Gemeinsamer Einsatz mit den Chinesen: Bundeswehr unter UN-Mandat in Mali
Die Details sind noch recht unklar, aber eines scheint absehbar: Der Bundeswehr steht ihr – erster? – gemeinsamer Einsatz mit den Chinesen bevor. Hntergrund ist die vorgesehene UN-Blauhelmtruppe für Mali: Während in Deutschland geplant wird, das bereits bestehende Mandat für den Einsatz der AFISMA-Truppen in dem westafrikanischen Land mit Beginn der UN-Mission MINUSMA unter den Blauhelm zu stellen, hat China mehr als 500 Soldaten für diesen Einsatz angeboten:
China has offered to send more than 500 soldiers to the UN force seeking to contain Islamist militants in Mali in what would be its biggest contribution to UN peacekeeping, diplomats said Wednesday. (…)
“China has offered between 500 and 600 soldiers,” said one senior diplomat. “We don’t have detail yet on what kind of troops they would be providing.”
Wann die Bundesregierung formal ein neues Mandat für die Bundeswehr in Mali beschließen und dem Bundestag vorlegen wird, ist nach wie vor nicht ganz eindeutig. Allerdings hatten Verteidigungs- und Außenministerium schon vor Wochen klar gemacht, dass ein entsprechender Beschluss noch vor der Sommerpause fallen soll – also in einer der drei Sitzungswochen im Juni. weiterlesen
RC N Watch: Mindestens 13 Tote bei Selbstmordanschlag in Baghlan
Und wieder ein Blick auf den – vergleichsweise – ruhigen Norden Afghanistans: Bei einem Selbstmordanschlag in Pul-e- Khumri, der Hauptstadt der Provinz Baghlan, sind am (heutigen) Montag mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen, darunter regional bedeutsame Politiker:
According to Baghlan Governor’s Office, a suicide bomber blew himself up this morning outside Baghlan Provincial Council, leaving 13 people including Head of the Council Rasul Khan Mohsini dead and at least 9 others injured.
heißt es in einer Erklärung des Präsidentenpalastes in Kabul.
Ergänzend von der BBC: weiterlesen
RC N Watch: Ohne ISAF-Truppen kehrt der Krieg nach Faryab zurück
An diesem – hoffentlich ruhigen – Pfingstwochenende kann man ja das eine oder andere nachlesen. Zum Beispiel zur Lage in Nordafghanistan: Im Westen des ISAF-Nordbereichs, in der Provinz Faryab, hat sich ISAF komplett zurückgezogen. Und seitdem? Das Afghanistan Analysts Network hat mal näher hingeschaut:
It took little more than seven months to turn Faryab from a province with a worrisome security situation into a province under constant attack. Since the Norwegian Provincial Reconstruction Team (PRT) in Faryab closed in September 2012, the security situation has quickly deteriorated. These days, Faryab is one of the main targets of the Taleban’s spring offensive.
Die ganze Geschichte hier. Und hoffentlich kein Modellfall für den Norden Afghanistans – oder ein Hinweis darauf, wie sich die Schließung auch anderer PRTs auswirken könnte.
(Foto: Norwegische Soldaten in Faryab, Januar 2010 – ISAF Public Affairs via Flickr unter CC-BY-Lizenz)
“Atalanta” verlängert. Und: 59 deutsche Reedereien heuern bewaffnete Wächter an
Der Bundestag hat am (heutigen) Donnerstag die deutsche Beteiligung am EU-Antipiraterieeinsatz Atalanta (Foto oben: die deutsche Fregatte Augsburg) um ein weiteres Jahr verlängert. Nach Angaben des Parlaments stimmten 310 Abgeordnete dafür, die Mission bis Ende Mai 2014 fortzuführen; 206 Parlamentarier stimmten dagegen, 61 enthielten sich (die Liste der namentlichen Abstimmung ist noch nicht online). Die Grünen hatten einen Antrag vorgelegt, die im vergangenen Jahr beschlossene Ausweitung des Atalanta-Mandats auf die Strandzone wieder zurückzunehmen, dieser Antrag fand jedoch keine Mehrheit. Allerdings haben die EU-Seestreitkräfte von dieser Möglichkeit, so weit bekannt, bisher nur ein Mal Gebrauch gemacht.
Zu diesem Beschluss passt doch gut die Meldung, die ich heute vom Bundesverband der Sicherheitswirtschaft bekam: weiterlesen
Afghanistan-Einsatz kostete 2012 fast 120 Mio. Euro mehr als geplant
Deutschland hat im vergangenen Jahr für die Auslandseinsätze der Bundeswehr insgesamt rund 1,42 Milliarden Euro ausgegeben und damit gut 83 Millionen Euro mehr als geplant. Höhere Kosten fielen bei der ISAF-Mission in Afghanistan an, die mit rund 1,2 Milliarden Euro fast 120 Millionen teurer wurde als Anfang 2012 veranschlagt. Grund dafür sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums der Einsatz von mehr Soldaten am Hindukusch und die gestiegenen Kosten für Treibstoff. Angesichts des bevorstehenden Endes des ISAF-Mandats 2014 wurde zwar weniger militärisches Material beschafft, die Investitionen in Anlagen in Afghanistan stiegen jedoch deutlich. Das geht aus einem Bericht für den Haushaltsausschuss des Bundestages hervor, der Augen geradeaus! vorliegt. weiterlesen

Thomas Wiegold schreibt über die Bundeswehr, über Verteidigungs- und Sicherheitspolitik. Die Truppe hat er schon lange im Blick: 1993 berichtete er aus Somalia und seitdem aus fast allen Einsatzgebieten der Bundeswehr.



