Deutsche und andere Europäer mit Zivilmaschine aus Jemen evakuiert

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Die Evakuierung von Deutschen und anderen EU-Bürgern aus dem Bürgerkriegsland Jemen, für die eine Abholung mit militärischem Transport erwogen worden war, ist am (heutigen) Freitag ohne Beteiligung der Bundeswehr durchgeführt worden. Eine gechartete Zivilmaschine flog die Europäer aus der jemenitischen Hauptstadt Sanaa (Karte oben) aus. Die Mitteilung des Auswärtigen Amtes:

Das Auswärtige Amt hat heute mit einem gecharterten Flugzeug einer jordanischen Fluglinie etwas mehr als 100 Personen aus Sanaa ausgeflogen. Das Flugzeug ist vor Kurzem wohlbehalten in Dschibuti eingetroffen. weiterlesen

Training für den Kampf gegen ISIS in Kurdistan: Das Video (mit Update)

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Das kurdische Medienportal Rudaw hat ein Video von der Ausbildung kurdischer Peshmerga-Kämpfer (auch) durch deutsche Soldaten im Nordirak veröffentlicht; vermutlich entstand das Video am Rande des Besuchs des Parlamentarischen Staatssekretärs Markus Grübel am vergangenen Wochenende. (siehe Nachtrag unten) Ist zwar alles in kurdischer Sprache, aber dennoch interessant (und der deutsche Kontingentführer Oberst Jochen Schneider darf sich lobend auf Deutsch äußern, ehe das Voice-over einsetzt).

Das Video findet sich hier.

Randbemerkung: Training offensichtlich (fast) nur mit Ak47 – und interessanterweise nicht mit den gelieferten deutschen G36/G3.

Update: Nach Angaben des Sprechers des deutschen Ausbildungskommandos entstand das Video am (gestrigen) Mittwoch bei der Abschlussübung zur Ausbildung eines Peshmerga-Bataillons. Und die kurdischen Kämpfer hatten die Waffen dabei, die sie üblicherweise auch in diesem Bataillon benutzen – daraus ergibt sich die Verteilung mit vielen AK47 und einigen deutschen Waffen.

Und noch ein Nachtrag mit einem offline-Lesetipp: Die Seite Drei der Süddeutschen Zeitung vom (morgigen) Freitag berichtet ausführlich über die deutsche Ausbildungsmission in Erbil.

(Danke für den Leserhinweis auf das Video!)

 

Bundesregierung prüft angeblich militärische Evakuierung aus dem Jemen (Korrektur zur Marine)

Sprachmittler im Einsatz

Die Bundesregierung prüft nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung (Link aus bekannten Gründen nicht) eine militärische Rückführungsoperation für Deutsche und andere EU-Staatsbürger, die im Jemen festsitzen. Derzeit seien den deutschen Behörden rund 90 Deutsche und ihre Angehörigen bekannt, ihre Evakuierung solle vorrangig mit zivilen Flugzeugen erfolgen. Falls das scheitere , werde auch die Evakuierung mit militärischen Transportmitteln geplant; die Optionen dafür sollten bis zum Wochenende geprüft werden, berichtet die SZ. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es am (heutigen) Dienstag nicht.

Als Voraussetzung für einen Einsatz der Bundeswehr gilt nach Angaben der Zeitung die Zustimmung der anerkannten jemenitischen Regierung, die allerdings faktisch keine Kontrolle mehr über das Land hat. Eine Evakuierung mit Bundeswehrflugzeugen würde deshalb möglicherweise von bewaffneten deutschen Soldaten begleitet – was die Frage nach einer Zustimmung des Bundestages aufwirft, gegebenenfalls auch im Nachhinein.

(Übrigens: alle denken nur an Lufttransport, dabei hat unter anderem China im Fall Jemen vorgemacht, dass man auch mit Kriegsschiffen Personen evakuieren kann. Die rechtlichen Voraussetzungen wären aber die gleichen.)

Bislang gab es zwei solcher Aktionen der Bundeswehr: Die Operation Libelle 1997 in Albanien  und die Operation Pegasus 2011 in Libyen. Nach der Evakuierung aus der libyschen Wüste hatte die Bundesregierung eine nachträgliche Zustimmung des Parlaments verweigert, da bei diesem Einsatz nicht mit einer gewaltsamen Auseinandersetzung zu rechnen gewesen sei. Der Streit darüber beschäftigt derzeit das Bundesverfassungsgericht, vor dem die Grünen auf die Beteiligung des Bundestages klagten.

Aus der Opposition wurde bereits eine Einbindung des Parlaments bei einer möglichen bewaffneten Evakuierungsoperation gefordert. Der verteidigungspolitische Sprecher der Linkspartei, Alexander Neu: weiterlesen

Drehflügler aus anderer Perspektive: NH90 in Afghanistan

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Auf dieses Video des NH90 im Afghanistan-Einsatz als Forward Air MedEvac hat ein Leser in den Kommentaren aufmerksam gemacht (vielen Dank). Ich denke, dieses – offensichtlich private – Video, vor paar Tagen eingestellt, hat mehr Aufmerksamkeit verdient:


(Direktlink: https://youtu.be/sYuaiRGs7ZE)

Grübel sagt Peshmerga weitere Waffenlieferungen für Kampf gegen ISIS zu

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Die kurdischen Peshmerga-Kämpfer im Nordirak sollen in den nächsten Wochen die von der Bundesregierung zugesagten weiteren Waffen für ihren Kampf gegen die islamistischen ISIS-Milizen erhalten. Das versicherte der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium Markus Grübel am Wochenende bei einem Besuch in der Kurden-Hauptstadt Erbil (Foto oben). Die Peshmerga setzen vor allem auf die Panzerabwehr-Lenkraketen des Systems Milan. Davon sollen sie weitere 500 Raketen und weitere 30 Raketenwerfer erhalten.

Deutschland hatte bereits im vergangenen Jahr 16.000 Sturmgewehre der Typen G3 und G36, Milan-Raketen und Panzerfäuste nach Kurdistan geliefert. Die weiteren Hilfslieferungen hatte die Bundesregierung Anfang Februar beschlossen; die Flüge mit den Waffen sollen nach Angaben des Verteidigungsministeriums zwischen Ende April und Mitte Mai stattfinden.

Die Liste der weiteren Lieferungen: Irakhilfe 5. Februar 2015

(Foto mit freundlicher Genehmigung von Campbell MacDiarmid)

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