bei der NATO im Ausland taetig, letzteres finanziell abenteuerlich, da nicht einmal kostendeckend. Und: ja, ich mag meinen Job!

  15. Hallo,

    Zivilangestellte der Bundeswehr können mittlerweile mit 52 Jahren Ihren Posten verlassen, bei 80% Lohn bis zur Rente.

  16. Zum Tag der Arbeit …

    Wenn 21tsd Stellen von Leuten besetzt werden, die nicht mehr arbeiten ist das die eine Seite der Medaille! Auch ich habe da meine Meinung zu !

    Interessant wäre aus meiner Sicht dagegen mal die Zahl derer zu lesen die in Uniform stecken, und nicht mehr aktiv am Dienst teilnehmen. Auch unter uns Uniformträgern gibt es genügend „Kameraden/innen“ die sich unter dem Deckmantel von Pseudokrankheiten o.ä. ihren Vorruhestand auf ihre Weise ergattert haben!
    Ob nun als SaZ, der im 8. Dienstjahr meint seinen Beitrag geleistet zu haben, obwohl er seine Arbeitskraft für 12 Jahre vermietet hat, oder der BS der mit erreichen des BS oder eines Dienstgrades ebenfalls für sich in Ansprch nimmt seinen Beitrag zur Bundeswehr erreicht zu haben und nur noch seine privaten Interessen in den Vordergrund stellt.
    Auch die schleppen wir durch die Reform ohne irgendetwas machen zu können!
    Zudem besetzten sie Dienstposten und durch ihre Passivität blockieren sie die wenigen noch willigen aktiv daran etwas zu ändern!

    Mir ist es egal ob uniformiert oder zivilangestellt: Wenn sie keinen Bock haben sollen sie es sagen und denen die willens sind etwas zu tun nicht im wege stehen. !

    Schönen 1. Mai !

  17. @hans:
    Hast Du völlig Recht, aber die 21k zivilen Mitarbeiter die hier genannt sind sind „nehmen schon keinen Platz mehr weg“, die sind schon Zuhause, in Frührente/Altersteilzeit.
    D.h. die tauchen in der Statistik noch als BmVg-Dienstposten auf, „arbeiten“ aber nicht mehr (weil Zuhause), sind aber (noch) nicht in Rente/Pension.

    In der ursprünglichen Meldung ist nicht die innere Kündigung gemeint:-)

  18. So, jetzt noch meine Meinung zum Thema:
    Fakt ist, dass die Uniformträger häufiger umziehen, als es die überwiegende Masse der Zivilisten tun muss.
    Fakt ist auch, dass wir noch vor wenigen Jahren einen quasi Gleichstand hatten von Soldaten und Zivilangestellten der Bundeswehr. Hier muss dringend abgebaut werden, und zwar rasant, denn so gut verwaltet fühle ich mich nicht, bedenkt man, dass für jeden Soldaten ein Verwalter rechnerisch vorhanden ist.
    Fakt ist ebenso, dass der Dienst als Soldat häufig fordernder ist, mit mehr Mühen verbunden ist, als das im Verwaltungsbereich der Fall ist.
    Natürlich gibt es mehr als genug sesselpupsende Flecktarnträger, die lieber Schwimmen gehen und Kuchen essen als zu arbeiten, genau so gibt es auch im Ausland schindernde Verwalter.
    Eine Neiddebatte führt natürlich zu nichts, aber jedem täte es gut, mal zu überlegen wofür und wozu er da ist und dann seine Arbeit zu erledigen. Und zwar so gut und schnell er kann.
    @Skiffle: Mir fallen aber ebenso Dutzende zivile Mitarbeiter ein, die ihren Dienst fur(!!) die Bundeswehr hauptsächlich als Störquelle ihrer Freizeit interpretieren.
    @Koffer: Zustimmung. Aber auch dieser Kreis der häufig versetzten Kameraden, die sich immer wieder im Ausland wiederfinden wird kleiner, weil man die paar, die noch wollen, entweder ausbremst oder ständig gegen die Wand laufen lässt.

  19. immer dieses Umzugsargument. Warum sollen Zivilangestellte dafür bestraft oder Soldaten dafür belohnt werden, nur weil sich der alte Mann im Keller (=ominöser Dienstherrr) sich dieses sinnlose Umzugsmodell ausgedacht hat. Wie oft habe ich gesehen, das Vorgänger/Inhaber/Nachfolger einer Dienstposten hätten viel besser an ihren bisherigen Standorten rotieren können als quer durch Deutschland zu tingeln. Nur um ein weiteres Verbandsabzeichen in die Vitrine legen zu können.

  20. @TomTom

    „Fakt ist, dass die Uniformträger häufiger umziehen…..
    Fakt ist ebenso, dass der Dienst als Soldat häufig fordernder ist, mit mehr Mühen verbunden ist…….“

    …..und so muss man sich nicht wundern, dass diese unter Umständen zu sesselpupsenden Flecktarnträgern werden, die lieber Schwimmen gehen und Kuchen essen als sich zu Invaliden und Irren mit kaputter Familie machen lassen. Wenn nur noch wenige wiklich dienen und gerade diesen, mehrfach der Standort ohne Sinn und Verstand geschlossen wird und sie durch die Republik ziehen ohne sich ein anständiges Zuhause und eine ordendliche Schulbildung für ihre Kinder leisten zu können, wird das System zur Farce. Wer seinen Dienst ernsthaft leistet und fest dazu steht, bekommt am nächsten Tag gesagt, dass dieser so nicht mehr gebraucht wird……..zum sechsten Mal….

