Schleusung übers Mittelmeer: Libyens Küstenstädte verdienen um 300 Mio. Euro jährlich

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Am Schmuggel von Flüchtlingen und Migranten über die zentrale Mittelmeerroute verdienen allein die Einwohner von Küstenstädten Libyens geschätzt zwischen 275 und 325 Millionen Euro im Jahr. Der Menschenschmuggel auf dieser Route reiche aber weit über Libyen hinaus. Insgesamt hätten in den ersten neun Monaten dieses Jahres mehr als 333.400 Migranten das Mittelmeer auf dem Weg nach Europa gequert, davon mehr als die Hälfte zwischen Libyen und Italien –  und inzwischen liefen sogar 90 Prozent der Versuche, nach Europa zu gelangen, auf dieser Route. Das meldete der Kommandeur der EU-Marinemission EUNAVFOR MED vor der Küste Libyens, der italienische Konteradmiral Enrico Credendino, vergangene Woche in einem vertraulichen Bericht an den EU-Militärstab in Brüssel.

Der Admiral betonte zugleich, die Kriegsschiffe der EU-Mission Operation Sophia seien zwar in der Seenotrettung der Migranten aktiv, aber keineswegs ein zusätzlicher Anreiz für diese von Schleusern genutzte Route. Angesichts des dichten Schiffsverkehrs im zentralen Bereich des Mittelmeeres würden Schleuser auch ohne die Militärmission darauf setzen, dass die von ihnen auf See geschickten Migranten von anderen Schiffen gerettet würden. Die Existenz von Migration entlang der Zentralen Mittelmeerroute ist eine Realität, die so sicher und so effektiv wie möglich geregelt werden muss, schrieb der EU-Kommandeur. weiterlesen

Mali-Sammler: Angriff auf Flughafen in Gao; Drohnen-Auswertung in der Heimat (m. Nachtrag)

Auf der Flugplatz der Stadt Gao im Norden Malis, wo auch deutsche Soldaten mit der UN-Blauhelmmission MINUSMA stationiert sind, gab es am (gestrigen) Dienstag einen Selbstmordanschlag. Außer dem Täter kam jedoch niemand zu Schaden. Das Thema wurde schon im Bällebad angerissen; aber für den Blick auf die Lage in Mali lohnt sich ein neuer Sammelthread:

Der Angriff auf den Flugplatz von Gao war nicht der einzige am Dienstag:

Militants have struck two airports in northern Mali with an explosives-laden truck and rockets, residents and a security source said on Wednesday, in attacks that caused no victims but pointed to desert jihadists intensifying their insurgency.
In Gao, the offices of the U.N. peacekeeping mission located next to the airport terminal were razed by Tuesday evening’s truck-bomb explosion which forced the airport to close.French soldiers stationed in Gao took forensic evidence from among a tangle of papers, corrugated iron sheets and fragments of the attacker’s flesh and bones strewn out next to the runway.

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EU verlängert Antipiraterie-Einsatz vor Somalia (Nachtrag)

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Gegen den Trend hat die Europäische Union ihre Antipiraterie-Mission vor der Küste Somalias verlängert. Nachdem die NATO gerade erst ihren Einsatz gegen die Seeräuber, die Mission Ocean Shield, für beendet erklärt hatte, verlängerte die EU am (heutigen) Montag den Einsatz ihrer Seestreitkräfte im Kampf gegen die Piraterie vor Ostafrika. Das bisherige Mandat für die European Naval Forces (EUNAVFOR) und die Mission Atalanta wäre sonst Ende dieses Jahres ausgelaufen:

The European Union’s naval mission will keep patrolling for pirates off the coast of Somalia for another two years, to guard against any resurgence of attacks, the bloc said on Monday. weiterlesen

Kampf gegen Piraten vor Somalia: Die NATO zieht sich zurück

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Es war mal eine wesentliche Aufgabe fast aller Industrienationen: Gleich drei maritime Einsatzgruppen waren in den vergangenen Jahren vor Somalia im Einsatz, um die Angriffe von Piraten aus dem ostafrikanischen Land auf Handelsschiffe zu verhindern – läuft doch vom Suezkanal bis weit in den Indischen Ozean die wichtigste Schiffahrtsroute zwischen Nordamerika, Europa und Fernost. Angesichts des fast vollständigen Rückgangs der Piratenaktivitäten hat die Europäische Union ihre Antipirateriemission Atalanta schon seit Monaten auf ein Minimum reduziert und wird noch weiter verringern, und jetzt hat die NATO ihren Einsatz gegen die Seeräuber vor der Küste Somalias komplett eingestellt.

Bereits am 19. November absolvierte ein dänisches Überwachungsflugzeug von den Seychellen aus den letzten Aufklärungsflug im Rahmen der NATO-Mission Ocean Shield:

A detachment of 20 Royal Danish Air Force officers and enlisted service members took flight in their aircraft from the Seychelles one last time on Nov. 19. The flight and a visit by Commander Maritime Air NATO Commodore Andreas Vettos marked the end of the 6th Royal Danish Air Force Challenger CL-604 deployment as a part of NATO standing Operation Ocean Shield.
The Danish detachment was the last of NATO forces assigned to the counter piracy mission in the Indian Ocean. weiterlesen

ExerciseWatch: ‚Iron Sword‘ – Deutsche Panzerhaubitzen in Litauen

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In Litauen hat am (gestrigen) Sonntag die multinationale Übung Iron Sword begonnen, und wie in den beiden vorgangegangenen Jahren ist auch die Bundeswehr daran beteiligt (Foto oben). Diesmal mit Panzerhaubitzen des Artilleriebataillons 131 aus Weiden in der Oberpfalz, nicht zuletzt deshalb, weil auch Litauen über diese Artillerie aus deutscher Produktion verfügt und es ohnehin eine enge Zusammenarbeit der beiden Länder auf diesem Gebiet gibt.

Der Rahmen der Übung, aus der Mitteilung des litauischen Verteidigungsministeriums:

>Multinational Exercise Iron Sword 2016 on November 20-December 3 will train roughly 4 thousand soldiers from 11 NATO allies: Canada, Estonia, Germany, Latvia, Lithuania, Luxembourg, Poland, Romania, Slovenia, UK, and the US.
Battalion tactical groups of national and international composition will hone defensive and offensive tactics at the same time training interoperability and concerted actions among NATO allies. weiterlesen

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