Mehr als 100 Tote bei Angriff auf afghanische Militärbasis in Nordafghanistan (neue Zahlen, Nachträge)

Bei einem Taliban-Angriff auf die Militärbasis Camp Shaheen bei Masar-i-Scharif in Nordafghanistan sind am (gestrigen) Freitag vermutlich mehr als 140 Soldaten der Afghanischen Nationalarmee (ANA) ums Leben gekommen. Eine Gruppe von Aufständischen drang nach den bisherigen Berichten in das Camp ein, das unter anderem das Hauptquartier des 209. ANA-Korps beherbergt. Soldaten der internationalen Resolute Support Mission, darunter auch Deutsche, die die afghanische Armee beraten, waren von dem Angriff nicht betroffen.

Die jüngsten Zahlen meldet Reuters:

As many 140 Afghan soldiers were killed on Friday by Taliban attackers apparently disguised in military uniforms in what would be the deadliest attack ever on an Afghan military base, officials said.
One official in the northern city of Mazar-i-Sharif, where the attack occurred, said on Saturday at least 140 soldiers were killed and many others wounded. Other officials said the toll was likely to be even higher. weiterlesen

Taliban-Angriff auf afghanische Armee bei Masar-i-Scharif – Deutsche vermutlich nicht betroffen (Update)

Das Hauptquartier des 209. Korps der afghanischen Nationalarmee (ANA) bei Masar-i-Scharif in Nordafghanistan ist am (heutigen) Freitag vermutlich von Taliban angegriffen worden. Nach den bisherigen Berichten gab es Explosionen und ein Feuergefecht; die Details sind noch unklar. Die Bundeswehr ist im Rahmen der Resolute Support Mission bei diesem ANA-Korps mit Beratern vertreten. Nach Angaben des Einsatzführungskommandos sind aber von dem Angriff auf das Camp Shaheen nach derzeitigem Stand und vorläufigen Erkenntnissen keine deutschen Soldaten betroffen.

Update: Nach Angaben der US-Streitkräfte in Afghanistan wurden mindestens 50 Afghanen getötet:

Taliban fighters have probably killed and wounded more than 50 Afghans in an ongoing attack on a mosque and dining facility inside an Afghan military base, a U.S. military spokesman said, describing it as a „significant“ strike.
„We’re talking probably more than 50 casualties,“ said Colonel John Thomas, a spokesman for the U.S. military’s Central Command, adding he was unaware of any U.S.-led coalition forces who were directly impacted by the attack. weiterlesen

Einsatz in Mali: Fünf Grad mehr für den Tiger (m. Transkript)

Im vorangengangenen Eintrag zum deutschen MINUSMA-Einsatz in Mali wird heftig über einen Bericht der Welt (online nicht frei zugänglich) diskutiert: Die Bundeswehr hat in dem Wüstenklima des westafrikanischen Landes Probleme mit ihrem Material, mit der Instandsetzung – bis hin zur Frage, ob die deutschen Tiger-Kampfhubschrauber dort überhaupt fliegen können, bei den Temperaturen.

Das war natürlich auch Thema in der Bundespressekonferenz am (heutigen) Mittwoch, mit der Frage musste sich BMVg-Sprecher Oberst Boris Nannt befassen (und auch der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Martin Schäfer, schaltete sich ein). Eine Aussage, ganz am Schluss: Der Tiger soll für Mali die Genehmigung zum Fliegen bei höheren Temperaturen als bisher bekommen – aber bis zum geplanten Einsatzbeginn am 1. Mai soll noch geklärt werden, ob dafür eine Mali-Ausnahmegenehmigung erteilt oder der Helikopter grundsätzlich für die höheren Temperaturwerte zugelassen wird.

Die Aussagen zum Nachhören:

 

BPK_Mali_19apr2017     

 

 

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Neues aus Mali: Anschlag auf UN-Konvoi, malische Soldaten getötet (Nachtrag)

Der gelegentliche (und zu seltene) Blick auf Mali und den internationalen UN-Einsatz, an dem auch die Bundeswehr beteiligt ist: Am (heutigen) Dienstag wurden bei Tessalit im Norden des Landes zwei UN-Soldaten und ein Zivilist durch einen Sprengsatz schwer verwundet. Die Nationalität teilten die Vereinten Nationen nicht mit; nach Angaben der Bundeswehr waren deutsche Soldaten davon nicht betroffen. Südlich von Timbuktu starben vier malische Soldaten, als ihr Camp angegriffen wurde.

Aus der  Meldung der UN-Mission MINUSMA zu beiden Vorfällen (bislang nur auf Französisch): weiterlesen

Seenotrettung vor Libyen: Rekordzahl am Osterwochenende (m. Nachtrag)

Das Thema ist (nicht nur hier) emotional stark belastet; als Merkposten ist es nötig: Am vergangenen Osterwochenende haben zivile wie staatliche Schiffe eine neue Rekordzahl von Menschen vor der Küste Libyens aus Seenot gerettet. Ob die gemeldete Zahl von 8.500 Flüchtlingen und Migranten stimmt, wird vermutlich nie jemand genau sagen können; ebensowenig, wie viele Menschen beim Versuch ertrunken sind, mit nicht seetüchtigen Schiffen der Schleuserorganisationen nach Europa zu gelangen.

Die Deutsche Marine war mit dem Tender Rhein (Foto oben), der deutschen Besatzung und einem eingeschifften litauischen Boardingteam an den Rettungsmaßnahmen maßgeblich beteiligt – die Rhein nahm 1.181 Menschen auf. Die etwas merkwürdige Nachrichtenlage in den Berichten über das Wochenende zeigt sich daran, dass in den Meldungen, die sich auf zivile Hilfsorganisationen stützen, meist nur vage von einem deutschen Marineschiff die Rede ist; die Meldungen über den Einsatz der Rhein stehen meist daneben.

Aus dem Bericht auf der Bundeswehr-Webseite: weiterlesen

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