  21. Diese Hetze gegen Zivilbeschäftigte AN ist unseriös. Fakt ist: Soldaten haben durch das Laufbahnprinzip deutlich bessere Aufstiegsmoeglichkeiten. Angestellte bleiben in der Regel in ihrer Eingruppierung stecken. Soldaten zahlen für diese Karrieremöglichkeiten einen hohen Preis. Neben Gefahr für Leib und Leben, droht oftmals ein kaputtes Familienleben. Aber was passiert zivilen Fachkräften, deren Job im Zuge der Reform hunderte von Kilometern verlagert wird? Sie haben nicht den Funken einer Chance, wieder heimatnah zurückversetzt zu werden. Für Mitarbeiter zwischen 40 und 50 ist das ein riesiges Problem. Soldaten sind nicht so sehr spezialisiert, wird also nach wenigen Jahren wieder heimatnah eingesetzt werden können, wenn er nicht um jeden Preis Karriere machen möchte. Also hören wir bitte auf, Zivilbeschäftigte und Soldaten gegeneinander auszuspielen. Beide können nichts dafür, dass dieser Minister seine verquaste Reform durchpeitschen möchte, koste es was es wolle.

  22. @HeinzHerzel

    Wo bitte ist ein „Beamter des mittleren nichttechnischen Dienstes“ spezialisiert ?

    Gemäß seiner Laufbahnausbildung kann er oder sie auf jeden Dienstposten eingesetzt werden – im Gegensatz zu Soldaten wo eine bestimmte ATB / ATN zwingend an den Dienstposten gebunden ist.
    Nicht wegen der Neiddiskussion, sondern nur zur sachlichen Richtigstellung der Aussage !

  23. @georg
    Stimmt, die „nichttechnischen“ sind oft nicht so sehr spezialisiert, weil an vielen Dienststellen ähnliche Strukturen und Arbeitsabläufe aufweisen.
    Aber frag mal die technischen Arbeitnehmer und Beamten, beispielsweise die 750 vom Arsenalbetrieb in Kiel: Die sind hochspezialisiert und die läßt man nun geschlossen über die Klinge springen…
    Ein paar Wenige, Glückliche werden vielleicht den Sprung nach Eckernförde schaffen, aber der Rest wird Kiel wohl nicht wiedersehen.

  24. Ich bin mal wieder erschüttert über „unser“ Ministerium. Vielleicht sollte man mal eine SAP Abfrage starten … @ Bauklo: Die von Dir bezeichneten „nichttechnischen“ sind sehrwohl spezialisiert. So macht man ja Reisekosten oder Tarifrecht ja mal nicht so von heute auf morgen. Auch die nichttechnischen Arbeitnehmer und Beamten des ArsBtrb Kiel sind in den 750 Dienstposten enthalten. Man kann jetzt schon beobachten wie die ersten den Schritt zu einer anderen Dienststelle wagen. Und das sind nicht nur Techniker.

  25. @ Bauklo
    Genauso wie die technischen Soldaten, Spezialisten für Tornado und Eurofighter aus den Standorten Lechfeld und Kaufbeuren. Sie werden ihre Standorte auch nie mehr sehen. Gleiches gilt für die Transall-Spezialisten aus Penzing.

  26. Und wenn da Versetzungen von 500 km und mehr angedroht werden, dann ist schluss mit lustig. Einige Schliessungen wurden ja nicht aus ökonomischen, sondern aus rein politischen Gründen verabschiedet. Das sorgt für Unmut!

  27. @bwler
    Ja, das ist sicher richtig. Aber eine Abteilung für Reisekosten gibt es z.B. (noch) an vielen anderen Standorten (und das ist auch gut so! Ich bin mal gespannt, wie viele kurzfristig notwendige, dringende Dienstreisen nicht mehr durchgeführt werden können, wenn niemand mehr vor Ort sitzt). Kiel habe ich genannt, weil die überwiegende Mehrzahl dort „technisch“ ist, der Anteil an nichttechnischen Angestellten und Beamten ist, z.B. im Vergleich zu einem Kreiswehrersatzamt gering.

    @Georg
    Ja, wenn Standort weg, dann weg.
    Hoffentlich sind die Kollegen dort nicht auch wie in Kiel im Schnitt 50 Jahre alt und haben alle Kinder und gebaut…

  28. Mal abwarten, ob das alles so kommt. Wenn jetzt Ende Mai erstmal die ersten beiden Ebenen entschieden werden und der Rest erst im Juli folgt, kann noch viel passieren. Es steigert so zwar die Ungewissheit, lässt aber Zeit für Umplanungen.
    im Blog „Flugzeugforum.de“ (Strukturreform S. 76) wird hier z.B. zum StO KF ein interessantes Gerücht in die Welt gesetzt, das ja viel Raum lässt.
    Wenn ihnen das Geld ausgeht, werden sie schon zur Vernunft kommen (müssen). „Wir sparen, koste es was es wolle“ ist nicht der richtige Weg.

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